Den unsäglichen Aufsatz eines evangelischen Gemeindepfarrers hatte Paddel Pahners am 18. April in der FAZ lancieren können (1). Jochen „nomen est omen“ Teuffel hatte u.a. geschrieben:
„In der Auseinandersetzung um die gesellschaftliche Anerkennung des Islam in Deutschland ist häufig von einer christlichen Leitkultur die Rede. Wo damit ein abendländisch-christlicher Gesinnungsvorbehalt gegenüber Muslimen ins Spiel gebracht werden soll, ist dies der sicherste Weg, das Evangelium und das Kreuz Christi gesellschaftlich zu diskreditieren. An Stelle der kruziformen Toleranz tritt hier ein menschenmächtiger Religionsanspruch, der mit politischen Mitteln außerhalb des persönlichen Glaubens geltend gemacht wird. Da mögen sich für wertkonservative Christen kurzfristig Allianzen mit kirchendistanzierten oder gar atheistischen Islamkritikern ergeben. Auf Dauer kann jedoch die Propagierung einer abendländisch-christlichen Erbengemeinschaft nicht anders denn als „postsäkularer“ Versuch verstanden werden, eine partikulare, kirchliche Traditionsbindung gesellschaftspolitisch nachzubilden. (…)“
Etwas später ließ er die Katze scheinbar aus dem Sack:
„So kann die gegenwärtige Islamdebatte nur die Entwicklung hin zu einem laizistischen Staat befördern, was einer Verdrängung der Kirchen aus der Öffentlichkeit gleichkäme.“
Viele schreiben so etwas, aber es ist Unsinn, denn die christlichen Kirchen haben – im Gegensatz zum globalen Mohammedanismus in jeder einzelnen seiner Erscheinungsformen – längst den Anspruch aufgegeben, politische und staatsbetreffende Ziele zu verfolgen, weshalb vermutlich die meisten Christen, in Übereinstimmung mit den Worten Jesu, die Teuffel selbst zitiert („Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen.“ – Johannes 18,36), einem laizistischen Staat nicht nur gelassen entgegensehen, sondern ihn sogar begrüßen.
Ich vermute dringend, dass es Teuffel auch gar nicht darum geht, die „Verdrängung der Kirchen aus der Öffentlichkeit“ aufzuhalten, das ist nur ein Vorwand dafür, für den Mohammedanismus eine Bresche zu schlagen. Darauf deutet die offensichtliche Konfusion in seinem Text. So will er einerseits, dass die Kirchen mehr Gewicht in der Öffentlichkeit haben, andererseits schreibt er gegen „das voraufklärerische Corpus Christianum“. Was in seinem ganzen Geschwurbel allein ziemlich deutlich wird, ist seine Ansicht, dass jegliche Kritik am Nazislahm zu unterbleiben habe. Ein Ork-Agent im Talar.
Der unermüdliche Thilo Sarrazin kam in seinem diesbezüglichen Leserbrief in der FAZ vom 23. April zu ähnlichen Schlussfolgerungen:
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Kein Wunder, dass unsere Kirchen leerer werden
Bereits von einem „normalen“ Patrick-Bahners-Text verstehe ich beim erstmaligen Lesen oft nur die Hälfte. Vom Artikel des evangelischen Gemeindepfarrers Jochen Teuffel „Man höre doch mal dem Heiland zu“ habe ich fast gar nichts verstanden, obwohl ich in theologischen Fragen einmal gut geschult war. Der Autor fürchtet offenbar, dass eine säkulare Islamkritik auch eine von ihm erhoffte Wiederbelebung des Christentums behindern und für eine weitere Verbreitung eines laizistischen Staatsverständnisses sorgen könnte.
Diese in den Kirchen weitverbreitete Einstellung sieht anscheinend im Islam, auch in seinen fundamentalistischen Ausprägungen, einen willkommenen Verbündeten gegen Agnostizismus und Heidentum beziehungsweise gegen die von der Aufklärung geprägte Moderne überhaupt. Das scheint mir der rationale Kern dieses weitgehend unverständlichen Textes zu sein, der den Gipfel der Unverständlichkeit dort erreicht, wo offenbar mein Buch kritisiert werden soll: „Wer dieser Zusage glaubt, für den ist die eigene Toleranz eben kein resignatives Sichabfinden mit einer pluralistischen Schicksalsgemeinschaft. Im Glauben an das ,Es ist vollbracht!’ entgehen Christen vielmehr einer bürgerlichen Identitätsfalle, wo sich eigene Lebens- beziehungsweise Todesangst in gesellschaftlichen Untergangsprophetien – ,Deutschland schafft sich ab’ – zur Sprache bringt.“
Mit anderen Worten: Am Ende der Welt beim Jüngsten Gericht ist es doch sowieso egal, ob sich Deutschland abgeschafft hat oder nicht. Kein Wunder, dass Deutschlands Kirchen immer leerer werden, wenn solche Pfarrer predigen.
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Es ist nicht der Laizismus, der die christlichen Kirchen bedroht, es sind die strohdummen, bequemen und selbstgerechten Pfaffen! Aber Teuffel gehört nicht zu ihnen, denn Teuffel ist ja ein Agent der Mohammedanisten, ein stiller Muslimbrüter, und seine debile Erscheinung ist nichts als Tarnung.
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Time am 26. April 2011
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26. April 2011 um 22:05
Was für ein Verräter (der Teuffel), obwohl ich nicht zum “Club” dazugehöre und nicht möchte.
Man könnte sagen die Kirchen sind von Innen zerfressen (ich wünsche niemanden die mit dem Rohrstock zurück), aber ich habe vor diesen Institutionen und deren, solchen insbesondere, Vertretern u. Pfaffen keinsten Respekt, auch als Mensch nicht! Der Mann sollte unverzüglich seinen Rock ablegen und auf die Staatsdröhnungen verzichten und die Ausbildung zurückzahlen! Was für ein Staats- und Gesellschaftszersetzer!
Um in der entsprechenden Sprache zu sprechen: Verdammt soll der Bischof sein, der ihn gewähren läßt – aber das wird wahrscheinlich auch so einer sein!
Solche Pissnelken und berufen sich darauf, wie “standhaft” sie unter den Nazis waren, … ja genau so waren sie wie jetzt!
Sorry wollte nicht missionieren und niemanden hier auf die Füsse treten.