Mit ‘Fred Alan Medforth’ getaggte Artikel

Glück im Unglück

7. Februar 2013

Medforth

Gestern war ich sehr unglücklich, als ich sah, dass der counterjihadische, linke und sehr fleißige Bloggerkollege Fred Alan Medforth schon wieder (1) gelöscht worden war (2).

Nach einer kurzen Recherche konnte ich jedoch aufatmen: Er ist einfach in sein Parallelblog bei Google-Blogger (wo er 2011 gelöscht worden war) gehüpft, und er ist nach wie vor in alter Frische dabei (3). Auch hat er jetzt eine eigene Domain unter

http://www.medforth.de/

Im Kampf gegen den Nazislahm kenne ich weder rechts noch links sondern nur anständig und verkommen bzw. informiert und uninformiert.

Danke, Fred!

_____

 
Time am 7. Februar 2013

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/03/12/jihad-watch-deutschland-2/
2) http://medforth.wordpress.com
3) http://fredalanmedforth.blogspot.de/

Unsere MSM

14. September 2012

Wie der US-Botschafter Christopher Stevens von
„libyschen Sicherheitskräften in ein Krankenhaus gebracht wurde“.

Der „Tagesspiegel“, Do, 13. 9. 2012, 18:09 Uhr (1)„Gegen 23.20 Uhr hätten US-Sicherheitsbeamte dann zwar das Hauptgebäude wieder kontrolliert, sich aber immer noch schwere Gefechte mit den Angreifern geliefert. In dieser Zeit sei der Botschafter, ob nur verletzt oder bereits tot, offenbar von libyschen Sicherheitskräften in ein Krankenhaus in Bengasi gebracht worden. Dort sei dessen Tod diagnostiziert worden, gestorben sei er vermutlich durch eine Rauchvergiftung.“

Fred Alan Medforth, Mi, 12.9.2012, ca. 7:00 Uhr (2): „Wie die Tiere: Islamisten schleifen die Leiche des US-Botschafters durch die Straßen von Benghazi“.

_____

Time am 14. September 2012

_____

1) http://www.tagesspiegel.de/politik/angriffe-auf-us-botschaften-zwischen-freund-und-feind/7131760.html
2) http://medforth.wordpress.com/2012/09/12/wie-die-tiere-islamisten-schleifen-die-leiche-des-us-botschafter-durch-die-strassen-von-benghazi/

_____

Update, 150912: Der Botschafter soll vor und nach seinem Tod mehrfach sexuell missbraucht („vergewaltigt“) worden sein. Man vermutet einen mohammedanistisch-rituellen Hintergrund.
http://www.barenakedislam.com/2012/09/15/why-did-the-state-department-send-a-gay-man-to-be-ambassador-in-a-homophobic-muslim-country/

Deutschland sucht den Superstar

15. Mai 2012

In der FAZ vom 11. Mai hatte der Terrorismusexperte F.W. Horst, der am Interdisciplinary Center Herzliya (IDC) studierte und über Salafismus am International Institute for Counterterrorism (ICT) in Israel forscht, einen Überblick über die deutsche SA-lafistenszene gegeben (1).

_____

Gewalttätige Gegenkultur

(…) Mitte der neunziger Jahre hatte der in Bonn ansässige Prediger Mohamed Benhsain gemeinsam mit dem Leipziger Imam Hassan Dabbagh begonnen, überregionale Islam-Seminare zu organisieren. Es waren die ersten Versuche in Deutschland, mit der „Dawa-Arbeit“, also der Werbung für einen Islam salafistischer Prägung, ein größeres Publikum zu erreichen. Von 2002 an (9/11 hatte den Boden beackert, nun sollte die Saat ausgebracht werden. T.) intensivierte sich die Arbeit einiger Prediger, die überwiegend aus Marokko, Ägypten und Syrien stammten und von dem Gelehrtennetzwerk zweier Schüler al-Albanis dominiert waren. Neue, salafistisch geprägte Moscheegemeinden entstanden, einige bestehende Gemeinden wurde „salafistisiert“. Die wachsende Zahl auch jüngerer Prediger fand vor allem unter Jugendlichen großen Zuspruch. Manch ein Moscheevorstand war froh über die Veranstaltungen mit den publikumswirksamen Predigern, welche die Sprache der jüngeren Generation zu sprechen schienen. Einer von ihnen war Pierre Vogel, zweifellos das bekannteste Gesicht des Salafismus in Deutschland.

2001 war er konvertiert, hatte seine mäßig erfolgreiche Boxkarriere beendet, ein paar Semester in Mekka studiert und war dann ins heimatliche Bonn zurückgekehrt. 2005 traf er den palästinensischen Geschäftsmann Ibrahim Abou Nagie (der Kloranverteiler, T.). Sie beschlossen, in die Debatte über das Kopftuchverbot für Lehrerinnen einzugreifen, produzierten und verteilten eine Video-CD, auf der sie das Kopftuch zur Pflicht erklärten. Bestärkt von der Resonanz, erstellten sie eine Website, auf der fortan eine wachsende Zahl salafistischer Vorträge dokumentiert wurde. Das war der Anfang der Gruppe „Die Wahre Religion“ (DWR), die fortan in Moscheen und Veranstaltungsorten in ganz Deutschland auftrat. (…)

Trotz der Querelen wuchs die Szene weiter. Heute ist es schwer, eine größere Stadt ohne salafistischen Treffpunkt zu finden. Unterstützung erhielt der Salafismus vor allem vom Golf, unter anderem durch die zahlreichen kostenlosen Publikationen saudischer Geistlicher, die zumeist von deutschen Salafisten übersetzt und dann verteilt wurden. Es floss aber auch Geld, zum Beispiel zur Errichtung der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln, aus deren Anhängerschaft ganze Freundeskreise ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zum Dschihad aufgebrochen sind.

Es wäre jedoch zu einfach, die Ausbreitung des Salafismus als Ergebnis eines Propagandafeldzugs der Golf-Staaten zu betrachten. Sein Erfolg ist ebenso ein Ergebnis der Globalisierung. Der Salafismus spricht den Einzelnen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Kultur an und bezieht sich auf kein bestimmtes Territorium. Das macht ihn attraktiv in einer Zeit, in der weltweite Migration und nie dagewesene Mobilität traditionelle Identitäten in Frage stellen. Zugleich etabliert der Salafismus eine Gegenkultur mit festen Regeln und Rollenbildern. Diese verspricht Halt in einer Welt, in der man sich im Zweifelsfall allein durchbeißen muss.

Während die meisten muslimischen Gemeinden in Deutschland nach Herkunft der Einwanderer getrennt organisiert sind, bieten salafistische Gruppen eine neue, vereinende Identität. Mehr noch – innerhalb kürzester Zeit dürfen sich die Anhänger berufen fühlen, gegen eine moralisch korrumpierte Welt zu kämpfen und der verirrten muslimischen Gemeinschaft den rechten Weg zu weisen. (…)

Wer allerdings von sich glaubt, unmittelbar das Gebot Gottes zu vertreten, und menschliche Vernunft als Teufelswerk ablehnt, mit dem ist schwer zu argumentieren – und doch geben sich die jungen Salafisten in den Fußgängerzonen betont offen und diskussionsfreudig. In Online-Vorträgen und Moschee-Seminaren können sie ihr Überzeugungshandwerk von den Großen der Szene lernen. In Kursen wie „Dawa für Muslime“ und „Dawa für Atheisten“ können sie gezielt die richtigen Argumente einstudieren. In der Tat ähneln sich Verkäufer und Salafist in einem Punkt: Es kommt ihnen weniger auf Vernunft und Stichhaltigkeit als auf das Ergebnis an – Konversion als Verkaufsabschluss. (…)

Solch pragmatisches Verhältnis zu Rationalität zeichnet das Vorgehen der Salafisten generell aus. Der Ruf zum Islam wird mit modernster Technik ins Werk gesetzt. Blumenwiesen, Wasserfälle, Weltraumaufnahmen dienen als Hintergrundbilder für Live-Bekehrungen per Internet. Auf der Facebook-Seite einer der Moderatoren des gewaltaffinen Ahlu-Sunna-Forums aus Hamburg sieht man die Bilder von grünen Kanarienvögeln, denn laut Koran werden die Märtyrer im Paradies um den Thron Gottes flattern. Die Profilbilder der Forum-User zeigen neben schwarzen Fahnen auch schwertschwingende, islamische Helden auf sich aufbäumenden Pferden. User-Namen gleichen oft den sagenumwobenen Gefährten Mohammeds. In ihrer Phantasie leben die Salafisten die Urgeschichte des Islam fort und träumen sich in eine goldene Vergangenheit, die zugleich auch Zukunft sein soll.

Salafismus ist neben allem auch Weltflucht. Das passt zur radikalen Abkehr von der Idee, der Einzelne an sich könne einen Wert haben. Dem Salafismus gilt menschliches Handeln und Denken als solches für nichtig oder gar Blasphemie. Nicht nur ist Allah der alleinige, allmächtige und allwissende Herr der Welt, der samt seinen Namen und Eigenschaften mit nichts verglichen werden kann, sondern auch alle Anbetung darf nur ihm gelten. Hierbei wird „Anbetung“ recht umfassend ausgelegt. Je nach Gelehrtem können auch Demokratie oder Gewinnstreben als Götzendienst darunter fallen. Abou Nagie: „Wenn Du einen Präsidenten anbetest, hast Du Allahu Akbar nicht verstanden. Wenn Du Deine Frau anbetest, hast Du Allahu Akbar nicht verstanden. Wenn Du das Geld anbetest, dann hast Du Allahu Akbar nicht verstanden.“ Mit ähnlichen Argumenten haben die Ideologen Al Qaidas ganze muslimische Regime zu Ungläubigen und damit legitimen Zielen des Dschihad erklärt.

Viel wurde in den vergangenen Jahren in der Bekämpfung der dschihadistischen Strömung des Salafismus erreicht. Mehrere zu Gewalt aufrufende Internetseiten wurden geschlossen, die Unterstützer militanter Gruppen im In- und Ausland verhaftet. Fast alle Anschläge konnten vereitelt werden. Doch kann die Aktivität der Sicherheitsbehörden weder Angriffe ausschließen, noch ist der salafistischen Bewegung durch Verbote allein beizukommen. Denn auch die Kreise, die strafrechtlich nicht belangt werden können, spielen bei der Radikalisierung späterer Dschihadisten eine wichtige Rolle. Von der Abwertung des Lebens und der angeblichen Bedrohung des reinen Islam ist es kein weiter Schritt, Andersgläubige zu Feinden zu erklären, für deren Vernichtung das eigene, an sich ohnehin wertlose Leben billiges Opfer ist.

So waren auch die von Dabbagh und Benhsain organisierten Islam-Seminare ein Schritt auf dem Weg der Radikalisierung einiger Militanter. Bekkay Harrach (erledigt, T.), ein späterer Al-Qaida-Kämpfer, der vor der Bundestagswahl 2009 Deutschland mit Attentaten drohte, hielt auf den Seminaren Vorträge. Auch Eric Breininger (erledigt, T.), der sich innerhalb weniger Monate radikalisierte und der „Islamischen Dschihad Union“ anschloss, war als Besucher dort. In einigen Fällen wurden juristische Mittel überstrapaziert, die politische Isolation des Salafismus aber vernachlässigt. 2008 etwa ermittelte die Polizei gegen Hassan Dabbagh und andere Prediger wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Ende 2010 durchsuchte sie die Einrichtungen von EZP. Straf- und Verbotsverfahren mussten („mussten“? T.) jedoch eingestellt werden.

Auf der anderen Seite wurden Vogel und Dabbagh in Talk-Shows wie Maischberger und Sabine Christiansen Podien geboten, in denen sie sich als moderate Vertreter des wahren Islam darstellen konnten. Noch gravierender scheint allerdings die Zusammenarbeit mit salafistischen Gruppen auf lokaler Ebene, insbesondere dort, wo sie die muslimische Gemeinde weitestgehend dominieren. Im Bonner „Rat der Muslime“, aber auch in einigen ostdeutschen Städten dominieren Prediger, die dem Salafismus verbunden sind. Der salafistische Imam des Dabbagh nahestehenden Erfurter Moscheevereins arbeitet als Seelsorger in der größten Thüringer Justizvollzugsanstalt. Die Stadt Rostock stiftete 2010 gar einen Architekturwettbewerb für den örtlichen Islamverein, dessen Türen in der Vergangenheit immer wieder salafistischen Predigern offenstanden und für dessen Moscheebauprojekt nach Angaben des Vereinsvorstands die „Muslimische Weltliga“ aus Saudi-Arabien 75 Prozent der Mittel bereitstellen will. Die konsequente, politische Isolation des Salafismus und seiner Ideologen steht noch am Anfang.

_____

Leider muss man feststellen, dass Typen, die der Bildung krimineller Vereinigungen verdächtigt wurden und an gewalttätigen Unruhen beteiligt sind, nicht nur „Podien geboten wurden“, sondern ganz aktuell geboten werden, nämlich heute um 22:45 Uhr im Ersten („Menschen bei Maischberger“), wie ich gestern bei Fred Alan Medforth erfuhr (2).

Sturmbannführer Dabbagh wird für den Mohammedanismus hetzen, schön verpackt in süßen Worten, unterstützt von der Orka Renan Demirkan („Natürlich gehört der Islam zu Deutsch­land“), dem jüdischen Dimmie Michael Friedmann („Dass die Gruppe radikalisierter Muslime wächst, liegt nicht im Islam an sich begründet“) sowie der Konvertitin Kristiane Backer („Vom Islam geht keine Gefahr aus, er bedeutet Frieden und Gottesunterwerfung“).

Counterparts sind Matthias Matussek („Der Islam gehöre nicht zu Deutschland“) und Wolfgang Bosbach („Das Recht muss konsequent angewendet werden. Dazu müssen auch Verbote salafistischer Vereine gehören“).

Damit besteht ein Verhältnis von 5:2 (Maischberger zähle ich schon mal zu den Orks), und wir verstehen, wie das in Zukunft für uns aussehen wird. Die Frauenrechte werden nebenbei bemerkt von zwei älteren, katholischen Herren gegen eine Front aus Karriereweibern, Dimmie-Schleimern und Orkkommissaren verteidigt.

Deutschland sucht den Superstar? Wir haben ihn längst gefunden. Es ist das unappetitliche, verfilzte Monster oben im Bild, das aussieht wie der Teufel aus der Puppenkiste und angeblich nunmehr zu mir gehört.

Würg…

_____

Time am 15. Mai 2012

_____

1) http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/salafismus-gewalttaetige-gegenkultur-11746897.html
2) http://medforth.wordpress.com/2012/05/14/salafist-spricht-bei-maischberger/

_____

160512, Nachtrag: Bericht von der TV-Sendung unter
http://www.welt.de/fernsehen/article106320086/Chaotischer-Salafisten-Talk-mit-aggressivem-Katholiken.html

„Haltet den Dieb!“

3. Januar 2012

Von der exzellenten Webseite „The Religion of Peace“ (TROP, 1)

Die erste mohammedanistische Terrorattacke im neuen Jahr erfolgte wenige Minuten nach Mitternacht am 1. Januar in Kenia, als Orks eine Granate in eine Party warfen und fünf Menschen zerfetzten.

Über 9.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr gemäß der unheiligen Schrift „Kloran“ dem Blutsäufergott Alla und seinem monströsen Verkünder Klo H. Metzel, der unzweifelhaft zu den schlechtesten Menschen aller Zeiten gehört, von den Mohammedanisten hingeschlachtet.

Diesem gravierenden Problem, unter dem insbesondere Mohammedanisten leiden, was sie aber nicht so empfinden, versuchen die Orks mit der Methode „Haltet den Dieb“ zu begegnen. So wie der Dieb auf einen Unschuldigen zeigt und kreischt: „Haltet den Dieb!“, so zeigen Mazyek und seine Spießgesellen auf die deutsche Gesellschaft (2). Sie versuchen unter der hysterischen Überschrift „Deutschland in größter Gefahr“, unsere hervorragenden Dienste zu diskreditieren, und sie lasten sodann unserer Bundesfamilienministerin indirekt den Mord an der Orkhexe Marwa El-Sherbiny an, welche von einem asozialen Psychopathen erstochen wurde, den sie vor Gericht gezogen hatte, weil er eine Kinderspielplatzschaukel nicht hatte räumen wollen (3). „islam.de“ (Motto: „Bei uns wird der islam klein geschrieben.“):

„Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat mit ihrer unsäglichen Extremismusklausel 2010 nicht nur die Verharmlosung rechtsextremistischer Gewalt zu verantworten. Das führte z.B. dazu, dass die sächsische Staatsregierung einen ‚Zivilcourage-Preis’ auslobte, der den Widerstand gegen die Neonazis ‚nicht mehr als ehrungswürdig bezeichnet’. In dem östlichen Bundesland, wo vor über zwei Jahren Marwa El-Sherbiny starb, weil der NPD-Sympathisant Alex. W. aus nachweisbar islamfeindlichen und menschenverachtenden Motiven sie und ihr ungeborenes Kind mit Vorsatz im Dresdener Landesgericht vor den Augen der Richter und des Mannes brutalst und kaltblütig ermordete.“

Was aber besagt die „unsägliche“ Extremismusklausel? Die „Süddeutsche“ (4):

„Kristina Schröder hatte die Erklärung im Jahr 2010 auf den Weg gebracht. ‚In Zukunft werde ich von Initiativen gegen Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Islamismus Bekenntnis zu unserer Verfassung verlangen’, twitterte die Bundesfamilienministerin damals. Seit Anfang 2011 müssen also beispielsweise Vereine, die gegen rechts kämpfen und dafür staatliche Förderung beantragen, mit ihrer Unterschrift bezeugen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland einzustehen. Das allein wäre nicht das Problem. Allerdings verpflichtet die Extremismusklausel, auch alle Partner und Mitarbeiter auf Verfassungstreue zu überprüfen: Alle, die mit einem finanzierten Projekt in Zusammenhang stehen, zum Beispiel auch Musiker, Referenten, sogar die Caterer oder Druckereien.“

Das ist für die Orks nun natürlich zuviel verlangt, dass sie auf verfassungsfeindliche Referenten oder Imame verzichten. Und aufhören zu lügen? Um Allas Willen! „islam.de“ (Motto: „Bei uns wird der islam klein geschrieben.“):

„Da begehen terroristische Neo-Nazis scheinbar unbemerkt über ein Jahrzehnt hinweg in Deutschland ungezählte Anschläge und Morde.“

„Über ein Jahrzehnt hinweg … ungezählte Anschläge und Morde“? Es waren zehn angebliche Morde in den Jahren von 2000 bis 2007, davon acht an Orks und zwei an Nicht-Orks, aber „über ein Jahrzehnt hinweg“ und „ungezählt“ hört sich natürlich viel dramatischer an, und die Wahrheit hat die Mohammedanisten ohnehin noch nie interessiert. Fred Alan Medforth berichtet (5):

„(…) Kardinal Meisner hatte in seiner Neujahrspredigt mit Blick auf die blutigen Anschläge gegen Kirchen in Nigeria kritisiert, „dass von muslimischer Seite keine Verurteilung zu hören ist“. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagte der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung’ in der Dienstagsausgabe, dass eine eindeutige Erklärung des Koordinationsrats der Muslime ‚schon am zweiten Weihnachtstag’ veröffentlicht wurde.  (…) Er vermisse von Kardinal Meisner hingegen eine Verurteilung des Terrors der christlichen Organisation Akhwat Akwop in Nordnigeria. Durch sie seien zum Ramadangebet 20 Muslime gestorben und allein im letzten Jahr fünf Moscheen und 50 Häuser in Flammen aufgegangen. Kardinal Meisner solle vor seiner eigenen Tür kehren, statt aus dem Glashaus heraus mit Steinen zu werfen, so Mazyek.“

Wenn der Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann, so wie dies ganz offenbar im Norden Nigerias Nicht-Orks tagtäglich erfahren müssen, dann müssen sie das selbst tun. Deshalb wünsche ich der Akhwat-Akwop-Gruppe, die eine ganz junge Gründung speziell gegen die Monster-Orks von Boko Haram ist (6), und bei denen auch viele Nicht-Christen mitkämpfen (7), viel Erfolg beim Counterjihad, zumal die Gruppe angeblich spezielle Ziele aussucht und den Tod unbeteiligter und unschuldiger Zivilisten vermeiden will.

Dass Mazyek die Selbstverteidigung gegen mohammedanistische Terroristen mit deren furchtbarem Massenmord beim Weihnachtsgottesdienst gleichsetzt, ist bezeichnend. Dass er „Deutschland in größter Gefahr“ sieht durch die Taten dreier geistesgestörter Irrer, aber zu den über 9.000 Morden der Mohammedanisten im letzen Jahr bestenfalls abwiegelnde Worte findet, ist bezeichnend. Dass er die Extremismusklausel als „unsäglich“ ablehnt und sie als direkte Ursache für die Mordtat eines geistesgestörten Asozialen hinstellt, ist bezeichnend.

Er schreit: „Haltet den Dieb!“ Wir aber wissen genau, wer hier der Dieb ist!

_____

Time am 3. Januar 2011

_____

1) http://www.thereligionofpeace.com/
2) http://www.islam.de/19493
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/07/09/mein-jihad-dein-jihad/
4) http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-extremismusklausel-wie-ministerin-schroeder-den-kampf-gegen-rechts-behindert-1.1192177
5) http://medforth.wordpress.com/2012/01/03/mazyek-spielt-muslimische-verbrechen-gegen-christen-herunter-und-greift-kardinal-meisner-an/
6) http://www.nigerianelitesforum.com/ng/security-military-and-para-military-forces/9269-akhwat-akwop-the-latest-terror-group.html
7) http://blog.wolfgangfenske.de/2011/12/31/akhwat-akwop/

Radar Love

15. September 2011

Die Entwicklung der meisten Menschen und natürlich auch der Menschheit insgesamt verläuft nicht gradlinig und eindeutig sondern verschlungen und widersprüchlich. Fred Alan Medforth (1) berichtete gestern von einer Umstellung des türkischen Radarsystems dergestalt, dass es nunmehr israelische Flugzeuge als feindlich einstuft. Andererseits wurde Anfang September von den Torks die Aufnahme eines amerikanischen Groß-Radars in der Türkei beschlossen. In der heutigen FAZ beleuchtete Lothar Rühl diese Angelegenheit.

_____

Der große Schirm

Ein amerikanischer Radar in der Türkei und
europäische Nato-Raketenabwehr

Ankara hat nach langem Zögern und schwierigen Verhandlungen die im Bündnis erhoffte Entscheidung für die Aufnahme eines amerikanischen Groß-Radars zur Raketenabwehr verkündet. Die türkische Regierung hat damit die Verbindung zu den Vereinigten Staaten und zu Europa in der Nato gefestigt, sich selbst aber auch außenpolitisch entlastet. Das Außenministerium in Ankara erklärte dazu Anfang September, dass die Stationierung des Radars zur Frühwarnung vor und zur Abwehr von Raketenangriffen “im Rahmen des neuen strategischen Konzepts der Nato” geschehe und “die Verteidigungsfähigkeit der Nato samt dem “nationalen Verteidigungssystem” der Türkei stärken werde.

Diese Begründung ist positiv im Sinne der gemeinsamen Bündnispolitik, aber unvollkommen. Die Erklärung lässt auch offen, ob Flugkörper-Abfangsysteme und Boden-Flugabwehr-Systeme zum Schutze der Radar-Großanlage hinzukommen sollen. Dafür ist die Bedeutung des Abkommens für den gesamten Nahen und Mittleren Osten so groß wie für Europa und die globale strategische amerikanische Raketenabwehr gegenüber Bedrohungen aus dem Weiteren Mittleren Osten und Südwestasien.

Drei Aspekte sind politisch wichtig. Erstens: Das amerikanische Radar für die Türkei ist vom selben Typ wie das seit 2009 einsatzbereite in der Negev-Wüste Israels: AN-TPY-2 mit einer Seitenreichweite von 2300 Kilometern und der Optimierung auf aus dem Inneren Weltraum einschwebende ballistische Flugkörper sowie einer Frühwarnfähigkeit auch gegen alle Flugobjekte in der Atmosphäre. Es wird dieselben Datensätze haben wie das in Israel und mit diesem über die zentrale Datenerfassung in Amerika, aber technisch auch direkt, verbunden sein. Tatsächlich soll es Teil der vorgeschobenen globalen strategischen Raketenabwehr Nordamerikas werden. Eine Nato-Flugkörperabwehr in Europa wird, wenn sie entstanden ist, dabei mitbedient. Die Stationierung des mehr als 3000 Tonnen schweren Geräts kann mobil erfolgen, also mit Stellungswechseln im Bedarfsfall.

Zweitens: Der Verständigung zwischen Ankara und Washington waren schwierige Verhandlungen vorausgegangen wegen der Parallelität zu Israel. Außerdem ging es um die Frage, ob eine potentielle Bedrohung durch Raketen aus dem benachbarten Iran in der Einsatzkonzeption erwähnt werden solle oder nicht. Schließlich werden keine Länder oder Regionen beim Namen genannt. Es soll auch in der Nato nur um Entfernungen und Reichweiten als operative Daten und damit als objektive Kriterien ohne politische Zuordnung gehen. Der Distanzierung von Israel entspricht in der türkischen Politik die Rücksichtnahme auf Iran. Über das iranische Atomprogramm mit Rüstungs-Option und über iranische Raketen oder andere Flugwaffen äußert Ankara sich nicht offiziell.

Drittens: In den letzten Wochen vor der Übereinkunft drehte die Verhandlung sich vor allem um die Modernisierung der türkischen Boden-Flugabwehr und die taktische Flugkörperabwehr zum Schutz der Radaranlage und anderer Objekte im Rahmen der türkischen Luftverteidigung. Da die “Theatre Missile Defense” (TMD) den europäischen Nato-Partnern überlassen werden soll, hat die Türkei wie alle andern im Prinzip freie Wahl im Rahmen von Nato-Standards für technisch-operationelle Interkompatibilität (Vereinbarkeit der Systeme für gemeinsame Nutzung). Ankara suchte Druck auf Washington und die Nato auszuüben, indem es neben einem französischen Abwehrsystem auch die Beschaffung des russischen S-300 und sogar eines chinesischen Systems für die Türkei als Optionen vorbrachte. Washington und die Nato drohten dagegen mit einer Datensperre und Ausschluss aus der Integration der Nato-Luftverteidigung.

Diese drei Aspekte weisen auf angespannte Beziehungen und die in der Konfliktsituation im Nahen und Mittleren Osten liegenden Hindernisse für eine wirksame militärische Kooperation hin, allerdings auch auf gegenseitige Abhängigkeiten, die sich als unumgänglich und daher als zwingend für die Übereinkunft erwiesen haben.

Für alle europäischen Nato-Partner ist, wie für die Türkei, die Erkenntnis wesentlich, dass es sich bei der strategischen Flugkörperabwehr, insbesondere der von Raketen interkontinentaler Reichweite, für Washington vorrangig um einen globalen Abwehrschirm um und vor Nordamerika handelt. Regionale Sichtweisen werden dieser Priorität in Washington untergeordnet, ohne dass sie etwa vernachlässigt werden müssten. Zur adäquaten Berücksichtigung regionaler europäischer oder türkischer und anderer nationaler strategischer Interessen an Verteidigungsfähigkeit gegen Bedrohungen durch Flugkörperangriffe – Marschflugkörper und Drohnen wie Raketen verschiedener Reichweite aus verschiedenen Richtungen – sind in amerikanischer Sicht angemessene Beiträge notwendig.

Für den Nahen Osten mit Israel, Jordanien und Ägypten neben der Türkei ist dabei der weitere Verlauf der arabischen Rebellionen bedeutsam. Ob Ägypten, dem Washington kooperative Flugkörperabwehr angeboten hatte, in seinem revolutionärem Zustand als Partner weiter in Frage kommt und wie die privilegierte Beziehung Israels zu Amerika sich in der Türkei, in Ägypten und anderen arabischen Ländern künftig auswirken wird, lässt sich nicht absehen.

Für den Nahen Osten ist der weitere Verlauf der arabischen Rebellion von entscheidender Bedeutung.

_____

Time am 15. September 2011

_____

1) http://medforth.wordpress.com/2011/09/13/erdogan-hat-fertig-neues-turkisches-radarsystem-stuft-israelische-jets-als-feindlich-ein/

_____

PS, Soundtrack: „Radar Love“ von „Golden Earring“, hier der Song:
http://www.youtube.com/watch?v=rJ4EID2hjxY

Hier der Text:

Radar Love

I‘ve been drivin‘ all night, my hand‘s wet on the wheel
There‘s a voice in my head that drives my heel
It‘s my baby callin‘, says I need you here
And it‘s a half past four and I‘m shiftin‘ gear
When she is lonely and the longing gets too much
She sends a cable comin‘ in from above
Don‘t need no phone at all
We‘ve got a thing that‘s called Radar Love
We‘ve got a wave in the air, Radar Love

The radio is playing some forgotten song
Brenda Lee‘s comin‘ on strong
The road has got me hypnotized
And I‘m speedin‘ into a new sunrise
When I get lonely and I‘m sure I‘ve had enough
She sents her comfort comin‘ in from above
We don‘t need no letter at all
We‘ve got a thing that‘s called Radar Love
We‘ve got a light in the sky

No more speed, I‘m almost there
Gotta keep cool now, gotta take care
Last car to pass, here I go
And the line of cars drove down real slow
And the radio played that forgotten song
Brenda Lee‘s comin‘ on strong
And the newsman sang his same song
Oh one more radar lover gone
When I get lonely and I‘m sure I‘ve had enough
She sents her comfort comin‘ in from above
We don‘t need no letter at all

We‘ve got a thing that‘s called Radar Love
We‘ve got a light in the sky
We‘ve got a thing that‘s called Radar Love
We‘ve got a thing that‘s called Radar Love

Jihad Watch Deutschland

12. März 2011

Die von Fred Alan Medforth betriebene und von mir sehr geschätzte counterjihadische Seite „Jihad Watch Deutschland“ (1) ist seit einigen Tagen stillgelegt. Ist er von Google gesperrt worden? Der sehr fleißige Fred hatte, wie aus etlichen Seiten im Google-Cache hervorgeht, juristische Auseinandersetzungen, aber auf die Stilllegung seiner Seite hat er seine Leser nicht vorbereitet.

Fred, Sie haben regelmäßig bei mir gelesen, einige Links zu mir gelegt und einige Beiträge von mir übernommen. Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Wenn Sie aber an dem „Eisvogel-Syndrom“ leiden, welches Sie zu einem abrupten Rückzug aus der counterjihadischen Bloggerszene gezwungen hat, tun Sie, was Sie tun müssen. Ihr Blog wird mir jedenfalls sehr fehlen!

Ich grüße Sie sehr herzlich,

Ihr Time

_____

Time am 12. März 2011

_____

1) http://fredalanmedforth.blogspot.com/

_____

UPDATE 180311:
Jihad Watch Deutschland wieder online unter:

http://www.medforth.wordpress.com

Studi-Postille FAZ

17. Februar 2011

Panik-Paddel Pahners scheint fest entschlossen, die beste Zeitung Deutschlands vom Feuilleton her (dessen Chef er ist) zu ruinieren. Nachdem bereits Brücken zu Fanzines und Punk-„Häftschä“ geschlagen wurden (1), kann der geneigte Leser heute am Experiment „Studentenzeitung FAZ“ teilnehmen.

Fred Alan Medforth hatte vor zwei Tagen bereits darauf hingewiesen, dass ein Mob von linken, vorwiegend deutschen Professoren und Studenten gegen eine Diskussions-Veranstaltung mit Sarrazin, Broder, Karasek und Kizilkaya in London mobilisiert hatte (2). Er war durch Malte Leming vom Berliner „Tagesspiegel“ auf die Angelegenheit aufmerksam geworden. Leming hatte in einem seiner besseren Kommentare dazu Folgendes geschrieben (3):

_____

Der Schoß ist furchtbar noch

Zu den ulkigsten Phänomenen der neueren deutschen Geschichte zählt die ungebrochene Attraktivität der Widerstandsattitüde. Eine sich angeblich in der Minderheit befindliche Linke, die gern „Gesicht zeigt“, wehrt sich mit Händen und Füßen, Trillerpfeifen und Pflasterstränden, der Verhängung von Berufsverboten und Anrufung von Gerichten gegen das Urböse schlechthin, zumeist Faschismus genannt. Die Folgen sind weniger ulkig: Unliebsame Staatsanwälte werden strafversetzt, Bundesbanker aus dem Amt gejagt, über Gregor Gysis DDR-Vergangenheit berichten nur noch Tollkühne, die sich einen kompetenten Rechtsbeistand leisten können.

Was die neudeutschen Gesinnungspolizisten beflügelt, ist freilich nicht Mut, sondern Gratismut.

Sie wissen, dass es eine stabile gesellschaftliche und parlamentarische Mehrheit für Rot-Rot-Grün gibt, die sich in den meisten Medienhäusern niederschlägt. Sie wissen, dass der Begriff „Reformkommunist“ vielerorts als Ehrentitel gilt, während der „Reformfaschist“ nicht besser angesehen sein dürfte als Adolf Hitler selbst. Sie wissen, dass unter dem Deckmantel der „Zivilcourage“ fast jede Form der Gängelung, Rigidität und des Protests möglich ist, weil niemand merkt, dass diejenigen, die sich als verfolgte Unschuld präsentieren, längst zu Verfolgern Unschuldiger geworden sind.

Eine Diskussionsrunde mit Thilo Sarrazin an der London School of Economics (LSE) musste am Montag „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt werden, weil überwiegend deutsche Studenten dagegen interveniert hatten. Während noch wenige Tage zuvor am Tahrir-Platz in Kairo junge Menschen ihr Leben riskiert hatten, weil sie sich bevormundet fühlten von selbst ernannten Wächtern über das, was in ihrem Land öffentlich geäußert werden darf, riskierten junge Deutsche in London eine dicke Lippe, weil sie finden, dass im Namen des „gesellschaftlichen Friedens“ die Meinungsfreiheit streng kontrolliert werden müsse.

„Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind“: Die alte Touristenweisheit wird durch deutsche Auslands-Studenten wiederbelebt, die sich für ihre Missetaten nicht einmal schämen. Fremdschämen indes müsste man sich für sie. „Hinter dem Phänomen ,fremdschämen’ steht ein Einfühlungsprozess, in dem eine Person A sich an Stelle einer anderen Person B schämt“, schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura („Das emphatische Gehirn: Spiegelneuronen als Grundlage menschlicher Kommunikation“). „Person B ist sich der schämenswerten Situation nicht bewusst, Person A aber durchaus. Aus dieser peinlichen Berührtheit für die Situation, in der Person B sich unwissend befindet, schämt sich Person A also stellvertretend für diese.“

Sie wissen nicht, was sie tun. Doch das entschuldigt sie nicht restlos. Im Ausland repräsentieren sie ein Land, in dem schon zweimal – von Nazis wie von Kommunisten – die Meinungsfreiheit mit Stiefeln getreten wurde. Und dieser Tradition stehen sie ebenso unbefangen gegenüber wie ihre Großeltern, die Liegestühle am Swimmingpool mit Handtüchern besetzen. Diese imperiale Geste zeugt wie die jugendliche Widerstandsattitüde vom selben teutonisch rechthaberischen Geist. „Deutschland schafft sich ab“, behauptet Sarrazin. Manchmal hofft man, dass das stimmt.

_____

Nanana, Herr Leming, diese Pfollpfosten sind nicht Deutschland, sondern nur ein kleiner und hässlicher Teil davon.

Die Veranstaltung wurde vom Veranstalter abgesagt, fand dann aber übrigens in den Räumen des Hilton statt. Auch dort intervenierte die rote SA, was Broder dazu brachte, einen besonders hartnäckigen Störer mit ebenso treffenden wie unfreundlichen Worten zu bezeichnen.

Dieser oder seine Freunde scheinen nun einen heißen Draht zu Panik-Paddel zu haben, denn er brachte heute einen langen Artikel von zwei beleidigten Studentenwürstchen, die uns auf dem Niveau à la „Mami, Mami! Peter hat A*schl*ch zu mir gesagt!“ über ihren bedauernswerten Geisteszustand in Kenntnis setzten. Maria Exner, Journalistin und Masterstudentin der LSE (Soziologie) und Max Neufeind, Doktorand an der ETH Zürich und Masterstudent der LSE (Management) gelingt es sogar, noch das Niveau von Khola Maryam Hübsch (4) zu unterlaufen, was mindestens die beachtlichen Fähigkeiten von Pahners zeigt, sich bei der Chefredaktion einzuschleimen.

_____

Auf welcher Seite saßen hier die Pöbler?

Der Londoner  Sarrazin-Eklat in  der deutschen Presse:  Das Wort “Arschloch”  ist ein Argument -  wenn Henryk M.  Broder es verwendet.

Man muss kurz rekapitulieren, was genau passiert ist. Die deutsche Studentenvereinigung der London School of Economics (LSE), einer der weltweit führenden wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Universitäten, veranstaltet in dieser Woche ein Symposion mit deutscher Prominenz aus Wirtschaft und Gesellschaft. Zum Auftakt am Montag wollte die German Society eine Integrationsdebatte unter dem Titel “Die Zukunft Europas – Untergang des Abendlandes?” abhalten. Sie lud Thilo Sarrazin, den Publizisten Henryk M. Broder, den Literaturkritiker Hellmuth Karasek und Ali Kizilkaya, den Vorsitzenden des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, ein.

Kurz nach Veröffentlichung dieser Rednerliste vor gut einer Woche regte sich unter deutschen Studierenden an der LSE und anderen britischen Hochschulen Unmut über die Zusammensetzung der Runde. Bis zum Abend der Veranstaltung unterzeichneten mehr als zweihundert deutsche Wissenschaftler und Studierende einen offenen Brief, der deutlich machen wollte, dass mit Sarrazin und Broder zwei Sprechern eine internationale Plattform geboten wird, die – so der Brief – “maßgeblich zur Verunsachlichung der Integrationsdebatte in Deutschland beigetragen haben”. Der Brief und seine Unterzeichner, zu denen auch die Autoren dieses Artikels gehören, forderten kein Redeverbot, sondern baten die Veranstalter um ein ausgeglichenes Podium, das dem Ruf der Weltoffenheit, Liberalität und akademischen Exzellenz der LSE gerecht wird, anstatt einem Altmänner-Debattierclub (Müssen die jungen Leute ihren Futterneid immer so sichtbar werden lassen? T.) die Chance zu geben, Ängste zu schüren.

Gleich nach Veröffentlichung der Petition gab Henryk M. Broder den Einsatz für die weitere Berichterstattung. In seinem Blog “Die Achse des Guten” höhnte er, “progressive Elemente” wollten den Auftritt Sarrazins verhindern. Seine Weiterverbreitung des offenen Briefs erläuterte er gegenüber der “Märkischen Allgemeinen” mit dem Satz, er wolle Journalisten-Kollegen an einem “seltenen Karzinom” teilhaben lassen. Gemeint war damit der Appell einer Gruppe aus Masterstudenten, jungen Dozenten in London und Oxford und gestandenen Professoren für Politik und Recht.

In der Zwischenzeit war die Veranstaltung auch in der Universitätsleitung diskutiert worden. Sie entschied sich, getreu dem britischen Recht auf Redefreiheit, zunächst keinen Einspruch zu erheben. Erst als sich am Montag auch die Londoner Presse dem Auftritt Sarrazins mit scharfen Kommentaren widmete und Proteste britischer Civil-Rights-Organisationen angekündigt wurden, sah die LSE sich aus organisatorischen Gründen nicht in der Lage, die Veranstaltung wie geplant durchzuführen.

Die “Integrationsdebatte”, schließlich von der German Society in den Ballsaal des Hotels Waldorf Hilton verlegt (F.A.Z. vom 16. Februar), bot genau die Klischees, dessen anberaumte Zelebrierung auf dem Campus der LSE wir deutsche Studierende in Großbritannien kritisch kommentiert hatten. Broder machte ratzfatz aus der Integrations- eine Islamdebatte (Na, DAS geht natürlich GAR nicht, dass Broder das Problem gleich beim Namen nennt, anstatt es zu verschleiern – denn das Problem ist der Nazislam. T.) und forderte die Abkehr vom “Appeasement”-Kurs des Westens. Er warnte, Gaddafi werde Europa mit der Drohung, die “Schleusen” von Migranten aus Afrika nach Europa “zu öffnen”, in Geiselhaft nehmen. Thilo Sarrazin unterschied zwischen “richtigen” und “falschen Türken” in Deutschland und warf muslimischen Bürgern vor, sich “mental nicht integrieren zu wollen”. Hellmuth Karasek verwies auf eine Ungleichzeitigkeit der Religionen, und Ali Kizilkaya antwortete auf all das mit stoischer Ruhe und der Bitte, den anderen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu sehen.

(Über Kizilkaya hätten Exner und Neufeind fairerweise etwas mehr ausführen können. Wer ist der? Wiki (5): „Nach Jahren der Dialogarbeit in Moscheegemeinden in Norddeutschland begann er Mitte der 1990er Jahre in der deutschen Zentrale der Milli Görüs (IGMG) in Köln zu arbeiten. Seit 2002 sitzt er dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland vor. Er ist Teilnehmer der Deutschen Islamkonferenz. Kızılkaya begrüßte 2006 die Absetzung einer umstrittenen Inszenierung der Mozart-Oper Idomeneo vom Spielplan der Berliner Deutschen Oper mit dem Argument, ‚es gehe nicht um die Freiheit der Kunst, sondern um Respekt vor dem Anderen’. Im Oktober 2006 erklärte er im Zusammenhang mit Morddrohungen gegen die grüne Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, die muslimische Frauen zum Ablegen des Kopftuches aufgefordert hatte, das Kleidungsstück ‚sei ein religiöses Gebot’. Dies könne nicht nach Land und Ort relativiert werden… Zugleich sagte er: ‘Wer es nicht trägt, hat auch seine Freiheit’“ Ein waschechtes, takijagewaschenes Oberork also, der „nette“, „stoische“ Herr Kizilkaya. Über ihn ist außer seinen höchst extremen politischen Ansichten scheinbar wenig bekannt. Immerhin erfahren wir seinen Beruf: Er ist „Dialogarbeiter“. Ob man dafür den Master braucht? T.)

Die deutsche Presse hat diesem Inhalt der Debatte wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die berichtenden Journalisten schossen sich stattdessen auf die friedlich Protestierenden vor Ort ein. Diese wurden als “pöbelnde Studenten” (“Bild”), “junge Deutsche, die eine dicke Lippe riskieren” (“Tagesspiegel”) oder “maulende Demonstranten” (“Die Welt”) tituliert und in die Nähe antifaschistischer Gruppen gerückt. Eine solche hatte sich zuvor im “Independent” geäußert. Mit unserer Kritik an der Zusammensetzung des Podiums hatte deren Statement nichts zu tun.

Nicht nur “Spiegel Online” machte aus einem deutschen Studenten, der den Moderator vor Beginn der Debatte darum bat, eine Stellungnahme verlesen zu dürfen, und sich dafür vom ungefragten Henryk M. Broder beschimpfen lassen musste, einen “Studierenden, der während der Veranstaltung auf die Bühne gestürzt” sei und “sich ein Wortgefecht mit Sarrazin geliefert” habe. Andere Blätter wollen einen “bärtigen Studenten” gesehen haben, der Sarrazin als Faschisten beschimpfte. Tatsächlich rief der Student “Faschisten” in den Raum – als Teile des Publikums Broders Schimpftirade gegen ihn beklatschten.

(Aber was ist denn mit dem Bart, hatte er nun einen oder keinen? T.)

Die Aggressionen (böser, böser Broder, T.) Broders gegenüber diesem jungen Mann (armer, armer, junger Mann. T.) wurden in der Online-Ausgabe des “Tagesspiegels” am Montagabend als die erfrischenden Beiträge eines Journalisten verkauft, der das Wort “Arschloch” “argumentativ eingesetzt” habe. In der gedruckten Version des Berichts in der Ausgabe vom 16. Februar heißt es dann nur noch, dass Broder das Wort “eingesetzt” habe (auch hier linker Zensurdruck, T.). Immerhin veröffentlichte der Online-”Tagesspiegel” nach Protesten Londoner Leser (deutscher „Londoner Leser“, nehme ich an, T.) gegen die Nobilitierung des Unflats zum Argument einen weiteren Artikel mit einem auf den Angaben von Teilnehmern beruhenden Protokoll des Wortwechsels, das Broder als “einigermaßen richtig, aber unvollständig” approbiert hat. Demnach bezeichnete Broder den Studenten als “blöden Lümmel”, “linken Penner”, “ungebildetes Riesenarschloch” sowie auf Nachfrage vier- bis fünfmal als “ungemäßigtes doppeltes Riesenarschloch“. Gegenüber dem “Tagesspiegel” erklärte Broder, er stehe zu dieser “Einlassung”.

(Klasse, klasse, klasse! Wenn es unseren Henryk nicht gäbe, müssten wir ihn erfinden! T.)

Jede Integrationsdebatte in Deutschland muss sich der Frage stellen, wie wir Deutschland – als Gemeinschaft und als Nation – verstehen und gestalten wollen. Die Schule der Nation ist die Schule, schrieb einst Willy Brandt. Das gilt umso mehr für Universitäten. Dass das ernsthafte gesellschaftliche Engagement von Studenten für ein friedliches Miteinander gleichberechtigten Bürger in Deutschland so verunglimpft und Thilo Sarrazin zum Märtyrer der Redefreiheit gemacht wird, lässt uns an den Absichten jener “Öffentlichkeit” zweifeln, die sich doch angeblich so um die Zukunft Deutschlands sorgt.

(Es ist normal, eine Gesprächsveranstaltung zu sprengen und verbieten zu lassen, es ist in Ordnung, dort einzudringen und sie zu stören, es ist angemessen, den Protest gegen diese Gewalttat als „faschistisch“ zu bezeichnen. Das nennen sie „ernsthaftes, gesellschaftliches Engagement“.  Wenn man die Störer jedoch als das bezeichnet, was sie sind (s.o.), dann fühlen sie sich verunglimpft, und das schmerzt sie so, so sehr, und dann sind sie natürlich beleidigt.)

Dieselben Medien, die uns vorwerfen, die Aussprache unbequemer Wahrheiten und das Recht auf freie Meinungsäußerung verhindern zu wollen, drücken sich vor der für den journalistischen Aufregungsbetrieb so unbequemen Wahrheit, dass Broder und Sarrazin außer Wort- und Zahlenspielen eigentlich gar nichts zum Thema Integration beigetragen haben und – wie es Jürgen Habermas ausdrückte – einer wachsenden Feindseligkeit gegenüber Immigranten, ob gewollt oder nicht, das Wort reden.

Die “Welt” verstieg sich zu der Aussage, Broder bringe “Witz in die Debatte”, und kürte ihn gar zum “Shakespear’schen Narr”. In Shakespeares Welt sind die Narren jedoch weise. Für eine weise Debatte haben sich Studenten und Wissenschaftler aller Fachrichtungen (von „Soziologie“ bis „Management“, s.o., T.) in der vergangenen Woche ausgesprochen. Denn die Herausforderungen eines Deutschlands verschiedener Religionen, Generationen und Lebensstile sind hochkomplex. Ja, man darf diese Herausforderungen benennen und, ja, man darf unterschiedlicher Meinung über Lösungen sein. Doch eins sollte uns Deutschen, egal welchen Hintergrunds, klar sein: Erfolgreich wird dieses Unterfangen (bitte, welches Unterfangen? T.) nur, wenn wir uns zu einem ehrlichen und respektvollen Diskurs bekennen. Das gilt auch für die Medien.

_____

Nur, für wen der eingeforderte „respektvolle Umgang“ nicht verpflichtend ist, das sind natürlich die linken Penner (Die sich selbst, s.o., für „exzellent“ halten). Sie können nach Belieben randalieren, denn sie tun es ja angeblich für „das“ Gute. Darin gleichen sie den Orks, die ja i.E. auch immer Recht haben und machen können, was sie wollen, weil ihr Gott Alla sie über alle anderen Menschen gestellt hat, oder den Massai, denen angeblich alle Rinder der Erde gehören, da ihnen diese angeblich ihr Gott Engin, der auf einem Berggipfel in Tansania wohnt, geschenkt hat (6) – weshalb sie jeden anderen Rinderbesitzer als Viehdieb ansehen und ihm diese Tiere abnehmen müssen.

Ungemäßigte doppelte Riesenarschlöcher, das ist es, was sie sind.

_____

Time am 17. Februar 2011

_____

1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/20/fanzine-faz/
2) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2011/02/stoppt-die-hetze-gegen-sarrazin.html
3) http://www.tagesspiegel.de/meinung/der-schoss-ist-furchtbar-noch/3844036.html
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/20/fanzine-faz/
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Kizilkaya
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Massai#Religion

_____

PS.: Das Foto ist von Wolfgang Borrs

PS2.: Studi-Artikel steht jetzt frei online unter
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E3D2521925D3847D4BD99BE7BEEC917D0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

PS3, 220211.: Das ungemäßigte doppelte Riesen… Sie wissen schon, im „Tagesspiegel v. 16.2.

Broder: “Ich vertrete eine gemäßigte Position. Es sind Sie, die keine gemäßigte Position vertreten.”
Student: “Ach ja?”
Broder: “Ja, Sie sind ein ungemäßigtes Arschloch!”
Student: “Sie bezeichnen mich also als Arschloch?”
Broder: “Ja, Du bist ein ungebildetes Riesenarschloch!!!”
- Unruhe im Publikum –
Broder: “Du mit deinen Positionen bist ein blöder Lümmel (Pause), du bist ein linker Penner!”
- Unruhe –
Student: “Würden Sie mir nochmal ins Gesicht sagen, dass ich ein Arschloch bin?”
Broder (wiederholt vier bis fünf mal): “Du bist ein ungemäßigtes doppeltes Riesenarschloch.”

Dann habe Broder den Studenten noch als Mitglied der Waffen SS und der Stasi bezeichnet. Auf Nachfrage von Tagesspiegel.de schreibt uns Henryk M. Broder, dass die Darstellung “einigermaßen richtig, aber unvollständig” sei. Die Debatte sei bereits als “unausgewogen und unsachlich” bezeichnet worden, bevor sie überhaupt angefangen habe. Er selbst sei am Betreten der Bühne gehindert worden. Zu seiner “Einlassung mit Arschloch, Doppelarschloch und Superarschloch” steht Broder. Der Student habe ihm dann mit einer Anzeige gedroht. “Daraufhin gab ich ihm den Rat, er soll mich ruhig anzeigen, am besten bei der Stasi, und wenn da keiner wäre, dann bei der Waffen-SS. Ich habe nicht gesagt, er sei bei der Stasi oder der Waffen-SS.” Er habe “in diesem Moment die Nase voll” gehabt, weil ein paar deutsche Studenten bestimmen wollten, “wer in London debattieren darf und wer nicht”, schreibt Broder weiter. Es sei “mit physischer Gewalt” der Versuch unternommen worden, eine Veranstaltung zu verhindern. Damit spielte Broder auch auf die Verlegung der Veranstaltung aus der LSE in ein Hotel an. http://www.tagesspiegel.de/politik/einlassung-mit-arschloch-doppelarschloch-und-superarschloch/3846826.html

Enjoy!

15. Februar 2011

Mit besten Grüßen an die britischen Counterjihadis im Allgemeinen und Fred Alan Medforth (1) im Besonderen.

_____

Time am 15. Februar 2011

_____

1) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2011/02/stoppt-die-hetze-gegen-sarrazin.html

_____

Lesenswert, Döpfner v. 23.11.2010:
http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article11164664/Der-Westen-und-das-hoehnische-Lachen-des-Islamismus.html

Leuchtturm ohne Leuchte

29. September 2010

Diesen Leuchtturm knickte der Sturm,
andere werden manchmal durch ihre Wärter ruiniert

Der Historiker Wolfgang Benz, den Counterjihadi Fred Alan Medforth von “Jihad Watch Deutschland” scherzhaft “Allahs Benz” nennt (1), gehört zu jenen deutschen Intellektuellen, die ohne eine fundierte Analyse des Gegenstandes mit großem Eifer die Promotion des totalitären Mohammedanismus betreiben. Im nächsten Monat wird er in den Ruhestand verabschiedet. Lesen sie einen Rückblick von Martin Eich aus der heutigen FAZ.

_____

Das doppelte Erbe des Wolfgang Benz

Das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin erhält eine neue Leitung. Die alte hatte zuletzt viel getan, um den guten Ruf des Hauses zu mindern.

Am 21. Oktober wird Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität Berlin, mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet werden. Der 69-jährige Historiker, der dem Zentrum seit zwanzig Jahren vorsteht, hat ihm Stimme und Gewicht verliehen, Renommee und Einfluss verschafft – und damit zugleich das geisteswissenschaftliche Profil der TU geschärft. Folgt man Kritikern, hat der Leuchtturm allerdings in den vergangenen Monaten erheblich an Strahlkraft verloren. Um die Benz-Nachfolge tobte ein erbitterter Streit, bei dem es vordergründig um Kandidaten und Verfahrensfragen, tatsächlich aber um die Ausrichtung dieses Eckpfeilers der deutschen Antisemitismusforschung ging. Der scheidende Leiter ist daran nicht unschuldig.

Denn Benz ist seit mehreren Jahren bestrebt, dem Zentrum eine neue Funktion zu verschaffen. Zunehmend mischt er sich in tagesaktuelle Debatten ein, die bestenfalls mittelbar mit der genuinen Aufgabenstellung der Einrichtung zu tun haben, zuletzt in die Diskussion um Thilo Sarrazin. Nicht jedem gefällt das, nicht immer vermögen die dabei bemühten Parallelen zu überzeugen. So organisierte das ZfA etwa im Juli 2008 gemeinsam mit Pro Asyl eine Konferenz, die erstmals Zweifel am neuen Kurs weckte. Unter der Überschrift “Festung Europa. 70 Jahre nach Evian. Menschenrechte und Schutz von Flüchtlingen” kam man in Evian-les-Bains am Genfer See – wo sich 1938 auf Einladung der US-Regierung Vertreter von 32 Staaten trafen, um über die Aufnahme von NS-Verfolgten zu beraten – zusammen, um die Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU-Staaten zu kritisieren.

Und als das ZfA nur wenige Monate später, im Dezember 2008, unter dem missverständlichen Titel “Feindbild Islam – Feindbild Jude” zu einer weiteren Konferenz lud, sah sich Benz einer Kritikerphalanx gegenüber. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die damals noch Köhler hieß und Islambeauftragte der CDU-Bundestagsfraktion war, gehörte ebenso dazu wie der Historiker und Antisemitismusforscher Matthias Küntzel, Publizist Henryk M. Broder oder Vertreter jüdischer Organisationen. Der ZfA-Leiter verharmlose mit diesem Vergleich die Judenverfolgung im Dritten Reich, ziehe deren Singularität in Zweifel, so der Tenor vieler Wortmeldungen damals.

Solche Schlussfolgerungen seien unzulässig, sagt Benz heute. “Ich habe nie etwas gleichgesetzt, nur auf strukturelle und methodische Ähnlichkeiten hingewiesen.” Parallelen seien gegeben, zumal nicht die nationalsozialistischen Verfolgungen gemeint seien, sondern die “Judenhetze im 18. und 19. Jahrhundert, die sich auf angebliche Aussagen im Talmud berufen hat”. Ähnlich verhalte es sich, wenn “selbsternannte Koran-Exegeten” dem Islam unterstellen würden, den Hass auf Andersgläubige zu schüren. “Der Vergleich ist zulässig, auch um Unterschiede herauszuarbeiten.”

“Es müssen” aber, so der Philosoph Edmund Husserl einst, bei einem Vergleich “die zu vergleichenden Inbegriffe ganz oder zum Teil aus wechselseitig gleichen Inhalten bestehen, und zwar so, dass die sämtlichen Inhalte des einen in dem andern durch gleiche vertreten sind.” An dieser Vorgabe scheitert die von Benz gebildete Analogie. Die aktuellen Lebensumstände von Muslimen in den westlichen Demokratien und die von Juden in den erwachenden Nationalstaaten des 18. und 19. Jahrhunderts könnten unterschiedlicher nicht sein. Hatte mit der Französischen Revolution noch eine kurze Periode der Aufklärung eingesetzt, in der Behinderungen, denen sich die Juden seit dem Mittelalter ausgesetzt sahen, in vielen Staaten verringert oder beseitigt wurden, so sahen sie sich im gesamten 19. Jahrhundert vielerorts mit neuen diskriminierenden Gesetzen konfrontiert.

In Deutschland gründeten sich antisemitische Vereine, die in der Politik schnell an Einfluss gewannen, 1882 und 1883 wurden in Dresden und Chemnitz “Internationale antijüdische Kongresse” abgehalten. Und in Frankreich mobilisierte nicht nur die Presse während der Dreyfus-Affäre einschlägige Klischees. Mag vielleicht die “Wut der neuen Muslimfeinde dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden gleichen”, wie Benz im ZfA-Jahrbuch 2008 schreibt – Größenordnungen, soziale Merkmale, Ursachen und Symptome sind verschieden. “Schräg und falsch” sei der Vergleich, urteilt Küntzel.

Spätestens seit diesen Zeilen stehen Benz und sein Ideal einer “Vorurteilsforschung”, bei der die Denkmuster des Antisemitismus als Matrix zur Erklärung anderer Ressentiments dienen sollen, unter dem Verdacht der Geschichtsklitterung – und unter dem einer zu unkritischen Sicht auf den Islamismus. Benz macht es seinen Kontrahenten dabei einfach, denn die vom Zentrum gesetzten Arbeitsschwerpunkte nähren diesen Verdacht: Ein zehnköpfiges Forschungskolleg “Antisemitismus in Europa 1879 bis 1914″ befasst sich mit allen Daseinsformen des gestrigen Antisemitismus, während die Erforschung des zeitgenössischen hier nur ein Nischendasein fristet.

Obwohl dieser Antisemitismus derzeit nicht nur in den islamischen Ländern und unter den muslimischen Minoritäten Europas an Boden gewinnt: Nach einer Studie betrachten 40 Prozent der britischen Muslime Juden als “legitime Ziele im Kampf um eine gerechte Ordnung im Nahen Osten”, viele Verschwörungstheorien um die Anschläge vom 11. September kommen nicht ohne antisemitische Zusätze aus, und selbst die Massenmedien des Israel-Verbündeten Türkei verbreiteten anlässlich der Kaperung der Gaza-Hilfsflotte antijüdische Stereotype. In Deutschland kam es seinerzeit, weitgehend unbemerkt, zum vielleicht stärksten antisemitischen Ausbruch seit 1945: Auf Hunderten von Facebook-Profilen verbreiteten nahezu gleichzeitig vorwiegend Migranten aus islamischen Ländern eindeutige Botschaften, lobten Hitler und die Rassenpolitik der Nationalsozialisten. Nicht unter Pseudonym, sondern im eigenen Namen.

Zu all dem schwieg das Berliner Zentrum. Benz, der auch dem wissenschaftlichen Beirat für das in Österreich erscheinende “Jahrbuch für Islamophobieforschung” angehört, will darin kein Versäumnis erkennen: “Ich habe mich mehrfach gegen alle islamistischen Tendenzen ausgesprochen. Wir haben auch einen Mitarbeiter, der sich mit dem Antisemitismus unter europäischen Moslems befasst.” Und ZfA-Mitarbeiterin Juliane Wetzel, die das “Jahrbuch für Antisemitismusforschung” redaktionell betreut, sekundiert: “Wir sind kein Zentrum für Aktionismus, sondern wollen uns den Problemen seriös nähern.”

So entstand eine Konfliktlage, die sich während des Bewerbungsverfahrens um die Benz-Nachfolge entzündete. Während ausgewiesene Antisemitismusexperten nicht in die nähere Auswahl kamen, erscheint auf der Liste ins Auge gefasster Kandidaten die langjährige Benz-Mitarbeiterin Angelika Königseder, die vor zwei Jahren im ZfA-Jahrbuch hinsichtlich des Abdrucks der Mohammed-Karikaturen schrieb, die involvierten Printmedien hätten sich zurückhalten sollen, anstatt “die Presse- und Meinungsfreiheit (…) wie eine Monstranz vor sich her” zu tragen.

Es sind solche Vorgänge, die in Fachkreisen für Aufmerksamkeit sorgten und den auch von Wolfgang Benz begründeten Ruf des ZfA unterminierten. Stefanie Schüler-Springorum, die bislang noch dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg vorsteht, hat, wie soeben bekannt wird, vor zwei Wochen den Ruf als Nachfolgerin von Benz erhalten. Sie wird dem Leuchtturm wieder zu seiner alten Strahlkraft verhelfen müssen.

_____

Time am 29. September 2010

_____

1) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2010/04/prof-dr-ahnungslos.html

_____

PS, Neues von Stuxie, “n-tv” (2):

Die Inbetriebnahme des ersten iranischen Atomkraftwerks verzögert sich um Monate. Das gab Irans Atomchef Ali- Akbar Salehi bekannt. Das Kraftwerk Buschehr, das möglicherweise Ziel einer Attacke durch den Computerschädling Stuxnet geworden war, sollte im November ans Netz gehen. Dies werde nun zwei bis drei Monate später als geplant erfolgen, so Salehi.

Zuvor hatte er noch bekräftigt, dass die Zentralsteuerung des Atomkraftwerks im Süden des Landes nicht von dem Computerwurm Stuxnet infiziert sei. “Wir hatten uns vorbereitet und dementsprechend das Zentralsystem erfolgreich geschützt”, sagte Salehi. Es seien nur einige private Computer der Angestellten von dem Wurm infiziert, wiederholte er. Aber auch dort seien die notwendigen Säuberungsarbeiten erfolgt.
Warum die Inbetriebnahme trotzdem verschoben, verriet Salehin allerdings nicht. (…)

“Jedesmal wenn wir glauben, dass wir ihn entfernt haben, kommen auf einmal neue Versionen auf”, sagte Hamid Alipur. Der Iran habe damit gerechnet, dass alle betroffenen Rechner innerhalb von zwei Monaten gesäubert werden könnten, aber nun müsste das Land umdenken, so Alipur. Laut IRNA sind Experten seiner Organisation damit beauftragt, “strategisch wichtige Zentren im Land zu säubern.”

Ihr naziranischen Narren! Ihr wollt gegen den Mahdi kämpfen und hofft auf einen Sieg? Gnihihihihihihi…
_____

Nützliche Idioten

6. Juni 2010

Typisches Dimmi-Schicksal: vom Zugochsen zum Steak

Die Mohammedanisten drehen mal wieder durch. Unter der Hand erklärte the Fuhrergan Israel den Krieg, indem er lancieren ließ, er selbst werde sich auf eines der nächsten Gasa-Blockade-Schiffe begeben (1). In den europäischen Städten rotten sich die Orks zusammen und ziehen “Allahu akbar” (Übersetzung: “Dieser Gott – gemeint ist der Mondgott Hubal – ist am größten!”) kreischend durch die Straßen. Selbst eingefleischte Pallie-Freunde ergreifen leise Zweifel, wie aus einem Demonstrationsbericht hervorgeht, auf den Fred Alan Medforth gestern aufmerksam machte (2), und den ich hier teilweise einstelle. Ein Herr oder Frau Schlesinger listet die als Fehler empfundenen Aspekte einer “Kundgebung” auf:

_____

Fürchterliche Free Gaza Demonstration in München

Ohne Partei zu ergreifen, können die Fehler der Veranstaltung neutral benannt werden (in der Reihenfolge der Schwere des Fehlers)

Allahu akhbar! – Wer meint, in der bayerischen Landeshauptstadt Punkte sammeln zu können, indem Chöre von Allahu akhbar – Gott ist groß – angestimmt werden, könnte falscher nicht liegen. Hierzulande, man mag das bedauern, wird dieser Ruf überwiegend assoziiert mit Schlachtrufen irgendwelcher Gotteskrieger. Selbst wenn nicht: Es werden sich wenige finden lassen, die den muslimischen Gebetsaufruf auf öffentlichen Plätzen gerne hören werden, schon gar im Kontext brisanter politischer Vorgänge.

Aggressives Auftreten – Das trifft nicht auf alle Teilnehmer zu, aber auf einen Teil. Ich musste an die Demonstration der Exil-Iraner denken, die gegen die von Ahmadinejad manipulierten Wahlergebnisse demonstriert hatten. Das war ein ruhiger, gesitteter Zug von etwa zwei bis dreihundert Leuten. Das Durchschnittsalter lag bei geschätzten 40 Jahren. Die Teilnehmer artikulierten sich klar und besonnen. Gestern traf das Gegenteil zu: Vorneweg zogen jugendliche Einpeitscher von 15 bis 20 Jahren, die offenbar ihren Spaß daran hatten, unter dem Deckmantel politischer Aktivität ihren Anwandlungen freien Lauf lassen zu können. Auf den Gesichtern der umstehenden Passanten war unschwer abzulesen, wie dieses Auftreten ankam.

Während zu Beginn der Veranstaltung nur herkömmliche Landespolizei als Begleitung vor Ort war, schien man sich angesichts dieser Beobachtungen Sorgen gemacht zu haben. Eine halbe Stunde später kam eine Einsatzgruppe Polizei (schwarze Uniform) mit schwerer Montur (Helm, Schutzwesten, Schlagstock etc.) im Laufschritt, um sich schützend zu dem längst abseits stehenden Häuflein pro-Israel-Demonstranten zu stellen. Ein Ehepaar mittleren Alters, das an mir vorbei ging, merkte dazu an “Schau mal, jetzt müssen’s die Israelis hier schon so beschützen!”. Das Ehepaar dürfte nicht alleine gewesen sein bei diesem Gedankengang. Damit hat die Demonstration auch dem Ansehen Deutschlands geschadet. Nur gut, dass keine Kameras in der Nähe waren…

Kommunistenflaggen – “Breite Bündnisse”, wie man es bisweilen nennt, sind vielleicht schmeichelhaft für den Veranstalter, weil dadurch ein paar Menschen mehr zusammenkommen. Ob man allerdings Sympathisanten für Gaza dadurch gewinnt, dass Hammer-und-Sichel-Flaggen in Bayern geschwenkt werden, darf mehr als bezweifelt werden. Manch Interessierter wird sich fragen: Muss ich nun auch pro-kommunistisch sein, wenn ich die Palästinenser unterstützen will? Kurzum: Die Chance, mit der Kommunistenflagge zusätzliche Unterstützer für die Sache Palästinas zu gewinnen, liegt bei großzügig geschätzten 5 Prozent. Die Chance, Leute damit zu irritieren oder abzuschrecken, beläuft sich wohl nicht auf 95%, aber auf einen nennenswert großen Anteil. Demnach ist das eine sehr, sehr schlechte Kalkulation.

Alte Parolen – Wer die pro-palästinensische Demonstration gegen den Gaza-Krieg um die Jahreswende 2008/09 auf dem Odeonsplatz gesehen hat, wird feststellen, dass damals dieselben Parolen verwendet wurden. Beispiel:

“Kindermörder – Israel” im Kontext der Gaza-Hilfsflotte anzustimmen, wird die umstehenden Zuhörer, die nicht zur Demonstration gehörten, eher irritiert haben. Welche Kinder sind beim Überfall auf die Flotille ums Leben gekommen?

Mangelnde technische Ausstattung – die Mikrofone und Lautsprecher waren so gewählt, dass man in 50 Meter Entfernung nichts mehr von den Reden verstehen konnte. Nur wer direkt im Pulk vor dem provisorischen Podium stand, konnte den Reden folgen.

Mangelnde Deutschkenntnisse – Man sollte niemanden eine Rede halten lassen, der sich durch seinen Vortrag mit bisweilen schwer verständlichem Kauderwelsch durchkämpfen muss

Geringe Beteiligung – Im Großraum München gibt es Zehntausende Muslime jeglicher Provenienz. Wie kommt es, dass angesichts der Schwere des aktuellen Vorgangs nur wenige Hundert Leute aktiviert werden können? Liegt es an unzulänglicher Vernetzung, oder liegt es daran, dass sich die potentiell Interessierten von Aktionen fern halten wollen, die von diesen Organisatoren initiiert werden? So, wie ein Konzertveranstalter gut beraten ist, ein Konzert wegen zu geringer Nachfrage abzusagen, sollte man auch keine Demonstration durchführen, bei der man im Vorfeld erkennen kann, dass zu wenige kommen. Hat man sich um diese Frage gar nicht gekümmert, wäre das ein weiterer organisatorischer Fehler. Denn: Wenig Anteilnahme wurde schon immer gleichgesetzt mit geringer Bedeutung.

_____

Es muss eine wirklich SEHR gruselige Veranstaltung gewesen sein. Dass aber evtl. das ganze Anliegen verfehlt ist, dass sich die Dimmies als Zugochsen des Faschislahm missbrauchen lassen, und dass Gasa vor allem von einem befreit werden muss, nämlich von der Hamas, das kommt ihnen denn doch nicht in den Sinn. Das Schicksal der iranischen Kommunisten, die sich enorm beim Sturz des Schahs engagierten um anschließend komplett von den Mullahs geschlachtet zu werden, haben sie erfolgreich verdrängt.

Die “Welt” hatte über einen peinlichen Auftritt von Henning Mankell in Berlin berichtet (3): “‘Ich bin kein nützlicher Idiot!’, ruft er mehrmals. ‘Ich bin sehr kritisch gegenüber vielem, was die Hamas macht.’” Gaaanz ruhig, Henning, Hilfe ist schon unterwegs. “Go back to Auschwitz” war den israelischen Marines entgegengeschleudert worden, aber das ist für die Dimmies offenbar kein Problem  (4).

Die FAZ bildet sich mächtig was ein auf “ihren” Reporter Mario Damolin, dessen Namen ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal in der FAZ bzw. überhaupt wahrgenommen habe. Ihn einen freischaffenden “Aktivisten” zu nennen, wäre m.E. treffender, denn in seinem in der heutigen FAZ abgedruckten Bericht ist seine Parteinahme – anders als im letzten (5) – unübersehbar (“Wir vereinbaren, uns im Fall der Enterung auf der Brücke zu versammeln und das Steuerhaus durch unsere Anwesenheit so lange wie möglich zu verteidigen”) und gereicht der FAZ nicht zur Ehre.

Investigativer Journalismus, der den Dingen auf den Grund gehen will, ist denn doch etwas anderes als die bloße Teilhabe an einem anti-jüdischen, pubertären Happening. Man muss sich vorstellen: Henning Mankell ist zu feige, Damolins Speicherkarten zu verwahren, von den Israelis gereichte Sandwiches werden fluchend ins Meer geworfen, einer der Honks stürzt sich nach der Festnahme ins Hafenbecken und muss von den Marines gerettet werden… wie blöd ist das denn alles?

_____

Aktion Himmelswind

Als israelische Marinesoldaten am Montagmorgen die Schiffe der Gaza-Solidaritätsflotte entern, ist auch unser Reporter an Bord: Ein Augenzeugenbericht von Mario Damolin

Seit vier Tagen sind mein Kollege Marcello Faraggi und ich an Bord der “Eleftheri Mesogeios” (Freies Mittelmeer). Wir haben uns entschlossen, beim Zwischenhalt in Rhodos vom reinen Passagierschiff “Sfendoni” hierher zu wechseln, weil der Frachter das an Bord hat, um was es wirklich geht – Hilfsgüter für Gaza: 1400 Tonnen Bauteile für hundert Fertighäuser aus Holz, Dachziegel, zwei Container mit Wasseraufbereitungsanlagen, mehrere hundert Elektrorollstühle, Medikamente. Wir haben beide kleine HD-Filmkameras dabei.

Gestern, am frühen Abend, ist Schriftsteller Henning Mankell zusammen mit der schwedischen Ärztin Viktoria Sand und dem Parlamentarier Mehmet Kaplan von den schwedischen Grünen an Bord gekommen. Die “Eleftheri Mesogeios” ist das Ergebnis einer schwedisch-griechischen Allianz namens “Ship-to-Gaza”. In beiden Ländern wurde Geld für den Kauf des Frachters und seiner Ladung gesammelt, die griechische Crew wurde übernommen. Mankell als Prominenter und Kaplan als Parlamentarier sollen dem Schiff etwas Schutz geben. “Chef de Mission” ist der 63 Jahre alte Professor für Wassertechnologie an der Technischen Universität Athen, Vangelis Pissias. Insgesamt sind jetzt 29 Personen an Bord.

Gegen Mittag Vollversammlung an Deck. Vangelis Pissias will die Strategie für den nächsten Tag besprechen, an dem man einen Angriff der israelischen Marine erwartet. Pissias ist grauhaarig, graubärtig, schlank, wie aus einem Film von Costa-Gavras, mit einer sanften Melancholie im etwas verwitterten Gesicht. Er wird von seinen zumeist jüngeren griechischen Mitfahrern geradezu verehrt: ein Sozialist alten Schlages, in Zeiten des griechischen Faschismus im Untergrund; seit damals ein Freund des Präsidenten Karolos Papoulias, der dieses Unternehmen auch unterstützt.

Es gibt schnell Übereinstimmung: Man will keinen physischen Widerstand leisten. Man geht davon aus, dass die Frachter mit den Hilfslieferungen im Zentrum des israelischen Interesses stehen. Dror Feiler, 58 Jahre alt, Musiker, Komponist und Künstler, meint, die Israelis würden es kaum wagen, ein Passagierschiff wie die “Mavi Marmara” mit 500 Muslimen an Bord anzugreifen. Feiler ist so etwas wie der Sprecher der schwedischen Gruppe an Bord, immer zu einem Spaß aufgelegt, schlagfertig. Er stammt aus einer jüdischen Familie, ist in Tel Aviv geboren und war drei Jahre bei den israelischen Fallschirmjägern, ehe er sich als einer der ersten Soldaten weigerte, in den besetzten Gebieten Dienst zu tun. Danach emigrierte er nach Schweden. “Ich kenne die Armee, die werden ein solches Wagnis höchstwahrscheinlich nicht eingehen. Schließlich sind die Türken noch so etwas wie ein Verbündeter”, sagt Feiler. Vorgestern hatte er, mitten auf dem Ladedeck stehend, auf seinem Saxophon mit Überblastönen und Hanns-Eisler-Liedern frenetisch den Zusammenschluss der “Freedom Flotilla” gefeiert, jetzt wirkt er nachdenklicher.

Die Runde der Kapitäne hat beschlossen, nach Einbruch der Dunkelheit in Formation zu fahren: an der Spitze die “Mavi Marmara”, danach, etwas seitlich versetzt, wir; hinter uns die “Sfendoni”, dann die beiden türkischen Frachter und dazwischen die kleine amerikanische “Challenger II”. Das Tempo wird von uns bestimmt, weil wir die schwächste Maschine haben: Wir machen durchschnittlich 7,5 Knoten. Wir vereinbaren, uns im Fall der Enterung auf der Brücke zu versammeln und das Steuerhaus durch unsere Anwesenheit so lange wie möglich zu verteidigen. Marcello Faraggi und ich sollen seitlich des Führerhauses auf den kleinen Terrassen genug Platz erhalten, um optimale Filmaufnahmen machen zu können. Zum Schluss werden noch Wachen eingeteilt.

Pissias und seine Mitstreiter haben eine kleine Hürde für etwaige Angreifer vorbereitet: Nato-Draht, den sie jetzt, kurz vor Dunkelheit, an der Reling rund um das Schiff ziehen. Die 30 Jahre alte Athener Bedienung Evyenia, die ihrem Freund auf das Schiff gefolgt ist, und Naim, der Exil-Ägypter mit griechischem Pass, bereiten in der kleinen Küche das Abendessen vor. Danach, ab zehn Uhr, wird Kaffee für die Wachen und alle jene, die nicht schlafen können, bereitgestellt. Die griechische Journalistin Maria hat sich mit Tesafilm auf ihren Anorak ganz groß “Press” geklebt. Wir tun das auch.

Um Mitternacht habe ich meine dreistündige Wache angetreten. Henning Mankell steht auf meiner Seite vorne Richtung Bug, er ist etwas unruhig. Die meisten können nicht schlafen, überall an Deck sind kleine Gruppen, reden, rauchen viel und lachen. In der Dunkelheit sieht man ab ein Uhr Lichter, die uns begleiten. Es ist Vollmond, das Mittelmeer glänzt mattschwarz. Es ist seltsam ruhig. Ich hole mir einen Kaffee, richte meine Kamera, Ersatzakku, Ersatzchip, Mikrofon und begebe mich wie vereinbart auf die linke Seite der Schiffsbrücke. Pissias steht beim Kapitän, er hat müde Augen.

Kurz nach vier Uhr: Helikoptergeräusche. Aus der Dunkelheit kommen von hinten mehr als ein halbes Dutzend kleine Schnellboote mit jeweils rund einem Dutzend Mann Besatzung. Sie rauschen an uns vorbei, als gäbe es uns gar nicht. Vorne links die “Marmara” – das ist offensichtlich ihr Ziel. Der Helikopter beginnt zu kreisen, verfolgt von grellen Suchlichtern, die von der “Marmara” auf ihn gerichtet sind. Das Schiff ist nur im unteren Teil richtig beleuchtet, dort wo die Kabinen sind; oben ist es ziemlich dunkel. Die Schnellboote umkreisen die “Marmara” in rascher Fahrt. Etwas weiter steht eine israelische Fregatte – offensichtlich das Befehlszentrum und Heimatstation der Schnellboote. Pissias kommt für einen Moment aus dem Führerhaus und sagt nur kurz: “Sie sind völlig verrückt!” Wir alle ziehen unsere Schwimmwesten an.

Von meinem Standpunkt, der Terrasse neben dem Führerhaus, etwa sieben Meter über der Wasserlinie, bietet sich ein Blick wie im Freilichtkino. Man hört Ansagen, Befehle über Megafone und Lautsprecher, ein sich verdichtendes Durcheinander. Durch mein Teleobjektiv sehe ich jetzt, etwas verschwommen und durch die Schiffsbewegungen verwackelt, wie sich aus dem Helikopter, der über der “Marmara” steht, Marinesoldaten nach unten abseilen. Ein zweiter Hubschrauber kreist. Offensichtlich haben die Israelis Probleme. Der zweite Hubschrauber kommt, noch mehr Soldaten seilen sich ab. Rauchbomben hüllen die Szenerie ein, die Mannschaften aus den Schnellbooten entern das Schiff, plötzlich der Knall von Blendgranaten, Schüsse fallen.

Hinter uns wird gerade die “Sfendoni” von den Marines eingesammelt. Die beiden türkischen Frachter sind offensichtlich zum Halten gebracht worden, man sieht von hier aus nur noch schwach ihre Positionsleuchten, die “Challenger” ist überhaupt nicht mehr zu sehen. Unser Schiff tuckert unbeirrt weiter, während vorne wohl die “Marmara” in den Händen der Israelis ist. Keine Kampfhandlungen mehr, es ist ungefähr halb sechs, als das Passagierschiff plötzlich eine scharfe Wendung nach rechts macht und Richtung Ägypten fährt.

Gegen halb sieben geht es bei uns los. Wieder das Kreisen der Schnellboote. Lautsprecheransagen: Wir sollten umdrehen und nach Norden fahren. Pissias kommt mit Megafon aus dem Führerhaus und schreit über das Meer: “Dies ist ein Akt von Piraterie. Wir sind 78 Meilen von der israelischen Küste entfernt. Dieses Meer ist frei. Es ist ein Verbrechen, was hier geschieht. Gegen internationales Recht. Dies ist ein griechisches Schiff, seit viertausend Jahren fahren wir auf diesem Meer. Es ist ein freies Meer.”

Die Israelis sind unbeeindruckt, immer wieder das Kreisen der Schnellboote, die Aufrufe. Die Stimme von Pissias überschlägt sich. Die Israelis sind irritiert über den Nato-Draht, sie holen neue Befehle ein – und ein Schneidegerät. Inzwischen ist es hell. Sollten die Israelis gedacht haben, alles in der Dunkelheit zu erledigen, so hat sich das jetzt erübrigt. Die Verzögerungen bei der “Marmara” bieten uns bestes Blickfeld. Nur mühsam kommt die Eliteeinheit über die hochgeworfene Leiter an Bord. Sie sind sehr vorsichtig. Wir lassen die Kameras ohne Pause laufen. Als alle Marines an Bord sind, wechsele ich die Speicherkarte.

Alle haben sich auf der Schiffsbrücke versammelt. Die Israelis wühlen sich vorsichtig nach oben. Die zweite Speicherkarte nehme ich heraus, als sie den unteren Teil der Brücke betreten. Mit gezogenen Waffen gehen sie auf unbewaffnete Zivilisten zu. Wer nicht weicht, wie etwa der große, gemütliche Michalis, ein 65 Jahre alter Kleinunternehmer, wird auf kürzeste Distanz aus dem Weg geräumt. Michalis fällt wie vom Blitz getroffen neben mir um, als ihn Soldat Nr. 14 – alle haben Nummern – aus zehn Zentimetern Entfernung mit der Elektroschock-Pistole anschießt. Der gleiche Soldat schlägt mir vor die Brust und will mir die Kamera aus der Hand reißen. Ich halte anfangs noch dagegen, lasse dann los, um mir nicht die Hand brechen zu lassen, und werde nach unten abgeführt. Obwohl ich mehrere Mal darauf hinweise, dass ich von der Presse bin und meinen Ausweis zeige.

Pissias will im Führerhaus das Steuer nicht so einfach übergeben. Er hält sich fest, wird geschlagen und getreten, humpelt und blutet am Fuß. Nach und nach werden wir alle nach unten gebracht und auf zwei Bänke zusammengepfercht. Mankell zittert vor Wut und Ohnmacht, murmelt vor sich hin. Wir sollen jetzt unsere Pässe herausgeben. Einige Griechen weigern sich und werden brutal von Soldaten über das Deck gezogen – über scharfkantige Eisentreppen, Rohre und Metallstutzen. Mehmet Kaplan, der schwedische Parlamentarier, protestiert und verweist auf seine Immunität, aber die Marines kennen dieses Wort vermutlich gar nicht. Dror Feiler, der geborene Jude mit schwedischem Pass, kommt aus der Kapitänskajüte mit blutendem Ohr.

Unsere Invasoren sind allesamt junge Leute wohl zwischen 19 und 25. Sie sind maskiert, behelmt und für den militärischen Outsider so bewaffnet, als ob sie den dritten Weltkrieg gewinnen wollten. In nicht wenigen Augen steht blanke Angst, gemischt mit der Entschlossenheit, zu allem bereit zu sein. Jede falsche Bewegung kann gefährlich sein, das haben auch die impulsiven Griechen gemerkt und provozieren nur mit Worten.

Gegen acht Uhr knallt die Sonne auf das Deck, nach kurzen Verhandlungen wird uns erlaubt, eine Plastikplane einzuziehen. Wasser und Nahrung werden uns angeboten. Wir lehnen ab. Nur ein Grieche nimmt das dargebotene Sandwich – und wirft es, mit einer verächtlichen Bemerkung gewürzt, ins Meer. Ich überlege, wie ich meine Filmaufnahmen sichere. Da ich davon ausgehe, als filmender Journalist besonders gefilzt zu werden, frage ich Henning Mankell. Als Prominenter werde er wohl weniger stark gefilzt. Mankell nickt, nimmt die beiden Chips und steckt sie in die Hosentasche. Zwei Stunden später meint er, jetzt sei ja alles ruhig, und schiebt sie mir wieder hin. Offensichtlich ist ihm nicht wohl dabei. Viktoria Sand, die schwedische Ärztin, übernimmt statt seiner – mit Erfolg, wie sich später herausstellen wird.

Soldatin Nr. 23 ist das Ärgernis auf dem Schiff. Sie bringt vor allem die Griechen auf Hochtemperatur. In Abständen, mindestens fünfmal, kommt sie mit ihrer kleinen, privaten Filmkamera um die Ecke und will die Gruppe filmen. Ein großes Geschrei beginnt. Die Soldaten werden darauf hingewiesen, dass das nach internationalen Bestimmungen nicht erlaubt ist. Es kümmert sie wenig. Dror Feiler, der jüdische Schwede, ist für die Soldaten ein doppeltes Ärgernis: erstens seine freche Klappe, zweitens versteht er alles, was sie sagen, und übersetzt es prompt. Plötzlich Aufregung: Ein Soldat kommt zum Chef der Brigade gerannt und zeigt ihm, vor Empörung bebend, was er da gerade Gefährliches gefunden hat: zwei größere Obstmesser. Ein Waffenfund! Lautes Gelächter, selbst Mankell kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Mehr als zehn Stunden dauert die Fahrt in der Hitze, dann ist Ankunft im israelischen Hafen Ashdod. Wir werden zuerst nach unten in die kleinen Kabinen gesperrt. Ich muss als einer der Ersten nach oben, trete aus dem Schiff und sehe mich einer vielhundertfachen Menge gegenüber. Ungezählte Pressefotografen, Fernsehteams, Soldaten, Polizisten. Wir werden der israelischen Öffentlichkeit vorgeführt. Einzeln.

Gleich am Hafenkai: ein riesiger Zelttrakt, extra aufgebaut. Ein junger Beamter zieht mich am Arm zum ersten Tisch. Ein Formular wird mir vorgelegt. Ich soll unterschreiben, dass ich illegal eingereist bin und ausgewiesen werden will. Andernfalls käme ich ins Gefängnis und müsse mit einem Prozess rechnen. Ich verweigere die Unterschrift. Ein Übersetzer wird bestellt, weil ich behauptet habe, kein Englisch zu verstehen. Ein älterer Herr mit Bart und Kippa setzt sich freundlich neben mich und versucht in einer Mischung aus Jiddisch und Hebräisch deutsch zu formulieren. Ich sage, ich sei als Reporter gekidnappt worden. Er: “Jo, jo Kidnapp.” Und lacht herzlich. Eine ärztliche Untersuchung lehne ich ab und werde dann zur Leibesvisitation geführt. Sie greifen den ganzen Körper ab, ich muss mich ausziehen bis auf die Unterhose. Als ich aus dem Untersuchungsbereich trete, sehe ich, wie der amerikanische Klavierstimmer Paul auf dem Hafenboden liegt, zwei Mann halten ihn fest. Dann schleifen sie ihn auf einen Rollstuhl. Unterwegs erfahre ich, dass Paul ins Hafenbecken gesprungen sein soll, jetzt gilt er als besonders gefährlich.

Eine junge israelische Beamtin erzählt mir, dass es auf der “Marmara” sechzehn Tote gegeben habe: zehn Passagiere und sechs Israelis. Und schaut mich dabei bedeutungsvoll und anklagend an. Ein anderer Beamter fragt mich, woher ich käme. Deutschland? Er wendet angewidert sein Gesicht ab, als stünde er einem Nazi-Verbrecher gegenüber. Henning Mankell sehe ich an einem besonderen Tisch sitzen, er verhandelt gerade mit einigen zivil gekleideten Herren. Er wird früher als wir alle freikommen. Am Hinterausgang der Zeltstadt wartet ein vergitterter, abgedunkelter Gefängniswagen auf uns. Immer wieder werden wir fotografiert und gefilmt. Alle Rufe und Forderungen, das sein zu lassen, werden mit Lachen quittiert. Im Gefängnistransporter ist es unerträglich heiß und stickig. Erst nach einer halben Stunde Bitten wird die Tür offen gelassen, einer der Polizisten ist sehr zuvorkommend und verteilt Wasser. Vangelis Pissias kommt angehumpelt, er hat Schmerzen, sein Gesicht ist eingefallen. Wie er so in diesem altertümlichen Gefängnistransporter sitzt, erinnert er doppelt an Costa-Gavras. Endlich fährt der Wagen los, es ist schon dunkel. Wir werden in ein Gefängnis gebracht. Wo das ist, wie es heißt, wie lange das sein soll, wird uns nicht gesagt.

_____

Bis Mittwoch wurde der rasende FAZ-Reporter in Beersheeva festgehalten, am Donnerstag kehrte er nach Gasa, äääh, Deutschland zurück. Schade eigentlich!

_____

Time am 6. Juni 2010

_____

1) http://www.debka.com/article/8837/
2) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2010/06/furchterliche-free-gaza-demonstration.html
3) http://www.welt.de/politik/ausland/article7900193/Der-Rechtfertigungsauftritt-von-Henning-Mankell.html
4) http://www.youtube.com/watch?v=pxY7Q7CvQPQ&feature=popular
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/31/seahad

_____

PS.: Ausführungen von Ulrich Sahm über israelische Journalisten unter
http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Was-Journalisten-umtreibt-article896312.html


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.