Sie haben keine Chance

Das Polizeipräsidium von Karachi
nach einem mohammedanistischen Gottesdienst

„Jeder Religion die gleiche Chance“, schmetterte die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (1) den FAZ-Lesern am 10. Februar entgegen (2), und ließ dieser Parole, die letztlich meint, dass der Scharia eine größere Bedeutung beigemessen werden müsse, einen Aufsatz folgen, der an Borniertheit wohl kaum zu übertreffen ist: „Über islamisches Recht müssen wir zunächst viel mehr wissen. Erst dann darf es vom Standpunkt des Rechts aus kritisiert werden.“ Die Entwicklung der letzten 30 Jahre hat Schnarre, tief verfangen im Labyrinth ihrer ideologischen Vorgaben, offenbar nicht mitbekommen. Was muss sie noch über die Scharia wissen (3), um feststellen zu können, dass sie mit unseren moralischen und philosophischen Überzeugungen nicht vereinbar ist? Heplev gestern (4):

„Das Oberste Gericht wies gestern Distriktbeamte in Shariatpur an, sie sollten erklären, warum sie das 14-jährige Vergewaltigungsopfer Hena nicht davor bewahrten gemäß einer Fatwa vom Montag zu Tode gepeitscht zu werden. (…) In dem Bericht heißt es, dass Hena am Sonntag von ihrem 40-jährigen Verwandten Mahbub vergewaltigt wurde. Am Tag darauf wurde auf einer Schlichtungssitzung im Dorf eine Fatwa verkündet, dass sie 100 Hiebe zu erhalten hat. Sie wurde nach fast 80 Hieben bewusslos. Die tödlich verletzte Hena wurde eilig in den Naria-Gesundheitskomplex gebacht, wo sie ihren Verletzungen erlagt.“

Die Kollegin und Kommentatorin Regine van Cleev verwies auf den deutschen „Orientalisten“ Reinhard Schulze, der in der Schweiz auf hoher Ebene sein Unwesen treibt (5). Er wendet ebenso wie Schnarre u.a. die „Ja-aber-Methode“ an. Die geht so, dass man Kritik am Mohammedanismus oder Missstände zunächst aufnimmt oder kurz bestätigt, sie dann jedoch durch lange, kunstvolle und pointierte Ausführungen zer- bzw. wegredet. Was am Ende allein durch schiere Masse in Erinnerung bleiben soll, sind nicht mehr die Probleme, sondern ihre Relativierung – im Fall des Mohammedanismus also z.B. der Kulturkampf (6), die Kreuzzüge oder die Evangelikalen.

Dass sie so oft angewandt wird, unterläuft allerdings die Effizienz dieser Taktik. Die verborgene Agenda wird mit der Zeit unter den vielen Relativierungen ganz besonders deutlich. Auch wenn er sehr süße Worte spricht, sollte man einen Verehrer dann meiden, wenn er nach Schwefel stinkt. Typen vom Schlage des verschlagenen Schulze und der dummen Schnarre dürfen sich in Zukunft auch nicht mehr mit Unkenntnis und Borniertheit entschuldigen: Sie sind Agenten, und der Counterjihad ist m.E. ihnen gegenüber gehalten, sie als solche zu bezeichnen. Wenn jemand wie Schnarre langatmige Ausführungen mit dem Resümee schließt: „Über islamisches Recht müssen wir zunächst viel mehr wissen. Erst dann darf es vom Standpunkt des Rechts aus kritisiert werden“, dann ist das angesichts der realen Bedeutung, des realen Vollzugs der Scharia in weiten Teilen der Welt Verrat an unserer Gesellschaft und Unterstützung von staatsfeindlichen Elementen bzw. deren Ideologie.

Es ging im Kampf gegen den Kommunismus nicht um die zahllosen Fantasie-Kommunismen, die von Spinnern im Westen in leuchtenden Farben imaginiert wurden, es ging um den realen, grauen, brutalen und unmenschlichen Kommunismus, wie er sich z.B. an der Berliner Mauer manifestierte. Auch wenn man im Westen relativ wenig über das reale Leben in einem der kommunistischen Unrechtsstaaten wusste, so war es doch genug, um mit aller Kraft das Ende der Ideologie anzustreben. Über den realen Mohammedanismus wissen wir viel, viel mehr als über die Situation in Sibirien oder in China seinerzeit, und daher wiegt die Verteidigung und Relativierung des verbrecherischen Mohammedanismus weit schwerer. Wir erfahren täglich von neuen, ungeheuerlichen und abartigen Verbrechen in seinem Namen, Verbrechen, wie sie schon der Religionsgründer Klo H. Metzel ohne Sinn und Maß beging. Können wir wahrheitsgemäß sagen: „Der Nationalsozialismus war eigentlich friedlich und konstruktiv, er ist von Hitler und Goebbels nur falsch interpretiert worden“?  Die Verteidigung dieser Verbrecherideologie ist selbst ein Verbrechen, und Schulze und Schnarre sind also m.E. Beihelfer, Terrorhelfer, Verbrecher.

Terror aber ist Terror, und er kann nicht reformiert werden. Er muss bekämpft werden, notfalls indem man die Terroristen eliminiert. Nationalsozialismus und Kommunismus wurden nicht reformiert, sie wurden vernichtet. Es ist auch im Fall des Mohammedanismus sinnlos, auf Wunder oder Selbstheilungskräfte zu hoffen. Dieses ideologisch-psychologische Problem kann nur durch die entschlossene Bekämpfung der bösartigen Ideologie behoben werden. Tangsir hat diesbezüglich gestern Grundlegendes zum ägyptischen Aufstand verfasst (7). Hier zwei längere Abschnitte:

„Wir wollen so leben wie ihr“

Das rief eine Demonstrantin westlichen Journalisten in Kairo zu (8). Verständlich, dass die Ägypter sich nach Wohlstand, Freiheit, Demokratie nach westlichem Vorbild sehnen, aber kann eine islamisch dominierte Gesellschaft denn wirklich jemals eine demokratische, freiheitliche und korruptionsfreie Gesellschaftsform hervorbringen?

Was haben islamische Länder nicht schon alles probiert um aus ihrem selbstverschuldeten Elend herauszukommen. Da gab und gibt es Monarchien, Despotien, rechte und sozialistisch angehauchte Einparteien-Diktaturen und orthodoxe islamische Herrschaft nach saudischem und schiitischem Vorbild, und dennoch will sich einfach nicht der Wohlstand und Freiheit nach westlichem Vorbild einstellen, weshalb dann die Regierenden und die Bevölkerung gleichermassen, bevorzugt immer denselben Schuldigen ausmachen: Den Westen im Allgemeinen und den Juden bzw. den Zionismus im Besonderen.

Irgendjemand muss ja schliesslich schuld sein und der islamische Totalitarismus kann es ja nicht sein, sonst müsste man am heiligsten Element des eigenen Sklavendaseins, den Islam, Kritik üben und wer aus einem islamisch dominierten Land kommt, weiss wie schmerzhaft und lebensbedrohlich zugleich dieser Erkenntnisprozess sein kann.

Aber wieso sich selbst quälen und die eigene kaputte Identität anzweifeln, wo man einfach nur Willkür und Korruption abschütteln und zusätzlich dazu satt werden und moderne Handys haben möchte.  Die Lösung aus dieser Misere sehen die Menschen lediglich im Austausch der herrschenden Köpfe und Regime Change.  Als ob sie dadurch alleine schon in die Lage versetzt würden konkurrenzfähige Produkte für den globalen Markt herzustellen, den wirtschaftlichen Wohlstand  zu steigern, Rechtssicherheit sicherzustellen und eine gerechte Gesellschaft ohne Willkür und Korruption zu etablieren.  Sie fragen nicht nach dem Grund dafür, warum Korruption, das Fehlen von Rechtssicherheit, Frauenunterdrückung und vieles mehr seit 1400 Jahren Alltag ist.

Warum mehrheitlich von Moslems bewohnte Länder niemals Demokratie  und Freiheit erleben werden

Schon viele autokratische Herrscher haben versucht ihre Gesellschaft aus dem islamischen Mittelalter heraus in die Moderne zu katapultieren. Atatürk in der Türkei, Reza Schah in Iran und auch Mubarak in Ägypten, aber keiner wagte es die Wurzel des Übels anzupacken oder gar Aufklärung darüber zu betreiben.

Das Vorbild des Wegelagerers Muhammed war weiterhin unantastbar, weshalb es auch weiterhin Korruption gab. Denn da wo eine historische Person der Raub, Wegelagerei und Erpressung  betrieben hat nicht gesellschaftlich geächtet wird, da wird dieses Vorbild Teil der dortigen Kultur und der Mentalität der Menschen. Menschen fahren schwarz, betrügen, stehlen und werden korrupt. Nicht etwa Fleiss nach Vorbild der kalvinistischen Arbeitsethik entscheidet über wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Aufstieg, sondern Skrupellosigkeit und die Gabe zu lügen und zu täuschen.

Derjenige der Innovationen hervorbringt oder fleissig ist, ist in der islamischen Gesellschaft grundsätzlich der Verlierer. Derjenige aber der nach Vorbild Muhammeds durch Betrug  und Lügen an Macht und Geld gelangt, geniesst hohes Ansehen und umgekehrt ist hartes Arbeiten ein Zeichen dafür, dass man es nicht geschafft hat.

In diesem Zusammenhang ist es unwichtig ob nun jemand gläubiger Moslem ist oder nicht, denn das Gift des Islams ist zu diesem Zeitpunkt schon längst Konsens und Teil der Kultur und erfasst alle Menschen die in dieser Gesellschaft leben. Diese Kultur erfasst genauso staatliche Strukturen die wiederum ihren Bürgern keine Rechtssicherheit und Schutz vor Willkür bieten.

Der Einfluss geht aber weit darüberhinaus und ihre Spuren sieht man auch im Verhalten muslimischer Migranten in den westlichen Gesellschaften. Da wo es für den Deutschen eine Frage der Ehre ist keine Transfergelder zu beziehen, nicht schwarz zu fahren, keine links zu illegalen Downloadportale ins Netz zu stellen und schon gar nicht damit zu prahlen illegal Filme im Netz zu schauen, bereitet es dem Einwanderer aus dem muslimischen Kulturkreis keinerlei Probleme.

Die nötige Ausrede hat der Migrant aus dem islamischen Unkulturkreis auch gleich parat, denn der Westen ist sowohl für sein berufliches Versagen, als auch für seine charakterlichen Schwächen und die Situation seines Landes verantwortlich, also sieht er in seinem unehrlichen Verhalten lediglich ein Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit. Diese Ausrede und dieses Verhalten findet man sogar bei Leuten die sich für Nichtmoslems oder Islamkritiker halten, was wiederum beweist, dass es mehr als nur Lippenbekenntnisse bedarf um sich tatsächlich vom Islam zu lösen.

Diese Einstellung aber ist lediglich die säkularisierte Botschaft Mohammeds nach der Christen, Juden und Andersgläubige lediglich Schweine seien und man ruhigen Gewissens ihr Hab und Gut beanspruchen kann. Die europäische Kolonisation und der westliche Einfluss auf ihre Regierungen sind ebenfalls Klassiker unter den Argumenten des Migranten der ehrlos und würdelos sich nach dem Vorbild Muhameds verhält und dafür auch noch den Respekt seines Gastlandes erwartet.

Diese Reihe an charakterlichen Unzulänglichkeiten liesse sich endlos fortführen, denn es betrifft genauso die Einstellung zu Gewalt, Toleranz, Wahrhaftigkeit und das Einhalten zivilisatorischer Verhaltensweisen. Der vom Islam kontaminierte Geist ist zudem nicht in der Lage Zweifel am eigenen Verhalten zuzulassen, was wiederum seine Kreativität und Schaffensdrang verkümmern lässt und deshalb auch gibt es nicht den islamischen Mozart und Bill Gates. (…)

Die Quintessenz dieses Aufsatzes ist, dass es mehr als nur den Wunsch bedarf „so zu leben wie ihr“, denn solange man nicht bereit ist die inneren Monster zu massakrieren, solange wird es nicht die für Demokratie und Rechtssicherheit nötige Freiheit und Geisteshaltung geben. Um zu illustrieren warum es im Falle Ägyptens unabdingbar ist Aufklärung zu betreiben und zuallererst die eigene Unzulänglichkeit zu thematisieren, um dann zu Demokratie und Freiheit zu gelangen, reicht ein Blick auf folgende Umfrageergebnisse (9): 3/4 der Ägypter befürworten Steinigung bei Ehebruch, den Tod beim Abfall vom islamischen Glauben und das Abhacken der Gliedmassen bei Diebstahl.

Nun kann jeder zwei und zwei zusammenzählen und sich überlegen ob der kreative und zu Innovation fähiger Mensch in so einem Land bleibt oder ob er nicht vielmehr in die gelobte westliche Welt auswandert um sich selbst zu verwirklichen, denn wie soll ein freier und zu Zweifeln befähigter Geist in einer Gesellschaft gedeihen der kritiklos dem mohamedanischen Geist anhängt.

Vor allem zeigen diese Umfrageergebnisse wie sich ein „demokratischer“ Ägypten gebärden würde, in der der Volkswille frei zum Ausdruck kommt. Aber wer würde sich denn schon mit so einer unbeliebten Einschätzung der jetzigen Lage unbeliebt machen wollen. Vor allem aber zeigt uns, dass Mubarak ein stinknormaler und korrupter Diktator ist, der seine Stellung nicht etwa dazu benutzt hat sein Volk aufzuklären, sondern im Gegenteil zum Erstarken des Islams beigetragen und sich dabei die Taschen gefüllt hat.

Dennoch gehört es zum natürlichen Entwicklungsprozess der Ägypter die Demokratie zu wagen und daraus zu lernen, sowohl im negativen als auch im positiven. Der gemeine Ägypter würde nicht ewig dem mohamedanischen Geist anhängen, denn auch er ist dazu in der Lage aus Fehler zu lernen und ist von Geburt an ein freiheitsliebendes Wesen. Fragt sich nur ob dies möglich ist solange der Islam als unantastbar gilt und die Muslimbrüder nicht als Feinde des Volkes gebrandmarkt werden.

Denn solange beides beim alten bleibt, solange wird Demokratie in in diesem Land lediglich bedeuten, dass die Hyänen und die korrupten Geister das Sagen haben werden. Weder wird Korruption noch die Armut verschwinden. Arbeitsames Verhalten wird weiterhin verspottet werden und die Wegelagerer werden es sein die sich auf Kosten der Allgemeinheit mästen werden. (…)

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Tangsir stellt m.E. überzeugend dar, warum es mit den vom Mohammedanismus befallenen Staaten immer weiter bergab gehen wird, bis sie eines Tages endlich den Mohammedanismus abschütteln werden. Vorher haben sie keine Chance, zu Wohlstand, Freiheit und Würde zu gelangen.

Solches lese ich auch aus einem ganzseitigen Beitrag von Christiane Hoffmann in der heutigen FAZ über den Niedergang der pakistanischen Finanzmetropole Karachi.

Nur, dies betrifft erstens nicht nur Karachi, es betrifft den gesamten schwer verwundeten Mohammedanismus, der mit letzter Kraft wild um sich schlägt. Karachi ist zweitens noch nicht einmal ganz unten angekommen, denn die Erbärmlichkeitsskala ist ebenso wie die Abartigkeitsskala des Mohammedanismus ja bekanntlich nach unten hin offen – man schaue nur auf Sudan oder Somalia oder Jemen oder Afghanistan oder, äh, tja… belassen wir’s für heute dabei.

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Eine scheiternde Stadt

Karachi, Pakistans Handels- und Finanzzentrum, galt lange als weltliche Metropole. Jetzt schreitet die Islamisierung voran. Während über den Hafen der Nachschub für die Nato-Truppen in Afghanistan abgewickelt wird, finden immer mehr Taliban Unterschlupf in der Vielvölkerstadt. Eine Regierung, die den Namen verdiente, gibt es nicht. Politik – das sind Bandenkriege. Fünf Tage in der wichtigsten Metropole eines scheiternden Staates.

Die Stadt

In den Gassen des Hafenviertels Lyari steht das Blut in Pfützen. Am Straßenrand liegen Gedärme. Zwischen abgeschnittenen Rinderschwänzen spielen kleine Mädchen in ihren bunten Ausgehkleidern. Es ist der dritte Tag des Opferfests. Die meisten Tiere sind geschlachtet. Jetzt beginnt die Schlacht um ihre Häute. Aus dem Inneren der Häuser dringt jetzt der Geruch von gekochtem Fleisch heraus. Für eine Weile verdrängt er den modrigen Dunst von Fisch und faulen Eiern, der von den Sümpfen unweit der Mündung des Indus herüberzieht, und den Gestank der Abfallberge überall in der Stadt.

Karim hat ein Treffen arrangiert mit dem Chef einer jener Gruppen, die sich hier “Partei” nennen, einer jener Banden also, die Lyari im Griff haben. In Karachi ist Politik das Recht, in einem bestimmten Gebiet Schutzgelder, Spenden, Häute einzutreiben. Und um die Gebiete wird mit allen Mitteln gekämpft. Unsere Bande hat einen wohlklingenden Namen: “Friedenskomitee des Volkes”. Aber in Lyari angekommen, besinnt sich Karim plötzlich anders. Zu gefährlich, sagt er. Wer sich mit einer Gruppe trifft, gerät ins Fadenkreuz der anderen.

Die Intellektuellen

Drei linke Intellektuelle, drei Schnauzbärte, drei markante, grauhaarige Köpfe. “Es gibt keine Regierung und keine staatliche Autorität in Karachi”, sagen sie. “Alle Parteien, Gruppen, Banden haben eigene bewaffnete Kräfte. Mit ihrer Hilfe setzen sie ihre Interessen durch. Die beiden größten Parteien sitzen zusammen in der Provinzregierung. Gleichzeitig bringen sich ihre Anhänger gegenseitig mit Auftragsmorden zur Strecke. Es fehlt der politische Wille, das zu ändern, weil es ein Interesse an Gewalt und Chaos gibt. Schon einmal, bevor General Musharraf sich 1999 an die Macht putschte, hat das Militär Karachi benutzt, um die Demokratie zu destabilisieren.”

Und die Taliban? “Die Taliban sind eine große Bedrohung für unsere Stadt. Hier haben sie einen sicheren Hafen, lassen sich in den Krankenhäusern behandeln, erholen sich und planen ihre nächsten Aktionen. Man weiß genau, in welchen Stadtvierteln sie Unterschlupf finden. Und das Militär schützt sie.” Die drei Schnauzbärte nehmen Anstoß an meinem Kopftuch. Neuerdings, sagen sie, trügen die Ausländerinnen alle Kopftücher. – Welche Ausländerinnen? In fünf Tagen war in der Stadt keine einzige Ausländerin zu sehen. Viele pakistanische Frauen verhüllen sogar ihre Gesichter. “Das ist nur eine Mode”, sagen die Schnauzbärte.

Die rote Zone

Das Hotel Sheraton liegt in der “roten Zone”, dem Hochsicherheitsbereich von Karachi, in der Nähe der Regierungsgebäude und des amerikanischen Konsulats. Die Gebäude liegen hinter Betonwänden. Aus Bergen von Sandsäcken lugen die Läufe von Kalaschnikows hervor. Auf dem Dach des Sheraton steht ein Scharfschütze. Wachleute mit Sprengstoffhunden untersuchen die wenigen Autos, die zum Eingang vorfahren. Es ist verboten, das Hotel zu fotografieren. Die Betonsperren sind mit Topfpflanzen begrünt.

In der roten Sicherheitszone stehen an jeder Straßenecke die schwarzen Pickups der Polizei mit Maschinengewehren auf dem Dach. Wenn, wie in diesen Tagen, die Sicherheit erhöht ist, stellt die Polizei an den Zufahrtsstraßen zur roten Zone jeweils zwei Wagen quer und verengt die Fahrbahn. Dadurch staut sich der Verkehr.

Zwei Straßenecken vom Hotel entfernt erstreckt sich eine Trümmerlandschaft. Im Zentrum der Verwüstung steht das Gerippe des Polizeihauptquartiers von Karachi. Mitte November rammte sich hier, mitten in der Sicherheitszone, nach einer ausgedehnten Schießerei ein Lastwagen mit einer Tonne Sprengstoff in das Gebäude. Die Explosion zeigte einen Ausschlag von 1,3 auf der Richterskala. Jede Bombe, sagt Karim, sei auch eine Drohung, eine klare Botschaft der Islamisten an den Präsidenten in der Hauptstadt: “Wir können jeden in die Luft sprengen. Überall.” In Karachi sind im vergangenen Jahr mehr als tausend Menschen bei Anschlägen, ethnischen oder politischen Morden ums Leben gekommen. Anschläge werden von der Polizei meist zu Selbstmordattentaten erklärt, weil sich dann die Ermittlungen erübrigen: Der Täter ist tot. Nach einem Anschlag präsentierte die Polizei sogar die Köpfe der angeblichen Attentäter. Beide sind jedoch wohlauf und haben sich bei ihren Familien gemeldet.

Der Parteichef

Das Hauptquartier der Paschtunenpartei ANP (Nationale Volkspartei) liegt in Banaras, einem ärmlichen und quirligen Arbeiterviertel. Im Hof spielen Kinder auf einem selbstgebauten Holzkarussell. Eine Stunde hat die Fahrt durch die Stadt gedauert, aber Shahi Sayed, der ANP-Führer, ist nicht im Parteihauptquartier. Er kommt überhaupt nie hierher, wie zu erfahren ist, weil es viel zu unsicher ist. Also geht es eine Stunde wieder zurück durch die Stadt und weiter bis in das Nobelviertel Defense: ruhige Straßen mit Grünstreifen in der Mitte, luxuriöse Villen hinter hohen Mauern, Palmen, Bougainvilleen. Vor Sayeds Haus die übliche Burg aus Sandsäcken. Seit 2008 sind 250 Aktivisten seiner Partei ermordet worden. In seiner Garage parken ein gepanzerter S-Klasse-Mercedes und ein Chevrolet-Geländewagen, beide schwarz, Autonummer: ANP-01.

Sayed ist ein großer, grobschlächtiger Mann von Anfang sechzig, ein Bauernsohn aus dem Norden, der nach der achten Klasse von der Schule abging und dann im Handel mit Gebrauchtwagen und allem Möglichen reich wurde. Schon vor der ersten Frage beginnt er zu sprechen: “Wir wollen Frieden.” Die Regierung solle die Armee schicken, sie solle hier die Kontrolle übernehmen und die Stadt von den Mafiabanden säubern.

Und die Taliban? “Die Taliban sind überall auf dem Vormarsch, nicht nur in Karachi. Sie sind eine Großmacht, und wir können sie nicht besiegen, solange der Geheimdienst sie unterstützt. Im Fernsehen unterstützen Mullahs offen die Taliban. Die religiöse Führung ist schuld, dass wir rückständig sind. Viele Frauen können nicht lesen und schreiben. Aber reden wir nicht über Frauen, sondern über Morde, da kenne ich mich besser aus.”

Zwei Paare

Im Kentucky-Fried-Chicken-Restaurant sitzen zwei junge Paare, die Männer tragen gepflegte Vollbärte. Der Bart beginnt nicht direkt unterhalb der Lippe, sondern erst am Kinn, er ist gerade geschnitten und läuft den hinteren Teil der Wange entlang bis zum Haaransatz. So einen Bart, sagt Karim, tragen Leute, die Geld haben, gute Geschäfte machen und mit den Taliban sympathisieren.

Der Radioreporter

Anees ist einer der beliebtesten Journalisten des Landes. Alle kennen ihn und er kennt sie alle in Karachi, die Bandenchefs, Drogenbosse und Mullahs. “Die Islamisierung ist in Karachi überall auf dem Vormarsch”, sagt er. “Die Zahl der Bartträger nimmt ständig zu. Jetzt haben wir sogar in unserem Cricket-Team lauter bärtige Spieler. Die Islamisten haben es geschafft, dass die Burka Teil unserer Kultur geworden ist. Sie haben alle Straßen, alle Häuser durchdrungen. Meine Frau fühlt sich in der Nachbarschaft fremd, weil sie als Einzige keinen Gesichtsschleier trägt. Jedes Jahr wächst die Zahl der Koranschulen in Karachi um 15 Prozent. Immer mehr Privatschulen kombinieren religiöse mit weltlicher Bildung. Selbst in den Biologiebüchern handeln die ersten vier Kapitel vom Islam.”

Welche Rolle spielt der Westen? “Die antiwestliche Propaganda ist sehr wichtig, um zu mobilisieren. Die Leute sehen im Fernsehen, wie reich der Westen ist, wie hoch die Häuser, wie gerade die Straßen. Und die Mullahs predigen ihnen: Das gehört euch, das haben sie euch gestohlen. Sie sind schuld daran, dass wir so arm sind.”

Und die Taliban? “Sie wollen auch in Pakistan eine islamische Herrschaft errichten. Einer meiner Freunde wurde ein Talib. Er brauchte Geld. Sie gaben es ihm und nahmen ihn mit nach Wasiristan. Er trainierte und wurde religiös. Dann wurde er hier in Karachi verhaftet. Aber es wird nicht ermittelt, es gibt keine Beweise, und kein Richter wagt, den Fall zu übernehmen, weil die Islamisten jeden bedrohen. So groß ist die Macht der Taliban in Karachi.”

Der Mullah

In der Dunkelheit sind die Minarette der großen Moschee von Banuri Town erleuchtet. Karachi ist eines der wichtigsten Zentren des Deoband-Islam, der die Taliban und andere islamistische Gruppen hervorgebracht hat. Er hat hier mehr Einfluss als der saudische Wahhabismus. In der großen Moschee und der Islamischen Universität in Banuri Town lehren die Vordenker der Islamisten, von hier aus verbreiten die Deobandis ihre Lehren in Pakistan und der ganzen Welt. Die Hochschule bietet auch für Ausländer Arabischkurse und Koranstudien an, per Fernstudium mit Fragestunden über Skype. Molana Valikhan leitet die Vereinigung aller Koranschulen. Er sagt, dass die Hochschule auch in Deutschland viele Schüler hat. Seine Methode nennt er “Easy packaging”: “Wir predigen den Islam in verträglichen Dosen.”

Die Dosis dieses Abends ist beträchtlich: vier Stunden im Schneidersitz auf dem Teppich – bis morgens um halb drei. An der Decke surren zwei Ventilatoren, der Lärm der Straße vor dem geöffneten Fenster lässt langsam nach. Molana Valikhan ist Ende vierzig, selbstgewiss und nicht uneitel. Er gibt kein Interview, er lehrt. Von den eleganten Gesten seiner Hände begleitet, ergeht er sich in langen Antworten. Er moduliert gekonnt die Stimme, er spricht in Bildern. Gegen Ende einer Antwort, die gut eine Viertelstunde dauern kann, legt er die Hände noch einmal zusammen und öffnet sie dann rasch, ein überlegenes Lächeln: das Offensichtliche liegt da.

“Karachi? Warum Karachi? Fragen Sie mich lieber etwas über die Frau im Islam, darüber wollen die Westler immer sprechen.” Mit dieser Frage vergehen die ersten zwei Stunden.

“Karachi? Nicht religiöser Extremismus ist verantwortlich für die Gewalt hier, sondern Indien, die Vereinigten Staaten und Israel, die versuchen, in Pakistan Chaos zu stiften. Ohne sie gäbe es hier keine religiöse Gewalt. Eine internationale Verschwörung, damit Pakistan die Forderungen des Auslands erfüllt. Die Amerikaner suchen einen Sündenbock, weil sie in Afghanistan keinen Erfolg haben.”

Und die Taliban? “Wir haben mit den Taliban nichts zu tun, wir unterstützen die pakistanischen Taliban nicht. Aber ich bewundere die afghanischen Taliban für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit. Sie führen einen Heiligen Krieg.”

Die Studentin

Humna ist eine junge Frau von Mitte 20, intelligent, hübsch, forsch, ernsthaft. Sie studiert. Sie geht mit ihren Freundinnen aus. Sie kommt aus einer guten Familie, sie würde sich nicht vor der Hochzeit mit einem Mann einlassen. Unabhängigkeit ist ihr sehr wichtig. Sie will Politikerin werden. Sie sagt, dass es noch mehr junge Leute gibt, die eine andere Politik wollen. Ohne Korruption, ohne Gewalt. Sie sind alle vernetzt, und eines Tages werden sie an die Öffentlichkeit kommen.

Seit neuestem trägt Humna ein Kopftuch. “Ich will so akzeptiert werden, wie ich bin”, sagt sie. “Es ist einfach ein Kleidungsstück. Ich will damit nur sagen: Beurteilt mich nicht nach meiner Kleidung, meinem Äußeren.” Sie sagt, dass ihre Haare viel schöner geworden seien, gesünder, glänzender und ihr Leben einfacher.

Die Machthaber

Die MQM, die Partei der Urdu sprechenden Einwohner, ist die mächtigste in Karachi. Und ihre Führung hat noch mehr Angst als alle anderen. Nine-Zero, wie das Hauptquartier heißt, ist ein ganzes Stadtviertel, alle fünfzig Meter steht ein Wachmann mit Kalaschnikow. “Wir wollen Frieden”, sagt der Gesprächspartner.

Und die Taliban? “Die Talibanisierung wird immer schlimmer. In einige paschtunische Stadtviertel traut sich nicht einmal die Armee hinein. Waffen sind frei erhältlich: Granaten, Maschinengewehre, Raketenwerfer. Es gibt Medresen, die zur Gewalt aufhetzen, und die Regierung tut nichts. Der Extremismus setzt sich in den Köpfen der Leute fest. Der Krieg in Afghanistan hat eine Gesellschaft religiös denkender Leute geschaffen, sie sind überall, auch in der Armee.”

Der Belutsche

Als das Treffen mit dem Chef des “Friedenskomitees des Volkes” in Lyari zustande kommt, ist es schon dunkel. Uzair Balutsch sitzt im blütenweißen Gewand der Belutschen entspannt inmitten einer Gruppe von Menschen in einer kleinen, grell erleuchteten Grünanlage. Keine Wachleute, keine Kalaschnikows, keine Sandsäcke. “Die anderen fühlen sich nicht mal in ihren eigenen Häusern sicher, aber wir gehen hier frei herum in Lyari”, sagt Uzair. An der Hauswand hinter ihm prangt ein meterhohes Gemälde: weiße Friedenstauben auf blauem Grund und in den Ecken – wie die vier Kalifen – Uzair Balutsch und drei Ermordete: Benazir Bhutto, der Parteigründer und Uzairs Vater.

Der pakistanische Ableger von CNBC zeichnet gerade eine Talkshow unter freiem Himmel auf. Der Produzent, ein Pakistaner, läuft aufgeregt hin und her. Das hat es noch nie gegeben, eine Talkshow sozusagen aus dem Herzen der Bronx. Uzair ist 35. Sein jungenhaft sympathisches Gesicht will nicht zu dem passen, was in der Stadt über ihn erzählt wird. Er sagt, dass er keine politischen Ambitionen habe. Nach der Ermordung seines Vaters sei ihm einfach keine andere Wahl geblieben, als die Führung zu übernehmen. “Wir versuchen, Frieden herzustellen”, sagt er. Er sieht sich als Wohltäter, als Robin Hood. Vor laufenden Kameras zählt er seine guten Werke auf: “Kostenlose Schulen, Computer, Krankenhäuser.” Das Volk applaudiert.

Und woher kommt das Geld? “Geschäfte”, sagt Uzair, und “Sakat”, die Almosen, die Muslime geben müssen, von sonstigen wohltätigen Spendern, den Häuten des Opferfests – “und von den Erträgen unserer Ländereien in Belutschistan”. Durch Belutschistan, eine Wüstenprovinz im Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Iran, läuft eine der wichtigsten Routen für afghanisches Opium.

Der Polizist

“Uzair Balutsch? Alle wissen, dass er ein Drogenbaron ist.” Aziz ist seit 15 Jahren Polizist in Lyari, das heißt, er bewacht eine der großen Straßen durch das Viertel. In die Gassen wagt er sich nicht. Dort ist das Reich der Banden. Von jedem, der in Lyari ein Geschäft oder etwas Besitz hat, wird Schutzgeld eingetrieben. Wer sich wehrt, wird bedroht, entführt, ermordet. “Politisch motivierte Verbrechen”, nennt Aziz das. “Sie werden von Gruppen begangen, die von Parteien oder religiösen Extremisten unterstützt werden.” Neben den Schutzgeldern ist Schmuggel eine wichtige Einnahmequelle: Waffen, Drogen, Alkohol, Benzin, aus den Golfstaaten, Afghanistan, Iran. Wenn Aziz und seine Leute einen Wagen mit Schmuggelware anhalten, rufen sie bei ihren Vorgesetzten an und fragen, was sie tun sollen. Die sagen dann: Lasst sie laufen. Wenn große Kontingente von Drogen oder Waffen kommen, bekommen sie von ihren Vorgesetzten den Auftrag, die Schmuggeltransporte zu eskortieren.

Die Parteien nennt Aziz “Terrororganisationen”. Er klagt nicht darüber, dass er nur 160 Euro im Monat verdient. Er sagt nur, dass es viele traurige Geschichten gebe in seinem Beruf. Wie die von seinem Kollegen, der nach einer Schießerei mit Rauschgiftschmugglern zwei Tage lang nicht behandelt wurde und starb. Die verletzten Banditen wurden bestens versorgt und sind wieder im Geschäft.

Und die Taliban? “Gegen die Taliban traut sich die Polizei nicht vorzugehen. In ein Gebiet, wo Taliban sind, würde sich ein Polizist nie wagen. Wenn ein Taliban zu mir käme und drohte, sich in die Luft zu sprengen, würde ich ihn nur bitten, das ein Stückchen weiter weg zu tun.”

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Time am 12. Februar 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Leutheusser-Schnarrenberger
2) http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E33127543A626497C9A690AAD1690C890~ATpl~Ecommon~Scontent.html
3) http://vitzliputzli.wordpress.com/2011/02/11/schnarre-mach´s-dir-doch-einfach-guck-bei-vitzliputzli/
4) http://heplev.wordpress.com/2011/02/11/ist-diese-religion-noch-zu-retten/
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/05/die-ungestellte-frage/#comment-1073
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf
7) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/02/11/%E2%80%9Ewir-wollen-so-leben-wie-ihr%E2%80%9C/#more-8894
8- http://www.welt.de/politik/ausland/article12382432/Das-westliche-Dilemma-mit-dem-Aufbruch-Aegyptens.html
9) http://pewglobal.org/2010/12/02/muslims-around-the-world-divided-on-hamas-and-hezbollah/

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PS, aus dem Kommentarbereich des Brussels Journal (071207): „My Pakistani friends have following to say about your forefathers: When we were under British rule it took 20.000 English gentlemen to rule the country peacefully, a whole continent of approx. 500 million people. Today we have 40.000 policemen in Karachi and cannot run that city peacefully.“ http://www.brusselsjournal.com/node/2749

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