In Ägypten haben die Orkbrüder die „Wahlen“ (1), zu denen ausländische Beobachter nicht zugelassen waren, gewonnen. Wiki schreibt über ihren Gründer (2):
„1938 erschien Al-Bannas Werk ‘Die Todesindustrie’, in welchem die Abwendung vom Leben radikalisiert und die Verherrlichung des Märtyrertums entfaltet wird: ‘Derjenigen Nation, welche die Industrie des Todes perfektioniert und die weiß, wie man edel stirbt, gibt Gott ein stolzes Leben auf dieser Welt und ewige Gunst in dem Leben, das noch kommt. Die Illusion, die uns gedemütigt hatte, besteht in nichts anderem als der Liebe zum weltzugewandten Leben und dem Hass auf den Tod.’“
Die Brüder werden vermutlich mit den Salafisten koalieren, die noch radikaler sein sollen. In Gaza gibt es auch Orkbrüder. Sie heißen dort Hamas, sind eine Terrorgruppe und haben ein faschistisches Regime errichtet (3).
Die ägyptischen Orkbrüder sind angeblich ganz harmlos, so will uns Rainer Hermann in der heutigen FAZ weismachen. Offenbar hat er noch nicht von jenem ominösen Schriftstück „The Project“ gehört, das 1982 verfasst und 2001 bei einer Razzia in der Villa des Orkbruder-Bankers Youssef Nada in Campione/Schweiz beschlagnahmt wurde (4). Der Schweizer Journalist Sylvain Besson veröffentlichte es 2005 in seinem Buch „La conquête de l’Occident: Le projet secret des Islamistes (Die Eroberung des Westens: Das Geheimprojekt der Islamisten)“ in Frankreich. Darin (5) wird die Vorgehensweise u.a. so (Helmut Zott bei Michael Mannheimer) beschrieben (6):
„Infiltration und allmähliche Übernahme bereits bestehender muslimischer Verbände und deren Ausrichtung nach den Zielen und Plänen der Muslimbruderschaft. Netzwerkbildung und abgestimmte Aktionen zwischen verschiedenen islamischen Organisationen. Vermeidung offener Allianzen mit bekannten Terrorgruppen und einzelnen Islamisten, um in der Öffentlichkeit den Anschein zu erwecken, eine moderate Haltung einzunehmen. Anwendung von Täuschung und Lüge, um die beabsichtigten langfristigen Ziele zu verschleiern, sofern es sich mit den Gesetzen der Scharia vereinbaren lässt. Aufbau einer intellektuellen islamischen Gemeinde mit Think Tanks und Anwaltszirkeln. Aufbau eines sozialen Netzwerks mit Schulen, karitativen Einrichtungen und Krankenhäusern, die alle den Idealen der Muslimbruderschaft verpflichtet sind, um auf allen Ebenen für Kontakte Gleichgesinnter zu sorgen. Unterstützung von Djihad-Bewegungen überall in der Welt: mit Gebeten, Propaganda, Personal, Geld, Technik und Logistik. Erhebung der Frage der Zukunft der Palästinenser zur Zukunftsfrage für alle Muslime. Schüren des Hasses von Muslimen gegenüber Juden und Zurückweisung jedweden Versuches, gemeinsam friedlich mit Juden leben zu können. Suche nach Geldquellen, um den Djihad überall in der Welt finanziell unterstützen zu können.“
Helmut weiter:
„Die Aktivitäten der sunnitischen Muslimbruderschaft sind mit dem 50-Jahresplan der iranischen Führung im Einklang, der Ende der 90er Jahre bekannt gegeben wurde. Laut eines iranischen Dokuments besteht der Plan darin, die Islamische Revolution durch Predigten, die Ermunterung schiitischer Emigration, den Immobilienerwerb, den Aufbau politischer Organisationen, die Infiltrierung der lokalen politischen Apparate und die Übernahme verschiedener Parlamente und Schaltzentralen politischer Macht in die Nachbarstaaten und darüber hinaus zu exportieren (Jonathan D. Halevi und Ashley Perry: ‚Die globale Reichweite der Hisbollah’).“
Das „Projekt“ mag vielleicht eine Fälschung sein, aber es bildet die Realität gut ab. Neben den Salafisten ist es für die Brüder ein Leichtes, als moderat zu erscheinen, tatsächlich aber waren sie von Anfang an eine antijüdische, rassistische, faschistische Organisation (7). Klar, dass sie jetzt auf moderat machen, da sie auf die amerikanischen Hilfen und die europäischen Touristen nicht verzichten können.
Aber schauen Sie sich mal die Stirn des Herrn Generalsekretärs der Organisation an, den Rainer Hermann heute portraitiert. Die Schorfstelle stammt vom intensiven Kopf-in-den-Gebetsteppich-stecken (8). Sie macht seine enge Verbindung zur Ideologie des perversen Klo H. Metzel besonders deutlich. Saad al Katatni ist zeit seines 60jährigen Lebens mit diesem ekelhaften Schwachsinn indoktriniert worden. Was ist da wohl wahrscheinlicher? Dass er, der an der Spitze der Organisation steht, seine Ansichten auf einmal geändert hat, oder dass er lügt, so wie es das „Projekt“ vorgibt?
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Ausdauernd
Es war eine Genugtuung für Saad al Katatni. In der ersten Legislaturperiode des ersten frei gewählten ägyptischen Parlaments nimmt er dort Platz, wo über Jahrzehnte Fathi Sorur, eine der Säulen des Regimes Mubarak, die angebliche Volksversammlung geleitet hatte. Sorur sitzt heute im Gefängnis. Er hatte im November 2010 zu denen gehört, die verhindert hatten, dass die Muslimbrüder mit mehr als nur einer Handvoll Abgeordneten ins Parlament einzogen. Wer gewählt wurde, hatte das seinen Beziehungen zum Staatsapparat zu verdanken und musste mit Loyalität zurückzahlen. Bei der ersten freien Wahl erhielten die Muslimbrüder aber 47 Prozent der Mandate und damit das Recht, den Präsidenten des Parlaments zu stellen.
Dazu nominierte die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, der politische Arm der Bruderschaft, den Botaniker Saad al Katatni. Als Generalsekretär der Partei hatte er großen Anteil am Wahlsieg. In den vergangenen Jahren hatte er zu dem Kreis der Muslimbrüder gehört, die Kontakte zu säkularen Oppositionellen unterhalten hatten. Nicht unerwartet war daher, dass er mit 399 der anwesenden 496 Abgeordneten gewählt wurde, also von 80 Prozent. Vorher hatten die Muslimbrüder um Unterstützung bei anderen Parteien geworben. Die Brüder und die konservativen Salafisten haben 369 Sitze.
Dieses Parlament werde niemanden ausschließen und die Revolution werde weitergehen, versprach der neu gewählte Präsident. Er bedauerte, dass sich der Oppositionspolitiker Muhammad El Baradei als Präsidentschaftskandidat zurückgezogen hat. Im Juni 2011 hatten sich beide getroffen und eine Zusammenarbeit vereinbart, um eine neue Verfassung zu schaffen und Reformen auf den Weg zu bringen. Er hätte sich von El Baradei mehr Ausdauer gewünscht, sagte Katatni nun. Er hatte diese Ausdauer über Jahrzehnte selbst demonstriert. Am 4. April 1952 wurde er in der oberägyptischen Provinz Sohag geboren. Wiederholt wurde er als politischer Dissident verhaftet, zuletzt am 27. Januar 2011, zwei Tage nach dem Beginn des Aufstands gegen Mubarak. Wenige Tage später konnten er und die anderen Inhaftierten aus dem Gefängnis im Wadi Natrun fliehen. Nahezu ein Jahr später wurde er zum Parlamentspräsidenten gewählt.
Im Frühjahr 2011 hatten die Muslimbrüder ihre Partei für Freiheit und Gerechtigkeit gegründet und Katatni am 30. April zum Generalsekretär gewählt. Damit ist Katatni nun Berufspolitiker. 1984 war er an der Universität Minya im Fach Biologie promoviert worden, an derselben Universität lehrte er von 1994 an Mikrobiologie. 2005 wurde er als Unabhängiger ins Parlament gewählt, konnte jedoch bei der massiv gefälschten Wahl von 2010 sein Mandat nicht halten. Zwischenzeitlich war er 2008 ins Führungsbüro der Muslimbruderschaft aufgestiegen. Immer wieder hatte er betont, dass deren Partei keine religiöse Partei sei, sondern eine säkulare, die einen modernen und demokratischen Staat mit einem „islamischen Referenzrahmen“ schaffen wolle. Stabile demokratische Institutionen müssten dafür geschaffen werden. Nun hat er die Chance, das im neuen Amt zu zeigen.
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Time am 27. Januar 2012
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1) http://de.danielpipes.org/10555/wahlfaelschung-aegypten
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbrüder
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas
4) http://archive.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=4476
5) http://archive.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=4475
6) http://michael-mannheimer.info/2011/10/29/gibt-es-moderate-muslime-gibt-es-eine-moderaten-islam/#comment-3624
7) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/nazislamisten/
8- http://de.wikipedia.org/wiki/Gebetsfleck
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PS: Lesen Sie hierzu auch
http://koptisch.wordpress.com/2012/01/26/bartiges-parlament-agyptens-amen-anstatt-ja/
Tags: Al-Banna, Ashley Perry, Fathi Sorur, Helmut Zott, Jonathan D. Halevi, Michael Mannheimer, Muhammad El Baradei, Rainer Hermann, Saad al Katatni, Sylvain Besson, Youssef Nada

28. Januar 2012 um 14:41
“Die Brüder werden vermutlich mit den Salafisten koalieren, die noch radikaler sein sollen.”
Das ist keineswegs das wahrscheinlichste! Im Moment sieht es so aus, als wollten die Muslimbrüder am liebsten eine Koalition mit der Wafd-Partei. Dadurch würden sie die größte säkulare Kraft an sich binden und somit neutralisieren.
Zum anderen könnten sie sich weiterhin als “gemäßigte Kraft” darstellen, während sie insgeheim mit den Salafisten an einem Umbau in Richtung Scharia-Staat arbeiten.
Außerdem könnten sie so weiterhin mit der Unterstützung und vor allem dem Geld aus dem Westen rechnen.
Sollte die Politik der Muslimbrüder nicht zur Zufriedenheit der Bevölkerung führen, stehen die Salafisten ja als Alternative in den Startlöchern.
Islamisten sind keineswegs dumm, ganz im Gegenteil, sie sind ziemlich gerissen.
Ganz wichtig ist sowohl für die Muslimbrüder als auch für die Salafisten das auf Mohammed zurückgehende tadarrudsch-Prinzip, das eine stufenweise Einführung der Scharia vorsieht. Tadarrudsch kommt von “daradscha”, zu deutsch Stufe.
Beide wissen, dass man die Bevölkerung langsam, Schritt für Schritt in Richtung Scharia-Staat führen muss, damit es keinen größeren Widerstand gibt.