Faces of nazislam (#5)

24. Oktober 2014

Cathina Hourani

Dr. Ali Sina (1):

„Es gibt viele Wege zur Spiritualität. Mohammedanismus bietet keinen einzigen. Alles, was Sie zu einem besseren Menschen macht, ist ein spiritueller Pfad. Je tiefer Sie jedoch in den Mohammedanismus eintauchen, desto schwärzer wird Ihre Seele. Geboren, das Licht Gottes zu tragen, werden Sie dann böse, wenn Sie beginnen, Muhammad zu folgen. Ihre Gedanken werden dämonisch. Der Abscheu auf Ihre Mitmenschen erfüllt Ihr Herz und lässt keinen Platz mehr für Liebe. Sie werden zu einer Manifestation des Teufels. Sogar die Augen besonders frommer Mohammedanisten zeigen diese Bosheit. Erstaunlicherweise werden Menschen hässlich, wenn sie fromme Mohammedanisten werden. Ich weiß nicht, wie man das rational erklären kann, aber es ist eine beobachtbare Tatsache. Schauen Sie sich mal die Gesichter der Terroristen an. Das sind die allerfrömmsten Mohammedanisten. Oder schauen Sie sich die Gesichter von Führern mohammedanistischer Parteien an. Es gibt etwas zutiefst Böses in ihren Augen. Mohammedanismus ist ein antispirituelles Bekenntnis. Es macht Sie nicht zu einer besseren Person. Je weiter Sie ihm folgen, desto schlechter werden Sie. Es ist ein Bekenntnis, das aus Engeln Scheusale macht. Wenn ich an Satan glauben würde, würde ich sagen, dass der Mohammedanismus seine Verschwörung ist, um diese Welt zu zerstören und jeden in die Hölle zu bringen.“

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Cathina Houranai, Politikerin und Ork-Virus der amerikanischen Demokraten, behauptet, eine Cheroki zu sein (1) und solchermaßen ein „angestammtes Recht“ auf einen Teil des Territoriums der freien und bürgerlichen Gesellschaft der USA zu haben, das sie im Recht der Scharia regiert wissen will. 

Der Ekel regiert!

Es gibt keine Skalpjäger mehr – sollte es sie vielleicht doch wieder geben?

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Time am 24. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/28/ali-sina-uber-spiritualitat-3/
2) http://www.barenakedislam.com/2014/10/20/cincinnati-democrat-muslim-candidate-talks-about-alleged-threats-to-her-campaign/

Sieg des Counterjihad: Frontex

24. Oktober 2014

Grenzzaun Türkei - Bulgarien

Auf „taz.de“ berichtet Christian Jakobs über den fortschreitenden Aufbau der Grenzsicherungsagentur „Frontex“ (1).

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Frontex geht es immer besser

Das Budget der Agentur ist seit 2005 von 7 auf 93 Millionen Euro gestiegen. Ihre Datensammlung über Migration an den EU-Grenzen wächst unaufhörlich.

Ilkka Laitinen denkt gern an die Tage im Frühjahr 2005 zurück, als die „Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen“, kurz: Frontex, in Warschau eingerichtet wurde: „Es war eine sehr intensive, sehr interessante Zeit”, sagt er. „Wir haben bei null angefangen. Wir hatten nichts.” Frontex startete mit einem Budget von 7 Millionen Euro, 2013 lag es bei 93 Millionen Euro. „Unsere Ressourcen sind ein Gradmesser für die Erwartungen, die an uns gerichtet werden”, sagt der Verwaltungsdirektor Jose Carreira.

Und die sind hoch. Frontex soll irreguläre Migranten möglichst schon aufhalten, bevor sie die EU erreichen – spätestens aber an der Grenze. 2013 reisten 125 Millionen Menschen mit Erlaubnis in das Schengen-Gebiet (siehe Karte) ein, 107.000 wurden beim unerlaubten Grenzübertritt aufgegriffen. Wie viele unerkannt einreisten, weiß niemand.

Die Freizügigkeit der EU hatte zur Folge, dass sich Binnenstaaten wie Deutschland kaum mehr um Grenzkontrollen zu kümmern brauchen. Andere, wie Griechenland, müssen diese Aufgabe nun für ihre EU-Partner mit erledigen. Das Gründungsprinzip von Frontex lautete deshalb: EU-weit Material und Personal einsammeln und dorthin schicken, wo es gebraucht wird. Die Grenzpolizisten sind dabei stets Gäste des Landes, auf dessen Hoheitsgebiet der Einsatz stattfindet. Anders als vielfach behauptet ist Frontex nämlich keine europäische Grenzpolizei – auch wenn es in Warschau und Brüssel durchaus entsprechende Gedankenspiele gibt.

Während in den ersten Jahren noch mit verschiedenen Formen von Einsätzen experimentiert wurde, arbeitet Frontex seit 2011 nur noch mit sogenannten Europäischen Grenzschutzteams (EGBT). Über eine Datenbank namens OPERA melden die Mitgliedstaaten Beamte, die sie für bestimmte Frontex-Missionen freistellen. Das Personal wird in 13 Profilgruppen für verschiedene Einsatzzwecke eingeteilt, wie Erkennung von gefälschten Dokumenten, Seeüberwachung oder die Identifizierung gestohlener Fahrzeuge.

Drohnen an bulgarisch-griechischer Grenze

Bei OPERA geben die Mitgliedstaaten auch alle Ausrüstungsgegenstände ein, die sie der Agentur zur Verfügung stellen. Diese werden im „Technical Equipment Pool” (TEP) gesammelt und an die verschiedenen Frontex-Missionen verteilt. Für 2014 stellten die EU-Staaten unter anderem 26 hochseetüchtige Boote, 259 Boote für Küstenpatrouillen, 39 Nachtsichtfahrzeuge, 43 Flugzeuge, 53 Helikopter und 93 Aufklärungsfahrzeuge.

Bis heute bewegt Frontex nur einen Bruchteil der nach Angaben von Laitinen etwa 400.000 Grenzschützer in der EU. Der Anteil wächst zwar, aber laut EU-Recht sind die Mitgliedstaaten nicht verpflichtet, Frontex Personal oder Material zu stellen – was immer wieder dazu geführt hat, dass zugesagte Mittel wieder abgezogen wurden. „Wir brauchen eigenes Material, wir dürfen nicht zu abhängig von den Mitgliedstaaten sein”, stellte Laitinen schon am fünften Gründungstag der Agentur 2010 fest.

Als Anfang 2011 in Tunesien und Libyen die Diktaturen stürzten, erreichten die irregulären Grenzübertritte nach Malta und Italien neue Rekorde. Im Juni desselben Jahres versammelten sich deshalb die Staatschefs der EU, um Frontex eine neue gesetzliche Grundlage zu verschaffen. Der Mindestzeitraum für die Bereitstellung von Personal wurde auf ein Jahr erhöht, ein Rückzug von Zusagen erschwert. Und Frontex darf seither Ausrüstungsgegenstände selbst kaufen oder leasen.

Bislang machte sie hiervon noch wenig Gebrauch. Zwischen Mai und Juli 2014 setzte Frontex im bulgarisch-griechischen Grenzgebiet erstmals Drohnen des Typs Diamond DA42 ein, hergestellt von der österreichischen Firma Diamond Aircraft. Das war erst einmal nur ein Testlauf. Im Herbst 2014 wird Frontex entscheiden, ob die Drohnen dauerhaft zum Einsatz kommen. Welches sonstige Material die Agentur sich zulegen will, ist noch offen.

Der Artikel stammt aus dem neuen Themenheft der Edition Le Monde diplomatique „Die Überwacher. Prism, Google, Whistleblower“. Darin beschreiben Giorgio Agamben, Constanze Kurz, Evo Morales, Heribert Prantl und andere, wie Regierungen aus Angst vor dem Terror den Geheimdiensten das Feld überlassen, High-Tech-Konzerne Staatsgrenzen aufrüsten und mit smarten Zahnbürsten Kundendaten gesammelt werden.

Überwachungsdaten frei Haus

Vieles könnte dabei bald überflüssig sein. Denn was in Sachen Aufklärung gut und teuer ist, bekommt Frontex teils frei Haus: Ende 2013 startete das Europäische Grenzüberwachungssystem Eurosur zur Überwachung der Außengrenzen. Mit Eurosur sollen Polizei, Küstenwache oder Grenzschutz Informationen etwa über den Standort von Flüchtlingsbooten in Echtzeit austauschen können. Die dazu nötigen Informationen werden unter anderem durch die Grenzüberwachung mittels Satelliten und Drohnen gewonnen. Bis 2020 stehen für Eurosur 244 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt bereit.

Im Rahmen von Eurosur erstellt jedes Mitgliedsland sein eigenes Lagebild, das direkt an Frontex übermittelt wird. Die Agentur erstellt ihrerseits daraus zwei Bilder: ein gesamteuropäisches Lagebild und eines für den „Grenzvorbereich”, also die EU-Nachbarregionen.

Diese Lagebilder bestehen jeweils aus drei Schichten. In der „Ereignisschicht” laufen die Meldungen der Grenzschützer zusammen: verweigerte Einreisen, geschmuggelte Autos, illegale Einwanderer, kontrollierte Boote, Zollvergehen. Die „operative Schicht” inventarisiert den Grenzschutz selbst: Welche Beamte patrouillieren wo, welches Material setzen sie ein, wo gibt es Lücken? Die „Analyseschicht” schließlich enthält unter anderem Geheimdienst- und Polizeiinformationen über Schleppernetzwerke, politische Entwicklungen in Drittstaaten oder andere Ereignisse, die Migrationsrouten betreffen.

Es wächst aber nicht nur die Datensammlung der Agentur, sie bekommt auch mehr Befugnisse: Im März 2014 wurde sie durch die EU ermächtigt, in Zukunft auch in internationalen Gewässern Flüchtlingsboote aufhalten und zurückschleppen zu dürfen.

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Time am 24. Oktober 2014

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1) http://www.taz.de/Aus-der-Edition-Le-Monde-diplomatique/!148294/

Frauenrechte als Bombe?

24. Oktober 2014

Kobane

Heute möchte ich Ihnen Alice Schwarzers Gedanken zum Thema IS-IS vorlegen (1).

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Kobane: Was für eine verdammte Verlogenheit!

Warum Merkels Forderung, die Türkei möge sich in den Kampf um Kobane einmischen, im besten Fall naiv ist. Und warum wir alle zittern müssen. Der Siegeszug der Gotteskrieger hat sich lange angekündigt. Wir hätten es schon Anfang des Jahrtausends wissen können. Aber alle haben weggesehen.

Was für eine verdammte Verlogenheit! Und was für eine bodenlose Dreistigkeit! Die Welt sieht zu, wie die kurdische Grenzstadt Kobane von den Söldnern des selbsternannten „Islamischen Staat“ erobert und die Menschen massakriert werden (Die Männer werden enthauptet, die Mädchen und Frauen als „Sexsklavinnen“ erbeutet). Von oben werfen die Amerikaner Bomben, die auch Zivilisten treffen, vorzugsweise auf die vom IS eroberten Öl-Raffinerien; und über die Grenze gucken die türkischen Soldaten in ihren Panzern zu.

Obama erwartet nun von den Türken, dass sie einmarschieren, die eigenen Jungs möchte er in diese Hölle nicht schicken. Und Merkel wirft der Türkei „Untätigkeit gegen den IS“ vor. Was im besten Fall naiv ist. Die türkischen Soldaten sollen den islamistischen Killern in die Arme fallen? Warum sollten sie? Schließlich besorgen die Dschihadisten gerade das Geschäft des bekennenden Gottesstaatlers Erdogan.

Erdogan war es, der die Dschihadisten seit 2011 von der Türkei aus über die Grenze nach Syrien ziehen ließ. Und noch am Montag dieser Woche entließ er laut Time im Austausch gegen gefangene türkische Soldaten 180 Dschihadisten aus türkischen Gefängnissen. Die eilten flugs ihren Brüdern vor Kobane zur Hilfe.

Und die Türkei ist nicht der einzige Komplize der IS. Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Emirate haben die Gotteskrieger in den vergangenen Jahren mit ihren Petro-Millionen und Waffen überhaupt erst aufgebaut. Also genau jene Staaten, die jetzt im „Bündnis“ mit Amerika gegen den „Islamischen Staat“ vorgehen. Denn der scheint seinen Brüdern, die in ihren Ländern ja ebenso die Frauen versklaven und die Köpfe rollen lassen wie der IS, jetzt über den Kopf zu wachsen. Sie fürchten scheinbar nun selbst den Geist, den sie aus der Flasche ließen.

Inzwischen sollen es etwa 50.000 Dschihadisten sein, die im Norden Syriens kämpfen und die Menschen den Schrecken lehren. Was eigentlich keine Überraschung für die westlichen Geheimdienste sein dürfte. Führend sind erfahrene Gotteskrieger aus Tschetschenien, Irak, Afghanistan und dem nordafrikanischen Maghreb. Die Drecksarbeit (Selbstmordattentate etc.) scheinen europäische Gotteskrieger zu erledigen. Sie werden auf etwa 4.000 geschätzt, darunter zirka 400 aus Deutschland. Wenn die zurückkommen, haben sie das Vergewaltigen und Morden von Grund auf gelernt. Und sie fürchten sich vor nichts: Schließlich beschert der Heldentod im „Heiligen Krieg“ ihnen das Paradies und die bekannten 70 Jungfrauen.

Wenn die Dschihadisten zurück kommen, haben sie das Morden von Grund auf gelernt.

Und noch haben die IS-Söldner und die Erdogan-Regierung dieselben Gegner: die Kurden und das Assad-Regime. Die Kurden – und hier speziell die militante PKK, die als „Terrororganisation“ auch in Europa verboten ist – sind mit ihrem Begehren nach einem autonomen Kurden-Staat der Türkei schon lange ein Dorn im Auge. Der Sturz von Baschar al-Assad wäre ein Fest für Erdogan. Der wäre dann nicht nur der starke Mann in seinem Land, sondern in der ganzen Region. Hofft er.

Der Nahe Osten aber und auch der Westen sollten sich darüber nicht freuen. Denn mit Assad würde nach Saddam Hussein (2003) und Muammar al-Gaddafi (2012) der dritte sozialistisch-westlich orientierte Herrscher in einem von Islamisten bedrohten Land fallen. Sicher, Assad ist kein Demokrat, er ist ein repressiver autokratischer Herrscher, wie alle Staatschefs in diesen Ländern, und Kritik ist angebracht. Doch bisher war er immerhin ein Bollwerk gegen die Islamisten. Und die werden nach seinem Sturz auch in Syrien die Macht ergreifen, vermutlich in vertrauter Einheit mit den „gemäßigten“ Islamisten. Syrien, der Staat mit einst den meisten Frauenrechten und der größten religiösen Toleranz in Nahost, ist Vergangenheit. Auch Assad könnte darum eines nicht zu fernen Tages im Rückblick selbst seinen Gegnern das kleinere Übel scheinen.

Doch nicht nur die religiös-politischen Sympathisanten der IS tragen Verantwortung für den Einbruch des Chaos und die atemberaubende Offensive der Dschihadisten. Auch und vielleicht vor allem der Westen ist verantwortlich. Denn er hat nicht nur zugesehen, sondern die Islamisten aufgerüstet, wenn es gerade in den politischen Kalkül passte; wie einst im Kampf gegen die Sowjetunion und heute gegen Assad, wo er die „gemäßigten“ Islamisten bewaffnet. Denn selbstverständlich sind die Grenzen zwischen diesen angeblich „Gemäßigten“ und den Radikalen fließend.

Schon vor zwölf Jahren hätte man ahnen können, was kommt.

Als ich 2002 das Buch „Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz“ herausgab, analysierten Experten darin die „Talibanisierung des Nahen Ostens“, das „Einfallstor Balkan“, die „Islamisierung Tschetscheniens“ sowie das Drama Algeriens. Das war vor zwölf Jahren. Schon damals hätte man also wissen oder zumindest ahnen können, was kommt.

In Algerien hatten die aus dem Afghanistankrieg gegen die sowjetischen Besatzer zurückkehrenden islamistischen Söldner, die so genannten „Afghanen“, in den 90er Jahren einen Bürgerkrieg angezettelt mit exakt denselben Methoden wie heute der IS, der über 200.000 Menschen das Leben kostete. Die traumatisierten Algerier nennen diese Zeit „die schwarzen Jahre“. Die Welt hat weggesehen.

In der russischen Teilrepublik Tschetschenien waren es nicht die Russen, sondern die Taliban und Al-Qaida, die 1999 den zweiten Tschetschenienkrieg anzettelten, und tausende von Gotteskriegern in das Land schleusten. Auch sie gingen ebenso brutal vor wie der IS, köpften die Männer und versklavten die Frauen.

Bereits 1993 (!) war in Tschetschenien die Scharia als Gesetz eingeführt worden. Die Welt hat das nicht interessiert. Sie beschäftigte sich lieber mit Putin und der Frage, ob die Attentate in Moskau in Wahrheit nicht doch ein Täuschungsmanöver des russischen Geheimdienstes seien (Wer diese Art von Behauptungen im Zusammenhang mit Amerika und 9/11 aufstellt, wird zu Recht als Verschwörungstheoretiker belächelt).

Das Morgenland wird neu aufgeteilt werden – dieses Mal unter Islamisten.

Der Sturz von Saddam Hussein schließlich im Jahr 2003 – unter dem durchsichtigen Vorwand, er horte Massenvernichtungswaffen – schaffte ein Machtvakuum in der Region, in das die Islamisten einfielen. Der einst ebenfalls autokratisch und repressiv, aber immerhin weltlich regierte Irak wurde zur Drehscheibe der Gottesstaatler in Nahost.

Irak, Afghanistan, Libyen – und jetzt Syrien. Auch in dieses Vakuum drangen die Dschihadisten ein. Und die Welt hat zugesehen. Aus all diesen Ländern strömen heute hunderttausende von Flüchtlingen nach Europa. Und es werden mehr werden. Viel mehr.

Man muss kein Prophet sein, sondern die Sache nur nüchtern betrachten, um vorauszusagen: Jetzt wird Assad sich nicht mehr lange halten können, der Siegeszug der Islamisten im Nahen Osten ist unaufhaltsam. Das Morgenland, vor hundert Jahren von den einstigen Kolonialherren recht willkürlich zugeschnitten, wird nun erneut neu aufgeteilt werden: dieses Mal unter Islamisten. Was die gesamte Weltordnung erschüttern wird und ausstrahlen auch auf bisher – relativ gesehen – gemäßigte islamische Staaten wie die Türkei. Was wiederum ausstrahlen wird auf die islamistischen Communitys im Westen. Mitten unter uns.

Die effektivste Bombe gegen die Islamisten ist die Emanzipation der Frauen!

Aber was sind die Gründe für diesen pervertierten Männlichkeitswahn? Denn es ist ja unübersehbar, dass diese waffenrasselnde Aufrüstung auch und vielleicht vor allem eine Reaktion auf die Emanzipation der Frauen ist: die Rekonstruktion von Männlichkeit in Zeiten, in denen marodierende junge Männer in Kairo wie Berlin arbeitslos sind und verunsichert.

Diese Männer machen sich zum Herrn über Leben und Tod. Sie zwingen emanzipierte Männer auf die Knie und Frauen unter den Schleier, bis zur Unsichtbarkeit. Und das in den von Islamisten unterwanderten muslimischen Communitys in Europa ebenso wie in den islamistisch beherrschten Ländern.

Ich habe in den letzten 35 Jahren, seit meinem Besuch in Khomeinis Iran 1979, sehr viel darüber geschrieben. (mehr) Darum möchte ich an dieser Stelle nur daran erinnern: Es geht nicht nur um den westlichen Feminismus, sondern auch um die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – nicht zuletzt unter dem Einfluss des Westens bzw. der Sowjetunion – mit Siebenmeilenstiefeln fortgeschrittenen Frauenrechte in Ländern wie Iran, Ägypten, Tunesien oder Syrien. Nicht zufällig wurde in all diesen Ländern die Emanzipation der Frauen brutal gestoppt.

Genau an diesem Punkt müsste gegengehalten werden. Viel effektiver als mit Bomben bekämpft man den IS und seine bärtigen Brüder mit der Bildung und Gleichberechtigung der Frauen! Darauf könnten auch unsere Länder mit ihrer Entwicklungs- und Außenpolitik einwirken. Wenn sie nur wollten.

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Time am 24. Oktober 2014

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1) http://www.aliceschwarzer.de/artikel/kobane-was-fuer-eine-verdammte-verlogenheit-317845

Faces of nazislam (#4)

22. Oktober 2014

Athman Abed Al-Kayan

Dr. Ali Sina (1):

„Es gibt viele Wege zur Spiritualität. Mohammedanismus bietet keinen einzigen. Alles, was Sie zu einem besseren Menschen macht, ist ein spiritueller Pfad. Je tiefer Sie jedoch in den Mohammedanismus eintauchen, desto schwärzer wird Ihre Seele. Geboren, das Licht Gottes zu tragen, werden Sie dann böse, wenn Sie beginnen, Muhammad zu folgen. Ihre Gedanken werden dämonisch. Der Abscheu auf Ihre Mitmenschen erfüllt Ihr Herz und lässt keinen Platz mehr für Liebe. Sie werden zu einer Manifestation des Teufels. Sogar die Augen besonders frommer Mohammedanisten zeigen diese Bosheit. Erstaunlicherweise werden Menschen hässlich, wenn sie fromme Mohammedanisten werden. Ich weiß nicht, wie man das rational erklären kann, aber es ist eine beobachtbare Tatsache. Schauen Sie sich mal die Gesichter der Terroristen an. Das sind die allerfrömmsten Mohammedanisten. Oder schauen Sie sich die Gesichter von Führern mohammedanistischer Parteien an. Es gibt etwas zutiefst Böses in ihren Augen. Mohammedanismus ist ein antispirituelles Bekenntnis. Es macht Sie nicht zu einer besseren Person. Je weiter Sie ihm folgen, desto schlechter werden Sie. Es ist ein Bekenntnis, das aus Engeln Scheusale macht. Wenn ich an Satan glauben würde, würde ich sagen, dass der Mohammedanismus seine Verschwörung ist, um diese Welt zu zerstören und jeden in die Hölle zu bringen.“

Ryan Jones berichtete für „israel heute“ über ein israelisches Ork (s.o.), das sich den sadistischen Schlächtern der mohammedanistischen Avantgarde IS-IS angeschlossen hatte und eliminiert wurde (2).

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Israelischer Arzt stirbt im Kampf für IS

Das medizinische Zentrum Barzilai in Aschkelon hat bekanntgegeben, einer ihrer Ärzte sei vor kurzem der IS beigetreten und bei einem Zusammenstoß in Syrien gestorben.

Athman Abed Al-Kayan, 23, hatte gerade sein Studium in Jordanien abgeschlossen und war nach Israel zurückgekehrt, um dort ein Praktikum im Barzilai-Zentrum zu absolvieren. Im Mai dieses Jahres sollte er ein weiteres Praktikum in Beer Scheva beginnen, aber er war dort nicht erschienen.

Vor etwa sechs Wochen beschloss Al-Kayan plötzlich, mit einem Freund in die Türkei zu reisen, was für Israelis nichts Ungewöhnliches ist. Als er jedoch nicht zurückkam, begann seine Familie, nach ihm zu suchen.

„Wir haben das Hotel der beiden Jugendlichen ausfindig gemacht und ihr Gepäck dort gefunden. Im Hotel hat man uns gesagt, die Beiden haben ein Auto gemietet haben und seien einfach weggefahren. Wir haben auf sie gewartet, aber als sie nach zwei Tagen nicht wieder ins Hotel kamen, sind wir zurück nach Israel geflogen,“ sagte Al-Kayans Bruder zum Nachrichtendienst Ynet. „Ein Polizist sagte uns, dass sie die Türkei wahrscheinlich in Richtung Syrien verlassen haben.“

Der Bruder erzählte weiterhin, seine Familie habe später einen anonymen Anruf erhalten. Darin wurde ihnen mitgeteilt, Athman habe auf Seiten der IS gekämpft und sei bei einem Gefecht getötet worden.

In den letzten 6 bis 9 Monaten haben sich etwa 30 Israelis islamistischen Verbänden wie der IS angeschlossen, die in Syrien und dem Irak kämpfen. Fast alle von ihnen sind über die Türkei gereist. Unbestätigten Berichten zufolge soll es dort an der türkisch-syrischen Grenze ein Hotel geben, dass als Rekrutierungszentrum genutzt und von der Regierung in Ankara nicht behelligt wird.

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Time am 22. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/28/ali-sina-uber-spiritualitat-3/
2) http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/27784/Default.aspx

Naipaul: Teil einer Weltbewegung

21. Oktober 2014

KualaLumpur

Kuala Lumpur, Hauptstadt Malaysias

Nach der historischen Entwicklung im ersten berichtet Vidiadhar Surajprasad Naipaul zur aktuellen Situation in den 80er-Jahren im folgenden Textabschnitt.

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Malaysia 2

naipaulUnd sie begreifen auch langsam, dass in den letzten hundert Jahren, während sie oder ihre Eltern schliefen, ihr Land – eine neue Idee: ein Zusammenschluss von Königreichen und Sultanaten – im kolonialen Sinne neu geschaffen wurde, dass das reiche Malaysia von heute auf kolonialen Fundamenten wächst und eine britisch-chinesische Schöpfung ist. Die Briten entwickelten die Bergwerke und Plantagen. Sie schafften die Chinesen (die emsigen wurzellosen Bauern des Jahrhunderts davor) und eine geringere Anzahl Inder herbei, damit sie die Arbeit taten, die die Malaien nicht tun konnten. Nun herrschen die Briten nicht mehr. Aber die Malaien stellen nur die Hälfte der Bevölkerung.

Die Chinesen sind aufgestiegen; mit ihrer Energie und Begabung geht es weiter. Von der politischen Macht sind die Chinesen ausgeschlossen. Malaien herrschen; das Land ist offiziell moslemisch, mit moslemischen Zivilgesetzen; geschlechtliche Beziehungen zwischen Moslems und Nicht-Moslems sind ungesetzlich, und es gibt eine Art herumspähender religiöser Polizei; die rechtliche Diskriminierung der Nicht-Moslems ist empörend. Aber die Malaien an der Herrschaft sind etabliert oder stammen aus alten oder königlichen Familien, die einige Generationen zuvor in die neue Welt wechselten.

Die neuen Männer der Dörfer, die das Gefühl haben, bereits so viel verloren zu haben, finden ihren Weg an jeder Biegung versperrt. Geld, Entwicklung, Bildung haben sie nur zu dem Wissen erwecken lassen, dass die Welt anders ist als ihr Dorf, dass die Welt nicht ihnen gehört. Ihre Wut – die Wut ländlicher Menschen, deren Fähigkeiten, Geld und Begreifen der Welt begrenzt sind – ist allumfassend. Nun haben sie eine Waffe: den Islam. Er ist ihre Art, mit der Welt abzurechnen. Er dient ihrem Schmerz, ihrem Gefühl der Unterlegenheit, ihrer gesellschaftlichen Wut und ihrem rassischen Hass.

Dieser Islam ist mehr als die alte Religion ihres Dorfes. Der Islam, den die Missionare bringen, ist eine Religion, die Veränderung und Triumph mit sich bringt, sie kommt als Teil einer Weltbewegung daher.

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Time am 21. Oktober 2014

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V. S. Naipaul, „Eine islamische Reise“ von 1981,
DTV München 2002, S. 331 f.

Enthauptungen als Massenspektakel

20. Oktober 2014

PierreVogel

Pierre Vogel in seinem IS-IS-Pullover. Das Foto stammt angeblich von seiner eigenen Facebookseite und ist demnach keine Montage (1). Indes bestehen Zweifel darüber, ob Vogel ein gemäßigter oder ein moderater SA-lafist ist.

Frederike Haupt geht heute auf „FAZ.NET“ der Frage nach, inwieweit die Massenhinrichtungen des IS-IS als Volksbelustigung goutiert werden (2).

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Terrormiliz „Islamischer Staat“

Soziale Netzwerke als Waffen

Die Dschihadisten des „Islamischen Staat“ zeigen, wie soziale Netzwerke zum Medium des Terrorismus werden: Sie inszenieren Hinrichtungen nicht maximal blutrünstig – sondern als makabere Unterhaltungsshow.

Die IS-Terroristen lieben die sozialen Netzwerke. Sie benutzen sie als Waffe – und treffen damit Menschen auf der ganzen Welt. Es ist sogar so, dass diese Menschen sich freiwillig vom Terror treffen lassen.

Die Terroristen enthaupten Geiseln und stellen Videos davon ins Netz. Allein die Hinrichtung von James Foley wurde auf einer Internetseite, die solche Filme duldet, bisher 1,3 Millionen Mal angesehen. Plus die Klicks bei anderen Portalen. Warum wollen so viele Menschen so etwas Schreckliches sehen?

Menschen haben schon immer gern bei Enthauptungen zugeschaut – unter bestimmten Bedingungen. Uns gefällt alles, was eine „besondere Dramatik“ hat, deswegen muss heute alles „besonders dramatisch“ sein: Dschungelcamps, Autodesign, Joghurt. Eine sehr dramatische Hinrichtungsart ist das Köpfen. Nicht nur das Opfer steht im Mittelpunkt, sondern auch der Henker. Jemandem den Kopf abzuschlagen kostet eigentlich übermenschlich viel Überwindung, außerdem enorme Körperkraft. Erschießen, Vergiften, Ertränken oder Steinigen sind anders – man macht sich die Hände nicht blutig. Die Belohnung für den Henker ist der Kopf. Eine krassere Trophäe gibt es nicht.

Hinrichtungen sind ein altbewährtes Mittel

Menschen köpfen einander, seit sie das Werkzeug dafür haben. Erst nahmen sie das Beil, später, als sie schmieden konnten, auch das Schwert. Im alten Rom war es ganz normal, Verurteilte zu köpfen. Deswegen hält Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, das Richtschwert in der Hand. Es hat allerdings einen guten Grund, dass es gerade ein Schwert ist und nicht, nur zum Beispiel, eine Säge. Die öffentliche Enthauptung sollte möglichst schnell geschehen, mit einem einzigen Streich. Wie das Publikum reagierte, wenn das nicht gelang, beschreibt der Autor Karl Bruno Leder in seinem Buch über die Todesstrafe: Die Leute quengelten, randalierten oder warfen Steine auf den Henker. Wer sich eben noch auf die Show gefreut hatte, fühlte nun das verdrängte Mitgefühl in sich aufsteigen. Man wollte sich keine unberechenbaren Grausamkeiten zumuten. Es konnte schon reichen, dass der Henker den Todgeweihten grob schubste.

Die Henker wiederum machten Fehler, weil sie Angst hatten, Fehler zu machen. Sie soffen sich vor den Hinrichtungen Mut an, und so besoffen hauten sie gelegentlich daneben. Leder erwähnt einen Fall aus dem Jahr 1641, bei dem der Henker fast gesteinigt worden wäre. In Nürnberg sollte er eine Frau köpfen. Doch er verfehlte den Hals und schlug ihr stattdessen „ein Stück so groß wie ein Taler von dem Kopf weg“. Schwer verwundet begann die Sünderin auf einmal, um ihr Leben zu betteln. Aber es half nichts. Der Henker schlug sie auf den Boden und schnitt ihr den Kopf auf der Erde ab. Das Volk raste vor Wut. So hatte es sich die „besondere Dramatik“ nicht vorgestellt. Die Erfindung der Guillotine wurde euphorisch gefeiert, weil das Fallbeil Unfälle unwahrscheinlicher machte.

Zu brutale Videos schrecken ab

Terroristen wollen ihre Opfer nicht schonen. Sie wollen Schrecken verbreiten. Allerdings konzentrierten sie sich bisher stärker auf den Schrecken als auf dessen Verbreitung. Sie begingen zwar die grausamsten Verbrechen – aber bedachten oft nicht, dass vielen Menschen der Anblick zu brutal war. So war es zum Beispiel bei der Enthauptung des israelisch-amerikanischen Journalisten David Pearl vor zwölf Jahren. Er war in Pakistan entführt worden. In Internetforen warnen Leute bis heute davor, das Video seiner Hinrichtung anzuschauen. Nicht, weil da ein Mensch vor aller Augen ermordet wird. Sondern, weil es „extrem gewalttätig und grausam“ sei und vor allem mit verstörenden Geräuschen. So beschreibt es ein Nutzer auf der amerikanischen Seite Reddit. Andere berichten von kaum bekannten Hinrichtungsfilmen, bei denen die Geräusche das Schlimmste gewesen seien.

Ein Mann schildert, wie es war, sich die Enthauptung von Eugene Armstrong 2004 im Irak anzugucken. „Zehn Jahre ist das her, und ich sehe immer noch vor mir, wie das Blut aus seinem Hals strömt, höre immer noch das dumpfe Stöhnen.“ Sein Fazit: Wer das anklickt, wird seines Lebens nicht mehr froh. Ein paar Freaks klicken dann natürlich erst recht. Aber viele, die solche Videos gucken, ticken so wie die Leute im Mittelalter: Sie wollen eine Show sehen, aber keine Todesqualen. Das haben die IS-Terroristen verstanden.

Schwester Tooba ist keine Kriegerin

Vor zwei Wochen verbreitete sich auf Twitter die Nachricht, dass die IS-Leute ein neues Hinrichtungsvideo ins Netz gestellt haben. Darin werde der Brite Alan Henning geköpft. Auch Schwester Tooba las davon. Sie ist 20, studiert Anglistik in London und zeigt als Profilbild bei Twitter eine Burka. „Alhamdulillah“, twitterte sie, das heißt Gott sei Dank. Außerdem schrieb sie, dass die meisten Muslime heute viel zu weich zu den Ungläubigen seien. Schwester Tooba suchte den Film im Internet. „Ist das neue Material verfügbar?“, fragte sie einen anderen Twitterer. Der antwortete: „Wenn ich es poste, wird mein Profil gesperrt.“ Wo könne sie es denn sonst finden, fragte Schwester Tooba. Auf Youtube war es auch schon gesperrt worden. Sie suchte weiter.

Das ist eigentlich irrsinnig, denn wenn man sich anguckt, was Schwester Tooba sonst schreibt, steht da nichts von Folter und Mord. Sie träumt von Kindern und twittert ein Foto von kulleräugigen Zwillingen. Dazu einen Smiley mit Herzchenaugen. Oder sie schreibt auf der Seite ask.fm. Da können Leute ihr anonym Fragen stellen: ob man als Muslima Piercings haben darf (Ohren und Nase, aber nur unter der Bedingung, dass sie in der Öffentlichkeit verhüllt bleiben) oder wie man über den Tod der Mutter hinwegkommt (Geduld und Gebet).

Schwester Tooba ist keine Kriegerin. Die meisten anderen, die sich solche Videos anschauen, auch nicht. Viele der Millionen Zuschauer verabscheuen die Terroristen und können auf einen „Islamischen Staat“ gut verzichten; das schreiben sie in die Nutzerkommentare unter die Videos. Aber es fasziniert sie, wie die IS-Kämpfer das Köpfen inszenieren. Nicht maximal blutrünstig, sondern als Unterhaltungsshow.

Wie ein Bösewicht aus einem Comic

Der Henker tritt als eine Art Popstar auf. Man nennt ihn „Jihadi John“, nach John Lennon. Ja, genau: Imagine all the people, living life in peace. Seine Terrorzelle heißt „The Beatles“. Das haben sich ehemalige Geiseln ausgedacht, die lebend davongekommen sind, wegen des britischen Akzents ihrer vier Peiniger. John, Paul, Ringo, George. Mehr als die Stimmen kannten die Geiseln nicht, die „Beatles“ waren vermummt. Ringo Starr, der echte, sagte der Zeitung „Daily Mail“, die Spitznamen seien Bullshit. Was die IS-Terroristen täten, verstoße gegen alles, wofür die Beatles stünden. Die Terroristen konnten sich freuen: Ein Weltstar hatte sie zu seinen größten Feinden erklärt. Als wären die Namen nicht schlimm genug, schrieben Journalisten später noch das „Jihadi“ vor „John“. Nun klang es wie der Böse in einem Superheldencomic.

In den Videos steht dieser Mann irgendwo in der Wüste; wahrscheinlich in Syrien, in der Nähe der Stadt Raqqa. Er trägt schwarze Kleidung, und auch sein Kopf ist schwarz verhüllt, nur ein Sehschlitz bleibt frei. In der Hand hält er die Mordwaffe: ein schlichtes Messer. Neben ihm kniet sein Opfer. Immer trägt es ein orangefarbenes Gewand, so wie die Muslime in Guantánamo. Diese Kostümierung nützt dem IS vor allem in den sozialen Netzwerken. Sie hilft dabei, den Terror zu verbreiten.

Hunderte Fans der Terroristen veröffentlichen täglich die immergleichen alten Bilder aus den Gefängnissen Guantánamo und Abu Ghraib. Besonders beliebt sind die Horrorfotos, die zeigen, wie amerikanische Soldaten ihre Gefangenen folterten und demütigten. Nackt an der Wand, angeleint auf dem Boden, blutend, kotverschmiert. Ein Bild kommt besonders oft: das World Press Photo von 2003. Es wurde in einem Lager der Amerikaner in Nadschaf aufgenommen. Ein gefangener Iraker sitzt auf dem Boden, sein Kopf steckt in einem schwarzen Plastiksack. Die Arme hat er tröstend um seinen kleinen Sohn geschlungen. Völlig erschöpft lehnt der Vierjährige an der Brust des Vaters. Wenn wieder ein neues Hinrichtungsvideo aufgetaucht ist, posten die Leute noch mehr solcher Bilder.

Kein Blutvergießen und kein Todeskampf

Die IS-Kämpfer tun so, als seien die Hinrichtungen eine gerechte Strafe. Sie zwingen ihre Geiseln sogar dazu, kurze Texte zu sprechen. Alle müssen sagen, dass Barack Obama oder David Cameron verantwortlich seien für ihren Tod. Die Terroristen sorgen dafür, dass ihre Opfer sie öffentlich von jeder Schuld freisprechen. Und sie bringen noch etwas zusammen, was nicht zusammenpasst: Ihre Mordvideos zeigen den Mord nicht. Sie wissen schon, warum.

Die Enthauptung mit einem Messer ist äußerst qualvoll für das Opfer. Viele Zuschauer wären empört, wenn sie das sehen müssten – so wie das Publikum bei den misslungenen Enthauptungen mit dem Schwert. Deswegen zeigen die IS-Terroristen in ihren Filmen zwar, wie der schwarze Mann das Messer an die Kehle des Opfers setzt. Jeder begreift sofort, wie kalt der Mörder ist. Aber dann wird der Bildschirm schwarz. Kein Blutschwall, kein Ton, kein Todeskampf. Kürzlich postete ein IS-Mann auf Twitter ein schwarzes Bild. „Imagine“, schrieb er.

Ein Kind mit einem abgeschlagenen Kopf

Am Ende der Videos kommt doch noch ein Bild: der Kopf des Ermordeten. Das ist grauenvoll genug. Aber für viele nicht zu grauenvoll. Für alle anderen hat sich einer der Terroristen etwas Besonderes ausgedacht. Vor einigen Wochen twitterte er ein Foto. Der Mann, ein Australier, war zum Islam konvertiert und IS-Kämpfer geworden. Seinen siebenjährigen Sohn hatte er mit nach Syrien genommen. Das Twitterfoto zeigt das Kind: ein süßer, dunkelblonder Junge mit Schirmmütze und bunter Plastikuhr. In den Händen hält er den abgeschlagenen Kopf eines syrischen Soldaten. Der Vater textete dazu: „Das ist mein Junge!“

Zeitungen verbreiteten das Foto, zum Beispiel die „Bild“ und die „Daily Mail“. Den Kopf des Toten überdeckten sie zwar mit einem schwarzen Rechteck. Doch dem Motiv konnten sie nicht widerstehen. Millionen Menschen auf der ganzen Welt sahen, dass die Terroristen wieder jemanden geköpft hatten. Diesmal keinen Ausländer, sondern einen Syrer. Diesmal ohne Video, dafür mit einem Foto. Und doch zeigten die Terroristen, was sie immer zeigen: ihren Willen, Unschuldige zu vernichten. Und sie zeigten es wie immer: so, dass die Welt es sieht. Das Schlimmste stand im Gesicht des kleinen Jungen. Er lächelte fast.

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Time am 20. Oktober 2014

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1) https://www.facebook.com/1455782671361187/photos/p.1458823204390467/1458823204390467/?type=1&theater
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/is-nutzt-soziale-netzwerke-als-medium-des-terrorismus-13216504.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Ein sadistischer, ehrloser Gegner

19. Oktober 2014

Mideast Iraq

Auf „FAZ.NET“ berichtet Marco Seliger heute über den IS-IS (1).

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Kampf gegen IS

Ein listiger, schlauer Gegner

Warum bomben die Amerikaner die IS-Kämpfer nicht einfach weg? Weil das eben nicht so einfach ist. Die Gruppen sind autonom und extrem beweglich. Der Westen antwortet jetzt mit dezentral organisierten Spezialkräften.

Die Soldaten ritten auf Pferden und trugen Kleider wie die Kämpfer der Nordallianz, die sie zu den Stützpunkten der Taliban führten. Zusätzlich zu ihren Waffen hatten sie Gegenstände dabei, die aussahen wie Videokameras auf einem Dreibein. Wenn sie hineinschauten, konnten sie das Ziel noch in vier Kilometer Entfernung klar erkennen. Dann drückten sie einen Knopf, und das Gerät projizierte einen Laserstrahl auf einen Stützpunkt der Taliban. Die zurückgeworfene Strahlung wurde vom Suchkopf einer 40.000 Dollar teuren lasergelenkten Bombe empfangen. Die Bombe war an einem Flugzeug befestigt, das in 10.000 Meter Höhe flog. Der Pilot des Flugzeugs drückte auf den Auslöser. Die Bombe raste entlang dem Laserstrahl aus dem Himmel und explodierte im markierten Ziel. Anschließend blickten die Soldaten wieder in das Gerät und bestätigten vom Boden aus, dass der Stützpunkt zerstört worden war.

Das war im Herbst 2001, die Vereinigten Staaten führten einen Luftkrieg gegen die Taliban in Afghanistan. Entschieden wurde der Krieg aber am Boden, durch amerikanische und britische Spezialaufklärungsteams, unterstützt von Kämpfern der Nordallianz. In kleinen Gruppen von vier bis sechs Soldaten spionierten die Elitesoldaten die Stellungen der Taliban aus und sorgten für ihre Zerstörung. Innerhalb weniger Wochen kollabierte das Regime in Kabul.

Zu klein und unbedeutend für 40.000-Dollar-Bomben

Dreizehn Jahre später führen die Vereinigten Staaten wieder einen Luftkrieg. Doch anders als in Afghanistan finden die Bomber diesmal kaum Ziele. Das liegt daran, dass die Amerikaner bisher keine Spezialaufklärungsteams im Einsatz hatten. Präsident Barack Obama will sich nicht in einen Bodenkrieg hineinziehen lassen. Und es liegt am Gegner. Die Milizen des „Islamischen Staats“ sind im Guerrillakampf geschult und militärtaktisch äußerst flexibel.

Ein Beispiel dafür ist die Schlacht um Kobane. Die Stadt ist auf syrischer Seite weithin von Ödland umgeben. Die Fahrzeugkonvois, in denen die Milizen bisher andere Orte mit auf Pickups montierten Maschinenkanonen angriffen, wären aus der Luft leicht zu erkennen. Also sind die Kämpfer auf Motorräder umgestiegen, mit denen auch die Einheimischen unterwegs sind. Weil sie so weniger Waffen und Munition transportieren können, legten sie in der Umgebung Depots an, jedes für sich klein und unbedeutend, in der Summe aber die Garanten für ungebremsten Nachschub. Weder die Motorräder noch die Waffendepots sind aus großer Höhe eindeutig für die amerikanische Luftwaffe zu identifizieren. „Und selbst wenn“, sagt ein deutscher Spezialkräftesoldat, „dann ist ein einzelnes Motorrad oder ein Waffenversteck mit ein paar Kalaschnikows und Munitionsgurten noch lange kein lohnendes Ziel für eine 40.000-Dollar-Bombe.“

Die Bomberpiloten suchen andere Ziele. Zum Beispiel Kommandozentralen, von denen die Kämpfer an der Front ihre Befehle erhalten. Doch diese Zentralen gibt es bei den Dschihadisten in Syrien und im Irak nicht immer. Sie haben selten einen Stab, so wie ein Bataillon der irakischen oder syrischen Armee, das orientierungslos ist, wenn die Führungsebene bei einem Bombenangriff ausgeschaltet wird. Ihre Kampfverbände in Kobane etwa bestehen aus autonomen Gruppen ohne gemeinsame Kommandobasis, die nur ihr Ziel verbindet, den Gegner zu besiegen. Die Dschihadisten haben über flache Hierarchien und lassen ihre Führer am Ort des Geschehens entscheiden, wie, wann und wo sie angreifen. Somit bedienen sie sich erfolgreich der Auftragstaktik, die einmal das Markenzeichen deutscher Streitkräfte war. Weil die Amerikaner und ihre Verbündeten Aufklärungsflugzeuge einsetzen, die Telekommunikationssignale orten können, stimmen die IS-Führer ihre Angriffe inzwischen meist nur noch durch Boten oder über lokale Funksysteme ab.

Taktik des Partisanenkampfs

Für einen Gegner, der in befestigten Stützpunkten sitzt, so wie es die irakischen und syrischen Soldaten oft tun, oder für Aufklärungsflugzeuge sind die IS-Zellen schwer auszumachen. Die Zahl der Kämpfer kann je nach Angriffsziel zwischen fünf und hundert variieren. Wie ein Schwarm fallen die Gruppen plötzlich von allen Seiten gleichzeitig über Kasernen und Kontrollposten her, mitunter unterstützt von erbeuteten Panzern, Artilleriegeschützen und Aufklärungsdrohnen, bewaffnet mit Kalaschnikows, Scharfschützengewehren, schweren Maschinengewehren, Granatwerfern und panzerbrechenden Waffen. Ihr Vorgehen ist gnadenlos. Im Internet gibt es Hunderte Filme, die zeigen, wie Soldaten, Polizisten oder kurdische Sicherheitskräfte niedergemetzelt werden, wenn sie den Dschihadisten nach der Einnahme eines Stützpunktes lebend in die Hände fallen. Der bloße Kopfschuss ist dabei noch die harmlosere Form der Exekution. Ein Video von der Einnahme der Luftwaffenbasis Tabqa nahe der syrischen Stadt Raqqa im August zeigt zudem, dass nach den Al-Nusra-Rebellen, die diese Systeme schon im Frühjahr erbeutet hatten, nun auch den IS-Kämpfern deutsche Panzerabwehrwaffen vom Typ „Milan“ in die Hände gefallen sind. Die Bundesregierung hatte vor Jahren den Verkauf von 50 Systemen an das syrische Regime in Damaskus genehmigt. Vor kurzem erhielten nun auch kurdische Peschmerga aus Deutschland „Milan“-Waffen für ihren Kampf gegen IS im Irak.

Die Methode des „Swarming“ ist nicht neu. Die Partisanen wendeten sie gegen Napoleons Armee und die deutsche Wehrmacht in Russland an, die Vietcong bekämpften auf diese Weise die Amerikaner in Vietnam und die Hisbullah vor acht Jahren die israelischen Streitkräfte im Libanon. „Swarming“, sagt der amerikanische Militäranalyst John Arquilla, „ist die beliebteste Kampfmethode von Aufständischen und Terroristen.“ Der Revolutionär schwimme im Volk wie ein Fisch im Wasser, hatte der chinesische Militärstratege Mao Tsetung seinen Kämpfern eingeimpft. Die IS-Dschihadisten tauchen in der Bevölkerung unter, weichen dem Gegner aus und greifen an anderer Stelle an. Sie konzentrieren sich auf größere Städte, in die sie sich zurückziehen können, verstecken dort ihre Fahrzeuge und Panzer in Wohnvierteln. Die Bevölkerung gibt ihnen Schutz vor den amerikanischen Flugzeugen, die Bomberpiloten sind angewiesen, einen Angriff im Zweifel abzubrechen, bevor sie ein bewohntes Haus treffen. Der amerikanische Präsident Barack Obama will zivile Opfer um jeden Preis vermeiden, da, wie John Arquilla sagt, jedes sunnitische Bombenopfer der Amerikaner ein Propagandasieg für den IS ist. Es gebe, so der amerikanische Militärexperte, nur eine einzige Chance, die Terroristen zu besiegen: Man müsse sie mit ihren eigenen Waffen schlagen.

Blutige Lektion

Doch das erfordert eine gut organisierte Gegenwehr. Mit 30.000 Kämpfern kontrolliert der IS ein Gebiet, das von der Provinz Raqqa im Westen Syriens bis nach Anbar im Osten des Iraks reicht. Die Stärke der Terrormiliz besteht in ihrer Beweglichkeit, Geschwindigkeit und darin, den Gegner zu überraschen. Doch je größer ihre Geländegewinne sind, desto häufiger bietet sie selbst ein statisches Ziel, da sie die Gebiete nun verteidigen muss. Seit einiger Zeit nimmt der Widerstand gegen die Dschihadisten zu. Doch sie erweisen sich als hartnäckiger und verschlagener Gegner, der einen militärisch anspruchsvollen Zweifrontenkrieg erfolgreich führen kann. Das zeigte sich Mitte September in der Nähe der irakischen Stadt Falludscha.

Während Tausende IS-Kämpfer in Kobane angriffen, war ein Elitebataillon der irakischen Armee auf die 60 Kilometer von Bagdad entfernte Stadt vorgerückt. Die von amerikanischen Beratern unterstützten Militärs hatten angenommen, der IS habe nur geringe Kräfte in Falludscha zurückgelassen. Das erwies sich als tödlicher Irrtum. Eine mit dem IS verbündete sunnitische Stammesmiliz griff das Bataillon an, während es zugleich von IS-Truppen vom Nachschub abgeschnitten und eingekreist wurde. Während die Welt in Kobane ein Massaker befürchtet, hat es am Rande von Falludscha gerade stattgefunden. Nachdem den 600 Soldaten die Munition ausgegangen war, wurden sie von der Terrormiliz niedergemetzelt. Amerikanische Medien berichten, dass die Dschihadisten dabei auch giftiges Chlorgas eingesetzt haben sollen. Mit der Vernichtung des Bataillons hatte der IS seinen Gegnern eine blutige Lektion erteilt und potentiellen Widerstand sunnitischer Stämme in Anbar erstickt.

IS lernt aus Fehlern

Militärischer Kopf des Erfolges in der strategisch wichtigen und größten irakischen Provinz ist ein ehemaliger Soldat der georgischen Armee, der vor sechs Jahren gegen die russischen Truppen in Südossetien gekämpft haben soll. Wie viele Feldkommandeure des „Islamischen Staats“ ist der erst 28 Jahre alte Abu Umar al-Shishani tschetschenischer Herkunft. Amerikanische Medien berichten, er sei der Planer mehrerer erfolgreicher Großangriffe auf irakische und syrische Armeestützpunkte gewesen. In den IS-Milizen kämpfen Extremisten aus der ganzen Welt neben Bauernsöhnen aus irakischen und syrischen Provinzen. Ihre Führer sind ehemalige Offiziere der irakischen und syrischen Armee oder islamistische Söldner, die auf dem Balkan, in Tschetschenien, in Afghanistan und im Irak gekämpft haben. „Darunter gibt es militärisch hervorragend geschulte Leute“, sagt der Militäranalyst John Arquilla. Die wüssten, wie sie einem technisch überlegenen Gegner entgegentreten müssen.

Und sie sind in der Lage, schnell aus Fehlern zu lernen. Bei der Schlacht um den Mossul-Staudamm im August hatten die IS-Milizen von der irakischen Armee erbeutete Panzer und Geländewagen eingesetzt. Die Fahrzeuge waren für die Bomberpiloten der amerikanisch geführten Koalition aus der Luft gut auszumachen, die Dschihadisten erlitten empfindliche Verluste und mussten den Staudamm aufgeben. Beim Kampf um die kurdische Stadt Jalula Anfang Oktober nutzten sie dann wieder ihre bewährte Taktik der List und Tücke. Sie täuschten auf der einen Seite einen Angriff vor und lockten die zahlenmäßig überlegenen Verteidiger aus der Stadt, um sie von der anderen Seite zu attackieren und einzunehmen. Dabei nutzten sie die Panik und die Verwirrung unter den kurdischen Peschmerga, die durch den synchronisierten Einsatz von 14 Selbstmordattentätern gegen Stützpunkte der Verteidiger entstanden war, um den Gegner niederzumachen. Wie in allen von den Dschihadisten eroberten Orten wurden auch hier keine männlichen Gefangenen gemacht.

Krieg könnte Jahre dauern

In modernen Armeen gibt es nur wenige Truppen, die für den Einsatz gegen Guerrillamilizen geeignet sind. Das mussten die Amerikaner während der Besatzung des Iraks nach 2003 erfahren, als ihre konventionellen Einheiten in Hinterhalten und Sprengfallen immer wieder blutige Verluste erlitten. Präsident Obama hat ausgeschlossen, einen solchen Krieg noch einmal zu führen. Die militärische Antwort des Westens auf die Terrorkommandos des IS sind Spezialkräfte wie die Navy Seals in den Vereinigten Staaten, der Special Air Service in Großbritannien oder das Kommando Spezialkräfte und die Fernspäher in Deutschland. Sie arbeiten in kleinen, autonomen, aber kampfstarken Gruppen und können eingesetzt werden, um Kampfflugzeugen am Boden ein Ziel zuzuweisen oder Informationen zu gewinnen.

Die amerikanische Luftwaffe vermeldete zuletzt wachsende Erfolge gegen den IS im Irak und in Syrien. Militärexperten führen das darauf zurück, dass inzwischen Spezialaufklärungsteams im Einsatz sind. Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte vor kurzem, es werde „ein bisschen Zeit“ brauchen, bis der „Islamische Staat“ wirksam bekämpft werden könne. Präsident Obama sprach vorsichtshalber schon mal von Jahren, die der Krieg dauern könnte. In Afghanistan sind es inzwischen dreizehn.

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Time am 19. Oktober 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/is-der-westen-kaempft-gegen-einen-listigen-gegner-13216565.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Zwischen Auflösung und Liquidation

18. Oktober 2014

Hafiz Malik del Pozo

Die „Islamische Zeitung“ brachte gestern eine Ansprache des mutmaßlichen Imams Hafiz Malik del Pozo, in der dieser vermeintlich über die Ursachen des IS-IS-Rterrors reflektiert (1).

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Eine Khutba (2) von Hafiz Malik del Pozo über die Khawaridsch, die historischen Vorläufer der IS-Bewegung

Die Abweichungen vom Din (3)

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich entweder auf einem richtigen oder einem falschen Weg befindet. Für den Muslim ist es notwendig, dass er herausfindet, was die Wahrheit und das Richtige ist. Und wenn er sie findet, muss er ihnen entsprechen. So, wie der Gesandte Allahs zu Harisa sagte: „Oh Harisa, da du nun Bescheid weißt, erfülle.“

Wir können nicht die Wahrheit und das Richtige erkennen, wenn wir sie nicht in den Gründen suchen – das heißt, (bitte einfügen „in“, T.) ihren Quellen suchen. Und wie finden wir das Richtige? Man könnte die Sache als zwei Schneiden eines Schwertes beschreiben (Schwerter, Metzeln und Blut, andere Bilder liegen den Orks fern. T.). Beide Seiten sind Extreme und die Wahrheit liegt in der Mitte. Eines dieser Extreme ist die Gruppe, die vom Siratu’l-Mustaqim abgewichen ist, weil sie die Anordnungen Allahs und seines Gesandten ihrem Verstand anpassen – das heißt, (bitte Komma streichen, T.) unterstellen – wollen.

Allah der Erhabene sagt: „Es ziemt sich nicht für die gläubigen Männer und gläubigen Frauen, dass, wenn Allah und sein Gesandter eine Sache anordnen, sie dann ihrer eigenen Meinung in der Sache folgen. Und wer Allah und seinem Gesandten ungehorsam ist, der ist ganz klar in der Irre.“

Die ersten, die in diese Art der Abweichung abirrten, sind die Khawaridsch. Sie tauchten in der Zeit Ali ibn Abi Talib (bitte streichen„Talib“, bitte schreiben „Talibs“. T.) auf, im Zusammenhang mit der Ernennung von Befehlshabern. Sie erklärten Imam Ali und einige der anderen Sahaba zu „Kuffar“ [arab. jene, welche die Wahrheit bedecken]. Sie sagten zu ihnen: „Warum ernennt ihr Leute als Verantwortliche über Menschen, wo doch das Urteil darüber Allah gehört?“ Und sie beriefen sich auf den Qur’anvers: „Das Urteil ist bei Allahs“ (bitte Punkt einfügen. T.) Wenn wir die Aussage in dem Vers betrachten, dann sehen wir, dass sie korrekt ist. Doch sie legen sie so aus, dass sie ihren Gedanken entspricht, und nicht dem, was im Buch Allahs damit gemeint ist (aha, aber wer legt fest, wer „Entsprecher“ und wer „Meiner“ ist? T.). Und deswegen sagte Imam Ali: „Sie wollen das Falsche durch das wahre Wort.“

Warum dieser Rückblick in jene Zeit? Damit keiner sich über das, was in unserer Zeit um uns herum geschieht, wundert. Denn die Geschichte wiederholt sich. Wenn wir über die Abweichung und das Entgleiten vom Siratu’l-Mustaqim sprechen, glauben die Menschen, dass allein Unwissenheit und der Mangel an Quellentexten dazu führen. Doch wenn wir die Geschichte betrachten, sehen wir dass das Gegenteil der Fall ist (je mehr Grundlagentextkenntnis, desto mehr Abweichung! Das ist eine exklusiv mohammedanistische und wahnsinnige Position. T.). Diese Leute waren bekannt als solche, die das Buch Allahs am meisten rezitierten und am meisten damit vertraut waren, und sie wurden von den Sahaba als die „Rezitatoren“ bezeichnet. Und sie waren auch solche, die im Vergleich mit anderen sehr viel Ibada [Handlungen des Gottesdienstes] verrichteten.

In einer milderen Form erschienen sie bereits in der Zeit des Gesandten Allahs, als Ali mit Beute aus dem Jemen kam und diese vom Gesandten Allahs, gemäß dem, was Allah ihm als gut für den Din gezeigt hatte, verteilt wurde. Einer von diesen Leuten erhob sich und sagte: „Habe Furcht vor Allah, Oh Gesandter Allahs!“ Und das hört man heute oft. Jemand kommt daher und sagt, dass man Allah nicht fürchte und zitiert Verse, die mit der Sache nichts zu tun haben. Jener Mann sagte: „Sei gerecht, Oh Muhammed. Schäm dich. Wenn du nicht gerecht bist, dann ist das befremdlich und enttäuschend. Das ist eine Aufteilung, mit der Allah nicht zufrieden ist.“

Kann man zum Gesandten Allahs so etwas sagen, der der gerechteste und der barmherzigste aller Menschen war (den Chef AllaHundseingesandter darf niemand kritisieren, niemand darf zweifeln – sonst: Kopf ab! T.)? Dieser Mann ging dann davon und Umar ibnu’l-Khattab – oder gemäß einer anderen Überlieferung Khalid ibnu’l-Walid – sagte: „Oh Gesandte Allahs, lass mich ihn mit dem Schwert niederstrecken.“ Doch der Gesandte Allahs erklärte: „Er gehört zu einer Gruppe, die wenn ihr eure Gebete mit ihren vergleicht, dünkt ihr eure gering, und ebenso euer Fasten. Sie rezitieren den Quran, doch er passiert nicht ihren Hals, und sie haben keinen Nutzen von ihm. Sie verlassen den Din, so wie ein Pfeil das Wild durchdringt.“ Diese Extremisten (es gibt für del Pozo „Extremisten“ jenseits des Mörders, Räubers, Sklavenjägers, Vergewaltigers und Tierquälers Klo H. Metzel. T.) erklärten einige der Sahaba (4) als Kafirun, indem sie Verse des Quran zitierten, die sie aber ihrem Gutdünken entsprechend auslegten.

Das andere Extrem übertreibt in ihrer Wertschätzung einiger Sahaba, und erheben sie auf den Rang von Propheten und die Stufe der Unfehlbarkeit im Din. Und auch diese Position wird mit Versen aus dem Quran erklärt, die, was ihren Sinn betrifft, mit der Sache nichts zu tun haben. Und so, wie sie in ihrer Liebe zu einigen Sahaba übertreiben, so erklären sie manche andere unter ihnen als Kafirun.

Die Mitte jedoch liegt darin, dass wir den Din so verstehen, wie ihn die Sahaba verstanden haben. Nämlich so, wie er ursprünglich zu seinem Beginn war (als Klo H. Metzel massenhaft Köpfe abschneiden ließ, wie selbst die weichgespülte Biografie von Rotter nicht verschweigen kann. T.), bevor sich Abweichungen bildeten. So handelnd gelangen wir zur Weite und Einfachheit dieses Din. Der Din ist in seiner Ursprünglichkeit weit und leicht umzusetzen. Doch im Laufe der Zeit wurde er durch Erfindungen von Menschen verengt.

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Das sind nun viele Worte und auch eine Menge Zitate, die allesamt ohne Quellenangabe daherkommen. Ich persönlich habe den Kloran und die Hadithe von Buhari in den Ausgaben des Reclam-Verlages sowie die (verharmlosend-verfälschte) Sira-Ausgabe des Orks Gernot Rotter gründlich studiert, aber ich kann mich an die gebrachten Passagen nicht erinnern. Sie können durchaus selbst erfunden sein.

Überdies erhellen sie den behandelten Gegenstand nicht wirklich.

Zwei Konflikte werden genannt. Einmal ist eine Gruppe von Spießgesellen Alis mit der Ernennung der Kommandeure unzufrieden, die andere Begebenheit schildert die Unzufriedenheit einiger Anhänger Klos aufgrund einer zu geringen Beteiligung an der Kriegsbeute bzw. (mutmaßlich) aufgrund der übermäßigen Gier Klo H. Metzels.

Das Problem der Mehrheit bestand darin, dass die aufmüpfige Minderheit buchstabengetreu mit den Grundlagentexten argumentierte, ebenso wie dies die IS-IS-Sadisten heutzutage tun. Der Text von Hafiz Malik del Pozo folgt nun exakt dem historischen Vorbild, indem er der textbasierten Argumentation der Minderheit keine ebenfalls textbasierte Argumentation entgegenstellt, sondern lediglich seinen Willen bzw. eine pure Machtentscheidung.

Ali findet nur folgende Worte: „Sie wollen das Falsche durch das wahre Wort.“ Und Klo H. Metzel äußert das folgende, völlig abstruse Bild: „Sie verlassen den Din, so wie ein Pfeil das Wild durchdringt.“ Die Abweichler werden als tödlicher Pfeil geschildert, der durch den Körper des erlegten Wildes (soll das die Umma sein?) hinausdringt (soviel nebenbei bemerkt zum literarischen Wert der orkischen Grundlagentexte).

Ich kann mir nicht denken, dass del Pozo der Ansicht ist, dass die Abweichler (der Pfeil) das Ende des Mohammedanismus (das Wild) bewirken werden (er bringt das Bild nur als Illustration des „Verlassens“), aber vermutlich hätte er, wenn er diese Ansicht vertreten würde, eben damit vollkommen recht. Denn die barbarischen Gräueltaten des IS-IS zeigen der nichtorkischen Welt überdeutlich den wahren Charakter des Mohammedanismus. Solcherart tragen sie zur globalen Mobilisierung des Counterjihad bei. Die IS-IS-Schlächter sind es, die AllaHundseingesandter nachfolgen, sie sind es, die die mohammedanistischen Grundlagentexte kennen und befolgen, und sie sind es, die schlüssig und konsequent argumentieren.

Der Rest der Orks kann ihnen nur sinnlose und unbelegte Behauptungen entgegenstellen. Er wird sich auflösen zwischen den IS-IS-Orks und dem Counterjihad, und IS-IS wird physisch liquidiert werden.

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Time am 18. Oktober 2014

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1) http://www.islamische-zeitung.de/?id=18436
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Chutba
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Dīn
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Sahāba

Was fehlt hier wohl?

18. Oktober 2014

Was fehlt?

Ist doch klar: Leos Adresse!

Der will nicht!

Andere sollen wollen!

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Time am 18. Oktober 2014

Mal wieder dumm gelaufen

17. Oktober 2014

Jihadtrottel

Im Hadith 34/15 (Recl. S. 404) schrieb Buhari: „Abu Huraia (R a) berichtet: Der Prophet (S) sagte: ,Der böse Blick ist Realität!’ Und er verbot das TÄTOWIEREN.”

Jetzt bleibt Dir nur noch das Ende als Ich-Bombe (1), Du kleines Ork-A*schl*ch!

Oder Du lässt Dir halt den Arm amputieren…

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Time am 17. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-ich-bomben-markt-2/


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