Archiv für Juni 2010

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

23. Juni 2010


Ich werde für einige Tage das Bloggen einstellen,
hoffe, dass Sie mir gewogen bleiben
und grüße Sie herzlich,

Ihr

T+I+M+E

_____

PS (Pausensoundtrack): „No Time“ von J. J. Cale

Hier der Song (Ausschnitt):
http://www.amazon.de/No-Time/dp/B001SO7SRA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=dmusic&qid=1277324688&sr=8-1

Live-Performance:
http://www.youtube.com/watch?v=hemrseR4qtA

Hier der Text:

No Time

No time for making my moves, no time
No time for hitting the grooves, no time

Summer comes and summer’s gone
Winter sings it‘s very sad song
The saddest part of all it seems
How we lose most of our dreams

No time for making my moves, no time
I got no time for hitting the booze, no time

The clock it turns at a rapid pace
And takes us to another place
The train it goes from here to there
Just left me standin‘ here

No time for making my moves, no time
I got no time for hitting my grooves, no time

I had the blues this mornin‘
I cried all day
I guess you lose the blues in the mornin‘
If you cry the blues away

I got no time for hitting my grooves, no time
No time for making my moves, no time
No time and nothin‘ to lose
I got no time for hittin‘ the booze, no time

Lets go man, hmmm I got no time
I got no no no no n n n no no time, no time

_____

Time am 23. Juni 2010

_____

Drohnendrohung zieht

23. Juni 2010

Wenn etwas die Orks so richtig nervt, ist dies der neue und immer weiter ausgebaute Einsatz von Kampfdrohnen. Die amerikanische Armee hat hier nicht nur ein effektives Kriegsgerät, sie vermag darüber hinaus etwas vor aller Augen zu realisieren, was die Mohammedanisten über ihren angeblichen Gott Alla nur behaupten können: Sie straft zielgenau aus heiterem Himmel.

Was für ein schwacher und erbärmlicher Gott, dieser Alla, der von seinen Anhängern Mord und Selbstmord fordert (1), aber sie regelmäßig wie die Moskitos sterben läßt (2), ohne auch nur den kleinen Finger krumm zu machen. FAZ-Leser Wolfgang Illauer würde dem FAZ-Stamm-Ork Ali Arschab (3) denn auch gern ein paar diesbezügliche Fragen stellen:

____

Ewig gültige, zu erfüllende Wahrheiten im Koran

Necla Kelek zitiert („Gewaltbereitschaft als Kultur“ in der F.A.Z. vom 14. Juni) aus dem Bericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen den folgenden Satz: „Je höher die religiöse Bindung (von jungen Muslimen) ausgeprägt ist, umso niedriger ist der Stand der Integration.“ Kein Wunder, möchte ich ergänzen. Denn für fromme Muslime gilt der Koran, und im Koran steht auch diese Forderung (Sure 5, 51): „Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen).“ Die Übersetzung mit zwei das Verständnis erleichternden Ergänzungen stammt von Rudi Paret. Es würde die Integration muslimischer Jugendlicher bedeutend erleichtern, wenn die Sprecher der Muslime in Deutschland (und die Imame in ihren Predigten) solche Koranstellen als zeitgebundene, heute nicht mehr gültige Aussagen interpretierten.

Aber hier taucht eben eine schier unüberwindliche Schwierigkeit auf. Die frommen Muslime haben nämlich „den unerschütterlichen Glauben… an den Koran als ewig gültige göttliche Rede“ (Leser Ali Ashraff in der F.A.Z. vom 12. Juni). Der Koran wurde dem Propheten Mohammed „geoffenbart“, wurde herabgesandt. Gerne würde ich Ali Ashraff und andere gläubige Muslime fragen, ob sie der festen Überzeugung sind, dass Verse wie der zitierte eine ewig gültige, unveränderliche Wahrheit und eine wörtlich zu erfüllende göttliche Forderung enthalten.

_____

Hahaha, das Ergebnis der Befragung steht doch fest: Alla, diesen kleinen Wicht, Alla, Alla gibt es gar nicht!

Was bleibt, sind ideologisch verhetzte, lebensunfähige, sadistische, mohammedanistische junge Männer, die es voll Schei**e finden, wenn sich Juden nicht ermorden lassen, sondern zurückschlagen, und die überhaupt nicht darauf klar kommen, dass Alla nicht mal einen F*rz läßt, während ihnen die US Airforce noch in unwegsamstem Gelände eine Missile in den A*sch pfeffert, wie Matthias Rüb in der heutigen FAZ nahezulegen schien.

Aber wenn ich Alla wäre, würde ich angesichts derartig peinlicher Anhänger natürlich auch nichts von mir hören lassen. Kann einem schon fast leid tun, dieser Götze, den es gar nicht gibt. Er sollte zum Christentum konvertieren…

_____

Geständnis als Schlachtruf

Der Terrorist vom Times Square erklärt den Krieg

„Hundert Mal schuldig“ bekannte sich Faisal Shahzad. Offenbar hatte der Mann, der im Vergnügungsviertel von Manhattan eine Bombe zünden wollte, es kaum erwarten können, bis er sich am Montag vor einem New Yorker Bundesgericht äußern konnte. Die Staatsanwaltschaft ahnte nichts. Vor seinem umfassenden Schuldbekenntnis hatte der 30 Jahre alte Amerikaner pakistanischer Herkunft keine Absprache mit der Anklage getroffen. Ihm ging es nicht darum, das Gericht milde zu stimmen. Ihm ging es um einen Schlachtruf.

Dem Sohn eines pakistanischen Luftwaffenoffiziers, der mit 18 Jahren zum Studium nach Amerika kam, sechs Jahre lang in der Buchhaltung und der Finanzabteilung eines amerikanischen Kosmetikunternehmens arbeitete, eine Familie gründete und für sich, seine Frau und die beiden kleinen Kinder ein Häuschen in Connecticut kaufte, wird zur Last gelegt, am Abend des 1. Mai versucht zu haben, am Times Square eine selbstgebaute Bombe zur Explosion zu bringen. Der in einem Auto versteckte Sprengsatz zündete aber nicht und konnte dank eines Straßenverkäufers, der die Polizei auf das qualmende Auto aufmerksam gemacht hatte, entschärft werden. Zwei Tage später wurde Shahzad nach einer Großfahndung am New Yorker Kennedy-Flughafen in einem startbereiten Linienflugzeug mit Ziel Dubai festgenommen.

Richterin Miriam Cedarbaum machte Shahzad unmissverständlich klar, dass sein Schuldbekenntnis die Verhängung einer lebenslangen Haftstrafe zur Folge haben werde. Darauf antwortete Shahzad: „Ich will mich schuldig bekennen, und ich werde mich hundert Mal schuldig bekennen. Denn bis zu der Stunde, da die Amerikaner ihre Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abziehen, bis sie ihre Drohnenangriffe in Somalia, im Jemen und in Pakistan einstellen, bis sie nicht länger muslimischen Boden besetzt halten, bis sie aufhören, Muslime zu töten, werden wir Amerika angreifen. Und dazu bekenne ich mich schuldig.“

Auf die Nachfrage der Richterin, warum er unschuldige Mitbürger, dazu Frauen und Kinder habe töten wollen, antwortete Shahzad: „Sie greifen mit ihren Drohnen Frauen und Kinder in Afghanistan an. Was ich getan habe, ist meiner Ansicht nach kein Verbrechen. Ich weiß, dass es gegen die Gesetze der Vereinigten Staaten verstößt, aber mich interessieren die Gesetze der Vereinigten Staaten nicht.“ Und er fuhr fort: „Ich betrachte mich als Mudschahid, als muslimischen Soldaten. Amerika und die Nato haben muslimisches Land angegriffen. Dies ist ein Krieg, und ich nehme daran teil.“ Deshalb werde es weitere Anschläge in Amerika geben.

Shahzad behauptete, allein und ohne ausdrücklichen Befehl seiner Hintermänner in der pakistanischen Nordwestprovinz Wasiristan gehandelt zu haben. Ankläger und Terrorfachleute bezweifeln das. Shahzad gab zu, Anfang Juni 2009 nach Pakistan geflogen zu sein, um sich der Tehrik-e-Taliban anzuschließen. Von Dezember an ließ er sich 40 Tage lang in einem Lager in Wasiristan im Umgang mit Sprengstoff ausbilden. Die Anklage geht zudem davon aus, dass Shahzad von einem unbekannten Komplizen in Pakistan zwei Zahlungen über zusammen 12 000 Dollar erhielt, um sich Waffen, das Tatfahrzeug und Material für den Bombenbau zu beschaffen. Nach Jahren der Diskussion über heimischen, „homegrown“ Terrorismus hat dieser für die Amerikaner nun ein Gesicht. Shahzad sagte in fast akzentfreiem Englisch aus. Er war es, der den Dialog mit der Richterin vorantrieb, um seine Botschaft zu übermitteln.

Dass das Oberste Gericht in Washington am gleichen Tag, da ein amerikanischer Terrorist pakistanischer Herkunft vor einem anderen Gericht zu weiteren Anschlägen aufrief, ein Grundsatzurteil zum Kampf gegen den Terrorismus fällte, ist vielleicht mehr als ein Zufall. Mit sechs zu drei Richterstimmen entschied das Gericht, dass nicht nur Finanzhilfen oder aktive Mitarbeit in einer Terrorgruppe als „materielle Unterstützung“ einer terroristischen Organisation gewertet und verfolgt werden können, sondern auch zivile Hilfsleistungen wie juristische Aufklärung über die Rechte von Angeklagten oder Seminare zur friedlichen Konfliktlösung. Terrorgruppen könnten solche Kenntnisse als „Teil einer langfristigen Strategie zur Förderung des Terrors“ nutzen, begründeten die Richter die Verfassungskonformität eines entsprechenden Antiterrorgesetzes, das Menschenrechtsgruppen angefochten hatten. Neben den konservativen Richtern schloss sich auch der linksliberale Richter John Paul Stevens dieser „harten“ Haltung an.

_____

Time am 23. Juni 2010

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-5-krieg/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/27/churchill-1-the-river-war/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/12/des-einen-freud-des-anderen-leid/

____

PS.: Lesenswerte Rezension von Beatrice Heusers Geschichte des strategischen Denkens „Den Krieg denken“ unter
http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E8AE7F1ED912F4EF28D74C10A74866CC2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Aus Dreck Gold machen

23. Juni 2010

„Der Alchimist“ von Carl Spitzweg (1), ca. 1860, Ausschnitt

Regina Mönch berichtet in der heutigen FAZ von dem großen Eifer, aus Dreck Gold zu machen bzw. von jenem, mit der das Projekt „Islamische Studien“ derzeit an deutschen Universitäten aus dem Boden gestampft werden soll.

„Denn anders als die christlichen Theologien und jüdischen Studien sind ‘Islamische Studien’ noch kein fester Bestandteil unserer Bildungstradition, und wenn sie es denn werden sollen, braucht es nicht nur freundlichen Zuspruch und Geld, sondern vor allem akademische Professionalität. (…) … zumal ein solches Studium, soll es dem für evangelische oder katholische Religionslehrer ebenbürtig sein…“, meint Frau Mönch, aber glaubt sie ernsthaft, dass das Studium der verbrecherischen Ideologie des Mohammedanismus dem Studium des jüdischen und christlichen Glaubens, der die Grundlage unserer Zivilisation ist, „ebenbürtig“ werden kann? Kann der Beruf einer Klofrau dem Beruf einer Journalistin „ebenbürtig“ werden?

Anstatt Zauberspruch um Zauberspruch auszuprobieren, sollten unsere Oberchecker doch ganz einfach mal das „Böse Buch“ lesen.

_____

Islam an Hochschulen

Berliner Dissens zwischen Verbänden und Professoren

Gemessen an der üblichen Langsamkeit, mit der sich große Institutionen, noch dazu mit jeweils eigener Tradition, bewegen, kommt das Reformprojekt „Islamische Studien“ an staatlichen Universitäten erstaunlich rasch voran. Das Konzept des Wissenschaftsrates vom Januar dieses Jahres hat wie eine Initialzündung gewirkt. Was jahrelang schier unmöglich schien, wegen der Besonderheiten des Islam, oder am Starrsinn der Funktionäre des organisierten Islam und natürlich auch am Des- beziehungsweise Eigeninteresse vieler Hochschulen zu scheitern drohte, soll nun offensichtlich ganz schnell gehen.

Einigkeit jedoch herrscht vorerst nur darüber, dass der Ort, an dem sich die Wissenschaft vom Islam etablieren und entfalten soll, unbedingt die staatliche Universität sein muss. Nur dort, daran stoßen sich allenfalls Islamverbände, kann sie sich mit anderen Fächern austauschen, nur dort kann die Autonomie der Wissenschaft gewahrt und der Einfluss nichtstaatlicher Organisationen auf ein für Forschung und Lehre verträgliches Maß begrenzt werden. Den Pionieren dieser Entwicklung, etwa den kleinen Instituten an den Universitäten in Münster und Frankfurt und inzwischen auch in Paderborn, wurde jahrelang weder die Unterstützung und schon gar nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die heute schon fast selbstverständlich erscheint.

Der Wissenschaftsrat und die Stiftung Mercator hatten jetzt Wissenschaftler und Kultusbeamte nach Berlin geladen, um über die Herausforderung zu streiten, vor die sich die Theologie heute gestellt sieht, insbesondere natürlich eine islamische Theologie. Denn anders als die christlichen Theologien und jüdischen Studien sind „Islamische Studien“ noch kein fester Bestandteil unserer Bildungstradition, und wenn sie es denn werden sollen, braucht es nicht nur freundlichen Zuspruch und Geld, sondern vor allem akademische Professionalität.

Die Bundesregierung hat finanzielle Unterstützung versprochen, nach welchen Standards das Geld zu vergeben wäre, ist allerdings noch reichlich nebulös. Die Einlassung eines Ministerialbeamten aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland gehe hier einen anderen Weg als die Niederlande – er zitierte einen Spruch von Geert Wilders zum Islam als Ideologie -, zeugte nur von großer Unkenntnis über das Niveau an einigen niederländischen Universitäten gerade in diesem Fach. Hierzulande besteht jetzt die Gefahr, dass mit viel Geld vom Staat allzu schnell zusammengeschustert wird, was jahrelang vernachlässigt wurde. So bemüht sich die Universität Osnabrück sehr, ihre Ausbildung von islamischen Religionslehrern auszubauen, zumal ein solches Studium, soll es dem für evangelische oder katholische Religionslehrer ebenbürtig sein, ohne Theologie und die ganze Bandbreite religiösen Denkens unvollkommen bleibt. Doch fehlen in Osnabrück die Bezugswissenschaften, wie sie etwa die Universität Münster vorhält und mit ihrem Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne“ ergänzt.

Fachpersonal für Islamische Studien auf europäisch universitärem Niveau ist sehr knapp. Die Universität Paderborn hat darum vor kurzem begonnen, sich die jungen Wissenschaftler selbst heranzuziehen. Zwei begabte junge Musliminnen mit einem Magisterabschluss in der Islamwissenschaft und mit theologischen Vorkenntnissen bereiten sich dort am Zentrum für Komparative Theologie (Institut für katholische Theologie) auf ihre Promotion vor; wenn alles gutgeht, wären sie in einigen Jahren Kandidatinnen für Juniorprofessuren. Auch Paderborn will die Zeitlücke überbrücken, doch eben zweigleisig: mit der Ausbildung eigenen Nachwuchses und Gastprofessuren. Unterstützt wird das Projekt von der Mercator-Stiftung.

Unklar ist immer noch, wer über Lehrpläne und Lehrpersonal mit entscheiden darf und vor allem, wer besser nicht. Erfreulich, dass sich endlich angesehene Wissenschaftler wie Reinhard Schulze (Universität Bern) deutlich und öffentlich zur Rolle sogenannter Beiräte äußern. Schulze vertritt mit anderen die Auffassung, dass Dachverbände namens ihrer Moscheegemeinden zwar mitzureden haben beim Religionsunterricht. Doch die Islamische Theologie wirke als Wissenschaft nicht direkt in diese Gemeinden hinein. In die Fachbeiräte, sollte es sie demnächst geben, gehörten Fachleute mit entsprechender wissenschaftlicher Kompetenz. Der Islamwissenschaftler weiß um die Furcht der wenigen islamischen Theologen, die es derzeit gibt, vor Interventionen der Verbände, und warnte in Berlin davor, ihnen zu viel Einfluss zuzugestehen. Die Forschung, die Islamische Theologie, könnte sonst disqualifiziert werden.

Natürlich gefällt das orthodoxen Islamverbänden nicht, denen die Freiheit der Forschung und eine autonome Universität wohl ewig suspekt bleiben werden. Die Spitzenfunktionäre wetterten gegen die „nichtorganisierten“ Muslime, deren religiösem Selbstverständnis die Wissenschaft ihrer Ansicht nach zu viel Gehör schenke, und sie beklagten routiniert ihr gefühltes Anerkennungsdefizit. Das zu lindern vermochten weder all die Wissenschaftler, die ihnen doch geduldig zuhörten, noch Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit seinem freundlichen Grußwort.

_____

Time am 23. Juni 2010

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Spitzweg

Hauptsache abhängig

22. Juni 2010

Irgendwelche pervers-masochistischen Dispositionen eines großen Teils unserer Eliten scheinen die Grundlage von dessen Entscheidungen zu bilden.

In der gestrigen FAZ berichtete Henning Peitsmeier über ein gigantisches Energieprojekt im Magreb. Mit im Boot: die Industrie- und Finanzgruppe ONA aus Marokko, und zwar nicht, weil man ohne sie nicht an die bekanntermaßen heiß begehrten und fantastisch hoch bewerteten Grundstücke in der Sahara käme, nein, sondern weil „die Sorge wegen einer neuen Form der Kolonialisierung wuchs“. Die Orks brauchen nur die richtigen Tasten zu drücken und die Kolonialismuskarte auszuspielen, und unsere linksgestrickten Elite-Weicheier entschuldigen sich wortreich und geben den Mohammedanisten, was diese wollen, anstatt sie allein in ihrer riesigen Sandkiste spielen zu lassen.

Überhaupt: Seit Jahrzehnten sind wir vom Öl der Orks abhängig und erpressbar, das wir ihnen zu horrenden Preisen abkaufen, anstatt es uns nach dem Recht des Stärkeren, welches sie selbst doch so hoch setzen, einfach zu nehmen. Nun werden wir in die nächste Abhängigkeit geführt. Zeitgleich wurde übrigens die Kernenergie, auf die sich unser Land meisterhaft verstand, von grünen Idioten diskreditiert und marginalisiert. Hauptsache in Abhängigkeit von den Orks leben, scheint das Motto zu sein.

Was die technischen Aspekte betrifft, bin ich begeistert. Die Kühnheit westlicher Ingenieure ist beispiellos.

_____

Strom aus der Wüste

Im Jahr 2050 soll ein Teil des europäischen Energiebedarfs aus Nordafrika kommen. Doch noch steckt das Desertec-Projekt in den Kinderschuhen.

Das spektakulärste und teuerste Energie- und Infrastrukturprojekt aller Zeiten ist in diesen Tagen abgetaucht. Viel findet hinter verschlossenen Türen statt, in Gesprächen mit Botschaftern und Ministern. Der Niederländer Paul van Son leitet seit Oktober die Desertec-Gesellschaft DII und hat seither einen Reiseplan wie der Bundesaußenminister: Marokko, Algerien, Frankreich, Spanien. Und wenn der tunesische Minister für Entwicklung und internationale Zusammenarbeit, Mohamed Nouri Jouini, wie vor wenigen Wochen in Berlin weilt, dann trifft van Son ihn eben dort. Van Son muss bei vielen Regierungen für das 400 Milliarden Euro teure Vorhaben werben, in den Wüsten Nordafrikas klimafreundlich Strom zu erzeugen. Denn Desertec ist auch ein politisches Projekt.

Van Son freut sich darüber, dass man „Desertec überall sehr positiv“ begegnet. Doch noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Es ist ein Lern-, Erfahrungs- und Findungsprozess in der Endlosschleife. Drei Jahre will sich die im Oktober 2009 gegründete Desertec Industrial Initiative (DII) Zeit nehmen, um Pläne für das ehrgeizige Wüstenstromprojekt zu entwerfen, Investoren zu finden und erste Referenzkraftwerke anzustoßen. In den ersten Wochen nach Gründung sollte vor allem der Kreis der 13 Gründungsgesellschafter erweitert werden: „Schwerpunkt unserer Arbeit musste es zunächst sein, die anfangs deutschlastige Initiative auf eine breitere internationale Basis zu stellen“, sagt Bernd Utz, Leiter des Gesamtprojektes bei Siemens, einem der Gründungsmitglieder.

Zum Gründerkreis gehört die Desertec Foundation, die Stiftung des Physikers und „Sonnenenergie-Pioniers“ Gerhard Knies. Der heute 72 Jahre alte Knies hatte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mit seinen Solarforschungen begonnen und fand rasch Unterstützung im Club of Rome. Heute stehen Weltkonzerne hinter Knies’ Idee. Siemens baut Solarkraftwerke, die Munich Re und die Deutsche Bank geben Geld, und schnell hatten sich der DII überwiegend deutsche Industrieunternehmen wie RWE, Eon oder MAN Solar Millennium angeschlossen.

Inzwischen gehören auch Enel aus Italien, St. Gobain aus Frankreich und die beiden spanischen Unternehmen Abengoa Solar und Red Electric zu den Gesellschaftern. Und als in einigen nordafrikanischen Ländern, die als Standorte für die Solar- und Windkraftprojekte in Frage kommen, die Sorge wegen einer neuen Form der Kolonialisierung wuchs, war es ein gutes Signal, die Industrie- und Finanzgruppe ONA aus Marokko einbinden zu können. „Marokko ist sicher als Standort für das erste Referenzprojekt favorisiert, weil es dort schon eine Hochspannungsverbindung nach Spanien gibt“, sagt ein DII-Sprecher. Aber auch andere Standorte und Gesellschafter sind gefragt. Mit Unternehmen aus Algerien und Tunesien wird derzeit ebenfalls verhandelt. Damit kann sich der Kreis um das Mittelmeer schließen. Ägypten hat ebenso starkes Interesse, doch sind dort die Solarpläne – anders als in den Maghreb-Staaten – noch weit entfernt von einer Konkretisierung. Aus 13 Gründungsmitgliedern sind so bis heute 17 Gesellschafter geworden.

Technisch scheint alles im grünen Bereich zu sein. „Die Umsetzung des Projektes ist weniger ein Thema von Forschung und Entwicklung, da wir uns ja technisch gesehen bereits in einem Reifeprozess befinden“, sagt Siemens-Manager Utz. „Vielmehr geht es um die Industrialisierung der Solartechnik.“ Das Zusammenspiel aller Beteiligten muss organisiert werden, von der Stromerzeugung über den Transport bis hin zur Abnahme durch die Kunden, sei es in Afrika und Arabien, sei es in Europa.

Selbst wenn solche Modelle erst bis Ende 2012 gereift sein sollen, zeichnet sich schon heute ein Szenario ab, wie bis zum Jahr 2050 tatsächlich der Wüstenstrom 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs deckt: Die erste Stufe sieht den Aufbau von Solaranlagen vor, deren erzeugter Strom in der Region abgesetzt wird – für Meerwasserentsalzungsanlagen ebenso wie für den wachsenden Strombedarf aufgrund der Industrialisierung in den Ländern. Der Transport erfolgt über eine bestehende, allerdings noch zu modernisierende Infrastruktur. In weiteren Stufen wird überschüssig produzierter Strom in benachbarte Länder exportiert werden, begleitet vom Aufbau von Hochspannungsleitungen. Erst in der Endausbaustufe erwarten Fachleute dann tatsächlich den eigentlich geplanten Transport nach Europa über Stromautobahnen.

Im Gegensatz zu Desertec ist das erst vor wenigen Wochen gegründete französische Projekt „Transgreen“ wesentlich schneller zu realisieren. Ein Konsortium aus den französischen Energieunternehmen EDF, RTE, Alstom und Nexans hat sich zum Ziel gesetzt, Strom aus Nordafrika nach Europa zu transportieren. Im Zuge der Mittelmeer-Union von EU-, Nahost-Ländern sowie nordafrikanischen Staaten ist ein Solarplan entwickelt worden, um rund 20 Gigawatt (das entspricht etwa der Leistung von 15 Kernkraftwerken) aus Sonnenkraft bis 2020 zu erzeugen.

Transgreen will ein Viertel davon nach Europa transportieren. Gleich mit Bekanntgabe der Gründung sahen manche in Transgreen eine Konkurrenzveranstaltung zu Desertec. Wenn es nach DII-Chef van Son und nach Siemens-Manager Utz geht, ist das Gegenteil der Fall: „Wir begrüßen Initiativen wie Transgreen, da sie uns schneller zum Ziel bringen können“, sagt van Son. „Wir arbeiten bereits mit Transgreen eng zusammen und stimmen uns ab, sie ist Teil der Agenda von Desertec“, sagt Utz. Um die Kooperation zu untermauern, steigt der deutsche Konzern ein. „Siemens wird sich an Transgreen beteiligen“, kündigt Utz an.

Desertec steht vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung für die riesigen in der Wüste entstehenden Solaranlagen und damit für die Stromerzeugung. Transgreen ist als Stromtransporteur, als Netzbetreiber ausgelegt. Und es besteht noch ein Unterschied: Die Transgreen-Initiative ist eine politische, vorangetrieben von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy; die Initialzündung für Desertec kam dagegen aus der Wirtschaft.

Das ist deshalb von Bedeutung, weil das Milliarden-Projekt auf privaten Finanzierungen basiert. Gleichwohl wird genauso von den Staaten ein Beitrag erwartet: „Wenn es um Förderung geht, darf es sich lediglich um eine Anschubfinanzierung handeln“, sagt Siemens-Manager Utz. „Desertec wird keine Dauersubventionsveranstaltung sein.“

_____

Time am 22. Juni 2010

Al Kaida zieht weiter

21. Juni 2010

Die Mitglieder des neuen irakischen Parlaments leisten den Eid bei ihrer ersten Sitzung in Bagdad am Montag, dem 14. Juni 2010: Die zivilisierte Welt ist sehr stolz auf Euch und heißt Euch herzlich willkommen!

Einen nüchternen Bericht über die Lage im Irak lieferte in der heutigen FAZ Rainer Hermann ab. Er ist der richtigen Schlussfolgerung m.E. mal wieder sehr nah gekommen und verpasste sie doch, was wohl seiner PC-Konditionierung geschuldet ist:

„Mit den Mitteln, die dem Land zur Verfügung stehen, hätte mehr erreicht werden können als das, was heute zu sehen ist. Ein normales Land wird der Irak auf absehbare Zeit nicht werden. Viel wäre erreicht, wäre der Irak ein Land wie der Libanon – mit abwechselnden Phasen der Prosperität und einem Abrutschen in Gewalt.“

Libanon ist doch aber tatsächlich ein kaputtes Drecksland, korrupt, zerrüttet – alle paar Jahre Bürgerkriege und -zig Staaten im Staate – aber doch kein Vorbild! Natürlich hätte im Irak mit den Unsummen, die dorthin geflossen sind, mehr erreicht werden können, wenn es sich z.B. bei seinen Bewohnern um Deutsche oder Europäer, aber eben nicht Mohammedanisten handeln würde. Kein mohammedanistisches Land ist ein „normales Land“. Der Mohammedanismus ist es, der all die Nationen, die er im Würgegriff hält, in geschlossener Gruppe an die Schlussgruppen aller globalen statistischen Erhebungen setzt – mit Ausnahme in Fragen von Korruption, Sklaverei, Verbrechen und Gewalt. It’s fieslahm, stupid! Hier der Bericht von Herrn Hermann:

_____

Die Libanonisierung des Iraks

Eine einheitliche nationale Identität ist im
Zweistromland noch nicht entstanden

Die politische Klasse des Iraks stellt sich ein Zeugnis der Unreife aus. Eine neue Regierung zeichnet sich auch drei Monate nach der Wahl zum zweiten frei gewählten Parlament nicht ab. Stattdessen vertrösten die Beteiligten die Welt bereits auf den Fastenmonat Ramadan, der im August beginnt. Alles steht so lange still. Anders als in westlichen Demokratien funktioniert der Staat im Irak nur dann, wenn eine Regierung entscheidet. Ohne Regierung werden keine Aufträge für den Wiederaufbau vergeben, ohne Regierung werden keine Schulabgänger und Hochschulabsolventen eingestellt, die jetzt Arbeit suchen.

Opposition hat in der jungen irakischen Demokratie keinen hohen Wert. Allein das Regieren zählt, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Möglichkeiten der Bereicherung. Fast nichts geschieht im irakischen Staat ohne Korruption – ob beim Antrag eines einfachen Passes oder bei der Vergabe eines großen Auftrags. Dennoch ist keineswegs gewiss, dass eine Leistung dann auch erfolgt. Minister und Abgeordnete lassen sich bestechen, und wichtige Beamte stehen auf der Gehaltsliste von Unternehmen, die an einem reibungslosen Geschäft interessiert sind. Das Glas hat sich zwar in den letzten Jahren zur Hälfte gefüllt. Von der Hochstimmung eines blühenden Landes mit den wiederhergestellten Gärten der Semiramis ist aber nichts mehr zu spüren. Trotz Fortschritten bei der Sicherheit ist das Glas nicht halb voll, sondern halb leer. Die Vereinigten Staaten haben massiv Gelder in das Land gepumpt, und jeden Tag exportiert der Irak zwei Millionen Barrel Rohöl.

Mit den Mitteln, die dem Land zur Verfügung stehen, hätte mehr erreicht werden können als das, was heute zu sehen ist. Ein normales Land wird der Irak auf absehbare Zeit nicht werden. Viel wäre erreicht, wäre der Irak ein Land wie der Libanon – mit abwechselnden Phasen der Prosperität und einem Abrutschen in Gewalt. Wie der Libanon hat der Irak einen Bürgerkrieg hinter sich, wie der Libanon ist der Irak die Heimat unübersichtlich vieler konfessioneller und ethnischer Gruppen. Die zwei Staaten ähneln sich auch, weil sie den großen Akteuren Arenen für Stellvertreterkriege bieten.

Ein Grund für die enttäuschende Entwicklung ist, dass eine gemeinsame nationale Identität nicht vorhanden ist und auch nicht entsteht. Ein gemeinsames Handeln ist damit nicht möglich. Die Ministerien kooperieren nicht einmal bei Wiederaufbauprojekten, die für die Zukunft des Landes existentiell sind. Eine Behörde behindert die andere, Ministerien existieren nebeneinanderher. Jeder ist auf seinen Gewinn bedacht und auf den seiner religiösen oder ethnischen Gruppe. Die meisten Politiker denken weiter nicht national, sondern konfessionell und ethnisch. Jeder glaubt, dass er keine Chance mehr habe, wenn er einmal von den Schalthebeln der Macht verdrängt sei.

Die Politik ist schiitisch oder sunnitisch, arabisch oder kurdisch, aber nicht irakisch. Das widerspricht der Lebenswirklichkeit der Iraker. In einer nicht veröffentlichten Studie hat die irakische Regierung ermittelt, dass fast 40 Prozent der Iraker überkonfessionelle Ehen führen. Mit großer Wahrscheinlichkeit denken die Bürger weniger konfessionell als die Politiker. Ansätze für eine stärker nationale Ausrichtung sind aber auch in der Politik zu erkennen. So ist Iyad Allawi, der am 7. März mit seiner Partei „Iraqiyya“ mehr Stimmen als jede andere Liste erhalten hatte, ein säkularer Schiit. Für ihn haben überwiegend Sunniten gestimmt.

Überraschend feiern viele Sunniten auch den radikalen Schiitenführer Muqtada al Sadr als einen „Helden der Unabhängigkeit des Iraks“. Sadr ist nicht allein beim schiitischen Proletariat populär, sondern auch bei irankritischen Sunniten. Denn kein anderer Politiker bietet den Amerikanern in dem Maße die Stirn wie er. Die Sunniten stört dabei nicht, dass sich Sadr ins iranische Exil zurückgezogen hat. Schließlich wollten ihn die Amerikaner und auch Ministerpräsident Maliki töten lassen. Iran, so heißt es, sei clever genug gewesen, ihm Asyl anzubieten und die Möglichkeit, sich in der heiligen Stadt Qom theologisch zu qualifizieren. Nun legt er in schneller Folge die Prüfungen ab, um in den Irak zurückzukehren. Dort will er den betagten Großajatollahs von Nadschaf, die ihn stets wie ein ungezogenes Kind behandeln, als Ajatollah entgegentreten.

Sadr verfügt im Parlament über einen Block von vierzig Abgeordneten. Neue Akzente deuten sich auch im Block der beiden großen kurdischen Parteien KDP und PUK an, die 43 Abgeordnete stellen und, wie Sadr, als Königsmacher gelten. Die neue kurdische Reformbewegung Goran ist mit acht Mandaten ins irakische Parlament eingezogen, und zwar auf Kosten der PUK. Nur mit Hilfe der KDP, an deren Spitze der Präsident von Irakisch-Kurdistan, Barzani, steht, wurde die Erosion der PUK aufgehalten, der Partei des irakischen Staatspräsidenten Talabani. Eine Debatte zur Neuverteilung der Macht unter den Kurden hat eingesetzt.

Neben dieser Neuverteilung wird die Stärke der kurdischen Politik in Bagdad auch davon abhängen, ob sich Goran weiter als innerkurdische Opposition verhält oder bei den großen kurdischen Themen mit der KDP und PUK einen Schulterschluss anstrebt. Dazu zählen die angestrebte Kontrolle über die Ölvorkommen in Irakisch-Kurdistan sowie die Kontrolle über die Provinz Kirkuk und andere Landstriche, die zwischen den Arabern und Kurden umstritten sind. Nur vorübergehend sind diese Konflikte auf Eis gelegt. Unabhängig davon, wie die Lösungen ausfallen – sie werden Nährboden für neue Gewalt sein.

Nutzen wird sie den drei bekanntesten arabisch-sunnitischen Widerstandgruppen. Eine untersteht dem Kommando von Izzat Ibrahim al Duri, dem früheren Stellvertreter von Saddam Hussein. Die einen halten ihn für tot, andere wollen ihn im Irak, im Jemen oder in Saudi-Arabien gesehen haben. Ein zweiter Widerstandsführer ist Yunus al Ahmad, der mutmaßlich von Syrien aus im Untergrund die Baath-Partei steuert und von dort Anschläge plant. In Jordanien wird schließlich Harith al Dhari vermutet, der in der frühen Phase des Widerstands an der Spitze der „Vereinigung der sunnitischen Religionsgelehrten“ gestanden hatte.

Trotz der wiederholten Anschläge scheint der Wirkungsgrad von Al Qaida im Irak abzunehmen. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Stärke der Bomben, die sie eingesetzt haben, stets kleiner geworden. Zu ganz großen Anschlägen sind die meist nichtirakischen Dschihadisten offenbar nicht mehr in der Lage. Unklar bleibt, ob ihnen das Geld ausgeht oder ob ihr logistischer Spielraum eingeschränkt ist. Viele kleinere Anschläge tragen nicht die Handschrift von Al Qaida und sind rein kriminell.

Die amerikanische Armee hatte erklärt, 32 der 48 Führer von Al Qaida im Irak seien getötet. Al Qaida regeneriert sich aber, verfügt mit „Abu Sulaiman“ über einen neuen militärischen Führer. Die Dschihadisten sind jedoch geschwächt, und ihnen gehen die Ziele aus. Wenn im August weitere amerikanische Soldaten abziehen, gibt es für Al Qaida einen Feind weniger. Bei den sunnitischen Arabern im Irak hat Al Qaida – im Gegensatz zu den eigenen Widerstandsbewegungen – ohnehin keine Sympathien mehr. Der Irak ist für Al Qaida immer weniger ein Schauplatz. Ihre Krieger ziehen weiter, nach Pakistan und Afghanistan. Für den Irak ist das eine gute Nachricht und ein weiterer Stein auf dem Weg zu etwas mehr Normalität.

_____

Time am 21. Juni 2010

Der neue Freund

21. Juni 2010

Robert B. Goldmann ist Journalist in New York und schreibt in regelmäßigen Abständen für die FAZ. Heute will er einen Blick auf die Außenpolitik Präsident Obamas werfen, allein, er kann sie nicht erkennen.

_____

Obama ohne Außenpolitik

Es gibt Anzeichen dafür, dass das Halbjahrhundert Amerikas als Supermacht zu Ende geht. Der Handschlag des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad war ein Symbol für den Rückgang des Einflusses der Vereinigten Staaten in der Welt. Kurz darauf wurde dies in Washington mit einer „Neuorientierung“ der amerikanischen Außenpolitik bestätigt. In einem vom Weißen Haus formulierten Dokument heißt es, dass Amerika nunmehr innerhalb der Grenzen seiner Macht leben müsse; dass das Land nicht mehr in der Lage sei, zwei Kriege gleichzeitig zu führen; und dass sich die amerikanische Diplomatie nach einem Jahrzehnt des Kampfs gegen den Terrorismus einer breiter gefächerten Politik zuwenden müsse.

Außenministerin Hillary Clinton wurde noch deutlicher. In einer Rede sagte sie, Amerika gehe „von einer weitgehend direkt ausgeübten Umsetzung amerikanischer Macht“ über zu einer mehr indirekten Außenpolitik, und diese erfordere Geduld und Partner.

Dass diese Entwicklung innerhalb Amerikas kaum wahrgenommen wird, spiegelt die Ernüchterung einer Bevölkerung wider, die sich noch nicht von der schweren Wirtschaftskrise erholt hat und der Lasten der Welt müde ist. Politisch drückt es sich in zunehmender Stärke der Republikanischen Partei und ihres noch weiter rechts stehenden Ablegers „Tea party“ aus.

In Obamas Außenpolitik existiert Europa kaum; über die amerikanisch-europäische Partnerschaft in Afghanistan weiß man kaum etwas außerhalb Washingtons. Im Nahen Osten ist der „Friedensprozess“ nur „indirekt“ in Gang. Obama überlässt alles seinem Sonderbeauftragten George Mitchell, der zwischen beiden Seiten pendelt.

Iran nahm von einem Ultimatum Obamas für Verhandlungen bis zum 31. Dezember 2009 keine Notiz, und von zusätzlichen Sanktionen hat Teheran nicht viel zu befürchten. Wie lange Israel dieses Zögern und den gleichzeitigen Fortschritt Teherans auf dem Weg zur Atombombe tatenlos hinnimmt, scheint Washington nicht zu sorgen, denn Israel ist von Amerika abhängig. Aber bleibt es das, wenn es um seine Existenz geht?

Über Afrika wird viel gesprochen, aber wenig wird getan. Der des Genozids angeklagte Präsident Sudans, Omar al Baschir, wurde vor kurzem wiedergewählt, ohne dass man aus Washington eine Reaktion hörte. Lateinamerika wird schon seit langem vernachlässigt, so dass es zur Bildung eines antiamerikanischen Blocks unter der Führung Brasiliens und Venezuelas kam.

Die einzig sorgfältig gepflegte Beziehung ist die zu China. Als Gläubiger Amerikas hat China die Oberhand. Sollte Peking eines Tages den Ankauf amerikanischer Staatsanleihen einschränken oder gar einstellen, wäre man in Washington gezwungen, den Haushalt drastisch zu kürzen und das Rekorddefizit abzubauen. Politisch hat China den traditionell großen Einfluss Washingtons in Ostasien geschwächt, was von Amerikas Ohnmacht gegenüber Nordkorea veranschaulicht wird.

Es ist schwer, einen Erfolg für Obamas Außenpolitik zu buchen. Dass die Diplomatie „indirekt“ wird, ist weitgehend innenpolitisch motiviert. Die Wirtschafts- und Finanzlage, einschließlich zehn Prozent Arbeitsloser, engt die Handlungsfreiheit des Präsidenten ein, und in den Kongresswahlen im November wären eine dynamische Außenpolitik und die damit verbundenen Kosten nicht populär.

Doch Amerikas europäischen Freunden und der Nato, dem Frieden im Nahen Osten und dem Kampf gegen den Terrorismus ist mit dieser „Neuorientierung“ nicht gedient.

_____

Time am 21. Juni 2010

_____

PS.: Lesen Sie auch den exzellenten Leitartikel von Horst Bacia über die wachsende Islamisierung der Türkei und ihre fortschreitende Enfremdung von EU und NATO unter

http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E92B0E8E9256E4C0B8C2BDF269C74BB2D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Aus meinem Giftschrank (#13)

20. Juni 2010

Das Ork Akif Sahin habe ich schon häufiger erwähnt. Herr Sahin ist Ahmadineschad-Versteher (1) und mutmaßlicher Vaterlandsverräter (2). Von seiner Seite habe ich das Bild oben (3), bzw. den linken Teil, zu dem ich den rechten ergänzte, welches einen Negersklaven der Mohammedanisten zeigt.

„Ich glaube an Frauenrechte: wie Mohammed“ behauptet eine Schleiereule. Das ist insofern keine Lüge, als dass der Mohammedanismus sehr wahrscheinlich zu großen Teilen eine COUNTER-Ideologie ist: eine Ideologie, die künstlich zu dem Zweck geschaffen wurde, die arabischen Stämme zu einigen und GEGEN die sie umgebenden jüdischen und christlichen Kulturen ABZUGRENZEN (4). Die Methode: Den Klang des Wortes behalten, aber ihn mit einem neuen Inhalt füllen, die Kirchen versklavter christlicher Völker behalten aber ein paar Minarette darum aufstellen. Parasiten, die es sich in den Körpern der Eroberten bequem machen. Links wird zu rechts, Recht zur Pflicht, Krieg zu Frieden. Die entstehende Verwirrung wird durch den Vater aller Argumente geordnet: das Schwert.

„Frauenrechte“ bedeutet im Mohammedanismus, anders als bei uns, nicht, dass Frauen dieselben Rechte hätten wie die Männer, sondern dass sie spezielle Rechte haben, die andere Rechte sind als die der Männer. Mohammedanistische Frauen dürfen zwar z.B. nicht mal entscheiden, wie sie sich kleiden wollen, dies macht sie jedoch keinesfalls rechtlos. Ein Mohammedanist erklärte dies zu einem von mir eingestellten Aufsatz von Arzu Toker über Klo H. Metzels Frauenhass (5) so:

„Wahre Muslime, Muslimische Frauen sind aus eigenem Willen Allah, dem Prophet und ihren Ehemännern gehorsam und wissen zu schätzen, was sie damit haben. Gutes, normales Familien Leben auf der Erde und Belohnung im Jenseits.“

Frauenrechte im Mohammedanismus bedeuten, dass die Frauen sich Alla bzw. dessen Stellvertreter Klo bzw. dessen Stellvertreter, ihrem Ehemann, unterwerfen und dies zu schätzen wissen können. Das Recht der Frau ist die Freiheit des sich Unterwerfens – der Freiheit von der Freiheit -, das Recht des Mannes ist die Feier des Unterwerfens anderer. Das Recht des Sklaven ist, recht viel Arbeit zu bekommen oder aber ausgepeitscht zu werden. Das Recht des Sklavenhalters – und Mohammed war nicht nur Kinderschänder sondern auch Sklavenjäger und Sklavenhalter – ist, den Sklaven nach Belieben zu töten.

So hat jeder seine Rechte, und die Leute, die sagen, Frauen im Mohammedanismus hätten keine Rechte, haben keine Ahnung. Welches vorpubertäre Mädchen hätte bei uns im Westen z.B. das Recht auf tollen Sex mit einem alten Zausel. Dieses Recht ist jedoch im mohammedanistischen Vorzeigestaat Afghanistan flächendeckend verwirklicht. Dort erhalten von ihren Männern verlassene, alleinstehende Mütter sogar manchmal ein volles Jahr lang Unterhalt (6)! Viel zu wenig? Nein, hier zeigt sich die Güte des Mohammedanismus, indem er die junge Mutter zu schneller Aktivität zwingt oder aber das lebensunfähige Leben auslöscht.

Wer meint, Schweinerechte beständen darin, als Schnitzel auf den Tellern der Menschen zu landen, hat die erste Lektion in mohammedanistischer Rechtskunde begriffen.

_____

Time am 20. Juni 2010

_____

1) http://www.islam-blogger.de/2010/06/17/iran-ahmedinedschad-gegen-konservative/
2) http://www.islam-blogger.de/2010/06/19/wenn-ich-sterbe/
3) http://www.islam-blogger.de/wp-content/uploads/2010/06/inspired_lives_sultana.png
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/05/der-alla-hubal/
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/08/alla-hasst-frauen/
6) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/17/neues-von-den-sklavinnenhaltern/

_____

PS.: Sehen Sie auf dem Foto des afghanischen Perversen und seiner Kinderfrau, was ich sehe? Die Läusematratze duckt sich schuldbewusst-trotzig wie ein Straßenköter, seine Sklavin aber sitzt aufrecht mit intaktem Rückrat und skeptischen Blick auf ihren Herrn.

Die Orks wissen genau, dass sie Verbrecher sind, dass das, was sie tun, und was ihr Verbrecherhauptmann Klo H. Metzel ihnen gesagt hat, falsch ist. Sie wissen es, weil Gott jedem Menschen ein Gewissen, das Wissen über den richtigen Weg geschenkt hat. Sie gehen trotzdem bewußt den falschen, und sie werden dafür zahlen. Sie werden verschwinden, und die Menschheit wird glücklich darüber sein.

„Jihad is Sweet, Jihad is Fun“ von LATMA TV

19. Juni 2010

Ein weiteres Mal erfreut „Latma TV“ (1) den globalen Counterjihad durch einen schmissigen Counterjihad-Song, dargeboten von den „Three Terrors“. Lyrischer Counterjihad #17. Hier die Performance:

http://www.youtube.com/watch?v=VmffgIqlAYA&feature=player_embedded

Hier der englische Text:

Jihad is Sweet, Jihad is Fun

Erdogan: I say – it‘s time that I restore the Empire
Let‘s get to work (let‘s get to work!)
Because in Europe everybody knows that
I‘m just a jerk (he‘s just a jerk!)
Assad: And I , the serial killer who should spend all
his life in jail (oy vey oy vey)
To reach the hearts of all the world media
We found the trail (hurray hurray)

Erdogan: Terror, Terror, that‘s my cup of tea
Terror gains us love and sympathy
To beat the West, to be the one
From Tripoli to Teheran
Yalla yalla, ya – Jihad is sweet, Jihad is fun

All: Terror, Terror, that‘s how you convince
That you‘re cool and charming as a prince
To beat the West, to be the one
For Hezbullah and Erdogan
Yalla yalla, ya – Jihad is sweet, Jihad is fun

Ahmedi: So now, the UN has imposed the sanctions
(Ironically) Oh my, oh my… (oh my, oh my)
Together here we stand, no opposition,
I hung them high (he hung them high)
I wish to thank Obama for his patience,
For playing dumb (for playing dumb)
Coz now I got the peace of mind to build me
The nuclear bomb (The nuclear bomb)

Terror, terror, that‘s my cup of tea
Assad: Terror gains us love and sympathy
Erdogan: To beat the West, to be the one
From Tennessee to Teheran
Yalla, yalla ya, Jihad is sweet, Jihad is fun

All: Terror, Terror, gets us all the grants
Terror makes you all piss in your pants
To beat the West, to be the one
From Tennessee to Teheran
Yalla yalla, ya – I hit the switch and you are gone!

______

Hier der deutsche Text (von Heplev, 2):

Jihad ist süß, Jihad macht Spaß

Ich sage, es ist an der Zeit, dass ich das Reich wieder errichte.
Lasst uns an die Arbeit gehen! (Lasst uns an die Arbeit gehen!)
Denn in Europa weiß jeder, dass ich nur ein Wichser bin.
(Er ist nur ein Wichser.)

Und ich, ein Serienmörder, der sein ganzes Leben
im Gefängnis verbringen sollte, (o weh, o weh)
erreiche das Herz aller Weltmedien.
Wir haben den Pfad [dazu] gefunden. (Hurra, hurra)

Terror, Terror, das ist genau mein Ding.
Terror, Terror, bringt uns Liebe und Verständnis.
Den Westen besiegen, The One besiegen
von Tripolis bis Teheran,
yalla, yalla, ya, Jihad ist süß, Jihad macht Spaß!

Terror, Terror, so überzeugst du,
dass cool und charmant wie ein Prinz bist.
Den Westen besiegen, The One besiegen
für Hisbollah und Erdogan,
yalla, yalla, ya, Jihad ist süß, Jihad macht Spaß!

Jetzt hat also die UNO die Sanktionen verhängt,
meine Güte, meine Güte! (meine Güte, meine Güte!)
Zusammen stehen wir hier, ohne Opposition
die habe ich hoch aufgeknüpft. (er hat sie hoch aufgeknüpft)

Ich möchte Obama für seine Geduld danken,
dafür, dass er sich blöd stellte. (dass er sich blöd stellte)
Denn nun habe ich die Gemütsruhe
mir die Atombombe zu bauen. (die Atombombe)

Terror, Terror, das ist genau mein Ding.
Terror, Terror, bringt uns Liebe und Verständnis.
Den Westen besiegen, The One besiegen
von Tennessee bis Teheran,
yalla, yalla, ya, Jihad ist süß, Jihad macht Spaß!

Terror, Terror, bringt uns all das Geld,
Terror lässt euch alle in die Hosen pissen.
Den Westen besiegen, The One besiegen
von Tennessee bis Teheran,
yalla, yalla, ya, ich drück den Knopf und ihr seid weg!

_____

Kommentator „zionsgates“ schrieb dazu:

„So good to see the Lions of Israel stand up against the onslaught against Israel by evil, bloodthirsty, intolerant Islam. It’s maazing how silent the world is to the brutal genocide of Uzbek muslims by fellw Kyrgyz Muslims. They can’t even live in peace among themselves.“

Dem schließe ich mich ohne Vorbehalte an.

_____

Time am 19. Juni 2010

_____

1) http://www.youtube.com/user/LatmaTV
2) http://heplev.wordpress.com/2010/06/18/die-3-terrors-jihad-is-sweet-jihad-is-fun/

Die Lust des Blinden zu führen

18. Juni 2010

„Der Blinde führt die Blinden“ von Walter Heckmann (1) 1991

Wolfgang Günther Lerch gedachte in der gestrigen FAZ des Orientalisten Gernot Rotter, der letzte Woche verstarb. Herr Rotter ist u.a. Übersetzer der „Sira“, also der Biografie von Klo H. Metzel (2).

Ob er ein guter Übersetzer ist, kann ich nicht beurteilen, aber es ist natürlich ein großes Verdienst, sich durch den gesammelten Schwachsinn des Lebens eines perversen Irren zu kämpfen, dessen böser Geist heutezutage zu einer Bedrohung für die ganze Welt geworden ist. Auch die beiden Vorworte Rotters zu verschiedenen Auflagen der Biografie sind sachlich.

Dubios mutet allerdings die Gesellschaft an, in die er sich bei der Veröffentlichung begeben hat. Sein Verleger Salim Spohr ist Konvertit, eingefleischer Demokratiefeind, sehr rührig und völlig durchgeknallt (3), was nicht heißt, dass er kein eingefleischter Geschäftsmann wäre (4). Den Klappentext der Sira hat er mit absurdem Gefasel gefüllt. Beim Mohammedanismus gehe es um die „Wiedererneuerung des Glaubens an den einen und einzigen Gott…“, oder: „Betrachtet ein Muslim das Leben seines Propheten in dessen Vielschichtigkeit und Fülle als unvergleichliches Geschenk eines über die Maßen barmherzigen Gottes an die Menschheit, so rühren ihn die vielbezeugte Vortrefflichkeit und Lauterkeit seines Charakters immer wieder zu Tränen“, oder: „das… wirkmächtige Leben dieses wunderbaren Mannes…“.

Dies sind alles andere als wissenschaftliche oder nüchterne Aussagen, das ist dumpfes, romantisches und verlogenes Gesabbel eines kostümierten Narren und angesichts des blutrünstigen Inhaltes der Sira im Grunde ein Skandal. Was man über diesen „wunderbaren“ Mann in der Sira lesen muss, ist die Beschreibung eines elend niedrigen Charakters und brutalen Verbrechers, der stolz auf seinen verkommenen Geist ist. Dass Herr Rotter hier nicht nur nicht auf einer Kommentierung bestanden hat, sondern sogar das schleimige Gesülze von „Sheik“ Spohr zuließ, sollte ihn der wissenschaftlichen Sphäre zutiefst suspekt machen.

_____

Er ließ Allahs Plagiator auffliegen

Streiter gegen ein verzerrtes Islam-Bild:
Zum Tod des Orientalisten Gernot Rotter

Drei Männer haben ihn maßgeblich beeinflusst: der Religionswissenschaftler Gustav Mensching, der marxistische Philosoph Ernst Bloch – der ihn in seiner religionsskeptischen Überzeugung prägte – und Josef van Ess, der Tübinger Orientalist, dessen Assistent er eine Zeitlang war. Gernot Rotter war bis zu seiner Emeritierung 1993 Professor für gegenwartsbezogene Orientwissenschaft am Orientalischen Seminar der Universität Hamburg. Er studierte in Bonn Islamwissenschaft zu einer Zeit, da dieses Fach fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit betrieben wurde – von einigen wenigen Leuten, die man damals gern als Exoten bezeichnete. Das hat sich radikal geändert, und Rotter, der sich immer auch für den modernen Orient und die Politik interessierte, war das gerade recht. Wer ihn in Tübingen im Seminar erlebte, schätzte seinen bisweilen an Sarkasmus grenzenden trockenen Humor.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er mit einer publizistischen Arbeit bekannt: In dem Buch „Allahs Plagiator“ konnte er zeigen, dass der Journalist und Nahost-Reporter Gerhard Konzelmann in seiner Mohammed-Biographie seitenweise von ihm abgeschrieben hatte, ohne die Quelle anzugeben. Seitdem nahm er immer wieder Stellung zu aktuellen Ereignissen im Nahen Osten, zum Beispiel im Karikaturenstreit. Stets lag ihm dabei am Herzen, ein verzerrtes Islam-Bild im Westen zu korrigieren, gleichzeitig aber auch mit muslimischen Vorurteilen durchaus hart ins Gericht zu gehen.

Der mit einer Arbeit über die „Stellung des Negers in der arabisch-islamischen Gesellschaft bis zum 16. Jahrhundert“ bei Mensching promovierte und bei van Ess über die Dynastie der Omajjaden von Damaskus habilitierte Islamkundler kannte den modernen Orient gut, zumal aus den vier Jahren, die er als Direktor des deutschen Orient-Instituts in Beirut verbrachte. Als Orientalist lag sein Schwerpunkt – neben der aktuellen Entwicklung der islamischen Gesellschaften – im Historischen. Seine von ihm herausgegebene Bibliothek Arabischer Klassiker, für die er auch als Übersetzer tätig war, gehört zum Bestand jener Bücher, aus denen sich auch der Laie über klassische Originaltexte der muslimischen Kultur informieren kann. Dazu gehört eine Übertragung der berühmten „Sira rasul Allah“ des Ibn Ishaq, der zum Standard gewordenen Propheten-Biographie.

Rotter wurde 1941 in Troppau geboren und war der Sohn des Journalisten Walter Rotter. Mit seinem Bruder zusammen, dem Mittelalter-Historiker Ekkehart Rotter, veröffentlichte er das Werk „Venus, Maria, Fatima“ – eine Kritik der Frauenfeindlichkeit in Islam und Christentum. Politisch vorübergehend für die Grünen im Landtag von Rheinland-Pfalz engagiert, blieb er danach ein Ratgeber in Fragen der Migration und Integration muslimischer Menschen in Deutschland. In der vorigen Woche ist Gernot Rotter im Alter von 69 Jahren gestorben.

_____

Dass Menschen mit Blindheit geschlagen oder eingeschränkt sind, kommt vor. Warum aber drängt es so viele geistig eingeschränkte Menschen in Führungspositionen? Warum wollen sie mit Macht ihre Anschauungen wider den gesunden Menschenverstand oder jedwede Evidenz zur Norm erheben?

Steckt eine perverse Lust dahinter? Sind sie alle gekauft?

Ebenfalls in der gestrigen FAZ kritisierte Kermani-Verteidiger (5) Friedrich Wilhelm Graf (6) einen aktuellen Aufsatz (7) des Niederländers Ian Buruma (8), welcher Ayaan Hirsi Ali als „Fundamentalistin der Aufklärung“ bezeichnet hatte.

Buruma scheint Wissenschaft als Instrument zur Volkserziehung mißzuverstehen. Das Ergebnis der „wissenschaftlichen“ Untersuchung wird bei ihm zu Beginn festgelegt, und dann erstellt er eine Datensammlung in diesdem Interesse. Graf: „Buruma folgt einer klaren religionspolitischen Agenda. Er will die vielen Europäer, welche die wachsende Einwanderung aus dominant muslimischen Gesellschaften als Bedrohung europäischer Identität wahrnehmen und im Islam eine prinzipiell demokratiefeindliche Religion sehen, von der Demokratiefähigkeit der Korantreuen überzeugen.“ So wie Spohr, der auf dem Klappentext über die „Lauterkeit“ von Klos Charakter faseln kann, während der Text zwischen den Deckeln eine einzige Anhäufung von Scheußlichkeiten bietet, häuft Buruma einen Wortberg gegen das Offensichtliche an: Denn der Mohammedanismus ist immer gewalttätig, unfrei und expansiv. Selbstredend verweigert sich Buruma der Methode der Falsifikation.

_____

Wie lassen sich die Götter zähmen?

Ian Burumas neues Buch vergleicht auf drei Kontinenten das Verhältnis von Politik und Religion. Er betont die Demokratiefähigkeit der Korantreuen.

Der deutschen Öffentlichkeit ist Ian Buruma spätestens durch sein Buch „Mord in Amsterdam“, eine dichte Beschreibung des 2004 verübten Attentats auf den islamophoben Filmemacher Theo van Gogh, bekannt. Der Niederländer mit britischer Mutter, der inzwischen in New York lehrt und in den letzten Jahren zahlreiche Essays zu den neuen Religionskonflikten der Gegenwart veröffentlicht hat, ist stolz darauf, in Kindheit und Jugend von religiöser Sozialisation verschont geblieben zu sein, und bezeichnet sich als liberalen Agnostiker. Nach Abschluss eines kulturwissenschaftlichen Studiums mit Schwerpunkten in Chinesischer Literatur und Japanischem Film lebte er als Schauspieler und Tänzer in Tokio, bevor er als Dokumentarfilmer, Fotograf, Reiseschriftsteller und Journalist unterhaltsam über zahlreiche asiatische Gesellschaften berichtete. Als Feuilletonchef von „The Far Eastern Economic Review“ verstand er sich als Mittler zwischen Ost und West.

Auch sein neuester Essay über nun endlich zu zähmende Götter, hervorgegangen aus Vorlesungen in Princeton, demonstriert die seltene journalistische Fähigkeit, ebenso geistreich und ironisch über Religion in China und Japan zu plaudern wie über Glaubenskämpfe in den Vereinigten Staaten und in einigen europäischen Gesellschaften. Im Vergleich von Entwicklungen auf drei Kontinenten gelingen Buruma eine Reihe von originellen, überraschenden Beobachtungen. Aber der lockere Ton, in dem er seine Sicht der Glaubensdinge entfaltet, bringt es auch mit sich, dass oft nur Stereotypen reproduziert werden. Harte Arbeit am religionsanalytischen Begriff liegt Buruma fern. Zentrale Diskurse der modernen Religionskulturforschung kennt er nicht.

Mit großer Überzeugungskraft betont Buruma, dass man über Spannungen von Religion und Politik niemals allgemein, sondern sinnvoll nur mit Blick auf bestimmte geschichtlich geprägte Kontexte reden kann. Amerikaner hätten nun einmal ganz andere Vorstellungen der öffentlichen Rolle von Religion als viele europäische Denker entwickelt. Die meisten Amerikaner sähen in religiösen Organisationen Kräfte der aktiven Stärkung demokratischer Bürgertugend. Viele Europäer hingegen urteilten über die Fähigkeiten der Kirchen, demokratische Prozesse zu unterstützen, eher skeptisch, kritisch.

Besonders gut kennt Buruma sich natürlich in den Niederlanden aus. Hier kann er zeigen, dass der modische Multikulturalismus, der die Debatten um die Einwanderung von Muslimen lange Zeit prägte, nur die Fortschreibung der niederländischen Kolonialpolitik ist. Die Holländer hatten in ihren Kolonien, ähnlich wie die Briten, eine Politik indirekter Herrschaft verfolgt, mit entschiedener Trennung einheimischer ethnischer Gruppen, die man je einzeln und relativ isoliert effizienter kontrollieren und beherrschen konnte. Weniger überzeugend sind einige Aussagen über Religion und Politik in den Vereinigten Staaten. Zwar zitiert Buruma gern Tocquevilles „Demokratie in Amerika“ und Gründungsväter wie insbesondere Thomas Jefferson.

Doch nimmt er die hohe Vielfalt religiösen Lebens in den Vereinigten Staaten kaum zur Kenntnis. Nicht alle Evangelicals unterstützen die Republikaner, und die pauschale Rede von den „liberalen Säkularisten“ unterschlägt, dass es neben der Christian Right in den jüdischen wie protestantischen Lebenswelten vor allem der Ostküste immer auch wichtige Kräfte liberaler Religion gab und noch gibt. Mit der Behauptung, dass zwischen 1920 und 1970 religiöse Organisationen keinen relevanten Einfluss auf die amerikanische Politik genommen hätten, ignoriert Buruma die Bürgerrechtsbewegung, die entscheidend von protestantischen Black churches und Kirchenführern wie Martin Luther King getragen wurde.

Buruma folgt einer klaren religionspolitischen Agenda. Er will die vielen Europäer, welche die wachsende Einwanderung aus dominant muslimischen Gesellschaften als Bedrohung europäischer Identität wahrnehmen und im Islam eine prinzipiell demokratiefeindliche Religion sehen, von der Demokratiefähigkeit der Korantreuen überzeugen. Tocquevilles These, dass man mit der Religion des Propheten keine Demokratie gestalten könne, lehnt er ab. Die Prinzipien der parlamentarischen Demokratie seien Muslimen keineswegs fremd. In Indonesien hätten gerade muslimische Akteure, die gut 150 Millionen tief Gläubige repräsentieren, eine der wenigen halbwegs funktionierenden Demokratien Südostasiens aufgebaut und gestärkt. Für die autoritären Züge in der türkischen Politik seien keineswegs nur islamistisch orientierte Kräfte, sondern mindestens ebenso stark jene Säkularisten verantwortlich, die in blinder Treue zu Kemal Atatürk einen zutiefst illiberalen Laizismus predigten und alle Religion aus dem öffentlichen Raum zu verbannen suchten.

Für die europäischen Gesellschaften setzt Buruma deshalb auf eine entschieden liberale Religionspolitik. Die Europäer müssten neu lernen, die bürgerlichen Freiheitsrechte auch der ganz anderen, entschieden Frommen anzuerkennen, und es gelassen ertragen, wenn sie ihren Glauben im öffentlichen Raum demonstrativ bekunden; niemand werde ja gezwungen, sich ihre Glaubensvorstellungen zu eigen zu machen. Umgekehrt sollen die europäischen Muslime nach innen hin dafür werben und sorgen, dass gewaltbereite junge Islamisten der zweiten oder dritten Generation, die hier geboren und aufgewachsen sind, das Gewaltmonopol des weltanschaulich neutralen Verfassungsstaates zu akzeptieren lernen. Über pathetische Appelle und viel Sollensrhetorik gelangt Buruma hier nicht hinaus. Er ignoriert die Vielfalt der religionsrechtlichen Verhältnisse in Europa und sieht nicht, dass man zwar rechtlich prägnant Staat und Kirchen beziehungsweise Religionsgemeinschaften trennen kann, solche institutionelle Trennung aber keineswegs gleichbedeutend mit der Unterscheidung von Politischem und Religiösem ist. So bleibt er im Entscheidenden vage.

Mit dem Aufklärer Spinoza hofft er darauf, dass der Gottesglaube die Menschen freundlich und friedlich stimme. Spinoza ging davon aus, dass eine starke weltliche Obrigkeit die Glaubensgemeinschaften unter starker Kontrolle halten müsse. Dazu kann Buruma sich aus naheliegenden liberalen Gründen nicht entschließen. Er setzt auf die „Werte“ der Aufklärung, eine vage Toleranz, fordert aus Sicherheitsgründen aber zugleich, die globalen Kommunikationsnetze der Islamisten, speziell ihre Propaganda im Internet, zu überwachen und zu zerschlagen. Was denn zu tun sei, wenn ihr Glaube die Gottesfürchtigen unfreundlich, aggressiv und kriegerisch stimme, weiß er in einer zusammenhängenden Argumentation nicht zu sagen. So bekundet er, bei aller belehrenden Grenzüberschreitung zwischen Ost und West, Europa und den Vereinigten Staaten, Christentum und Islam, ungewollt auch viel Ratlosigkeit.

_____

Die Blindschleiche Buruma auf Führungsmission steckt den Kopf in den Sand und erwartet, dass wir es ihm alle nachmachen. Ein kräftiger A*schtritt könnte ihm evtl. das Augenlicht zurückgeben.

_____

Time am 18. Juni 2010

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Heckmann
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/22/sira-1-einfuhrung-und-massenmord/
3) http://www.islampress.de/2007/7/27/warum-wir-den-koenig-lieben
4) http://islam.de/2302.php
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/19/1075/
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Graf
7) Ian Buruma: „Taming the Gods“. Religion and Democracy on Three Continents. Princeton University Press, Princeton & Oxford 2010. 132 S., geb., 15,99 Euro.
8- http://de.wikipedia.org/wiki/Ian_Buruma

Neues von den Sklavinnenhaltern

17. Juni 2010

„Auf dem Sklavenmarkt“ von Luigi Crosio (1835–1915)

Über das mutige Engagement einiger Frauen in Bagdad berichtete heute in der FAZ Rainer Hermann. Absurd: „Die gläubige Schiitin Kubashi sagt, die Scharia gewähre den Frauen viele Rechte, die die Traditionen der Männergesellschaft im Laufe der Geschichte wieder eingeschränkt hätten.“

Weiß sie denn gar nicht, dass Klo H. Metzel Sklavenjäger und -Händler war? Dass er eine Neunjährige missbraucht hat?

Der Mohammedanismus ist nicht nur eine schwere Geisteskrankheit, er ist auch eine Sucht, schlimmer als die zu Heroin (1). Wie ein Insekt spießt er die Menschen auf eine Nadel und läßt sie sich fortwährend um ihn drehen, in ständiger Bewegung – ohne dass sie auch nur einen Millimeter weiter kommen (2).

_____

Bis die Männer sich abregen

In Sadr City haben zwei Irakerinnen ein Zentrum für Frauen gegründet. Es leistet juristischen Beistand und kämpft für ihre Rechte.

Von einem Routinefall im Gericht kehrt Widad al Abbudi ins Frauenzentrum zurück. Gerade zwanzig Jahre alt war an diesem Vormittag ihre letzte Mandantin. „Ich bin von dir geschieden“, hatte ihr Mann ausgerufen. Dann verließ er seine Frau und auch die gemeinsame Tochter. Verzweifelt pilgerte die junge Frau an das Grab des siebten Imams Musa Ibn Dschaafar al Kadhim im Norden Bagdads. Als sie sich dort ausweinte, riet ihr eine Frau, sich doch an das Zentrum „Fortschritt für die Sache der Frauen“ im Stadtteil Sadr City zu wenden.

Die Anwältin Abbudi hat an diesem Vormittag im Gericht durchgesetzt, was der geschiedenen Frau von Rechts wegen zusteht. Der Qadi verpflichtete den Mann, seiner geschiedenen Frau den Lebensunterhalt für ein Jahr auszuzahlen. Auch muss er mit seinem Personalausweis erscheinen, damit die Tochter bei den Behörden endlich angemeldet werden kann. „Ein Routinefall und keine Probleme“, sagt die Anwältin. Ihr Haupthaar verhüllt sie mit einem dünnen weißen Tuch, und ihre Unterarme stecken in grellen gelben Ärmeln, die unter dem strengen schwarzen Kleid hervorlugen.

Vor drei Jahren hatten Suad al Lami und Amal Kubashi das Frauenzentrum gegründet. Die beiden Frauen stammen aus Sadr City, wo jeder dritte Einwohner Bagdads lebt. Nahezu alle sind Schiiten. Den Befehl zur Gründung des Viertels hatte 1959 der General und Ministerpräsident Abdulkarim Qasim gegeben. Nach einer verheerenden Flut waren hier im Osten Bagdads die obdachlos gewordenen Einwohner der südirakischen Stadt Amara angesiedelt worden. Erst hieß der Flecken „Stadt der Revolution“, dann „Saddam City“. In „Sadr City“, wie das Armenhaus Bagdads seit 2003 heißt, sind die Werte der traditionellen Stammesgesellschaft noch weit prägender als in allen anderen Teilen der Hauptstadt.

Mit Mitteln amerikanischer und japanischer Entwicklungshilfeorganisationen bietet das Frauenzentrum Rechtsbeistand an, auch medizinische Hilfe und Fortbildungskurse, teilweise für Mädchen und Jungen in gemischten Klassen. „Damit die Jungen die Mädchen verstehen und sie dann als Frauen besser behandeln“, sagt Amal Kubashi, die stellvertretende Direktorin. Früher hatte sie als Biologielehrerin gearbeitet. Heute sitzt sie im Parlament des Stadtteils und sagt von sich, es sei besser, nicht verheiratet zu sein. Weitere Frauenzentren hat sie im sunnitischen Stadtteil Adhamiyya gegründet. „Denn wir wollen auch Sunniten und Schiiten einander näherbringen.“ Die meisten Frauen suchen das unscheinbare Zentrum auf, um Rechtsbeistand zu bekommen. Zwei Anwältinnen und drei Angestellte für Gerichtsverfahren sind hier beschäftigt. Sie arbeiten gebührenfrei. „Das Gesetz beschützt die Rechte von uns Frauen“, insistiert Amal Kubashi. So erlege es dem Mann Pflichten auf, wenn er die Scheidung ausspreche. Die aber müsse man eben häufig einklagen. Freiwillig würden viele Männer nicht die im Heiratsvertrag vereinbarte Entschädigung an die Frau auszahlen. Immer wieder rasten sie aus, wenn die Frauen ihre Rechte einfordern. „Dann bleiben wir ganz ruhig und sorgen dafür, dass sich die Männer abregen“, sagt die Anwältin Abbudi selbstbewusst.

Ständig ist sie im Einsatz. Denn die Zahl der Scheidungen nimmt zu. Ein Grund ist der tägliche Existenzkampf im Leben der einfachen Iraker, ein zweiter, dass die Männer eine zweite und jüngere Frau ehelichen, wenn sie aufsteigen und mehr verdienen. In Sadr City lebt jeder dritte erwachsene Mann mit zwei Frauen. „So ist das in der Stammesgesellschaft des Südiraks“, sagt Amal Kubashi zur Erklärung. Ein geflügeltes Wort in Sadr City lautet: „Hast du zusätzliches Geld, kauf dir eine Zweitfrau oder einen Revolver.“ Doch auch Frauen können Scheidungen beantragen, selbst wenn sie offiziell bloß „rechtliche Trennung“ heißen.

Das noch gültige Personenstandsrecht stammt aus dem Jahr 1959, dem Jahr, in dem Sadr City gegründet wurde. Grundlage des Gesetzes ist die Scharia. Die gläubige Schiitin Kubashi sagt, die Scharia gewähre den Frauen viele Rechte, die die Traditionen der Männergesellschaft im Laufe der Geschichte wieder eingeschränkt hätten. Einige Fortschritte gebe es in jüngerer Zeit, sagt sie zufrieden. Frauen könnten für Ämter kandidieren, würden in Parlamente gewählt und in die Exekutive berufen. Da in den Kriegen seit 1980 viele Männer hätten sterben müssen, stellten die Frauen heute einen großen Teil an den Erwerbstätigen, selbst wenn ihre Einkommen oft nicht reichten, um die Familien zu ernähren. Immerhin könnten viele ihre Wohnungen verlassen. Der Obhut ihrer nächsten männlichen Verwandten sind sie aber weiter unterstellt.

Amal Kubashi wünscht sich ein Gesetz, das Frauen vor häuslicher Gewalt schützt und das moderne Formen der Sklaverei unter Strafe stellt. Denn der Handel mit minderjährigen irakischen Mädchen nehme zu, sagt sie. Sie werden als „Tänzerinnen“ oder gleich als Prostituierte in benachbarte arabische Staaten verkauft. Nicht wenige werden an reiche Araber oder Iraner für die Dauer von einem Jahr „verheiratet“. Das Menschenrechtsministerium hat einen Gesetzentwurf gegen den Menschenhandel ausgearbeitet. „Nun liegt er im Parlament, und nichts geschieht“, kritisiert Amal Kubashi.

Die Malerin Esraa Ali drücken andere Sorgen. Ihr Mann, ebenfalls ein Maler, hat sich nach Schweden abgesetzt. Er nahm seine erste Frau dorthin mit, von der er sich einmal hatte scheiden lassen. Zurück ließ er Esraa und die gemeinsame Tochter. Offiziell ist sie weiter verheiratet. „Denn wer in dieser Gesellschaft geschieden ist, wird zum Lustobjekt“, klagt sie bitter. Also lebt sie bei ihren Eltern, ohne eigenes Zimmer, ohne Privatsphäre. Wenn es Nacht wird und alle schlafen gehen, legt sie sich auf die Couch des Wohnzimmers.

Jeden Tag muss sie sich zu Hause anhören, dass es sich für eine Frau nicht geziemt zu malen. Amal Kubashi erfuhr von ihrem Fall, lud sie in das Frauenzentrum ein und öffnete ihr ein klein wenig das Tor zu etwas Freiheit. Jeden Tag kommt sie nun in das Frauenzentrum, um aus der Enge auszubrechen und wieder zu malen. „Wie soll ich denn als Künstlerin mit meinen freiheitlichen Ideen über diese Wirklichkeit hinausgehen?“, fragt sie mit einem bohrenden Blick. Nach Freiheit strebe sie, und am liebsten würde sie auswandern. In dieser Gesellschaft könne sie nicht leben. „Ich fühle mich hier wie ein Tier.“

_____

Time am 17. Juni 2010

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/03/einzige-hoffnung-totaler-entzug/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/13/die-nadel-rausziehen/

_____

PS, ein sehr lesenswerter Bericht aus Afghanistan von Friederike Böge unter:
http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E4768C16FAFFB4DC591E728E204D08142~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.