Sira 4: Götzen und Seher

Klos Vater, den sein Vater aus Dank dem Gott HUBAL (-> Hub-al-lah? Hu-Baal?) schlachten wollte, wurde nur gerettet, weil eine Wahrsagerin die Idee hatte, sein Leben in Kamelen aufzuwiegen (s. Sira 3). Eigentlich sollte Klo doch dem Wahrsagerstand dankbar sein, indessen sagte er (in Buhari, Recl. XXXIV/17, S. 404.): “Die Sprüche der Wahrsager sind nichts wert!” (Die Leute, T.) entgegneten: “O Gesandter Gottes, aber manchmal sagen die Wahrsager doch etwas, was sich bewahrheitet!” Er sagte: “Diese wahren Dinge wurden von einem unsichtbaren Wesen erlauscht und weitererzählt. Und die Wahrsager vermischen dann diese Wahrheit mit hundert Lügen.” In 18, S.405 heißt es: “Der Götzendienst und die Magie gehören zu den schweren (todeswürdigen, T.) Vergehen… Hütet euch vor den schweren Vergehen: dem Götzendienst und der Magie!”

Komisch, komisch, bitte erklären Sie mir dann mal folgende Begebenheit (Buhari III/19, S.58): “‘Ich sagte: O Gesandter Gottes, ich höre von dir soviele Hadithe, aber oft vergesse ich sie wieder!’ Er sagte: ‘Breite deinen Mantel aus!’ Ich kam dieser Aufforderung nach. Darauf bewegte der Prophet seine Hände, als schöpfe er etwas in den Mantel hinein. Dann sagte er: ‘Jetzt zieh ihn wieder an!’ Ich tat, was er gesagt hatte! Und seither habe ich nichts mehr vergessen!’” Ist das nicht Magie? Neinneinnein, das ist etwas GANZ anderes. Und Klos ganze REGENzauberei? Von der zB. bei Buhari, XI/11, S.161 und im Kapitel “das Gebet um Regen” XXII/1-6, S.164-167 berichtet wird? Ein Beduine bittet Klo dort zB. um einen Regenzauber, der steigt auf seine Kanzel, und dann regnet es ohne Unterlaß eine Woche lang. “Am nächsten Freitag wandte sich wieder dieser Beduine an (Klo, T.) und sagte: ‘O Gesandter (Allas, T.), der Regen zerstört unsere Häuser, das Vieh ERTRINKT! Ruf doch Gott für uns an!’ Klo hob seine Hand und sagte: ‘O (Alla, T.) es soll nur noch im UMLAND regnen, nicht mehr hier bei uns (in Medina, T.).’” Auch keine Magie? Kein Zauber?

Gibt es einen magischen “bösen Blick”? Nach Meinung der Orks gibt es ihn, wie viele Hadithe bezeugen (zB. Buhari XXXIV/14-16), S.403f.), dort wird die Rezitation heilsamer Verse, also Zaubersprüche, also Anti-Magie (welche aber nicht genannt werden) empfohlen.

Eine andere Frage: HUBAL, ist der nun ein falscher Gott, eine Stele, ein Nichts? Die Bibel erzählt von König Ahab, der unter dem Einfluß seiner Frau zu Baal konvertierte und den Juden damit drei Jahre Dürre brachte (1. Kön/16,29ff.). Nach drei Jahren hatte Gott jedoch genug vom Strafen, und er schickte seinen einzigen verbliebenen Propheten, Elia, damit der König und Volk wieder auf den rechten Weg brächte. Elia schlug den 450 Priestern Baals ein “Wettzaubern” vor: Jeder der beiden Götter solle seine Stärke dadurch zeigen, dass er seinen Opferaltar selbst entzünde. Die Baalspriester “riefen laut und ritzten sich mit Messern und Spießen nach ihrer Weise, bis ihr Blut herabfloß. Als aber der Mittag vergangen war, waren sie in Verzückung bis um die Zeit, zu der man das Speiseopfer darbringt; da war keine Stimme noch Antort noch einer, der aufmerkte (18,28f.).” Als Elia an der Reihe war, forderte er dreimal dazu auf, 4 Eimer Wasser über den Altar zu gießen, es war soviel Wasser, dass es sich in einem Graben um den Altar sammelte. Dann sprach er: “‘… Erhöre mich Herr, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, dass du Herr, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst.’ Da fiel das Feuer des Herrn herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben.’”

Elia enthüllt den Götzen somit als VÖLLIG inhaltsleer, VÖLLIG macht- und bedeutungslos. Er befreit die Juden somit von einem Kult, der von dessen Priesterschar nach Belieben zur Beherrschung der Menschen benutzt werden kann. Elia führt zurück auf den gütigen, verbindlichen Gott und auf die Sittlichkeit seiner zehn Gebote, er orientiert sein Volk wieder am GUTEN.

Anders als Baal ist HUBAL jedoch existent immerhin insofern, als dass er Einfluß auf die Träume der Magier nehmen konnte, die ihrerseits dies den Menschen mitteilen konnten, was, wie die Sira behauptet, dazu führte, dass trotz aller Widrigkeiten Monster Klo das Licht der Welt erblicken konnte. Die Magierin sagte, welchen PREIS Hubal forderte (“meßt ihn in Kamelen auf!”), dieser Preis war REAL, die Magierin hatte der Sira zufolge einen direkten KONTAKT zu HUBAL, der auf die geworfenen Zeichen reagierte, und einverstanden war mit der Verschonung von Abdallah, dem Vater Klos, unter der BEDINGUNG, dass ihm 130 Kamele geopfert werden (der vereinbarte PREIS gezahlt wird). Das bedeutet: Es gab damals mindestens einen Gott neben Alla, es sei denn, Alla IST Hubal.

Die Geburt von Klo wird von allerlei Traumgesichten begleitet (Kap.4), es berichtet dann Klos Amme (Kap.5), dass ihre Brüste wie auch die des Milchviehs durch die Nähe zu Klo auf einmal prall gefüllt waren, auch lief ihre alte Eselstute auf einmal wie ein Rennkamel uswusf. Dann gibt es eine seltsame Stelle: Die Amme bittet Mutter Amina um einen Bericht über die Schwangerschaft, und Amina sagt, “dass sie noch nie eine leichtere Schwangerschaft als die mit ihm gesehen hatte…” Uups, dann war sie also keine Jungfrau mehr, als sie von Klos Vater geehelicht wurde? Kann man dann trotzdem die vornehmste aller Araberinnen sein? Und was ist eigentlich mit Klos Geschwistern, von denen habe ich eigentlich noch nie was gehört? Oder meint Amina die Schwangerschaften anderer Frauen? Die dauern 9 Monate, kann man da SEHEN, dass die einer Frau anstrengender sei als die jener?

In Kap. 7 wird wieder einer der verhaßten Seher als Zeuge für die Sendung Klos ins Feld geführt (“Großes wird mit ihm geschehen”), in 8 ist es ein christlicher Mönch, 11 behauptet gar, Jesus habe Klos Erscheinen prophezeit. In 12 erhält er seine erste Offenbarung und dann geht es weiter wie bei jeder Sektengründung – und wie dies von Iannaccone und Krueger herausgestellt worden ist: Der Sektengründer rekrutiert zunächst im engsten Familienkreis (Frau Khadidja/14, Pflegesohn/Cousin Ali, freigelassener Sklave Zaid/16). Schon in 17 geht Klo auf totalen Konfrontationskurs: “Als der Prophet, wie Gott es ihm befohlen hatte, den Islam öffentlich zu verkünden begann, wandten sich seine Stammesgenossen zunächst nicht von ihm ab. Sie wiesen ihn erst zurück, als er ihre eigenen Götter schmähte.” Es folgen dann viele Kapitel, denen man die Mühe von Klos Stammesgenossen entnehmen kann, irgendwie den Frieden zu wahren. Indes, Klo blieb stur, wurde seine Prophetenschaft doch auch angeblich durch die jüdischen Rabbis von Medina bestätigt. Christen und Juden konvertierten, und eines Nachts reiste Klo im Traum nach Jerusalem und nahm es derart für den Orkismus in Besitz (27, es ist übrigens ausdrücklich von einer Traum-, einer virtuellen Reise die Rede, was die Reden von einem angeblichen dort vorhandenen Hufabdruck von Klos Pferd als quellenfremde Volksanekdote klarstellt). Weitere Kapitel schildern, wie Klo ein Netzwerk von Verbündeten – insbesondere in Medina – aufbaut, bis es dann endlich soweit ist, Allah sendet “Die Offenbarung des Befehles zum Kampf” (35) und Klo setzt sich nach Medina ab (36).

Time am 25. September 2008

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PS.: Über Iannaccone und Krueger unter
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-ich-bomben-markt-2/

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