Archiv für Juni 2009

Reden verboten

26. Juni 2009

Die FAZ vom 24. Juni hatte über Präsident Obamas Stellungnahme zum Thema „Iran“ berichtet:

„Der amerikanische Präsident Obama wandte sich… gegen Versuche Irans, die Vereinigten Staaten für die Krawalle verantwortlich zu machen. Anschuldigungen, das Ausland habe die Demonstranten aufgestachelt, ‘sind ein offenkundiger Versuch, die Leute von dem abzulenken, was wirklich innerhalb der iranischen Grenzen geschieht’, sagte Obama. Er verurteilte die ‘ungerechten Handlungen’ der iranischen Staatsgewalt gegen Demonstranten und sprach von ‘unschuldigen Toten’. Keine Politik der ‘eisernen Faust’ könne im Jahr 2009 ein Volk daran hindern, seinen Willen auszudrücken, sagte Obama. ‘Die Vereinigten Staaten und die internationalle Gemeinschaft sind erschüttert und empört über die Drohungen, Misshandlungen und Gefangennahmen der vergangenen Tage’, fügte er an… ‘Das iranische Volk hat ein universelles Recht auf Versammlungs- und Redefreiheit.’“ Das waren deutliche Worte, wie ich meine.

Die heutige FAZ berichtet, dass Mammut Gardinenstange mit den Einschätzungen Mr. Obamas offenbar ein Problem hat. Er bestreitet seltsamer Weise nicht ihren Inhalt, er sagt nicht, dass zB. alles erlogen sei. Die FAZ: Ahmadineschad forderte von Obama, seine bisherigen EINMISCHUNGEN solle er öffentlich bedauern. Obama habe sich in einem TON, der jenem seines Vorgängers Bush ähnlich gewesen sei, zur Wahl in Iran GEÄUSSERT… das könne alle Hoffnungen BEENDEN, einen Dialog zu BEGINNEN.“ Vermutlich ist es aber doch eher so, dass alle Hoffnungen beginnen, wenn der Dialog mit diesen Faschisten endgültig beendet wird – bzw. die falsche Hoffnung auf einen Dialog. „Wahlfälschung: Das ist allein unsere Sache! Demonstranten erschießen: Wir dürfen das! Oppositionelle einsperren, foltern und töten: Klar doch!“, dies ist die Position des iranischen Regimes. Aber wer diese Fakten ausspricht oder kritisiert, vergreift sich nach seiner Meinung im Ton und mischt sich in einer Weise ein, die öffentliche und weltweite Reue erfordert… Ich denke, es wäre leichter mit einem Betonsack einen Dialog zu führen, als mit A. & Co.

Regimenahe Medien“ versteigen sich sogar, so die FAZ, zu der Behauptung, der Mord an der Studentin Neda sein ein westliches Komplott, und eine Zeitung „sieht in dem BBC-Korrespondenten John Leyne den Auftraggeber des Mords. Er habe ihren Tod zum Thema eines Dokumentarfilmes machen wollen.“ Immerhin wird hier deutlich, dass ein Mord an einem jungen Menschen auch für die Orks etwas zumindest nicht so ganz Korrektes ist. Jedenfalls ist Reden generell bei denen offenbar nicht nur sinnlos, sondern ja auch verboten und gefährlich.

FAZ.net berichtete gestern (1): „‘Die Telefonleitung wurde gekappt, wir haben kein Internet mehr’, twittert persiankiwi am Mittwochnachmittag. Und ein paar Minuten später: ‘Es gibt Gerüchte, dass sie Telefonanschlüsse ausfindig machen, über die besonders viele Daten laufen, um Internetnutzer zu finden – wir müssen jetzt weg von hier.’ Andere Twitterer berichten, dass die Regierung gefälschte E-Mails von den Adressen festgenommener Journalisten und Aktivisten versende. Auch wird vor Twitterern gewarnt, die im Minutentakt die Adressen von Internetseiten nennen, die angeblich über Hilfsorganisationen informieren. Tatsächlich werde über diese Seiten aber versucht, diejenigen, die darauf klicken, zu orten und festzunehmen.“

Es ist zwar Kennzeichen jeder Diktatur, dass sie die freie Rede unterdrückt und keine unterschiedlichen Meinungen zuläßt, es ist aber auch in hohem Maße eine unabänderliche Eigenschaft des Mohammedanismus, dass er neben sich keine Vielfalt zulassen kann und gewaltsam Homogenität herstellen will. Bekanntlich ließ Klohamett Kritiker und Spötter meucheln: Reden verboten! Bei Jesus hingegen war Reden erlaubt. Er redete im Jungenalter mit den Gelehrten im Tempel, und er ließ die kritischen Fragen seiner Jünger zu, auch noch nach seiner Auferstehung. Kein Wunder, dass das Christentum insgesamt quasi dialogisch ist (Dialog zwischen Mensch und Gott, zwischen Menschen über Gott) im Gegensatz zum greinenden und bösartigen Monolog, den King Mo seiner Bande so hielt, dass sie es oft einfach nicht mehr ertragen konnten (Buhari XXVI/6, Recl. S. 280: „Diese Warnung wiederholte er immer und immer wieder, dass wir schon sagten: ‘Wenn er doch still sein würde!’“ Zudem sagte Klo übrigens alles immer dreimal, wie man aus Buhari XXXVI/34, Recl. S.443 und III/12, S.54 erfahren kann).

Wenige Tage vor dem Tod drei unser Soldaten in Afghanistan waren im Jemen neun Menschen von Mohammedanisten ermordet worden, unter ihnen sieben Deutsche (2). Hier erlangte in der Öffentlichkeit die Frage Bedeutung, ob einige von ihnen – wie furchtbar – etwa CHRISTLICH MISSIONIERT hätten. Missionieren, wie stellt man sich das heute vor? Bibel und Schwert? DIE Zeiten sind leider vorbei! Mission ist nur mehr tätige Hilfe und REDEN. Jedoch ist Reden dort nicht weniger gefahrvoll als der Dienst mit der Waffe. Wer zB. über Jesus allein REDET, macht sich in den Orkländern eines todeswürdigen Verbrechens schuldig. Einen Missionsauftrag hatten die zwei Bibelschülerinnen übrigens nicht (3): „Die Bibelschule Brake im nordrhein-westfälischen Lemgo wies Vorwürfe zurück, die beiden getöteten Bibelschülerinnen hätten missioniert. ‘Richtig ist vielmehr, dass sie als Praktikantinnen der niederländischen Hilfsorganisation Worldwide Services in einem ausschließlich humanitären Dienst in einem staatlichen Krankenhaus eingesetzt wurden’, betonte die der Deutschen Evangelischen Allianz nahestehende Schule.“

FAZ-Ali2 Rainer Hermann versichert sich der Schützenhilfe von Kollege Reinhard Bingener (4) um auszuführen, dass aber DOCH Mission vorgelegen habe. Die beiden schreiben heute:

„Deutsche Entwicklungshelfer im Jemen fürchten, in VERDACHT zu geraten, dass auch sie MISSIONARISCH tätig sein könnten. Denn zunehmend ERHÄRTET sich die Vermutung („VERDACHT“ wäre doch ein bißchen zu offensichtlich gewesen, war aber gemeint. T.), dass die drei ermordeten und die sechs anderen ENTFÜHRTEN Geiseln, die in einem Krankenhaus von Saada gearbeitet haben, AUCH missioniert haben. Seit dreißig Jahren entsendet die in den Niederlanden registrierte Hilfsorganisation Worldwide Services junge Entwicklungshelfer an das Krankenhaus, nachdem die meisten zuvor an einer BIBELSCHULE gewesen waren. OHNE KENNTNIS des KOMPLIZIERTEN Landes kämen sie an und nähmen NAIV ihre Arbeit auf, heißt es im Land.

Kenner der Region Saada loben jedoch die soziale Arbeit der Entsandten von Worldwide Services ausdrücklich. Diese seien immer wieder vor den Gefahren in der Region gewarnt worden, die zu einem Rückzugsgebiet für Al Qaida wurde und wo ein Bürgerkrieg zwischen den Houthi-Rebellen und der Zentralregierung stattfindet. Offenbar sind die als ENTWICKLUNGSHELFER arbeitenden MISSIONARE (Diese Missionare TARNEN sich also als Entwicklungshelfer! T.) Opfer der komplexen VERHÄLTNISSE geworden: Die Drogenmafia, die Spaltung der Houthis, die Präsenz radikaler salafitischer Prediger und die traditionellen Stammesstrukturen komplizieren die Lage ZUSÄTZLICH.

In der Vergangenheit seien die in Saada tätigen Deutschen wegen der sich abzeichnenden Gefahr wiederholt zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden, AUCH von den Jemeniten selbst (von wem noch? T.), zuletzt VOR EINIGEN Wochen, sagen Leute, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind. Sie hätten aber nicht auf die WARNUNGEN gehört und den Kontakt zu ANDEREN Deutschen im JEMEN gemieden, denen sie etwa ein SÜNDHAFTES Leben vorgeworfen hätten (Glauben SIE DAS? WER behauptet denn das? Ach ja: „LEUTE, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind!“ Ali2 will uns gegen die Mordopfer in Stellung bringen, T.). Die der MISSION dienenden GESPRÄCHE seien vor allem mit jemenitischen FRAUEN geführt worden. Missionierung verstößt gegen jemenitische StammesTRADITIONEN, gegen das geltende RECHT des Landes und gegen die islamische SCHARIA (Mithin waren die Ermordeten Rechtsbrecher, Kriminelle! UND – anders als Ali2, dem gut Vertrauten – naiv! T.). (…)

Nach Auskunft von Volker Hillebrenner, einem Assistenten an der Bibelschule Brake, war der Aufenthalt im Jemen als Praktikum Teil des drei Jahre dauernden Curriculums der Bibelschule. Hillebrenner legt Wert darauf, dass die Bibelschule KEIN Missionswerk sei und selbst KEINE Missionare aussende. Das Praktikum im Jemen hätten sich die beiden Frauen selbst organisiert und für die Verhaltensregeln während des Aufenthalts sei die niederländische Hilfsorganisation World Wide Services Foundation verantwortlich gewesen, die das Al-Dschumhuri-Krankenhaus in Saada unterstützt, in dem die beiden Frauen helfen sollten. Hillebrand BETEUERT allerdings, die beiden jungen Frauen hätten keinesfalls MISSIONIEREN, sondern ausschließlich in dem Krankenhaus helfen sollen.

Doch darüber, wo das eine ENDET und das andere BEGINNT, gehen die Auffassungen auseinander: ‘Mission heißt die Sendung, Menschen zu helfen’, sagt etwa Detlef Blöcher, der Vorsitzende der ‘Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen’ (AEM), dem auch die Bibelschule Brake angehört. Beide Aspekte, Missionsarbeit und Hilfe, scheinen in den evangelikalen Einrichtungen kaum zu trennen zu sein (Hat Jesus das etwa anders gesehen? T.). Vor wenigen Monaten soll einem der weiterhin verschleppten deutschen Mitarbeiter des Krankenhauses in Saada gedroht worden sein, weil er in einem Teehaus mit einem Muslim über Religion GESPROCHEN haben soll. ‘Dass Christen das Evangelium anderen zugänglich machen, ist nicht verwerflich’, sagt Blöcher über solche Berichte. Religion sei in der muslimischen Welt im Gegensatz zur westlichen Welt ein natürliches Gesprächsthema.

Dem pflichtet im Grundsatz auch Martin Schindehütte, der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei. ‘Dass man sich so verhalten darf, gehört zur Religionsfreiheit’, MEINT ER (Offenbar kann Ali2 dem nicht so ganz zustimmen, T.) und FORDERT, die Schuld an ihrem Tod NICHT bei den beiden Bibelschülerinnen zu suchen. Selbst ein ‘offensives Missionsverständnis’ rechtfertige keine Ermordung (In der Tat, und es ist traurig, dass darauf hingewiesen werden muß! T.). (…)“

Zum Glück bringt die heutige FAZ dazu wenigstens auch noch einen Brief von Leser Joachim Kretschmann, dem ich (bis auf seine Verantwortlichmachung DER „Liberalen“) zustimme:

„Zu den beiden deutschen Bibelschülerinnen aus Brake im Jemen: Wusste ich’s doch! Missionare im weißen Kittel! Selber schuld, oder? Christlicher Eifer, wie es oft genug abwertend heißt, war schon immer gefährlich, ja das Bekenntnis zum christlichen Glauben kostet jährlich 170 000 Gläubigen das Leben, die Dunkelziffer dürfte gut doppelt so hoch sein. Noch nie in der Geschichte gab es derart viel Christenverfolgung wie heute. Und das nicht nur in China, Indonesien oder Arabien, nein die Verfolgung beginnt schon hier vor Ort.

Ein Beispiel gefällig? Man schlage nur die Tageszeitung oder das Wochenmagazin auf oder schalte die Nachrichten an, und schon beginnt die Treibjagd nach den ‘Evangelikalen Fundamentalisten’. Man unterstellt ihnen, Menschen anderer Religionen für das Christentum abzuwerben, eine fremde Kultur zu kolportieren und am Ende für Unfrieden und politische Spannungen verantwortlich zu sein.

Bekennende Christen müssen hierzulande nicht radikale Islamisten, sondern Journalisten fürchten. Wo wir alle heute wären, wenn sich ein Paulus oder ein Martin Luther an die Wünsche liberal denkender Leute gehalten hätten, scheint keinen mehr ernsthaft zu interessieren, denn das Wissen über die Heilsbotschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen leidet in unserem nachchristlichen Abendland an fortschreitender Schwindsucht.“

Time am 26. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~EA0346400833C44F5B539B1071ECDFBE7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.foxnews.com/story/0,2933,526340,00.html
(3) http://www.sueddeutsche.de/panorama/224/472746/text/
(4) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E456876055F5743E687E28855D4918F91~ATpl~Ecommon~Scontent.html

außerdem:
http://www.pi-news.net/index.php?s=geiseln+jemen
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/130142/index.php

Entweder-oder aber nicht weder-noch

24. Juni 2009

Gestern haben die Orks mal wieder drei unserer Mitbürger getötet (1). Damit erhöht sich die Zahl in Afghanistan getöteter Deutscher auf 35! Wir werden uns dort aber nicht durchsetzen, wenn wir kein Verhältnis von 1:100 erreichen.

Wann also kann ich die 3.500 Orkkiller, männlich im Alter zwischen 15 und 45, über eine Strecke von sieben km in einer Reihe vor dem Präsidentenpalast aufgebahrt im Fernsehen sehen? Wenn NICHT 3.500 Skalps geholt werden sollen (was ja auch eine ziemlich eklige Angelegenheit wäre), wäre es vielleicht besser, unsere Truppen nach Hause zu holen. Da könnten sie uns hier helfen, die ganzen Orks, die sich bei uns breit gemacht haben (2), ihrerseits nach Hause zu geleiten (Auf dass sich trenne, was nicht zusammengehört)!

Jedenfalls finde ich 35 tote Mitbürger nur dafür, Präsenz zu zeigen oder Steuergelder an unsere Feinde zu verschenken, viel zu viel. Im aktuellen Spiegel heißt es: „Obama hat nach seinem Amtsantritt die US-Truppen verstärkt, um die Lage im Land zu stabilisieren. Er erwartet auch von seinen Bündnispartnern stärkeres Engagement. Mit zusätzlicher Militärhilfe tut sich Merkel schwer.“

Ich bin sicher, dass die Frage nach einer Erhöhung des deutschen Engagements nicht im alleinigen Ermessen unserer Kanzlerin liegt. Ich sehe eher Zeichen, dass sie dem Counterjihad weit näher steht als die meisten anderen Politiker und Wirtschaftslobbyisten. Aber unabhängig davon fehlt, so meine Meinung, den Deutschen ein einleuchtendes Konzept. Ich stimme zu, unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt, aber das ist uns nur eine Truppenaufstockung um 300 Mann wert, während Obama 21.000 zusätzliche Soldaten schickt?

Kewil hatte am 25. Juni 2007 ein paar Stellen aus Churchills „Story of the Malakand Field Force: An Episode of Frontier War“ übersetzt (3):

Weder die Landschaft noch die Menschen finden irgendwo auf der Welt etwas Ebenbürtiges. Die Mauern der Täler erheben sich steil fünf- oder sechstausend Fuß auf jeder Seite. Die Militärkolonnen kriechen durch einen Irrgarten von riesigen Korridoren, die von wilden, schneegenährten Sturzbächen unter einem Messinghimmel in Nebel gehüllt sind. Inmitten dieser Szenerie von wilder Brillianz wohnt eine Rasse, deren Eigenschaften mit ihrer Umgebung zu harmonieren scheinen. Außer zur Erntezeit, wenn die Selbsterhaltung einen temporären Waffenstillstand erzwingt, sind die Pathanenstämme immer mit kleinen oder großen Kriegen beschäftigt.

Jeder Mann ist Krieger, Politiker und Theologe. Jedes große Haus ist eine echt feudale Festung, zwar nur aus sonnengebackenem Lehm, aber mit Befestigungen, Kuppeln, Scharten, Ecktürmen, Zugbrücken, etc., wo nichts fehlt. Jedes Dorf hat seine Verteidigung. Jede Familie kultiviert ihre Vendetta; jeder Clan seine Fehde. Die zahlreichen Stämme und die Koalitionen von Stämmen haben alle ihre offenen Rechnungen, die gegeneinander beglichen werden müssen. Nichts wird je vergessen, und nur ganz wenige Schulden bleiben unbezahlt. Für das Funtionieren des sozialen Lebens wurde zusätzlich zu den Konventionen während der Erntezeit, ein hochgradig ausgearbeiter Ehrenkodex etabliert und der wird insgesamt genau beachtet. Ein Mann, der das weiß und dem folgt, könnte vielleicht unbewaffnet von einem zum anderen Ende der Grenze gelangen. Der kleinste Systemfehler jedoch wäre fatal…

Die Bequemlichkeit des Hinterladers, und noch mehr der Gewehre mit Magazin, wurde nirgends mehr geschätzt als im indischen Hochland. Eine Waffe, die auf fünfzehnhundert Yards genau töten konnte, eröffnete ganz neue vergnügliche Aussichten für jede Familie und jeden Clan, der sie erwerben konnte. Man konnte sogar tatsächlich im eigenen Haus bleiben und auf den Nachbarn in einer Meile Entfernung feuern. Man konnte hoch oben auf einer Felszacke liegen und auf ganz unerhört weite Entfernungen einen Reiter weit unten treffen. Selbst Dörfer konnten sich gegenseitig beschießen, ohne sich mühevoll weit von zu Hause weg bewegen zu müssen. Sagenhafte Preise wurden deshalb für diese ruhmreichen Produkte der Wissenschaft bezahlt… und der Respekt, den die Pathanen für die christliche Zivilisation hegten, wurde ziemlich vergrößert…“

Ziemlich unsympathische Leute, finde ich. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass da Hopfen und Malz verloren sind. Und ihr teuflisches Opium sollten sie bitte auch bei sich behalten.

Kürzlich sah ich den beeindruckenden Film „Von Löwen und Lämmern“ (4) des notorischen Linksliberalen Robert Redford (5) von 2007, der mE. sehr viel patriotischer, konservativer und counterjihadischer ist, als zB. orkisch-deutsche Filmkritiker glauben machen wollen (6). Weder eine derartige Klarheit, Tiefe und Thematik noch eine derartige Besetzung ist im deutschen Kino denkbar. Wie dem aber auch sei, es geht im Film ua. um die Etablierung einer neuen militärischen Strategie, die Churchills og. Beschreibung Rechnung trägt, indem sie die Besetzung aller Höhen des Landes verfolgt.

Nicht, dass ich davon Ahnung hätte, aber das ist doch mal eine konkrete Idee, und mich würde durchaus die ausführliche Meinung von Leuten interessieren, die Ahnung haben. Warum sollen wir Mädchenschulen bauen, die leerstehen, weil die Taliban alle Mädchen töten, und umgehend wieder niedergebrannt werden. Ich meine, auch für ein militärisches Testlabor ist der Tod von 35 „Versuchskaninchen“ ein viel zu hoher Preis. Also: Auf jeder Anhöhe braucht es einen westlichen Posten mit dem Auftrag, die Gegend zu sichern. Das könnte dem einen oder anderen Ork natürlich weh tun und mehr als 300 zusätzliche Soldaten erfordern. Aber wenn wir nicht genug Leute haben, könnten wir vielleicht welche leihen, zB. von den Kinesen…

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Time am 24. Juni 2009

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(1) http://www.n-tv.de/politik/Drei-deutsche-Soldaten-getoetet-article378393.html
(2) http://www.pi-news.net/2009/06/viel-mehr-moslems-in-deutschland-als-vermutet/
(3) http://kewil.myblog.de/kewil/art/176462276/
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Von_L%C3%B6wen_und_L%C3%A4mmern
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Redford
(6) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,513415,00.html

außerdem:
http://www.sueddeutsche.de/t5B38k/2912166/Sw-at-im-Tal-des-Todes.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,459228,00.html

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Schöner schenken mit Time

23. Juni 2009

+Ritter

Alles voll gut!

23. Juni 2009

Am Sonnabend hatte ich mein Spektrum des „Lyrischen Counterjihads“ um den aktuellen Song von Bob „It’s all good“ erweitert (1), den ich für ein typisch bobsches Orakel halte und für counterjihadisch erklärte, obwohl der Jihad darin nicht direkt angesprochen wird. Dass ich solches tat, hat einerseits damit zu tun, dass mir der Stoff ausgegangen ist. Während nämlich die Verhöhnungen des Christentums und des Christus Legion sind, ist es mir bisher nicht gelungen, mehr als fünf dezidiert counterjihadische Lieder ausfindig zu machen ( 2 + 3 +4 + 5 + 6) – wobei zu bemerken ist, dass #5 mE. deshalb counterjihadisch ist, weil es ein proisraelischer Song ist, und #6 deshalb, weil er unsere Gesellschaft in Aspekten als verteidigenswert darstellt, die dem Mohammedanismus ein Gräuel sind.

Es hat weiterhin aber schon mit genau DIESEM Song zu tun, der sich mit der Idee befaßt, ALLES gut zu finden, sich alles schön zu reden, hier im Pferch (7).

Jordan Mejias berichtete (FAZ, 20. Juni) diesbezüglich von einem gespenstischen Happening in der Hauptstadt der Welt, in New York. Er schrieb:

„… An vielen Orten in New York stand jetzt… zehn Tage lang die Welt des Islam im kulturellen Scheinwerferlicht. Was es zwischen Marokko und Indien an Tanz, Theater, Kunst und Musik zu entdecken gibt, war zumindest in Kostproben zu erfahren. Arabisch umgedeutet wurde Hiphop ebenso wie Shakespeares ‘Richard III.’ in einer Produktion aus Kuweit. Spielplätze der Avantgarde wie die Brooklyn Academy of Music und Hochburgen der Hochkultur wie das Metropolitan Museum of Art hatten „Muslim Voices: Art & Ideas“ aufs Programm gesetzt.

Für die Ideen war vor allem die New York Public Library zuständig, unterstützt von den European Union National Institutes for Culture, einem New Yorker Zusammenschluss von neunzehn europäischen Kulturinstituten. Ein dreitägiges Symposion behandelte den Islam in EUROPA. Die meistenteils europäischen Stimmen von Geisteswissenschaftlern, Imamen, Künstlern und sogar einer leibhaftigen Königin, der Witwe des 1999 verstorbenen haschemitischen Königs Hussein, vermischten sich zu einem CHOR, der nicht immer klar zu durchhören war. Die harmonischen Klänge überwogen, als Untertitel wäre „Quasi una fantasia“ nicht fehl am Platz gewesen. So gerieten Teilnehmer aus Spanien, Norwegen, Schweden, der Schweiz und der Türkei in einem Gespräch über Migrationspolitik und den Status quo geradezu ins SCHWÄRMEN über die Chancen und Aussichten, die der ISLAM den Europäern bietet.

Da war die Rede vom ISLAM als einer großen EUROPÄISCHEN Tradition, die wieder zu beleben sei, von einer größeren gesellschaftlichen OFFENHEIT (ausgerechnet, T.), die er in vielen Teilen Europas bewirke, und von Muslimen, die nur darauf brennten, Bürger der Länder ihrer jeweiligen Wahl zu werden. Alle lachten HERZLICH über das Schreckgespenst EURABIEN, vor dem sich NIEMAND zu fürchten brauche, weil die Alteingesessenen und Neuankömmlinge sich ohnehin vermischten und voneinander die besten Züge und Errungenschaften übernähmen. Muslime hätten Norwegen „globaler“ gemacht, freute sich die Norwegerin, und der Türke pries das neue, diversifizierte Europa (Hey, wer wissen will, was sich abspielt, der nach Oslo. Dort kann man sehen, wie eine uralte europäische Hauptstadt sich an den Mohammedanismus weggeschmissen hat – arme Hure Oslo – 200 Meter vom Königspalast beginnt Gaza – die Norweger haben die Herrschaft über ihre Hauptstadt vor 20 Jahren verloren, lesen Sie FJORDMAN, T.).

Das ging munter so fort, bis es dem Moderator Paul Berman doch etwas gar zu harmonisch wurde und er fragte, ob denn in Madrid nie eine Bombe hochgegangen sei und Terrorismus und Gewalt tatsächlich keine Themen mehr seien. Aber auch danach verdrängten Überlegungen über die sozioökonomische Misere islamischer Bevölkerungsschichten und hausgemachten Terror, von Baader-Meinhof bis zu amerikanischen Neonazis, die heikle Frage, ob es im Islam oder zumindest in einigen seiner Formen Unverträglichkeiten mit einer westlichen Lebensführung gebe. Um den Amerikanern die Lage in Europa einprägsamer zu schildern, standen Vergleiche mit Amerika hoch im Kurs, zum einen mit dem Amerika vor hundert Jahren, als katholischen und jüdischen Einwanderern vorgeworfen wurde, das Gewebe der Nation zu zerstören, und zum andern mit den zig Millionen mexikanischen Einwanderern, von denen sich jetzt manche Amerikaner bedroht fühlen.

Sicher war es richtig, wenn in einer Künstlerrunde darauf hingewiesen wurde, dass der Islam zu oft als erratischer Block begriffen wird, dass seine Nuancen und Variationen gar nicht wahrgenommen werden. Moustafa Bayoumi, Englischprofessor am Brooklyn College, hätte am liebsten das vorgegebene Thema radikal geweitet, bis hin zur Generaldebatte über Identitäten in der globalisierten Welt. Aber dann bekamen erst einmal die Medien kräftig Dresche. Klar, Teile von ihnen, und es mögen die lautesten sein, sind nicht abgeneigt, zu polarisieren und Klischees zu verbreiten. Aber für welches Thema gälte das nicht?

Wohin die Reise von hier aus gehe, wollte Paul Holdengräber, der umtriebige Symposienspezialist der New York Public Library, in einem abschließenden, zusammenfassenden Meinungsaustausch wissen, und da wagte es immerhin Khaled Fouad Allam, Soziologe aus Triest, von einer zeitgenössischen Krise des Islams zu sprechen. Als aber der holländische Essayist Bas Heijne versicherte, die Globalisierung treibe auch holländische Arbeiter dazu, sich als Opfer zu empfinden, prophezeite Benjamin Barber, der Autor von ‘Jihad vs. McWorld’, einen Kampf zwischen Entrechteten, von dem allein die Wirtschaftseliten profitieren würden.

Und wieder seufzten die versammelten Europäer: Amerika, du hast es besser. Wie mit Einwanderern umzugehen ist, weiß Amerika von Natur aus, und dass Amerikas Muslime, deren Durchschnittseinkommen höher liegt als das ihrer nichtmuslimischen Landsleute, kaum Aufsehen erregen, muss geradezu den Neid Europas erwecken. Keiner redet von einer muslimischen Diaspora, es soll nur muslimische Amerikaner geben. Weshalb nicht auszuschließen ist, dass Königin Nurs These, es bestehe KEIN ESSENTIELLER WIDERSPRUCH zwischen dem ISLAM und der WESTLICHEN WELT, übers Wunschdenken vielleicht doch hinausweist. In diesem Sinne hatte Professor Bayoumi ein T-Shirt übergestreift, dessen eleganter arabischer Schriftzug verbarg und verriet, woher er kam: Brooklyn.“

And that was… REALLY FUNKY, ol’ Bay…oumi

IT’S ALL GOOD! IT’S ALL GOOD!

Isn’t it?

T+I+M+E

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(1) http://www.youtube.com/watch?v=D730lzI9gy
(2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/18/open-season/
(3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/21/poor-mohammed-von-procol-harum/
(4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/31/islams-not-for-me-von-n-n/
(5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/25/neighborhood-bully-von-bob-dylan/

(6) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/06/04/the-thunder-down-under-von-dave-evans/

(7) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/15/der-pferch/

„It’s all good“ von BOB DYLAN

20. Juni 2009

Die neue CD „Together through Life“ von Bob Dylan ist nun auch bei mir angekommen. Faszinierend finde ich vor allem den letzten Song, den ich für sehr gegenwartsbezogen halte. Das alte Orakel Bob malt uns Gutmenschen, die wir alles schönreden wollen, eine düstere Zukunft aus, und er versieht sie mit dem sarkastischen Titel „ALLES ist GUT“. Lyrischer Counterjihad #6 mit freier Übersetzung von mir.

Hier das Link: http://www.youtube.com/watch?v=D730lzI9gys

Hier der Text:

It’s All Good

Talk about me babe, if you must.
Throw out the dirt; pile on the dust.
I’d do the same thing if I could
You know what they say? They say it’s all good.
All good.
It’s all good.

(Rede über mich, wenn du musst. Feg den Dreck raus oder häufe ihn an. Ich würde dasselbe machen, wenn ich könnte. So oder so, ALLES ist GUT!)

Big politician telling lies;
Restaurant kitchen all full of flies.
Don’t make a bit of difference; don’t see why it should.
But it’s alright, cause its all good.
Its all good.
Its all good.

(Man echauffiert sich über die Obrigkeit, aber der Pöbel ist genauso korrupt, das ist ok, denn ALLES ist gut!)

Wives are leavin’ their husbands; they’re beginning to roam.
They leave the party and they never get home.
I wouldn’t change it even if I could
You know what they say, man, it’s all good.
It’s all good.
All good.

(Frauen entziehen sich den Konventionen, das tut mir weh – Ich würde nichts ändern, selbst wenn ich könnte, denn alle sagen ja: ALLES ist GUT!)

Brick by brick, they tear you down.
A teacup of water is enough to drown.
You oughta know, if they could, they would
Whatever goin’ down, it’s all good.

(Stein für Stein reißen sie dich ab, altes Haus, und bald bist du so klein, dass du in einer Teetasse ertrinken würdest – Wenn sie es tun könnten, würden sie es tun. Was auch immer darniedergehen mag, das ALLES ist GUT!)

All good.
Said it’s all good.

People in the country, People on the land.
Some of them so sick they can hardly stand.
Everybody would move away if they could
Its hard to believe but its all good.
Yeah…

(Egal ob auf dem Land oder auf dem Land, die Krankheit ist offensichtlich! Alle würden auswandern, wenn sie könnten. Aber kaum zu glauben: es ist VOLL GUT!)

Well widows cry; the orphans plea.
Everywhere you look there’s more misery.
Come along with me babe, I wish you would.
You know what I’m sayin’, it’s all good.

(Auch für Witwen und Waisen läuft es sehr schlecht, aber alle sagen, es ist VOLL GUT!)

All good.
I said it’s all good.
All good.

Cold blooded killer stomp into town
Cop car’s blinkin’, something bad goin’ down.
Buildings are crumblin, in the neighborhood.
But there’s nothing to worry about, cause it’s all good.
It’s all good.
I say it’s all good.

(Killer kommen in deine Stadt, ein Polizeiaufgebot kann nicht verhindern, dass der Häuserblock neben deinem eingeäschert wird. Alles wackelt – keine Sorge: Das ist VOLL GUT!)

Gonna whistle and blow it in your face.
This time tomorrow I’ll be rollin’ in your place.
I wouldn’t change a thing even if I could.
You know what they say?
They say it’s all good.
It’s all good.
It’s all good

(Egal, was man mit dir anstellt, es ist für dich KISMET! ICH würde nichts ändern, selbst wenn ich könnte, denn ALLES ist ja: VOLL GUT!!!)

Time am 20. Juni 2009

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http://www.pi-news.net/2009/05/der-ehrenvolle-texaner/

Ein Ork kennt keinen Scherz

19. Juni 2009

Heute gibt es einen Aufsatz (1) des iranischen Schriftstellers Amir Hassan Cheheltan in der FAZ (übersetzt aus dem Persischen von Susanne Baghestani), in dem er erklärt, warum er trotz tiefster Resignation seit der Machtergreifung der Mullahs im Iran dennoch dieses Mal zur Wahl gegangen ist. Hier ein paar Ausschnitte:

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Ahmadineschad, der Wissenschaft, Literatur und Kunst für lästigen Luxus hält und der keine Bedenken zeigte, sie auszumerzen, bringt für Urbanität und deren kulturelle Bedeutung keinerlei Verständnis auf… (Moooment, das stimmt zwar im Kern, aber nach außen schmückt sich Pfauenstange gerne mit dem Dr.-Titel. Er geriert sich als „Wissenschaftler“. Was von seiner Wissenschaftlichkeit indes zu halten ist, versteht man, wenn man sich erinnert, was er unter „Kunst“ versteht: Nämlich die Tatsache, dass Tausende Kinder vom Mulla-Regime mit Plastikschlüsseln (für die Paradiestür) „made in Taiwan“ um den Hals in die irakischen Minenfelder getrieben werden konnten. „Kunst“ als Sterben für den Willen des Führers (2), „DIE KUNST“ wird zur Zurichtung von Kindern zu Kanonenfutter zugerichtet. T.).

Ahmadineschad ist ein neuartiges Phänomen, er spricht die Sprache der einfachen Leute oder sogar die der Gosse. Durch seine Umgangsformen und Bekleidung hat er sich für arme Bevölkerungsschichten und die Bewohner der Stadtränder und Dörfer in eine verständliche Persönlichkeit verwandelt; seine vierjährige Präsidentschaft genügte jedoch, dass ein beträchtlicher Anteil dieser Schichten ihm den Rücken kehrte. Sein Regierungsstil kam in diesen vier Jahren den Städtern und insbesondere der jungen Generation, die den Hauptanteil der iranischen Bevölkerung bildet, einer Warnung gleich. Viele Iraner betrachteten ihn in seiner Funktion als Präsident der Islamischen Republik als große Blamage im Hinblick auf die Weltöffentlichkeit…

Ich habe noch nie an einer Wahl in Iran teilgenommen, weil ich stets daran gezweifelt habe, dass die Obrigkeit die Wahlstimmen tatsächlich auszählen lässt. Auch diesmal hatte ich es nicht vor. Dann geschah jedoch etwas, das mich diesen Entschluss überdenken ließ. Ausschlaggebend war das Fernsehduell zwischen dem amtierenden Präsidenten und seinem wichtigsten Herausforderer Mussawi. Bei diesem Streitgespräch hob Ahmadineschad plötzlich einen Aktenordner vom Tisch, an den das Foto einer Frau geheftet war, und fragte Mussawi mit einem verschwörerischen Lächeln mehrmals: „Soll ich es sagen?“

Mussawi nickte und erwiderte gleichmütig: „Nur zu!“ Ahmadineschad fuhr fort: „Das ist die Akte einer Frau, die Sie gut kennen und die in Ihrer Wahlkampagne stets an Ihrer Seite ist. Es ist Ihre Ehefrau.“

Daraufhin führte er kurz aus, weshalb diese Frau ihre akademischen Grade und ihre gegenwärtige Position nicht verdient habe.

Ich zuckte heftig zusammen und fragte mich, ob dieses Thema unter solchen Umständen Gegenstand einer Fernsehdebatte zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten sein dürfe? Das war es jedoch nicht, was mich ängstigte, sondern die Tatsache, dass Ahmadineschad in diesem Augenblick jede Duldsamkeit vermissen ließ. Sein Blick glich dem eines Verhörbeamten, der bei einer Befragung dem Feind gegenübersitzt, nicht einem Konkurrenten. Und das im Rahmen einer Konkurrenz in einem politischen Ordnungssystem, aus dem beide hervorgegangen und dem beide treu ergeben sind, einer Ordnung, in der beide akzeptiert sind und der beide dienen sollten. Dieser Blick erschreckte mich zutiefst. Wie würde er sich dann erst, lautete meine Frage insgeheim, mir gegenüber als säkularem Romanschreiber verhalten?

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Ich sehe in der geschilderten Szene den Willen und dessen Demonstration, um jeden Preis zu herrschen, sei es um die Absage an jede Konvention, Würde, jeden Respekt vor irgend etwas. Das erinnert an die deutschen Provinz-Fußballligen, in denen in den letzten Jahren häufig einzig noch der erste Platz besetzt ist – von einem mohammedanistischen Verein. Die „normalen“ Vereine machen nicht mehr mit, weil die Orks stets ihre Gegenspieler zusammenschlagen, wenn sie verloren haben. Siegen um jeden Preis, den Orks geht nicht nur jeder Sinn für Fairness, sondern auch für das Spielerische ab. In ihren Kinderferienlagern wird von Zehnjährigen der Umgang mit Panzerfäusten und Sprenggürteln geübt. Fehler fatal!

Lange her ist die Zeit, als in Persien das vermutlich aus dem nordindisch-chinesischen Raum stammende Schachspiel kultiviert wurde (das komplexeste Spiel der Menschheit), bevor es die Orks nach Europa brachten.

Wiki (3): „Seit dem 6. Jahrhundert ist das Schachspiel in Persien belegt. Es verbreitete sich im 7. Jahrhundert im Zuge der islamischen Expansion im Nahen Osten und in Nordafrika. Über das maurische Spanien, Italien, das byzantinische Reich und Russland gelangte das Spiel zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert ins abendländische Europa, wo es im Hochmittelalter einerseits zu den sieben ritterlichen Tugenden gehörte, andererseits kirchliche Missbilligung erfuhr. Im 15. Jahrhundert veränderten sich (in Europa, T.) die Spielregeln einschneidend, so dass seither vom modernen Schach, wie es heute gespielt wird, gesprochen werden kann.“

Wiki (4): „In den folgenden Jahrhunderten trugen vor allem europäische Schachmeister zur Erforschung des Spiels bei.“

Eigentlich geht es beim Spiel (nicht jedoch beim Geldspiel) darum, in hohem Maße die eigenen Kräfte und den Siegeswillen zu mobilisieren, ohne dem Kontrahenten physisches (und möglichst natürlich auch kein psychisches Leid – Fairnis) zuzufügen. Aber diese Idee ist den Vogelscheichs verloren gegangen. Mit ihrem totalen Jihad haben sie jede Relativität, jeden Sinn für Grautöne verloren. Für sie gibt es nur noch Sieg (durch den Tod des Gegners) oder Sieg (durch den eigenen Tod während eines Kriegsgeschehens).

Diese völlige Humorlosigkeit, diese bornierte und brutale Grobschlächtigkeit, dieser totale Gegenentwurf zum europäischen galanten Rittertum, ist kein Produkt der Zeit, sie ist ein Produkt von Kloran und Hadithen (5). Diese bilden das Klima ab, welches in der Clique des bösartigen und größenwahnsinnigen Psychopathen Klohamett herrschte (6). Anders als in den Evangelien wird das Thema Humor von Klo benannt (wie auch „das Spiel“), es wird verdammt oder aber mit neuem Inhalt gefüllt und so entwertet (Humor ist hier zB., wenn der Herrscher über Leben und Tod für die Bauernschläue eines Subalternen mal NICHT den Kreuzigungstod verhängt). Pointen oder treffende Bilder, wie sie der Tanach oder die Evangelien überreich bieten, wird man bei Klo nur selten und in unbeabsichtigter und grotesker Form finden. Es gibt keine Überraschung, keine Erlösung, keine plötzliche Wendung, keine andere Sicht der Dinge. Wundert es, dass auch Bilder verboten sind (außer Schlachtvideos von Mitarbeitern westlicher Hilsorganisationen), und dass in Orkistan praktisch jede Woche Morde an Musikern verübt werden? Die Masse der Worte in Kloran, Hadithen und Scharia sollte nicht zu dem Irrtum verleiten, der Orkismus wäre vielgestaltig oder differenziert. All die vielen Worte sagen mE. allesamt das Gleiche.

Es gibt nur Macht, Gehorsam, Bestrafung – Einöde!

In der Wüste sind die Orks wirklich gut aufgehoben. In der Wüste… auf dem Mond! Nach welchem sie ihren Kalender ausrichten! Bei ihrem Mann im Mond! Bei ihrem Mondgott Alla! Ach, schert euch doch zum Mond, schert euch zu Alla, was schert ihr mich? Haut ab! Hau… t ab! HAU!

Time hat gesprrrochen am

19. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~E1451558499684E23B6D919162F3C4666~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.matthiaskuentzel.de/contents/sind-500000-plastikschluessel-genug
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Schachspiels
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Schach
(5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-4-da-wiehert-das-ork/
(6) http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/foltervideo-prinz-schlickenried-250664.html

Bericht aus Teheran

18. Juni 2009

In der heutigen FAZ gibt es den packenden Bericht einer iranischen Journalistin aus Teheran, die anonym bleiben will:

Ihr sollt den Wandel nicht sehen

Der einzige Ort, an dem Ahmadineschads Macht
gebrochen werden kann, ist die Straße.

Stockdunkel ist die Stadt. Man hört nur Rufe über die Dächer Teherans hinweg. „Allah Akbar!“, Gott ist groß. Wie damals bei der Islamischen Revolution. Die Menschen haben sich auf ihre flachen Dächer begeben und werfen sich über die Straßen hinweg die Sprechchöre zu: Nieder mit dem Diktator! Jede Nacht pünktlich um halb zehn gehen die Menschen auf ihre Dächer. Plötzlich Schüsse. Mich schaudert.

Wer hätte das am Tag der Wahl gedacht? Wer vor drei Wochen? Mohammed Chatami hatte seine Kandidatur zurückgezogen und rief dazu auf, Mussawi zu wählen. Niemand kannte Musica, obwohl er acht Jahre Premierminister unter Chomeini war. Alle jungen Leute, die jetzt wahlberechtigt sind, waren damals noch Kinder. Aber ihre Eltern können sich an ihn erinnern. Sie sagen, er habe die Preise stabil gehalten, während des Iran-Irak-Krieges. Stabile Preise, das brauchte man jetzt. Fünfundzwanzig Prozent Inflation, siebzehn Prozent Arbeitslosenquote, vierzig Prozent Teuerung bei Lebensmitteln. Das ist die Situation in Iran, und mit ihr ist fast niemand zufrieden. Diesmal waren es nicht nur die Studenten, die einen Wechsel wollten.

„Mussawi, Mussawi.“ Wir sitzen in einem Sportstadion, in einer Wahlveranstaltung von Mir Hossein Mussawi. Alle Menschen tragen grüne Bänder, grüne Schleifen auf den Kopftüchern, grüne T-Shirts. Das ganze Stadion leuchtet grün. Ein Mädchen steht mit einem Bild von Musica in den Händen da, über ihr Gesicht laufen Tränen, ihr Körper zittert. „Wir wollen keinen Diktator!“, ruft sie. „Befreit die politischen Studenten aus den Gefängnissen!“ Mädchen und Jungs sind getrennt. In Sprechchören rufen sie einander Slogans zu: „Wer wird Präsident?“, rufen die jungen Männer. „Mussawi, Mussawi“, schreien die Mädchen doppelt so laut zurück.

Plötzlich geht ein tobender Beifall los. Es erscheint Chatami, der ehemalige Präsident, wie ein Prophet breitet er seine in braunes Mullahgewand gehüllten Arme aus. Der Hoffnungsschimmer für so viele, die jedoch enttäuscht wurden von der gescheiterten Reformation. Immer noch hören sie auf ihn. Er hat ihnen gesagt, dass sie Mussawi ihre Stimme geben sollen. Er spricht von der letzten Chance auf einen Wandel, und mit ihm sprechen Schauspieler, Regisseure und prominente politische Größen. Unter ihnen die Tochter Faezeh Rafsanjani, die Tochter des Vorsitzenden des Expertenrats.

Eines der Fernsehduelle, die es zum ersten Mal überhaupt gibt, sehe ich bei einer Familienfeier. Sechs Fernseher laufen gleichzeitig. Heftig werfen sich die Kandidaten ihre Fehler vor. Ahmadineschad droht seinem Hauptkonkurrenten Mussawi mit einer Akte. Er nennt Namen, Namen von sehr mächtigen Personen im Land, über die man sich nicht öffentlich äußert. Rafsanjani, ihr Hauptsponsor, sagt er zu Mussawi, ist korrupt. „Oder warum sonst sind Ihre Kinder alle Multimillionäre?“ Allen in der Wohnung stockt der Atem. Auf der Straße hört man die ersten Hupen.

Man sieht überall die iranische Flagge, die hat sich Ahmadineschadad zu seinem Wahlsymbol gemacht. Die Autos fahren in langen Korsos. Aber plötzlich kommen auch wieder grün markierte Autos auf die Straße. Der Wahlkampf hat sich hierher verlagert. Jeden Tag gibt es Veranstaltungen, per SMS, Weblogs und Twitter senden die Menschen die Termine zu. Es ist die einzige Möglichkeit für die Anhänger von Mussawi. Das Fernsehen darf keinen Wahlkampf betreiben, aber die Menschen finden, dass Ahmadineschad bevorzugt wird. Die Minuten, welche die anderen Kandidaten in den Duellen über gesprochen haben, bekommt er geschenkt. Das iranische Fernsehen, Irib, ist zum Hauptfeind der grünen Opposition geworden.

Am Wahltag stehen die Menschen ab acht Uhr Schlange, um ihre Stimme abzugeben. Vor allem junge Leute warten darauf. Es dauert Stunden. Als es vorbei ist, sind sie sicher, dass es vorbei ist. Die Scham, die sie spürten, wenn in den letzten Jahren, wenn ihr Präsident im Ausland sprach. Es geht der Jugend nicht darum, ob sie ab morgen kein Kopftuch mehr tragen muss. Es geht um ihr Recht auf Leben, auf Freude, Freiheit. Als um Punkt zehn Uhr die Wahllokale geschlossen werden, stehen noch Tausende davor. Aber sie dürfen nicht mehr wählen. Gerade will ich das Büro verlassen, als ein Anruf kommt, Musica gebe eine Pressekonferenz in einem Privathaus. Was will er sagen? Es ist heiß in dem fünfzig Quadratmeter großen Zimmer. Die Journalisten schreien einander an.

Mussawis Stimme ist leise, es gibt kein Mikrofon. Er spricht nicht enttäuscht, sondern entsetzt. Seine Wahlbeobachter seien nicht zu den Wahlurnen gelassen worden. In vielen Städten habe es zur Mittagszeit nicht ausreichend Stimmzettel gegeben. Er ist sich sicher, dass er der Sieger ist. Doch das Innenministerium will am nächsten Morgen Ahmadineschads Sieg verkünden. Synchron zu Mussawis Rede geben Agenturen per Handy diese Nachricht weiter. Vor der Privatwohnung hat sich eine Menschentraube gebildet. Ein Mann sagt, und wenn Waffen sprechen sollten, dieses Mal lasse er sich nicht mehr anlügen.

In der Nacht werden die Büros der Reformkandidaten gestürmt und verwüstet. Mehr als einhundertzwanzig Reformer werden festgenommen, Parteivorsitzende, Vizepräsidenten und Ex-Bürgermeister. Das Innenministerium ist abgeriegelt, als wüssten die Beamten, dass der Hass sich gegen sie richten wird. In der ganzen Stadt sieht man Spezialeinheiten der Polizei. Dennoch färben sich die Straßen wieder grün. Der erste Ruf: „Gebt uns unsere Stimme zurück!

Eine kleine Gruppe von fünfzig Leuten zieht los, auf die Autobahn, die Finger zum Siegeszeichen aus den Fenstern der Autos gesteckt. Es kommt zu Auseinandersetzungen. Aber es ist den Menschen egal, ob sie einen Knüppelschlag abbekommen. Über der Stadt liegt eine Rauchwolke. Ein Bus, mehrere Autos und Mülltonnen brennen. Die Bilder gehen durch die Welt. Mädchen, die von Polizisten niedergeprügelt werden, über die Straße geschleift, abtransportiert. Niemand weiß, wohin.

Normalerweise wird in Iran jede Art von Aufstand im Keim erstickt. Aber es sind nicht mehr nur die Grünen, die einen Wechsel wollen. Bislang hatten die Menschen keine Führung, die ihren Unwillen zum Ausdruck bringt. In Mir Hussein Mussawi haben sie einen. Er ist kein Oppositioneller mit Ideen aus dem Ausland, die rein demokratisch westlich sind. Er ist einer, der, wie es selbst sagt, „die Imam-Linie“ verfolgt. Er hält an den Richtlinien der Islamischen Revolution fest, aber will sie reformieren. Das Grundgesetz muss verändert, die Rechte der Frauen müssen gestärkt werden. Er hat die erste First Lady eingeführt, seine Frau Zahra Rahnavard trägt den Tschador, doch darunter scheint ein rot leuchtendes Blumenkopftuch hervor. Sie war die erste Rektorin einer Universität, wurde aber unter Ahmadineschad abgesetzt. Ihr gelten viele der Frauenstimmen, die Mussawi bekam.

Die Menschen kommen mit ihren Familien auf die Straße. Sie schweigen, es gibt keine Parolen, keine Rufe. Mussawi hat über das Internet dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und niemandem Anlass zu geben, gewaltsam einzuschreiten. Die ausländischen Medien dürfen nicht mehr berichten. Man hat Angst vor neuen Bildern, die um die Welt gehen könnten. Hunderttausende kommen zu den Demonstrationen. Am Montag sagt Mussawi, sie sollten sich am kommenden Tag fünf Uhr auf dem Valiasr Platz treffen. Kurz darauf meldet das Fernsehen, dass dann eine Demonstration von Ahmadineschad-Anhängern auf demselben Platz stattfinden soll. Unruhestifter würden sich auf eine Konfrontation mit der Polizei einstellen müssen. Das Ministerium für Islamische Erziehung und Kultur schickt an die ausländischen Medien ein Fax, auf dem die Drehgenehmigungen für die Stadt annulliert werden. Die Reporter sind ratlos. Nun können ihre Bilder nicht mehr für die Sicherheit der Demonstranten sorgen.

Am nächsten Tag sind keine Anhänger Ahmadineschads gekommen, nur Schlägertrupps der Basidschi. Die Miliz hat Aufwind bekommen, sie dürfen niederprügeln, was ihnen vor die Knüppel kommt. Sie kennen weder Mutter noch Vater, es ist ihnen egal, ob es Tote oder Verletzte gibt. Die Mussawi-Anhänger haben gemerkt, dass es sich nicht um eine Gegendemonstration handelt. Schweigend gehen sie die Straße entlang, Mundschutz vor dem Gesicht, den Blick nach vorn gerichtet. Die Proteste dauern schon zu lange an, als dass man sie jetzt einfach im Keim ersticken könnte. Was weder George W. Bush noch die Vereinten Nationen geschafft haben, hat die Bevölkerung Irans erreicht. Ahmadineschad und seine Unterstützer sind ins Wanken gebracht. Die Menschen kommen aus den Gassen auf die Hauptstraße, um sich anzuschließen. Sie wollen vor das iranische Fernsehen, um einen öffentlichen Auftritt zu erzwingen. Sind es fünfzigtausend? Sind es mehr? Der Zug geht vorbei an Spezialeinheiten der Polizei, Basidschimilizen auf Motorrädern, Menschen, die mit Funkgeräten Informationen weitergeben.

Die Handys der Demonstranten sind blockiert, SMS funktionieren nicht mehr, E-Mail-Zugänge sind gesperrt, Blogs abgeschaltet. Es gibt fast keine Verbindung ins Ausland mehr, und ich höre die Helikopter über der Stadt kreisen.

Fordert die Scharia westliche Demokratie?

17. Juni 2009

Der Counterjihad lehnt die Scharia ab (1). Er sieht in ihr weniger ein Gesetzbuch oder eine Anleitung, die das Miteinander der Menschen regelt, als vielmehr ein Herrschaftsinstrument, welches die Gesellschaft von oben nach unten durch Schrecken und die Anbetung der Gewalt gefügig macht, und das alle Nicht-Mohammedanisten zu Dienern, Sklaven oder Ungeziefer erklärt.

Da in unseren westlichen Demokratien zZ. kein Einvernehmen darüber herzustellen ist, dass der Mohammedanismus keine Religion, sondern eine perverse Gewaltideologie ist, die umgehend illegalisiert und schärfstens verfolgt werden muss, sollte der Counterjihad mE. (ohne das Ziel der Illegalisierung aus den Augen zu verlieren) auch nach Partnern suchen, die die mohammedanistischen Grundlagentexte vor dem Hintergrund ihrer Reputation als mohammedanistischer Gelehrter oä. relativieren und zumindest teilweise zur Kompatibilität mit der modernen, westlichen Demokratie hin entwickeln wollen. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass es sich bei diesen Partnern nicht um Agenten der Orks vom Schlage Tariq Rammeltags oder Scharlatane a la An Na’im ( 2 + 3 ) handelt. Erkennbar sind die Agenten zB. daran, dass ihre Ausführungen überwiegend an das westliche Publikum adressiert sind (Wir sollen in Sicherheit gewogen werden oder little by little eine Akzeptanz für die Scharia entwickeln).

In der heutigen FAZ gibt es einen Aufsatz von Hassan Yousefi Eshkevari (übersetzt aus dem PERSISCHEN von Hamid Ongha). Dieser schiitische „Hodschatoleslam“ (4), Jahrgang 1950, gilt als einer der exponiertesten Theologen und Rechtsgelehrten in Iran. Er war im iranischen Parlament und plädierte dort für die Trennung von Religion und Staat. Die Jahre von 2000 bis 2005 verbrachte er im Evin-Gefängnis, weil er in Berlin an einer Irankonferenz teilgenommen hatte. Er lebt jetzt im Exil. Hier seine Position zur aktuellen iranischen Wahl:

Diese Wahl ist ungültig

Die Ereignisse um die Präsidentschaftswahlen in Iran haben, statt die Dimension der Republik ernsthaft zu diskutieren, eine Auseinandersetzung mit der „Islamischen Dimension“ herausgefordert. Das theokratische System ist weniger dem modernen Verständnis von Republik und Demokratie verpflichtet als vielmehr, nach eigenem Bekenntnis, der Religion und den Grundsätzen des Islams. Nun sehen wir aber, dass bei den aktuellen Wahlen die selbstverständlichsten Grundsätze des Islams und die einfachsten Regeln der islamischen Rechtslehre ignoriert werden.

Zwar fehlen im Islam, will sagen: im Koran und in den Zeugnissen und Traditionen des Propheten, Begriffe wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Republik, Gewaltenteilung, Wahl oder Parlament. Als aber 1979 die iranische Revolution ausbrach und Ajatollah Chomeini und andere, gleichgesinnte Theologen sich daranmachten, eine neue Staatsform namens „Islamische Republik“ zu begründen, kamen sie überein, den Islam und die Scharia, das islamische Recht, in der Gestalt einer modernen Republik zu verwirklichen.

Sie stellten die Republik der konstitutionellen Monarchie gegenüber. In der Präambel der Verfassung und in zahlreichen ihrer Artikel findet man dazu Erläuterungen. So ist etwa die Rede davon, dass „Gott den Menschen zum Herrn seines Schicksals“ berufen hat, das Herrschaftsrecht also dem Menschen überlassen ist und die Politik durch allgemeine Wahlen (darunter: Wahl der Räte, Parlamentswahlen, Präsidentenwahl und Volksabstimmungen) bestimmt wird. Es wird sogar ausgeführt, dass das Land nicht einmal für einen Tag ohne Parlament sein sollte. In Artikel 9 der Verfassung heißt es, dass Freiheit und Unabhängigkeit zwei untrennbare Bestandteile einer Sache seien und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Schließlich heißt es, dass die Freiheiten auch nicht durch den Erlass von Gesetzen verletzt werden dürften.

Ein Abschnitt der Verfassung trägt den Titel „Rechte der Nation“. Er regelt die Freiheiten, die Aktivitäten von Parteien, die Freiheit der Medien, die Versammlungsfreiheit, er verbietet die Meinungskontrolle – und die Folter.

Obwohl in die Verfassung die „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ Eingang fand – aus der später eine absolute Herrschaft des Rechtsgelehrten wurde -, obwohl alle Freiheiten und Gesetzesinitiativen auf ihre Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Islams geprüft wurden und obwohl es deshalb in einigen Bereichen zu Widersprüchen kam, wurden vor allem in Artikel 9 der Verfassung die Grundsätze der Republik anerkannt.

Die Islamische Republik wurde durch Volksabstimmung gegründet und verdankt dieser ihre Legitimität. Sie ist Mitglied der Vereinten Nationen, sie hat alle Grundsatzdokumente dieser Organisation unterzeichnet, unter anderem die Internationale Menschenrechtserklärung von 1948. Sie ist Mitglied der Interparlamentarischen Organisation und kann sich den daraus entstehenden Verpflichtungen nicht entziehen.

Wenn Ajatollah Chomeini in Paris erklärte, er verstehe unter Republik das, was weltweit und allgemein darunter verstanden werde, und sogar hinzufügte, die Islamische Republik orientiere sich am Muster der Französischen Republik, dann wird klar, dass der Grundsatz einer modernen Republik gegenüber den anderen Grundsätzen und Anschauungen, wie etwa der Scharia, Vorrang genießt.

Die Führer der Islamischen Republik Iran müssten also zwingend nicht nur dem islamischen Recht verpflichtet sein, sondern ebenso den Grundsätzen und Verfahrensweisen einer Republik. Gerade wenn sie Chomeini, dem Gründer der Islamischen Republik, folgen wollen, müssten sie sich um eine Auslegung der Scharia nach den Grundsätzen von Freiheit, Demokratie und Republik bemühen. Anderenfalls wäre die Annahme des Grundsatzes der Republik und der Rechte des Volkes sinnlos und nichtig.

Darüber hinaus verpflichten die Prinzipien und Regeln des Islams und der Rechtsschule die Führer der Islamischen Republik, alle Grundsätze der Verfassung, darunter auch die Artikel zur republikanischen Staatsordnung, zu den Freiheiten und Rechten des Volkes, anzuwenden.

Hier ein Hinweis auf einige islamische Grundsätze: Ersten gilt im Koran und in den religiösen Überlieferungen die „Wahrung der Treue“ als eine moralische Pflicht und als ein notwendiger, nicht zu umgehender Bestandteil der Scharia. Übergibt man einem Treuhänder ein Gut, so ist dieser verpflichtet, das Gut zu schützen und es rechtzeitig und unversehrt dem Besitzer zurückzugeben. Im Verletzungsfalle ist der Treuhänder rechenschaftspflichtig und hat Schadenersatz zu leisten. Nach den gleichen religiösen Quellen stellt die Regierungsmacht ein göttliches und menschliches Treuhandgut dar, das durch die Menschen, die eigentlichen und wirklichen Besitzer der Macht, einer oder mehreren Personen in die Hand gegeben ist. Die Machthaber sind demnach verpflichtet, diese ihnen überlassene Macht im Rahmen gegenseitiger Abmachungen zu schützen und das Treuhandgut seinen rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Die Stimme der Menschen bei den Wahlen ist ein Treuhandgut der Menschen, mit dem korrekt umgegangen werden muss.

Zweitens gehört auch die Vertragstreue nach den einschlägigen religiösen Quellen zu den moralischen Grundsätzen der Scharia. Diese Regel ist in allen gesellschaftlichen Beziehungen einzuhalten, angefangen von der Abmachung zwischen einer Frau und einem Mann bis hin zu Verträgen in Wirtschaft und Politik. In der modernen, demokratischen und republikanischen Ordnung stellt die Verfassung den Vertrag zwischen dem Staat und dem Volk dar. Daher sind beide Seiten des Vertrages verpflichtet, sich treu an diese Abmachung zu halten – keiner hat das Recht, sie einseitig aufzukündigen. Wenn die eine Seite den Vertrag verletzt, ist die andere davon entbunden.

Der Islam ist eine gerechtigkeitszentrierte Religion. Alle Beziehungen des Menschen zu Gott, zur Natur, zur Gesellschaft und sogar zu sich selbst werden nach Maßgabe der Gerechtigkeit geregelt. Daher haben die großen schiitischen Gelehrten die Gerechtigkeit als Maßstab des Urteils festgelegt. Die Religion, so liest man bei diesen Gelehrten, muss gerecht, nicht die Gerechtigkeit religiös interpretiert werden. Angesichts dieser Bedeutung der Gerechtigkeit werden im islamischen Recht alle Angelegenheiten der Gesetze, der Herrschaft, der Politik, Wirtschaft und Moral am Maßstab der Gerechtigkeit beurteilt; anderenfalls besäßen sie keinen religiös-rechtlichen Wert. Gerade jene, denen die Gesellschaft ein verantwortliches Mandat übertragen hat, müssen die Kriterien der Gerechtigkeit erfüllen – vom Imam angefangen bis zum Richter, zum geistlichen Vorbild oder zum Politiker einer islamischen Gesellschaft. Wer die Bedingungen der Gerechtigkeit nicht erfüllt, scheidet automatisch aus dem Amt, es ist noch nicht einmal erforderlich, ihn abzusetzen.

Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen müssen wir nun prüfen, ob hier eine Gesetzesverletzung vorliegt oder nicht. Waren die Wahlen korrekt, gerecht, fair und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften? Sind ihre Ergebnisse anzuerkennen oder nicht? Die Verantwortlichen für die Organisierung der Wahlen behaupten zwar, dass die Wahlen korrekt und gesetzlich verliefen und dass die veröffentlichten Ergebnisse richtig sind. Aber die drei Kandidaten, die zu Verlierern erklärt wurden, widersprechen dem. Insbesondere Mir Hossein Mussawi behauptet, dass er die Mehrheit der Stimmen erhalten habe und vom Volk gewählt worden sei und dass seine Stimmen auf das Konto von Mahmud Ahmadineschad umgeleitet worden seien-

Zurzeit gibt es keine Möglichkeit, die Richtigkeit der Behauptungen der beiden Seiten zu überprüfen. Es sind jedoch klare Indizien dafür vorhanden, dass die veröffentlichten Ergebnisse nicht richtig und inakzeptabel sind. Insbesondere ist nicht zu akzeptieren, dass Ahmadineschad einerseits so viele und Mehdi Karrubi so wenige Stimmen erhalten hat. Wer in Iran lebt – auch erklärte Anhänger von Ahmadineschad -, weiß allzu gut, dass, wenn auch nur die Wahlkampf-Aktivisten von Karrubi und ihre Familienmitglieder ihm ihre Stimme gegeben hätten, diese wenigstens einige Millionen ausgemacht hätten. Wie soll man also glauben, dass er nur dreihunderttausend Stimmen bekommen hat?

Anscheinend ist irgendwie gefälscht worden, die Unregelmäßigkeiten sind offensichtlich. Vielleicht in der Absicht, Macht zu zeigen und Konkurrenten, die Anhänger von Reformen, für die die Mehrheit der iranischen Nation steht, zu erniedrigen und sie für immer von der politischen Bühne zu entfernen.

Wenn die Ergebnisse der Wahlen falsch oder ungenau sind und die Wahl der Mehrzahl der Bevölkerung mit Absicht missachtet wurde und der gewählte Präsident nur das Produkt eines Wahlputsches ist, muss festgestellt werden, dass bei diesen Wahlen die republikanischen Grundsätze verletzt wurden – und dass man die islamischen Grundsätze der Scharia vorsätzlich ignorierte. Die Verantwortlichen der Islamischen Republik müssen Bedingungen wie treuhänderisches Verhalten, Vertragstreue und gerechtes Verhalten erfüllen. Sie müssen gemäß der Verfassung sowohl leiten als auch geleitet werden, so dass sie das Land im Rahmen der allgemeinen Vernunft und des nationalen Interessen lenken können. Wir sehen aber, dass keiner dieser Bedingungen und Regeln erfüllt sind. Der Maßstab für ein Urteil über diesen Streit sind: die Verfassung, die religiösen Regeln und die öffentliche Meinung.

Time am 17. Juni
(dem Jahrestag des ostdeutschen Volksaufstandes
gegen die kommunistische Diktatur, 5)

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Scharia
(2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/27/an-na%e2%80%99ims-medicine-show/
(3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/27/du-schaffst-gut/
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Hodschatoleslam
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/17._Juni_195

Lesenswert, Reza Hajatpour über Mohammedanismus an deutschen Universitäten FAZ, 21.10.09):
http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~EF3A82131A2224BD0ACFE78FFF22F8DAF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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PS1.:

Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Klose (SPD), hat die Einschätzung geäußert, Amtsinhaber Ahmadineschad sei bei der iranischen Präsidentenwahl nur Dritter geworden. Klose begründete im Gespräch mit dieser Zeitung seine Auffassung damit, Ahmadineschad habe überall gleichermaßen etwa 60 Prozent der Stimmen erhalten. Das sei ebenso unwahrscheinlich wie der Umstand, dass der Kandidat Karrubi selbst in seiner Heimatregion nur etwa ein Prozent der Stimmen erhalten haben soll. Angesichts der Wirtschaftskrise habe der angebliche Wahlsieger nicht so viel besser als zuvor abschneiden können. Klose sagte im Deutschlandradio Kultur: „Meine persönliche Vermutung wäre, dass die richtige Reihenfolge wahrscheinlich Mussawi, Karrubi und an dritter Stelle Ahmadineschad ist.“ Zwar heißt es, es gebe auch in der Bundesregierung solche Einschätzungen. Doch wird zugleich versichert, die eigenen Erkenntnisse seien nicht überaus präzise.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Gernot Erler (SPD) nannte als weiteren Anhaltspunkt für Wahlfälschung die „eigentlich viel zu frühe Verkündung eines Endergebnisses (in Wahlkreisen), wo noch gar nicht ausgezählt sein konnte“. In der Addition der Stimmenanteile habe es einmal 108 Prozent, einmal 94 Prozent gegeben, sagte Erler im Deutschlandfunk. Erler verwies auch noch einmal auf „viele Berichte, dass gerade in den Hochburgen der Opposition es entweder schon gefüllte Wahlurnen am Anfang der Auszählung gab oder aber fehlende Stimmzettel“.

(aus der heutigen FAZ)

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PS2.: Manfred schreibt unter (1):

„Dieses Regime ist nicht das erste, dessen Hochmut vor dem Fall kommt. Es war nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit (z.B. Ukraine) eine Riesendummheit, die Rettung in einer obendrein ziemlich plumpen Wahlfälschung zu suchen.“

In der Tat, man fragt sich, warum die Orks mal wieder derartig plump lügen. Ich vermute, sie sitzen ihrem speziellen Verständnis von „Wahrheit“ auf, welches sie völlig selbstverständlich und ohne jeden Zweifel als global voraussetzen, und dieses ist: „Die Wahrheit ist dort, wo das Schwert ist“ (2). Schwerter, Rüstungen, Kameldung und Blutgeruch: Das Leben der Iraner ist dank Gardinenstange & Co. auf die Lebenswirklichkeit eines Kampfhahnes reduziert worden. Diese Nazis greifen nach der Bombe? Na und? Obama wäre nicht der erste US-Präsident, der vor seiner Zeit abträte. Iran steht mE. vor der Entscheidung, in den Kreis der zivilisierten Nationen zurückzukehren oder in eine radioaktive Wüste verwandelt zu werden, mit oder ohne Obama. Der Westen hat mehrere Tausend interkontinentale Atomsprengköpfe, das dürfte ausreichen, um das gesamte Orkistan in eine Glasplatte zu verwandeln, bevor die erste iranische Rakete ihr Ziel erreicht hat. Ok, ich lebe dann wegen des Fallouts zwar zehn Jahre weniger, aber auch ohne orkische Schmeißfliegen, das ist letzlich unter dem Strich sicher ein Gewinn (Auf der Glasplatte könnten wir dann zB. ohne Gefahr vor Killern und Räubern unsere gigantischen Solarkraftwerke installieren – 3 ). Für die nordamerikanischen Indianer war es seinerzeit hart, aber nur durch ihre Entmachtung konnte der amerikanische Westen besiedelt werden. Nordamerika ist jetzt die Heimat von 338 Millionen Bürgern statt von 10 Millionen perversen und blutrünstigen Federfritzen! HIGH NOON is NOW!

Manfred schreibt auch: „Falls es überhaupt einen Weg geben sollte, Islam und kulturelle Moderne irgendwo in den Kernländern des Islam miteinander zu verbinden, dann werden die Perser und Schiiten diejenigen sein, die ihn finden.“

Ich stimme Manfred zu: Wenn jemand die Orks aus dem selbstverschuldeten und vorhersehbaren Verderben führen kann, ist es der Iran – dank seiner grandiosen vormohammedanistischen Geschichte!

Ich grüße Sie,

Time

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(1) http://www.korrektheiten.com/2009/06/17/non-sire-cest-une-revolution/
(2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/orks-lugen-anders-aber-immer/
(3) http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E5EB2FA1298B546DC8C0B11DD68C97DC5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Dran bleiben: Zweites (ziviles) Beispiel

16. Juni 2009

Vielleicht geht uns die Zeit aus. Vielleicht wird man in ferner Zukunft über diese „Gutmenschen“ spotten, die DAS PROBLEM wohl erkannt hatten, aber es unbedingt FRIEDLICH lösen wollten. Vielleicht werden die Orks mit unseren zu Kelchen umgestalteten Totenschädeln anstoßen (mit Pfefferminztee, versteht sich). Vielleicht, vielleicht! Oder VIELLEICHT NICHT!!! Ich meine, wer etwas TUT, hat damit RECHT! Lesen Sie jetzt über ein paar UNSER Bürger-Helden mit langem Atem von Kristina Maroldt aus der FAZ vom 14. Juni 2009:

Schüler in (Berlin-, T.) Neukölln lernen Freiheit und Gleichberechtigung in Rollenspielen – Den Workshop leiten junge Muslime (= Mohammedanisten, T.)

Die Aktion war kaum auf StudiVZ angekündigt, da brach im Netz ein Sturm der Entrüstung los. „Europa duldet jeden Tag Tausende Fälle von Zwangsprostitution“, schrieb ein muslimischer Student, „und ihr werft uns fünf Ehrenmorde in 17 Jahren vor?“

Ahmad Mansour war erleichtert. Als der Mitarbeiter des Berliner Gewaltpräventionsvereins „Strohhalm“ den Aufruf im vergangenen Sommer auf das Studentenportal stellte, hatte er mit Schlimmerem gerechnet: krasseren Sprüchen, realen Prügeln. Schließlich hatte er eines der größten Tabus der eigenen Community gebrochen: Er schlug vor, offen über Ehre, Sexualität und Gleichberechtigung zu diskutieren. „Egal, wie gebildet die Leute sind“, sagt der 32 Jahre alte Muslim und Araber, „bei dem Thema werden sie empfindlich. Es geht ja um Macht. Die gibt keiner gern ab.“

Genau das fordern aber die „Heroes“, zwölf muslimische Männer zwischen 17 und 21, mit denen sich der Psychologe Mansour und ein türkischer Theaterpädagoge einmal in der Woche im Neuköllner Familienzentrum treffen. Man klatscht sich ab, wirft sich auf die Sofas, dann wird bei Chips und Cola diskutiert: über Frauenrechte und Männerehre, Religion und Gewalt. Die Sozialarbeiter haben die Jungs in den Jugendzentren des Viertels und über Bekannte rekrutiert. Alle haben türkische, arabische oder albanische Wurzeln und zwei Dinge satt: den schlechten Ruf des Viertels und die Vorstellung, die Ehre des muslimischen Mannes hinge ausschließlich an der Keuschheit und am Gehorsam der weiblichen Verwandtschaft.

„Das ist doch albern“, findet Gökay. Der 21 Jahre alte Abiturient war einer der Ersten, die sich für das Projekt meldeten. „Mich hat das schon in der Grundschule genervt: Wenn ein Mädchen kein Kopftuch trug, war es unten durch, die Brüder und Väter galten als ehrlos.“ Von seiner eigenen Familie sei er anderes gewohnt, Mutter und Schwester seien gleichberechtigt. „Mit solchen Frauen kann man auch als Mann viel mehr anfangen.“ Doch der junge Türke schwieg, wenn die Klassenkameraden ihre Machosprüche losließen.

Jetzt wurden Gökay und die anderen „Heroes“ vier Monate lang von Ahmad Mansour und seinem Kollegen „trainiert“, wie Gökay es nennt: Sie lasen Texte der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali, sahen „Gegen die Wand“ von Fatih Akin, diskutierten über eigene Erfahrungen mit Diskriminierung und Ehrkultur. Am Ende entwickelten die jungen Männer eine Definition von Ehre, die nichts mehr mit Unterdrückung und Clan-Denken zu tun hat, dafür aber viel mit der Verteidigung von persönlicher Freiheit – auch der Freiheit der eigenen Schwester. „Wenn Frauen und Männer gleichen Anteil an der Gesellschaft haben“, steht auf dem Flyer der Gruppe, „kann sie sich für alle verbessern.“

Seit Jahresbeginn diskutieren die Jungs nicht mehr nur im kleinen Kreis – sie gehen raus ins Viertel. An Schulen in Neukölln veranstalten sie Workshops, versuchen das Weltbild der Kiez-Kids ins Wanken zu bringen. Es ist ein Kampf. Mal bricht ein Mädchen in Tränen aus, weil es an den Druck der Familie denkt. Mal lachen die Schüler, weil ihnen Männer, die für Frauenrechte kämpfen, exotisch vorkommen. Mal werden die Wortgefechte so heftig, dass die „Heroes“ eine Prügelei verhindern müssen.

An der Boddin-Schule, die Gökay und Ahmad an diesem Tag eingeladen hat, haben 95 Prozent der Schüler Migrationshintergrund. Selbst für Berlin ist das viel. In der 6b, wo der Workshop stattfindet, sind alle Kinder muslimisch, die Hälfte der Mädchen trägt Kopftuch. Für viele muslimische Frauen ist der Alltag in der Gegend rund um die Schule ein Kampf – vor allem, wenn sie nicht mit spätestens 18 als Ehefrau enden wollen, die schon sehr bald fünf Kinder haben wird. „Was in den Wohnungen passiert, weiß keiner“, sagt Ayten Köse. Die Erzieherin berät als Vertreterin der Jugendhilfe Eltern und Lehrer. „Mit dem Viertel geht es bergab.“ Vor allem die arabischen Familien bestimmten die Sitten, im Unterschied zu den beruflich erfolgreichen Türken sei für diese Gruppe Religion und Tradition meist einziger Lebensinhalt. „Viele kamen als Flüchtlinge. Jetzt leben sie von der Sozialhilfe.“ Statt um Integration kümmere man sich um die Keuschheit der Töchter, traditionell die Trägerinnen der Familienehre. „Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, beschimpfen die arabischen Jugendlichen sie auf offener Straße als Schlampe.“ Ayten Köse ist wütend, dass die Politik nicht durchgreift: „Wieso fragt keiner diese Leute, wo sie ihre Frauen die ganze Zeit verstecken? Warum fordert sie keiner auf, statt für die Moscheen für die Ausstattung der Schulen zu spenden?“ Die seien oft der einzige Ort, an dem die Kinder lernten, dass ein anderes Leben möglich sei. Die „Heroes“ sind für Ayten Köse die beste Nachricht seit langem.

„Hab’ ich euren Respekt?“, dröhnt Ahmad Mansours Stimme durch das Gebrüll. Sofort herrscht Ruhe. Mit „Respekt“ und „Ehre“ können die Kinder etwas anfangen, die Begriffe fallen in fast jedem ihrer Sätze. Was sie bedeuten, wissen sie nicht. „Wer hat Ehre?“, will Gökay wissen. „Wer keinen schlägt!“, kräht ein Junge. – „Und was ist, wenn ich meine Schwester mit einem fremden Mann sehe?“ – „Schwester klatschen, Freund klatschen!“ Die Klasse johlt. „Kapier’ ich nicht“, sagt Gökay. „Ich dachte, wer klatscht, hat keine Ehre?“ – „Aber sie ist ein schlechtes Mädchen. Die Leute reden sonst.“ – „Ist das wichtig?“ – „Ja.“ – „Warum?“ – Schweigen.

So geht es drei Stunden lang. Satz für Satz klopfen Ahmad Mansour und Gökay die Parolen der Schüler ab, lassen sie in Rollenspielen testen, wie es sich anfühlt, die Schwester nicht zu „klatschen“, sondern vor dem Vater zu verteidigen. Zwei Mädchen mit Kopftuch behaupten, eine unverheiratete Frau dürfe nicht allein in einer fremden Stadt studieren: Sie könne ihre Jungfräulichkeit verlieren. „Und was ist mit Khadija, Mohammeds erster Frau?“, fragt Mansour. „Die war Geschäftsfrau, ständig allein unterwegs und keine Jungfrau mehr, als der Prophet sie geheiratet hat. Heißt das, der Prophet hatte keine Ehre, als er sie zur Frau nahm?“ Die Mädchen machen große Augen. Er wendet sich an die Jungen: „Wer ist für euch die bessere Ehefrau: die Jungfrau, die nicht studiert und früh geheiratet hat, oder die Frau, die keine Jungfrau mehr ist, aber Uni-Abschluss hat?“ Ein Junge ruft: „Die studiert hat. Die macht den Haushalt besser!“ Ahmad Mansour seufzt.

Time am 16. Juni 2009

Dran bleiben: Ein Beispiel

16. Juni 2009

Alte und neue Nazis faseln von „wahrer“ Demokratie, ihr Geschnatter wird von dem der Kommunisten fast übertönt: ALLE wollen DEMOKRATEN sein, so wie alle Affen gerne Menschen wären, und in den Besitz des FEUERS kommen möchten (1). Aber hier triumphiert der Wille von Übermensch wie Oberaffe mal wieder (wie so oft) nicht. Ein Schimpy ist ein Schimpy, egal wieviel Orden er an seine Brust heftet oder Dr.-Titel. Und ein Demokrat ist nur dann ein Demokrat, wenn er die Auffassung vertritt, dass mindestens zwei Parteien um die Regierungsgewalt FRIEDLICH konkurrieren sollen und die Entscheidung OHNE BLUTVERGIESSEN durch FREIE, FAIRE und GEHEIME Wahlen ALLER BÜRGER getroffen wird. Demokratie ist nicht tollkühner Heldenmut des Kriegers, Demokratie ist die Geduld liebender Eltern.

Lesen Sie jetzt einen schwungvollen Leserbrief von Bürger Konteradmiral Dr. Sigurd Hess aus der heutigen FAZ zur Lösung des Piratenjihads vor der ostafrikanischen Küste, und glauben Sie mir, ICH persönlich zB. bin GEDULDIG und NACHHALTIG, und ich kämpfe für den SIEG!

Mit Geduld und Nachhaltigkeit gegen die Piraten

Zum wiederholten Mal wird in Leserbriefen und Kommentaren (zuletzt F.A.Z. vom 11. Mai) darauf aufmerksam gemacht, wie Pompeius im Seeräuberkrieg 63 v. Chr. die Piraten bekämpfte. Warum halten wir uns bei der Suche nach Lösungen nicht an moderne Beispiele erfolgreicher Piratenbekämpfung?

Mitte 2005 hatte das „Joint War Committee“ der Versicherung Lloyd’s in London die Malakkastraße in Südostasien zum „High war risk (HWR)“-Gebiet erklärt. Piraterie und Seeräuberei hatten Ausmaße angenommen, die nicht nur die internationale Schifffahrt, sondern die Stabilität und wirtschaftliche Prosperität der Anrainerstaaten Malaysia, Indonesien und Singapur gefährdeten.

Mit internationaler Hilfe – besonders die UN-Organisation IMO (2) und die Vereinigten Staaten, Japan, China und Australien engagierten sich – gelang es den Anrainerstaaten, den „Kooperativen Mechanismus“ zu gründen. Maßnahmen zur Bekämpfung von Piraterie, Seeräuberei, Schmuggel von Waffen, Menschen und Drogen wurden nicht nur diskutiert, sondern auch beschlossen und ausgeführt.

Mit dem ISC in Singapur (Zentrum zum Inforrnationsaustausch), MALSINDO (Seeraumüberwachung und Pirateriebekämpfung mit Schiffen), und „Eyes in the Sky“ (Seeraumüberwachung mit Flugzeugen), wurden „regionale Kooperationsabkommen zur Bekämpfung von Seeräuberei und Piraterie (ReCAAP)“ geschaffen. Diese Maßnahmen waren so erfolgreich, dass Lloyd’s die Erklärung der Malakkastraße zum EIVvR-Gebiet Mitte 2006 aufhob. Wie aus der Statistik des IMB-PRC in Kuala Lumpur (Zentrum für Pirateriemeldungen des Internationalen Maritimen Büros) abgelesen werden kann, haben im ersten Quartal 2009 in der Straße von Malakka keine Schiffskaperungen mehr stattgefunden.

Diese Erfolgsgeschichte internationaler und regionaler Zusammenarbeit sollte sich die Politik für den Golf von Aden und den westlichen Indischen Ozean als Beispiel nehmen. Die See- und Luftraumüberwachung hat mit den Operationen ATALANTA der EU, Allied Provider der Nato und mit der von Amerika geführten Task Force 151 seit Ende 2008 begonnen. Die Operationen laufen erst seit etwas mehr als einem Vierteljahr. Die Erfolge auf hoher See werden sich insbesondere dann einstellen, wenn mit Geduld und Nachhaltigkeit die Bekämpfung der Piraten verstärkt wird, statt nur Schiffe zu eskortieren. Noch fehlt jedoch die internationale Initiative, um einen „Kooperativen Mechanismus am Horn von Afrika“ mit den hnrainerstaaten Jemen, Djibouti und Somalia als Kern sowie anderen Staaten der Region zu gründen und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Jemen und Djibouti „wollen, aber sie können nicht“.

Die Kommission der EU hat hierfür im Rahmen ihres Stabilitätsprogramms „Kritische Schifffahrtsstraßen“ umfangreiche Finanzmittel für 2010 bis 2013 eingeplant. Die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten und des Parlaments zu diesem Programm und den darin vorgeschlagenen Projekten zur Verbesserung der Seesicherheit am Horn von Afrika stehen noch aus. Die Bekämpfung von Piraterie und Seeräuberei ist eine lösbare Aufgabe. Deutschland sollte eine führende Rolle übernehmen, denn seine wirtschaftlichen und maritimen Interessen sind in besonderem Maße betroffen. Statt sich zwischen den Parteien zu streiten, sollte gegen die Piraten gestritten werden. Ja – wir können das!

Time am 16. Juni 2009
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(1) http://www.youtube.com/watch?v=H-jqpXzCNb
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Seeschifffahrts-Organisation


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