„Wanderer im Nebel“ von Caspar David Friedrich
Dass Margot Käßmann eine absolute Fehlbesetzung als evangelische Bischöfin war, machte sie m.E. weniger durch ihre trunkene Autofahrt, bei der ja nichts passiert war, deutlich, als vielmehr durch ihre wiederholten, kontraproduktiven oder einfach nur peinlichen Äußerungen. Im aktuellen „Chrismon“ (1), welches sie mitherausgibt, faselt sie rund um das Wort „Migration“ (2), und man ist lebhaft an Otto Waalkes grandiosen Sketch „Wort zum Montag“ erinnert (3): „Denn sind nicht wir alle Migranten?“
Ihr Aufsatz ist folgendermaßen verschlagwortet: „Schlagworte Migration | jüdisch | christlich“, aber natürlich meinen ihre Ausführungen, so wie es grundsätzlich immer der Fall ist, wenn von „Migranten“ die Rede ist, nicht irgendwelche Immi- oder Emigranten, und schon gar nicht Juden und Christen, sondern sie meinen in Wirklichkeit die Orks, nur will sie es nicht sagen, und sie glaubt, wir merken es nicht. Merke: Wer immer das Wort „Migrant“ verwendet, ist entweder Ork oder Dimmi!
Dabei sind ihre Darlegungen teilweise nicht uninteressant und auch nicht völlig falsch: Juden und Christen als eine Kultur, die sich in permanenter Bewegung befindet… Aber das Thema ist doch nicht die Wanderung als solche und sind nicht ihre jeweiligen konkreten Ursachen. Es geht um die Bewegung zu Gott und darum, ihm die Treue zu halten wie auch darum, ihm vertrauen zu können. Und für die Juden geht es auch immer darum, endlich einen Platz zu finden, der ihnen Ruhe und Sicherheit gibt, um ihren eigenen Staat.
„Streitfall Migration – es könnte viele Debatten entspannen, wenn klar würde: Auch das christliche Abendland ist letzten Endes ein Ergebnis von Migration.“ Mit diesem Schlusssatz macht sie den Rahmen deutlich, in dem ihr gesamter Text zu sehen ist. Auf ihn entwickelt sie ihn hin.
Es gibt z.Z. zwar viele Debatten, aber diese haben tatsächlich nur ein zentrales Streit-Thema: den Mohammedanismus. Es geht nicht um Einwanderer X und Auswanderer Y, es geht darum, dass 1,5 Mrd. Menschen einer sklavistischen und extrem aggressiven Ideologie anhängen, die die Weltherrschaft anstrebt und alle Zivilisationen vernichten will. Dieses Wesen der Ideologie will Frau Käßmann verwischen, und sie will die Tatsache verwischen, dass die Mehrheit der Orks dieses Wesen positiv beurteilt und wie Süchtige daran hängt. Sie stellt das Thema „Bewegung“ oder „Wanderung“ in den Vordergrund, sie erklärt ausführlich, dass dies auch zu unserer Kultur gehört, dass wir selbst Wanderer sind, um einen Schirm über jenen aufzuspannen, die in ungeheuren Massen in unsere Zivilisation eingewandert sind, sie ausnutzen und vernichten wollen: die Orks!
Dies ist die Klo-H.-Metzel-Methode, dem Gegner eine Position oder ein Verhalten zu unterstellen, die oder das jener gar nicht hat, und gleichwohl mit Macht dagegen zu mobilisieren. Nochmals: Es gibt keinen „Streitfall Migration“! Es gibt allerdings einen „Streitfall Mohammedanismus“!
Um auf meine Einführung zurückzukommen: Ich finde es falsch, jemand zu einem Führer der evangelischen Kirche zu machen, der derartigen Aufwand betreibt, um letztlich Sozialbetrug, Ehrenmorde und Scharia zu verschleiern und zu beschönigen. Warum pointiert sie ihre Ausführungen nicht in der Art, uns Westlern auf unser langen Wanderung Mut zu machen?
Ja, wir sind Wanderer! Ja, wir respektieren andere Wanderer!
Nein, wir lehnen Jihad, Scharia und den perversen Verbrecher Klo H. Metzel ab!
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Migration -
Was wäre das christliche Abendland ohne diese Erfahrung?
Migration – das ist ein Thema, zu dem Juden und Christen viel zu sagen haben. Es ist ein urbiblisches Motiv. Die Ersten, die sich aufmachen, sind in der biblischen Geschichte Adam und Eva: Sie müssen das Paradies verlassen, um eine neue Heimat zu finden. Abraham und Sarah brechen auf in ein unbekanntes Land – in einer Hungersnot, als die ersten Wirtschaftsflüchtlinge sozusagen. Joseph findet sich gezwungenermaßen in der Fremde wieder und muss sich integrieren. Mose führt in der biblischen Erzählung das ganze Volk Israel aus Ägyptenland in die Wüste und schließlich bis zur Grenze des gelobten und verheißenen Landes. Dort werden die Israeliten kämpfen müssen, um ihre Kultur zu behaupten gegen die vorhandene Kultur des Landes Kanaan. Und immer wieder gibt es Auseinandersetzungen, ob denn das Volk abtrünnig sei, wenn es Kultur und Religion der Völker vor Ort annehme, sich zu sehr assimiliere, statt die Differenz zu leben.
Fremd sein oder sich anpassen, sich integrieren oder okkupieren, sich abgrenzen oder assimilieren – es sind Themen, die die Bibel auf faszinierende Weise durchbuchstabiert. So haben etwa die Gefangenen in Babylon Heimweh nach Jerusalem, und der Prophet Jeremia rät ihnen in einem Trostbrief, sich nicht zurückzusehnen, sondern dort, wo sie nun einmal sind, Familien zu gründen und Häuser zu bauen. Der Prophet Elia hingegen wettert gegen die Baalspropheten und legt sich blutig mit Königin Izebel an.
Nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 nach Christus verlor das jüdische Volk seine Heimat in Israel, in Jerusalem. Und Jüdinnen und Juden in aller Welt fragen sich seitdem: Was bedeutet mein Jüdischsein in der Fremde, in Argentinien oder den USA, in Frankreich oder Indien, im Libanon oder in Kenia? Wie weit kann ich mich anpassen, wo muss ich mich abgrenzen? Wann gefährdet die Abgrenzung mein Leben? Und wo werde ich sie durchhalten, auch wenn ich mein Leben dafür riskiere – weil andere meinen, ich gehöre nicht dazu? Weil sie sagen, ich bin nicht Deutscher, sondern Jude?
Auch im Neuen Testament, dem griechischen Teil (!? T.) der Bibel, ist viel von Migration die Rede. Weise Männer aus dem Orient machen sich auf in die Fremde, nach Bethlehem, um einen König zu suchen, so erzählt es Matthäus. Joseph muss mit Maria und dem neugeborenen Jesus nach Ägypten fliehen. Jesus selbst weiß als junger Mann, dass der Prophet nichts gilt im eigenen Land. Und Paulus wurde der erste große reisende Missionar. Er geht unermüdlich von Ort zu Ort, um das Evangelium zu verbreiten, und überschreitet die Grenze zu Europa.
Migrare heißt wandern – und das wandernde Gottesvolk ist ein urbiblisches Bild von Mose bis zum Hebräerbrief. Unterwegs zu sein, in fremden Kulturen heimisch zu werden, das ist eine Kernerfahrung der biblischen Erzählungen.
Die Kirchengeschichte schließlich ist im Anschluss an Paulus Missionsgeschichte und damit Migrations- und Inkulturationsgeschichte. Der „Missionsbefehl“ aus Matthäus 28: „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker…“ wurde zur Grundlage einer weltweiten Ausbreitung des Christentums. Und es bedurfte mutiger Menschen, die bereit waren, ihre Heimat zu verlassen, um das zu tun. Gleichzeitig werden sich so manche Xukuru-Indianer in Brasilien oder Adivasi in Südindien gefragt haben, was denn diese Menschen aus fremden Ländern wollten.
Streitfall Migration – es könnte viele Debatten entspannen, wenn klar würde: Auch das christliche Abendland ist letzten Endes ein Ergebnis von Migration.
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Time am 28. Februar 2011
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1) http://chrismon.evangelisch.de/
2) http://chrismon.evangelisch.de/blog/auf-ein-wort/migration-was-waere-das-christliche-abendland-ohne-diese-erfahrung-7515
3) http://www.youtube.com/watch?v=MY83lz2frIg
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Soundtrack, rein assoziativ:
„The Wanderer“ von Status unter
http://www.youtube.com/watch?v=8sSEU68m-9Q&feature=related
Tags: Margot Käßmann
