Undercover-Counterjihad

Der folgende Artikel stammt aus der FAZ vom 7. Januar dieses Jahres. Jakob Strobel y Serra beginnt im Allgemeinen, wird dann counterjihadisch, um schließlich zu einem bemerkenswerten Abschluss zu kommen:

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Was ihr wollt

Kindererziehung ist Privatsache. Zum Glück. Das Pech ist, dass sie oft im öffentlichen Raum stattfindet. Oder auch nicht. Oder ganz anders, als man es selbst für richtig hält. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Jeder soll seines und seiner Kinder Glückes Schmied sein, ganz so, wie er es für richtig hält, das ist unser Credo. Manchmal aber tun die Hammerschläge ziemlich weh.

Neulich saßen wir in einem aufgeklärten arabischen Land in einem Café und tranken friedlich unseren Mokka. Am Nebentisch ließ sich eine Familie nieder, Vater, Mutter, drei Kinder, er im traditionellen Gewand des Wüstensohnes, sie verschleiert mit freiem Gesicht, die drei Kleinen westlich gekleidet und eskortiert von zwei Kindermädchen südostasiatischer Herkunft. Die Familie aß, besser gesagt, sie tat so, als esse sie. Der Vater telefonierte pausenlos, die Mutter stocherte im Essen herum, und die Kinder benahmen sich noch viel schlechter als der kleine tyrann Abdallab, der fürchterlich verzogene Sohn des erhabenen Emir Mohammed Ben Kalish Ezab in dem Tim-und-Struppi-Band “Im Reich des schwarzen Goldes”. Sie jaulten und krakeelten, liefen weg und wurden eingefangen, bewarfen ihre Kindermädchen mit Essen und schlugen sie ins Gesicht, während ihre Eltern völlig ungerührt telefonierten oder im Essen herumstocherten.

Wir überlegten einen Augenblick lang, ob wir aufspringen, dazwischengehen und sagen sollten: Jetzt ist aber Schluss, ihr Bälger, auch Hauspersonal hat eine Menschenwürde, egal auf wie viel Öl ihr sitzt, und wenn euch das eure Eltern nicht beibringen, dann machen wir das eben. Doch wir blieben sitzen, nicht aus Feigheit, sondern aus Vernunft. Denn sonst müssten wir andauernd aufspringen in unserem Leben, weil wir ständig etwas sehen, was mit unseren Prinzipien nicht vereinbar ist – dicke Kinder, die von ihren Eltern Chips vollgestopft werden, dumme Kinder, die während des Essens am Kleincomputer daddeln dürfen, schlaue Kinder, die auf ihre Fragen von ihren Eltern keine Antworten, sondern einen Stillhaltebefehl bekommen. Und wir überlegten uns, wie oft Menschen bei uns aufspringen könnten – weil wir mit unseren Kindern in den Ferien sechstausend Kilometer im Auto fahren, weil wir dann bis Mitternacht mit ihnen durch die Kneipen ziehen oder weil wir uns von ihnen manchmal auf der Nase herumtanzen lassen, anstatt ihnen den rechten Weg des Lebens zu weisen, es sind doch Kinder.

Deswegen blieben wir seufzend sitzen. Soll doch jeder machen, was er will, sei es nun richtig oder falsch. Nur die beiden engelsgleichen, unendlich duldsamen Kindermädchen taten uns schrecklich leid.

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Ist das nicht ein seltsamer Text? Da sind Emir al-Wichtig, seine recht- und lustlose Gattin, drei ekelhafte Bubenpaschas und zwei ostasiatische Sklavinnen, die die Misshandlungen mit stoischer Ruhe ertragen, weil sie keine andere Wahl haben. Diese Szene ist absolut typisch für eine mohammedanistische Familie und nichts sonst. Sie ist so absolut speziell orkisch, dass sie überhaupt nicht dazu taugt, Betrachtungen daran aufzuhängen, die über den Mohammedanismus hinausgehen oder gar allgemeine z.B. über Kindererziehung sind.

Die Szene ist nicht denkbar mit westlichen Teilnehmern. Sie hat in Herrn Strobel y Serra aber solches Entsetzen ausgelöst, dass er sie erzählen muß. Er fühlte sogar unmittelbaren Handlungsbedarf: „Doch wir blieben sitzen, nicht aus Feigheit, sondern aus Vernunft.“ An seinem Mut darf gezweifelt werden, immerhin spielte sich die Szene in einem mohammedanistischen Land ab.

Worin soll nun aber die Vernunft bestehen? Nun, wenn er hier eingreifen würde in dieses besonders schwer erträgliche Geschehen, müsste er ja permanent irgendwo eingreifen, da im Umgang zwischen Eltern und Kindern permanent Fehlverhalten zu beobachten sei, behauptet Herr Strobel y Serra. Und dann nennt er so schwer zu ertragende Beispiele wie Kinder, die in ihren Nintendo vertieft sind oder Chips essen, obwohl sie Übergewicht haben – und denen man angeblich auf Schritt und Tritt begegnet. Überhaupt, wir machen doch alle Fehler, fahren in der Regel im Urlaub 6.000 km und schleppen die Kleinen bis Mitternacht durch die Kneipen. Was, das tun Sie nicht? Dann sind Sie aber kein typischer Westler. Jedenfalls ist es deshalb nicht so schlimm, wenn die reichen Mohammedanisten ihre Hausangestellten wie Dreck behandeln.

Ich meine, dieser letzte Abschnitt ist derart unglaubwürdig, dass er danach schreit, zurückgewiesen zu werden. Ich vermute, Herr Strobel y Serra war (verständlicherweise) nicht nur vorsichtig genug, nicht in die Szene einzugreifen. Er ist auch vorsichtig genug, seine counterjihadische Position, die durch die detaillierte und pointierte Beschreibung der Orkfamilie und seinen Drang, diese zu allgemein üblichem Benehmen zu rufen, deutlich wird, nicht zu offensichtlich zu erklären.

Deshalb verbindet er Beschreibung und Verurteilung der Orks, die unfähig sind, ihre Kinder zu anständigen Bürgern zu erziehen, mit allgemeinen Phrasen, die seine Beobachtung scheinbar relativieren, tatsächlich jedoch derartig an den Haaren herbeigezogen worden sind, dass sie umgehend als Phrasen erkannt werden und in das Vergessen sinken, während die Mohammedanisten und ihr typisch barbarisches und gewalttätiges Benehmen in unserer Erinnerung bleiben – als inkompatibel, versteht sich.

Er verhilft der Wahrheit zu ihrem Recht, indem er sie durch eine offensichtliche Pflichtlüge verdeckt. Das ist m.E. keine Dimmitude, das ist Counterjihad – Undercover-Counterjihad. Es ist aber weiterhin auch ein schlechtes Zeichen in Bezug auf die Redefreiheit, wenn jemand meint, zu solchen Maßnahmen greifen zu müssen.

Time am 17. Januar 2010

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