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Der Bandwurm des Nazislahm

31. Oktober 2014

Bandwurm

12 Meter lang und gut aussehend:
Dieser Wurm lebt im Gedärm

Ein Artikel von Tilman Spreckelsen über die „Märchen aus 1001 Nacht“ auf „FAZ.NET“ (1) zeigt die erschreckende Blindheit der meisten deutschen Journalisten in Bezug auf das Thema „Mohammedanismus“, die dadurch hervorgerufen wird, dass sie ihre Köpfe tief in die Orkä*sche stecken, statt sie aufrecht zu halten.

Die Rahmenhandlung der mohammedanitischen Märchenhandlung ist zwar indisch inspiriert, inhaltlich jedoch rein mohammedanistisch bestimmt. Anders als einzelne Geschichten referiert sie auch nicht auf die Erwartungshaltung europäischer Leser – sie ist durch und durch mohammedanistisch.

Nun sollte es einem Kritiker schon auffallen, dass der Held der Rahmenhandlung ein eifersüchtiger, perverser und extrem grausamer Tyrann ist, der aus einem Gefühl des Beleidigtseins heraus (seine Frau hatte entgegen seiner Weisung ihr Gesicht im Schlossgarten entschleiert) 1095 Frauen nach vollzogener Vergewaltigung ermorden ließ – eine Masse unschuldiger Menschen, die jenseits jeder westlichen literarischen Größenordnung liegt, betrachte man nun die Brüder Grimm oder de Sade (2).

Natürlich heißt die edle Scherazade, die den Massenmord des blutgierigen Monsters stoppen will, bei Dimmi Spreckelsen nun anpasserisch-geschmäcklerisch „Śahrazăd“ – zwei Buchstaben hat er dafür (was weiß ich welchem) fremdländischen, orientalischen Alphabet entlehnt.

„Am Ende hat Śahrazăd ein Kind geboren und den König von seiner Blutgier geheilt.“, schreibt Spreckelsen unreflektiert, und man spürt das „und sie lebten glücklich bis an ihr seeliges Ende“ oder das „wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Nette kleine bürgerliche Familie, möchte man meinen… uuups, da war doch was? Äh, ja! Da war ein 1095-facher Frauenmord. Ein Massenmord, der bei Spreckelsen unerkannt, ungeahndet, unwichtig bleibt.

Das aber ist genau der Kern des Mohammedanismus, um den unsere Eliten herumschleichen, und den sie nicht wahrhaben wollen, den sie verniedlichen und romantisieren. Das ist die schrankenlose Gewaltausübung der Starken gegenüber den Schwachen und vorzugsweise gegenüber Frauen und Kindern – die der Blutsäufergott Alla zur heiligen Handlung erklärt. 

Ein Happyend in dieser Geschichte der Ermordung 1095 junger liebenswerter und fröhlicher Frauen kann doch aus westlicher Sicht nur darin bestehen, dass der Blutsäufer-Tyrann zur Strecke gebracht wird, dass er keine Macht mehr ausüben kann, dass den Familien der ermordeten wundervollen Frauen Genugtuung gewährt wird. Nein, das Monster bleibt in Amt und Würden, braucht nicht die geringste Regung der Reue zu zeigen, leistet keine Wiedergutmachung.

Wenn Spreckelsen schreibt: „Es ist eine dieser Jungfrauen selbst, die den Drachen besiegt und von sich selbst erlöst. So gesehen war der Orient dem Okzident meilenweit voraus.“, um damit ein frauengleichberechtigendes Prinzip im Mohammedanismus herbeizuhalluzinieren, ist das einfach nur noch erbärmlich (3).

Dieser Journalist ist zu einem Bandwurm des Mohammedanismus mutiert.

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Orientalistik

Als Europa den Orient erfand

Die Märchen aus 1001 Nacht sind aus der Weltliteratur nicht mehr wegzudenken. Ein Original hat es nie gegeben. Aber Tausend und einen Erzähler.

Die Not war groß, als der französische Orientalist Antoine Galland den syrischen Übersetzer Hanna Diyab traf. Galland hatte zuvor mit den ersten sieben Bänden von „1001 Nacht“ einen enormen Erfolg auf dem französischen Buchmarkt erzielt, indem er ein arabisches Manuskript aus dem 15. Jahrhundert übersetzte, das aber offenbar nur den Beginn eines größeren Werks locker miteinander verbundener Geschichten repräsentierte. Galland ergänzte es um Erzählungen aus anderen Quellen, vor allem um die Geschichten von „Sindbad, dem Seefahrer“. Nun aber fehlte es ihm an weiteren Märchen aus dem Orient. Zudem hatte sein Verleger drei Erzählungen aus einem anderen Werk ohne Gallands Wissen in den achten Band von „1001 Nacht“ eingefügt, was den Druck auf den Orientalisten weiter erhöhte.

Dann aber machte Galland im März 1709 die Bekanntschaft des in Aleppo geborenen, etwa 25-jährigen maronitischen Christen Hanna Diyab, der in Paris lebte. Diyab diktierte ihm insgesamt vierzehn Märchen, die der dankbare Galland bearbeitete und in sein Werk aufnahm – darunter „Ali Baba und die vierzig Räuber“, „Aladdin und die Wunderlampe“ oder „Die Geschichte vom Ebenholzpferd“. Auf diese Weise fanden Geschichten Eingang in „1001 Nacht“, die bis heute unser Bild dieser Sammlung prägen, und das vermutlich mehr als manche der Erzählungen, die sich tatsächlich in arabischen Handschriften finden.

Womit haben wir es bei „1001 Nacht“-Editionen also zu tun? Repräsentieren sie einen wie auch immer gearteten authentischen Text? Oder ist bei dieser Sammlung alles erlaubt, weil es kein Original gibt, an dem sich Editionen messen lassen müssen?

Anfänge in vorislamischer Zeit

Tatsächlich gab Gallands Verfahren einen Weg vor, auf dem ihm viele spätere Bearbeiter von „1001 Nacht“-Ausgaben folgen sollten. Das Jahr 1704, in dem der erste Band von „Les Mille et Une Nuits“ erschienen ist, markiert einen Wendepunkt in der Geschichte dieses Stoffes. Sie reicht weit zurück, wahrscheinlich bis zum frühen ersten Jahrtausend nach Christus, wenigstens was die Struktur der Sammlung betrifft, die wohl aus Indien stammt: Eine Rahmenhandlung enthält viele eingestreute Geschichten, die wiederum weitere Untergeschichten enthalten können, bevor sich der große Rahmen wieder schließt. Bezeugt ist im 10. Jahrhundert eine persische Fassung namens „Hasar Afsanah“, die wiederum unter dem Titel „Alf Layla“ ins Arabische übertragen worden sein soll.

Über ihren Inhalt heißt es in einem 987 entstandenen arabischen Text, es handele von einem König, der jede Frau, die er heirate, nach der Hochzeitsnacht töten lasse. „Dann heiratete er ein Mädchen aus königlichem Geblüt, eine, die Verstand und Wissen besaß, namens Śahrazăd. Als sie mit ihm zusammen war, begann sie, ihm Abenteuergeschichten zu erzählen, und die Geschichte war am Ende der Nacht so weit gekommen, dass es den König dazu brachte, sie am Leben zu lassen und in der nächsten Nacht die Vollendung der Geschichte zu verlangen.“ Das gehe so über tausend Nächte, in denen zweihundert Geschichten erzählt würden, heißt es in der Zusammenfassung. Am Ende hat Śahrazăd ein Kind geboren und den König von seiner Blutgier geheilt.

Śahrazăd muss weitererzählen

„Nach der Übersetzung ins Arabische“, schreibt der Göttinger Arabist Ulrich Marzolph in der „Enzyklopädie des Märchens“, sei das Werk „bis zur ,Entdeckung‘ durch Galland im wesentlichen in zwei Epochen im Irak der abbassidischen Epoche (bis 1258) und im Ägypten der Mamlükenzeit (Mitte 13. bis Anfang 16. Jahrhundert) erweitert“ worden. Vermutlich beginnt damit der interessanteste Teil der Stoffgeschichte. Der Rahmen, also die Śahrazăd-Geschichte, öffnet sich, um neue Texte in sich aufzunehmen, die sich entweder tatsächlich den Einfällen zeitgenössischer Erzähler verdanken oder auf Vorlagen zurückgehen, die für „1001 Nacht“ passend gemacht werden.

Ein schönes Beispiel dafür ist eine Handschrift aus der Zeit um 1600, die die Orientalistin Claudia Ott in der Tübinger Universitätsbibliothek näher untersucht hat. Ott, die bereits 2004 die erste deutsche Übersetzung der Galland-Handschrift vorlegte, stellte fest, dass die Tübinger Handschrift in ihrer Zählung der Nächte exakt an Galland anschließt und inhaltlich den Stoff eines Versepos enthält, das im siebten und achten Jahrhundert spielt und um 1150 verfasst worden ist. Es behandelt die Kriege zwischen den Kalifen und dem Byzantinischen Kaiserreich, schildert aber außer den Kämpfen auch Liebesgeschichten und Abenteuer herumirrender Krieger.

Aufhören, wenn es am spannendsten ist

Indem nun dieser sogenannte Umar-Roman in das große Gefüge von „1001 Nacht“ überführt wurde, sagt Claudia Ott, erhielt er die Cliffhanger, die dort das Überleben der listigen Erzählerin sichern: „Das kommt aus der Welt des mündlichen Erzählens. Die Sitzung wird an der spannendsten Stelle abgebrochen, damit das Publikum am nächsten Tag wiederkommt – das funktioniert bis heute.“

Zu dieser Struktur kommen im Fall von „1001 Nacht“ drei verschiedene Sprachstile, die das Werk prägen, aber auch nicht leicht übersetzbar machen. Da ist zunächst der rasche, gerade nicht blumige Stil der eigentlichen Erzählung, der für die nötige Spannung sorgt. Da sind zweitens die Reimprosapassagen, sagt Ott, die „bei der Beschreibung schöner Menschen, Tageszeiten oder auch von Kampfhandlungen“ verwendet werden. Und schließlich die eingestreuten Gedichte, die in den Übersetzungen in europäische Sprachen gern weggelassen werden: „Sie unterteilen den Text, und der arabische Zuhörer wartet auf sie wie wir auf die Arien in einer Oper“, sagt Ott.

Richtig erbaulich bis ziemlich derb

Schon in den Zeiten, als die Rezeption von „1001 Nacht“ weitgehend auf den arabisch geprägten Raum beschränkt war, kam es also zu ständigen Neu- und Fortschreibungen der Märchensammlung. Integriert wurden Liebesgeschichten, Erbauliches, Krimis, Anekdoten oder auch mal derbe Witze. Ebenfalls Claudia Ott ist zu verdanken, dass ein mittelalterliches Parallelwerk namens „101 Nacht“ vor zwei Jahren ins Deutsche übertragen wurde. Auch diese Sammlung kennt den Rahmen mit dem eifersüchtigen, mordlüsternen Herrscher und der klugen Erzählerin, und die Geschichte vom fliegenden Zauberpferd findet sich auch hier.

Als Galland seine zwölfbändige Ausgabe herausbrachte, gab er damit den Anstoß zu einer literarischen Mode, die das 18. und 19. Jahrhundert über anhalten sollte: Europäische Forscher bereisten den Orient auf der Suche nach Handschriften von „1001 Nacht“. Und weil es diese Nachfrage gab, entstanden auch zahlreiche Schriften. Auch die traditionellen Erzähler waren eine beliebte Quelle, sofern ihre Geschichten nur so klangen wie von Galland her gewohnt.

Ein Orient nach europäischem Geschmack

Insofern setzten die Lieferanten dieser orientalischen Geschichten nur fort, was die früheren Bearbeiter von „1001 Nacht“-Manuskripten begonnen hatten. Der Unterschied ist aber der, dass diese Nachschöpfungen die Erwartungen eines europäischen Publikums erfüllen sollten, so wie schon Gallands Informant Hanna Diyab offenbar über eine profunde Kenntnis europäischer Sprachen und Erzählstoffe verfügt hatte – seine Märchen erzählte er dem Orientalisten Galland vermutlich auf Französisch.

Allerdings brachte es die Begeisterung um „1001 Nacht“ mit sich, dass ständig nach dem „Original“, einer „Urfassung“ oder einem „vollständigen Text“ gesucht wurde – eine Suche, die naturgemäß fruchtlos bleiben musste. Gleichzeitig entstanden Parallelwerke wie „Tausend und ein Tag“ durch Gallands Kollegen François Pétis de la Croix, die dasselbe Erzählschema mit Rahmenhandlung und Binnentexten verwendeten und auch stoffliche Ähnlichkeiten aufwiesen, sonst aber wenig mit „1001 Nacht“ zu tun hatten und vor allem nach Herzenslust alles hinzufügten, was passend erschien. In der jüngst erschienenen deutschen Ausgabe von „Tausend und ein Tag“ etwa wird der ursprüngliche Umfang der Sammlung vervierfacht. Und ein gewisser Johann Peter Lyser, befreundet mit Heinrich Heine, Mendelssohn und Schumann, stellte zwischen 1838 und 1840 eine „Abendländische 1001 Nacht“ zusammen, deren Rahmenhandlung auf einem finsteren Schloss am Ostseestrand spielt. Lyser füllte das umfangreiche Werk mit Märchen, Sagen und zeitgenössischen Novellen, aber auch mit nacherzählten Schauspielen wie „Hamlet“.

Fehlen nur die Ritter

Die Kohärenz von „1001 Nacht“ erreichte Lyser auf diesem Weg nicht, und tatsächlich wird man in vielen Fassungen dieses Werks einige Konstanten feststellen. Da ist zum einen der schwankende Grund, auf dem sich die Protagonisten befinden – wer heute Kalif ist, kann morgen Sultan sein und umgekehrt. Jeder steht unter der Gewalt des Höchsten, so kann man sich das deuten, und wer das vergisst, büßt dafür. So wenig in der Rahmenhandlung das Leben all der ermordeten Mädchen zählt, so bedenkenlos werden in den einzelnen Erzählungen Sklaven geopfert, wenn sie etwa Botschaften überbringen, die dem Empfänger nicht passen.

Und so erscheint der mörderische Sultan wie der Drache im europäischen Märchen, der als Tribut von seiner Stadt regelmäßig Jungfrauen verlangt. Nur dass „1001 Nacht“ hier ohne Ritter auskommt. Es ist eine dieser Jungfrauen selbst, die den Drachen besiegt und von sich selbst erlöst. So gesehen war der Orient dem Okzident meilenweit voraus.

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Time am 31. Oktober 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/die-wundersame-entstehungsgeschichte-der-maerchen-aus-1001-nacht-13229802.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/1001-nacht/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/mohammedanismus-gewalt-0/

Hühnerschiss

30. Oktober 2014

Hühnerschiss

Unter der dramatisierenden Überschrift „Amerika schmäht Netanjahu“ berichtet die FAZ heute, dass ein „ungenannter amerikanischer Regierungsvertreter“ den israelischen Ministerpräsidenten einen „Schisser“ genannt habe. Aber das ist nicht „Amerika“, das ist nur die verkommene Dimmiclique, die z.Z. im Weißen Haus residiert, und das sind die gleichen grünroten Schleimer bei uns.

BNI weiß es natürlich genauer (1): Der Lakai von B. Hussein O. nannte Benjamin einen „Hühnerschiss“. Da Hussein diesen eklatanten Fehltritt nicht geahndet hat, stimmt er der Aussage offenbar zu, und wir müssen deshalb die Fotos von zwei jungen aber erwachsenen Männern gegenüberstellen.

Keine Frage – wenn es um Leben oder Tod ginge, wäre ich sehr viel lieber in Benjamins Team als in Husseins. Den „Hühnerschiss“ als Person sehen Sie doch wohl auch eher rechts?

Die US-Administration verliert offenbar die Bodenhaftung.

Im Eifer, die Führungsnation des freien Westens den nazislahmischen Schlächtern zu übergeben, verschätzt man sich, und man lässt die Masken zu früh fallen, so dass die aufmerksamen Bürger das Gesicht Satans sehen können.

Und einmal mehr führt das erwählte Volk die Menschheit aus einer fundamentalen Krise. 

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Time am 30. Oktober 2014

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1) http://www.barenakedislam.com/2014/10/29/state-department-says-we-are-not-going-to-apologize-for-calling-benjamin-netanyahu-a-chickenshit/

Kein Lösegeld

30. Oktober 2014

Geldbote

Neulich in Nigeria: Sind deutsche Außenminister heutzutage kaum mehr als Geldboten für erpresserische Orkterroristen?

Es gibt Leute, die müssen partout die Länder der Orksphäre bereisen, sei es, weil sie den Thrill brauchen, sei es, weil sie unseren Todfeinden Hilfe aufdrängen wollen, die diese nicht benötigen und auch nicht nachfragen.

Oft werden diese Volltrottel dann von mohammedanistischen Aktivisten entführt und mit dem Tod bedroht. Nun ist das Geschrei der Möchtegernhelden groß. Die Bundeskanzlerin soll intervenieren, und es geht um Lösegelder in Höhe von mehreren Millionen Euro pro Kopf.

Ich bin mit der Politik der Bundesregierung, die in der Regel die Lösegelder zu zahlen scheint, nicht einverstanden. Ich hasse Bungee-Jumping und zwinge niemand dazu. Wenn ein gestörter Angeber sich einen derartigen Kick geben muss und dabei zu Tode kommt, ist mein Mitleid 0,0%ig.

Ich bin also der Ansicht, die Bundesregierung sollte lieber auf jeden toten Körper eines Mitglieds der Kidnappertruppe einen hohen Preis ausloben. Wenn wir von 1.000 Euro pro Body ausgehen, könnte man Shahada, Al Kaida, IS-IS, Abu Sayyaf, Abu Simpel oder wie sie alle heißen für ein Lösegeld von gezahlten vier Millionen um 4.000 (viertausend!) Mann vermindern. Ich bin mir sicher, dass es eine Menge Männer in der Orksphäre gibt, die sich gern ein hübsches Sümmchen verdienen würden. Und ich bin mir sicher, dass dieser Deal die Erde zu einem besseren Platz machen würde.

Lesen Sie einen Artikel von Thomas Gutschker von „FAZ.NET“ zum Thema (1).

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Umgang mit deutschen Geiseln

Lösegeld

Die Bundesregierung kauft deutsche Geiseln von Terroristen frei – für viele selbstverständlich. Ist es aber nicht: Sie fördert damit Terroristen und gefährdet das Leben anderer Staatsbürger. Der Rechtsstaat darf nicht erpressbar sein.

Die Deutschen sind mit dem Leben davon gekommen, mal wieder. Vor zwei Wochen kam ein Mitarbeiter der Welthungerhilfe frei, der Anfang 2012 in Pakistan entführt worden war. In einem Video hatte er sich Anfang des Jahres an die Bundeskanzlerin gewandt. „Meine Zeit läuft ab“, flehte der Mann; dies könne seine letzte Botschaft gewesen sein. Im Hintergrund fiel zur selben Zeit ein Schuss. – Vor einer Woche die nächste erlösende Nachricht: Ein deutsches Paar, das während eines Segeltörns vor den Philippinen überfallen worden war, ist wieder frei. Auch hier hatten die Täter ein Bild in die Welt gesetzt, das den Atem stocken ließ. Es zeigte die beiden Geiseln, flankiert von schwerbewaffneten und vermummten Männern im Kampfanzug. Sie verlangten vier Millionen Euro.

Das Foto, das Video: beide Male eine unmissverständliche Drohung. Geld oder Leben. Die Täter, in beiden Fällen Islamisten, kennen keine Gnade, kein Mitgefühl. Aber sie haben Geschäftssinn. Wer zahlt, kommt mit dem Leben davon. Natürlich können gewöhnliche Geiseln nicht einfach ein paar Millionen Euro aufbringen, das ist den Entführern klar. Doch wissen sie auch, dass solche Summen für die Heimatstaaten ihrer Opfer ein Klacks sind. Und dass ein Menschenleben dort sehr viel mehr zählt als in ihrer Welt.

Von dem Lösegeld erst mal Waffen kaufen

Also zahlt Deutschland. Was sind schon ein paar Millionen, wenn man dafür Menschenleben retten kann? Ist es nicht sogar oberste Staatspflicht, alles zu tun, um das Leben der Bürger zu schützen? Das ist offenbar Konsens, es gibt keine politische Auseinandersetzung darüber. Jede Regierung kann nach freiem Ermessen Geiseln freikaufen. Die Opposition hält sich raus. Niemand möchte sich vorwerfen lassen, er habe nicht alles getan, um Deutsche vor dem Tod zu bewahren.

Leider ist die Sache aber etwas komplizierter. Nicht der einzelne Fall ist das Problem, es sind die vielen Fälle zusammen, und zwar nicht nur von Deutschen. Die britische Regierung schätzte zu Jahresbeginn, dass seit 2010 insgesamt 105 Millionen Dollar Lösegeld an Terrorgruppen aus dem Al-Qaida-Netz geflossen sind. Das amerikanische Finanzministerium kommt auf 165 Millionen Dollar für den Zeitraum seit 2008. Eine Recherche der „New York Times“ ergab, dass die Terroristen allein im vergangenen Jahr 66 Millionen Dollar aus Entführungen einnahmen.

Das ist eine Menge Geld. Davon können sich die Terroristen kaufen, was ihr Herz begehrt: Satellitentelefone, Flugtickets, Sturmgewehre, Raketenwerfer, Sprengstoff und natürlich Unterstützer. Ein High-End-Anschlag wie 9/11 hat gerade einmal eine halbe Million Dollar gekostet, das nur zur Einordnung. Ob es uns gefällt oder nicht: Mit dem Lösegeld, auch dem für deutsche Geiseln, werden andernorts Menschen ermordet.

Was dem einen Sicherheit bringt, gefährdet andere

Al Qaida hat Kidnapping zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell gemacht. Die Drecksarbeit erledigen kriminelle Gruppen, sie verkaufen ihre Opfer den Islamisten. Die folgen einem immergleichen Handbuch: Nach Monaten der Ungewissheit über das Schicksal von Entführten taucht plötzlich ein Lebenszeichen auf, meistens ein Video, in dem das Opfer einen vorgefertigten Text verliest – natürlich auf Englisch, denn so lassen sich die Videos global vermarkten. Über Mittelsmänner treten die Terroristen dann in Kontakt mit den betroffenen Staaten, danach wird um den Preis gefeilscht. Gezahlt wird immer in bar. Die Führung von Al Qaida in Pakistan brüstet sich damit, die Hälfte ihrer Einnahmen stamme aus Lösegeld.

Es liegt in der Natur dieses planvollen und überaus rationalen Vorgehens, dass die Terroristen aus ihren Erfolgen lernen. Länder, die einmal zahlen, werden es wieder tun. Je schneller und geräuschloser sie auf Forderungen eingehen, desto mehr kann man beim nächsten Mal von ihnen verlangen. So sind die Preise in wenigen Jahren von ein paar hunderttausend Dollar auf bis zu zehn Millionen Dollar pro Geisel in die Höhe geschnellt. Am meisten zahlt Frankreich. Zu den Premiumkunden gehören die Schweiz, Spanien, Österreich und Deutschland. Man kann diese Beziehung natürlich auch anders beschreiben, nämlich aus Sicht der Betroffenen. Mit jedem Freikauf steigt die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Mal ein Bürger desselben Landes entführt wird. Was dem einen Sicherheit bringt, gefährdet das Leben vieler anderer.

Keine Anreize für Entführungen schaffen

Einen hohen Preis zahlen auch die Staaten, die mit den Terroristen dealen. Dabei geht es nicht einmal ums Geld. Oft genug zahlen sie nämlich gar nicht selbst, sondern überlassen das Dritten, die enge Beziehungen zu den Terrorgruppen pflegen. Hier spielt Qatar eine besondere Rolle. Das Emirat betrachtet Islamisten als verlängerten Arm seiner Außenpolitik. In den vergangenen Jahren hat der Emir zwei Finnen, einen Schweizer und einen Österreicher freigekauft, für zusammen 20 Millionen Dollar. Möglich ist, dass er auch bei der Freilassung des Welthungerhilfe-Manns seine Finger im Spiel hatte. In Deutschland wurde er jedenfalls hofiert wie ein enger Verbündeter. Die Kanzlerin empfing ihn im September und wischte alle kritischen Fragen nach Qatars Rolle beim Aufbau des „Islamischen Staats“ vom Tisch. Kurz darauf gab Wirtschaftsminister Gabriel bekannt, die Regierung habe eine umstrittene Lieferung von Späh- und Transportpanzern an Qatar genehmigt. Vielleicht war das ohnehin im deutschen Interesse – vielleicht aber auch nur, wenn man ganz sachfremde Erwägungen mit einrechnet.

Eigentlich soll es Geschäfte dieser Art gar nicht mehr geben. Nach dem 11. September 2001 rief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen alle Mitgliedstaaten auf, die Finanzquellen des Terrorismus auszutrocknen. In diesem Jahr ächtete er ausdrücklich Lösegeldzahlungen an Terroristen. Damit würden ihre Rekrutierungsanstrengungen unterstützt, ihre Fähigkeit zu neuen Anschlägen gestärkt und ein Anreiz für künftige Entführungen geschaffen, heißt es in der einstimmig beschlossenen Resolution. Vorher hatten schon die G-8-Staaten bekundet: „Wir weisen die Zahlung von Lösegeld an Terroristen unzweideutig zurück und rufen Staaten und Unternehmen auf der ganzen Welt auf, unserer Führung zu folgen.“

Härte führte zum Ende der RAF

Verlogener geht es nicht. Tatsächlich üben nur vier der acht Staaten in dieser Frage Führung aus: Russland, Kanada, Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Die vier Männer, die der „Islamische Staat“ vor laufender Kamera abgeschlachtet hat, waren Briten und Amerikaner. Zyniker können jetzt sagen: Das haben sie eben davon. Doch in Wahrheit ist die Haltung der beiden Regierungen zum Umgang mit Terroristen politisch klüger und moralisch klarer. Sie lassen sich nicht erpressen, und sie machen es so unattraktiv wie möglich, ihre Staatsbürger zu entführen.

Diese Lektion hatte auch Deutschland schon einmal gelernt: im Herbst 1977, als die Rote-Armee-Fraktion Hanns Martin Schleyer entführte und Palästinenser eine Lufthansa-Maschine kaperten, um die inhaftierte RAF-Führung freizupressen. Die Regierung blieb hart, sie opferte Schleyer und befreite die Geiseln. Der Rechtsstaat behielt die Oberhand. Als Erstes begriffen das die Terroristen in Stammheim: Sie töteten sich noch in derselben Nacht, weil sie wussten, dass sie niemals mehr freigepresst werden würden. Es war der Anfang vom Ende der RAF.

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Time am 30. Oktober 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/umgang-mit-deutschen-geiseln-loesegeld-13229862.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Willkommen im Club

29. Oktober 2014

Daniel Pipes

Ich habe Daniel Pipes in der Vergangenheit oft kritisiert für seine Unterscheidung von „Islam“ und „Islamismus“ (u.a. 1). Nun hat er einen Text veröffentlicht, in dem er den IS-IS „zutiefst islamisch“ nennt (2).

Besser eine späte Erkenntnis als keine.

Willkommen im Club, Daniel!

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ISIS ist nicht islamisch?

Präsident Barack Obama hielt heute Abend eine im Fernsehen ausgestrahlte Rede zu seinen Vorstellungen, wie man den Islamischen Staat besiegen kann. Dabei erklärte er die auch als ISIS oder ISIL bekannte Organisation für „nicht islamisch“.

Mit dieser lächerlichen Behauptung schließt sich Obama seinen zwei direkten Vorgängern an, die ebenfalls verkündeten, was nicht islamisch ist. Bill Clinton nannte den Umgang der Taliban mit Frauen und Kindern „eine furchtbare Pervertierung des Islam“. George W. Bush nannte 9/11 und andere Gewalttaten gegen Unschuldige eine „Verletzung der fundamentalen Grundsätze des islamischen Glaubens“.

Keiner der drei hat irgendeine Grundlage für solche Beteuerungen. Um das Offensichtliche darzulegen: Als Nichtmuslime und Politiker statt als Muslime und Wissenschaftler sind sie nicht in der Position zu erklären, was islamisch ist und was nicht. So vermerkt Bernard Lewis, eine führende amerikanische Autorität zum Islam: „Für Nichtmuslime ist es sicherlich vermessen zu sagen, was im Islam orthodox ist und was ketzerisch.“ (Dass Obama als Muslim geboren und aufgezogen wurde, spielt hier keine Rolle, denn er verließ den Glauben und kann sich nicht dazu äußern.)

In der Tat verschlimmert er die Fehler seiner Vorgänger und geht noch weiter: Clinton und Bush beschrieben lediglich gewisse Taten (Umgang mit Frauen und Kindern, Gewalttaten gegen Unschuldige) als unislamisch, aber Obama hat es gewagt eine gesamte Organisation (und damit einen Quasi-Staat) als “nicht islamisch” zu bezeichnen.

Das einzig Gute an dieser Idiotie? Wenigstens ist es besser als die Formulierung des Council on American-Islamic Relations (CAIR), das den Nerv hat ISIS „antiislamisch“ zu nennen.

Letzten Endes täuschen aber weder US-Präsidenten noch Islamisten die Menschen. Jeder mit Augen und Ohren erkennt, dass ISIS – wie die Taliban und Al-Qaida vor ihnen – zu hundert Prozent islamisch ist. Und die meisten Westler haben, wie detaillierte Umfragen in Europa zeigen, Augen und Ohren. Im Lauf der Zeit werden sie sich zunehmend auf den gesunden Menschenverstand verlassen und zu dem Schluss kommen, dass ISIS in der Tat zutiefst islamisch ist.

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Time am 29. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/05/21/ein-seltsamer-counterjihadi/
2) http://de.danielpipes.org/blog/2014/09/isis-nicht-islamisch

Leider nicht historisch-kritisch

28. Oktober 2014

Nagel

Gestern hatte ich Ihnen die Kritik der Klohamett-Biografie von Hans Jansen, verfasst von Karl-Heinz Ohlig, vorgelegt (1).

Ohlig steht diesem Werk positiv gegenüber, weil es ein Verfahren deutlich mache, das einerseits das einzige Verfahren in der Orientalistik sei, das andererseits nur sehr bedingt wissenschaftlichen Kriterien genüge, und das sei die Nacherzählung der Ur-Biografie von Ibn Hisham aus dem 9. Jahrhundert n. Chr.

In einer weiteren Rezension hat er sich das umfangreiche und fleißige Werk des deutschen Ortientalisten Tilman Nagel vorgenommen (2), der durchaus counterjihadische Positionen vertritt, der aber gegenüber der Hisham-Biografie recht unkritisch ist, was Ohlig wiederum bemängelt (Tilman Nagel, Mohammed. Leben und Legende, R. Oldenbourg Verlag: München 2008, in: imprimatur 41, 2008, 319-322, ISSN 0946 3178).

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Eine Sackgasse

Das voluminöse und entsprechend teure Werk umfasst 1.052 Seiten, davon 737 Seiten fortlaufender Text. Es folgen: mehr als 90 Seiten Anmerkungen sowie ein Anhang „Einführung in den Gegenstand” (36 Seiten), „Zusätze”, in denen Ausführungen der vorherigen Kapitel vertieft werden (106 Seiten), weiterhin genealogische Tafeln, Karten, Indices und Literaturverzeichnis.

Der Mohammedstoff ist in acht Kapitel gegliedert (I: Die Kaaba, II: Ein heidnischer Prophet, III: Die Vertreibung, IV: Der Glaube, V: Der Dschihad, VI: Die Hedschra, VII: Die Fitna, VIII: Der Islam); allerdings ist anzumerken, dass schon in Kapitel VI (ab S. 504 bis 737) die Zeit der vier „rechtgeleiteten Kalifen” und das dann sich verändernde Mohammedbild zum Gegenstand werden.

Zunächst ist einmal die beeindruckende Detailarbeit und die Berücksichtigung aller islamischen Traditionsliteratur und des Koran zu loben. Nagel bietet eine Fülle von Material und geht auf so gut wie alles ein, was überliefert ist. Auf diesem Hintergrund entwirft er ein Mohammed-Leben, mit allen Verwandtschaftsverhältnissen bis zur fünften Generation vorher, mit allen Stammesbezügen, Geschehnissen und Konflikten. Er versucht, eine Entwicklung des Propheten von gnostischen, näherhin sabäischen Anfängen über das Aufgreifen „hochreligiöser Einflüsse” (weil er vom „Eingottglauben” spricht, meint er wohl „universalreligiöse” Einflüsse) bis zur Etablierung der grundlegenden Riten des Islam. Er schildert die weiteren Entwicklungen und die „Umgestaltung der mohammedschen Botschaft in den Islam, in die Ritenfrömmigkeit” um die Mitte des 7. Jahrhunderts (S. 869.871).

Nagel interpretiert seine Quellen durchaus „islam-kritisch”. Leider aber geht er nicht historisch-kritisch vor: Er stellt niemals die Frage nach der Zuverlässigkeit und damit auch Verwertbarkeit „der außerordentlich vielfältigen arabisch-islamischen Quellen”, und der Koran ist für ihn das „vielschichtige(n) Selbstzeugnis Mohammeds” (S. 17). Schon im Inhaltsverzeichnis fehlt der Hinweis auf einen (bitter notwendigen) Abschnitt zur Charakterisierung der Quellenschriften und ihrer historischen Plausibilität. Im Vorwort verweist er auf den späteren Abschnitt „Einführung in den Gegenstand” (S. 835-871); aber auch dort findet sich nichts zu diesen Fragen, obwohl er durchaus über in der Forschung vertretene Ansichten berichtet, dass der Koran für eine Biographie Mohammeds nichts hergebe und – weniger deutlich – dass die reichhaltige Traditionsliteratur aus dem 9. und 10. Jahrhundert stammt. Kein Wort darüber, ob es wissenschaftlich legitim sei, einen Ablauf von Geschehnissen aus so späten Zeugnissen zu rekonstruieren; er tut es einfach. Ebenso wenig gibt es Überlegungen, wie diese späte Literatur mit den zeitgenössischen Zeugnissen, die es durchaus auch gibt, in Beziehung gesetzt werden kann. Aus diesem Grund kann an dieser Stelle auf eine Auseinandersetzung mit einzelnen Thesen Nagels verzichtet werden; sie könnte nur die grundsätzliche Kritik an Beispielen konkretisieren.

Seit der Ausbildung der Sunna und des biographischen Materials zu Mohammed ergab sich für islamische Theologen die Möglichkeit, den dunklen Koran und die ebenso dunklen Anfänge des Islam gewissermaßen „von hinten her”, also mittels der zwei- bis dreihundert Jahre jüngeren Texte zu deuten; diese Methode haben sie, trotz kleiner Korrekturversuche, bis jetzt beibehalten. Deswegen bleibt ein Zugang zu den älteren Texten fast unmöglich, und Nagel wendet die gleiche Methode an.

Dabei kann sich ein alter Text nur dann in seiner Eigenart erschließen, wenn er nach der anderen Richtung hin befragt wird: Welche Quellen haben nachweislich im Koran ihren Niederschlag gefunden – literarische Quellen, Motive und Argumentationsmuster aus bestimmten religiösen Bewegungen oder damals verbreiteter Literatur? Diese sind beim Koran äußerst vielfältig, wie z.B. die Islamwissenschaftlerin Geneviève Gobillot (Lyon) nachweist: Der Koran benutzt – neben biblischen Stoffen, kanonischen und apokryphen – weitere Quellen: z.B. das Corpus Hermeticum, den griechischen Neuplatoniker Porphyrios, die lateinischen Theologen Tertullian und Laktanz, weiterhin die apokryphen Testamente des Abraham und Mose. (1*) Darüber hinaus spielen im Koran gnostische Motive, wie der Islamwissenschaftler Jan M.F. Van Reeth (Amsterdam) differenziert darlegt (2*), ein altes syrisches Christentum (Ohlig) (3*) oder syrisch-christliche Texte bis hin zur syrischen Liturgie gemäß den Forschungen von Christoph Luxenberg (4*) und Jan M.F. Van Reeth (5*) eine nachweisliche Rolle. Und dies sind nur erste Ergebnisse, weil bisher nie in diese Richtung geforscht wurde (und man muss berechtigte Zweifel haben, ob das vielgepriesene und -geförderte Projekt „Corpus Coranicum” jemals derart differenzierte Ergebnisse bringen kann).

Geneviève Gobillot fragt: „Ist es möglich, ein Milieu abzugrenzen, innerhalb dessen die Gesamtheit dieser Referenzen in Umlauf gewesen sein könnte …? Aus der Antwort auf diese Frage wird vielleicht der Anfang einer Antwort auf die Frage nach dem Entstehungsgebiet, dem ‚Emergenzterrain’, des Korantextes hervorgehen.” (6*) Zumindest eine – negative – Antwort kann schon jetzt gegeben werden: Dieses Emergenzterrain kann – angesichts der literarischen Bezüge – nicht die unbedeutende Wüstenstadt Mekka gewesen zu sein, ebenso wenig verrät sich hier der Informationsstand eines – laut muslimischer Tradition: analphabetischen – Kamel- oder Eselstreibers.

Für Tilman Nagel aber handelt es sich beim Koran um das Selbstzeugnis Mohammeds, wofür dieser leider keinerlei Anhaltspunkte bietet, wohl aber die Tradition seit dem 9. Jahrhundert. Letztere findet Nagel immer wieder im Koran bestätigt. Macht man sich die Mühe, die von ihm in großer Zahl angegebenen koranischen Belegstellen nachzuschlagen, findet man nur wenige, die, für sich betrachtet und nicht von späteren Texten her eisegisiert, irgendeine Evidenz für das erkennen lassen, was Nagel durch sie begründen will.

Dabei hätte er selbst nachdenklich werden müssen. Er schreibt ja, erst um die Mitte des 7. Jahrhunderts, also eine Generation nach dem Tod Mohammeds (in Wirklichkeit m.E. mindestens noch einmal rund 150 Jahre später), habe die Entstehung des Islam Mohammed „hinter einem Schleier von Überlieferungen verschwinden (lassen), die aus ihm den ‚islamischen’ Propheten machten … Die ganze Überlieferung über Mohammed nimmt schließlich den Charakter einer Anhäufung von Wundererzählungen an …” (S. 871). Hat das keine Folgen? Zwar ist er der Meinung, „daß der ‚islamische’ Mohammed nicht als eine lebensvolle Figur vor uns steht, sondern als ein Amalgam von historisch Belegbarem mit den Interpretationen, die man ihm seit der Mitte des 7. Jahrhunderts gab” (ebd.). Eine letzte Rückzugsposition? Warum aber erläutert Nagel seinen Lesern nicht, wie und mit welchen historisch plausiblen Gründen er aus diesem „Amalgam” das „historisch Belegbare” und damit die Ergebnisse seiner Mohammedbiographie herauslöst?

In Wirklichkeit reduziert er nur das Material, lässt z.B. Wundererzählungen weg, glaubt nicht an eine nächtliche Himmelfahrt Mohammeds und nimmt die restlichen Erzählungen – bis auf offensichtliche Absonderlichkeiten – als historisch belegt an.

Aus dieser, in der Islamwissenschaft leider verbreiteten Vorgehensweise ergibt sich, dass er die Leser in eine Sackgasse führt. Er erweckt den Eindruck, dass seine Lebens- und Entwicklungsbeschreibung Mohammeds den tatsächlichen Abläufen entspricht. Es scheint ihm nicht aufgefallen zu sein, dass z.B. die Sira eine nach dem Modell des alttestamentlichen Richterbuchs geschriebene Erzählsammlung mit vielen biblischen Bezügen ist, so Hans Jansen in seiner Mohammedbiographie, die Nagel nicht mehr berücksichtigt hat. (7*) Ebenso wenig hat er bemerkt, dass die Sira und die Annalen des at-Tabari bibelallegorische Werke nach dem Modell des Pentateuch sind, in die alle möglichen damals in Umlauf befindlichen Traditionen eingearbeitet worden sind. (8*) Es ist einigermaßen schwierig, diese Werke als Geschichtsbücher zu begreifen, auch nicht im Kern eines Amalgams; wenn doch einmal historische Notizen hier angenommen werden können, müsste dies im Einzelnen begründet werden.

Hier erweist sich die Schwäche eines methodischen Zugangs zu diesem Material einzig mit den Methoden der arabischen Philologie. Dem Rezensenten wirft Nagel vor: „Ohlig rühmt sich … seiner Unkenntnis des Arabischen” (S. 838). Das Zitat, auf das er sich bezieht, sagt aber etwas anderes; es lautet, dass ich „weder Orientalist noch spezialisierter Islamforscher, sondern Theologe und Religionswissenschaftler” bin, was ein „nicht unbeträchtliches Manko” sei. (9*) Also kein Rühmen, sondern Korrektheit. Anscheinend unterstellt er mir (S. 839), in der Inschrift im Felsendom muhammad als „Prädikatsnomen” zu verstehen, das niemals am Anfang eines Satzes stehen könne, wie man es schon „im arabischen Elementarunterricht” lerne. Nun geht die Übersetzung und Analyse der Felsendominschrift auf Christoph Luxenberg, exzellenter Kenner des Arabischen und seiner Dialekte sowie des Syro-Aramäischen, zurück, und dieser hat keineswegs behauptet, es handele sich um ein Prädikatsnomen, sondern um ein Partizip Perfekt, das dem Sinn nach gerundivisch zu übersetzen sei („gelobt sei”). Weder die hebräische noch die syrische noch die arabische Sprache kennen ein Gerundivum, so dass je nach Kontext Partizipien im Perfekt gelegentlich gerundivisch zu verstehen sind; so übersetzt z.B. die Vulgata Psalm 118,26 wortgetreu, aber sinnverfremdend als „benedictus qui venit in nomine domini”, obwohl es im Lateinischen ein Gerundivum gibt. Die deutsche Übertragung, z.B. im Sanctus der Messe, heißt aber richtiger: „Gelobt sei, der da kommt …”. Und hätte Nagel noch einen Fortbildungskurs im Arabischen genommen, hätte er auch gelernt, dass solche gerundivisch zu verstehenden Partizipien durchaus am Anfang eines Satzes stehen können, wenn sie besonders betont sind (z.B. in der arabischen Version des „Gegrüßet seist du, Maria …”; auf Wunsch können weitere arabische, auch koranische Belege nachgereicht werden).

Der Blick von außen, von Religionswissenschaft und christlicher Theologiegeschichte, kann aber, wie schon damals ausgeführt, zeigen, dass mit arabischer Philologie allein weder der Koran noch die Anfänge des Islam zugänglich werden. Forschungen dieser Art können nur, interdisziplinär betrieben, zu verantwortbaren Ergebnissen führen. Weitere Philologien müssen hinzu kommen: vor allem die Berücksichtigung der aramäisch-syrischen Sprache, z.Zt. der Entstehung des Koran seit Jahrhunderten die lingua franca in großen Teilen des Vorderen Orients, wie Inschriften zeigen, auch auf der Arabischen Halbinsel. Den großen Einfluss des Syro-Aramäischen hat vor allem Christoph Luxenberg nachgewiesen, was Nagel aber nicht berücksichtigt. Auch die persische Sprache und Vorstellungswelt haben tiefe Spuren im Koran hinterlassen. Vor allem aber ist die Basis aller Untersuchungen die Anwendung der historisch-kritischen Methoden der Geschichtswissenschaften, wenn man historische Phänomene untersucht oder postuliert. Darüber hinaus spielen weitere Wissenschaften eine unverzichtbare Rolle: die Epigraphik und Numismatik, Religions- und Bibelwissenschaften und die historische Theologie. Letztere werden in der Islamwissenschaft seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr berücksichtigt, so dass die Einbettung des Koran und der koranischen Bewegung in die Religionsgeschichte des Vorderen Orients nicht wahrgenommen wird. So jedenfalls lässt sich kein Zugang zu „Mohammed” und den Anfängen erschließen, sondern nur die „reichhaltige Literatur” des 9. und 10. Jahrhunderts – ein wenig reduziert und spekulativ auf koranische Anklänge interpretiert – nacherzählen. Resultat ist aber immerhin eine recht bunte Geschichte voller seltsamer, oft auch interessanter Details, nur leider nicht zu einem historisch vertretbaren „Leben Mohammeds”.

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(1*) Geneviève Gobillot, La démonstration de l’existence de Dieu comme élément du caractère sacré d’un texte. De l’hellénisme tardif au Coran, in: Al-Kitab. La sacralité du texte dans le monde de l’Islam, hg. von D. De Smet, G. de Callatay u. J.M.F. Van Reeth (Acta Orientalia Belgica, subsidia III), Brüssel 2004, 103-142; dies., Grundlinien der Theologie des Koran. Grundlagen und Orientierungen, in: Markus Groß / Karl-Heinz Ohlig (Hg.), Schlaglichter, Die beiden ersten islamischen Jahrhunderte, Hans-Schiler-Verlag: Berlin 2008, 320-369.
(2*) Jan M.F. Van Reeth, L’Évangile du Prophète, in: Al-Kitab, a.a.O. 155-173; ders., Die Vereinigung des Propheten mit seinem Gott, in: M. Groß / K.-H. Ohlig (Hg), Schlaglichter, a.a.O. 370-383.
(3*) Karl-Heinz Ohlig, Das syrische und arabische Christentum im Koran, in: Karl-Heinz Ohlig / Gerd-R. Puin (Hg.), Die dunklen Anfänge. Neue Forschungen zur Entstehung und frühen Geschichte des Islam, Berlin 2005, 366-404.
(4*) Christoph Luxenberg, Die syro-aramäische Lesart des Koran. Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache, Berlin 2000; ders., Neudeutung der arabischen Inschrift im Felsendom zu Jerusalem, in: K.-H. Ohlig / G.-R. Puin (Hg.), Die dunklen Anfänge, a.a.O. 124-147; ders., Relikte syro-aramäischer Buchstaben in frühen Korankodices, in: Karl-Heinz Ohlig (Hg.), Der frühe Islam. Eine historisch-kritische Rekonstruktion anhand zeitgenössischer Quellen, Berlin 2007, 377-414; ders., Die syrische Liturgie und die „geheimnisvollen Buchstaben im Koran, in: M. Groß / K.-H. Ohlig (hg), Schlaglichter, a.a.O. 411-456.
(5*) Jan M.F. Van Reeth, Eucharistie im Koran, in: M. Groß / K.-H. Ohlig (Hg.), Schlaglichter, a.a.O. 457-460.
(6*) G. Gobillot, Grundlinien der Theologie des Koran …, in: M. Groß / K.-H. Ohlig (Hg.), Schlaglichter. , a.a.O. 326.
(7) Hans Jansen, Mohammed. Eine Biographie, Verlag C.H. Beck: München 2008.
(8*) Vgl. hierzu Volker Popp, Biblische Strukturen der islamischen Geschichtsdarstellung, in: M. Groß / K.-H. Ohlig (Hg.), Schlaglichter, a.a.O. 35-92.
(9*) Karl-Heinz Ohlig, Weltreligion Islam. Eine Einführung, Mainz, Luzern 2000, 11.

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Time am 28. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/27/sklavische-nachbeter/
2) http://www.inarah.de/cms/rezension-tilman-nagel-eine-sackgasse-ohlig.html

Sklavische Nachbeter

27. Oktober 2014

Jansen

Vor kurzem habe ich die Rezension der Klohamett-Biografie von Hans Jansen, die Karl-Heinz Ohlig (1) verfasst hat, mit großem Gewinn erneut gelesen (2).

Es wird deutlich, dass die deutsche Orientalistik überwiegend aus Lohnschreibern des Mohammedanismus besteht, deren Texte immer wieder Hishams Biografie, die weltweit das einzige Zeugnis der Existenz des mörderischen Propheten ist, als weichgespülte Materialsammlungen variieren, von wissenschaftlicher Arbeit jedoch Lichtjahre entfernt bleiben.

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Ein Lesevergnügen

Im 20. Jahrhundert erschien eine Reihe von Mohammedbiographien. Alle beziehen sich auf die „biographische“ islamische Literatur des 9. und 10. Jahrhunderts, vor allem auf die Sira, verfasst von einem Ibn Hisham (gest. um oder nach 830). Dieser behauptet, sich seinerseits auf eine ältere Vorlage von Abu Ishâq (gest. 767) zu stützen, die er weithin wiedergebe.

Alle modernen Mohammedbiographien halten das dort gebotene Material grundsätzlich für historisch, nachdem sie aber – ohne es zu verraten – stillschweigend alles Mirakulöse, offensichtlich Legendarische und für Mohammed, nach heutiger Sicht, Negative weggelassen haben. Resultat ist ein Leben Mohammeds in Mekka und Medina, mit genauen Datierungen, Verwandtschaftsverhältnissen, Ehen, mit Hidschra von Mekka nach Medina, Schlachten, Siegen bis zum Tod. „Alle bisherigen Mohammed-Biographien sind Umarbeitungen von Ibn Ishâq“ (S. 22), inhaltlich bieten sie die gleichen Abläufe, so dass es im Grunde genügt, nur eine von ihnen zu lesen.

Kurios ist nun, dass Hans Jansen das Gleiche tut: „Das vorliegende Buch … folgt genau Ibn Ishâqs Sammlung von Geschichten“ (ebd.), referiert aber nicht nur ein heute erträgliches Resümee, sondern auch alles Absonderliche („In zahlreichen Geschichten wird er [Mohammed] als Hellseher und Wundertäter vorgeführt“, S. 443), auch die Verklärung des Dschihad und die „in modernen Augen eher negativen Aussagen … Vorhaltungen über den Inhalt dieser Erzählungen von Mohammed sollten dahin adressiert werden, wohin sie auch gehören: an die islamische Tradition und nirgendwo sonst“ (S. 22.23).

Wer Jansens Buch liest, gewinnt in den 19 Kapiteln einen plastischen Eindruck von der Eigenart der Sira und dem dort erzählten Leben Mohammeds und realisiert, dass es sich bei ihr um eine Sammlung von bunten Geschichten handelt, die zahlreiche Fragen aufwirft. Viele dienen wohl dazu, Koranverse, die in ihrem Kontext unverständlich sind, durch schöne Geschichten zu erläutern, eine „haggadische Exegese“ (S. 446.447).

Jansen verzichtet im Allgemeinen darauf, die möglichen historischen Abläufe anhand von Quellen selbst zu diskutieren; nicht zuletzt deswegen liest sich das Buch so angenehm. Nur gelegentlich bezieht er sich auf neuere historische Untersuchungen, z.B. von Patricia Crone, der zufolge das damalige Mekka keineswegs eine blühende Handelsstadt war, oder auf die philologischen Untersuchungen von Christoph Luxenberg, z.B. zur Bedeutung von „muhammad“, und man spürt, dass er die neueren kritischen Untersuchungen kennt. Prinzipiell aber folgt er dem Text der Sira und stellt dann einige Fragen, ohne sie zu beantworten. So soll Mohammed 570 in Mekka, „im Jahr des Elefanten“, geboren worden sein; nach Zeugnissen aus anderen Quellen aber „sieht (es) danach aus, als sei 552 das ,echte’ Jahr des Elefanten gewesen“ (S. 31). Jansen geht auf viele weitere Einzelheiten ein und meint: „Aus alledem folgt: Mohammeds Geburtsjahr ist nicht bekannt“ (S. 32).

Oder er geht auf den Namen der Mutter Mohammeds, Amina, ein: „Es ist natürlich gut möglich, daß Mohammeds Mutter einen Namen hatte, der zufällig in einer der Schwestersprachen des Arabischen (Hebräisch, Verf.) ,Erzieherin’ bedeutet. Aber das wäre ein ganz großer Zufall. Viele moderne kritische Wissenschaftler werden es für einen allzu großen Zufall halten und zu der Schlussfolgerung neigen, dass es sich dabei um eine Legende handelt. Gewissheit ist in diesem Punkt jedoch nicht zu erlangen; dass aber nach islamischer Überlieferung Mohammeds Mutter Amina hieß, ist so sicher wie das Amen in der Kirche“ (S. 36). Oder: „Über Mohammeds Vater ist nichts bekannt – außer dass er noch vor dessen Geburt starb. Als Mohammed sechs Jahre alt war, starb auch seine Mutter Amina. Es ist eine merkwürdige Reihe: Mose war ein Findelkind, Jesus Sohn einer (anfangs) ledigen, jungfräulichen Mutter und Mohammed ein Waisenkind“ (S.41).

Und so geht es weiter: Man spürt gelegentlich den Schalk des Autors, der sich den Erzählungen mit einer gewissen Ironie nähern kann. Das gilt für die von ihm – meist – nicht weiter kommentierten Wundererzählungen: als z.B. ein Mitstreiter Mohammeds im Kampf am Auge getroffen wurde, „daß es ihm bis auf die Wange herabhing“, schob Mohammed das Auge „wieder dorthin zurück, wo es hingehörte, worauf dieses sein bestes und schärfstes Auge wurde“ (287). Auch bei vielen anderen Geschichten bezieht er selbst keine Stellung, sondern merkt nur an, dass solche Erzählungen von möglicherweise areligiösen Historikern natürlich anders aufgefasst werden, für Muslime aber wahre Begebenheiten referieren. Nur dort fügt er – sehr dezidiert – seine eigene Meinung an, wo ihm ethische oder menschenrechtliche Standards verletzt scheinen: „Sollten Muslime wirklich derart antiquierte Geschichten als Leitfaden für ihr Leben nehmen wollen?“ (S. 285), oder: „Aufgrund einer religiösen Überzeugung zu morden ist daher keine Heldentat, sondern ein Denkfehler“ (S. 451), oder: Jansen berichtet, dass Mohammed, nach der Zählung Ibn Warraqs, 80 Meuchelmorde zugeschrieben werden. „Selbst wenn es nur halb so viele waren, sollte man sich doch mit dieser Frage beschäftigen“. Bei einem Feldherrn der Antike wie Alexander dem Großen sei dies nicht verwunderlich, „aber bei einem Religionsgründer kann das leicht zu Problemen führen“ (S. 443).

Jansen kennt sehr gut die Bibel, und er führt immer wieder Bibelstellen an, die Koranverse oder die Gestaltung der Geschichten in der Sira offensichtlich beeinflusst haben. Dies gilt nach ihm auch für das Gesamtkonzept der Sira: „Die Rolle Mohammeds in den von Ibn Ishâq gesammelten Geschichten erinnert am meisten an diejenige der Richter im Alten Testament“ (S. 421).

Geschickt enthält er sich einer Festlegung in historischen Fragen. „Die Theorie, daß es Mohammed nie gegeben hat, wirkt sichtlich weit hergeholt“ ( S.445). Aber er geht auf die Möglichkeit ein, dass Mohammed (übersetzt: der Gepriesene, benedictus) die – in meinen Worten – Historisierung eines christologischen Prädikats war; dies hält er „für ziemlich nahe liegend“ (ebd.). Er verrät seine Meinung aber indirekt, am konkreten Beispiel: „Welchen Sinn hat es beispielsweise, über die Ehe des Propheten mit einem neunjährigen Mädchen zu wettern, wenn … Und wenn er gar nicht gelebt hat, wäre ein Urteil über ihn ganz und gar unsinnig. Eine Romanfigur wird doch auch nicht verurteilt“ (Ebd.). Oder an anderer Stelle: „Demnach hätte die Erzähltradition die Gestalt Mohammeds erschaffen, und nicht umgekehrt“ (S.446).

Diese „Biographie“ hat gegenüber allen anderen den Vorteil, dass der Leser nicht im Unklaren gelassen wird, was in der Sira – Grundlage aller Biographien – tatsächlich steht. Im Erzählen dieser Geschichten und mit einigen wenigen Fragen wird deutlich, dass aus ihr kein historisch verantwortbares „Leben Mohammeds“ gewonnen werden kann. Und das ohne weitere komplizierte und detaillierte und deswegen notwendig schwer lesbare historische Quellenarbeit. Das Buch ist literarisch ein großer Wurf, und man kann verstehen, wieso es einem der Vertreter der immer selben Märchenmethoden, Peter Heine, Berlin, nicht gefallen hat, so dass er es in seiner Rezension in der Süddeutschen Zeitung negativ bewertet hat.

Lediglich eine Frage habe ich bei Jansen vermisst: Wie auch sonst üblich wird der Behauptung Ibn Hischams Glauben geschenkt, er habe eine viel ältere Vorlage eines Abu Ishâqs benutzt. Muss aber nicht diese These als literarischer und theologischer Topos angesehen werden, um der eigenen Geschichtensammlung und -produktion (im 9. Jahrhundert) ein höheres Alter und damit eine größere Autorität und Glaubwürdigkeit zu verleihen? Nach dem Zeugnis der zeitgenössischen Quellen aber kann um 750, die von Jansen angenommene Abfassungszeit von Abu Ishâq, diese bunte Fülle von Mohammedgeschichten noch nicht vorgelegen haben.

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zu: Hans Jansen, Mohammed. Eine Biographie (aus dem Niederländischen übers. von Marlene Müller-Haas), Verlag C.H.Beck: München 2008, 491 Seiten, in: imprimatur 41, 2008, 146.147 (ISSN 0946 3178)

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Der älteste erhaltene Kloran stammt übrigens ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert (3).

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Time am 27. Oktober 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/28/die-ohlig-gruppe/
2) http://www.inarah.de/cms/rezension-zu-hans-jansen-mohammed-eine-biographie.html
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Koran#Die_Sammlung_des_Korans

Mit Dracula gegen die Torks

26. Oktober 2014

Dracula

BNI macht darauf aufmerksam, dass der am 2. Oktober herausgekommene Film „Dracula Untold“ eine starke counterjihadische Tendenz hat (1). Reihenweise werden die Schergen des Orkherrschers Mehmed II. abgeschlachtet und am Ende er selbst. Wiki (2):

„Nach langem Kampf pfählt er Mehmed und rettet somit Ingeras.“

Die Orks sind beunruhigt (3):

„Heutzutage hat die Verunglimpfung des Islam derartige Höhen erreicht, dass sogar dann, wenn der Sultan in Gegnerschaft zum blutigsten Psycho-Tyrannen der Geschichte gesetzt wird, es Dracula ist, der sich als der tragische Held erweist.“

Heul doch, Elest Ali, heul doch!

Ich werde mir den Film natürlich auf jeden Fall anschauen.

Lieber Vampir als Mohammedanist!

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Time am 26. Oktober 2014

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1) http://www.barenakedislam.com/2014/10/25/great-reason-to-see-the-movie-dracula-untold-muslims-think-it-is-islamophobic/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Dracula_Untold
3) http://www.newrepublic.com/article/119991/dracula-untold-islamophobic

Mit Sicherheit keine Einwände

25. Oktober 2014

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Sie müssen Trauer heucheln, aber eigentlich sind sie froh, dass ihr Dauervergewaltiger endlich erschossen worden ist. Deshalb können sie ein Lächeln nur mit Mühe unterdrücken.

Am Mittwoch raste der 21-jährige Abed Rahman Shaludi in Jerusalem mit dem Auto in eine Menschenmenge, verletzte sieben Menschen schwer und tötete ein drei Monate altes Mädchen.

Auf der Flucht wurde er von der Polizei angeschossen, und er verstarb im Krankenhaus.

Die ekelerregenden Pallies feiern den Babymörder jetzt als Helden und Märtyrer. Seine Familie posiert mit seinem Foto, und überall werden Bilder und Plakate aufgehängt – und zwar nicht nur von der Hamas, sondern auch von der „moderaten“ Autonomiebehörde des durchtriebenen Lügners Mahmud Abbas – die den Hamas-Anhänger feiern.

Besonders widerwärtig gibt sich einmal mehr Ismael Haniyya, einer der fünf Hamas-Führer (1). „Israel heute“ (2):

„Auch Ismail Haniyeh, einer der führenden Hamas-Funktionäre, würdigte Shaludi in einer Rede an der Islamischen Universität in Gaza als Märtyrer. Das löste in Israel Empörung aus: Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Haniyeh seine kranke Tochter in einem Kinderkrankenhaus in Tel Aviv behandeln ließ. Zuvor waren bereits seine Schwester und eine Enkelin in Israel medizinisch versorgt worden.“

Wenn sich alle Palästinenser in den Kopf schießen wollten, hätte der Rest der Menschheit mit Sicherheit keine Einwände dagegen.

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Time am 25. Oktober 2014

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Ismail_Haniyya
2) http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/27809/Default.aspx

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PS: Ich hatte zunächst den Titel „Der Schließmuskel der Menschheit“ gesetzt, aber das erwies sich als nicht korrekt. Den Schließmuskel braucht man, die Pallies nicht.

By the way, ein dreckiger Witz aus einem Anglo-Blog: Ein Hund beißt versehentlich einen Mohammedanisten. Er sagt: „Jetzt muss ich meinen A*sch lecken, um den schrecklichen Geschmack wieder loszuwerden.“

Weiter so, Dieter!

25. Oktober 2014

Dieter Nuhr

Dieter Nuhr ist ein deutscher Kabarettist, der vor ein paar Tagen den „Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache“ erhalten hat (1).

Er ist auch ein konsequenter Mohammedanismuskritiker (und vom Stil der MoT gar nicht so weit entfernt). Das passt den Orks natürlich nicht, und deshalb hat einer ihrer Kommissare, nämlich das Tork Erhat Toka, das dem Umfeld des Dr. „Schreck“ Yavuz Özoguz entstammt (2), wegen der „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ Strafanzeige gegen Nuhr gestellt. Anlass ist unter anderem eine Zusammenstellung von Aussprüchen auf Youtube, die unter

https://www.youtube.com/watch?v=KyIVCmdHERk

aufrufbar ist.

Enjoy!

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Time am 25. Oktober 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dieter-nuhr-strafanzeige-wegen-islambeleidigung-13229165.html
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/11/16/ihnen-ist-nichts-zu-peinlich-2/

Der Finger als Fetisch

25. Oktober 2014

FigeralsFetisch

Robert Spencer hat eine interessante Deutung des zwanghaft erhobenen orkischen Zeigefingers. Zum Foto eines gefassten australischen moderaten Terroristen ganz oben schrieb er (1):

„Beachten Sie seinen erhobenen Zeigefinger auf dem Foto: Das ist einerseits das Zeichen der Verbundenheit mit dem islamischen Monotheismus und andererseits mit dem Islamischen Staat.“

Hundert Zentimeter Fuchtelfinger für Sie.

Don’t enjoy!

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Time am 25. Oktober 2014

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1) http://www.jihadwatch.org/2014/10/australia-muslim-charged-with-plotting-jihad-terror-attack-on-home-soil

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– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/13/an-den-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/27/fingerreligion/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/04/von-den-fingern-nichts-neues/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/30/fingerfools/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/01/aus-den-fingern-gesaugt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/04/fingerfanz/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/09/die-fanatischen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/11/fingerfikher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/20/verbrecherfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/09/14/neues-von-der-fingerfront/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/10/01/awful-anwar-the-finger-fuzzies/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/02/03/fiese-finger-fuchteln-viel/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/24/islam-ist-f-inger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/05/die-finger-der-faschisten/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/08/fantastillionen-von-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/17/flutschfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/24/feindliche-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/02/finger-der-verwechslung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/05/fingerverruckt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/16/aus-meinem-fingervorrat/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/21/voll-fette-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/29/forever-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/06/fingerfalle/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/20/verdammt-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/28/verliererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/04/die-falschen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/12/fingerviecher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/24/frustrierte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/30/vernagelte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/04/ali-time-und-die-40-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/15/fingerfallout/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/21/filthy-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/28/fingerfreaks
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/09/fingerfidis-verpsst-euch/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/16/fragen-sie-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/29/finger-an-flaschen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/08/fingerflops/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/21/fingerfixing/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/05/fallig-frische-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/12/die-finger-der-versager/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/26/fingerfracking/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/02/26/die-fingerphalli/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/03/12/finger-ohne-grenzen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/17/diese-finger-sind-verflucht/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/05/01/finger-auser-facon/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/10/die-verachtenswerten-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/30/frankensteins-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/25/finger-voller-flausen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/02/finger-im-fieber/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/26/fur-eine-handvoll-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/10/23/sie-finden-nicht-sie-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/01/04/freudlose-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/02/17/pausenfullerfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/03/17/diese-finger-werden-verschwinden/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/06/06/zeigt-her-eure-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/07/06/der-nie-versiegende-fingerfluss/

– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/08/28/foltererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/18/vorrang-fingerzidforschung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/13/futter-fur-die-fingerfans/


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