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Torklügen über Deutschland

27. Dezember 2012

Turkey's PM Erdogan and Somalia's President Ahmed listen to the national anthems in Mogadishu

Am 27. November hat die Redaktion von „Turkishpress“ einen Hetzartikel veröffentlicht, in welchem die Behauptung aufgestellt wird, dass die Kulturzensur in Deutschland ebenso rigide sei wie die in der Torkei (1):

„Die Zensurbestimmungen in der Türkei sind teilweise rigide. Doch was stellenweise unbekannt ist: Deutschland betrieb und betreibt weiterhin und im selben Maße Zensur.“

Was wissen wir über die Zensur in der Torkei? „Arte“ (2):

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Zensur Türkei

Schauspieler sind in der Türkei Superstars, die von einem Massenpublikum verehrt und geliebt werden. Das macht sie gefährlich. Droht den staatlichen Bühnenarbeitern in der Türkei die Arbeitslosigkeit?

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan mag keine Kultur, die seine Regierung kritisiert oder seine Wertvorstellungen nicht teilt. „Schauspieler trinken Alkohol und verhalten sich nicht beispielhaft“, verkündete er im Mai.

Anfang Juni verurteilte ein Istanbuler Gericht die erfolgreiche Krimiserie „Behzat C.“ zu einer saftigen Geldstrafe, weil der Kommissar der Serie dort öffentlich Whisky trinkt. Das ist noch viel zu lasch, findet der Präsident des Grünen Halbmondes, Muharrem Balcı. Seine Stiftung mobilisiert gegen Alkohol und Drogenkonsum. „In den Serien müssen Rollenmodelle vorgeschrieben sein“, postuliert er.

Nun soll den staatlichen Theatern der Geldhahn zugedreht werden. „Seine Regierung finanziere keine Theater, die ihre Politik kritisiere“, verkündete Erdogan im Mai. Auslöser der Kritik war das Theaterstück „’Alltäglich, obszöne Geheimnisse“ von Marco Antonio de la Parra, in dem Stück wird der Mangel an Freiheit unter dem chilenischen Diktator Pinochet thematisiert. „Das ist keine Kunst, sondern vulgär“, urteilt auch der einflussreiche islamisch-konservative Autor und Kolumnist Iskender Pala.

Theater solle volksnah und an Familienwerten orientiert sein. Als Reaktion hat der Istanbuler konservative Bürgermeister Topas die inhaltliche Verantwortung der staatlichen Theater seiner Verwaltung übertragen. Die Mitarbeiter der staatlichen Theater in der gesamten Türkei sind empört und gehen auf die Strasse, spielen aus Protest in öffentlichen Parks.

Ein Gesetzesentwurf des Ministerpräsidenten droht den staatlichen Theatern mit einer Schließung in der kommenden Spielsaison.

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„Politically Incorrect“ hatte berichtet (3):

Erdogan regiert ins türkische Fernsehen

Serienfiguren müssen heiraten, Sender, die bestimmte Folgen der US-Comic-Serie Simpsons ausstrahlen, werden abgestraft, und jetzt droht sogar ein komplettes Verbot einer beliebten Serie. Offenbar setzt die türkische Regierung derzeit alles daran, „Das prächtige Jahrhundert“ aus dem TV zu verbannen – und das per Gesetz. Turkish Airlines hat die Filme bereits aus dem Bordprogramm genommen. (…)

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In der Torkei gibt es also eine umfassende politisch-religiöse Zensur im medial-kulturellen Sektor, die vor der Bestrafung einzelner Künstler nicht Halt macht, wenn deren Meinung den mohammedanistischen Machthabern nicht gefällt (4):

„Der türkische Starpianist Fazil Say twittert sich noch in lebenslänglich. Nach der Strafanzeige wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, muss sich Say wohl auch wegen Beleidigung des Gerichts verantworten.“

Turkishpress kann die Verurteilung Says offenbar kaum erwarten. Was haben die Torks nun aber an Deutschland zu monieren?

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Filmzensur in Deutschland – Der Held der Türken war inbegriffen

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Nennen sie es Nostalgie, aber rückblickend betrachten viele der 2. Generation diese Filme als ein Bindeglied in die Heimat der Eltern. Für die Migranten gab es damals nicht die Möglichkeit, sich in türkischer Sprache unterhalten zu lassen. Ausser dem “Köln Radyosu”, einem türkischsprachigen Radiosender, gab es nicht viel Abwechslung im Leben eines Migranten während der 70er und 80er Jahre. Auf Dauer war die tägliche Suche nach dem Radiosender eine sysiphusArbeit. Erst mit dem Aufkommen von türkischen Lebensmittelläden, wurden auch Waren aus der Türkei herbei geschafft, darunter die ersten Beta2000 Videofilme, wofür Gastarbeiter bereit waren, mehr als das doppelte ihres Bruttolohnes für Videoabspielgeräte hinzublättern. Deshalb versammelten sich auch Familien zu Videoabenden, man kam ins Gespräch, schaute gemeinsam den neuesten türkischen Film an, den man sich bei einem türkischen Videoverleiher ausgeliehen hatte. (…)

Wussten sie aber, dass manche der Filme in Deutschland zensiert wurden und nie in den Markt gelangen konnten? Hier eine Liste der Filme, die es nie in die türkischen Videotheken in Deutschland schafften:

Dev Kani, Türkei (1984)
Darsteller: Cüneyt Arkin
Vertrieb: Kalkavan Video
Beschlagnahmt: 29.6.1989 durch das LG Düsseldorf
Folgeindizierung: 31.05.2011, (B)

En büyük Yumruk, Türkei (1983)
Darsteller: Cüneyt Arkin
Vertrieb: Kalkavan Video
Beschlagnahmt: 25.09.1989 durch das AG Neuss
Folgeindizierung: 30.11.2010, (B)

Gecenin sonu, Türkei (1983)
Darsteller: Tarik Akan, Cigdem Tunc, Ahmet Mekin
Vertrieb: Destan Video
Bechlagnahmt: 13.07.1988 durch das AG Esslingen
Folgeindizierung: 31.05.2011, (B)

Insan avicisi, Türkei (1975)
Darsteller: Cüneyt Arkin
Vertrieb: Tele Video Star
Beschlagnahmt: 15.03.1988 und am 8.11.1988 durch das AG München
Folgeindizierung: 29.05.2009, (A)

Kartalbey, Türkei (1984)
Darsteller: Cüneyt Arkin, Alev Sayin, Cemal Gencer
Vertrieb: Arsel Film
Beschlagnahmt: 19.07.1993 vom AG Stuttgart-Bad Cannstatt
Folgeindizierung: 28.11.1992, (A)

Kin, Türkei (1974)
Darsteller: Cüneyt Arkin, Ferda Büyükgünes
Vertrieb: Kalkavan Video
Beschlagnahmt: 29.06.1989 durch das LG Düsseldorf
Folgeindizierung: -

Vahsi Kan, Türkei (1983)
Darsteller: Cüneyt Arkin, Emel Tümer
Vertrieb: Kalkavan Video
Beschlagnahmt: 29.06.1989 durch das LG Düsseldorf
Folgeindizierung: -

Zindan, Türkei (1974)
Darsteller: Tamer Yigit, Yildirim Önal, Feri Cansel
Vertrieb: Üzelli Video
Beschlagnahmt: 21.01.1988 und 10.08.1988 durch das AG Frankfurt
Folgeindizierung: -

(…)

(A): Medien die nach Ansicht der Bundesprüfstelle die Voraussetzungen einer Jugendgefährdung (gemäß § 18 Abs. 1 JuSchG) erfüllen.

(B): Medien die nach Ansicht der Bundesprüfstelle als strafrechtlich bedenklich einzustufen sind und dadurch den Verbreitungsverboten nach § 131 des Strafgesetzbuches (StGB) der Beschlagnahme unterliegen (Gewaltdarstellung).

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Wie unschwer zu erkennen ist, erfolgte die Erstindizierung der gelisteten acht Filme teilweise in der 70er-, teilweise in der 80er-Jahren, ist mithin einem Kulturverständnis geschuldet, wie es vor vierzig Jahren vorherrschte. Die Hälfte der Filme wurden in der Folge freigegeben. Begründung für die Beschlagnahmung waren jeweils vorliegende Voraussetzungen für Jugendgefährdung und Propagierung strafrechtlich relevanten Verhaltens, nicht jedoch unliebsame politisch-religiöse Anschauungen. In der Liste beschlagnahmter Filme (5) erhielten die meisten von ihnen das Genre-Prädikat „Trash“ (Schrott, Müll).

Der Artikel in Turkishpress ist daher ein typisch mohammedanistischer Hetzartikel, der lügenhaft die umfassende politisch-religiöse Zensur in der Torkei mit der Indizierung zum Schutz der Jugend in Deutschland gleichsetzt.

Und Ork-Kommentator Ali Ria Ashley setzt – wie gewohnt in fehlerhaftem Deutsch – noch einen drauf:

„Es gibt in Deutschland mittlerweile sehr viele sogenannter Tabuthemen. Themen, über die öffentlich nicht gesprochen oder gesendet werden darf. Wie zum Beispiel über die Tatsache, dass das Jugendamt immer mehr Kinder ‚In Obhut’ nimmt. Letztes Jahr waren es über 32 tausend Kinder. Es werden auch Kinder von Ausländischen Mitbürgern ohne Gerichtsbeschluss ‚In Obhut’ genommen. Die Teilweise Polnischen, türkischen oder Italienischen Kinder oder Kinder aus Mischehen, dürfen mit Ihren Eltern, so Sie Kontakt haben dürfen, nur auf Deutsch miteinander reden. Menschenrechtsorganisationen Sprechen offen über Germanisierung von Kindern ausländischer Herkunft. Eine öffentliche Debatte hierüber findet NICHT statt.“

Der deutsche Staat als Kinderräuber, die nichtdeutschen Muttersprachen unterdrückend. Das Gegenteil ist wahr: Allerorten wird aus linguistisch-pädagogischen Gründen die Wertschätzung der Erstsprache gefordert und gefördert. Aber die Mohammedanisten bauen sich ihre wahnhafte Welt zusammen, in der immer die anderen für die Schrecken verantwortlich sind, die in Wirklichkeit direkt aus dem Kloran kriechen (6):

„Einer Untersuchung der Universität zu Oslo zufolge beeinträchtigt Islamophobie die Gesundheit von Muslimen – unabhängig davon, ob die Muslime persönliche Opfer von Diskriminierung geworden sind.“

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Time am 27. Dezember 2012

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1) http://www.turkishpress.de/news/27112012/filmzensur-deutschland-der-held-der-tuerken-war-inbegriffen/2878
2) http://www.arte.tv/de/zensur-tuerkei/6853324,CmC=6853320.html
3) http://www.pi-news.net/2012/12/erdogan-regiert-ins-turkische-fernsehen/
4) http://www.turkishpress.de/news/07122012/fazil-say-aggressiv-aber-selbst-empfindlich/2942
5) http://www.schnittberichte.com/svds.php?Page=Titel&ID=3550
6) http://www.migazin.de/2012/12/19/islamophobie-beeintraechtigt-gesundheit-von-muslimen/


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