Aus meinem Giftschrank (#9)

Leser Jürgen P. aus Hamburg hat mir eine freundliche Mail geschickt und zwei Bilder angehängt. Sie zeigen ein Schild, das vor einem Altkleider- und Altglascontainer steht. Entsorgt werden können alle Kleider von der Bundfaltenhose über das Nachthemd bis zur Burka. Burka??? Aber ja doch, das ist doch ein gaaanz NORMALES Kleidungsstück, Sie rechter Spießer!

Oder ist gemeint “Schmeiß die Burka weg und Du wirst frei sein”, wie dies die Feministinnen der 68er-Jahre mit ihren BH-Verbrennungen ausdrücken wollten? Die “taz” berichtete: “Bei der Wahl zur Miss America am 7. September 1968 krönten Protestlerinnen stellvertretend ein Schaf zur Schönheitskönigin! Dann schmissen sie BHs, High Heels und Lippenstift in einen “Freiheits-Mülleimer” – ob er wirklich brannte, ist allerdings umstritten. Die Legende vom Unterwäschefeuer wird von mehreren Quellen genährt, von Historikerinnen jedoch angezweifelt.” (1)

Schön wär’s, aber dann würde natürlich nicht praktisch jedes Kleidungsstück der Welt auf dem Schild genannt werden. Nein, nein, das ist ein toxischer Dimmi-Schiss. Aber wo ist die Burka denn nun eigentlich? Ich gebe Ihnen einen Tip (s. kleines Foto).

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Time am 26. Februar 2010

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1) http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/weg-damit/

2 Antworten zu „Aus meinem Giftschrank (#9)“

  1. Roger sagt:

    Ich fand´s im ersten Augenblick eher lustig, dass die Burka mitdraufstand.
    Dann dachte ich, was passiert eigentlich mit den Altkleidern?
    Wenn aus der Burka ein Putzlappen wird, dann ist´s mir Recht.

    Oder gehen die Klamotten vielleicht als “Kleiderspenden” in die dritte Welt?
    Da wird´s dann verzwickt. Schlecht wär´s wenn eine andere Frau noch mal in einen Burkasack gezwängt würde.
    Andererseits wird so vielleicht die afghanische Burkha-Industrie untergraben.
    Schön wär´s jedenfalls. ;-)

  2. Time sagt:

    Hallo Roger,

    herzlich willkommen!

    Ich glaube, es geht vor allem um die IDEEN, um das, was der Stoffkäfig IDEOLOGISCH festlegt (als solcher ist er ja nur etwas mehr als ein Bettlaken, aber im Zusammenhang mit einer Theorie gleicht er Stammheim). Im aktuellen “Chrismon” gibt es einen sehr authentischen Bericht über “Skating” in Afghanistan, inkl. eines lesenswertens Interviews mit Knecht Ruprecht Neudeck, über das Verwirren uralter Hierarchien im Interesse der Freundlichkeit.

    http://www.chrismon.de/5883.php

    Mit freundlichen Grüßen

    von Time

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