In Nordafrika bleibt die Lage undurchsichtig. NTV berichtet aus Ägypten (1):
„Am Sonntag hatte der Friedensnobelpreisträger Mohamed el-Baradei sich zum Wortführer der Opposition ernannt. Im Beisein mehrerer Führer der islamistischen Muslimbruderschaft forderte der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA Mubarak zum Rücktritt auf.“
Einiges deutet also auf die iranische Variante, obwohl Hamed Abdel- Samad, der dort z.Z. mitten im Getümmel steckt und der FAZ berichtet, alles sehr positiv beurteilt (2):
„Frage: Ist die jetzige Bewegung in Teilen auch fundamentalistisch begründet?
Antwort: Nein, im Gegenteil. Mubaraks Behauptung, die einzige Alternative sei ein islamistischer Staat, ist eine faule Ausrede. Ich befand mich mitten in der Demonstration, als ein Anhänger der Muslim-Bruderschaft religiöse Parolen zu rufen begann. Die Umstehenden haben ihn zum Schweigen gebracht und zu ihm gesagt: Keine islamischen Rufe! Hier demonstriert das ägyptische Volk und nicht eine islamische Sekte. Auch daran sieht man, dass eine neue Generation herangewachsen ist, die nicht den Islamisten zuzurechnen ist. Es ist eine Generation, die anders leben will, frei. Der Westen sollte das honorieren und seine Stabilität jetzt nicht auf Kosten der Freiheit des ägyptischen Volks durchsetzen wollen. “
Wer weiß, vielleicht stirbt das Monster Mohammedanismus schneller und leichter, als wir alle das zu hoffen wagten.
Großen Anlass zur Freude gibt jedenfalls das Referendum im Südsudan, bei dem 99% der Menschen gegen den Verbleib mit dem Nordsudan stimmten. Thomas Scheen berichtete in der heutigen FAZ:
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Jubelfeiern in Südsudan
Bei dem Referendum über die Unabhängigkeit Südsudans haben knapp 99 Prozent der Wähler für eine Sezession gestimmt. Nach Angaben der südsudanesischen Referendumskommission vom Sonntag lag nach Auszählung aller Wahlbüros die Zustimmung für die Unabhängigkeit bei 98,83 Prozent. Lediglich 45.000 der mehr als 3,8 Millionen Wahlberechtigten hätten für einen Verbleib bei Khartum gestimmt. Die offiziellen Endergebnisse sollen Mitte Februar in Khartum verkündet werden.
In der südsudanesischen Hauptstadt Juba feierten die Menschen am Sonntag den Ausgang der Volksbefragung am Mausoleum des Gründers der Rebellenbewegung “Sudan People’s Liberation Army” (SPLA), John Garang. Die als historisch bezeichnete Volksabstimmung Anfang Januar war Teil des Friedensabkommens von 2005 zwischen dem schwarzafrikanischen Süden und dem arabischen Norden Sudans, mit dem ein mehr als fünf Jahrzehnte dauernder Bürgerkrieg beendet worden war.
Der sudanesische Präsident Omar al Baschir hatte bei einem Besuch in Juba unmittelbar vor dem Referendum angekündigt, eine eventuelle Sezession zu akzeptieren, und dem jüngsten Staat der Welt gutnachbarliche Beziehungen in Aussicht gestellt. Die Unabhängigkeit Südsudans wird aller Voraussicht nach im Juli dieses Jahres verkündet werden, wenn die vorläufige sudanesische Verfassung, wie sie im Friedensabkommen vereinbart worden war, ausläuft.
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Insgesamt hat dieser sogenannte „Bürgerkrieg“, der tatsächlich ein counterjihadischer Unabhängigkeitskrieg war, zwei Millionen Opfer gekostet, die allermeisten von ihnen durch die Orks abgeschlachtete südsudanesische, christliche Zivilisten.
Wiki (3): „Historisch jagten Sklavenhändler aus dem Nordsudan im Südsudan Sklaven. Unter anderem um dies zu unterbinden, verwaltete die Kolonialmacht Großbritannien den Norden und den Süden getrennt. Im Süden wurde etwa Englisch statt Arabisch als Amtssprache verwendet, und die Tätigkeit christlicher Missionare war zugelassen.“
Schon 1955, noch vor der Unabhängigkeit Sudans, begann der Kampf des Südens für die Freiheit. Bis 1972 fielen ihm ca. 700.000 Menschen zum Opfer. Zwischen 1972 und 1983 wurde ein Waffenstillstandsabkommen mehr oder weniger eingehalten. Als der Norden aber diesem zum Trotz immer weiter in die Autonomie des Südens eingriff und schließlich sogar die Scharia einführen wollte, nahm der Süden den bewaffneten Kampf unter dem Christen und Doktoren der Wirtschaftswissenschaften, John Garang, wieder auf (Das Foto links zeigt ihn mit Clementine Phillips, der Nichte des amerikanischen Predigers Doug Phillips – 4).
Wiki (5): „Noch zwei Tage vor seinem Tod äußerte sich Garang in einem Interview gegenüber Vertreterinnen des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in seinem Hauptquartier New Site, in Südsudan nahe der kenianischen Grenze. Hier hat er seine Pläne für den neuen Frieden in Südsudan erläutert und die Kirche einen Partner für die künftige soziale und ökonomische Entwicklung des Landes genannt.“
Garang starb 2005 bei einem Helikopterabsturz, sein Nachfolger wurde der Christ Salva Kiir (siehe Foto rechts – 6).
Und nun sind sie endlich frei.
Ich halte die Unkenrufe westlicher Beobachter, hier Dr. Gerrit Noltensmeier von der EKD (7), daher für verfehlt:
„Wer wird im Süden die Autorität und die Kraft haben, den Frieden zu gestalten? Werden die Fliehkräfte des Stammesdenkens im Süden eine neue Dynamik bekommen – ohne den gemeinsamen “Feind” im Norden? Wird der Norden wirklich die Entscheidung im Süden respektieren, wie jetzt versichert wird? Oder wird man bald einen Vorwand finden, als Ordnungsmacht bei Konflikten einzuschreiten? Werden die Kräfte des Separatismus in dieser Region Afrikas, in der staatliches Handeln vielfach verfällt, zerstörerisch wirken?“
Seltsam, der Seperatismus, der im Fall Jugoslawiens von der Mehrheit der Deutschen als das Mittel der Wahl angesehen wurde, erscheint in jedem anderen Fall (z.B. im Irak) als unbedingt zu vermeidende Katastrophe. Ich bin aber der Meinung, dass Scheidung gut ist, wenn die Eheleute untereinander leiden.
Was der Norden machen wird, ist natürlich nicht vorherzusagen, aber man sollte auf die typisch orkischen, also größtmöglichen Schweinereien (auch militärisch) vorbereitet sein.
Südsudan hat aber vor allem gute, d.h. überwiegend christliche Nachbarn und viel, viel Erdöl. Dies könnte über Pipelines via ZAR und Kamerun zur Westküste geführt werden ohne mohammedanistische Territorien zu berühren. Zwar stimme ich Dr. Noltensmeier zu, wenn er schreibt: „Der Sudan braucht weiter unsere Aufmerksamkeit!“. Ich meine aber, egal, wie es wird, es kann nur besser als zuvor werden. Eine 1.400-jährige Geschichte der Sklaverei kommt zu ihrem Ende. Und die Osttimoresen jedenfalls fühlen sich sehr wohl ohne die ständigen Aggressionen der Orks (8).
Einen neuen Namen sollte sich das Land suchen, schon um jede Illusion einer evtl. Wiedervereinigung zu unterbinden.
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Time am 31. Januar 2011
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1) http://www.n-tv.de/politik/Opposition-ruft-zu-Mega-Protest-article2490681.html
2) http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~EB7A2381F6BFC446CA81D7329EAB21991~ATpl~Ecommon~Scontent.html
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Sezessionskrieg_im_S%C3%BCdsudan
4) http://www.visionforum.com/news/blogs/doug/2005/08/
5) http://de.wikipedia.org/wiki/John_Garang
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Salva_Kiir
7) http://www.evangelisch.de/themen/politik/der-sudan-braucht-weiter-unsere-aufmerksamkeit30985
8- http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/24/osttimor-sieg-des-counterjihad/
Tags: Doug Phillips, Dr. Gerrit Noltensmeier, Hamed Abdel-Samad, John Garang, Mohamed el-Baradei, Salva Kiir, Thomas Scheen

1. Februar 2011 um 02:42
Hamed Abdel- Samad gibt sich mit seiner Darstellung der Ereignisse Illusionen hin. Die einzige durchorganisierte Opposition zu Mubarak ist die Muslimbrüderschaft und wir hier wissen was von denen zu halten ist. Und um bei einer Revolution zu gewinnen ist Organisation und Entschiedenheit das A und O.
Bei den wichtigsten Revolutionen der letzten 200 Jahre (der französischen- und der Oktoberrevolution) mußten 2 Generationen durch Ströme von Blut waten bevor sie ungefähr da ankamen, wo man ursprünglich hinwollten.
Exakt dasselbe sehen wir in Iran und wir werden vermutlich heute sehen, ob das in Ägypten sich auch so abspielen wird.
Ich jedenfalls empfehle hier die bewährte chinesisch/iranische Lösung, die ja auch der Experte für solche Fragen Egon Krenz 1989 mit den Worten kommentiert hat hat: “Es ist etwas getan werden, um die Ordnung wiederherzustellen“.
Plastisch dargestellt:http://img546.imageshack.us/img546/1560/khameneimubarak.jpg
Übersetzung:
Mubarak: „How should I get out of this mess?“
Khamenei: „Give them their rights as we´re doing.“
P.S:: die Werbung für das Iphone App Itelescope hat mir gefallen: http://img195.imageshack.us/img195/2984/screenshot0129640354111.jpg
1. Februar 2011 um 02:50
Vergessen das youtube Video zu kommentieren: “We´re gonna destroy Israel”