Billiger UND sauberer – für uns

 

Eine der großartigsten Neuerungen westlicher Waffentechnik ist die Vervollkommnung der Kampfdrohne, die von den USA massiv eingesetzt wird, seitdem Obama Präsident ist. Manuela Lenzen stellte in der heutigen FAZ einen Sammelband von Hans-Arthur Marsike („Kriegsmaschinen – Roboter im Militäreinsatz“, Heinz Heise Vlg., Hannover 2012, 1) zum Thema vor.

Erstaunlich ist dabei der vorherrschende pessimistische Ton. „Die extrem beschleunigte Kriegsführung ohne Front und Rückzugsgebiete führe zu mehr statt weniger Opfern“, heißt es, oder: „Kampfroboter machen Kriege nicht sauberer, aber sie machen sie für ihre Besitzer billiger und ungefährlicher.“

Ja und? Wir besitzen sie, wir setzen sie ein, sie sind billiger und ungefährlicher – für uns. Welchen Anspruch kann man sonst an Kriegsgerät stellen? Etwa den, dass es dem Feind nützt? Völlig unglaubwürdig ist folgende Passage:

„In Nordwasiristan brummen die Drohnen permanent durch den Himmel. Die Dorfbewohner geben ihr weniges Geld für Schlafmittel aus, um die Nacht zu überstehen, und für Antidepressiva, um durch den Tag zu kommen, zitiert Weber einen der wenigen aktuellen Berichte aus dem Kriegsgebiet.“

Im Zentrum der globalen Heroinproduktion verarmen die Opiumbauern, weil sie ihr Geld für Schlafmittel und Psychopharmaka ausgeben müssen? Man lese und staune!

Nein, nein, in Bezug auf die Drohnen ist jedes Lamento und Gerede von mangelnder „Verantwortung“ fehl am Platz. Diese Waffen geben uns die Möglichkeit, die sich stetig vermehrenden mohammedanistischen Mörderbanden auf Trab und klein zu halten. Wie schrieb doch Winston Churchill treffend im „River War“ (Erste Ausgabe, Band II, Seite 248-250, Longman’s, Green & Company, 1899, 2), und ich erlaube mir den Hinweis, dass er diesen Unglauben „Mohammedanismus“ („Mohammedanism“) nennt (3):

„Wie furchtbar sind die Flüche, die der Mohammedanismus seinen Verehrern auferlegt. Neben der fanatischen Besessenheit, die für einen Menschen so gefährlich ist wie Wasserscheuheit für einen Hund, ist da diese beängstigend-fatalistische Gleichgültigkeit.

Die Auswirkungen sind in vielen Ländern offensichtlich, leichtsinnige Gewohnheiten, schlampige Ackerbaumethoden, träger Handel und Unsicherheit des Eigentums herrschen überall da, wo die Nachfolger des Propheten regieren oder leben.

Eine abgestumpfte Sinnlichkeit beraubt dieses Leben seiner Würde und Verbesserung, das nächste seiner Ehre und Heiligkeit. Die Tatsache, dass nach mohammedanischem Gesetz jede Frau einem Mann als sein absoluter Besitz gehören muss, sei es als Kind, als Ehefrau oder als Geliebte, schiebt die endgültige Ausrottung der Sklaverei zwingend hinaus, bis der islamische Glaube aufgehört hat, eine wichtige Macht innerhalb der Menschheit zu sein.

Einzelne Muslime mögen großartige Qualitäten aufweisen, aber der Einfluss der Religion lähmt die gesellschaftliche Entwicklung derer, die ihr nachfolgen.

Es gibt keine stärker rückschrittliche Kraft auf der Welt. Weit entfernt davon, dem Tod geweiht zu sein, ist der Mohammedanismus ein militanter und bekehrerischer Glaube. Er hat bereits in Zentralafrika gestreut, zieht bei jedem Schritt furchtlose Krieger heran, und wäre nicht das Christentum in den starken Armen der Wissenschaft geborgen, der Wissenschaft, gegen die er vergeblich gekämpft hat, würde die Zivilisation des modernen Europas vielleicht fallen, so wie die Zivilisation des antiken Roms gefallen ist.

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Drohnen kennen weder Hass noch Rache

Sie machen Kriege nicht sauberer, nur billiger: Ein Sammelband über Roboter als Kriegsmaschinen – und ihre Entwicklung in rechtlichen Grauzonen

Im Jahr 1977 plante die RAF angeblich ein Attentat auf Franz Josef Strauß: Ein Modellflugzeug sollte Sprengstoff in seine Münchener Wohnung transportieren. Der Plan wurde nie ausgeführt. Heute ist die unbemannte Kampfdrohne eine der wichtigsten Waffen des amerikanischen Militärs und der erste Kriegsroboter, der in großem Stil zum Einsatz kommt. Seit 2009 bildet die amerikanische Airforce mehr Piloten für unbemannte Systeme aus als für Kampfjets und Bomber. Fünfundsechzig Länder benutzen Militärroboter oder sind dabei, sich welche zu beschaffen. Dennoch sind die Geräte kaum in der Diskussion. Die Verantwortlichen schweigen, weil man über neues Kriegsgerät nicht redet. Und die zivilen Roboterforscher schweigen, weil sie befürchten, die Robotik könne insgesamt in Verruf geraten.

Ein vielseitiger und spannender Sammelband untersucht nun das Thema mit unterschiedlichen Textgattungen – von Abhandlungen über Interviews bis zu Kurzgeschichten. Zwanzig bis dreißig Jahre, länger wird es nach Schätzung amerikanischer Militärs nicht dauern, bis die Drohnen selbständig Missionen planen, Angriffsziele wählen und Entscheidungen treffen können. Wir sind dabei, die künstliche Intelligenz zu bewaffnen, so Herausgeber Hans-Arthur Marsiske. Doch diese Entscheidung greife zu tief in das Leben aller Menschen ein, als dass sie wenigen Eingeweihten überlassen bleiben dürfe. Denn Roboter kennen nur ihren Auftrag, auf die Welt nehmen sie keine Rücksicht, weil sie für sie nicht existiert, erklärt Rafael Capurro. Die neue Technologie soll die Kriege sauberer machen, präziser. Jutta Weber konstatiert das Gegenteil: Die extrem beschleunigte Kriegsführung ohne Front und Rückzugsgebiete führe zu mehr statt weniger Opfern, obwohl die Piloten, die die Drohnen fernsteuern, das Schlachtfeld besser überschauen können als jemals Soldaten vor ihnen. Offiziell werden die Opfer der 248 Drohnen-Angriffe, die allein in der Regierungszeit Barack Obamas geflogen wurden (Stand Oktober 2011), nicht gezählt. Die unterschiedlichen Quellen, die Weber in ihrem Beitrag zitiert, schätzen sie auf mehr als zweitausend, eine große Zahl davon Zivilisten oder „unwichtige Militante“.

In Nordwasiristan brummen die Drohnen permanent durch den Himmel. Die Dorfbewohner geben ihr weniges Geld für Schlafmittel aus, um die Nacht zu überstehen, und für Antidepressiva, um durch den Tag zu kommen, zitiert Weber einen der wenigen aktuellen Berichte aus dem Kriegsgebiet. Für die Soldaten hingegen wurde eine Vision wahr: Jede Menge Munition, die über den Feinden kreist und jederzeit zur Verfügung steht. Weber konstatiert ein tiefes Desinteresse am Leiden aller Nichtamerikaner.

Der Informatiker Ronald Arkin glaubt, Roboter könnten die besseren Soldaten sein, weil sie weder Hass noch Rache kennen. Er beschreibt ein Waffensystem, das in der Lage sein soll, sich an das Völkerrecht zu halten. Wenn im Funkverkehr etwa von Verwundeten die Rede ist, soll das System den Feuerbefehl verweigern. Kriegsroboter sollten erst zum Einsatz kommen, wenn bewiesen sei, dass sie weniger Fehler machten als Menschen, fordert Arkin. Ein frommer Wunsch, denn tatsächlich werden Militärroboter eingesetzt, kaum dass sie funktionieren, berichtet Lora G. Weiss, die selbst Forschungsprojekte für das amerikanische Verteidigungsministerium geleitet hat, in ihrer faktenreiche Analyse des Forschungsstands. Einprogrammierte moralische Codes täuschen Moral allenfalls vor, die Möglichkeit moralischer Reflexionen bei Robotern ist reine Spekulation, ergänzt Capurro.

Kampfroboter machen Kriege nicht sauberer, aber sie machen sie für ihre Besitzer billiger und ungefährlicher. Die eigenen Soldaten haben von 8 bis 17 Uhr Krieg und fahren dann nach Hause zu ihren Familien. Kriegsroboter sind deshalb gerade für Demokratien, die Rücksicht auf die Stimmung des Volkes nehmen müssen, attraktiv, so Niklas Schörning. Zudem seien Kampfroboter eine Antwort auf eine neue Bedrohung – die wuchernden Riesenstädte der südlichen Halbkugel. In städtischen Umgebungen macht Ortskenntnis überlegene Waffentechnologie wett. Stephen Graham beschreibt in seinem Beitrag beklemmende Szenarien von Schwärmen winziger vernetzter Sensoren, die alle physischen Barrieren durchdringen und autonome Waffensysteme mit Informationen versorgen.

Noch ist diese totale Überwachung erst in Ansätzen möglich, und auch viele Militärs bezweifeln, ob sie jemals realisierbar sein wird, so Lora G. Weiss. Sie berichtet von den massiven technischen Problemen mit der Wahrnehmungsfähigkeit der Roboter und ihrer Vernetzung untereinander. Wie kann ein Roboter entscheiden, ob jemand aus einem Geschäft rennt, weil er dieses gerade ausgeraubt hat oder weil er sich beeilt, um den Bus noch zu erreichen? Doch selbst wenn die Entscheidung über einen Angriff beim Menschen verbleibt, ist er auf die Angaben der Maschine angewiesen. Er handelt korrekt, wenn er den Routinen folgt, die die Maschine vorgibt, seine Verantwortung ist nicht mehr klar auszumachen.

Damit steigt die Verantwortung des Konstrukteurs, so Hans-Dieter Burkhard. Er konstatiert ein Dilemma für die Entwickler friedlicher Robotertechnologie: Denn obwohl vor allem in den Vereinigten Staaten das Militär viel Geld in die Roboterforschung pumpt, ist es für die Militärs inzwischen effizienter, auf die Produkte der zivilen Forschung zurückzugreifen und sie ihren Zwecken anzupassen, also etwa ein autonomes Fahrzeug oder Fluggerät mit einem Waffensystem auszustatten.

Kampfroboter sind eine Gefahr für die bestehenden Kriegswaffenkontrollgesetze, fasst Jürgen Altmann zusammen, sie könnten ein neues Wettrüsten in Gang setzen, dazu führen, dass die Schwelle, einen Krieg zu beginnen, sinkt, und zudem in die Hände von Terroristen fallen. Sie sind geeignet, die weltpolitische Lage insgesamt zu destabilisieren. Und weil lieber keiner darüber spreche, schließe sich das Fenster für Regulierungsbemühungen schnell. Ein wichtiger Band über ein viel zu unbekanntes Thema.

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Time am 10. Juli 2012

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1) http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=Kriegsmaschinen+%26%238211%3B+Roboter+im+Milit%E4reinsatz&x=0&y=0
2) https://akivoegwerner.wordpress.com/2012/03/10/was-churchill-uber-den-islam-sagte/
3) http://www.freerepublic.com/focus/f-news/1592070/posts 

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6 Antworten zu „Billiger UND sauberer – für uns“

  1. Sophist X sagt:

    Die ethischen Wertungen sind in der Tat wirr und propagandistisch. Die Story von den einst glücklichen Jihadisten, die wegen der Präsenz der Drohnen reif für den Therapeuten sind, wollte ich dann doch genauer haben.
    Ich fand viele Artikel über einen Mirza Shahzad Akbar, einen Rechtsverdreher aus Islamabad, der mutmaßlich zivile Opfer von Drohnenangriffen vertritt.
    Von ihm stammt folgende Aussage:
    The dramatic recent increase in prescriptions for anti-depressive medicines for residents of Waziristan is just one stark indicator of the daily toll of these deadly American machines that circle menacingly overhead…

    Der jüngste dramatische Anstieg der Verschreibungen von Anti-Depressiva für Bewohner von Wasiristan ist ein deutlicher Indikator der Auswirkungen dieser tödlichen amerikanischen Maschinen, die bedrohlich über uns kreisen…
    h t t p://www.rightsadvocacy.org/

    Das war also das mit den Antidepressiva. Und Schlafmittel?

    Ein Dr. Faizur Rehman Burki sagte 2010 im Interview mit Xinhua, dem Verlautbarungsorgan der chinesischen Regierung:
    “Usage of tranquilizers has been increased,” local physician Dr. Faizur Rehman Burki told Xinhua in an interview, as the increasing sudden drone strikes have not only panicked people but also catalyzed uncertainty.

    Die Verwendung von Beruhigungsmitteln hat sich erhöht…, seit die zunehmende Zahl von plötzlichen Drohnenangriffen die Bevölkerung nicht nur in Panik vesetzt sondern auch Verunsicherung auslöst
    h t t p://news.xinhuanet.com/english2010/indepth/2010-09/27/c_13531919.htm

    Webers eigene Ausschmückung die Drohnen brummen permanent durch den Himmel ist trotz der infantilen Formulierung sicher richtig und aus militärischer Sicht logisch, wobei eine Drohne ein großes Gebiet abdecken kann und kaum mehr als eine Drohne gleichzeitig über einem hunderte Quadratkilometer großen Gebiet sein dürfte.
    Dass das Brummen der aus Gründen der Tarnung recht leisen Drohnen die Bevölkerung mehr beeinträchtigt als das Geheul der Muezzins oder das Geknalle der Kalaschnikow-Kopien der Einheimischen, wie der Text impliziert, ist ein Phantasiebild der Autorin.

  2. Karsten sagt:

    [b]Daniela: Man hörte die Drohnen dauernd. Tagsüber fliegen sie höher, dann tönt es wie ein Rasenmäher. Nachts fliegen sie tiefer.[/b]
    http://www.sonntagszeitung.ch/fokus/sonntagsgespraech/sonntagsgespraech-detailseite/?newsid=216713

    Wer diese Drohnen ablehnt, steht auf der Seite des Feindes, da kann er drumrumreden wie er will. Er will unsere Soehne in Panzern verbrennen sehen. DAMIT IST ES ABER VORBEI!

  3. Karsten sagt:

    Obamas Darstellung, dass die Angriffe ein “minimales Risiko” für Zivilisten darstellen wird von Experten bezweifelt. Allein bis August 2011 kamen bei über 300 Angriffen über 2400 Menschen ums Leben – darunter über 400 Zivilisten.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Unbemanntes_Luftfahrzeug#cite_ref-6

    Komische “Experten”. Ich als Nichtexperte wuerde meinen, dass da 2000 Moerder-Orks unschaedlich gemacht wurden.

  4. Time sagt:

    Hallo Sophist X, hallo Karsten,

    vielen Dank für eure/Ihre Recherchen.

    Wie glaubwürdig sind Statistiken aus Waziristan?

    Karsten, das Interview ist sehr spannend!

    Bis später,

    Time

  5. actio sagt:

    Mir sind Roboter sympathisch. Roboter bedeutet nichts anderes als Arbeiter. Ob es aus diesem Grunde diese Antipathie in manchen Ecken der Welt gegen diese gibt?
    Also an die Arbeit …!

  6. Karsten sagt:

    Im neuen SPIEGEL ein Artikel, der ganz klar JEIN sagt zu Drohnen:
    http://station13.createaforum.com/artikel/drohnen/

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