Archiv für Dezember 2011

Zehn Jahre Counterjihad

31. Dezember 2011

Zehn Jahre Counterjihad liegen in wenigen Stunden hinter uns. Der Zeiger bewegt sich unaufhaltsam weiter, die Totenglocke für den Mohammedanismus wird immer lauter, und für ihn ist es schon „Eineinhalb vor Zwölf“. Ich bin guter Hoffnung, seine globale Demaskierung und Ächtung zu erleben. So eine Peinlichkeit kann sich die Menschheit einfach nicht mehr leisten. Der Mohammedanismus ist so unglaublich unwürdig, der passt einfach nicht zu unser stolzen und kompetenten Art.

Geehrte Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde,

ich wünsche Ihnen und Euch ein gesundes, interessantes und vor allem lustiges Jahr 2012!

Ihr/Euer

T+I+M+E

Im eigenen Lügennetz gefangen

31. Dezember 2011

Webauftritt (1) von „Lajna Imaillah“,
der Frauenorganisation der Amadija-Orks

Die gewalttätige und bedrohliche Religion des Schreckens zwingt ihre Anhänger zum fortwährenden Lügen. Die Mohammedanisten müssen nicht nur gegenüber den Nicht-Orks Takija üben, sondern sich auch pausenlos selbst belügen. Um sich herum bauen sie im Lauf ihres traurigen Lebens ein festes Gespinst von Lügen, dem sie ohne fremde Hilfe niemals entkommen können.

Im weltweiten Vergleich betrachtet gehören die Mohammedanisten zu den erbärmlichsten Menschen des Planeten, aber da sie der Ansicht sind, das übellaunige Gefasel ihres geisteskranken Räuberhauptmanns sei nicht nur literarisch von hohem Wert oder inhaltlich bedeutsam, sondern vielmehr die wörtliche Rede des Wesens, welches zunächst das gesamte Universum geschaffen habe, sich dann aber darauf verlegt habe, die Gattinnnen des Gangbosses gefügig zu machen, können sie nie die eigene Verantwortung für ihre bedauernswerte Lage übernehmen und sie verbessern, sie müssen sie stets als Resultat westlicher Verschwörung sehen. Komischerweise stellen sie sich nie die Frage, warum ihr angeblicher Gott Alla sie derartig in der Schei**e hängen lässt. Desto mehr sie lügen, desto schlechter geht es ihnen, desto mehr lügen sie, desto schlechter …

Die FAZ vom 29. Dezember brachte den Leserbrief einer wutentbrannten Orka und Mitglied von „Lajna Imaillah“, der Frauenorganisation der Amadija-Orks, die vor Zorn kaum den Stift halten zu können schien. Sie referierte auf das Leipziger Urteil zum öffentlichen Popohochgekreisch in einer Berliner Schule (2). Dort war ein Ork im Abitur statt mit Lernen damit beschäftigt, öffentliches und demonstratives Massenbeten in den Schulkorridoren zu installieren und diejenigen Orientalen zu bedrohen, die daran nicht teilnehmen wollten. Einen Betraum hatte er zwar angeboten bekommen aber kaum genutzt.

Lesen Sie jetzt, wie diese Geschichte bei Nidda-Ul-Fateh Malik angekommen ist, die ganz sicher, wie man schon an ihrem Namen erkennen kann, unbedingt zu Deutschland gehört, während Tausende irakischer Christen natürlich nicht mehr zum Irak gehören. Lesen Sie, wie sie verallgemeinert, verdreht, verfälscht.

Besonders scharf finde ich ihren Satz „Der heilige Prophet Muhammad hat Christen die Moschee zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Gebete verrichten konnten“, den sie wohl aus irgendeinem völlig subalternen Hadith hat oder sich selbst ausdachte. Warum denn sollten Christen in dem Drecksloch beten, dass Klo H. Metzels Moschee damals war und über die Buhari berichtet (3):

„Ein Beduine urinierte in der Moschee. Der Prophet (gemeint ist Klo, T.) ließ ihn gewähren (IV/21, S.69).“

In Klos Gebetshaus, das auch als Hotel diente (VIII/22, S.112), als Gefängnis (VIII/29, S.116) und als Krankenhaus (VIII/30, S.116), war es ganz außerordentlich schmutzig und staubig. In VIII/22, S.112 lesen wir:

(Klo, T.) ging in die Moschee. Dort lag Ali. Sein Obergewand war aufgegangen, ein Teil des Oberkörpers war entblößt und von dem Staub der Moschee bedeckt…“

Übrigens finde ich den Web-Auftritt der „Frauenorganisation“ (s.o.) auch einigermaßen seltsam. Die „häufig gestellten Fragen“ („ - Warum darf ein Muslim bis zu vier Frauen heiraten? - Ist die islamische Frau gleichberechtigt mit dem islamischen Mann? - Werden im Islam die Jungen den Mädchen vorgezogen?“) werden kaum verschleiert in der 1.400-jährigen „Ja, aber“-Manier beantwortet.

Und dann dachte ich zunächst, hier würden Enthaarungsmethoden diskutiert, da orientalische Frauen bekanntlich meist unter starker Gesichtbehaarung leiden, merkte dann jedoch, dass die Fotos oben Khalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad zeigen, der offenbar der Obergartenzwerg der Truppe ist. Ein Orkmännchen als höchster Repräsentant einer Ork-Frauenorganisation?

Warum denn nicht – denn oben ist unten, rechts ist links und Mohammedanismus ist Frieden!

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Bald ein Muslimen-Verbot in Deutschland?

Zum Artikel „Muslim darf in Schule nicht beten“ (F.A.Z. vom 1. Dezember): Es ist bedauernswert und zugleich angsteinflößend, dass das Bundesverwaltungsgericht sich gegen betende Schüler ausspricht – einen Akt, der friedlich ist und Frieden demonstriert. Selbst wenn das ein Einzelfall ist, muss ich mir als Muslimin ernsthaft überlegen, ob ich wirklich in einem freien und demokratischen Land lebe. Man sehe sich doch nur die massiven Einschränkungen innerhalb und um Deutschland herum an: Kopftuch-Verbot, Minarett-Verbot, Burka-Verbot, geforderte Verbote gegen Moscheen und nun auch ein Gebets-Verbot. Und bald folgt ein Muslimen-Verbot?

In Ihrem Artikel ist die Rede von „staunenden Schülern“. Damit wird eindeutig bewiesen, dass die junge Generation offen für den Islam ist und auch die Möglichkeit hat, mit muslimischen Schülern ernsthaft zu diskutieren. Aber durch diese Entscheidung des Gerichts wird diese Chance genommen, und die Schüler sollen sich mit der überwiegend negativen Berichterstattung in den Medien über den Islam zufriedengeben.

Auch die Gebete dieses jungen Muslims sind ein Teil der ständig verlangten Transparenz seitens der Muslime. Gebete in Hinterhöfen werden nicht geduldet. Jeder hat die Pflicht, zur Integration beizutragen. Integration wäre in diesem Fall, wenn die Schüler eine Räumlichkeit zur Verfügung gestellt bekämen und die Glaubensfreiheit erhalten bleiben würde. Automatisch löst sich der Konflikt. Der heilige Prophet Muhammad hat Christen die Moschee zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Gebete verrichten konnten. Dies ist nicht nur mein Maßstab, sondern auch vieler anderer Muslime und hoffentlich bald auch einiger Gerichte.

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Time am 31. Dezember 2011

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1) http://lajna.de/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/12/05/das-ziel-ist-totale-soziale-kontrolle/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-3-aint-no-fun-waitin-round-to-be-a-millionaire/

Fünf Minuten reichen

30. Dezember 2011

Die evangelische Erlöserkirche (1) in Jerusalem um 1900

Als weihnachtliche Nachlese lege ich Ihnen heute einen Aufsatz des fotogenen Dr. Gil Yaron (2) aus der FAZ vom 24. Dezember vor.

Er befasst sich noch einmal eingehender mit dem in Israel von Liebermans Partei geplanten „Schutz-der-akkustischen-Umwelt-Gesetz“, das die Senkung des Geräuschpegels zum Ziel hat, der von sakralen Orten im allgemeinen und den Moscheekreischern im besonderen ausgeht (3).

Albernerweise bezeichneten Dimmis wie z.B. Sebastian Engelbrecht vom ARD diese menschenfreundliche Idee als „faktische Diskriminierung“ der arabischen Bürger Israels.

Hier in Norddeutschland hat die evangelische Kirche es nicht nötig, Menschen vom Wort Jesu zu überzeugen, indem sie sie nervt und im Schlaf stört. Die Kirchenglocken erklingen regelmäßig nur fünf Minuten am Samstagabend um 17:55 Uhr zum „Einläuten des Sonntags“. Unregelmäßig werden sie bei Beerdigungen oder bei Hochzeiten eingesetzt, aber dort wirken sie weitaus dezenter als beispielsweise die perversen Autokorso-Hupkonzerte, die die Orks veranstalten, wenn sie wieder eine ihrer Töchter verschachert haben.

Manchmal finde ich den Klang der Glocken demgegenüber so schön, dass ich gerne länger zugehört hätte. Und jemanden mit der Totenglocke zu Grabe zu tragen oder mit dem gesamten Geläut in die Ehe zu begleiten, gibt dem Geschehen eher einen würdigen Rahmen, als dass es ein akkustischer Religionskrieg ist. Dieses Läuten für besondere Anlässe und die regelmäßigen fünf Minuten in der Woche halte ich aber für absolut ausreichend, um auf sich aufmerksam zu machen.

Aus diesem Grund hoffe ich, dass sich Bibi Netanjahu doch noch ein Herz fasst und Anastasia Michaeli Samuelson von „Israel Beiteinu“ unterstützt, die den israelischen Bürgern etwas mehr Ruhe verschaffen möchte. Fünf Minuten reichen.

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Lauter Heilige

Seit Jahrhunderten versuchen Juden, Christen und Muslime in Jerusalem den Ton anzugeben. Egal, ob sie dabei Hörner, Glocken oder Lautsprecher einsetzen, sie lassen die anderen Religionen nicht in Ruhe.

Die Details des Einsatzes hatte man tagelang minutiös geplant, jetzt hing es nur noch davon ab, dass der sechzehn Jahre alte Abraham Elkayam nicht im letzten Augenblick Mut und Atem verlor. Er sollte sich durch die Linien misstrauischer britischer Soldaten schmuggeln und vor der Klagemauer zu Jom Kippur, dem höchsten religiösen Feiertag der Juden, nach altem Brauch ins Widderhorn, auf Hebräisch Schofar, blasen. Obwohl das die Briten verboten hatten. Noch immer leuchten die Augen des inzwischen Achtzigjährigen, wenn er von jenem Moment im September 1947 spricht, als er einer Supermacht die Stirn bot.

Die jüdischen Gebete zu Füßen des Tempelbergs und der Al-Aqsa-Moschee, Juden und Muslimen gleichermaßen heilig, waren seit 1928 zum Brennpunkt des brodelnden Konflikts zwischen Palästinensern und Zionisten geworden. Vorher hatten Juden nach der Zahlung eines Bakschisch das Schofar blasen dürfen, aber in der aufgeheizten Stimmung in Palästina der dreißiger Jahre begannen die Araber, jedes Anzeichen jüdischer Präsenz in Jerusalem zu bekämpfen. Anfangs trieben Hirten ihre Esel durch die betende Menge. Später eskalierte der Kampf, als beide Seiten versuchten, den Gegner zu übertönen. Zuerst installierte der Waqf, die muslimische Verwaltung der Moscheen auf dem Tempelberg, einen Muezzin über der Klagemauer. Danach ließ er vor Ort regelmäßig einen „Dhikr“ abhalten – ein muslimisches Ritual, in dessen Rahmen mit Untermalung von Flöten und Trommeln stundenlang die 99 Namen Allahs und Koransuren zitiert werden. Die immer lauter werdenden Gebete heizten die Stimmung zwischen Juden und Muslime so lange an, bis 1929 aus dem Schreiwettbewerb ein handfestes Pogrom wurde, bei dem Hunderte starben.

Die Briten setzten eine Untersuchungskommission ein, um Regeln für das Beten festzulegen: Die Juden erhoben gegen das Dhikr Einspruch „wegen des begleitenden widerlichen Kraches“, schrieb die Kommission und empfahl: „Muslime sollte es verboten werden, die Dhikr-Zeremonie während der jüdischen Gebete auszuführen oder die Juden auf irgendeine andere Weise zu verärgern.“ Juden hingegen „sollte es nicht gestattet sein, das Schofar neben der Klagemauer zu blasen oder jede andere vermeidbare Störung der Muslime vorzunehmen“, so die Kommission. Es sollte zwischen den Parteien herrschen.

Jemanden wie Abraham Elkayam forderte so etwas nur heraus: „Der Ton des Schofars symbolisiert die Erlösung des Volkes Israel“, sagt der Rentner und dass er sich „in meinem Land doch nicht den Mund verbieten lasse“. Als er damals ins Horn blies, und das markerschütternde Gejaule ertönte, trieben die Briten die Betenden mit Schlagstöcken auseinander. Abraham Elkayam wurde verhaftet und abgeführt. Aber das störte den jungen Eiferer nicht. Er hatte Geschichte geschrieben. Er war der letzte Jude, der vor der Eroberung Ostjerusalems durch die Jordanier 1948 an der Klagemauer ins Schofar blies. Bis zum Sechs-Tage-Krieg 1967, als Israel die Altstadt Jerusalems eroberte, verhinderten die Jordanier den alten Brauch vor dem jüdischen Heiligtum.

Heute ertönen muslimische Gebete, christliches Gebimmel und das Geheule von Sabbatsirenen im Heiligen Land, alle versuchen einander zu übertönen. „Die Christen in der Altstadt beschweren sich über den Krach der Moscheen“, sagt Reverend David Pileggi von der Christ Church neben dem Jaffa-Tor in Jerusalem, „es ist unerträglich geworden.“ Vom Dach seiner Kirche blickt er auf die Moschee nebenan, wo vier neue Lautsprecher silbrig in der gleißenden Wintersonne funkeln. Fünf Mal täglich dringt hier der „Adhan“, der Gebetsruf der Muslime, mit solcher Wucht aus der Anlage, dass „man sich selbst kaum denken hört“, so Pileggi. „Die Gebete werden lauter, die Lautsprecher zahlreicher.“

Nicht nur in Jerusalems Altstadt rüsten die Minarette akustisch auf. Glaubt man der Knessetabgeordneten Anastasia Michaeli, dann bedarf der Lärm aus Israels rund 400 Moscheen gesetzlicher Regelung. Sie will die Anwendung von „Lautsprechern auf Gotteshäusern“ verbieten. Dabei möchte das fotogene Mitglied der nationalistischen „Israel Beiteinu“ die Initiative „als eine Frage des Umweltschutzes und der Lebensqualität“ verstanden wissen, nicht als Versuch, Imame mundtot zu machen. Doch das Lautsprecherverbot für Gotteshäuser, das hauptsächlich Moscheen betreffen würde, war Israels Hardliner-Premier Benjamin Netanjahu zu heikel. Er legte es vorerst auf Eis. Es wäre die vorerst letzte Regelung in einem akustischen Glaubenskampf gewesen, der inzwischen fast dreizehn Jahrhunderte währt.

Die erste war der „Pakt von Omar“, der auf das Jahr 717 datiert und Kalif Omar II. zugeschrieben wird. Darin verpflichteten sich die christlichen Untertanen der muslimischen Eroberer „unsere Religion nicht offen zur Schau zu stellen oder Menschen zu ihr zu bekehren.“ Ferner versprachen sie „die Klöppel in unseren Kirchen nur sehr leise zu benutzen. Wir werden unsere Stimmen nicht heben, wenn wir unsere Liebsten zu Grabe tragen. Unsere Häuser werden diejenigen der Muslime nicht überragen.“ Auch wenn der Vertrag wahrscheinlich rückdatiert und nicht von Omar II. verfasst wurde, regelte er doch für Jahrhunderte die akustische Unterlegenheit von Christen und Juden. Spätestens als die Macht von den genussfreudigen Kalifen der Omajjaden auf die frömmelnden Abbasiden überging, mussten die Glocken ganz verstummen. Bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts herrschte rund um die Kirchen des Osmanischen Reiches Stille, weshalb der erste britische Konsul in Jerusalem, James Finn, 1854 noch vermutete, dass „der Klang von Glocken den Einwohnern Jerusalems unbekannt war“.

Historisch gesehen, war das falsch: Die Kreuzfahrer hatten Glocken in der Heiligen Stadt installiert. Im Museum „Studium Biblicum Franciskanum“ in der Jerusalemer Alstadt wacht Direktor Pater Alliata über dreizehn Kreuzfahrerglocken, die zumeist im Libanon gegossen wurden. Ein Exemplar stammt sogar aus China und fand seinen Weg über Nestorianische Kirchen in Persien ins Heilige Land. Der Chroniker Wilhelm von Tyrus berichtet vom Bau eines Glockenturms neben der Grabeskirche, die im Jahr 1022 stark beschädigt worden war. „Im Jahr 1182 empörte sich der Erzbischof über die Kirchen der Johanniter nebenan, die die Grabeskirche überragten und mit ihren Glocken übertönten“, so der Historiker Jürgen Krüger.

Im Jahr 1187 ließ der Eroberer Saladin alle Glocken demontieren, der Turm verstummte erneut. Bis der Krim-Krieg (1853 bis 1856) dem Pakt von Omar das Aus bescherte. Großbritannien und Frankreich verlangten von Sultan Abdülmecid I. einen Preis für ihren Beistand. Die „Kapitulationen“, mit denen sich der russische Zar bereits seit dem achtzehnten Jahrhundert im Osmanischen Reich einmischte, gestanden nun auch ihnen wachsenden Einfluss zu. Fortan ließ der Sultan die Ungläubigen in seinem Reich wieder bimmeln. Konsul James Finn hängte diesen Machtzuwachs der Briten buchstäblich an die große Glocke, die fortan „über dem Eingang zu unserem Gelände“ vor der Christ Church in Jerusalems Altstadt schellte. Wenig später spross ein Glockenturm in die Höhe, „und von da an wurde die Glocke – keine große, aber mit einem guten, vollen Klang – jederzeit für den Gottesdienst geläutet“, schrieb Finn.

Die anderen Großmächte Europas wollten nun auch in Jerusalems Himmel den Ton angeben. Bald wetteiferten sie um den Ruhm des höchsten Kirchturms und des größten Klöppels. Kein Hindernis war zu gewaltig, um die Macht des eigenen Reiches in Jerusalem aller Welt vor Ohren zu führen. Deutschland gewann das Rennen, als 1911 die 6120 kg schwere „Herrenmeisterglocke“ auf dem Ölberg ertönte. Dort überblickt sie seither vom 45 Meter hohen Turm der deutschen Himmelfahrtskirche die Heilige Stadt. Ein gewisser „Baurath Hoffmann“ begleitete das Rieseninstrument auf dem Weg von der Gießerei Franz Schilling in Apolda. In Jaffa per Schiff angekommen und nur 82 Kilometer von Jerusalem entfernt versank das sechsköpfige Gespann mit der Glocke in Schmutz und Sand. „Der Wagen zerbrach und unter unsäglichen Mühen mußte die Glocke auf Schlitten und Rollen nach dem Quai zurückgeschleppt werden“, notierte Hoffmann. Erst nachdem Jaffas Straßen auf eigene Kosten in Stand gebracht worden waren, kam der Herrenmeister nach Jerusalem. „Und was hat die Geschichte gekostet!“ Für den Weg bis nach Jaffa waren es 615,92 Mark, für die kurze Strecke bis zur Baustelle auf dem Ölberg 1476,40 Mark.

Firas Qazaz sind solche Streiche fremd. Der Sprössling einer altehrwürdigen Jerusalemer Patrizierfamilie schreitet täglich zwei Mal von seiner Zwei-Zimmer-Wohnung durch die Gassen der Altstadt zum Haram a-Scharif, dem drittheiligsten Ort des Islams. Dort erklimmt er ein Minarett und schwebt mit seiner Stimme durch orientalische Tonleitern, um Muslime zum Gebet zu rufen. Vor acht Jahren wurde Firas zum jüngsten der vier Muezzins der Al-Aqsa-Moschee erkoren. Die Wahl war leicht, schließlich sei seine Familie „für ihre gute Stimme bekannt und bekleidet diesen Posten seit mehr als 500 Jahren“, sagt der schüchterne 24 Jahre alte Mann stolz.

„Der ,Adhan‘, der Aufruf zum Gebet, ist eine der ältesten Bräuche des Islams“, sagt Dr. Najeh Bkerat, Vorsitzender der Manuskriptabteilung des Waqf der Al-Aqsa, der sein Doktorat über Muezzins schrieb. Laut alten Überlieferungen stellte die wachsende Gemeinde in Medina den Propheten Mohammed vor das Problem, wie er seine Anhänger zum Gebet rufen sollte. Anfangs wurde erwogen, wie die Juden das Schofar zu blasen oder wie die Christen Glocken zu läuten. Andere wollten die Sitte der Zoroaster übernehmen und ein Feuer anzünden. Schließlich überzeugte der Traum Abdallah ibn Saids. Abdallah hatte darin den genauen Wortlaut des heutigen Adhan gehört und trug ihn vor. Doch da er eine fürchterliche Stimme hatte, schlug Mohammed vor, den Text dem Schwarzen Bilal beizubringen, der damit zum ersten Muezzin der Geschichte wurde: „Alle waren von Bilals Stimme verzückt“, zitiert Bkerat islamische Quellen.

Auf die Erfindung des Muezzins folgte die Entwicklung des Minaretts. „Zuerst rief Bilal von einem hohen Stein, dann von einem Baum, später von der Kaaba in Mekka“, sagt Bkerat. In Indien, Anatolien und im Iran hatten die Moscheen bis zum vierzehnten oder fünfzehnten Jahrhundert keine Minarette. Zu einem organischen, integrierten Bestandteil der Moscheen wurde das Minarett erst unter den Mameluken im Mittelalter. Historiker lokalisieren das erste Minarett in Damaskus, wo der Turm eines römischen Tempels umfunktioniert wurde. Doch für Palästinenser ist klar: „Das erste Minarett der Welt wurde in Jerusalem gebaut“, so der tiefgläubige Bkerat. Nach dem Tod Mohammeds soll Bilal vor lauter Trauer aufgehört haben, den Adhan vorzutragen. Erst mit der Eroberung Jerusalems dreizehn Jahre später ließ er seine Stimme wieder vom Felsen auf dem Haram a Scharif erklingen. „Die Freunde Mohammeds waren zu Tränen gerührt“, sagt Bkerat und ist dabei selbst sichtlich bewegt. Danach sollen noch der Omajjadenkalif al Walid bin Abdel Malik, Sohn des Erbauers des Felsendoms, das erste Minarett der Welt gebaut haben.

Diese Überlieferungen hallen in Firas nasaler Stimme wieder, wenn er den Adhan anstimmt. Andächtig schließt er seine Augen und intoniert das Glaubensbekenntnis des Islams, wiegt sich ekstatisch vor und zurück. Seine Nasenflügel beben jedes Mal, wenn er das „M“ in die Länge zieht. Wie alle seine Vorfahren hat Firas seinen Beruf vom Vater erlernt, eine professionelle Gesangsausbildung wie im Westen kennt man in Arabien nicht. Lehrgänge für Muezzins gibt es nur wenige. Firas träumt davon, eines Tages an der Al-AzharUniversität in Kairo einen belegen zu können.

„Die Melodien des Adhan sind von Land zu Land verschieden“, sagt Bkerat, der am liebsten dem neunzig Jahre alten Muezzin in Medina lauscht: „Er stammt aus Buchara und klingt so wunderbar orientalisch“, schwärmt der Gelehrte. Trotz musikalischer Variationen habe sich der Wortlaut des Adhan jedoch „nie verändert und ist auf der ganzen Welt bei allen Muslimen identisch“. Das ist allerdings Wunschdenken. Denn Glockenklang, Schofarton und Adhan zeichnen nicht nur Trennlinien zwischen Religionen, sondern sind auch Ausdruck innerer Machtkämpfe. So fügen Schiiten ihrem Adhan zwei Sätze hinzu: Vor allem ihre Bekundung, dass „Ali der Stellvertreter Allahs!“ sei, bringt Sunniten zur Weißglut.

Auch das große Schisma in Ost- und Westkirche ist hörbar. Die orthodoxe Ostkirche, die lange unter islamischer Herrschaft existierte, passte sich ihrem untergeordneten Status musikalisch an. Statt mit Glockengebimmel ruft sie bis heute ihre Anhänger mit dem leiseren Semantron zum Gebet, einem langen Stab aus Holz oder Eisen, der mit Hilfe eines Hammers einen Gongton erzeugt. Das simple Instrument begann seinen Siegeszug noch im sechsten Jahrhundert, als es die in Ägypten und Palästina üblichen Trompeten ersetzte. Die erinnerten die frühen Christen vielleicht zu sehr an den jüdischen Brauch, den Sabbat mit Trompetenstößen vom Tempelberg anzukündigen. Noch heute finden sich im armenischen Viertel Jerusalems oder in der griechisch-orthodoxen Sektion der Grabeskirche solche Holzbalken oder Eisenstangen, lange Zeit Symbole für die Zweiteilung der Christenheit: Im römisch-katholischen Westen bimmelte man mit Glocken, während der orthodoxe Osten bis zum vierten Kreuzzug im dreizehnten Jahrhundert fast ausschließlich auf Semantra einschlug.

Auch zwischen Israels Juden sind schrille Töne keine Seltenheit. Dass ultraorthodoxe Breslaver mit dröhnenden Bässen durch säkulare Stadtteile fahren und bei jeder roten Ampel wild hüpfend auf den Kreuzungen tanzen, um für ihre Version des Judentums zu werben, gilt dabei noch als geringe akustische Aufdringlichkeit. In gleich mehreren israelischen Städten ringen ultraorthodoxe gegen säkulare Stadtbewohner, die keine Sabbatsirenen mehr hören wollen. Dabei reicht der Brauch, den heiligen Wochentag mit Trompeten oder dem Schofar zu empfangen, Jahrtausende zurück. In der Diaspora wurde der Brauch von Freiwilligen aufrechterhalten. Ihre Kadenzen warnten die Gläubigen vor dem Eintritt des Sabbats und erinnerten Hausfrauen, die Kerzen rechtzeitig anzuzünden.

Umso größer war die Enttäuschung eines gewissen Schmuel Stern, als der ehemalige Militärmusiker in der Armee des Zaren zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in Jaffa an Land ging und feststellen musste, dass in Tel Aviv niemand den Sabbat ankündigt. Stern ergriff die Eigeninitiative und wurde angeblich zum ersten Stadttrompeter Tel Avivs. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte sich dieser Brauch etabliert. Längst genügte eine Trompete nicht, in vielen Stadtteilen tutete man nun freiwillig oder für ein symbolisches Gehalt. Ende der dreißiger Jahre ereilte die Moderne den Sabbat. Von September 1938 an ersetzten in Tel Aviv Luftschutzsirenen die Trompeten. Bis in die fünfziger Jahre war dies der Brauch, doch nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Unabhängigkeitskrieges 1948 erschraken die Menschen, wenn die Sirenen aufheulten. Die Stadtverwaltung stellte deswegen sieben Taxifahrer ein, die hupend den Sabbat ankündigten. Peinlichst achtete sie darauf, dass sie „neue Wagen“ fuhren um „einen guten Eindruck“ zu hinterlassen.

Im Keller von Mosche Bendett in Tel Aviv steht noch immer das Holzschild vom Dach des Taxis, mit dem er freitags durch die Straßen fuhr. Zwanzig Jahre lang überprüfte der heute 84 Jahre alte Mann in seinem Kalender, wann der Sabbat anfängt, schob die mit Ziffern beschriebenen Holztäfelchen ein, um die entsprechende Uhrzeit anzugeben, montierte die Tafel auf seinem Coronado-Straßenkreuzer und fuhr los: „Es war richtig schön“, sagt der in Warschau geborene dekorierte Kriegsheld. Kinder liefen hinter dem Wagen her, manche fuhren auf der Rückbank mit. „Überall, wo ich vorbeifuhr, rannten die Hausmütter auf die Terrassen um sich zu erkundigen, wann sie ihre Sabbatkerzen anzünden müssen.“ Doch der alte Brauch ist zunehmend umstritten. In Jitzchak Rabins Regierung erließ Umweltministerin Ora Namir 1992 eine Richtlinie, die Hupen nur bei Lebensgefahr zuließ. Es war der Beginn eines Kampfes zwischen denjenigen, die den heiligen Krach befürworten, und denjenigen, die am Wochenende einfach nur ihre Ruhe wollen. In vielen Städten gehen Stadtverwaltungen heute mit rechtlichen Mitteln gegen Synagogen, Toraschulen und Privatleute vor, die den Sabbat mit Sirenen begrüßen wollen.

Spätestens 2006 wurden Sirenen und Hupen vielerorts mit hassidischer Musik ersetzt. „Streifenwagen“ religiöser Organisationen beschallen freitagnachmittags ganze Stadtteile mit dem Sabbatlied von Shlomo Alkabez. Aus Angst vor städtischen Beamten organisieren die Fahrer ihre Einsätze im Untergrund. Das soll „die Menschen beruhigen und den Sabbat mit Freude einführen“, sagte Rabbiner Jakob Halperin, Millionär und Eigentümer einer Brillenladenkette, der mehr als 250 Lautsprecher spendete, aus denen im ganzen Land fromme Musik plärrt.

So umstritten der Krach aus Moscheen, Kirchen und Synagogen sein mag – er erzeugt die einmalige Kakophonie des Heiligen Landes. Zwar beklagt sich der muslimische Geistliche über fromme Juden, die absichtlich die Gebete der Muslime stören, und Siedler verklagen Muezzins, die ihre Lautsprecher laut aufdrehen, um sie aus ihrem Land zu vertreiben. Säkulare Juden prozessieren gegen Synagogen, die ihren Ruhetag mit lauten Psalmen vergällen, und Christen ringen darum, wer wann welche Glocke läuten darf. Doch wenn der Adhan von Firas Qazaz von den Bergen Judäas widerhallt, sich mit dem Geläut vom Ölberg und Gesumme betender Juden vor der Klagemauer vermischt, halten selbst Ungläubige manchmal kurz inne und lauschen dem einzigartigen Vielklang Jerusalems.

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Time am 30. Dezember 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Erlöserkirche_(Jerusalem)
2) http://www.info-middle-east.com/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/12/12/zwingt-sie-zur-bescheidenheit/

Reform-Motoren? Vielleicht…

29. Dezember 2011

Ein aufmerksamer Beobachter der arabischen Welt ist Sunnitenfreund Rainer Hermann, der regelmäßig für die FAZ schreibt. In letzter Zeit hat er sich zum Glück mehr und mehr den politischen Bewertungen, die oftmals in dimmihafte Schönredereien ausarteten, enthalten, und sich auf wirtschaftliche Berichte verlegt. Besondere Aufmerksamkeit widmet er dabei den kleinen Staaten auf der arabischen Halbinsel wie den VAE, Oman (1) und Katar (2), die er als Reform-Motoren ansieht.

Damit hat er nicht ganz Unrecht, berichtet Wiki doch z.B. über die katarische Universität:

„… hatte die Universität mit ca. 70 % einen vergleichsweise hohen Frauenanteil.“

Oder: „In Katar besteht die Todesstrafe weiterhin, allerdings wird sie derzeit kaum vollstreckt.“

Die Zukunft wird es zeigen, aber die geschmäcklerische, anbiedernde Schreibweise (z.B. türkische Buchstaben oder „Qatar“ anstelle „Katars“) sollte die FAZ sogleich einstellen.

Lesen Sie zunächst einen Bericht vom 27. Dezember über Oman und anschließend einen aus der heutigen FAZ über Qatar.

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Oman erkauft sich Stabilität durch höhere Sozialausgaben

Das Erdöl ermöglicht den Ausbau des Wohlfahrtsstaats

Unter dem Eindruck der Proteste vom vergangenen Frühjahr hat die omanische Regierung für das kommende Jahr abermals die Schaffung von Arbeitsplätzen angekündigt. Finanzminister Darwisch Ismail al Baluschi sagte im Parlament, die Regierung werde im nächsten Jahr 30.000 Arbeitsplätze für die Hochschulabsolventen von 2012 schaffen, ferner 50.000 Arbeitslätze für arbeitslose junge Omaner. Bereits 2011 hat die Regierung 40.714 neue Arbeitsplätze in staatlichen Einrichtungen bereitgestellt.

Damit steigen die Ausgaben des Staatshaushalts 2012 von 9,1 Milliarden omanischen Rial, was 18 Milliarden Euro entspricht, auf 10 Milliarden Rial. Dem soll eine Zunahme der Einnahmen von 8,1 Milliarden auf 8,8 Milliarden Rial gegenüberstehen. Drei Viertel der Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Öl und Gas, was ein Indiz für die weiter unzureichende Diversifizierung der wirtschaftlichen Basis außerhalb von Öl und Gas ist. Trotz des Budgetdefizits gehört Oman mit einer Staatsverschuldung von 6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zu den Ländern mit der geringsten Verschuldung auf der Welt. Die Aktiva des omanischen Staatsfonds, in den die Überschüsse aus der Öl- und Gasproduktion fließen, werden auf 35 Milliarden Dollar geschätzt.

Zwei Gefahren lauern für die omanische Wirtschaft: ein Rückgang des Ölpreises und die Last der neuen sozialpolitischen Zusagen. Baluschi sagte im Parlament, dem Budget liege ein Ölpreis von 75 Dollar für ein Barrel Rohöl zugrunde. Anfang 2009 war der Preis jedoch auf unter 40 Dollar gefallen. Zum anderen setzt bei den wohlfahrtsstaatlichen Maßnahmen, die Sultan Qabus zur Eindämmung der Proteste im Frühjahr bekanntgegeben hatte, ein Gewöhnungseffekt ein, so dass die Omaner vom kommenden Jahr an auf diesem angehobenen Niveau weitere Wohltaten fordern könnten.

Die Maßnahmen, die Sultan Qabus überwiegend im zweiten Quartal 2011 verkündet hatte, addiert sich auf eine zusätzliche Last des Staatshaushalts von 3,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Sie umfassen neben der Schaffung der mehr als 40 000 neuen Arbeitsplätze vor allem die Anhebung der Löhne, Gehälter und Renten im öffentlichen Dienst (insbesondere in den sicherheitsrelevanten Institutionen), die Einführung von Arbeitslosengeld, eines Mindestlohns und Zuschüssen für Lebensmittel an Arme, die Ausweitung der Stipendien für Studierende sowie Maßnahmen zur Förderung des Sports und von Jugendaktivitäten.

Von den sechs Monarchien im Golfkooperationsrat (GCC) hat zwar nur Bahrain geringere Vorkommen an Öl und Gas als Oman. Mit einer bisher klugen Ausgabenpolitik reichten die Einnahmen dennoch zur Schaffung eines beachtlichen Wohlstands aus. Als Sultan Qabus 1970 den Thron bestieg, lag das Jahreseinkommen je Einwohner bei 343 Dollar. Heute erreicht es nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 19.400 Dollar.

Nach Jahren einer abnehmenden Ölproduktion nimmt die Förderung seit einiger Zeit wieder zu. 2010 stieg sie leicht auf 870.000 Barrel am Tag, 2011 weiter auf 917.000 Barrel. Grund für den Anstieg ist, dass Oman bei der Anwendung der modernen „sekundären Ölfördertechniken“ (EOR), die eine erhöhte Ausbeutung der Ölförderung ermöglichen, zu den Weltmarktführern zählt. Mit den EOR-Techniken soll die Förderung in den kommenden Jahren nochmals um 253.000 Barrel am Tag ausgeweitet werden, erwartet die Fachzeitschrift „Middle East Economic Digest“. Omans Erdölreserven werden auf 5,6 Milliarden Barrel geschätzt, das sind 2 Prozent jener Saudi-Arabiens.

Das zähflüssige und schwefelhaltige, damit teure Erdöl Omans könnte noch 30 Jahre reichen. Im Vordergrund steht gegenwärtig indes der Ausbau der Gasindustrie. Oman produziert jeden Tag 4 Milliarden Kubikfuß Naturgas, das überwiegend in verflüssigter Form nach Japan, Korea und Spanien geliefert wird. Unterdessen reicht die Gasförderung nicht aus, um den wachsenden Bedarf der Kraftwerke, der neuen Anlagen für die Schwerindustrie und der Haushalte zu decken. Die Stromnachfrage wächst jedes Jahr um 8 Prozent, die Bevölkerung um 2 Prozent. In der Schwerindustrie expandiert Oman am Standort Sohar in den Branchen Stahl, Aluminium und Petrochemie. Da die eigene Gasförderung nicht ausreicht, muss Oman Gas aus Qatar importieren.

Anfang 2013 will BP entscheiden, ob es das Gasfeld Khazzan ausbeutet, das sich unter einer Fläche von 2800 Quadratkilometern im Inneren Omans erstreckt. Nachdem BP in die Vorarbeiten bereits 700 Millionen Dollar investiert hat, gilt die Wahrscheinlichkeit für einen Projektbeginn als hoch. Aus dem geologisch schwierigen Feld könnten jeden Tag 1,2 Milliarden Kubikfuß Naturgas gewonnen werden. BP hatte sich gegenüber der omanischen Regierung verpflichtet, in das Projekt, sollte es gestartet werden, 15 Milliarden Dollar zu investieren. Das wäre eine der größten ausländischen Investitionen, die je auf der Arabischen Halbinsel getätigt worden sind.

Der omanische Fünfjahresplan von 2011 bis 2015 sieht ein jährliches Wachstum der Wirtschaft von 6 Prozent vor. 2011 soll das Wachstum knapp 5 Prozent erreichen. Die omanischen Banken sind aus der Finanzkrise ungeschoren davongekommen, und der Tourismus entwickelt sich gut. Voraussetzung für die Fortsetzung dieser Stabilität ist, dass auch in der Privatwirtschaft ausreichend Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Ausbau des Wohlfahrtstaats war dazu nach Einschätzung von Fachleuten ein falsches Signal, mit dem Ausbau der Gasförderung verbessert die Regierung jedoch den Standort Oman.

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Qatar und Shell verwandeln Erdgas in Ölprodukte

Nach Investitionen von 19 Milliarden Dollar
beliefert „Pearl GTL“ nun die Weltmärkte

Der Erfolg widerlegt alle Kritiker. „Pearl GTL“ ist in dem an Erdgas und Superlativen reichen Qatar das größte Energieprojekt, und der Energiekonzern Shell hatte nie zuvor an einem Standort mehr investiert. Das Projekt sprengt alle Dimensionen, und relativ jung ist die Technologie „Gas to Liquids“ (GTL). Bei ihr wird in einem aufwendigen Prozess Erdgas in Erdölprodukte verwandelt, etwa in Diesel und Kerosin. Sie sollen zum Antrieb von Fahrzeugen und Flugzeugen eingesetzt werden. In einem Projekt in Malaysia, das 1993 seine Produktion aufnahm, hatte Shell, das für diese Technologie mehr als 3500 Patente hält, erstmals den kommerziellen Betrieb von GTL gezeigt.

Das Projekt in der qatarischen Industriestadt Ras Laffan stößt in andere Größenordnungen vor. Nirgends ist zuvor eine auch nur annähernd so große GTL-Anlage gebaut worden. Shell investierte in das Projekt rund 19 Milliarden Dollar, und der Ölkonzern trug allein das Risiko. Analysten rechnen heute jedoch damit, dass sich das Projekt bereits in fünf Jahren amortisieren wird. Dann könnte „Pearl GTL“ ein Zehntel zur Förderung des Konzerns beitragen. Am 13. Juni 2011 legte im Hafen von Ras Laffan erstmals ein Tanker auf die Weltmärkte ab, und zum Jahreswechsel ist auch die zweite Phase des Megaprojekts abgeschlossen.

Damit profitieren von dem Projekt beide Seiten. Qatar bekommt Zugang zu modernster Technologie und muss keinen Cent investieren. Shell hingegen muss für das Erdgas nicht bezahlen, und die Produktionskosten liegen mit 6 Dollar für 1 Barrel verarbeitetes Erdöl unter denen von Raffinerien, die Rohöl verarbeiten. Shell kann die Produktionskosten von den Verkaufserlösen abziehen, die Nettoerlöse werden dann zu gleichen Teilen auf die beiden Partner aufgeteilt. Im Jahr 2004 hatten Qatar und Shell dieses Abkommen für die „Entwicklung und Produktionsteilung“ (DPSA) unterschrieben, sieben Jahre später nahm das Projekt die Produktion auf.

In den Jahren dazwischen arbeiteten teilweise 52.000 Arbeiter gleichzeitig auf der Riesenbaustelle. Draußen im Wasser wurden 22 neue Bohrtürme errichtet, die das Gas aus dem „North Field“, das als das größte Gasfeld überhaupt gilt, abzapfen. Zwei neue Gasleitungen von jeweils 60 Kilometer Länge transportieren das Gas auf das Festland nach Ras Laffan. Dort wird es in eine überdimensionale Anlage eingespeist, an deren Bau auch deutsche Unternehmen beteiligt waren. Strabag hatte die Zuschläge für den Hochbau erhalten, und die Linde AG lieferte eine Luftzerlegungsanlage, die in der Stunde 860 000 Kubikmeter Sauerstoff liefert. Nie zuvor war eine größere Luftzerlegungsanlage ausgeschrieben gewesen.

Qatar hatte 2006 eine erste, wenn auch kleine GTL-Anlage in Betrieb genommen, die am Tag 32.400 Barrel Erdölprodukte herstellt. „Pearl GTL“ ist um ein Vielfaches größer als diese „Oryx GTL“. Seine Kapazität liegt bei 140.000 Barrel Erdölprodukten und weiteren 120.000 Barrel Produkten mit höherer Wertschöpfung. Qatar und Shell teilen sich die Vermarktung. Das qatarische Unternehmen Tasweeq verkauft Kondensate, Kerosin und Naphtha, Shell verkauft hingegen, unter anderem, jeden Tag 50.000 Barrel Gasöl, eine Form von Diesel, und kann damit jeden Tag die Tanks von 160.000 Personenwagen füllen. Die amerikanische Aufsichtsbehörde „American Society for Testing and Materials“ hat 2009 eine Mischung von 50 Prozent klassischem Flugzeugtreibstoff und 50 Prozent GTL-Kerosin genehmigt. Seither setzt die qatarische Fluggesellschaft Qatar Airways zunehmend diese Mischung ein. Die Produktion von „Pearl GTL“ reicht bei einer solchen Mischung 50:50 für 500 Millionen Flugkilometer.

Mit der Umwandlung von Erdgas in Ölprodukte treibt Qatar die Diversifizierung seiner Produkte weiter, mit denen das Land seinen Gasreichtum an die Verbraucher zu bringen versucht. Qatar, halb so groß wie Hessen, verfügt über 14 Prozent der Gasvorkommen auf der Welt. Nur Russland und Iran haben größere Reserven. Der Export in Gasform kann nur über teure Leitungen erfolgen, der Export in Form von verflüssigtem Gas (LNG) setzt eine teure Technologie und aufwendige Schiffe voraus. Mit einer Kapazität von 77 Millionen Tonnen LNG im Jahr ist Qatar bereits der größte LNG-Hersteller. Die GTL-Technik ermöglicht Qatar nun, seinen Gasreichtum schneller und flexibler auf die Weltmärkte zu bringen.

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Time am 29. Dezember 2011

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/16/oman-ist-anders-aha/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Katar

Revolution bei „islam.de“

28. Dezember 2011

„islam.de“ (Motto: „Bei uns wird der islam klein geschrieben“) ist der Netzauftritt von Aiman Mazyeks Orkverband „Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.“ (ZMD).

Oben auf dem Titel stand gestern ein Artikel mit der Überschrift „Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) verurteilt die Anschläge auf Kirchen in Nigeria scharf“ (1). Zur Verurteilung der abscheulichen Terrorattentate hatte der KRM, ein Zusammenschluss der vier mohammedanistischen Verbände DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD, zwar drei Tage gebraucht, aber immerhin, die Erkenntnis, zumindest Takija üben zu müssen, ist neu.

„Der KRM ruft alle Juden, Christen und Muslime weltweit zur Solidarität gegen Gewalt, Terror und Unterdrückung auf. ‚Nur durch eine verstärkte und funktionierende Solidarität können wir dem internationalen Terrorismus entgegenwirken’ so Alboga abschließend“, heißt es.

Ist das Kennzeichen des gegenwärtigen und allgegenwärtigen Terrorismus aber nicht eher, dass er von Mohammedanisten ausgeübt wird, denn das er „international“ ist? Und ist es nicht so, dass die Orks durch die Bank die Abwehrmaßnahmen Israels gegen den seit vielen Jahrzehnten gegen das Land ausgeübten Ork-Terrorismus als „Staatsterrorismus“ usw.  verdammen und mit ihnen das Land und das Judentum? Und ist es nicht so, dass der jüdische und christliche Terrorismus nicht existent ist, es sei denn, man erklärt einen Psychopathen wie Breivik, der weder je eine Kirche von innen gesehen hat noch je auch nur eine einzige Bibelseite las, zum Vertreter des Christentums?

Wieder sehen wir, dass die Mohammedanisten zwanghaft lügen müssen. Der Terrorismus, der Orks und Nicht-Orks gleichermaßen bedroht, ist nämlich kein „internationaler“ Terrorismus, ein Terrorismus, dessen Ursachen in allen Ländern und Gesellschaften liegen, er ist ausschließlich ein Problem, welches aus dem Kloran hervorgeht, in dem es beispielsweise heißt:

„Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt…“ (47. Sure, Vers 4; Recl. S. 480)

Der gegenwärtige Terrorismus ist mohammedanistischer Terrorismus, nichts sonst. Die Revolution bei „islam.de“ bestand denn auch nicht in dem einigermaßen verlogenen Haupttext, sondern vielmehr in einer Anzeige, die rechts daneben stand. Diese zeigte in einer Slide-Show einige Frauenkostüme. Und eine der Frauen, Sie glauben es kaum, trug KEINEN Putzlappen um die Haare, nein, sie durfte diese frei zeigen und einen recht tiefen Ausschnitt dazu.

Eine Frau ohne Minderwertigkeitsmarkierung auf „islam.de“, das war in der Tat revolutionär, so revolutionär, dass es tags darauf schon wieder revidiert wurde. Hier das Ergebnis der Konterrevolution:

Immerhin, ein Anfang ist getan!

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Time am 28. Dezember 2011

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1) http://www.islam.de/19480

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UPDATE, 291211, 1:40 Uhr: Teilweise scheint der Dialüg in einen Dialog überzugehen. Die oben dargestellte Revolution wurde erneut in ihr Recht gestellt:

Slideshow mit Frau ohne Minderwertigkeitsmarkierung (s.o.) auf „islam.de“ reaktiviert! Und der Nigeria-Artikel steht auch wieder auf der Titelseite, von der er verschwunden war! Weiter so! Join the party!

Sie können es nicht erwarten

27. Dezember 2011

Können es nicht erwarten, endlich als Drittfrau mit einem 60-Jährigen verheiratet, täglich vergewaltigt und verprügelt zu werden: Indonesische Ork-Mädchen sind sich sicher, moralisch höher zu stehen als Nicht-Orks.

Aus Indonesien berichtete am 24. Dezember in der FAZ Bettina David. Sie referierte dabei auf einen Artikel von Susanne Schröter aus der FAZ vom 21. November zum Thema „mohammedanistischer Feminismus“ (1), in welchem sie eine gewisse Ratlosigkeit angesichts des grassierenden mohammedanistischen Fundamentalismus grade auch unter Frauen bzw. Akademikerinnen bemerkte. Sie fragte sodann, „… warum sich gerade akademisch gebildete Frauen so stark mit einer aus westlich-säkularer Sicht frauendiskriminierenden, aus dem Nahen Osten importierten Interpretation des Islam identifizieren.“

Bettina David lieferte zwar verschiedene interessante Erklärungsansätze, aber der enorme Druck, den einerseits die rückständigen und gewaltbasierten Orkgesellschaften durch die Globalisierung und die Macht des Westens erfahren, wie andererseits der, welcher von Orkgemeinschaft und Orkkommissaren auf die einzelnen Orkindividuen ausgeübt wird, kamen ein wenig zu kurz.

Deshalb war ihre Schlussfolgerung („Dennoch wird sich die indonesische Lebenslust mit ihrer Vorliebe für alles Spielerisch-Humorvolle kaum von rigiden Islaminterpretationen verdrängen lassen.“) trotz guter Beobachtung m. E. unglaubwürdig. Ein Dimmi steckte den Kopf in den Sand und genoss die schöne Aussicht, das war mal wieder typisch.

„Es ist genau diese Eindeutigkeit, die nun auch – darin ganz modern – der neue indonesische Islam fordert… Das Bedürfnis nach Durchsetzung strengerer Normen scheint groß zu sein… Auch gegenüber den Eltern empfinden viele eine tiefe Schuld…“

Als Prognose für Indonesien weise ich auf Somalia oder bestenfalls Pakistan, aber lesen Sie selbst.

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Du bist Muslim, aber lebst du auch als Muslim?

In Indonesien begingen Muslime und Christen bis vor kurzem noch gemeinsam ihre Feiertage. Nun aber dringt ein buchstabengläubiger Islam vor. Mit einer Rückkehr zum Patriarchalischen hat das nichts zu tun. Was aber macht eine rigorose Moral im Land der vielen Religionen so attraktiv?

Noch vor dreißig Jahren rechneten manche Beobachter Indonesiens mit einem Niedergang des dortigen Islam für den Fall, dass der synkretistische Mystizismus Javas als eigene Religion anerkannt werden sollte. Diese Anerkennung ist ausgeblieben, und längst stellt der Mystizismus keine Gefahr mehr für den orthodoxen Islam dar. Indonesien, mit mehr als zweihundert Millionen Sunniten das bevölkerungsreichste muslimische Land, hat sich wider Erwarten als eifriger Schüler des nahöstlichen neoorthodoxen Islam erwiesen.

Anfang der neunziger Jahre war es nicht mehr zu übersehen: Mehr und mehr junge Frauen riskierten den Skandal und brüskierten ihre Umgebung, indem sie sich verschleierten. Anders als in den mediterranen muslimischen Ländern, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts im Zuge von Modernisierungsprojekten eine Zwangsentschleierung erlebten, nahmen Frauen in Indonesien traditionellerweise unverschleiert am öffentlichen Leben teil. Von einer Rückkehr zu einer eigenen Tradition konnte also nicht die Rede sein, das Kopftuch war im Gegenteil das Symptom für etwas Neues. Die Strenggläubigkeit der Töchter galt als Affront gegen Familie, Tradition und Gesellschaft. Zwanzig Jahre später trägt nun auch ein Großteil der damals entsetzten Mütter überzeugt das Kopftuch, betet fünfmal täglich und hält streng den Ramadan ein.

Was ist passiert? Anfangs sprach man in Indonesien noch von der „malaysischen Krankheit“, die auch die eigene Bevölkerung zu erfassen schien. Susanne Schröter hat über die Entwicklung eines Feminismus im malaysischen Islam berichtet. Doch auch aus ihrem Aufsatz spricht eine gewisse Ratlosigkeit angesichts der Frage, warum sich gerade akademisch gebildete Frauen so stark mit einer aus westlich-säkularer Sicht frauendiskriminierenden, aus dem Nahen Osten importierten Interpretation des Islam identifizieren. Worin liegt die Anziehungskraft neoorthodoxer Religionsauslegungen, wenn diese nicht nur gegen ein westlich-liberales Verständnis von individueller Freiheit gerichtet sind, sondern auch gegen eigene, lokale Traditionen?

Im multiethnischen Indonesien ist der Islam zum Inbegriff einer Identität geworden, die an der globalen Moderne teilhat. Gerade ein buchstäbliches Verständnis der Quellen eignet sich für die Ausbildung dieser Identität. Früher überwog ein dogmatischer Pragmatismus, gemeinschaftliche Rituale standen im Mittelpunkt der religiösen Erfahrung. Inwieweit der Einzelne wirklich glaubte, ob er die Symbole des Gemeinschaftsmahles „slametan“ als Ausdruck einer hindu-buddhistischen mystischen Weltsicht deutete, eher islamisch verstand oder nur als Feier guter nachbarschaftlicher Beziehungen sah, stand ihm frei. Es war üblich, dass Christen und Muslime gemeinsam ihre Feiertage begingen, Familien- und Nachbarschaftsbindungen waren wichtiger als religiöse Differenzen.

Das ist heute anders. Die ersten Kopftuchträgerinnen wurden als provozierender Ausdruck eines neuen „Fanatismus“ begriffen, einer kompromisslosen Identität, die die traditionelle Tugend der flexiblen, oft spielerischen Anpassung an die jeweiligen Kontexte zurückwies. Wie der Arabist Thomas Bauer in seinem jüngst erschienenen Buch „Kultur der Ambiguität“ zeigt, war es der Westen, der den Anstoß zu dieser Entwicklung gab. Der Westen, der die Spielregeln für die globale Weltgemeinschaft festlegt, fordert vor allem Eindeutigkeit. Man muss das, was man glaubt und wofür man steht, auch leben, Worte und Taten müssen übereinstimmen – nur so ist man „authentisch“ und „vertrauenswürdig“. Unzweideutige Loyalitäten werden mit Nachdruck eingefordert; das zeigt auch die Islamdebatte in unserem Land.

Es ist genau diese Eindeutigkeit, die nun auch – darin ganz modern – der neue indonesische Islam fordert: Du nennst dich Muslim, aber lebst du auch als Muslim? Indem dieser neue Islam an das Bewusstsein jedes Einzelnen appelliert und die individuelle Verantwortung vor Gott über die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft stellt, wird er zum Träger eines Rationalisierungsschubs. Religion wird erstmals zu einem präzise festgeschriebenen, in sich geschlossenen System, das man sich bewusst aneignet. Im Gegensatz zu liberalen Auslegungen erleichtern gerade rigide Verhaltensanweisungen die körperlich-affektive Identifikation mit dem neuen Selbstideal.

Das Bedürfnis nach Durchsetzung strengerer Normen scheint groß zu sein: Allgegenwärtig ist die Klage über sich schamlos selbst bereichernde Politiker und Beamte; die moralische Panik angesichts einer entfesselten Sexualisierung stützt an der Scharia orientierte Verordnungen wie das Pornographiegesetz von 2008. Die materiellen Errungenschaften und Symbole der westlichen Moderne verleibt man sich geradezu gierig ein.

Die Rolle von Schuldgefühlen in der gegenwärtigen indonesischen Hinwendung zu einem strengeren Islamverständnis ist offensichtlich: Bei Gebeten und Predigten fließen Tränen der Reue und Dankbarkeit, der beliebte Prediger Arifin Ilham veranstaltet regelmäßig Massenveranstaltungen, in denen gemeinsam für den Einzelnen, seine Familie, Freunde und die ganze Nation um Vergebung gebeten wird. Naturkatastrophen wie der Tsunami von 2004 werden schnell als göttliche Bestrafung für eigene Schuld interpretiert. Auch gegenüber den Eltern empfinden viele eine tiefe Schuld, am Ende des Ramadan bitten die Kinder die Eltern rituell um Vergebung – eine im nahöstlichen Islam unbekannte Praxis, bei der auch erwachsene Männer weinen, wenn sie vor der Mutter niederknien. Für uns befremdlich, aber Therapieformen wie der Familienaufstellung durchaus nicht unähnlich.

Auch angesichts der pedantischen Beschäftigung mit Fragen, was erlaubt und was verboten ist, mag man an Freuds Theorie von der Religion als kollektiver Zwangsneurose, die die Bildung einer individuellen Neurose erübrige, denken. Es genügt ein Blick auf Facebook-Statusmeldungen und Fan-Seiten – Indonesien belegt mit mehr als 35 Millionen Facebook-Nutzern Platz zwei nach den Vereinigten Staaten –, um zu erkennen, wie groß das Bedürfnis vieler Menschen nach religiös-moralistischer Ermahnung und einem durch islamische Sprachformeln ermöglichten Ausdruck gegenseitiger Bestätigung und Anteilnahme ist. Der Islam dient hier als eine Art Container für all das, wofür die sonst so überschwänglich angeeignete westliche Moderne keine Sprache anzubieten hat. Die Islamisierung des gesellschaftlichen Lebens stellt sich aus dieser Sicht mithin nicht so sehr als eine Gegenbewegung zur westlichen Moderne dar, sondern ergänzt sie um eine religiös codierte, lokale Ängste und Phantasmen integrierende Dimension.

Damit sind Erfahrungsebenen angesprochen, die in Diskussionen um liberale oder fundamentalistische Koran-Auslegungen meist übersehen werden, obwohl es diese affektiv- irrationalen Aspekte sind, die für Gegenargumente taub machen. Das zeigen auch die fruchtlosen Diskussionen um das Kopftuch: Indonesische Frauen verstehen es, sich durchaus verführerisch zu verschleiern, indonesischer Smalltalk ist für unser Empfinden oft erstaunlich kokett – und da soll das Kopftuch allen Ernstes vor „sündhaftem Begehren“ schützen? Doch es geht wohl nicht nur um die angebliche Angst vor männlicher Triebhaftigkeit, sondern vor allem auch um die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls: das Kopftuch als eine Art zweiter Haut, die ein Gefühl von Kohärenz und Einheit bietet, Symbol der Identifikation mit einem positiven Ideal moderner indonesisch-muslimischer Weiblichkeit.

Gleichwohl ist es gerade diese Idealisierung des Islam zum Inbegriff des absolut Guten, die die gesellschaftlich dringend nötige, realitätsgerechte Auseinandersetzung mit den eigenen Dämonen bisher verhindert. Den fatalen Auswüchsen der ideologisierten Religion – islamistischer Terrorismus und Frauen diskriminierende Scharia-Verordnungen in einigen Regionen Indonesiens, ein enormer Gruppendruck zu konform-frommem Auftreten – steht der frömmigkeitsbegeisterte Mainstream hilf- und sprachlos gegenüber. Zu idealistisch aufgeladen ist die religiöse Sprache, der Islam in seiner neuen Funktion als Statthalter einer Halt gebenden, unantastbaren Wahrheit darf nicht kritisiert werden, gerade weil die Praxis auch weiterhin den Überzeugungen nur selten ganz entspricht.

Dennoch wird sich die indonesische Lebenslust mit ihrer Vorliebe für alles Spielerisch-Humorvolle kaum von rigiden Islaminterpretationen verdrängen lassen. Prediger wie „Uje“ Jeffry Al Bukhori verdanken ihre Popularität auch ihrem mit dem weiblichen Publikum flirtenden Witz. Es bleibt abzuwarten, wie diese Erfahrungsdimensionen langfristig die Gestalt des indonesischen Islam formen werden. Die gegenwärtig vorherrschende Identifikation mit einem Islam, der gehorsame Unterwerfung fordert, ist vielleicht nur die erste Phase der Suche nach einer modernen islamischen Identität Indonesiens in Zeiten der Globalisierung.

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Time am 27. Dezember 2011

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frauen-im-islam-welche-chancen-hat-der-islamische-feminismus-11536377.html

Naziran: Sieg der MoMos

27. Dezember 2011

Vitzliputzli hat es bereits berichtet (1): Die von den Mullas wegen Mordes an ihrem brutalen Ehemann zu zehn Jahren Haft und wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilte Sakine Mohammadi Aschtiani (2) wird eventuell doch nicht gesteinigt sondern „nur“ gehängt, wie am Sonntag bekannt wurde. Ein klarer Sieg der moderaten Mohammedanisten (MoMos), meinte auch Karikaturist Klaus Stuttmann im gestrigen „Tagesspiegel“ (s.o.).

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Time am 27. Dezember 2011

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1) http://vitzliputzlisoma.wordpress.com/2011/12/26/keine-steine-mehr-schariasteinigungsstrafe-wird-in-aufhangen-umgewandelt/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/04/viel-gluck-sakineh/ 

Euer bester Freund ist Israel

26. Dezember 2011

Meine tiefe Sympathie zu Israel und dem Judentum ist bekannt. Meine tiefe Sympathie zu der neuen Republik Südsudan ebenfalls. Beide sind Staaten, die auf ehemals mohammedanistisch kontrolliertem Territorium gegründet wurden, und sie sind daher ein klarer Beweis, dass es keinen Blutsäufer-Gott Alla gibt. Beide müssen bestehen von Todfeinden umgeben. Ich denke, einen besseren Freund als Israel wird Südsudan nicht finden.

Der Landesname sollte m. E. allerdings geändert werden, um jeden Gedanken an eine Wiedervereinigung auszuräumen und Verwechslung mit den Nazislamisten aus dem Norden zu vermeiden.

Lesen Sie einen kurzen Bericht des Außenministeriums des Staates Israel vom 20.12.2011 über den Besuch des südsudanesischen Präsidenten und Christen Salva Kiir, der am liebsten einen schwarzen Stetson-Hut trägt, den ihm George W. Bush einst schenkte (1), in Israel (2).

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Peres und Netanyahu treffen Präsidenten des Südsudan

Präsident Shimon Peres hat am Dienstag in seiner Residenz den Präsidenten des jungen Staates Südsudan, Salva Kiir, getroffen.

Zu Beginn des Treffens erklärte Peres: “Dies ist für mich und den Staat Israel ein bewegender Moment. Die Verbindung zwischen Israel und dem Sudan begann, als Ministerpräsident Levy Eshkol und ich, in meiner damaligen Eigenschaft als stellvertretender Verteidigungsminister, uns in den 1960er Jahren in Paris mit Politikern aus dem südlichen Sudan getroffen haben. Wir haben ihnen Unterstützung in der Landwirtschaft und Infrastruktur angeboten. Israel hat Ihr Land auf allen Gebieten unterstützt und wird das auch weiterhin tun, um es zu stärken und zu entwickeln. Wir wissen, dass Sie mutig und weise gegen alle Hindernisse für die Gründung Ihres Landes gekämpft haben. Für uns ist die Geburt des Südsudan ein Meilenstein in der Geschichte des Nahen Ostens und im Einsatz für Gleichheit, Freiheit, Frieden und gute nachbarschaftliche Beziehungen.”

Präsident Kiir dankte Peres für seinen herzlichen Empfang und unterstrich die historische Bedeutung seines Besuches. “Israel hat das Volk Südsudans immer unterstützt”, so der Präsident. “Ohne Sie gäbe es uns als Land nicht. Sie haben mit uns für die Gründung Südsudans gekämpft, und wir möchten gerne aus Ihrer Erfahrung lernen. Als Nation, die aus dem Staub erstanden ist und kleines Land, das gegen viele große kämpfen musste, haben Sie ein blühendes Land etabliert, das seinen Kindern eine Zukunft und wirtschaftliches Wachstum bietet.”

Kiir betonte das Interesse Südsudans an Kooperationen mit Israel auf den Gebieten der Infrastruktur, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Technologien.

Später wurde Kiir auch von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu in dessem Jerusalemer Amtssitz empfangen.

Netanyahu und Kiir kamen überein, dass sich in Kürze eine israelische Delegation auf den Weg in den Südsudan machen würde, um Möglichkeiten der Unterstützung für das junge Land auszuloten.

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Time am 26. Dezember 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Salva_Kiir
2) http://www.botschaftisrael.de/2011/12/21/peres-und-netanyahu-treffen-prasidenten-des-sudsudan/

Morden erlaubt – darüber reden nicht

26. Dezember 2011

Die FAZ brachte am 24. Dezember zwei lange Artikel über das neue französische Völkermordleugnungsgesetz. Dieses stellt ganz allgemein die Leugnung von Völkermord unter Strafe, aber angesprochen fühlen sich interessanterweise allein die Torks, wie Michael Martens im ersten Beitrag bemerkt.

Da sie, so ihr „heiliges“ Buch Kloran (1), nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht haben, Nicht-Mohammedanisten zu massakrieren (2), und da sie leidenschaftlich gerne lügen, empfinden sie den Bann der Völkermordleugnung zurecht als Angriff auf ihre innersten Werte. „Sarkozy fache ‚den Hass gegen Muslime und Türken an’, fügte Erdogan noch hinzu“, berichtet Karen Krüger im zweiten Beitrag.

Die Faksimile-Sammlung oben habe ich von meinem Freund Tangsir übernommen (3). Er macht auf das Bild oben rechts aufmerksam: „Bildunterschrift oben rechts: ’Tätowierungen auf der Haut einer befreiten armenischen Sklavin zeigen die Namen der früheren türkischen Besitzer’“.

Beachten Sie bitte auch die Linksammlung unten.

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Armenien gegen Algerien

Türkische Vorwürfe gegen Paris

Nichts treibt die Betriebstemperatur der türkischen Politik zuverlässiger in die Höhe als eine Diskussion über das S-Wort. „Soykirim“, zu Deutsch Völkermord, (an den Armeniern im Jahr 1915) habe es nicht gegeben, ist die parteiübergreifend herrschende Lesart in Ankara. Wenn sich ein ausländisches Parlament anmaßt, Erinnerungspolitik zu betreiben und „die Ereignisse von 1915“, wie sie in der Türkei euphemistisch genannt werden, als Genozid zu definieren oder gar eine verharmlosende Interpretation des Geschehens unter Strafe zu stellen, läuft die staatliche Empörungsmaschinerie heiß.

Das geschieht inzwischen mit einer gewissen Routine. Als im März vergangenen Jahres der schwedische Reichstag mit einer Stimme Mehrheit eine Resolution annahm, die den Massenmord an den Armeniern im Osmanischen Reich als Genozid einstufte, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan einen geplanten Besuch in Stockholm ab und ließ die türkische Botschafterin in Schweden zu Konsultationen nach Ankara beordern. Nachdem nun die französische Nationalversammlung einen Gesetzentwurf billigte, der das Leugnen von Völkermorden unter Strafe stellen soll, kam es ähnlich.

Von allen potentiellen Völkermördern fühlte sich allein die Türkei angesprochen. Einen Besuch in Paris konnte Erdogan zwar nicht absagen, da keiner geplant war. Aber das Außenministerium beorderte umgehend den türkischen Botschafter zu Konsultationen nach Ankara, und Erdogan beschuldigte Frankreich des Rassismus und der Islamfeindlichkeit. Bei einem Treffen der Organisation der Islamischen Zusammenarbeit sagte er am Freitag in Istanbul, Frankreich solle sich lieber mit den Massakern im Algerien-Krieg befassen, und riet dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, seinen Vater danach zu fragen, der in Algerien im Einsatz gewesen sei. Zuvor hatte Erdogan angekündigt, die Türkei werde ihre politische, wirtschaftliche und militärische Kooperation mit Frankreich einstellen, auch gemeinsame Manöver seien abgesagt worden.

Die Erfahrung zeigt indes, dass sich für Staaten, die ein „Genozid-Gesetz“ annehmen, in der Praxis wenig in den Beziehungen zur Türkei ändert. Das dürfte auch für Frankreich gelten, einen wichtigen Handelspartner der Türkei. Erdogans in ihrer Wirtschaftspolitik neoliberal geprägte Regierungspartei AKP meidet Schritte, die das eindrucksvolle Wirtschaftwachstum des Landes gefährden könnten. Diesem Wachstum verdankt sie ihre Wahlerfolge nämlich mindestens so sehr wie ihrem Ruf als im Islam verwurzelte Partei.

Die türkische Haltung lautet, die Bewertung der Ereignisse von 1915 sei Historikern zu überlassen. Kritiker bemängeln, dass Ankara jedoch nichts unternehme, um eine solche Debatte zu fördern. Erdogan hatte sich zwar im vergangenen Monat im Namen des Staates für die Massaker an fast 14 000 vornehmlich alevitischen Kurden in der türkischen Provinz Dersim zwischen 1936 und 1939 entschuldigt, jedoch sinngemäß darauf hingewiesen, dass für dieses Verbrechen eigentlich der Kemalismus und damit die in dessen Tradition stehende oppositionelle Republikanische Volkspartei verantwortlich sei.

Ein regierungskritischer Kommentator merkte dazu an, die Darstellung, es sei 1915 ein Völkermord an den Armeniern begangen worden, hätte mit Sicherheit längst die Unterstützung der AKP, wenn die Kemalisten dafür verantwortlich zu machen wären. Das Verbrechen habe jedoch einen „osmanischen Anstrich“, weshalb die „Neo-Osmanen“ sich damit nicht in gleicher Offenheit auseinandersetzten wie mit Massakern aus späteren Zeiten.

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Armenier? Algerien!

Das französische Gesetz und der türkische Reflex

Ankara sieht rot. Ankara mag es nämlich gar nicht, wenn westliche Parlamente Themen verhandeln, die innertürkische Fragen berühren. Geradezu außer sich aber ist die Regierung Erdogan, wenn dabei politisches Fehlverhalten angeprangert wird – und sei es auch nur indirekt. Anstatt den Angriff mit klugen Argumenten zu parieren, oder wenigstens merkelhaft auszusitzen, zeigen türkische Politiker lieber mit dem Finger auf das vermeintlich böse Gegenüber. Sie werfen diesem gleiches Fehlverhalten vor und stellen die ganze Sache in einen größeren Zusammenhang.

Man fühlt sich zurückversetzt, ist plötzlich wieder mittendrin in einer Schulhofzankerei, nur dass es bei dem größeren Zusammenhang nicht etwa um Lächerlichkeiten wie die Sitzordnung im Bus, sondern wahlweise um imperialistische Verschwörungstheorien oder um den angeblichen Machtkampf Christen versus Muslime geht. Man kann sagen, es ist schon fast ein türkischer Reflex.

Einen Tag nach der Abstimmung im französischen Parlament über das Gesetz, das unter anderem die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt, hat sich der türkische Ministerpräsident im Fernsehen an sein Volk gewandt. Mit dabei hatte er zwei verbale Keulen: Frankreich habe sich selbst eines Völkermordes schuldig gemacht, nämlich in Algerien. Dort habe das Land von 1954 bis 1962 fast fünfzehn Prozent der Bevölkerung massakriert: „Das ist Genozid“, sagte Erdogan, und wenn Sarkozy das nicht wisse, dann könne er ja seinen Vater fragen, der damals in Algerien diente. Nicolas Sarkozy fache „den Hass gegen Muslime und Türken an“, fügte Erdogan noch hinzu. Da war er wieder, der Reflex.

Vor ihm hatten am selben Tag einige türkische Kolumnisten gewarnt. Die Türkei sei nur deshalb in der jetzigen Situation, weil sie bei ähnlichen Gesetzesinitiativen bisher zwar immer sehr viel Lärm geschlagen habe, danach aber wieder in die Passivität versunken sei, schreibt etwa Mehemt Ali Birand in der „Hürriyet“: „Die Türkei ist unfähig, ihre eigene Vergangenheit zu hinterfragen und mit Fakten gegen den Vorwurf des Völkermords vorzugehen.“ Der „Ihr-habt-selbst-Dreck-am-Stecken-Diskurs“ sei der falsche Ansatz, genauso falsch seien die Sanktionsdrohungen: „Das schadet nur. Das macht keinem Angst.“ Die Türkei solle lieber ihre Geschichte aufarbeiten, nur so sei eine gesunde Konfrontation möglich.

Ähnlich argumentiert auch Suat Kiniklioglu von „Today’s Zaman“. Als moderner Bürger der Türkischen Republik sei man es sich selbst schuldig, verstehen zu wollen, was 1915 tatsächlich passiert ist. „Bevor wir französische Parlamentarier anpöbeln – was im Sinne der freien Meinungsäußerung durchaus rechtens wäre –, sollten wir erst mal die angemessene Sensibilität zeigen, wenn über diesen Teil der Vergangenheit gesprochen wird“, schreibt er.

Kiniklioglu verweist auf ein schwerwiegendes grundsätzliches Problem der türkischen Gesellschaft: Die Massaker an den Armeniern werden in der Türkei nur von einer Handvoll Istanbuler Intellektueller diskutiert. Die übrige Bevölkerung werde nur dann daran erinnert, wenn wie in diesen Tagen die Regierung – und deshalb auch die Medien – das Ereignis zum Thema machten. Der türkischen Berichterstattung fehle es jedoch in einem Maße an Kultiviertheit und menschlichen Anstand, dass jeder Bürger davon beunruhigt sein müsste. Fast schien es so, als habe der Kolumnist seinen Artikel unter dem Eindruck einer jener türkischen Fernsehsendungen verfasst, die seit dem französischen Parlamentsbeschluss in Endlosschleife alte Filmaufnahmen von Massakern in Algerien zeigen.

Tatsächlich haben sich in dieser Woche viele türkische Medien geradezu darin überboten, in harschen Worten die französische Gesetzesinitiative als Verletzung der Meinungsfreiheit zu kritisieren oder dem Parlament in Paris vorzuwerfen, es messe mit zweierlei Maß: „Wenn es darum geht, über Greueltaten zu sprechen, was ist dann mit all den Muslimen, die auf dem Balkan abgeschlachtet worden sind? Handelt es sich nicht auch um ein Verbrechen, wenn die Opfer Muslime sind und die Mörder von Europa beschützt werden? Ist das der Grund, warum Frankreich sich nicht an seine Tötungen in Algerien und Ruanda erinnern will?“ So fragte etwa Ahmet Taschgetiren von der Zeitung „Bugün“.

Auch Orhan Dink, der Bruder des im Jahr 2007 ermordeten armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink, der sein Engagement für eine offene Diskussion über die Ereignisse von 1915 mit dem Leben bezahlt hatte, meldete sich zu Wort. Er sieht die Türkei gleichfalls in der Bringschuld: „Nicht andere Staaten, sondern das türkische Parlament sollte die Tragödie unserer Vorfahren diskutieren. Solange das türkische Volk die Armenier nicht mit offenen Armen empfängt, werden die Armenier ein Instrument der Politik bleiben“, sagte er in einem Interview der Zeitung „Hürriyet“. Das waren die beiden zutreffendsten Sätze, die in dieser Woche in der Türkei zu diesem Thema veröffentlicht worden sind.

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Time am 26. Dezember 2011

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-5-krieg/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/kloran-6-abtrunnige-unglaubige-widersacher-sunder/
3) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/12/23/extra-fur-volkermordleugner-und-alle-torke-xar/

Weitere Links:

- http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/23/die-armenier-demaskieren-den-wolf/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/03/aghet-ein-volkermord/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/15/der-teilirian-prozess/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/14/phonix-armenien-flieg/
- http://www.armeniapedia.org/index.php?title=Armenian_Genocide_Photos

Niemals Teil Deutschlands

25. Dezember 2011

Der Norden Nigerias wird von Mohammedanisten dominiert. Das reicht ihnen nicht. Sie wollen ganz Nigeria und in langfristiger Perspektive die ganze Welt. Gestern haben sie an mehreren Orten in Nigeria Bombenanschläge gegen Kirchen verübt und Dutzende von Christen abgeschlachtet (1). Man kann mit Mazyek und Idris sagen, der Mohammedanismus sei in Nigeria angekommen, oder man kann mit den Worten unseres Noch-Bundespräsidenten sagen, er sei ein Teil Nigerias. Die Christen werden es allerdings bald nicht mehr sein.

N-TV schätzt den dubiosen Dimmi Wulff sehr und berichtet unter der Überschrift „Wulff soll bleiben“ von einer Emnid-Umfrage (2), laut derer die Mehrheit der Deutschen noch Vertrauen zu ihm hat. Nun, die Mehrheit besteht aus 51% der Befragten, wohingegen er 48% gegen sich hat, eine recht knappe Mehrheit.

FAZ.net hat auch eine Umfrage gestartet, sie steht ganz oben auf der Webseite (3), und Sie sollten daran teilnehmen. Um 18:00 Uhr sah das Ergebnis dort sehr anders aus als das von N-TV: 29% für ihn, 15% mit starken Vorbehalten und 56% mit ganz eindeutiger Rücktrittsforderung.

Im letztgenannten Kontingent befindet sich auch meine Stimme,  aber nicht hauptsächlich, weil ich dem Staatsoberhaupt Korruption vorwerfe, sondern weil sein Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ m.E. ein furchtbar dummer und demagogischer Satz ist, den man gleichsetzen kann mit dem Satz „Faschismus, Kannibalismus und Kindesmissbrauch gehören zu Deutschland“. Ich schließe mich den Worten meines Freundes Tangsir an, der schrieb: „Der Muslim-Präsident Christian Wulff muss abtreten“ (4).

Der Mohammedanismus aber darf niemals auch nur ein winziger Teil meines geliebten Heimatlandes werden!

Niemals!

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Time am 25. Dezember 2011

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1) http://www.n-tv.de/politik/Islamisten-attackieren-Kirche-article5078536.html
2) http://www.n-tv.de/politik/Wulff-soll-bleiben-article5076246.html
3) http://www.faz.net/uebersichten/alle-umfragen/
4) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/12/19/der-muslim-prasident-christian-wulff-muss-abtreten/

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Update 26. 12. 2011, 21:00 Uhr: 34.316 Stimmen FAZ-Umfrage, Prozentsätze unverändert: Go Wulffie, go! 


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