Manch Staatsmann machte nicht nur durch Gewalttaten auf sich aufmerksam sondern auch – wir wir hier, hähä – durch sein Engagement im Literaturbetrieb. Caesar schrieb über den gallischen Krieg, Hitler verstand es, Groschenroman mit politischem Manifest zu verbinden, und Mao quälte seine Hofschranzen mit Gedichten. Verzweifeltes Stirnrunzeln löst bei mir stets eine Allegorie aus, die von einem der größten Loser aller Zeiten auf uns gekommen ist (dem wir Deutschen gleichwohl Enormes verdanken), sie lautet: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben” und stammt von Gorbi. Das Leben als Racheengel, welcher die Zuspätkommer bestraft, so ein Unfug kann nur dem kranken Hirn eines Kommunisten entspringen.
Immer wieder auf’s Neue bestätigt sich hingegen für mich Brallie Winds Ausspruch “Es wächst zusammen, was zusammen gehört”. Einerseits bringt sein Hauch von Fatalismus meinem ansonsten eher calvinistischen Geist Entspannung, und dann verweist er auch auf eine – mich faszinierende – gewissermaßen teleologische aber gleichwohl naturwissenschaftlich begründete Sicht des Universums als auf immer tiefgreifendere Strukturierung gerichtet seiend, wie sie zB. von dem Physiker und Biologen Carsten Bresch dargelegt wird.
Was den Orkismus betrifft, so teile ich die Ansicht von George Friedman, der der Türkei in Zukunft die Schlüsselstellung einräumt, zumal in der islamischen Welt, die sie dort seit fünfhundert Jahren eingenommen habe. Ich denke, Nordafrika und den Nahen Osten werden wir Christen auf sehr lange Zeit nicht wiedergewinnen. Der Untergang des mit christlicher Hilfe sturmreif geschossenen Byzanz beendete zudem die über 2.500-jährige europäische grandiose Geschichte Kleinasiens – dauerhaft, wie ich meine. “Es wächst zusammen, was zusammen gehört” bzw. “Es wächst auseinander, was nicht zusammengehört”, logo! Zu einem ganz anderen Schluß, nämlich dem, dass “zusammenwächst, was NICHT zusammengehört” kommt der ökumenische Patriarch von Konstantinopel (einer Stadt, die nurmehr in der Fantasie existiert), wie die heutige FAZ berichtet.
“Die Hoffnung des Patriarchen richtet sich auf einen raschen EU-Beitritt der Türkei. ‘Je schneller, desto besser’, so dringt Bartholomaios I. gegenüber Bischof Huber auf ein Entgegenkommen der Europäer. Der Patriarch setzt darauf, dass sich die Situation der Christen in der Türkei nach dem Beitritt zur EU SCHLAGARTIG verbessern wird.”
Au ja, das ist eine super Idee, vor allem angesichts der Tatsache, dass “die Türkei die Religionsfreiheit bisher nur unzureichend (nette Verharmlosung, T.) achtet. Pfarrer Nollmann erzählt von der NOCH IMMER OFT (noch immer? Das Christentum ist aus dem Land, in dem es sich in der Antike zur Religion entwickelte, in den letzten Jahrzehnten fast völlig verschwunden, auf 70 Millionen Orks kommen noch ca. 120.000 Christen, und der gute Bartholomaios vertritt ganze 3.000 von ihnen. T.) feindseligen Einstellung gegenüber christlicher Religion im öffentlichen Raum. An einer deutsch-türkischen Schule sei an ihn, nachdem drei freikirchlichen Missionaren in Malatya 2007 die Kehlen durchgeschnitten worden waren, das Ansinnen herangetragen worden, Bücher des S. Fischer-Verlages zu entfernen, weil die drei Fische im Verlagssignet als christliche Symbole gedeutet werden könnten. Die Schule könne somit zum Ziel von Anschlägen werden, wurde argumentiert.”
Unglaublich! Wenn Mohammedanisten Christen grausam foltern und ermorden und stolz aussagen, dass sie es für ihren Blutsäufergott getan haben, dann hat das mal wieder garnichts mit dem Fieslahm zu tun: “Unter der Regierung der AKP von Ministerpräsident Erdogan hätten sich die Bedingungen verbessert. Erdogan sei aufgrund religiöser Äußerungen im Gefängnis gewesen und kenne die Nöte DER Religionsgemeinschaften, sagt Nollmann (Wenn er was anderes sagen würde, würde er RICHTIG Ärger kriegen, der Schleimer, s. Malatya, T.). Probleme bereiteten den Kirchen denn auch weniger die gemäßigt islamischen Kräfte (die es, wie man als Counterjihadi weiß, lediglich vorübergehend und als winzige Takija-Minderheit gibt. T.), sondern der Nationalismus, besonders in seiner LAIZISTISCH-kemalistischen Ausprägung.” Psssst… E-R-G-E-N-E-K-O-N!
Oh, Moment mal, jetzt verstehe ich Bartholomaios: Er geht natürlich davon aus, dass 99,85% der Türken am Tag nach dem Beitritt der Türkei zur EU in deutschen Sozialämtern sitzen werden und die paar Christen dann die ganze Türkei für sich alleine haben. So ein Fuchs! Fürwahr der würdige 270. Nachfolger des Apostels Andreas. Indes… Andreas starb am Kreuz, an einem mit schrägem Balken.
Time am 19. März 2009