Thilo hat Recht

Der Bildungssektor ist ein wesentliches Schlachtfeld des Counterjihad. Leider ist der vorherrschende Eindruck, den man von dort in Bezug auf die Anteile der Politik gewinnen kann, der von großer Inkompetenz und Verwirrung.

Munter wird an den Kindern auf der Basis windiger „wissenschafticher“ Erhebungen herumexperimentiert und Geld verpulvert, das an anderer Stelle dringend gebraucht wird. Besonders idiotisch: Muttersprachlicher Unterricht, der nach negativen Erfahrungen in avantgardistischen Ländern Europas von eben diesen wieder angeschafft worden ist. Grund genug für die Schariapartei Deutschlands (SPD) bzw. die sie dirigierenden Orkverbände, den gescheiterten Versuch auch in Deutschland durchzuziehen. Dabei ist längst offensichtlich, dass auch die deutsch-deutschen Schüler immer mehr an Kompetenzen zu wünschen übrig lassen, grade so, wie es Thilo Sarrazin beobachtet hat.

„Alle Kinder lernen lesen, Indianer und Chinesen…“ heißt es in einem Kinderlied. Ja klar doch, das sind DIE Grundfertigkeiten, die den Bürger der modernen Demokratie auszeichnen. Aber wer sagt denn, dass die Kinder in Deutschland Chinesisch lernen oder die Kinder in China Türkisch? Nein: Die Chinesen lernen, Chinesisch zu lesen und zu schreiben, und in Deutschland sprechen und lesen und schreiben wir alle DEUTSCH!

Lesen jetzt Sie einen Aufsatz von Heike Schmoll aus der heutigen FAZ.

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Versuchsfeld Sprachförderung

Beim Spracherwerb und bei den entsprechenden Förderprogrammen
fehlt das Grundlagenwissen

Soeben hat die neue baden-württembergische Kultusministerin Warminski-Leitheußer (SPD) ein neues Sprachexperiment angekündigt: Sie will den muttersprachlichen Unterricht ins reguläre Schulangebot einführen. Andere Länder, allen voran die Niederlande, haben den muttersprachlichen Unterricht wieder abgeschafft, weil er vor allem jene Halbkenntnis in mehreren Sprachen hervorgerufen hat, die Frau Warminski-Leitheußer zu bekämpfen glaubt. Künftige Schüler aus eingewanderten Familien stammen aus der dritten oder vierten Einwanderergeneration. Sie sprechen häufig nicht mehr die Landessprache ihrer Eltern, sie wären dringend darauf angewiesen, möglichst gut Deutsch zu lernen. Sprechen sie zu Hause die Landessprache ihrer Eltern, muss alle Kraft auf Deutsch als Zweitsprache gelenkt werden.

Das hat die Kommission unter Jürgen Baumert gerade Baden-Württemberg nahegelegt. Wenn das Land überhaupt mit einem Ausländeranteil von 50 bis 70 Prozent in der Grundschule vorankommen will, wäre es am besten, auf Fremdsprachen zu verzichten und alle Energie ins Deutschlernen zu stecken. Der Effekt des Fremdsprachenlernens von der ersten Klasse an ist ohnehin zu vernachlässigen. Viele Lehrer an weiterführenden Schulen hatten große Probleme, die in der Grundschule eingeübten Fehler wieder auszumerzen. Nun aber hat die Regierung in Stuttgart gewechselt. Der nächsten Schülergeneration droht ein Sprachexperiment mit ungewissem Ausgang.

Solche Versuche auf dem Gebiet des Spracherwerbs sind gang und gäbe. In 16 Ländern gibt es mindestens 17 Sprachtests, deren Wirksamkeit kaum untersucht ist. Aber das ist nicht alles. Das Konzept eines koordinierten Forschungsprogramms “Sprachdiagnostik und Sprachförderung”, das von renommierten Sprachwissenschaftlern und Bildungsforschern im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erarbeitet wurde und seit Februar vorliegt, zeigt, dass Bildungspolitiker zwar unaufhörlich von Sprachförderung reden, es aber so gut wie keine Grundlagenforschung gibt. Wir wissen also nicht, welche Programme, welche Konstellationen (Gruppengröße, Fortbildung der Erzieher), welche Lehrverfahren wirken und welche nicht.

Stattdessen werden neue Sprachförderprogramme kreiert, deren Wirksamkeit durch sogenannte Evaluationen getestet wird. In Wirklichkeit handelt es sich meist nicht um wissenschaftliche Evaluationen mit Langzeitstudien und Kontrollgruppen, sondern um eine punktuelle Messung geförderter und nicht geförderter Kinder. Es gibt eine Reihe von Stiftungen, die dabei nicht einmal einen Kompetenzunterschied zwischen geförderten und nicht geförderten Kindern erkennen konnten. Nur wenige hatten den Mut wie die Baden-Württemberg Stiftung, das auch zuzugeben. Die meisten anderen haben ihre Berichte lieber in den Schubladen verschwinden lassen. Selbst die Überlegenheit geförderter Kinder über nicht geförderte zu einem bestimmten Zeitpunkt ist kein Beweis für die Wirksamkeit einer Sprachförderung. Getestet werden müsste die Langzeitwirkung. Dazu aber fehlt es den Förderern häufig am Geld. Ganze Schülergenerationen müssen dafür herhalten, die gröbsten Fehler im Trial-and-Error-Verfahren zu erproben.

Die derzeit in Deutschland eingesetzten Sprachtests erfassen im Wesentlichen phonische und morphosyntaktische Basisqualifikationen, aber kaum semantische, literale und diskursive Sprachfähigkeit. Genau das wäre aber für deutschsprachige Kinder, die auch immer mehr Sprachdefizite aufweisen, wichtig. Zu den gesicherten Erkenntnissen gehört, dass die Sprachförderung früh beginnen und möglichst die ganze Bildungsbiographie begleiten soll. Denn viele Kinder und Jugendliche können nicht selbst sprechen und lesen, es fehlt ihnen auch die Fähigkeit, Sinn beim Zuhören zu entnehmen, es fehlt also die elementare Voraussetzung, dem Unterricht folgen zu können.

Die Forscher, darunter auch Psychologen und Naturwissenschaftler, verweisen darauf, dass nicht einmal klar ist, ob frühkindliche Sprachförderung während des gesamten Kindergartenalltags oder außerhalb des üblichen Gruppengeschehens zu bestimmten Zeiten wirkungsvoller ist. Unklar ist auch, wie groß eine Fördergruppe sein darf, wie die Erzieherinnen aus- und weitergebildet werden sollen. Viel zu wenig beachtet wurde bisher auch, um welche Adressaten es sich handelt: um Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, deutschsprachige Kinder, Risikokinder, Kinder in einer bestimmten Altersgruppe. “Mit Bezug auf die Mehrsprachigkeit gilt es herauszufinden, welche Instrumente sich eignen, die Sprachlichkeit mehrsprachiger Kinder – mit Blick sowohl auf den Erwerbsprozess als auch auf die sprachlichen Anforderungen in der Schule aussagekräftig zu erfassen”, heißt es im Forschungskonzept. Sprachförderprogramme ohne vorhergehende, begleitende und nachfolgende Diagnostik sind ebenso wenig erfolgversprechend wie Sprachstandsfeststellungen ohne Bezug auf spezifische Fördermaßnahmen (das ist die Wirklichkeit in vielen Bundesländern). Bevor der Wildwuchs der Förderprogramme fortgesetzt wird, gilt es, deren Wirksamkeit zu untersuchen. Dann, so schlagen die Wissenschaftler vor, müsste es in jedem Bundesland eine zentrale Stelle geben, die über wirksame Tests und Fördermethoden Auskunft geben kann. Es könnte in Deutschland ruhig mehrere Tests und Fördermethoden geben, aber keine mehr, die allenfalls beschäftigungstherapeutische Qualitäten erreichen.

Unklar ist auch, wie Sprachentwicklung und Sprachdefizite in der Sekundarstufe I zu diagnostizieren sind. Genauso düster steht es um das Wissen über bildungssprachliche Fähigkeiten. Dabei geht es um die typische Schulsprache von der Grundschule an, die Kindern aus bildungsnahen Elternhäusern selbstverständlich vertraut ist, anderen aber nicht. Die Forscher schlagen deshalb konkrete Forschungs-Verbünde vor, die vorliegende Forschungsergebnisse etwa zu Deutsch als Zweitsprache und den frühkindlichen Spracherwerb einarbeiten, dann aber möglichst rasch die Defizite aufarbeiten. Von der Verwirklichung dieses koordinierten Forschungsprogramms hängt nicht nur die Ausbildung und Weiterbildung von Erziehern und Lehrern ab, sondern auch die Sprachfähigkeit künftiger Schülergenerationen. Bisher jedoch scheint es im Bundesministerium für Bildung und Forschung noch keinen Beschluss zur Verwirklichung zu geben.

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Time am 31. Mai 2011

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Lustig: http://www.youtube.com/watch?v=qwGWXyO9Gfc

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