Archiv für Juli 2011

Mahdi-GAU

31. Juli 2011

Von seiner nicht vorhandenen unendlichen Weisheit hat der nicht vorhandene Madi den klerikalfaschistischen Machthabern des Naziran nichts abgegeben… und so beschlossen sie, das erste schiitische Kernkraftwerk genau auf der Linie zu bauen, an der die eurasische und die arabische Kontinentalplatte aneinanderstoßen. Dieses Gebiet ist extrem erdbebengefährdet, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Welt bald den ersten schiitischen Supergau erleben wird – falls die Honks das AKW überhaupt dauerhaft zum Laufen kriegen, was Stuxie verhindern möge. Der von mir sehr geschätzte Journalist Detlef zum Winkel berichtet über die Angelegenheit in der aktuellen Ausgabe der linksradikalen Monatszeitschrift „konkret“.

_____

Das Buschehr-Desaster

Das iranische AKW Buschehr steht in einem
extrem erdbebengefährdeten Gebiet.

Siemens wird für seine nukleare Zusammenarbeit mit Rußland bestraft. Ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer verurteilte den Konzern zur Zahlung von 648 Millionen Euro an den französischen Kraftwerksbauer Areva. Siemens hat zehn Jahre lang ein Drittel der Anteile an dem Joint Venture Areva gehalten. Gegen dessen vertragliche Grundlage verstießen die Münchner, als sie Anfang 2009 eine neue Partnerschaft mit der russischen Rosatom ankündigten und punktuell auch schon realisierten, noch bevor die Trennung von den Franzosen besiegelt war.

Mittlerweile gibt es das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen nicht mehr. Siemens erhielt von Areva 1,6 Milliarden für seine Anteile. Zieht man die Strafzahlung davon ab, so bleibt dem Technologiekonzern knapp die Hälfte dessen, was man ursprünglich als Wert der Beteiligung veranschlagt hatte. Damit kann er sich noch glücklich schätzen. Denn die Einigung erfolgte zeitlich vor dem Multi-GAU in Japan. So blieb es den Atommanagern auf beiden Seiten erspart, darüber zu streiten, was Nuklearunternehmen nach Fukushima noch wert sind.

648 Millionen sind etwas mehr als die berühmte Mücke, die sich an einem bayerische Elefantenhintem vergeht. Sicherlich gibt es bei Siemens einigen Erklärungsbedarf. Der Vorstand wird nicht müde werden, gegenüber dem Aufsichtsrat, den Aktionären, den Betriebsräten darzulegen, was da alles passiert ist, wie es dazu kommen konnte und warum man trotzdem alles richtig gemacht hat. Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher könnte es sich einfach machen, wenn er sagen würde: „Leute, gemessen an dem, was wir uns im Iran geleistet haben, ist das ein sensationelles Schnäppchen!“ Das darf er natürlich nicht, obwohl es tatsächlich so ist.

Bereits vor zweieinhalb Jahren, als Löscher mit Putin die neue russisch-deutsche Atomallianz feierte, gab es die wohlbegründete Vermutung, Rosatom brauche das Know-how der Deutschen, um seinen Auftrag erfüllen zu können, dem Iran in der Küstenstadt Buschehr ein Atomkraftwerk zu bauen, das erste kommerzielle AKW des Nahen und Mittleren Ostens und der Auftakt einer neuen Ära des dortigen Mullah-Regimes. Peinlich klingt aus heutiger Sicht die Kraftmeierei, gefährlich der Größenwahn, der in den Chefetagen von Rosatom und Siemens um sich griff. Löscher rechnete sich 1.000 Milliarden Euro an Investitionen zusammen, die bis 2030 weltweit für 4oo neue Reaktoren ausgegeben werden würden. Rosatom-Direktor Kirijenko verkündete, zusammen wolle man Weltmarktführer beim nuklearen Anlagenbau werden. Dabei habe man Mittel- und Osteuropa, Nordafrika, Asien und den Mittleren Osten im Visier. (…)

Es dauerte anderthalb Jahre, bis sich die Verstrickungen von Siemens in das iranische Atomprogramm nicht mehr übersehen ließen. Verantwortlich dafür war das Bekanntwerden des spektakulären Computervirus Stuxnet, der ersten Schadsoftware, die es nicht auf gewöhnliche PCs, sondern auf industrielle Steuerungssysteme abgesehen hatte, und zwar ausschließlich auf solche von Siemens. Im Iran grassierte der Virus am heftigsten, und in mindestens einer iranischen Atomanlage richtete er auch physische Schäden an: Bei der Urananreicherting in Natanz wurden 1.000 Zentrifugen durch Manipulationen ihrer Rotationsgeschwindigkeit zerstört. Somit steht fest, daß der Iran deutsche Steuerungs- und Automatisierungstechnik einsetzt, es steht fest, daß dies besonders für seine Atomanlagen gilt, und es steht sogar fest, daß die Uranfabrik von Natanz, das deutlichste Indiz für die nicht-friedlichen Absichten der Mullahs, der deutlichste Hinweis auf ihr Streben nach der Atombombe, ohne Siemens-Technik nicht arbeiten könnte.

Als die „New York Times“ zu Beginn dieses Jahres enthüllte, Stuxnet sei von US-amerikanischen und israelischen Geheimdiensten als Alternative zu militärischen optionen entwickelt worden, fragte man sich, wie das Projekt über derart intime Kenntnisse von Siemens Produkten verfügen konnte. Denn die Software von München-Perlach hat bei industriellen Kunden einen sehr guten und in der IT-Branche einen sehr spezifischen Ruf: Sie kann nur von Siemens selbst verstanden werden. Eine der Fragen, die den IT-Security-Experten am häufigsten gestellt werden, lautet denn auch, ob Siemens nicht selbst – in irgendeiner Weise – an Stuxnet beteiligt gewesen sei. Sie wissen es nicht. Aber sie gehen eigentlich alle davon aus.

So weit Siemens in Natanz, aber da fängt die Geschichte von Siemens in Buschehr erst an. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt machte der Leiter des AKW Buschehr das Eingeständnis, einige PCs von Angestellten seien von Stuxnet infiziert worden. Man habe das Problem schnell erkannt und beseitigt. Kraftwerkskomponenten seien davon nicht betroffen gewesen, erst recht nicht im nuklearen Bereich. Doch in den folgenden Monaten wurde die Inbetriebnahme, die damals eigentlich unmittelbar bevorstand, immer wieder verschoben.

In Wikipedia findet sich die folgende Zusammenfassung: „Ab dem 21. August 2010 wurde der Reaktor erstmals mit Brennstäben bestückt, bis zum 5. September 2010 war die Installation aller 163 Brennstäbe in den Reaktor vorgesehen. Die Installation der Brennelemente begann am 26. Oktober 2010. Am 25. Februar 2011 wurde bekannt, daß alle 163 Brennelemente wieder ausgebaut werden müssen.“ Dieser eigenartige Ablauf erklärt sich teilweise dadurch, daß es Konflikte zwischen den iranischen Auftraggebem und dem russischen, von Rosatom angeführten Konsortium gab. Die Iraner bestanden auf den vereinbarten Terminen, die Russen hatten gravierende Sicherheitsbedenken. Es habe ein mechanisches Problem gegeben, das von den einen heruntergespielt, von den anderen dagegen ziemlich emstgenommen wurde. Mit Stuxnet habe das aber nichts zu tun. Das klingt plausibel. Auch ohne Computerviren ist der Betrieb eines Atomkraftwerks, zumal des ersten eines Landes, problematisch und gefährlich genug.

Inzwischen lautet die offizielle Darstellung, die der Iran der Internationalen Atomenergiebehörde übermittelte, im primären Kühlkreislauf sei eine Pumpe geborsten. Dadurch seien Metallteile in den Reaktorkern geraten, die möglicherweise Brennelemente beschädigt hätten. Das wäre tatsächlich ein gravierender Schaden, der die Entladung und Überprüfung aller Brennelemente erfordern würde. Doch der russische Botschafter bei der Nato setzte noch einen drauf: Der Computerwurm Stuxnet hätte im AKW Buschehr, das mit russischer Hilfe gebaut wurde, zu „ernsten Folgen“ und einem „neuen Tschemobyl“ führen können, erklärte Dimitri Rogosin Ende Januar. Das war ein offizielles Statement. Rosatom hat offensichtlich zu Hause berichtet, daß mehr als einige PCs von Angestellten in Buschehr vorübergehend infiziert wurden.

So oder so bedeutet die Entladung des Reaktorkerns von Buschehr, daß es einen ernsten Zwischenfall und beträchtliche Schwierigkeiten gegeben haben muß und noch gibt. Der gesamte Fahrplan ist durcheinander, und es kann nicht überraschen, daß die iranischen Offiziellen nervös auf eine schnelle Inbetriebnahme drängen. Schon längst wollte Ahmadinedschad ein abgeschlossenes Programm präsentieren, für sein Land den Status einer Atommacht ausrufen und die Unbesiegbarkeit des Irans, die Größe Allahs und die bevorstehende Wiederkehr des zwölften Imam feiern. Letzteres ist nicht ironisch, sondern ernst zu nehmen. Die teils messianische, teils apokalyptische Vision der Rückkehr des Religionsstifters der Schiiten, Muhammad ihn Hasan al-Mahdi, spielt eine zentrale Rolle in den Glaubensgrundsätzen der derzeitigen iranischen Elite. Der zwischen dem geistlichen Oberhaupt Chamenei und Präsident Ahmadinedschad schwelende Machtkampf beispielsweise drückt sich auf der ideologischen Ebene so aus, daß der eine sich darüber empört, wenn der andere behauptet, al-Mahdi sei ihm im Traum erschienen.

So sieht das explosive Terrain aus, auf dem Siemens, unter dem Dach von Rosatom, Geld verdienen wollte: ein Land, das technologisch weit davon entfernt ist, hochgefährliche und hochkomplexe Kraftwerke betreiben zu können; das dies auch nur deswegen tut, um den Status einer militärischen Großmacht zu erzwingen; von dem sich die gesamte Region bedroht fühlt, beileibe nicht nur Israel, sondern vor allem die arabischen Nachbarstaaten, wie Wikileaks enthüllte; das seine Reformbewegung brutal unterdrückt hat, (das) von unkontrollierbaren Rivalitäten in der Führungsspitze getrieben wird und dessen ideologischer Fanatismus fatale Folgen haben kann.

Es gibt ein wichtiges Detail, das diese Geschichte aus Besessenheit und Gier, aus Ahnungslosigkeit, Verantwortungslosigkeit und schierer Dummheit auf den Gipfel treibt. Nach Fukushima haben sich einige Zeitgenossen Gedanken darüber gemacht, welche anderen Atomkraftwerke auf erdbebengefährdeten Standorten errichtet wurden oder geplant sind. Man studierte seismische Statistiken und Karten von Japan, China, Kalifomien, Chile. Man stellte Weltkarten mit gefährdeten Regionen und AKW-Standorten ins Internet. Wenn man sich dieser Mühe unterzieht, stößt man auch auf Buschehr. Punktgenau.

„Focus Online“ („Gefährdete AKW – Tickende Zeitbomben“, s. 1) gibt eine Karte von Google Maps wieder, auf der man nicht lange suchen muß. Am Persischen Golf ist ein kleiner Abschnitt rot markiert. Dort liegt Buschehr mit seiner neuen, empfindlichen Errungenschaft. Hier treffen drei verschiedene seismische Risikofaktoren zusammen. Denn entlang der iranischen Küste verläuft die Linie, an der die eurasische und die arabische Kontinentalplatte aneinanderstoßen. Das ist ein klassisches Gefahrenpotential. Auch „Spiegel Online“ („AKWs in Erdbebengebieten weltweit“, s. 2) klassifiziert das Risiko in dieser Region als sehr hoch.

Entsprechend häufig rumpelt es dort, zuletzt Anfang Juli zweimal in Buschehr selbst, zum Glück in verhältnismäßig geringer Stärke. Allerdings ereignete sich im September 2010 im nahegelegenen Shiraz ein Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richter-Skala, das sicher auch in Buschehr zu spüren war. Und, wer weiß: Vielleicht ist dabei die Pumpe geborsten, weswegen sich die Inbetriebnahme des AKWs bis heute verzögert hat. Zeitlich würde es zu den ersten Meldungen über einen „kleinen mechanischen Schaden“ passen.

Man kann sagen, daß sich die Erde nicht unbedingt an die Berechnungen der Geologen hält und daß das letzte verheerende Beben im Iran weit östlich passierte, im Dezember 2003 in Bam. Man kann einwenden, daß sie das im Fall von Fukushima aber doch getan hat. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Dieses Atomkraftwerk, das größte Prestigeobjekt des iranischen Regimes, wurde genau am falschen Platz errichtet. Es darf, spätestens nach den Erkenntnissen des 11. März, nie in Betrieb gehen.

Leider unterwerfen sich Regime dieses (und nicht nur dieses) Typs fast nie der Macht von Fakten und Argumenten. Mindestens in Teilen der Klerikaldikatur wird derzeit heftig darüber nachgedacht, den komplizierten Umweg über die zivile Atomenergie abzukürzen, mit der IAEO zu brechen und direkt einen Atomtest anzusteuern. Auch die Regierung Ahmadinedschad tendiert in diese Richtung, indem sie das Thema Buschehr öffentlich meidet und statt dessen den Bau weiterer Urananlagen mit einer Anreicherung auf 20 Prozent spaltbaren Materials verkündet. Schließlich gibt es dunkle Andeutungen Chameneis über den Kampf gegen die westlichen Teufel, die sich so deuten lassen, als rufe er zu einer nationalen Kraftanstrengung auf, die in einen Atomtest münden soll.

Was die Mullahs umtreibt, ist auf einer provozierenden Webseite der Revolutionsgarden nachzwesen (gerdab.ir), auf welcher fiktiv der Tag nach einem iranischen Atomtest beschrieben wird. Alle Welt werde darüber berichten, heißt es dort, die Freunde gratulierend, die Feinde bewundernd, und es werde ein schöner Tag werden, aber doch ein ganz normaler Arbeitstag, an dem die Arbeiter und Angestellten pünktlich ihre Arbeit beginnen und die Bäkker wie an jedem Tag Brot backen. „Aber die Augen mancher Menschen werden auf eine neue Art und Weise strahlen. Ihre Augen werden aus Gründen des nationalen Stolzes und der nationalen Macht strahlen.“

Ignorieren wir die übersetzungsbedingte, vielsagende Mehrdeutigkeit des Verbs „strahlen“ an dieser Stelle, und halten wir zunächst nur fest: Inschallah, so Gott will! Aber wo ist er eigentlich? Brauchen ihn die Revolutionsgarden noch? Am Tag nach dem Atomtest kommt Allah nicht vor. Der zwölfte Imam übrigens auch nicht.

_____

Wie tief sind Alla und der Madi in den Augen der „gläubigen“ schiitischen Elite gesunken, wenn diese es nicht für nötig hält, den beiden für die Bombe zu danken, so sie in ihrer Hand ist? Wenn nicht mal die Elite noch an den mohammedanistischen Hokuspokus glaubt, warum sollen westliche Blogger diesem psychopathischen Gedankenschrott den Respekt entgegenbringen, den zuallerletzt und noch nach „mein Kampf“ und den „120 Tagen von Sodom“ der bösartige Kloran, die lächerlichen Hadithe und die peinliche Sira verdienen?

Der Mohammedanismus stinkt. Er muss entsorgt werden – weltweit!

_____

Time am 31. Juli 2011

_____

1) http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/geowissenschaft/gefaehrdete-akw-tickende-zeitbomben_aid_611294.html
2) http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,751896,00.html

_____

PS, Frau Bahrami hat offiziell ihren Verzicht auf die Blendung des perversen Irren, der sie mit Säure schwer verletzt und geblendet hat, bekannt gegeben:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,777543,00.html
vgl.: http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/10/08/es-geht-nicht-um-rache/

Fingerfools

30. Juli 2011

Wenn es nach Peter Uhl (CSU) gehen würde, müsste ich für die frechen Pfeile, die auf die Zeigefinger der „ehrenwerten“ Ork-Hetzer weisen, hart bestraft werden, wie Kybeline berichtet (1).

Und da kritisieren Dimmies und Ork-Agenten wie Steinberg und Leo doch tatsächlich, dass wir Counterjihadis anonym bloggen.

Ja, was denn sonst?

_____

Time am 30. Juli 2011

_____

1) http://www.kybeline.com/2011/07/30/hans-peter-uhl-csu-fordert-bestrafung-der-islamkritik-im-internet/

http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/04/von-den-fingern-nichts-neues/ 

Gegen Totalitarismus: weltweit!

29. Juli 2011

Sieger nach Punkten: der Mohammedanismus

Der entsetzliche Massenmord von Norwegen fügt sich ein in eine endlose Folge von Tragödien, denen die Menschheit seit Beginn ihrer Existenz ausgesetzt war, und denen sie noch lange und vielleicht bis zu ihrem Ende ausgesetzt sein wird. Nur fragmentarisch habe ich in den letzten Tagen die Ereignisse verfolgen können: Zu den 76 Ermordeten von Utoya (1) kamen die Zigtausende Verhungerter in Somalia (2), wo, wie der Deutschlandfunk meldete, derzeit alle sechs Minuten ein Kind stirbt (3), was direkte Folge mohammedanistischer Terrorherrschaft ist, der Bürgermeister von Kandahar und ein weiterer Zivilist wurden durch einen Ich-Bomber zerfetzt, der seinen Sprengsatz unter dem Turban versteckt hatte (4) usw. usf.

Das furchtbare Massaker in Norwegen war, wie sich umgehend feststellen ließ, die Tat eines völlig Wahnsinnigen. Die FAZ vom 25. Juli berichtete:

„Junge Leute, die sich am Ufer hinter Steinen versteckt hatten oder auf Booten zu fliehen versuchten, verleitete er durch sein Auftreten als Polizist und dier Zusicherung, die Lage sei inzwischen unter Kontrolle, zur Rückkehr und streckte sie dann gnadenlos nieder.“

Um Gnade wimmernde Kinder soll er mehrfach in den Kopf geschossen haben, vor seiner Tat soll er (sicher nicht zum ersten Mal) Drogen genommen haben (5), im Internet kursieren narzisstische Selbstportraits des Monsters in Fantasieuniformen (6), sein Vater, ein Diplomat, den Breivik als 16-jähriger zuletzt gesehen hat, wünscht ihm den Tod (7).

Ein Hauptcharakteristikum von Wahnsinn ist extreme Ich-Bezogenheit, und Breivik konnte offenbar nicht mehr die leiseste Spur von Empathie entwickeln.

Ich selbst habe mir übrigens auch schon erbarmungslos den Weg freigeschossen – in Ego-Shootern auf dem PC. Die Art, wie Breivik vorgegangen ist, ähnelt meiner als „Duke Nukem“, wenn ich mir vor einem besonders schweren Problem schnell noch ein paar virtuelle Steroide reinpfiff. Offenbar hat Breivik, der wie viele Menschen angeblich gerne Ego-Shooter spielte, den Bezug zur Realität völlig verloren.

Wenn einer, der in der Realität so etwas Abartiges wie Breivik tut, NICHT geisteskrank ist, dann muss es logischerweise der Rest der Menschheit sein, was unwahrscheinlich und die Ansicht jedes Wahnsinnigen ist. Dies arbeitete Georg Paul Hefty mit dankenswerter Klarheit bereits in der FAZ vom 25. Juli aus (8).

_____

Die Tat eines Irrsinnigen

Es gibt Geschehnisse, die sind nicht zu kommentieren, über die ist nur nachzudenken, und allein das schon ist unbeschreiblich schmerzlich. Der Anschlag von Oslo und die Morde an sechsundachtzig Kindern und Jugendlichen auf der Insel Utoya sind der jüngste Höhepunkt in der endlos langen Reihe solcher nicht zu erklärender Geschehnisse. Diesmal ist es offensichtlich, dass mit den Kategorien der Vernunft eine Deutung derart gewaltiger Untaten nicht möglich ist. Das Handeln dieses Täters ist weder politisch noch gesellschaftlich, weder religiös noch esoterisch verständlich. Die einzige Kategorie, die darauf passt, ist Wahnsinn.

Dies hat die Tat des Norwegers B. allerdings mit den Taten vieler anderer einzelner oder gemeinschaftlicher Täter gemein. Denn die Erklärungen, die in den letzten Jahrzehnten für viele Geschehnisse niedergeschrieben wurden, seien es die Morde der RAF, zahlreiche Anschläge in Israel, die Attentate in Oklahoma 1995 sowie New York und Washington 2001 und danach in Madrid und London oder die ungezählten Selbstmordattentate in Afghanistan und anderswo, sind doch nur scheinvernünftige Begründungen für den Irrsinn, der nur den Tätern selbst vernünftig erscheint. Die Beschreibungen erklären nichts, sie bringen weder die Beobachter zu besseren Erkenntnissen noch die potentiellen Täter zur Einsicht. Allenfalls die Sicherheitsbehörden gewinnen Anregungen für ihre vorbeugende Arbeit – in augenfällig unzureichender Weise.

Wie irrsinnig der Täter von Oslo und Utoya ist, zeigt mehr als sein Handeln der Schlusspunkt, den er zu setzte: er ließ sich von der Polizei festnehmen – ohne sich einerseits zu wehren und damit seine Erschießung zu provozieren oder andererseits sich selbst zu erschießen. Ein Mensch, der im Alter von 32 Jahren, also jenseits von kindischer Uneinsichtigkeit und diesseits von Altersverstocktheit, eine Stunde lang auf Mädchen und Jungen geschossen hat und dabei das Töten beabsichtigt und wohl auch wahrgenommen hat, bildet sich also ein, mit dieser Last fortan leben zu können – und zwar, da es die Todesstrafe in Europa nicht gibt, über Jahrzehnte bis zu seinem natürlichen Ableben.

Wenn sich nicht noch herausstellt, dass diesem Mann eine medizinisch aussichtslose Diagnose gestellt worden war, dann hat die Welt es hier mit einer Mischung aus unfassbarer Grausamkeit den Mitmenschen gegenüber und entlarvender Feigheit sich selbst gegenüber zu tun. Oder lebt er von dem Wahn, Gesinnungsgenossen würden ihn eines Tages aus der Haft befreien und auf ihren Schultern nach Brüssel oder Rom tragen?

Daher ergibt der Blick auf die von dem späteren Massenmörder bestückten Internetseiten auch keinen wirklichen Aufschluss über die Gründe des Verbrechens. Was können die verstorbenen Staatsmänner Jefferson und Churchill dafür, dass der Norweger sie zitierte, was kann der legendäre Philosoph Mill dafür, dass ein zum Verbrecher Entschlossener sich auf ihn beruft? Der Rückgriff eines Menschen, der Kinder erschießt, auf das Christentum ist ebenso hirnrissig und aller Logik fern wie die Ermordung von Landsleuten durch einen, der die Nation zu schützen vorgibt.

Wie der norwegische Rechtsstaat mit einem solchen Täter umgeht, welchem Verfahren er ihn unterwirft und auf welche Art er ihn inhaftiert, ist wichtig für die Handlungsfähigkeit des Staates, nicht jedoch für die Beurteilung und das Maß der Verwerflichkeit der Tat. In einem solchen Fall gibt es Recht nur im juristischen, nicht aber im gesellschaftsbefriedendem Sinne. Die Höhe der Strafe kann gar nicht in einem Verhältnis zum willkürlichen Auslöschen von dreiundneunzig Menschenleben stehen. Aber auch – an einem anderen Ort der Welt – die Verhängung der Todesstrafe wäre nicht wirklich gerecht. Hass und Rache mögen einen Einzelnen in eine mörderische Wut auf den Rest der Welt treiben, eine Gesellschaft wird aber gerade dadurch erst zur Gemeinschaft, dass sie solchen niedrigen individuellen Beweggründen keinen Raum gibt.

Es ist aller Ehren und Mühen wert, darüber nachzudenken, wie solche Taten in Zukunft verhindert werden können. Aussichtslos ist das nicht, wie der Fall der Kofferbomber in Deutschland gezeigt hat. Auch wenn keine Erfolgsgarantie erreicht werden kann, so gibt es doch zwei Wege, dem Ziel näher zu kommen. Der erste ist eine wesentlich ausgebreitete Beobachtung des Internets, das offenbar zum Ankündigungs- und in gewisser Weise sogar zum Übungsfeld von zum Massenmord entschlossenen Wahnsinnigen geworden ist.

Da die Behörden dies allein nicht leisten können, wird es darauf an-kommen, dass auch einfache Bürger ihre Beobachtungen melden – bei Weltverbesserungsfanatikern genauso wie bei Kinderpornografie. Der zweite Weg ist eine ständige Verbesserung und Vertiefung der Polizeiarbeit. Wäre die norwegische Polizei, die durch den Anschlag in der Osloer Innenstadt schon gefordert war, rascher auf die Insel Utoya gelangt, wären vielleicht einige Kinder mehr mit dem Leben davongekommen. Die Staaten müssen damit rechnen, dass mit der Zahl der Menschen auf der Welt der Wahnsinn nicht seltener, sondern häufiger alle Dämme bricht. Zwar sucht der Wahnsinnige sich seine Vorwände weltweit, aber er antwortet nicht auf seine Umwelt, sondern auf seine eigensten Störungen.

_____

In Bezug auf Breivik ergibt sich die Konsequenz, dass er in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden wird, wo er früher oder später einem Attentat oder Lynchjustiz zum Opfer fallen wird. Breivik zu heilen, was ich für unmöglich halte, würde ihm die unermessliche Schwere seiner Schuld bewusst machen und ihn, der als suizidgefährdet eingestuft wird, zweifellos in den Selbstmord treiben. So oder so ist der „Aspekt Breivik“ dieser Katastrophe mithin abgeschlossen. So what – another turd bites the dust!

Auch in Bezug auf zukünftige Prävention kann man sich leider, so fürchte ich, wenig Hoffnung machen. Etwa 1% der deutschen Bevölkerung beispielsweise erkranken im Leben mindestens einmal an Schizophrenie (9), das sind 800.000. Es wird immer wahnsinnige Mörder unter uns geben, Satanisten, Frauenmörder, Kannibalen, die ihre perversen Gelüste in hochtrabende Theorien zu kleiden suchen.

Ich möchte aber anmerken, dass in Europa – im Gegensatz zu den USA – meist nur die Verbrecher und Geisteskranken Schusswaffen besitzen, während unsere Regierungen die ehrlichen Bürger entwaffnet haben.

Obwohl der furchtbare Massenmord also m.E. eindeutig ein psychopathologisches Phänomen ist, sind Beiträge wie der von G. P. Hefty derzeit eher selten in den Medien zu finden. Der Fall wird fast ausschließlich auf der politischen und ideologischen Ebene verhandelt.

Wo sonst regelmäßig Ego-Shooter, Drogenkonsum und familiäre Probleme als Ursache herangezogen werden, und wo sonst beteuert wird, dass alles mit etwaigen Ideologien wie z.B. dem Mohammedanismus rein gar nichts zu tun habe, sowie, dass der Täter zweifellos ein Einzeltäter sei, werden im Fall Breivik von Anfang an „christlicher Fundamentalismus“, „Verbindung zur Neonazi-Szene“ und „Islamkritik“ in infamer Manier als Ursache ausgemacht, und man rätselt und rätselt und rätselt über eventuelle „Terrorzellen“, obwohl die Tat so absolut eindeutig die eines irrsinnigen Einzeltäters ist. Dies und der unmittelbar einsetzende Aktionismus von links erschien Reinhard Müller in der FAZ vom 25. Juli so seltsam, dass er schrieb (10):

„ (…) So löblich es ist, dass die SPD-Generalsekretärin vor Hektik warnt: Ihre jetzt erneuerte Forderung nach einem abermaligen Anlauf zu einem Verbot der NPD lässt keinen Bezug zur Wirklichkeit erkennen. Dass wiederum die Linkspartei in Niedersachsen dem dortigen Innenminister gleichsam eine Mitverantwortung für das ‚ideologische Umfeld’ des norwegischen Attentäters zuschiebt, bekräftigt deren Kurs borniert-nationaler Isolation. Und wenn eine Polizeigewerkschaft eine Datei für Personen mit kruden Gedanken anlegen lassen will, dann müsste sie bei sich selbst anfangen. Was wir brauchen, ist aber zweifellos mehr Wachsamkeit im Netz. Der Einzelgänger, der sich im Internet radikalisieren lässt, ist auch hierzulande nicht mehr unbekannt, spätestens seit Anfang März ein aus dem Kosovo stammender Frankfurter auf dem Flughafen zwei amerikanische Soldaten erschoss und nur durch eine Hemmung seiner Waffe gestoppt wurde. Diese Propaganda-Kraft ist weltweit frei verfügbar. Wer Aufrufe zu Hass und Gewalt unterbindet, schränkt die Freiheit nicht ein. Im Gegenteil.“

Wie Hefty plädiert auch Müller für eine stärkere Kontrolle des Internets, aber er verkennt dabei, dass es Amokläufe von Anbeginn der Menschheit an und Jihad-Attentate seit den Tagen Klo H. Metzels gibt.

Nichts gegen die Unterbindung von Aufrufen zu Gewalt und Terror, aber angesichts 17.516 mohammedanistisch motivierter Mord-Attentate seit 2001, die nun einem einzigen mit einem westlich geprägten Protagonisten gegenüberstehen (11), und die außerhalb der „islamkritischen Szene“ keine Diskussion über die Schließung von jihadistischen Web-Seiten geschweige denn über das Verbot von mohammedanistischen Organisationen hervorgerufen haben, ist vorherzusehen, dass diese „stärkere Kontrolle“ als Instrument zur Bestrafung jeglicher Kritik am Mohammedanismus, am Kloran und den anderen mohammedanistischen Hassschriften, an Scharia und Jihad, an Schandmorden und Steinigungen, an den unzähligen mohammedanistischen Mordanschlägen eingesetzt werden wird.

Der blauäugig vorgetragene Vorschlag von Hefty und Müller wurde denn bereits von Seiten verschiedener Orks begeistert aufgenommen. Der mohammedanistische Hetzseite „Aggromigrant“ z.B., auf der man auch Bekenntnisse zum Salafismus und Wahhabismus lesen kann (12), macht Broder und Wilders für das Massaker mitverantwortlich (13):

„Klar, haben weder Broder noch irgendein anderer ‘Islamkritiker’ zu Gewalt aufgerufen… das hat Breivik, aber auch nie behauptet. Er stützt sich bei seiner Argumentation aber auf eben jene ‘gewaltaufruffreien’ Aussagen der ‘betroffenen’ Islamkritiker… deshalb können sie sich nicht einfach herauswinden…“

Auch der „moderate“ Imam Idriz fordert eine Überwachung des Internets und insbesondere von PI durch den Verfassungsschutz (14):

„Der Geistliche warnte vor einem islamfeindlichen Netzwerk in Deutschland, zu dem auch die Internetseite ‚Politically Incorrect’ (PI) gehöre.“

Hier wird wieder das totalitäre Denkmuster der Orks und ihrer linken Spießgesellen deutlich, die jede Gelegenheit nutzen, um ihre Angelegenheit der (letztlich territorialen) Expansion voranzubringen, denen jedes Mittel dazu recht ist, und die bereit sind, zu diesem Zweck jede noch so drastische Eskalation einzusetzen, denn der Überwachung durch den Verfassungsschutz sollen natürlich Gerichtsverfahren und Haftstrafen folgen.

Mit „Aggromigrant“ freundschaftlich verbunden ist Dimmie Leo Brux, der irgendwo aufgeschnappt hat, dass die Verhältnisse in Oslo möglicherweise nicht so rosig sind, wie er sich das in seiner Utopie ausgestaltet hat, und worüber im politkorrekten Skandinavien nicht gesprochen werden darf. Leo also macht sich daran, aufwändig zu „beweisen“, dass das mit den Vergewaltigungen autochthoner Frauen durch Orientalen gar nicht so schlimm sei (15). Ich glaube, es ist noch schlimmer.

Ich war vor sieben Jahren für einen Tag dort. Unterhalb des Schlosses liegen das Zentrum und der Bezirk „Grönland“, die fast vollständig in mohammedanistischer Hand sind. Schleiereulen waren die Regel, Burkas häufig anzutreffen. Von allen Seiten schlug uns spürbare Ablehnung entgegen. Mit verschränkten Armen standen grimmig blickende Langbärte vor den Ladeneingängen, grundsätzlich wich niemand auf den Bürgersteigen aus. Auf Stromkästen, in Hauseingängen, auf Spielplätzen lungerten Massen von jungen Männern herum und vertrieben sich die Zeit, Unrat und Putzwasser wurden ohne Rücksicht auf Passanten auf die Straße entlehrt. Wir gingen an einem Flüsschen vorbei, an dessen Böschung drei Männer fieberhaft nach dort mutmaßlich deponierten Drogen suchten, im McDonalds warfen orientalische Jugendliche mit Essen um sich und ständig rannten welche raus und rein. Ich habe selten in einem europäischen Stadtzentrum eine derartige Ablehnung, Nervosität und Unruhe gespürt.

Im Übrigen kann Herr Brux auch durch noch so kunstvolle Zahlenzauberei nicht die Erfahrungen zum Verschwinden bringen, die meine Bekannten, Freunde, Kinder und andere Verwandte mit den Orks gemacht haben. Da gibt es mehrere Jacken- und Handyraube mit vorgehaltenem Messer, da gibt es etliche verschiedenen Mädchen geraubte Fahrräder, da gibt es einen von Arabern bei einem Streitschlichtungsversuch gebrochenen Unterkiefer (1.300 Euro Schadensersatz, Bewährung für den Haupttäter), da gibt es komplett ausgeschlagene Vorderzähne durch einen Unfall, der auf der Flucht vor einer Türkenbande geschah, da gibt es einen alten Professoren, der „zum Spaß“ fast von einer hohen Brücke in den Fluss geworfen worden wäre (jedoch von Passanten gerettet wurde), da gibt es einen von einer Orka tätlich angegriffenen, weil als Nikolaus verkleideten Schüler, da gibt es einen Studenten, dem ein Türke eine Pistole an den Kopf setzte, weil der Deutsche nicht zulassen wollte, dass das Ork seine Freundin begrapschte, da beschimpfen schon im Kindergarten Orkinder die anderen und ihre Erzieher als „deutsche Kartoffeln“ und schmähen sie wegen des Verzehrs von Schweinefleisch. 

Mit anderen Worten, das Problem Mohammedanismus ist evident, es harrt einer Lösung, und es ist absurd, es reflexartig wieder und wieder klein zu reden und andererseits ehrenwerten und humorvollen Menschen wie Wilders und Broder einen Massenmord anhängen zu wollen.

Noch zwei Gedanken zum Abschluss meiner Ausführungen.

1. Müssen, wenn die in jeder Hinsicht zu verdammenden Morde Breiviks als durch eine total zerstörte Psyche verursacht gewertet werden nicht auch die mohammedanistischen Attentäter als geisteskranke Psychopathen angesehen werden, als Leute also, die in eine Klinik gehören? Meine Antwort auf diese Frage ist Ja und Nein. Ja, Mohammedanisten sind, wie auch der von mir sehr verehrte Dr. Sina oft ausführte (vgl. z.B. 16), mehrheitlich zu einem hohen Grad psychisch kranke Menschen, die durch den fortwirkenden Wahnsinn Klo H. Metzels zugerichtet werden. Nein, sie gehören nicht in eine Klinik, weil Wahnsinn ab einem bestimmten Grad der Schuld unheilbar ist bzw. nur zu Selbstmord führen kann (s.o.).

2. Die Theorie, der Breivik wie so viele Leute im Umfeld des Counterjihad anhängt, dass nämlich das Hauptproblem unserer Gesellschaft in der Gleichberechtigung der Frauen, der Freiheit der Homos, dem „Kulturmarxismus“, Genderismus und der Dekadenz zu sehen sei, weshalb 99,9% der Mitbürger als Feinde einzustufen seien, während der grassierende Mohammedanismus nur ein Randproblem darstelle, habe ich schon immer und vollständig abgelehnt (vgl. z.B. 17). Breivik schrieb (18):

„Richtet eure Wut und euren Frust um Gottes Willen NICHT gegen Muslime. Muslim- oder Paki-Bashing ist ein sicherer Weg unserer Sache zu schaden, weil das genau das ist, was die kulturellen marxistischen Eliten von euch WOLLEN. Sie wollen, dass ihr eure Anstrengungen mit der Bekämpfung der Muslime verschwendet und sie werden alles tun, um euch daran zu hindern eure Bemühungen auf sie selbst zu richten. Sie wollen, dass die indigenen Europäer mit der Bekämpfung der Muslime beschäftigt sind, weil das ihnen ihre Positionen garantiert. Wir werden nie eine Chance haben die kulturellen Marxisten zu überwinden, wenn wir unsere Energie und Anstrengungen mit dem Kampf gegen die Muslime verschwenden.“

Diese hysterische Theorie trägt paranoide Züge und legt individuellen physischen Einsatz nahe. Sie verkennt völlig das Wesen einer modernen, offenen Gesellschaft und will sie mutmaßlich im Grunde auch abschaffen und durch ein totalitäres System ersetzen. Sie führt dazu, dass sich die Nicht-Mohammedanisten untereinander belauern und bekämpfen. Lachende Dritte werden die Orks sein. Breivik hat nichts gegen Orks, solange sie im Orient bleiben, und die Begriffe der universellen Menschenrechte und der Menschenwürde sind ihm fremd.

Ich hingegen bin der Ansicht, dass die totalitäre Ideologie des Mohammedanismus das mit Abstand größte derzeitige Problem der Menschheit ist. Sie ruft die schamlose Vermehrung ihrer Anhänger, deren erschreckende Inkompetenz, deren durch schwärzeste Pädagogik zerstörte Seelen, deren exzessive Gewalt hervor. Sozialdemokraten, Sozialisten, Grüne und „Bulldog“ Brux sind Verirrte, die durch gute Argumente und stetige Arbeit überzeugt und zur Vernunft zurückgeführt werden müssen. Es geht um die Gewinnung von Mehrheiten, um kollektive intellektuelle Prozesse.

Das Ziel bleibt: Der Mohammedanismus muss vernichtet werden – weltweit!

_____

Time am 29. Juli 2011

_____

1) http://www.n-tv.de/politik/Rechenschaft-fuer-jeden-einzelnen-Mord-article3924871.html
2) http://www.n-tv.de/politik/UNO-fordert-schnelle-Hilfe-article3888286.html
3) http://www.dradio.de/presseschau/20110728070000/
4) http://www.n-tv.de/politik/Buergermeister-stirbt-bei-Attentat-article3909591.html
5) http://www.faz.net/artikel/S32742/erklaerung-des-anwalts-etliche-weitere-zellen-im-ausland-30473393.html
6) http://www.counter-currents.com/2011/07/anders-behring-breivik/
7) http://www.faz.net/artikel/C32742/vater-breivik-im-interview-anders-haette-sich-umbringen-sollen-30473349.html
8- http://www.faz.net/artikel/S32742/attentate-in-norwegen-die-tat-eines-irrsinnigen-30472423.html
9) http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/123496/
10) http://www.faz.net/artikel/C30089/nach-dem-attentat-wachsamkeit-im-netz-30473031.html
11) http://heplev.wordpress.com/2011/07/26/zahlen-und-fakten-zu-terroristen-und-tater-vorwurfen/
12) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/30/gelebt-werden/
13) http://www.aggromigrant.com/2011/07/27/broder-oder-wilders-hatten-doch-keine-schuld/
14) http://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen-regional/imam-beobachtung-islamkritischer-internetseiten-19068602.bild.html
15) http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/07/26/oslo-und-die-vergewaltigungs-luge/
16) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/03/einzige-hoffnung-totaler-entzug/
17) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/11/21/counterjihadisch-bloggen/
18) http://heplev.wordpress.com/2011/07/28/meinung-die-islamophobie-der-ermordung-von-norwegern/

Hello again!

28. Juli 2011

Howard Carpendale

Hallo allerseits,

ich habe meine Reise beendet und werde die Tätigkeit in diesem Blog wieder aufnehmen.

Es grüßt Sie herzlich

T+I+M+E

_____

PS: Soundtrack „Hello again“ von Howard Carpendale unter
http://www.youtube.com/watch?v=8rRgfq5X7DY 

Hier der Text:

Hello again

Hello again, du ich möchte dich heut noch sehn
ich will dir gegenüber stehn, viel zu lang war die Zeit
uhuhuh uhuh, ich sag nur hello again, uhuhuh uhuh

Ein Jahr lang war ich ohne dich, ich brauchte diese Zeit für mich
kann sein dass ich ein andrer bin, als der der damals von dir ging
ich geh die Straße lang wie immer, da ist noch Licht in deinem Zimmer
ich weiß, du wirst mich nicht viel fragen
wie damals werd ich einfach sagen

Hello again, ich sag einfach hello again
du ich möchte dich heut noch sehn, dort wo alles begann
oh, hello again, dort am Fluss wo die Bäume stehn
will ich dir in die Augen sehn, ob ich da bleiben kann
uhuhuh uhuh, ich sag nur hello again, uhuhuh uhuh

Noch ein paar Stufen bis zur Tür, ich spür ein wenig Angst in mir
wie kann ich nur so sicher sein, vielleicht lebst du nicht mehr allein
ich würde gern für immer bleiben,
das kann ich nicht allein entscheiden
vielleicht wird uns noch viel verbinden
vielleicht musst du erst zu mir finden

Hello again, ich sag einfach hello again
du ich möchte dich heut noch sehn, dort wo alles begann
oh, hello again, dort am Fluss wo die Bäume stehn
will ich dir in die Augen sehn, ob ich da bleiben kann
uhuhuh uhuh, ich sag nur hello again, uhuhuh uhuh.

Ich bin dann mal weg

4. Juli 2011

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich werde eine längere Reise antreten und in dieser Zeit nicht bloggen. Ich hoffe, dass Sie mir gewogen bleiben

und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ihr

T+I+M+E

______

PS, Soundtrack „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“ unter
http://www.youtube.com/watch?v=a_7u3nhANa4

Hier der Text:

Time Warp

It’s astounding, time is fleeting
Madness takes its toll
But listen closely, not for very much longer
I’ve got to keep control

I remember doing the Time Warp
Drinking those moments when
The blackness would hit me and the void would be calling
Let’s do the time warp again…
Let’s do the time warp again!

It’s just a jump to the left
And then a step to the right
With your hands on your hips
You bring your knees in tight
But it’s the pelvic thrust that really drives you insane,
Let’s do the Time Warp again!

It’s so dreamy, oh fantasy free me
So you can’t see me, no not at all
In another dimension, with voyeuristic intention
Well-secluded, I see all
With a bit of a mind flip
You’re there in the time slip
And nothing can ever be the same
You’re spaced out on sensation, like you’re under sedation
Let’s do the Time Warp again!

Well I was walking down the street just a-having a think
When a snake of a guy gave me an evil wink
He shook me up, he took me by surprise
He had a pickup truck and the devil’s eyes.
He stared at me and I felt a change
Time meant nothing, never would again
Let’s do the Time Warp again!

Um keinen Preis

4. Juli 2011

Ging es zunächst noch darum, Naziran daran zu hindern, die Fähigkeit zu erlangen, Atomraketen zu bauen, so tröstet man sich im Westen inzwischen mit der Möglichkeit, das Regime werde, auch wenn es in der Lage dazu sei, die Waffen vielleicht nicht herstellen.

Milliarden in Waffenkonstruktion investieren, sie aber nicht bauen? Es gibt kaum unwahrscheinlichere Ideen. Stellt sich also die Frage, was zu tun ist, wenn der erste erfolgreiche Test gemeldet wird. Der amerikanische Soziologe Amitai Etzioni, der an der George Washington University lehrt, plädiert in der heutigen FAZ für eine stufenweise Bombardierung des Landes. Lesen Sie seinen Aufsatz in der Übersetzung von Michael Bischoff.

_____

Rational, irrational  oder nichtrational?

Die Hinweise mehren sich, dass Iran in naher Zukunft über Atomwaffen verfügen wird. Daher wird die Frage unabweisbar, wie die Welt auf diese Gefahr reagieren sollte.

Gewöhnlich werden vier Reaktionsmuster erörtert: Einbindung, Sanktionen, Militärschläge und Abschreckung. Um Einbindung haben sich die Amerikaner seit dem Amtsantritt von Präsident Obama wie zuvor schon europäische Regierungen bemüht. Bislang haben diese Bemühungen nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt. Sanktionen gelten als unzuverlässiges Instrument, da einige Staaten, allen voran China, sich weigern, sie zu autorisieren. Auch sind Sanktionen in der Vergangenheit oft umgangen worden und haben selbst in Staaten wie Kuba und Syrien, die verwundbarer sind, nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Militärschläge dürften wahrscheinlich scheitern. Der amerikanische Verteidigungsminister Gates sagte schon 2009, militärisch gesehen könne eine Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen „das iranische Atomprogramm um eine gewisse Zeit verzögern, aber auch nur verzögern, wahrscheinlich um ein bis drei Jahre“. Auch in Israel werden von namhafter Seite immer wieder Zweifel an den Erfolgsaussichten eines Bombardements geäußert. Zuletzt nannte der frühere Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Meir Dagan einen möglichen israelischen Angriff auf Anlagen des iranischen Atomprogramms eine „dumme Idee“.

Daher das wachsende Interesse an Abschreckung: Man toleriert ein atomar bewaffnetes Iran, hält das Land aber in Schach, indem man ihm für den Fall eines Einsatzes solcher Waffen Vergeltung androht. Die amerikanische Regierung scheint dieser Option zuzuneigen, wie eine Äußerung von Außenministerin Clinton vom 22. Juli 2009 belegt: „Wenn die Vereinigten Staaten einen Verteidigungsschirm über die Region spannen, wird der Iran weder stärker noch sicherer sein, denn auch wenn sie über Atomwaffen verfügen, werden sie nicht in der Lage sein, andere Staaten einzuschüchtern oder zu beherrschen, wie sie es offenbar glauben.“

Weitgehend Einigkeit herrscht darüber, dass die Führer von Staaten, die Atomwaffen besitzen, sich rational verhalten müssen, wenn Abschreckung funktionieren soll. Dasselbe gilt für Terroristen, die sich Atomwaffen beschaffen. Eine kleine Gruppe populärer Autoren und Forscher vertritt tatsächlich die Auffassung, Staatsführer und Terroristen verhielten sich rational und fürchteten daher die Vergeltung anderer Atommächte, so dass sie selbst keine Atomwaffen einsetzten. Wenn man diese Rationalitätsexperten fragt, weshalb denn Staaten wie Iran die Kosten und Risiken des Erwerbs von Atomwaffen überhaupt eingehen sollten, falls sie gar nicht die Absicht hätten, sie einzusetzen, erwidern sie, die Atomwaffen dienten diesen Staaten lediglich zur Abwehr von Angriffen.

Die Anhänger einer rationalen Abschreckungstheorie gehen vielfach von derselben Grundannahme aus wie die meisten Ökonomen: dass die Menschen sich rational verhielten. So sagen Ökonomen, wenn ein Mensch, der noch nie Wein getrunken hat und auch noch nie die Absicht hatte, Wein zu trinken, plötzlich eine Flasche Wein kauft, müsse dies als eine rationale Entscheidung gelten, denn weshalb hätte er sie sonst gekauft? Und sie behaupten, wenn jemand beschließt, kriminell zu werden, „müsse“ er das Für und Wider abgewogen und die rationale Entscheidung getroffen haben, dass der Weg in die Kriminalität die optimale Wahl sei. Der Nobelpreisträger George Stigler hat es so ausgedrückt: „Für jedes menschliche Verhalten lässt sich ein Grund finden.“ Dadurch werde „Nützlichkeit zu einer bloßen Tautologie“. Doch nach dieser Argumentation könnte es auch „rational“ sein, Atomwaffen einzusetzen und die Folgen einer Vergeltung zu ignorieren, weil die Führer meinen, ihr Land werde einen Atomkrieg besser überstehen als der Gegner oder der Einsatz der Atomwaffen werde die Verantwortlichen auf dem kürzesten Weg ins Paradies bringen.

Die Anhänger der Abschreckung verteidigen ihre Auffassung außerdem mit der These, die einzige Alternative zur Rationalität sei die Irrationalität. Sie untermauern diese These mit der Feststellung, auch totalitäre Herrscher reagierten auf Veränderungen in ihrer Umwelt durchaus vernünftig. So habe Iran das weitaus konzilianteste Angebot hinsichtlich seines Atomprogramms im Mai 2003 unterbreitet, nachdem das amerikanische Militär Saddams Armee innerhalb weniger Wochen vernichtet hatte – was Iran nicht einmal in einem achtjährigen Krieg gelungen war. Damals habe Iran aus guten Gründen befürchten müssen, das nächste Ziel eines amerikanischen Angriffs zu werden. Da nach Ansicht dieser Anhänger der Abschreckungstheorie Akteure nur entweder rein rational oder rein irrational handeln können, scheint der Nachweis, dass die Führer Irans und anderer Schurkenstaaten nicht wahnsinnig seien, weil sie auf veränderte Tatsachen reagieren, ihre Behauptung zu bestätigen, wonach diese Führer rational handeln.

Das Problem dieser Argumentation liegt in der Tatsache, dass sie einen Sprung vollzieht: der Nachweis, dass die Herrscher von Staaten wie Iran und Nordkorea oder auch Terroristen nicht irrational handeln, dient ihnen als Beweis der These, dass sie rational handelten und aus einer veränderten Faktenlage dieselben Schlüsse zögen wie externe Beobachter.

Führende Soziologen, darunter Talcott Parsons, weisen seit langem darauf hin, dass es bei Entscheidungen und Handlungen eine dritte Kategorie gibt, die als „nichtrational“ zu bezeichnen ist. Das mag zunächst als eine typisch akademische Haarspalterei erscheinen. In diesem Fall jedoch verweist die Unterscheidung auf eine wichtige Kategorie menschlichen Verhaltens, in der die Menschen ihr Tun und Lassen an tief verwurzelten Überzeugungen ausrichten, die sich weder beweisen noch widerlegen lassen, etwa dem Glauben, Gott verlange von ihnen, dass sie in bestimmter Weise handelten.

Menschen haben schon oft bewiesen, dass sie bereit sind, für ihre Überzeugungen zu töten, auch wenn sie dabei selbst den Tod finden sollten. Dabei berücksichtigen sie zwar Tatsachen und reagieren auf Druck, aber nur solange diese Faktoren nicht ihre Glaubensüberzeugungen betreffen, sondern lediglich deren Verwirklichung. So wird ein fanatischer religiöser Führer Irans, der glaubt, Gott verlange von ihm, dass er Tel Aviv auslösche, durchaus darüber nachdenken, ob er dazu Raketen oder Bomber benutzen und zu welcher Jahreszeit er angreifen soll. Aber er wird nicht daran zweifeln, dass Gott von ihm verlangt, die Ungläubigen zu töten.

Nichtrationales Verhalten ist nicht auf den religiösen Glauben beschränkt. So gelten die Israelis in der Regel nicht als irrational. Doch sie leiden an einem starken Massada-Komplex, der einst ihre Vorfahren veranlasste, einander und sich selbst lieber zu töten, als sich zu ergeben. Viele Israelis halten auch heute noch an dieser fatalistischen Überzeugung fest, die noch verstärkt wird durch die feste Entschlossenheit, sich „niemals wieder wie Lämmer zur Schlachtbank führen zu lassen“, wie die Juden dies (nach Ansicht vieler Israelis) während des Naziregimes getan haben.

Israelis sehen ihr Vorbild in jenen Juden, die im Warschauer Getto bis zum bitteren Ende gegen die Nazis kämpften, obwohl sie wussten, dass sie keine Chance hatten. Solche Überzeugungen könnten Israel zu einem Angriff auf Iran veranlassen, auch wenn rationale Erwägungen zu dem Schluss führten, dass solch ein Angriff verheerende Folgen hätte. Eine Handlung dieser Art diente ihren Überzeugungen und wäre in diesem technischen Sinne rational, doch die Überzeugungen selbst basieren auf nichtrationalen Glaubensvorstellungen, für die es keine zuverlässige Abschreckung geben kann.

Aus der Geschichte kennen wir mehrere Fälle, in denen Staaten einem Atomschlag gefährlich nahe kamen, deren Führer keineswegs als irrational galten. Indien und Pakistan verdienten sich diesen zweifelhaften Titel mehrere Male. John F. Kennedy hätte während der Kubakrise 1962 fast den Befehl zu einem Atomschlag gegeben. Der israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan ebenso, nachdem er das israelische Atomwaffenarsenal während des Yom-Kippur-Kriegs im Jahr 1973 hatte scharf machen lassen. Die Anhänger der Abschreckungstheorie sehen in solchen Vorfällen einen Beweis dafür, dass die Abschreckung funktioniert hat. Schließlich schreckten alle genannten Staaten vor dem Einsatz von Atomwaffen zurück, wenn auch manche erst im letzten Augenblick.

Gleichwohl führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass Staatsmännern in der Vergangenheit gewaltige Fehleinschätzungen unterlaufen sind – und in Zukunft unterlaufen können. Dabei reicht eine einzige Fehleinschätzung aus, um einen Atomkrieg zu entfesseln. Zudem gibt es in der Geschichte keine ehernen Gesetze. Dass etwas noch nie geschehen ist, bietet keine Gewähr dafür, dass es auch in Zukunft nicht geschehen wird. Daher ist es rational, hier die Regel anzuwenden, wonach dort, wo der potentielle Schaden sehr groß ist, das Bestreben handlungsleitend sein muss, ihn zu vermeiden, selbst wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass dieser Schaden eintritt. Daher ist es klüger, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, als zu lernen, mit Atomwaffen zu leben.

Je mehr Staaten Atomwaffen besitzen, desto größer ist die Gefahr, dass diese verheerenden Waffen auch eingesetzt werden. Die Anhänger der Abschreckungstheorie spotten über diese Gefahr und verweisen darauf, dass im Vergleich zu den zu Beginn des Atomzeitalters geäußerten Befürchtungen nur wenige Staaten Atomwaffen entwickelt hätten. In Wirklichkeit verzichteten viele Länder auf den Erwerb solcher Waffen, darunter Kanada, Schweden, Italien, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Südkorea und Taiwan.

Auch die Weiterverbreitung der Kernwaffen vollzog sich nicht so schnell, wie manche befürchteten. Doch wer daraus den Schluss zieht, wir bräuchten uns keine Sorgen zu machen, der übersieht, dass der Punkt erreicht sein könnte, an dem das alte Nichtweiterverbreitungsregime einer Haltung weichen könnte, die allen Staaten Atomwaffen zubilligt.

Über Jahrzehnte hielten sich große Teile der Weltbevölkerung und ihrer politischen Führer an den Grundsatz, dass die Staaten auf den Erwerb von Atomwaffen verzichten sollten und dass atomare Abrüstung wünschenswert sei. Dieses doppelte Tabu bildete das Fundament für ein von 189 Staaten unterzeichnetes Vertragswerk, den Atomwaffensperrvertrag.

In jüngster Zeit hat jedoch das Tabu an Kraft verloren und mit ihm auch der Respekt vor dem Atomwaffensperrvertrag. Nordkorea ignorierte ihn, auch Iran wandte sich verstärkt der Entwicklung von Atomwaffen zu. Mittlerweile behaupten auch Anhänger der Abschreckungstheorie, das Tabu und der Vertrag gehörten der Vergangenheit an, und immer mehr Länder würden in Zukunft Atomwaffen entwickeln. Deshalb sollte man die Welt so nehmen, wie sie ist, und sich von diesen veralteten Vorstellungen verabschieden.

In Abwandlung des Untertitels der großen Atomkriegssatire „Dr. Strangelove“ von Stanley Kubrick könnte man sagen, es sei möglicherweise an der Zeit, die Angst zu überwinden und die iranische Atombombe zwar nicht unbedingt zu lieben, wohl aber zu tolerieren.

Tatsächlich ist es viel zu früh, das Tabu und den Vertrag abzuschreiben. Gelänge es, Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern, erhöhte das die Chance, Nordkorea zu einem Umdenken drängen zu können. Dann wäre das Regime nuklearer Enthaltsamkeit womöglich zu retten. Würden man dagegen zulassen, dass Iran Atomwaffen entwickelt und in Dienst stellt, dürfte kaum ein Zweifel bestehen, dass andere arabische Länder versuchen würden, es Iran gleichzutun, allen voran Saudi-Arabien.

Würde das Tabu im Nahen und Mittleren Osten so flagrant verletzt, dann dürften als Reaktion auf nordkoreanische Bestrebungen Japan und Südkorea folgen. Auch Länder wie Brasilien oder Argentinien werden kaum zurückstehen wollen, wenn immer mehr „wichtige“ Staaten Atomwaffen entwickeln. Kurz gesagt, wenn es nicht gelingt, Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern, weil man sich auf die Macht der Abschreckung verlassen zu können glaubt, dann ist der Weiterverbreitung von Atomwaffen Tür und Tor geöffnet. Mit der Weiterverbreitung wiederum erhöht sich ganz beträchtlich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu atomaren Konflikten kommt.

Selbst wenn Iran seine Atomwaffen niemals einsetzen sollte, sondern – zum Beispiel durch Tests – nur deren Besitz demonstrierte, hätte das beträchtliche Folgen für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer europäischen Verbündeten. So ist zu befürchten, dass Iran terroristische Organisationen wie Hizbullah im Libanon oder die Hamas im Gazastreifen noch aggressiver unterstützen und sich noch entschlossener im Irak einmischen wird. Es besteht auch die Gefahr, dass Iran oder ein anderer „Schurkenstaat“ Terroristen Atomwaffen überlässt oder dass solche Waffen zwar ohne Zustimmung der iranischen Führung, aber unter Mithilfe einzelner Gruppen wie der Revolutionsgarde in deren Hände gelangen.

Bislang konzentriert sich die sicherheitspolitische Debatte auf die Frage, ob ein atomar bewaffnetes Iran eine ernsthafte Bedrohung darstellt, gegen die die Androhung eines Gegenschlags keine zuverlässige Abschreckung bietet. Aber selbst wenn man der Ansicht ist, dass das Land eine ernsthafte Bedrohung darstellt, muss man immer noch die Kosten der Alternative eines Militärschlags wägen.

Gegner dieser Option wenden ein, dass wichtige Standorte des iranischen Atomprogramms möglicherweise unbekannt seien, dass manche Anlagen sehr gut geschützt sind, dass einige Anlagen in dicht besiedelten Gebieten liegen und eine Bombardierung daher mit Opfern unter der Zivilbevölkerung einhergehen werde, dass die Bombardierung solcher Anlagen sich in der Vergangenheit als wenig wirkungsvoll erwiesen habe und den Fortgang des Atomwaffenprojekts nur geringfügig verzögere oder Iran vielleicht sogar veranlassen werde, die Arbeiten zu beschleunigen.

All diese Einwände verweisen auf eine andere militärische Option: Das iranische Regime könnte durch die Zufügung immer größerer „Schmerzen“ zu einer Veränderung seines Verhaltens gezwungen werden.

Am Anfang steht die Forderung, Iran müsse seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen und seine kerntechnischen Anlagen bis zu einem bestimmten Datum für internationale Kontrollen öffnen, um zu beweisen, dass sie nicht für militärische Zwecke genutzt werden. Falls Iran dieser Forderung nicht nachkommt, werden nichtnukleare militärische Anlagen bombardiert, etwa Hauptquartiere und Kasernen der Revolutionsgarde, Flugabwehrstellungen und Radaranlagen, Raketenabschussbasen und Kriegsschiffe, die gegen Öltanker eingesetzt werden könnten. Falls diese Angriffe nicht zum gewünschten Ergebnis führen, folgt eine Zerstörung ausgewählter Elemente der Infrastruktur wie Brücken und Bahnanlagen, wie die Vereinigten Staaten dies während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und Japan getan haben. Solche militärischen Aktionen ähneln Sanktionen – allerdings mit weitaus mächtigeren Mitteln.

Kritiker dürften einwenden, solche militärischen Aktionen erleichterten es den iranischen Machthabern, die Opposition zu unterdrücken oder veranlassten die Opposition, das Regime zu unterstützen. Doch die iranische Führung tut ohnehin alles, um die Opposition zu unterdrücken, und eine Schwächung des Regimes durch Militärschläge könnte sogar eine Bresche für die Opposition schlagen. Vor allem aber kann der Westen nicht mehr lange zuwarten, wenn er Iran daran hindern möchte, jene Schwelle zu erreichen, nach deren Überschreitung die militärische Option für den Westen wie für Iran mit weitaus größeren Gefahren verbunden sein wird.

Kritiker eines militärischen Eingreifens fürchten, Iran könne Vergeltung üben, indem es Hizbullah und Hamas von der Leine lässt, den Amerikanern und ihren Verbündeten das Leben im Irak und in Afghanistan erschwert und die Ölversorgung des Westens stört. Solche Befürchtungen betreffen nicht die Frage, welche militärischen Aktionen die richtigen sind, sondern ob man militärische Optionen überhaupt in Betracht ziehen soll. Im Blick auf die Vereinigten Staaten wäre dazu zu sagen, dass eine Nation, die meint, mit solchen Gegenreaktionen nicht fertig werden zu können, nicht nur den Anspruch aufgeben sollte, eine Supermacht zu sein. Sie sollte sich auch nicht mehr als internationale Ordnungsmacht begreifen.

Es wird Jahre dauern, bis klar ist, ob die Unruhen in vielen arabischen Staaten zu fortgesetzten Aufständen, zu einem islamischen Fundamentalismus, zu einer Demokratisierung oder zu anderen Ergebnissen führen werden. Zwei Entwicklungen zeichnen sich jedoch schon jetzt ab. Erstens werden die neuen Regime den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten höchstwahrscheinlich weniger freundlich gesinnt sein als die alten Autokraten. Und zweitens werden die neuen Regime einer Einmischung Irans stärker zugänglich sein. Diese Einmischung wird vielleicht nur die Form leidenschaftlicher religiöser Appelle und einer entsprechenden finanziellen Förderung annehmen, aber – sofern sich die Möglichkeit ergibt – auch die Form von Waffenlieferungen. Oder anders gesagt: Wenn die hegemonialen und militärischen Ambitionen Irans sich auf die eine oder andere Weise eingrenzen lassen, wird der Regimewechsel im Nahen und Mittleren Osten potentiell weniger gefährlich für den Westen sein, als dies zu erwarten ist, wenn man zulässt, dass Iran an seinem gegenwärtigen Kurs festhält.

_____

Klar ist, es wird keine Nuklearmacht Naziran geben – dann schon eher die Nuklearwüste Iran.

Time am 4. Juli 2011

Von den Fingern nichts Neues

4. Juli 2011

Ein Strom, der nie versiegt – nein, ich meine jetzt nicht die ZamZam-Quelle (1) - ich meine den Fluss der Bilder mit zeigefingernden Orks drauf. Dieses obszöne und peinliche Verhalten sollten wir neben Jihad, Scharia und Burka mit auf die Liste der Dinge setzen, die in unserer Gesellschaft absolut nicht gehen.

_____

Time am 4. Juli 2011

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/12/milieustudien-16-kleider-machen-lugen/

_____

http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/

Alles Gute, Südsudan!

3. Juli 2011

Purer Counterjihad: Training südsudanesischer Polizisten

Mit dem Südsudan wird am 9. Juli nach Osttimor (1) ein weiterer Staat aus den Klauen der Mohammedanisten befreit und unabhängig werden. Natürlich wünscht der Counterjihad den Südsudanesen alles Gute, aber die Lage ist alles andere als einfach, wie Thomas Scheen in der heutigen FAZ berichtete.

_____

Und ewig lockt das Öl

Statt Eselskarren fahren Geländewagen durch Juba, die Hauptstadt des neuen Staats  Südsudan. Flüchtlinge kehren zurück – in ein Land, das ihnen fremd geworden ist.

Lolik Lado hadert mit seinem Land. „Manchmal bin ich einfach nur frustriert“, sagt der Südsudanese mit dem badischen Akzent und nippt an seiner Cola. Der Softdrink kostet vier Dollar. Das ist noch preiswert im Vergleich zu den sonst üblichen Preisen in Juba, der Hauptstadt Südsudans. „Es ist mein Land, aber die Leute sind mir doch fremd geworden“, sagt der 45 Jahre alte Bauingenieur. Und ärgert sich über die Dreistigkeit im Geschäftsleben, die hohen Lebenshaltungskosten in Juba und die nicht zu durchschauenden Machtstrukturen in der jüngsten Nation der Welt.

Am 9. Juli wird die Republik Südsudan offiziell ihre Unabhängigkeit erklären und zum 196. Staat der Welt werden. Dafür haben die überwiegend christlichen Südsudanesen 21 Jahre lang gegen den arabischen Norden gekämpft. Mehr als zwei Millionen Menschen kamen dabei ums Leben. Erst 2005 einigten sich Norden und Süden auf einen Friedensvertrag, der vorsah, im Süden ein Referendum für oder gegen den Verbleib beim Norden abzuhalten. Im vergangenen Januar stimmte Südsudan mit mehr als 90 Prozent für die Abspaltung.

Juba macht sich fein für den großen Tag. Straßenkehrer mühen sich mit dem vielen Staub, Fahnenmasten werden geschmückt, Regierungsgebäude angestrichen. Auf dem Gelände des Flughafens schaffen schwere Lastwagen Unmengen an Bitumen heran, um zumindest genug Parkplatz für die vielen Maschinen zu schaffen, die am 9. Juli Staats- und Regierungschefs herantransportieren werden. An allen Ecken und Kanten der Stadt wird gebaut, gehämmert und gezimmert. Juba ist die mutmaßlich größte Baustelle des Kontinents – und das neue El Dorado. Wo vor einigen Jahren Eselskarren unterwegs waren, paradieren stark motorisierte Geländewagen. Die Internetverbindungen sind hervorragend, die Netzwerke der Mobilfunkanbieter ebenso. Die Straße nach Uganda wurde geteert. Damit reduziert sich die Reisezeit von Juba nach Kampala von früher zwei Tagen auf rund acht Stunden. Jeden Tag strömen mehr Geschäftsleute und ehemalige Flüchtlinge in die Stadt auf der Suche nach einem Stück des gigantischen Kuchens, den der Wiederaufbau dieser vom Krieg zerstörten Region darstellt. Leute wie Lolik.

Lolik kam 2007 zum ersten Mal zurück nach Juba, um seine Mutter zu besuchen – 18 Jahre, nachdem er vor dem Krieg geflohen war und in Deutschland sein Glück gefunden hatte. Er hat Ingenieurswissenschaften in Aachen studiert, hatte danach eine Stelle bei einer Firma in Karlsruhe gefunden, die Miniwasserkraftwerke herstellt. Eigentlich wollte Lolik in seiner alten Heimat nur mal „schnuppern“. Daraus ist längst ein Daueraufenthalt geworden. Der 45 Jahre alte Südsudanese will sein in Deutschland erlerntes Wissen in den Dienst seiner Heimat stellen. Er will kleine Wasserkraftwerke am Nil entlang bauen, weil es an Strom mangelt in Südsudan. „Ohne Strom keine industrielle Produktion, ohne industrielle Entwicklung kein Fortschritt“, formuliert Lolik sein Geschäftsmodell. Dem kann unmöglich widersprochen werden, nur ist es nicht so einfach, wie es klingt.

„Die könne net schaffe“, sagt Lolik über seine Landsleute und meint damit die himmelschreiende Unkenntnis in einem Land, in dem wegen des Krieges kaum jemand eine vernünftige Schulbildung genossen hat. Wenn er in den Verwaltungen der Provinzen und der neu geschaffenen Landkreise vorspricht, hat er mitunter den Eindruck, die verstehen nicht einmal, wovon er spricht, wenn er „Wasserkraft“ sagt. Wie Lolik geht es vielen der „Heimgekehrten“, die sich nach dem Friedensvertrag aufgemacht hatten, ihrem Land zu helfen. Doch die Rückkehrer sind nicht immer willkommen bei denen, die ausgeharrt haben, weil diese den im Westen Ausgebildeten mit ihrem Know-how und ihrer Effizienz vorwerfen, keine echten Patrioten zu sein. Nebenher haben sie natürlich Sorge, von den besser Qualifizierten aus dem Job gedrängt zu werden. Das lähmt den Wiederaufbau, was schon deshalb tragisch ist, weil es in Südsudan zwar an vielem mangelt, nicht aber an Geld.

80 Prozent der bekannten sudanesischen Ölvorkommen liegen im Süden. 98 Prozent der Staatseinnahmen der neuen Republik entspringen dem schwarzen Gold, wobei Südsudan gegenwärtig nur 50 Prozent der Gesamteinnahmen erhält. Die andere Hälfte geht nach Norden. Nach der Unabhängigkeit wird der Anteil Südsudans steigen, vorausgesetzt, beide Staaten einigen sich auf einen Mietpreis für die Benutzung der im Norden liegenden Leitung, über die der Süden sein Öl nach Port Sudan pumpt. Der Streit über diesen Preis ist seit zwei Wochen voll entbrannt. Der Norden droht damit, die Leitung zu sperren, was den Süden angesichts seiner Erfahrungen mit der Regierung in Khartum nicht sonderlich wundert. Auch deshalb will Südsudan auf absehbare Zeit eine neue Leitung in Richtung Kenia bauen, was wiederum heißt, dass sehr viel Geld für neue Baustellen in die Hand genommen werden muss.

Doch genau dieses Geld hat die Sitten verdorben. In der Verwaltung entscheiden nunmehr ehemalige Buschkämpfer der einstigen Rebellenarmee „Sudan People’s Liberation Army“ (SPLA) über die Vergabe der Aufträge und finden, ihnen stehe eine Art Dividende für ihren Kampf zu. „Ich kenne Leute, die schlafen auf Kisten voller Dollar“, sagt Lolik. Das will nicht heißen, dass die südsudanesische Regierung unter ihrem Präsidenten Salva Kiir völlig korrupt ist. Aber vor dem Hintergrund der mitunter dramatischen Lebensgeschichten, der Entbehrungen und der unbeschreiblichen Opfer, die diese alten Kämpen erbracht haben, muss es schwer sein, der Versuchung zu widerstehen. Die unüberschaubare Zahl von Nichtregierungsorganisationen, die wie die Heuschrecken über Südsudan hereingebrochen sind und um Aufträge buhlen, macht es ihnen nicht einfacher.

Fast alles in Juba liegt in der Hand von Ausländern – vom Straßenbau über die bescheidene medizinische Versorgung bis hin zu den Hotels und Taxibetrieben. Natürlich mit entsprechendem Preisaufschlag. Juba ist inzwischen eine der teuersten Städte des Kontinents, und die Diskrepanz zwischen Service und Leistung ist atemberaubend. Hotelzimmer, die anderswo mit 80 Dollar sehr gut bezahlt wären, werden in Juba für 300 Dollar vermietet. Es herrscht Goldgräberstimmung.

Dabei ist die Zukunft des jüngsten Staates der Welt ungewiss. Die Spannungen mit dem alten Feind aus dem Norden, auf dessen Infrastruktur der Süden angewiesen ist, sind nicht ausgeräumt. Sichtbarstes Zeichen ist der nicht geklärte Verlauf der künftigen Grenze und der Konflikt um die von beiden Seiten beanspruchte ölreiche Region Abyei. Die wurde in einem klaren Verstoß gegen das Friedensabkommen im Mai von der nordsudanesischen Armee gewaltsam besetzt. Nun sollen UN-Soldaten aus Äthiopien den fragilen Frieden in Abyei sichern, bis über die endgültige Zuordnung der Region entschieden ist.

Hinzu kommen ethnisch motivierte Unruhen innerhalb Südsudans, weil die vorherrschende Ethnie der Dinka alle Schlüsselpositionen mit eigenen Leuten besetzt und Rivalitäten inzwischen sogar in der Armee zu spüren sind. Südsudan ist und bleibt ein Pulverfass. Wie dieses Land in drei Jahren aussehen mag, darauf will heutzutage keiner eine Wette wagen. „Ich plane für ein Jahr im Voraus, mehr wäre unvernünftig“, sagt Lolik Lado.

Der Stimmung in Juba aber tut das keinen Abbruch. Dort hat eine südafrikanische Firma gerade den ersten industriellen Betrieb des Landes aus dem Boden gestampft, eine Brauerei.

_____

In Brauerei sind wir doch gut! Warum bauen die Südafrikaner Südsudans erste? Verstehe – die deutsche Wirtschaft hat ja alle Hände voll zu tun, dem Naziran Atomraketen zu verschaffen…

Time am 3. Juli 2011

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/24/osttimor-sieg-des-counterjihad/

Euer Jihad wird EUCH töten

2. Juli 2011

Der Kopte Naguib Sawiris: Wird er den Ork-Brüdern entgegentreten und den Jihad, der Ägypten Verderben bringen wird, verhindern können?

Der Counterjihad hat nach meiner Beobachtung die sogenannte „Arabellion“ durchweg skeptisch aufgenommen.

Zu tief ist das Verständnis der mohammedanistischen Grundlagentexte, als dass man sie für kompatibel mit den Vorstellungen von einer „offenen Gesellschaft“ halten könnte.

Auch waren einzelne Nachrichten und Bilder ebenso bezeichnend wie schockierend, wie z.B. die Vergewaltigung der amerikanischen Journalistin Lara Logan auf dem Tahrir-Platz oder die durchgestrichenen Mubarak-Portraits mit der Aufschrift „Zionist“.

So erscheint die „Arabellion“ vor allem als der Ruf nach mehr Mohammedanismus, mehr Scharia und mehr Jihad. Vor allem, aber nicht nur, wie Rainer Hermann in der heutigen FAZ in Bezug auf die aktuelle Entwicklung in Ägypten darlegte. Eine zentrale Gestalt seines Textes ist dabei Ägyptens reichster Mann, der Kopte Naguib Sawiris.

_____

Alte Beziehungsgeflechte – neue Hoffnungsträger

In Ägypten formiert sich neues politisches Leben

Gestern noch war Naguib Sawiris nur ein Unternehmer. Heute ist er als Politiker ein Hoffnungsträger der säkularen und liberalen Ägypter. Er lässt sein Amt als Chef des Mobilfunkunternehmens MobiNil ruhen, um am Aufbau eines neuen Ägyptens mitzuarbeiten. Dazu gründete er die „Partei der freien Ägypter“. Unter den vielen Parteineugründungen kann es allein sie mit den bisher zwei wichtigsten Strömungen des Landes aufnehmen.

Die Staatspartei der „Nationaldemokratischen Partei“ (NDP) ist offiziell zwar aufgelöst. Ihre Netzwerke bestehen aber weiter; nur können sie heute nicht mehr die Pfründe des Staats verteilen. Das begünstigt die islamistische Muslimbruderschaft. Sie mobilisiert über die Moscheen. Mit dem Geld ihrer strebsamen Mitglieder hat sie überall karitative Einrichtungen geschaffen, die sich bei Wahlen in Stimmen ummünzen.

Naguib Sawiris, geboren am 15. Juni 1954 und Absolvent der Deutschen Evangelischen Oberschule in Kairo, kann es mit diesen über lange Zeit gewachsenen Strukturen aufnehmen. Sein Unternehmen unterhält ebenfalls im ganzen Land Geschäfte, und über sie lässt Sawiris an Bedürftige Wohltaten verteilen. Denn Sawiris ist der reichste Ägypter, den Reichtum verdankt er seinem unternehmerischen Spürsinn. Er war einer der Ersten überhaupt, die das Potential des Mobilfunks erkannt hatten und kräftig in ihn investierten.

Der Unternehmer spricht ohne Floskeln, kommt direkt zur Sache. Wie ein routinierter Politiker beginnt er mit einem Scherz, dann erntet er mit zwei Sachaussagen kräftigen Applaus. Fast schon im Plauderton unterhält er die Zuhörer. Im Institut seines Freundes Saad al Din Ibrahim, des bekanntesten Soziologen Ägyptens, ist er an diesem Abend zu Gast. Es ist ein Heimspiel für den koptischen Christen. Vor ihm sitzt das säkulare Bildungsbürgertum, Menschenrechtler und Aktivisten wollen ihn hören, Liberale und Meinungsmacher. Kaum eine Frau trägt ein Kopftuch.

Ihr Hoffnungsträger ist Sawiris auch, weil er mit seiner „Partei der freien Ägypter“ Muslime und Christen zusammenbringt und weil sie Freiheit für alle Ägypter will. Er beklagt, wie sehr Oppositionelle in Mubaraks Gefängnissen gelitten hätten, er spricht davon, dass das Land nicht noch mehr Moscheen und Kirchen brauche, sondern mehr Schulen und Krankenhäuser, und er erzählt, wie die Revolution sein Leben verändert habe. Nun wolle er dazu beitragen, dass in Ägypten Staat und Religion getrennt würden und dass die neue Republik den Bürgern keine Beschränkungen mehr auferlege. Die Amerikaner seien dabei keine große Hilfe, meint der Absolvent der ETH Zürich. Europa sei sehr viel hilfreicher.

Noch steht für die Parlamentswahl im Herbst weder ein Termin fest, noch gibt es ein Wahlgesetz. Mehrere Dutzend Parteien könnten in der ersten freien Wahl antreten. Wie die Mandate verteilt werden, wird davon abhängen, welches Wahlgesetz der Hohe Militärrat dekretieren wird. Im Augenblick kursiert ein Entwurf, bei dem zwei Drittel der Abgeordneten entsprechend dem Anteil der Stimmen für die Parteien verteilt würden, das restliche Drittel ginge an die Kandidaten mit den meisten Stimmen in einem Wahlkreis.

Sollte es dabei bleiben, würden die Stimmen des Verhältniswahlrechts mutmaßlich vor allem unter den Muslimbrüdern und Sawiris Partei aufgeteilt. Ehemalige Politiker der aufgelösten NDP kämen als Unabhängige durch das Mehrheitswahlrecht ins Parlament, erwartet der Politikprofessor Mustafa Kamel al Sayyid. Anhänger haben die ehemaligen NDP-Politiker vor allem noch in ländlichen Gebieten, wo sie häufig die Notabeln stellen. Erst spät haben sich die jugendlichen Aktivisten vom Tahrir-Platz parteipolitisch zu organisieren begonnen. 200 Gruppen soll es unter ihnen geben. Bei der Wahl wird sich rächen, dass sie sich noch immer nicht zu einer starken Partei zusammengeschlossen haben.

Die große Unbekannte ist die Muslimbruderschaft. Viele säkulare Ägypter fürchten, dass die Islamisten stärker sein könnten, als ihnen lieb ist. Andere verweisen gelassen auf die Spaltungen in der islamistischen Bewegung. Die Muslimbrüder haben die „Partei der Freiheit und Gerechtigkeit“ gegründet. Ihr schloss sich der bekannte koptische Intellektuelle Rafiq Habib an, der gleich zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Allerdings basiert ihre Popularität vor allem auf ihren karitativen Tätigkeiten und weniger auf ihrem Programm. Allerdings wagen es die Muslimbrüder noch immer nicht, die Armee herauszufordern und bei der Präsidentenwahl einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Die von Saudi-Arabien unterstützten Salafiten, die eine Vollverschleierung der Frau fordern, haben die Partei „Nour“ (Licht) gegründet, gemäßigte Islamisten gehören der Partei „Wasat“ an, die sich am Vorbild der türkischen AKP orientiert, und sozialistische Islamisten sammeln sich in der Partei „Amal“ (Arbeit).

Konkurrenz für Sawiris ist die neue sozialdemokratische Partei, die von muslimischen und koptischen Intellektuellen gegründet wurde. Nicht zu vernachlässigen sind die Parteien „Der Morgen“ (al Ghad) des Herausforderers von Mubarak bei der Präsidentenwahl von 2005, Ayman Nour, und „Freiheit“ (Hurriya) des liberalen Intellektuellen Amr Hamzawy. Nour verschwand nach der Wahl von 2005 erst einmal im Gefängnis.

Noch immer hat aber das Militär mit dem Hohen Militärrat das letzte Wort. Zwar habe sich das politische System verändert, sagt der Politikprofessor Abdulmunim al Mashat. Es gebe keinen Präsidenten mehr, kein Parlament, aber sehr viele neue Parteien. Gleich geblieben sei aber das Regime, also die Art, wie regiert und entschieden werde. Aber auch da zeichnen sich Änderungen ab. Aus zwei Gründen wolle das Militär die Verantwortung für die Politik bald abgeben, beobachtet al Sayyid. Zum einen gehe die Popularität der Armee als Folge der Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Politik des Militärrats zurück. Zum anderen dringen aus dem Militär viele Meinungsverschiedenheiten nach außen, etwa zur Frage, ob das Land erst Wahlen brauche oder erst eine neue Verfassung.

Noch immer reagiert das Militär auf den Druck der Straße. So lädt es kritische Aktivisten zu einer „freundlichen Tasse Kaffee“ ein, und es beobachtet sehr genau das Geschehen auf dem Tahrir-Platz. „Der Tahrir-Platz ist unsere Form der direkten Demokratie“, freut sich Mashat. Immer wenn dort etwas in Bewegung komme, erfülle der Hohe Militärrat die Forderungen meist noch vor der angesetzten Massenkundgebung.

Nun blickt Mashat auf den 8. Juli. An jenem Freitag will die „Bewegung des 6. April“, die den Kern der Revolution gebildet hatte, mehr als eine Million Ägypter auf den Platz bringen, um doch noch zu erreichen, dass erst eine Verfassung verabschiedet und dann ein neues Parlament gewählt werde. Noch ist das Militär auf die umgekehrte Reihenfolge festgelegt. Viele aber, auch der Präsidentschaftskandidat Amr Moussa, wollen die Errungenschaften der Revolution nicht gefährden, indem zu viele Islamisten im neuen Parlament den Neuanfang erschweren.

Dem stimmt auch Mashat zu. Eng arbeitet der Direktor des „Zentrums für die Kultur der Demokratie“ mit der Bewegung des 6. April zusammen, die in ganz Ägypten 200.000 Aktivisten zählt. Er will sie in den kommenden Jahren von einer Bewegung von Aktivisten zu einer politikorientierten Gruppierung schulen, die Antworten auch auf Fragen wie die Reform des Bildungswesens, des Gesundheitssystems und der Sicherheitsapparate weiß. Bei den Wahlen in diesem Herbst wird sich das noch nicht auszahlen. Da müssen die säkularen und liberalen Ägypter auf einen wie Naguib Sawiris setzen.

_____

Time am 2. Juli 2011 

Finger für Sie

1. Juli 2011

Heute bin ich ein wenig im Stress, und ich lege Ihnen daher nur ein paar ausgestreckte Zeigefinger mit zornigen Zotteln daran vor, ohne viele Worte zu verlieren.

_____

Time am 1. Juli 2011 


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.