Mit ‘Antijude’ getaggte Artikel

Der Anti-Jude

30. April 2009

Unter den Auswertungen der gestrigen TV-Talkrunde “Hart aber fair” zum Thema “Gaza” ist mE. die von SpOn unter (1) besonders lesenswert, weil sie den in Deutschland ebenso latent wie virulent grassierenden Anti-Judaismus mit eindrücklichen Zitaten der Debattanten aufdeckt. “Es gibt kein Tabu in Deutschland, Israel zu kritisieren. Im Gegenteil”, stellt Reinhard Mohr fest.

Eine bestimmte Gruppe der Anti-Juden beginnt diese Kritik typischerweise mit “Ich bin ein großer Freund Israels, ABER…”, und läßt dann von Sharon über Olmert zu Netanjahu kein einziges gutes Haar an irgendeinem lebenden jüdischen Politiker. Diese Leute wissen immer besser, was Israel zu tun hätte, und es ist immer etwas anderes als das, was Israel grade tut. Logisch, der Kampf gegen die Hamas war in ihren Augen falsch, völlig überzogen und wurde ungeachtet der eindeutigen Erfolge der IDF und des kläglichen Verhaltens der Terroristen von DIESEN gewonnen. Offenbar DARF Israel für diese Leute nicht kämpfen und nicht siegen. Zu dieser Gruppe zählen mE. zB. Kienzle und Blüm.

“Von Anfang an fiel auf, mit welcher Verve, Leidenschaft, ja Erbitterung sich die sonst so routiniert abgeklärten TV-Talker gegenseitig beharkten”, bemerkt Mohr, und “… Wären die Aufwallungen nur aus der Sache selbst zu erklären, dann hätte man als Zuschauer gar nichts dagegen gehabt. Wir wissen: The Show must go on. Doch es war unverkennbar, dass sich die Erregung aus ganz anderen Quellen speiste. Weder über Afghanistan oder den Irak und schon gar nicht über Somalia oder Zimbabwe, wo wegen des schwarzen Diktators Robert M-UGA-UGA-BE Tausende Menschen einen lautlosen Cholera- und Hungertod sterben, wäre man derart außer Rand und Band geraten. Der Verdacht liegt nahe, dass die Geysire des Unbewussten exakt zwischen ‘Tabu’ und ‘Tabubruch’ liegen, zwischen Schuldgefühlen und dem Drang, sie zu überwinden – dass es also doch untergründige Verbindungen zwischen Israel-Kritik und einem Antisemitismus gibt, der aus den Untiefen der Geschichte kommt und sich immer wieder neu auflädt.”

Vielleicht würde viele Deutschen nicht nur das Eingeständnis, dass die Deutschen als Volk den Juden unermessliches Unrecht zugefügt haben, weiterführen, sondern auch das Eingeständnis, dass bei den Deutschen nach der kurzen Zeit seit ADIS Ende die Wahrscheinlichkeit einfach recht hoch ist, dass sie unterbewußt noch immer in Antijudaismen verfangen sind. Ich frage mich häufig, woher überhaupt das bei uns offenbar große Bedürfnis stammt, Israel kritisieren zu müssen. Es gibt doch in der Tat (s.o.) genug andere und völlig eindeutig zu kritisierende Zustände auf der Welt. Warum überlassen wir Deutschen die Israelkritik nicht zB. unseren amerikanischen Freunden und konzentrieren uns selbst auf die Sioux- und Apachenkritik? Egal, wie hoch diese Israelkritiker ebenso absurder- wie fälschlicherweise den angeblichen Berg der Schuld Israels erklären, es ist generell unmöglich, die ungeheure Schuld der Deutschen an den Juden zu verringern oder zu relativieren (es sei denn durch Bezug auf die Schuld des Mohammedanismus und seiner 270 Millionen Toten). Diese Israelkritiker machen nicht nur die “deutsche Schuld” NICHT kleiner, sondern sie vergrößern sie im Gegenteil sogar deshalb, weil sie – obschon sie nicht direkt gegen die Juden agieren – nunmehr die Feinde der Juden unterstützen. Deshalb mache ich – bekennender Deutscher, der ich bin – folgendes, wenn mir was an Juden oder Israel nicht gefällt, und das gilt sogar für Woody Allen: Ich halte die Klappe!

Eine andere Gruppe der Anti-Juden sei erwähnt, das sind die Ork-Agenten. Diese Leute, die sich in Deutschland gerne als “Orientalisten” tarnen (von 100 deutschen Orientalisten sind bekanntlich 110 verdeckte Mohammedanisten), interessieren sich nicht für unser Land und seine Geschichte, sie führen vielmehr intellektuellen Jihad. Ihnen ist kein Greuelmärchen, kein angeblicher Kronzeuge zu unglaubwürdig, um negative Aussagen gegen Israel zu platzieren, weil sie erkannt haben, dass die Existenz Israels den Beginn des Untergangs des Mohammedanismus bedeutet. Zu dieser Kategorie gehört mE. Steinbach. Mohr schreibt: “Am deutlichsten widersetzte sich der Orientalist Udo Steinbach dieser komplizierten Doppelthematik – er wollte nur über den Gaza-Krieg sprechen. Die Nazi-Vergangenheit werde immer nur als Alibi benutzt, um der schlimmen Gegenwart im nahen Osten auszuweichen. Seine eigenen Schüler und Studenten interessierten sich jedenfalls ‘mehr für Gaza als für Auschwitz’.” Unter (2) lesen Sie diesbezüglich ein besonders abstoßendes Machwerk. “‘Meine Familie ist buchstäblich geschmolzen’ – Es gibt kaum Zweifel daran, dass Israel im Gaza-Krieg Phosphor-Granaten eingesetzt hat”, behauptet die “Orientalistin” Esther Saoub (! – 3 ). Kein Zweifel für sie, die Juden sind perverse Kindermörder: “‘Wir haben überall im Gazastreifen Nachweise für weißen Phosphor gefunden’, sagt Chris Cobb-Smith, Militärexperte der Menschenrechtsorganisation amnesty international… Der dichte Rauch des weißen Phosphor, sagt er, werde GEWÖHNLICH eingesetzt, um Truppenbewegungen zu verbergen. Als Antipersonenwaffe war er NIE gedacht. Doch die israelische Armee hat ihn OFFENSICHTLICH als solche eingesetzt: ‘Es ist UNMÖGLICH, dass dies versehentlich geschehen ist. Die Granaten wurden BEWUSST auf DICHT besiedelte WOHNGEBIETE abgefeuert.’”

Eine dritte Gruppe sind schließlich natürlich die Orks selbst, die zB. für uns als “Vorschlag” getarnt die mohammedanistische Welt auf die Vernichtung Israels einschwören, indem sie die Rückkehr der arabischen Flüchtlinge nach Israel fordern (s. King Abdulla). Deren Zahl belief sich 1948 laut Wiki auf 711.000, 1967 auf 175.000-300.000, von denen nach derselben Quelle jedoch mitlerweile “laut UNRWA… 3,7 Millionen… als Flüchtlinge anerkannt” sind, wohingegen R.B. Goldmann heute in der FAZ sogar von “über sechs Millionen” in den Flüchtlingslagern spricht. Der jordanische Königsberater Abu Odeh zB. lehnt eine Einwanderung von Palästinensern in Jordanien ab, weil dies “UNSERE Gesellschaft zerstören könnte”. Dass diese riesige, ungebildete und haßerfüllte Gruppe JEDEM Staat und zumal dem nicht-orkischen Israel den Untergang brächte, ist auch JEDEM Menschen auf Erden völlig klar, und deshalb ist Abdullas “Vorschlag” auch nichts weiter als ein codifizierter Aufruf zum JIHAD, dessen vordringlichstes Ziel wiederum wie gesagt naturgemäß die Vernichtung ISRAELS sein MUSS. Jedoch, an Israel wird sich der Ork auch die letzten seiner noch verbliebenen Zähne ausbeißen, bevor er im Abfluß der Geschichte verschwindet!

Time am 22. Januar 2009

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(1) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,602764,00.html

(2) http://www.tagesschau.de/ausland/gaza730.html

(3) http://www.ndrinfo.de/wir_ueber_uns/korrespondenten/kairo2.html

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PS:: Zum Thema arabische Flüchtlinge machte FAZ-Leser Eckhard Raabe am 20. Mai 2008 übrigens folgende interessante Anmerkungen:

In dem Artikel “In den Feldern der Philister” (F.A.Z. vom 10. Mai) wird scheinbar objektiv und neutral über die Entstehung des Staates Israel berichtet. Tatsächlich wird aber subtil antiisraelische Stimmung gemacht: “Der Unabhängigkeitskrieg Israels bedeutete für die Palästinenser eine Katastrophe… Die Palästinenser flüchteten vor den ‘Hunden des Krieges’, die entfesselt worden waren.” Liest man den Artikel insgesamt, gewinnt man den Eindruck, Israel habe 1947/48 einen Krieg angefangen und als wichtigstes Ergebnis 700 000 Palästinenser vertrieben. Im ganzen Artikel kein Wort darüber, dass dieser Krieg von den arabischen Staaten und palästinensischen Freischärlern vom Zaun gebrochen worden war und dass dessen Ziel die Vernichtung Israels und seiner jüdischen Bevölkerung war. Die “Hunde des Krieges”, deren Opfer die Palästinenser waren, sind von Arabern entfesselt worden. Und wäre der Krieg so ausgegangen, wie die arabische Seite es sich erhoffte, hätte es einen zweiten Holocaust gegeben.

In ihrer Verkürzung irreführend ist auch die Bemerkung, es habe keine arabischen Aufrufe zur (zeitweiligen) Flucht der Palästinenser geben. Benny Morris, ein revisionistischer Historiker, auf den sich Wolfgang Günter (“Ali”, T.) Lerch wohl beruft, schreibt lediglich, dass er keine entsprechenden Dokumente gefunden habe, wobei er keinen Zugang zu arabischen Archiven hatte. Es gibt aber zahlreiche zeitgenössische Berichte in britischen und amerikanischen Medien sowie Berichte des britischen Geheimdienstes, die diese Aufrufe bestätigen. Die Aufrufe waren mit der Drohung verbunden, wer bleibe, müsse nach der erhofften Wiedereroberung mit Sanktionen rechnen. In Haifa zum Beispiel sind Zehntausende Palästinenser diesem Aufruf gefolgt und verließen die Stadt. Tausende Palästinenser blieben. Sie beziehungsweise ihre Nachkommen leben noch heute dort (nachzulesen unter anderem bei Lozowick, Yaakov: Israels Existenzkampf, Hamburg 2006).

Aktiv vertrieben (wohl insgesamt etwa ein Drittel der Flüchtlinge) wurden die Palästinenser aus Ortschaften, die sich im Unabhängigkeitskrieg als Bedrohung erwiesen hatten, von denen zum Beispiel 1948 der Zugang zu Jerusalem blockiert wurde, um die jüdische Bevölkerung auszuhungern. Das zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegene Abu Gosh hat sich an dieser Blockade nicht beteiligt. Es ist bis heute ein arabischer Ort.


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