Verdiente Counterjihad-Blogs stellen US-Präsident Obama als Nazi dar, andere als Kommunisten. Das ist m.E. Unfug.
Obama ist vor allem eines: Er ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, dieser großartigsten Nation unter den großartigen Nationen der Welt, dieses unermüdlichen Motors der Freiheit, der Menschenrechte, des Wohlstands und des Wissens.
Nur ein einziges Mal in seiner nun schon längeren Geschichte hat das amerikanische Volk einem Hetzer und Demagogen Einfluss gewährt, und das war der Psychopath McCarthy. Sein Einfluss aber währte vergleichsweise kurz und nicht so arg weit, wie grade wir Deutschen anerkennen sollten.
Ich finde es daher infam und schlicht falsch, Obama als mohammedanistischen Agenten oder sogar als Ork hinzustellen, bevor solches eindeutig bewiesen werden kann.
Ein aktuelles Buch von Bob Woodward (Obama’s Wars. The Inside Story. Simon & Schuster, London 2010. 441 S., 26,99 Euro), in der gestrigen FAZ besprochen von Horst Bacia, scheint deutlich zu machen, dass Obama seinen Job sehr ernst nimmt und es nicht grade leicht hat.
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Als Maus im Weißen Haus
Bob Woodward schildert den internen Kampf
um Obamas Afghanistan-Strategie
Zwei Tage nach seiner Wahl zum Präsidenten ist Barack Obama noch in Chicago von Vizeadmiral McConnell, dem damaligen Direktor der Nationalen Nachrichtendienste, und einem hohen CIA-Mitarbeiter in streng gehütete Staatsgeheimnisse eingeweiht worden. Obama hätte bei dem Gespräch gern zwei seiner Vertrauten dabei gehabt, doch McConnell lehnte ab: Präsident Bush habe angeordnet, nur den Amtsnachfolger zu unterrichten.
Mit dieser Szene beginnt Bob Woodwards jüngstes Buch. Es ist das fünfzehnte nach dem verfilmten Klassiker “All the President’s Men” von 1974, in dem er und sein Reporterkollege Carl Bernstein von ihren Recherchen im Watergate-Skandal erzählen, die damals Präsident Nixon zu Fall brachten. In vier Büchern über die Kriege George Bushs hat Woodward Stil und Methode des exklusiven Insider-Berichts aus dem Maschinenraum der amerikanischen Politik so weit perfektioniert, dass fast schon eine eigene Gattung entstanden ist.
Wer die Bücher über Bush kennt, wird sich nicht wundern, wenn schon im ersten Kapitel von “Obama’s Wars” seitenlang und mit wörtlichen Zitaten Einzelheiten aus der Unterrichtung des designierten Präsidenten durch die Geheimdienste ausgebreitet werden. Das ist ein Trick, den Woodward beherrscht. Er schreibt so, als hätten er und seine Leser solche Gespräche – die er rekonstruiert – selbst miterlebt oder hinter verschlossenen Türen belauschen können. Das stachelt die Neugier an, auch wenn echte Neuigkeiten nur selten mitgeteilt werden. Man fragt sich aber auch: Sollte alles wirklich genau so gewesen sein? Und warum hat Woodward eigentlich diesen einmaligen Zugang? Ist es die Eitelkeit großer und kleiner Akteure, die ihre Rolle auf der Bühne Washington ins rechte Licht gesetzt sehen möchten?
Für das neue Buch hat der Autor mehr als hundert Personen befragt, die in der Regierung Obama mit Afghanistan oder mit Fragen der nationalen Sicherheit befasst (gewesen) sind. Außerdem ist ihm Einblick in geheime Dokumente und Mitschriften von Beratungen im Oval Office des Weißen Hauses gewährt worden. Woodward zitiert unverdrossen aus Gesprächen unter vier Augen; er teilt uns mit, was der vor kurzem abgetretene Sicherheitsberater James Jones, mit dem er seit langem befreundet ist, hin und wieder in einem kleinen schwarzen Buch notiert hat; und er führt zur Abrundung seiner Recherchen ein langes Gespräch mit dem Präsidenten, das dieser, ohne viel preiszugeben, mit der ironischen Bemerkung beendet, sein Gegenüber habe offenbar bessere Quellen als er selbst.
Zweieinhalb Monate lang ist im letzten Herbst im Weißen Haus um die Formulierung einer Strategie für Afghanistan gerungen worden. In stundenlangen Gesprächen mit seinen Beratern wollte Obama sich Klarheit darüber verschaffen, was am Hindukusch mit immer höherem militärischen Einsatz überhaupt noch erreicht werden kann – und erreicht werden soll. Allein der Darstellung dieser kontrovers geführten Debatte widmet Woodward 150 Seiten – fast die Hälfte seines Buches. Und wie selbstverständlich zitiert er aus Protokollen, in denen Obama mit dem Kürzel “POTUS” (President of the United Staates) bedacht wird.
Dass es damals unter den Beratern und höchsten Regierungsmitgliedern erhebliche Meinungsverschiedenheiten gab, ist nicht neu. Die Zeitungen berichteten ausführlich darüber. Verteidigungsminister Gates und Außenministerin Clinton unterstützten Pläne der Generäle Petraeus und McChrystal für eine Strategie der Aufstandsbekämpfung gegen die Taliban und die Entsendung zusätzlicher Truppen. Vizepräsident Biden dagegen hielt diesen Ansatz für unrealistisch; er setzte sich dafür ein, die Kräfte auf die Terrorismusbekämpfung – und insbesondere auf die Al Qaida und ihre Zufluchtsorte in den Stammesgebieten Pakistans – zu konzentrieren. Seine skeptische Sicht einer aufwendigen Mission zur Aufstandsbekämpfung wurde geteilt von Jones und Botschafter Eikenberry in Kabul, immerhin zwei ehemaligen Generälen, und vom höchsten Offizier im Nationalen Sicherheitsrat, Generalleutnant Lute. Dennoch entschied sich Obama für eine eingeschränkte Aufstandsbekämpfung und die vorübergehende Entsendung von weiteren 30 000 Soldaten.
Woodward gibt die verschiedenen Argumente in dieser Debatte in allen Einzelheiten wieder. Er beschreibt, wie sich Obama zu einer Entscheidung buchstäblich durchringen musste, weil die Militärs seiner Forderung, Alternativpläne vorzulegen, nicht ernsthaft nachkamen. Mit welcher Entschiedenheit der Präsident sich den Plänen für ein langfristiges militärisches Engagement in Afghanistan widersetzte, ist bisher nicht allgemein bekannt gewesen. “Ich will eine Exit-Strategie”, sagte er den Militärs. Eine zeitlich unbegrenzte Aufstandsbekämpfung, wie die Generäle es vorschlugen, hätte im kommenden Jahrzehnt 889 Milliarden Dollar verschlungen. Das wollte Obama den Bürgern der Vereinigten Staaten nicht zumuten – und erst recht nicht seinen Anhängern in der Demokratischen Partei.
So hat der Präsident die Debatte schließlich mit einem sechsseitigen Dokument, das er selbst diktierte, beendet und sich von allen Verantwortlichen persönlich deren Zustimmung bestätigen lassen. Das Hauptziel seiner Afghanistan-Strategie formuliert Obama in der geheimen Anweisung, die Woodward in voller Länge veröffentlicht, wie folgt: “Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern und den Afghanen die Aufstandsbewegung der Taliban zu schwächen und gleichzeitig genügend afghanische Kapazitäten aufzubauen, damit das Land gesichert und regiert werden kann und Bedingungen geschaffen werden, die es den Vereinigten Staaten ermöglichen, ihre Truppen vom Juli 2011 an zu reduzieren”.
“Obama’s Wars” ist ein aufschlussreiches Buch über Obama, der im Afghanistan-Konflikt nach Antworten auf Fragen sucht, die sein Vorgänger Bush sich so nie gestellt hat. Weil Woodward nebenbei allerlei Klatsch über bekannte Personen auftischt, ist es auch unterhaltsam. Nicht jeder Autor kann seinen Lesern das Gefühl vermitteln, als Mäuschen dabei zu sein, wenn im Weißen Haus nicht nur für Amerika Politik gemacht wird.
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Time am 29. Oktober 2010
Tags: Barack Obama, Bob Woodward, Horst Bacia

29. Oktober 2010 um 20:01
Aber ein Dhimmy ist er mindestens, und was für ein einer.
29. Oktober 2010 um 20:16
Du hast nicht seine Hosen an…
29. Oktober 2010 um 20:53
Stimmt auch wieder, auf der anderen Seite: Ich würde in Präsidentenhosen, definitiv eine bessere Figur abgeben als er.
Mann kann nicht alles mit Hoffnung und gutes Zureden erreichen. Jetzt hat er auch noch den Nobelprize und denkt er könnte und sollte der zweite Ghandi werden. Keine Ahnung, für uns Iraner ist seine Politik nicht vorteilhaft, ganz und gar nicht.