Mit ‘Günther Nonnenmacher’ getaggte Artikel

Das Muster erkennen

29. Dezember 2012

Kasan-Kathedrale

Ab jetzt ohne Tanne: Kathedrale in Kasan/Russland

In der FAZ-Redaktion scheint sich die Erkenntnis weiter zu verbreiten, dass die weltweite Entwicklung in Bezug auf den Mohammedanismus für den Westen und seine Anhänger alles andere als günstig verläuft. Noch sieht man vor allem einzelne Regionen und verweigert sich der Erkenntnis des Gesamtmusters, welches das Muster des 1.400jährigen, gefräßigen Jihad ist, der sich selbst „Islam“ nennt. Dass der „arabische Frühling“ in Wirklichkeit ein „jihadistischer Frühling“ ist, wird jetzt vielen vor allem aufgrund der massiven Verfolgung der Christen (Juden gibt es dort schon nicht mehr) in den betreffenden Staaten deutlich. 

Richard Wagner ging in seinem Leitartikel am 27. Dezember nun soweit, „kraftvolle politische Unterstützung“ für die verfolgten Christen zu fordern, die über „lasche Aufrufe“ hinausgehen müsse, „nicht in Ländern Urlaub machen, in denen (Christen) unterdrückt würden.“

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In Bedrängnis

Es steht der katholischen Kirche gut zu Gesicht, wenn sie in ihre Fürbitten nicht nur die Notleidenden in jedem noch so entlegenen Winkel der Erde einschließt, sondern auch für ihre eigenen Mitglieder an einem herausgehobenen Tag wie dem zweiten Weihnachtstag betet. Wie zur traurigen Vergegenwärtigung der Dringlichkeit dieses Tuns wurden, wenige Stunden nachdem Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsansprache die Anschläge auf Christen in Nigeria beklagt hatte, von mutmaßlich islamistischen Terroristen wieder tödliche Anschläge auf Kirchen im Norden des Landes verübt. Solche mörderischen Vorfälle sind der Kamm einer Welle wachsender Bedrängungen und Bedrohungen, denen sich Christen auf der ganzen Welt ausgesetzt sehen – vor allem in islamisch geprägten Ländern.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob man, wie es der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, getan hat, das Christentum als die „meistverfolgte Religion in der ganzen Welt“ bezeichnen kann; denn nicht in jedem einzelnen Fall werden Christen systematisch gesellschaftlich oder staatlich benachteiligt oder gar existentiell bedroht. Es zeugt aber von Mut, sich einem gerade hierzulande weitverbreiteten Affekt entgegenzustellen, der bereit zu sein scheint, alles unter seine Fittiche zu nehmen, solange es nur weit genug von allem Christlichen entfernt ist. Auch Bundeskanzlerin Merkel bekam diesen Affekt kürzlich zu spüren, als sie auf der EKD-Synode auf das Los der Christen hinwies und sich dann von politisch korrekten Menschenrechtsorganisationen und Grünen-Politikern anhören musste, man müsse alle bedrohten Minderheiten gleichermaßen schützen und dürfe Religionsgemeinschaften nicht gegeneinander ausspielen – das war nie die Absicht der Kanzlerin gewesen.

Das Eintreten des Papstes und der deutschen Bischöfe für Christen in aller Welt, verbunden mit unverstellter Kritik an den unguten Entwicklungen in den Ländern des sogenannten arabischen Frühlings, allen voran Ägypten, hin zu wachsender religiöser Intoleranz, bleibt aber vergeblich, wenn es keine kraftvolle politische Unterstützung erfährt. Ohne diese bliebe am Ende nur der etwas lasche Aufruf Zollitschs, Christen sollten nicht in Ländern Urlaub machen, in denen ihre Glaubensbrüder und -schwestern unterdrückt würden.

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Auch Günther Nonnenmacher gab sich in seinem Leitartikel in der heutigen FAZ sehr pessimistisch. Er hat erkannt, dass in Syrien nicht der alte Gegensatz Amerika-Russland stellvertretend ausgefochten wird, sondern dass es hier um den Überlebenskampf einer orkischen, nicht-sunnitischen Minderheit geht. So treffend seine Analyse im Einzelnen ist, unternimmt es doch nicht, seinen Blick über die ganze Welt schweifen zu lassen, um das Muster des Jihad zu erkennen. Wenn er dies täte, würde er erkennen, dass die Entwicklung in Syrien durchaus eine sein kann, die uns in Europa in ein paar Jahrzehnten bevorsteht, wenn wir unsere Anstrengungen zur Dekonstruktion des Nazislahm nicht vehement verstärken.

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Syrien-Konflikt

Assad ist nicht ein Diktator von Moskauer Gnaden, sondern Führer einer religiösen Minderheit, der Alawiten, die um ihr Überleben kämpft. Deshalb ist zu befürchten, dass Syrien auch ohne Assad noch lange kein befriedetes Land sein wird.

Die Entwicklung in Syrien ist in den vergangenen Monaten über alle internationalen Friedensinitiativen und -pläne hinweggegangen. In einem Kampf, der immer unbarmherziger geführt wird und der inzwischen alle Anzeichen eines Religionskrieges angenommen hat, gibt es letztlich immer weniger zu vermitteln. Spätestens seit der Diktator Assad die syrischen Städte ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung von seiner Luftwaffe beschießen und bombardieren lässt, ist sein Anspruch verfallen, bei Verhandlungen über die Zukunft des Landes noch irgendeine Rolle zu spielen.

Unübersichtlich ist das Feld der bewaffneten Opposition, deren Spannweite von säkularen Kräften bis zu Dschihadisten reicht. Inwieweit die unbewaffnete Opposition in Syrien oder diejenige im Exil auf diese Gruppen überhaupt noch Einfluss hat, ist nicht klar. Die Dynamik dieses Konfliktes, auch im Verhältnis zu den Nachbarstaaten, wirkt immer schwerer beherrschbar.

Das ist der Hauptgrund dafür, dass nun auch Washington und Moskau sich intensiver um eine Beendigung des Massakers kümmern. Weder Amerika noch Russland haben ein Interesse daran, dass der gesamte Nahe Osten destabilisiert wird. Für Washington geht es unter anderem um seinen Einfluss in der arabischen Welt; dazu kommt die prekärer werdende Lage Israels in einem immer stärker vom politischen Islam geprägten Umfeld. Für Moskau ist – neben geostrategischen Überlegungen – die größte Sorge, dass die religiöse Dynamik islamistische Strömungen im eigenen Land befeuert oder seine muslimischen Nachbarrepubliken ergreift und in Brand setzt.

Allerdings hätten Amerikaner und Russen, selbst wenn sie sich auf eine Linie einigen könnten, die Kräfte noch lange nicht gezähmt, die in dem syrischen Bürgerkrieg seit mehr als einem Jahr eskaliert sind. Die Ereignisse und Entwicklungen in anderen Ländern der Arabellion zeigen, dass es zuverlässige „Klienten“ äußerer Mächte, die sich von Washington oder Moskau dirigieren ließen, nicht mehr gibt. Die nationalen Revolutionen haben jeweils eine Eigendynamik gewonnen, die von außen schwer zu beeinflussen ist. Assad ist nicht ein Diktator von Moskauer Gnaden, sondern Führer einer religiösen Minderheit, der Alawiten, die um ihr Überleben kämpft. Deshalb ist zu befürchten, dass Syrien auch ohne Assad noch lange kein befriedetes Land sein wird.

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Dass bald Schluss sein wird mit Zehntausenden von Alawiten und Christen und mit Assad, scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Dabei hatte sich der Diktator wie ehedem Saddam mit aller Kraft an die Sunna-Orks angebiedert und sogar dem palarabischen Kindermörder Kuntar die höchste Auszeichnung des Landes verliehen (2)

In Russland ist man syrischen Verhältnissen näher als in Europa, was kein Wunder ist, da man endlose Grenzen mit Orkstaaten und ganze Orkvölker im Inneren hat. Lesen Sie einen diesbezüglichen Artikel aus der FAZ vom 27. Dezember von Michael Ludwig, der mit der Formulierung schließt: „In welche Richtung sich Tatarstan entwickelt, ist offen.“ Damit meint er wohl, dass offen ist, ob Tatarstan im Kreis der Zivilisationen verbleibt oder ob es völlig in die Orksphäre abrutscht. Ich meine, es kommt vor allem auf die Kraft an, die der Counterjihad entwickeln kann, damit dies nicht geschieht.

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Die tatarische Tannenbaumdebatte

Im Kreml von Kasan an der Wolga gibt es dieses Jahr zu Neujahr keinen festlich beleuchteten Baum mehr. Das ist ein Teil eines langen Streits über russische und muslimische Symbole.

Über dem Kreml von Kasan ragen vier Minarette hoch in den Himmel. Seit einigen Jahren überragen sie die russische orthodoxe Kathedrale in der Festung aus dem 16. Jahrhundert. Nur an einigen wenigen Tagen im Jahr hatten die Minarette der Kul-Scharif-Moschee zuletzt noch Konkurrenz: wenn zu Neujahr vor der Kremlmauer eine möglichst hohe Festtanne aufgestellt und festlich beleuchtet wurde. Aber die zentrale Tanne hat ihren Platz vor dem Sitz der Regierung der Republik Tatarstan bis auf weiteres verloren.

Vielen Muslimen in der Region an der Wolga gelten die Tanne und die Feiern zum Neujahrsfest als Symbole einer fremden Kultur, als unislamisches, verwerfliches und gar gefährliches russisches Brauchtum. Vergangenes Jahr hatten islamische Fundamentalisten Flugblätter an Häuserwände geklebt, auf denen Muslime dazu aufgerufen wurden, sich vor den Neujahrsfeiern zu hüten: Es sei eine große Sünde, Tannen zu schmücken und Kindern zu erlauben, sich an den Händen zu fassen und – Jungen und Mädchen – gemeinsam einen Reigen um die Festbäume in der Stadt oder um die Tanne zu Hause zu tanzen. Wer Väterchen Frost und das Schneemädchen Snjegurotschka verehre, die in Russland den Kindern zu Neujahr Geschenke bringen, der begehe Vielgötterei. Hinzu komme moralische Verwerflichkeit, zumal auch Muslime von der russischen Gewohnheit in Versuchung geführt werden könnten, die Feiern in ein mehrtägiges Besäufnis ausarten zu lassen. Dieses Jahr gab es zwar keine Flugblätter, aber auf islamistischen Internetseiten wurden die Warnungen wiederholt.

Antichristlich ist die islamische Neujahrskritik nicht unbedingt, denn die Tanne spielt in der Russischen Orthodoxen Kirche kaum eine Rolle – sie ist Teil des Neujahrsfestes, das seit den dreißiger Jahren in der Sowjetunion ein Ersatz für das Weihnachtsfest sein sollte, das in Russland am 6. Januar gefeiert wird. Ganz verzichtet wurde auf öffentliche Tannen in Kasan auch dieses Jahr nicht – 162 sind es, über das ganze Stadtgebiet verteilt: Fast die Hälfte der Bevölkerung der Stadt sind noch immer Russen. Sie werden auch dieses Jahr mit ihren ganzen Familien auf die Neujahrsmärkte strömen, um die Tannen herumtanzen, Kinder werden Väterchen Frost, einen Mann mit weißem Rauschebart und Weihnachtsmannmütze, und das Mädchen Snjegurotschka bewundern.

Aber die Russen sind auf dem Rückzug – auch demographisch. Nach der jüngsten Volkszählung bilden die muslimischen Tataren in der Republik Tatarstan wieder die Mehrheit, während die Russen dort zur größten Minderheit wurden. Die Moschee im Kreml von Kasan, eine der größten in Europa, die von 1996 bis 2005 gebaut wurde, ist das sichtbarste Symbol für den Anspruch der Tataren, in der nach ihnen benannten Teilrepublik auch zu bestimmen. Rafael Hakim, der Anfang der neunziger Jahre der Ideologe einer Bewegung für die Souveränität Tatarstans war und als Berater Minitimer Schajimijews, des ersten Präsidenten Tatarstans nach dem Ende der Sowjetunion, die Politik gegenüber Moskau prägte, bekennt offen, dass die Entscheidung zum Bau der Moschee im Kreml politische Gründe gehabt habe. Es sei darum gegangen, in diesem Zentrum der Macht Flagge zu zeigen und mit baulichen Mitteln die „historische Gerechtigkeit“ wiederherzustellen, nach Jahrhunderten russischer Herrschaft, Zwangstaufen, Vertreibungen der muslimischen Bevölkerung aus angestammten Siedlungsgebieten und nach siebzig Jahren atheistischer Sowjetherrschaft. Es habe zu viele Kirchen und „zu wenig Halbmonde“ im Land gegeben.

In Tatarstan wird gerne daran erinnert, dass der Islam in dieser Region Russlands ältere Wurzeln hat als das Christentum. Im Jahr 922 kam eine arabische Gesandtschaft ins Reich der turkstämmigen Wolgabulgaren, und diese nahmen in ihrer Hauptstadt Bolgar den Islam an. Etwa drei Jahrhunderte später wurde Bolgar von den mongolischen Tataren erobert und Teil des Herrschaftsgebietes der Goldenen Horde. Beide Ethnien mischten sich. Zu Russland kam Tatarstan erst ein halbes Jahrtausend später, als Zar Iwan der Schreckliche das Khanat von Kasan eroberte.

Von der großen Moschee und deren Minaretten in Bolgar waren nur die Fundamente übrig geblieben. Wie in Kasan wird auch dort baulich demonstriert, dass sich die Zeiten geändert haben. Neben der Kirche, mit der das Russische Reich einst demonstriert hatte, dass das orthodoxe Christentum in Tatarstan den Islam als herrschende Religion abgelöst hatte, wurde nun auf den Fundamenten der alten Moschee eine neue gebaut. Wichtig scheint bei dieser „Rekonstruktion“ nicht nur gewesen zu sein, dass der Halbmond sich neben dem Kreuz über die Ebene an der Wolga erhebt, sondern auch, dass dieses Minarett die Kirche eindrucksvoll überragt. Wer vom Fluss landeinwärts schaut, erblickt am Horizont, dort, wo vielleicht einmal die Grenzen der großen mittelalterlichen Stadt Bolgar verliefen, die „Weiße Moschee“.

Auch der Name der Moschee im Kreml von Kasan knüpft an diese Geschichte an: Sie ist nach dem Imam Kul Scharif benannt, der im 16. Jahrhundert die Verteidigung Kasans gegen die Truppen des Moskauer Zaren Iwan organisierte und im Kampf sein Leben verlor. Dass die Eroberung Kasans durch Zar Iwan ein weltgeschichtlich bedeutsames Ereignis war, weil es ihm gelang, den nördlichsten Stützpunkt des Islams auf Jahrhunderte unter christliche Herrschaft zu zwingen und Moskaus Anspruch zu untermauern, nach Rom, das zerstört war, und nach Byzanz, das unter osmanische Herrschaft geraten war, als „drittes Rom“ die Belange der gesamten Christenheit zu vertreten, ist verblasst. Für die Tataren von heute ist es jedenfalls ohne Belang.

Religion und tatarischer Nationalismus gehen dabei Hand in Hand – dabei gibt es unter den Tataren höchst unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der Islam auszusehen habe. Danis Safargali, tatarischer Nationalist von der „Patriotischen Front Altyn Orda“ (Goldene Horde), bevorzugt den sogenannten traditionellen russländischen Islam und hält die Trennung von Staat und Islam für unverzichtbar. Rustam Safin, Imam der schäbig wirkenden kleinen Kasaner Moschee Al Ichlas, hängt dagegen offenbar einer Richtung an, die auf fundamentalistische Einflüsse aus Arabien schließen lässt – auch wenn er beteuert, nicht in einem arabischen Land, sondern in Tatarstan den Islam studiert zu haben. In der offiziellen Geistlichkeit sieht Safin Marionetten der Regierenden, in dem lockeren „traditionellen Islam“ die Fortführung des sowjetischen Bestrebens, Muslime mit Wodka zu demoralisieren. Den Bau der Kul-Scharif-Moschee hält er für überflüssig, die teure Spezialanfertigung des weltgrößten Exemplars des Korans ebenfalls. Das Geld hätte man lieber im Interesse der Menschen ausgeben sollen, sagt er. Ihnen in ihren materiellen Nöten zu helfen und sie zum Gehorsam gegen Allah zu führen sei viel wichtiger als solche Symbole. So halte er es in seiner Moschee, sagt Rustam Safin – sie hat ihren Platz im einstigen Kesselhaus der Heizungsanlage einer Wohnsiedlung gefunden. Und wenn die Gläubigen es einst wünschten, sei es auch nicht ausgeschlossen, dass in Tatarstan ein Kalifat, ein Gottesstaat, entstehe.

In Tatarstan suchen gerade junge Menschen Halt – und bei dieser Suche hat der Islam, wie er in der Al-Ichlas-Moschee gelehrt wird, mit seinen einfachen Regeln Vorteile. Das Verbot von Alkohol, dessen zerstörerische Rolle viele kennen, spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine junge Frau, die sich für den Islam entschieden hat, spürt zwar ein gewisses Unbehagen an der Stellung der Frau in ihrer Religion – aber wenn ein künftiger Ehemann es wünsche, werde sie auch den Hidschab tragen, sagt sie.

In einem wichtigen Punkt stimmen die beiden Antipoden, der Nationalist Safargali und der Fundamentalist Safin, überein: Die Ermordung des stellvertretenden Muftis von Tatarstan und der Sprengstoffanschlag auf den Mufti im Juli sowie die darauf folgenden Aktionen des Inlandsgeheimdienstes FSB gegen angebliche Islamisten in Tatarstan seien russische Provokationen gewesen. Es sei nur darum gegangen, sich eine Handhabe zur Vernichtung der politischen und wirtschaftlichen Autonomie zu verschaffen, die Tatarstan einst dank Präsident Schajmijew – und dessen Berater Hakim, der übrigens einen Reformislam anstrebt – errungen habe und über die die Republik in gewissem Ausmaß noch immer verfüge. Safargali ist zudem überzeugt, dass die Russen noch immer versuchten, die Tataren durch Druck zu assimilieren. „Für uns hat die russische Kultur, von der Putin spricht und die aus Sauna, Zieharmonika, Wodka und Balalaika besteht, aber keinerlei Anziehungskraft“, sagt der ehemalige Offizier voller Spott.

Safargalis Organisation verbreitet unter den Tataren ihre Sicht der tatarischen Geschichte, propagiert Sprache und Kultur und verbreitet die Grundsätze des Islams im Volk. Er selbst glaubt, dass die föderalen Verfassungsgrundsätze Russlands unter Putin ausgehebelt worden seien. Dagegen gebe es nur ein Mittel: aus der Föderation eine Konföderation zu machen. Dadurch würde auch sichergestellt, dass die Einkünfte der nach russischen Maßstäben relativ reichen Republik Tatarstan im Lande blieben und nicht ab einer bestimmten, von Moskau festgelegten Obergrenze an die Zentrale abgeführt werden müssten.

Auch von Vertretern des offiziellen Islams werden Forderungen vorgebracht, die in Moskau nicht gut ankommen. Der Leiter der zentralen geistlichen Verwaltung der Muslime Russlands, Mufti Talgat Tadschuddin, fordert, im Staatswappen der Russischen Föderation, das auf das Zarenwappen zurückgeht, Veränderungen vorzunehmen, damit auch die Muslime darin angemessen abgebildet seien. Zum gekrönten Doppeladler und der Zarenkrone, die Kreuze zieren, müsse ein Halbmond ins Wappen aufgenommen werden. Tadschuddin wird in seiner tatarischen Heimat von den Muslimen nicht sonderlich geschätzt. Daher hat das Verlangen, den Halbmond ins Staatswappen aufzunehmen, noch keinen offiziellen Fürsprecher gefunden.

Ganz in den leeren Raum ist Tadschuddins Forderung indes nicht gefallen. Auch der Nationalist Danis Safargali fordert, das Staatswappen Russlands neutral zu gestalten. Muslime dürften, bildlich gesprochen, nicht gezwungen werden, sich unter das christliche Kreuz der orthodoxen Russen zu beugen. Im gleichen Atemzug kritisiert er, dass die Kirche sich mit Förderung des Kremls immer mehr als Staatskirche im gemischtkonfessionellen Russland gebärde. Putins Gerede von der Notwendigkeit eines neuen russländischen Patriotismus oder davon, dass die Russen den Kern der Föderation bildeten und die russische Kultur das Fundament der russländischen Nation sei oder die russische Sprache der verbindende Faktor für die Einheit aller Völker, sei nur Vernebelungstaktik, die den russischen Chauvinismus verdecken solle.

Einiges von dem, was Safargali sagt, findet – anders formuliert – auch Eingang in die offizielle Politik der kremltreuen Führung Tatarstans. Der frühere Präsident Minitimer Schajmijew, der als „Staatsrat“ noch immer wichtige politische Fäden zieht, hatte im November öffentlich die „imperiale Nostalgie“ Moskaus gegeißelt und vor Versuchen gewarnt, durch Neuziehung der territorialen Grenzen zwischen den Föderationssubjekten die nationalen Republiken zu überwinden. Jüngst verlangte Schajmijew, dass den nationalen Republiken besondere Vertreter in der Duma zugestanden werden müssten, damit der Gesetzgeber nicht gegen deren Interessen handele.

Beim russischen Gegenpol in Tatarstan herrscht eine andere Sicht. Michail Schtscheglow vom russischen Kulturverein zum Beispiel nimmt Putins Forderung vom alles und alle verbindenden (christlichen) Russentum sehr ernst. Moskau müsse nun Taten folgen lassen und sowohl politisch als auch finanziell, mehr für die Selbstbehauptung der Russen in Tatarstan unternehmen. Bis zu 1000 Russen seien bereits zum Islam übergetreten, sagt er. Die russische Sprache drohe ins Abseits gestellt zu werden. Er wolle nicht irgendwann aus Tatarstan als „Ungläubiger“ vertrieben werden wie die Russen aus dem Nordkaukasus. Tataren dürften Aussagen wie die Schtscheglows dagegen als Beweis für die Existenz einer russischen „Fünften Kolonne“ zur Schwächung der erreichten Selbständigkeit an der mittleren Wolga bewerten.

In den Disputen in Tatarstan deuten sich möglicherweise bereits die Konturen möglicher Konflikte zwischen Moskau und den muslimisch geprägten Teilrepubliken Russlands an, die in Zukunft an Bedeutung gewinnen könnten. Es ist gut möglich, dass die tatarische Tannenbaumdebatte in nicht allzu ferner Zukunft wie ein harmloses Vorgeplänkel aussieht. Die Zahl der orthodoxen Christen hat sich in Russland in den vergangenen drei Jahren um drei Prozent verringert, die der Muslime ist um sechs Prozent gewachsen – und diese Tendenz wird sich nach Ansicht von Demographen fortsetzen. Präsident Putin hat bislang außer der Ankündigung, dass ethnische Gebiete mit eigenem Recht und eklatanten Abweichungen von der russisch geprägten „Leitkultur“ nicht geduldet würden, wenig konkrete Schritte benannt – außer dem Vorschlag, wieder Schuluniformen einzuführen, um den Hidschab an Lehranstalten zu verhindern. Gibt er sich als Befürworter einer größeren Rolle der orthodoxen Kirche als Klammer für das Russentum, handelt er sich von Muslimen den Vorwurf ein, er wolle offenbar den christlichen Gottesstaat. In Dagestan oder Tschetschenien im Nordkaukasus dagegen sind die Exklaven, vor denen er warnt, schon Wirklichkeit. In welche Richtung sich Tatarstan entwickelt, ist offen.

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Time am 29. Dezember 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/syrien-konflikt-unkontrollierbar-12008356.html
2) http://www.haaretz.com/news/assad-awards-convicted-murderer-kuntar-syria-s-highest-medal-1.258115

Mohammedanismus = Konflikt

3. Juli 2012

Passen Sie bitte auf sich auf, Herr Sahm! Wir brauchen Sie!

In der heutigen FAZ wundert sich Günther Nonnenmacher über den nach Albanien und Bosnien dritten „souveränen“ Orkstaat in Europa, der vielleicht von Europa unabhängig sein möchte, nicht jedoch von Saudi-Arabien.

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Seltsamer Staat

Eine seltsame Souveränität ist es, die das Kosovo jetzt erhält: die fehlende Justiz wird bis auf weiteres von einer EU-Rechtsstaatsmission ersetzt, die internationale Schutztruppe Kfor soll weiterhin für Sicherheit sorgen, ein Teil der Einwohner – die Serben im Norden – erkennt den neuen Staat nicht an, die politischen Institutionen sind schwach, die Politiker nicht über alle Zweifel erhaben, was ihre Verstrickung in illegale Geschäfte angeht. Es könnte sein, dass im Kosovo ein weiteres „unlösbares Problem“ entsteht, wie es Europa an anderer Stelle, in Zypern, bereits hat. Die Hoffnung, dass sich auf dem Balkan mit der Zeit die Wunden schließen werden, die nicht erst die jugoslawischen Erbfolgekriege geschlagen haben, sondern die seit Jahrhunderten schwären, hat bisher getrogen. Die Lage ist beruhigt, aber von „selbsttragender Stabilität“ – ein Lieblingswort der internationalen Gemeinschaft – kann nicht die Rede sein. Vor dem Allheilmittel europäischer Integration kann nur gewarnt werden: In ihrem gegenwärtigen Zustand würde die EU nicht Stabilität exportieren, sondern Instabilitäten importieren.

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Der Hinweis auf das „unlösbare Problem“ Zypern ist gut, aber die Schlussfolgerung fehlt: Ursache der Probleme ist in beiden Fällen der Mohammedanismus. Denn: Der Mohammedanismus ist nicht denkbar ohne Probleme mit ihm – selbst dann nicht, wenn man selbst Mohammedanist ist. Dies zeigt ein weiterer Bericht von Robert von Lucius aus Deutschlands bester Zeitung:

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Bis Juni 75 Reporter getötet

Jahr des Schreckens

Sollte sich das Jahr wie bisher entwickeln, wird es das schlimmste bisher für Journalisten. Seit Jahresbeginn sind 75 Journalisten bei ihrer Arbeit getötet worden, davon allein 23 in Syrien, zuletzt drei am vergangenen Mittwoch bei einem Angriff auf einen privaten Fernsehsender. Seit das Internationale Presse-Institut (IPI) in Wien, ein der Pressefreiheit zugewandter Dachverband von Verlegern und Journalisten, vor fünfzehn Jahren mit der Zählung begann, war 2009 das bisher gefährlichste Jahr mit 110 Todesfällen, gefolgt vom Vorjahr mit 102 getöteten Journalisten.

Zum Weltkongress des IPI in Port of Spain sagte die Leiterin des IPI, Alison Bethel McKenzie, die beiden gefährlichsten Weltregionen für Berichterstatter und Fotografen seien der Nahe Osten und Asien. In Syrien seien Auslandskorrespondenten ebenso wie örtliche Journalisten ermordet und gefoltert worden. In Libyen und dem Irak habe sich die Lage verbessert. In Pakistan sind, so das IPI, seit Jahresbeginn schon fünf Journalisten, teils nach Folter, erschossen worden, weil sie mutig berichtet hatten. In Mexiko wurden innerhalb von fünfzig Tagen sechs Berichterstatter ermordet, weil sie Rauschgiftschmuggel aufgedeckt hatten. In Afrika sind Somalia und Nigeria die gefährlichsten Länder für couragierte Journalisten. Sie werden zudem bedrängt durch Einschüchterung und Verleumdungsklagen, vor allem in Äthiopien und Eritrea. Zur Eröffnung des Kongresses sagte der Präsident von Trinidad, George Maxwell Richards, es sei Zeit, Journalisten einen ähnlichen international anerkannten Schutzmantel zuzugestehen wie Mitarbeitern etwa des Roten Kreuzes.

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Ja, auch Mexiko wird erwähnt. Aber alle anderen Gebiete sind Orkstaaten, oder sie sind in Konflikte mit Orks verstrickt.

Mohammedanismus ist nicht denkbar ohne Konflikt.

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Time am 3. Juli 2012 

It’s just Jihad

23. Juni 2012

Dieser sympathische mohammedanistische Mordbrenner sitzt sicher zu Unrecht hinter Gittern und wäre eigentlich eine große Bereicherung für Burma

Komisch: Überall, wo Länder sich als mohammedanistisch definieren, ist die Unzufriedenheit groß und der Wunsch auszuwandern stark verbreitet. Im subsaharischen Afrika liegt er bei 33%, in der arabischen Welt bei 21% (1). Kaum im freien Westen angekommen, stecken viele der Mohammedanisten ihre ganze Energie darein, die Verhältnisse zu schaffen, denen sie grade entkommen sind. Warum? It’s just jihad!

Der Mohammedanismus ist eine ansteckende Geisteskrankheit, die klares Denken unmöglich macht, aber den Drang zur Expansion ins Unermessliche steigert. Auf der einen Seite haben die Bemühungen Torkei beispielsweise in der Regel den Charakter der Abgrenzung vom Westen und seiner Verächtlichmachung (2), auf der anderen Seite ist ihnen  nichts so wichtig, wie in unsere Länder massenhaft hineinzukommen. Grade ist den Torks mal wieder ein Schachzug gelungen, wie die heutige FAZ berichtet:

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Türkei und EU nähern sich an

Die EU und die Türkei sind einander bei der inneren Sicherheit jeweils einen Schritt entgegengekommen (muhahaha, von wegen „entgegenkommen“, wir machen was die Orks wollen, T.): Die EU-Staaten stimmten jetzt Verhandlungen über eine Aufhebung der Visumpflicht für türkische Bürger bei der Einreise nach Europa zu; im Gegenzug erklärte sich die türkische Regierung dazu bereit, ein Rückübernahmeabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Dieses würde es den Mitgliedstaaten erlauben, illegale Einwanderer in die Türkei zurückzuschicken, wenn sie über dieses Land nach Europa gelangt sind. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström sprach von einer „sehr wichtigen Entwicklung“, der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu von einem „historischen Schritt“. (In der Tat ein „historischer Schritt“ für die Orks, ein Meilenstein in Bezug auf ihr 1400-jähriges Fernziel der Eroberung Europas, T.)

Anlass sind die Probleme an der türkisch-griechischen Grenze, über die ein Großteil der illegalen Migration in die EU läuft. Die Verhandlungen über ein Abkommen wurden schon im Februar vergangenen Jahres abgeschlossen, es kam aber nicht zu einer Unterschrift, weil die Türkei dafür Zugeständnisse bei der Visaliberalisierung verlangte. Da die beiden Themen sachlich nichts miteinander zu tun haben, hatte sich die europäische Seite lange gegen so einen Handel gesträubt. Der Kompromiss lautet nun, dass die Gespräche über Einreiseerleichterungen nur „schrittweise und auf lange Sicht“ geführt würden und außerdem von der Umsetzung des Rückübernahmeabkommens abhängig seien.

Das Abkommen wurde am Donnerstagabend in Brüssel paraphiert, vor einer Unterzeichnung muss es noch von den Sprachjuristen beider Seiten geprüft werden. Zypern, das den Beschluss wegen seiner gespannten Beziehungen zur Türkei gemeinsam mit Frankreich etwas herauszögerte, setzte durch, dass die Türkei das Abkommen ausdrücklich gegenüber „allen Mitgliedstaaten“ zu beachten hat. In Brüssel hofft man, dass es noch während der dänischen Ratspräsidentschaft bis Ende des Monats unterzeichnet werden kann, weil die Türkei eine Unterschrift durch die dann folgende zyprische Präsidentschaft wohl nicht akzeptieren würde. Bis die Türkei in den Genuss der vollen Visafreiheit komme, könnten noch Jahre vergehen, weil sie dazu viele Voraussetzungen erfüllen müsse, sagen EU-Beamte.

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Jetzt kriegen sie die Visumsfreiheit von unseren Dimmies schon auf dem Silbertabelett serviert, das ist ihnen aber auch nicht genug, sie darf auch keinesfalls durch die zyprische Präsidentschaft unterzeichnet werden. Zur Erinnerung, es ist die Torkei, die Zypern angegriffen hat und die Hälfte der Insel besetzt hält (3). Auch der FAZ-Redakteur Günther Nonnenmacher ist reichlich skeptisch.

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Teppichhandel

Die türkisch-griechische Grenze ist eines der wichtigsten Einfallstore für die illegale Immigration in die EU. Dabei hat im Grunde nie ein Zweifel daran bestanden, dass Ankara mit seinem großen und gut ausgerüsteten Militär diese Grenzübertritte verhindern könnte. Doch mit der praktizierten Lässigkeit hat die Türkei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie konnte Griechenland vorführen, das mit der Bewältigung dieses Zustroms heillos überfordert war; und es bekam einen Hebel für Verhandlungen mit der EU in die Hand. Damit hat Ankara nun Erfolg: Als Gegenleistung für die Rücknahme illegaler Einwanderer wurden der Türkei Gespräche über eine Aufhebung der Visumpflicht für türkische Bürger bei der Einreise in die EU versprochen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun – es ist das, was man üblicherweise einen Teppichhandel nennt. Das Ganze soll schnell unter Dach und Fach gebracht werden, weil die turnusmäßige Ratspräsidentschaft von Juli an Zypern innehat, und unter der Ägide dieses EU-Lands will Ankara kein Abkommen schließen. Ob das die Türkei Europa näher bringt?

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Lieber öffnet man Europa für Millionen von Torks und Mohammedanisten, die sich als Torks ausgeben und von torkischen, korrupten Behörden millionenfach mit torkischen Papieren ausgestattet werden werden, als die Griechen beim Schutz ihrer Grenze zu unterstützen. Ist das logisch? Ich glaube nicht, dass die Torkei einen einzigen Ork zurücknehmen wird, denn sie sind Mohammedanisten und daher zur territorialen Expansion verpflichtet: It’s just jihad!

Nur die Länder des Westens und Russland
sind Länder mit Nettoeinwanderung

Werfen wir einen Blick auf Asien. Überall sorgen wandernde Orks für Scherereien. In Russland, in Nordindien, in Burma, in Thailand – nie richtet sich eine Wanderungsbewegung von Mohammedanisten auf ein mohammedanistisches Land, wo sie doch so schön ihren Aberglauben unter Gleichgesinnten zelebrieren könnten, immer sind nicht-orkische Länder ihr Ziel. Gipfel der Frechheit war die Überlegung des maledivischen Präsidenten Nasheed, sein Volk nach „Australien, Indien oder Sri Lanka“ umzusiedeln (4).

Die thailändische Royal Navy
bringt Rohingya-Ork-Männchen Manieren bei

In Burma gibt es derzeit blutige Auseinandersetzungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und den 800.000 Mitgliedern der mohammedanistischen Minderheit der „Rohingya“ (5), die bereits mehrfach Thema in der „MoT“ waren (6). Till Fähnders berichtet in der heutigen FAZ:

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Zehntausende auf der Flucht

Burmas „vergessenes Volk“,
die Rohingya, in Not

Die Welt verfolgt mit Wohlwollen den Wandel in Burma. Präsident Thein Sein hat Schritte zur Demokratisierung unternommen. Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi reist als Quasi-Außenministerin herum und mahnt unter dem Jubel der Würdenträger zu „vorsichtigem Optimismus“. Doch in einem Teil des Landes sind Zehntausende Menschen in einer akuten humanitären Notlage. „Es bahnt sich eine Flüchtlingskrise an“, sagt Chris Lewa. Die Belgierin leitet das in Bangkok ansässige Arakan Project, das sich um die muslimischen Rohingya kümmert, die in Burma nicht als nationale Minderheit anerkannt werden. Bei ethnischen Ausschreitungen in den Rohingya-Gebieten im Rakhaing-Staat (Arakan) waren seit Monatsanfang 80 Menschen getötet worden. Nun sind nach Angaben der Vereinten Nationen 90.000 Menschen auf der Flucht. Viele versuchen, in das angrenzende Bangladesch zu gelangen. Doch von dort werden die burmesischen „Boatpeople“ zurückgeschickt.

Die Rohingya sehen sich schon länger als „vergessenes Volk“. Am Donnerstag protestierten Hunderte von ihnen vor der burmesischen Botschaft in Bangkok. Sie hielten Plakate hoch und riefen „Allahu Akbar“, „Gott ist groß“. (Die üblichen Drohgebärden also, T.) Die im Exil lebenden Rohingyas werfen der Regierung vor, sie betreibe eine systematische Verfolgungskampagne gegen ihre Brüder und Schwestern in Burma. Sie sehen sich sogar als Ziel ethnischer Säuberungen. „Wir rufen Thein Sein auf, den Genozid (Es gibt bisher 80 Tote auf beiden Seiten, aber die mohammedanistischen Pressuregroups kreischen schon von „Genozid“. T.) an den Rohingya sofort zu beenden“, sagte der Vorsitzende der Rohingya-Vereinigung in Thailand, Maung Kyaw Nu. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Buddhisten waren in den vergangenen zwei Wochen ganze Dörfer niedergebrannt worden. Zwar hat es auf beiden Seiten Gewalt gegeben, aber die rund 800.000 Rohingya sehen sich als die eigentlichen Opfer. Sie müssen schon seit Jahrzehnten mit schweren Diskriminierungen leben.

Auslöser der Unruhen war die Vergewaltigung und Ermordung einer Buddhistin, die drei muslimischen Männern angelastet worden war. Zwei von ihnen sind mittlerweile zum Tode verurteilt worden. Ein Mob hatte darauf einen Bus mit Muslimen angegriffen und zehn Passagiere gelyncht. Dann soll es zu Vergeltungsschlägen durch Muslime auf Buddhisten gekommen sein und zu buddhistischen Gegenangriffen auf die Siedlungen der Rohingyas. Einer offiziellen Bilanz nach wurden 2.825 Häuser niedergebrannt, davon gehörten 1.336 Rohingyas.

(Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Buddisten 1.336 Häuser der Orks niedergebrannt haben, die Orks aber 1.489 der Buddisten. Die Orks haben also 153 Häuser MEHR abgebrannt als die Buddhisten. Arme verfolgte Minderheit. T.)

Die Auseinandersetzungen verliefen offenbar vor allem zwischen den Rohingyas und der in dem Gebiet ebenfalls ansässigen buddhistischen Minderheit der Rakhaing.

(Nach ihnen ist also diese Verwaltungseinheit Burmas benannt, die die Orks als seit mehr als 1.000 Jahren ihnen gehörend behaupten, und in der sie aber vor 120 Jahren nur ca. 25% der Bevölkerung stellten (7). => Die Deutschen sollten aufpassen, dass sie keine Minderheit in Deutschland werden, vgl. Kosovo. T.)

Die örtliche Hauptstadt Sittwe, deren Bevölkerung sich jeweils zur Hälfte in Muslime und Buddhisten teilt, wurde besonders schwer getroffen.

Beunruhigend sind Berichte, wonach sich burmesische Polizisten und Soldaten an den Vergeltungsmaßnahmen gegen Muslime beteiligt haben sollen. Eine weitere Eskalation der Gewalt konnte aber zunächst durch die Verhängung des Ausnahmezustandes verhindert werden. Die Regierung bekam dafür Lob von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Jedoch kritisieren Exil-Rohingyas wie der in Australien lebende Wissenschaftler Hla Myint, dass die Ausgangssperre nur für die Rohingyas gelte. Zudem sieht das Arakan Project von Chris Lewa eine neue Bedrohung für die burmesischen Muslime auftauchen. Demnach häuften sich in Orten wie dem nahe Bangladesch gelegenen Maungdaw seit einigen Tagen die Übergriffe von Soldaten auf die Bevölkerung. Dort würden junge Männer unter dem Vorwand des Notstandes zusammengetrieben und offenbar in hoher Zahl festgenommen; Frauen würden vergewaltigt.

„Zwar gibt es eine neue reformorientierte Regierung, aber das Verhalten der Armee hat sich nicht geändert“, sagt Chris Lewa über die Lage in Burma. Nachdem zuerst vor allem ganze Familien vertrieben worden war, seien seither vor allem junge Männer auf der Flucht. Wichtigstes Ziel müsse sein, die Flüchtlinge medizinisch zu versorgen, ihnen Unterkunft und Essen bereitzustellen. Langfristig ist die Belgierin aber skeptisch, ob es eine bessere Zukunft für die Rohingya in Burma geben kann. Sie glaubt zwar nicht, dass die Unruhen von der Regierung geplant waren. Jedoch sei der Hass auf die Rohingya so verbreitet, dass selbst unter einer demokratischen Führung Diskriminierungen zu erwarten seien.

(NIEMAND mag sie, auch Aung Saan Suu Kyi nicht. Sie werden als Invasoren empfunden, die sie wohl auch sind, denn es gibt keinen Grund, so einen bösartigen Schwachsinn wie den Mohammedanismus freiwillig zu vertreten. T.)

Viele Burmesen sehen die Rohingya als illegale Einwanderer aus Bangladesch, während die Rohingya sich selbst als Nachfahren einer jahrhundertealten muslimischen Tradition in Burma verstehen. „Sie sind staatenlos, haben keine Rechte und werden schlecht behandelt“, sagt Chris Lewa. Nicht nur der in Australien lebende Hla Myint äußerte sich deshalb enttäuscht, dass sich die Friedensnobelpreisträgerin Aung Saan Suu Kyi in ihren Reden nicht für die Rohingyas eingesetzt habe.

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Warum sollte man sich eigentlich für gewalttätige Invasoren einsetzen? Die Rohingyas behaupten, sie hätten schon vor 1.000 Jahren den Mohammedanismus angenommen, aber der kommt aus Arabien. Selbstverständlich lehne ich Lynchmobs ab, auch wenn ausnahmsweise mal Mohammedanisten die Opfer sind, aber ich finde es doch auffällig, dass ihnen niemand helfen will, selbst ihre mohammedanistischen „Brüder und Schwestern“ nicht. Das ist genauso mit den rund 700.000 arabischen Flüchtlingen, die durch die arabischen Angriffskriege gegen Israel 1948 hervorgerufen wurden. Ihnen wird die Aufnahme und Eingliederung in die Orkländer verweigert. Sie werden als antiisraelische Jihadisten separiert und instrumentalisiert.

Wir Deutschen haben es nach dem glücklicherweise verlorenen letzten Weltkrieg anders gemacht. Wir haben alle Deutschen aus den Ländern Osteuropas bei uns aufgenommen, alle, die wir kriegen konnten, obwohl das Territorium unseres Staates halbiert worden war. 

Warum sind die Mohammedanisten so hartherzig gegenüber ihren Gesinnungsgenossen? Einerseits ist sicher der AllaHundseingesandter schuld, der die Orks aufforderte, nicht allzu freigiebig zu sein:

“Und sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen als Almosen. Sprich: (nur) den Überfluß.’” (2. Sure, Vers 216+217; Recl. S. 53)

“Und gib… den Armen und dem Sohn des Weges, doch verschwende nicht in Verschwendung.” (17. Sure, Vers 28; Recl. S. 266/267) 

“Und laß deine Hand nicht an deinen Hals gefesselt sein, und öffne sie nicht, so weit du vermagst, so daß du getadelt und verarmt dasitzest. Siehe, dein Herr gibt reichlich den Unterhalt und bemessen, wem er will.” (17. Sure, Vers 31+32; Recl. S. 267)

“Und diejenigen (seien gesegnet), welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind…” (25. Sure, Vers 67; Recl. S. 343)

Andererseits ist das Ausbleiben der Hilfe in diesem Fall vielleicht die natürliche Konsequenz aus der Verpflichtung zu territorialer Expansion bei gleichzeitiger totaler Unterwerfung des Einzelnen unter die kollektive Ideologie. Wenn sie bei der Expansion schon versagen, sollen sie sich doch im Kampf opfern, anstatt zu uns zu kommen, werden die anderen Orks vermutlich über die Rohingya denken.

It’s  just jihad!

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Time am 23. Juni 2012

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1) http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=120306
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/20/schlachtfeld-archaologie/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/13/eu-beitritt-zweifelhaft/
4) http://nachrichten.t-online.de/klimawandel-kabinett-der-malediven-tagt-bereits-unter-wasser/id_20160396/index
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Rohingya
6) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/rohingyas/
7) http://de.wikipedia.org/wiki/Rakhaing-Staat 

„Liften“ aussichtslos

16. März 2012

So könnte Fort „Pointing Man“ aussehen:
Jodhpur-Mehrangarh Fort in Rajasthan

Der Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan rückt näher, worauf Günther Nonnenmacher in seinem Leitartikel in der heutigen FAZ hinwies.

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Afghanische Traditionen

Es war zu erwarten, dass die Zwischenfälle der vergangenen Wochen – zuerst die Koranverbrennungen, dann der Amoklauf eines amerikanischen Soldaten – die Afghanistan-Debatte neu anheizen würden. In der Chronik eines angekündigten Abzugs der westlichen Truppen konnte das nur auf eine Beschleunigung hinauslaufen. Dass Präsident Karzai nun für eine schnellere Übergabe der Sicherheitsverantwortung an afghanische Kräfte plädiert, ist deshalb zunächst einmal ein innenpolitisches Manöver: Er signalisiert damit jenem Teil der Bevölkerung, der die ausländischen Soldaten nicht mehr als Befreier oder Helfer, sondern als Besatzer sieht, dass er auf seiner Seite ist. Überdies bröckelt bei manchen Nato-Staaten der Konsens über den Abzugstermin 2014 gleichfalls – der aussichtsreiche französische Präsidentschaftskandidat Hollande spricht inzwischen schon vom Ende dieses Jahres. Und selbst diejenigen, die sich an die offizielle Linie halten, dürften sich kaum noch Illusionen darüber machen, was in den kommenden anderthalb Jahren noch erreicht werden könnte.

In Afghanistan konzentrieren sich deshalb die Überlegungen und taktischen Positionierungen auf die Zeit „danach“ – Karzai macht da keine Ausnahme. Niemand im Westen weiß außerdem mit letzter Zuverlässigkeit, wer alles mit wem worüber spricht. Die Verhandlungen, welche die Amerikaner mit den Taliban in Qatar führen wollten, sind jedenfalls nur eine Masche in einem weiter gespannten Gesprächsnetz. Dass sie von den Taliban jetzt abgesagt wurden, muss auch nicht das letzte Wort sein: Nach dem Amoklauf des amerikanischen Soldaten bei Kandahar ist das ein Signal, das aus innen- wie außenpolitischen Gründen kaum zu vermeiden war.

Die Entwicklung in Afghanistan führt fast zwangsläufig in eine Richtung, die von den Traditionen des Landes bestimmt ist. Die Streitkräfte, die jetzt schon nach ethnischen Kohorten organisiert sind, werden sich wieder in Milizen aufteilen, die sich nach Stammeszugehörigkeit und/oder regionalen Kriterien gliedern. Entsprechend wird es wieder „Warlords“ oder regionale Machthaber geben, die sich um die Zentralregierung in Kabul wenig scheren. Afghanistan wird sich zu einer losen Föderation zurückverwandeln, mit einem schwachen Oberhaupt. Aber hoffentlich nicht mehr zum sicheren Hafen für Terroristen.

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Der Abzug wäre m.E. alles andere als schmählich, denn wichtige Ziele wurden erreicht und ungeahnte Chancen genutzt. So wurde das Evilmastermind A*schl*ch bin K*cken ergriffen und seiner mehr als verdienten Strafe zugeführt. Das Land wurde als Testgebiet für eine überlegene neuartige Waffe genutzt (nur diese erhalten uns unsere Freiheit gegen den Expansionsdrang der Orks), und mit den Drohnen ist nun eine weitreichende Kontrolle aus der Luft ohne Risiko für die Gesundheit unserer Soldaten möglich.

Herr Nonnenmacher schrieb: „Die Entwicklung in Afghanistan führt zwangsläufig in eine Richtung, die von den Traditionen des Landes bestimmt ist.“ Ich stimme dieser Einschätzung zu.

Kolonialismus war außer von dem Wunsch, Rohstoffe zu gewinnen und Einkünfte zu erzielen, auch von der Vorstellung gewisser Kreise getragen, den „Wilden“ die Segnungen der westlichen Zivilisation zu schenken und durch die Verkündigung des Evangeliums ihre Seelen zu retten. Darin waren wir mehr oder weniger erfolgreich. Südamerika z.B. zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung. Orkstaaten zu „liften“ ist aber, wie das Beispiel Afghanistan zeigt, ein völlig vergebliches Unterfangen. Hier ging es darum, Al Kaida empfindlich zu treffen und den Mohammedanisten klar zu machen, dass wir uns nicht kampflos abschlachten lassen, sondern dass wir den Krieg in ihre Länder tragen werden. Wir haben unsere Ziele erreicht, aber mehr ist m.E. nicht drin.

Ich bin der Ansicht, dass man sich mit extremen Ungleichheiten auf dem Planeten abfinden muss, weil wir uns sonst in einer Richtung beeinflussen lassen und entwickeln werden, die schlecht für uns ist. Je mehr wir mit den Mohammedanisten zu tun haben, umso ähnlicher werden wir ihnen werden. Wir sollten unsere in Afghanistan gebundenen Kräfte bis auf eine Ausnahme, nämlich das Projekt „Fort Pointing Man“ (1), frei machen und auf neue Ziele richten, und damit meine ich natürlich nicht Syrien sondern den Naziran.

Ich bin der Ansicht, dass es nicht grundsätzlich falsch ist, unterentwickelten Ländern zu helfen. Südamerika ist ein gutes Beispiel, und viele Länder in Fernost sind es. Sie wollen unsere Gaben annehmen, mit uns befreundet sein und mit uns zusammenarbeiten. Da hat Unterstützung Sinn.

Südsudan z.B. ist ein extrem unterentwickeltes Land. Es wird mehrheitlich von Christen bewohnt. Es ist reich an Erdöl. Warum ist der beste Freund Südsudans Israel, warum nicht Deutschland?

Wir sollten aufhören, die Pallies zu alimentieren, wir sollten uns dort einsetzen, wo ein Minimum an Erfolg prognostiziert werden kann.

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Time am 16. März 2012

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1)  http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/30/fort-pointing-man/

Torks müssen lügen! Immer!

23. Dezember 2011

Das Kloster Khor Virap in Armenien mit
dem Berg Ararat im Hintergrund

Die Frechheit der Torks ist maßlos. Sie haben den größten Teil des Landes der Armenier gestohlen, und unter anderem auch das Nationalsymbol dieses ersten christlichen Volkes, den Berg Ararat. Zwischen 1915 und 1917 brachten sie dann eineinhalb Millionen von ihnen um (1). Diesen industriellen Massenmord, der Hitler inspirierte, zu leugnen, ist für die Torks erste Bürgerpflicht. Daher bedrohen sie jetzt Frankreich, das die Lüge unter Strafe stellen wird.

Lesen Sie einen Bericht von Michaela Wiegel aus der heutigen FAZ.

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Erdogan: Keine Minister mehr nach Paris

Nationalversammlung für Verbot von Genozid-Leugnung /
„Unheilbare Wunden“

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat angekündigt, es werde bis auf weiteres keine Besuche türkischer Regierungsmitglieder in Frankreich mehr geben. Außerdem verkündete Erdogan, die militärische Zusammenarbeit mit Frankreich abzubrechen, weil die französische Nationalversammlung einen Gesetzentwurf gebilligt hatte, der vorsieht, das Leugnen von Völkermorden unter Strafe zu stellen. Das würde auch für das Abstreiten des Genozids an den Armeniern gelten. Die Türkei berief ferner „für unbestimmte Zeit“ ihren Botschafter aus Paris ab. Erdogan sagte in einer Fernsehansprache, die Entscheidung der Nationalversammlung habe dem türkisch-französischen Verhältnis „sehr schwere und unheilbare Wunden“ zugefügt. Zuvor hatte Außenminister Davutoglu gesagt, er habe seinen französischen Kollegen Juppé darauf hingewiesen, dass kein türkischer Politiker von einem Völkermord sprechen werde, falls er bei einem Besuch in Frankreich danach gefragt werde. Sollten darauf künftig juristische Schritte folgen, so werde das „ernsthafte Auswirkungen“ auf die beiderseitigen Beziehungen haben.

Die französischen Abgeordneten stimmten dafür, die Leugnung eines Völkermordes in Frankreich künftig mit einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro oder einem Jahr Haft zu ahnden. Nur etwa ein Dutzend Abgeordnete stimmte bei der nicht namentlichen Abstimmung gegen das Gesetzesvorhaben. Der von der konservativen UMP-Abgeordneten Boyer eingebrachte Entwurf muss nun noch vom Senat gebilligt werden. Es wird erwartet, dass auch die linke Mehrheit der zweiten Kammer dem Gesetzentwurf zustimmen wird. Boyer sagte nach der Abstimmung dem Nachrichtensender BFM-TV: „Wir befinden uns nicht in einer türkisch-französischen Debatte, wir sind französische Abgeordnete, die vom französischen Volk gewählt wurden.“ Das Gesetz ziele nicht auf die heutige Türkei oder deren Regierung. Es sei paradox, dass ein Land mit Repressalien drohe, das die Aufnahme in die EU anstrebe. Europaminister Léonetti sagte, die Drohungen der Türkei seien haltlos, und forderte zu einem „ruhigeren Dialog“ mit Ankara auf. Treibende Kraft für das Gesetz war die konservative Regierungspartei UMP von Präsident Sarkozy, der vor der Präsidentenwahl auch die armenischstämmigen Wähler im Blick hat.

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Vielleicht hat Sarkozy gar nicht so die armenischen Wähler im Blick, sondern er möchte einfach mal etwas Richtiges, Wahres und Anständiges tun? Vielleicht will er den Torks ein Signal geben, dass der Westen ihre Frechheiten nicht mehr lange hinnimmt? Dass Günther Nonnenmacher in der heutigen FAZ in seinem Kommentar in die gleiche Kerbe haut wie Frau Wiegel, und Wirtschaftskreise und Historiker warnend die Zeigekrallen erheben lässt, macht die Theorie nicht wahrscheinlicher.

Frankreich hat 65,5 Millionen Einwohner (2), die Armenier sind insgesamt mit 500.000 Menschen (also 0,763 % der Bevölkerung) vertreten (3), unter ihnen natürlich auch ein großer Teil von nicht wahlberechtigten Kindern. Das ist eine fürwahr gewichtige Wählergruppe, die so um 0,4 oder weniger Prozent Stimmenzuwachs bringen würde.

Aber den Dimmies geht es nicht um die Wahrheit, sie erflehen die Gewaltherrschaft der Orks und Torks.

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Paris verprellt Ankara

Es ist nicht das erste Mal, dass der Genozid an den Armeniern zu schweren Spannungen im französisch-türkischen Verhältnis führt. 2001 hatte die Nationalversammlung diesen Völkermord offiziell anerkannt; ein Gesetz, mit dem die Leugnung von Völkermorden generell unter Strafe gestellt werden sollte, wurde 2006 eingebracht, blieb aber in der Gesetzgebungsmaschinerie hängen – aus diplomatischen Rücksichten. Dass die Regierung jetzt die Bremsen löst, wird Sarkozy als Schielen auf die armenischstämmigen Wähler ausgelegt. Dem bekanntesten aus dieser Gruppe, dem Sänger Charles Aznavour, hatte er vor einem guten Jahr versprochen, die Abstimmung über das Gesetz freizugeben. Die Reaktionen aus Ankara sind bitterböse, Paris rechnet mit wirtschaftlichen Sanktionen. Dass damit ein wichtiger Verbündeter mit Einfluss in der arabischen Welt verprellt wird, ist der politische Schaden dieser Aktion. Bedenken kamen aber auch aus der Wissenschaft, etwa von dem bedeutenden Historiker Pierre Nora. Historische Forschung, sagte der, könne nicht durch eine „Geschichtspolizei“ ersetzt werden.

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Time am 23. Dezember 2011

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/03/aghet-ein-volkermord/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Frankreich
3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805571,00.html

Lesen Sie auch die Ausführungen meines Freundes Tangsir zu dem Thema unter
http://tangsir2569.wordpress.com/2011/12/22/turkische-lugenkultur-steht-ab-jetzt-in-frankreich-unter-strafe/

Der „kleine Mann“

7. Januar 2011

Freut den „kleinen Mann“: Foltercamp im bayerischen Wald

In den Redaktionsstuben der MSM beginnt man zu begreifen, dass sein kann, was nicht sein darf. Die verkommenste Publikation Deutschlands, die „Zeit“, exzerziert also die Flucht in die Vergangenheit vor, in den A*sch des Mohammedanismus (1), indem sie unverholen Werbung für diesen blutigsten aller Totalitarismen betreibt.

Die FAZ hat eine starke Zahl oder sogar eine Mehrheit von Autoren, die gerne zum Counterjihad stoßen würden, aber sich noch nicht trauen. Der Ton gegenüber Counterjihadis von Ayaan H. Ali über Wilders zu Stadtkewitz hat sich versachlicht, aber weder traut man sich, den Mohammedanismus öffentlich als das zu bezeichnen, was er ist, und was man insgeheim längst begriffen hat, nämlich eine nihilistische Vernichterideologie, noch wird der Widerstand gegen ihn öffentlich korrekt dargestellt, nämlich als Bemühung, den freien Westen und die offene Gesellschaft gegen ihre Todfeinde zu erhalten.

Die „Sorgen und Ängste“ in Bezug auf den rasenden Nazislahm werden inzwischen wohl geteilt, aber man wagt nicht, dieses auszusprechen: Dies ist die Sternstunde des „kleinen Mannes“, der in der „kleinen Kneipe an der Ecke“ sein Ressentiment pflegt, aber andererseits jeden Morgen pünktlich zur Arbeit erscheint und bisweilen auch mal ins Schwarze trifft. Seine Wahrnehmung ist zwar „wirr“, aber es wäre doch gut, wenn man sie nicht in Bausch und Bogen verdammen würde, meinte Günther Nonnenmacher in der gestrigen FAZ.
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Gleichklang

Mehr als zwei Drittel der Franzosen und drei Viertel der Deutschen glauben laut einer Umfrage für die Zeitung “Le Monde”, dass Muslime in ihre Gesellschaft nicht gut integriert sind; vierzig Prozent hier wie da halten sie für eine Bedrohung für die Identität ihres Landes. Dieser Gleichklang ist erstaunlich angesichts des grundverschiedenen Staatskirchenrechts und gegensätzlicher Traditionen: Frankreich ist ein klassisches Einwanderungsland, Deutschland war lange Zeit ein Auswanderungsland. Bevor man nun eilfertig die Gefahren einer populistischen “Islamophobie” à la Wilders beschwört, wäre es angebracht, solche Sorgen und Ängste – es sind überwiegend die der “kleinen Leute” – ernst zu nehmen, und seien sie auch wirr oder voller Ressentiments. Dem Veränderungsschock für Einwanderer steht ein langsamerer, aber nicht weniger tiefgreifender Veränderungsprozess gegenüber, den die Mehrheitsgesellschaft verarbeiten muss. Wer da einseitig Toleranz von der Mehrheit fordert, überfordert sie. Das zeigt die Stimmung bei den Franzosen, die ihrer “Leitkultur” viel sicherer sind.

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Tja, so meinen deutsche Redakteure, sich hinter dem „kleinen Mann“ verstecken zu müssen – dabei ist grade die FAZ voll von guten, counterjihadischen Leserbriefen hochkarätiger Akademiker, von denen Sie etliche auch in diesem Blog finden können. Aber diese Position hat m.E. zumindest im Grunde Jihad und Counterjihad schon fast begriffen, arbeitet letzterem zu, traut sich eben bloß noch nicht so recht.

Ganz anders liegt der Fall bei der pc-abgerichteten „Spiegel“-Truppe. Auch hier sind mittlerweile leise Zweifel an der bisherigen, unsere Bedrohung bedingungslos gutheißenden Position erkennbar. Im Bericht über Herrn Stadtkewitz in der aktuellen Ausgabe (#1/11) gibt es keinen schäumenden Hass, nicht den bisherigen „Nazi“-Reflex. Aber man steht doch in acht Meilen Höhe über dem „kleinen Mann“.

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„All die Leute im Saal, die Redner, die Parteien, Stadtkewitz – sie sitzen in ihrem Weltbild  wie in einer Parallelgeselschaft der Abwehr, der ANGST. Aber sie GLAUBEN, sie kämpften für das Gute: die Freiheit, die Moderne, die Werte des Westens. Sie sehen sich als Kämpfer gegen die DUNKLE Gefahr aus dem Morgenland. Das macht ihre ISLAMOPHOBIE für viele Ängstliche wählbar. Stadtkewitz steht am Fenster und schaut hinaus auf Kopenhagen, Schnee fällt. Dann tippt ihm ein KLEINER MANN in einem schwarzen Anzug auf die Schulter. Das ist Chaim Muehlstein aus Israel. „Sie sind ein Hoffnungsträger für uns, hier in Europa“, sagt Muehlstein. „Sie und die anderen Parteien.“ Stadtkewitz lächelt beseelt.“

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Ein mieser, perfider Text: Die kleinen, feigen Counterjihadis, die eigentlich nur krank (phobisch) sind, verführen demnach alle Angsthasen Europas unter dem Vorwand des Kampfes gegen eine mystische („dunkle“) Bedrohung. Sie sind so wahnsinnig klein, dass sie leicht in die Hände des wahren Strippenziehers fallen, obgleich der noch kleiner ist, und das ist DER JUDE.

Aber das ist natürlich alles totaler Quatsch mit der mohammedanistischen Bedrohung, meint der „Spiegel“, denn obwohl es keinen einzigen mohammedanistischen Staat mit einer echten Demokratie und ohne permanente Terrormorde gibt, obwohl in allen mit aller Gewalt daran gearbeitet wird, sie zu 100%igen Ork-Territorien zu machen, obwohl sie die Rechte der Frauen und Kinder mit Füßen treten, darf man sie keineswegs „dunkel“ nennen, oh nein, sie sind per Dekret vielmehr, freundlich, licht, heiter und zukunftsweisend, jajaja.

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Und während solchermaßen die pointierten Analysen der Bürger und der counterjihadischen Avantgarde verlacht werden, erfahren wir, wessen Bedürfnisse und Ansprüche hingegen berechtigt sind, und das sind die von Yapo „the man“ Musa, Ork aus Sierra Leone, der dort Frau und zwei Kinder im Stich gelassen hat, woran nicht er sondern ganz sicher Sie, ja SIE PERSÖNLICH Schuld sind. Die heutige FAZ räumt ihm eine ¾-Seite ein (2), denn Yapo Musa ist eine echte Bereicherung für Deutschland:

„Als Kindersoldat habe er jahrelang gegen die Soldaten der Regierung kämpfen müssen. Im Dschungel, sagt Musa, habe er schreckliche Dinge erlebt. Nach dem Ende des Bürgerkriegs habe er mehrere Jahre in der Hauptstadt Freetown verbracht. Trotz der Amnestie seien aber immer mehr seiner Kameraden aus dem Dschungel ermordet worden, auch er habe um sein Leben gefürchtet. Ein weißer Mann habe ihm dann bei der Flucht geholfen und ihn im Flugzeug nach Deutschland begleitet. Dort sei der Deutsche dann mit den Einreise-Papieren verschwunden und habe ihn einfach stehen lassen.“

Ungeheuer glaubwürdig diese Geschichte, armer Kerl, meint David Klaubert (welcher diesen Wort-Schrott verzapft hat) wohl, aber ich frage mich, warum das Monster eigentlich nicht vor Gericht steht. Statt dessen wird es als Folter oder zumindest ungeheuerliche Zumutung dargestellt, dass dieser Kriegsverbrecher im bayerischen Wald in einem Landhaus untergebracht wird, wo, „Skandal!“, alles voller Schnee liegt, und das Handy „nur am Fenster Empfang hat und manchmal nicht mal dort“.

Besonders gemein ist der deutsche Staat zu Ork Sharif Suldan aus Somalia. Der „kennt den bürokratischen Hindernislauf, schon mehrmals musste er zum Arzt. Helfen konnte ihm der allerdings nicht. Die Kopfschmerzen, das pulsierende Dröhnen in seinen Schläfen und die Kreislaufzusammenbrüche hätten psychische Ursachen, sagte der Arzt. Der Grund sei Suldans Lebenssituation. Seit neun Monaten lebt der Sechsundzwanzigjährige in Böbrach, seit neun Monaten gleicht fast jeder Tag dem anderen, getrennt nur durch schlaflose Nächte.“

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DAS, liebe Leser, sind also die WAHREN Probleme in Deutschland, meint der Klaubert, dass diese Orks, die illegal in unser Land eingesickert sind, nicht so wie anderen – die legalen Orks – Teilhabe an Prostitution und Drogenhandel haben, dass sie nicht in schwarzen Limousinen von Disko zu Bordell und Bordell zu Moschee brausen können, das sind die ECHTEN Probleme hier, nicht etwa die paranoiden Spinnereien des „kleinen Mannes“, auch wenn der schon bald 90% der deutschen Bevölkerung ausmachen sollte.

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Time am 7. Januar 2011

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/06/eine-bose-uberraschung/
2) http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196/Doc~E102A78E22F5C4ED4B0FC192C785F6B87~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Soundtrack: ”Eight Miles High” in der Interpretation von “Golden Earring” unter
http://www.youtube.com/watch?v=9c7lAIbFBb8

Hier der Text:

Eight Miles High

Eight miles high and when you touch down
You’ll find that it’s stranger than known
Signs in the street that say where you’re going
Are somewhere just being their own

Nowhere is there warmth to be found
Among those afraid of losing their ground
Rain gray town known for it’s sound
In places small faces unbound

Round the squares huddled in storms
Some laughing some just shapeless forms
Sidewalk scenes and black limousines
Some living some standing alone

(That’s the way a “Spiegel”-journalist feels when he touches down)

Im Interview: Dr. Angela Merkel

19. September 2010

Ein Interview mit Kanzlerin Dr. Angela Merkel von Berthold Kohler und Günther Nonnenmacher in der gestrigen FAZ wird auf counterjihadischen Seiten überwiegend negativ bewertet. Insbesondere ihr Satz “Moscheen etwa werden stärker als früher ein Teil unseres Stadtbildes sein” stieß auf Widerspruch.

In der Tat liegt ihm die unausgesprochene Überzeugung zugrunde, dass der mohammedanistische Teil der Bevölkerung drastisch anwachsen wird. Nichts anderes prognostiziert Thilo Sarrazin. Ihm liegt weiterhin die (m.E. irrige) Überzeugung zugrunde, dass sich der mohammedanistische Bevölkerungsanteil verfassungskonform verhalten wird, auch dann, wenn er in einigen Teilen Deutschlands einen großen Anteil an der Bevölkerung oder sogar den größten stellen wird. Die Entwicklung des Kosovo erkennt sie, zumindestens öffentlich, nicht als Menetekel (Dan. 5/25-30), und sie kann sich daher, zumindestens öffentlich, auch keine Maßnahmen vorstellen, wie sie Kommentator Quer andenkt, die diese Entwicklung unterbinden würden. Ihre Ausführungen sind aber m.E. in sich logisch und dem Verhalten eines verantwortungsbewussten Regierungschefs angemessen. Wie sollte sie in der gegenwärtigen Situation die (zweifellos wünschenswerte) Illegalisierung des Mohammedanismus ankündigen?

Frau Dr. Merkel läßt deutlich durchblicken, dass sie der Scharia keinen Millimeter unseres Landes überlassen will, und dass sie bereit ist, alle notwendigen Schritte zur Verteidigung unserer Heimat anzuordnen, sofern sie das Mandat der Mehrheit unseres Volkes dazu erhält. Diese Mehrheit zu generieren ist die Aufgabe des Counterjihad. Ich bezweifle, dass der schrille Ton, der unserer Kanzlerin in den Kommentarbereichen vieler Blogs entgegenschlägt, bei dieser Aufgabe hilfreich ist. Andererseits hoffe ich sehr, dass Frau Dr. Merkel das Menetekel, auch wenn sie dies noch nicht öffentlich äußert, wirklich verstanden hat, auf dass nicht ein Merkeltekel daraus werden möge.

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(…)

Warum haben Sie als Bundeskanzlerin das Buch Sarrazins als diffamierend und nicht hilfreich verrissen?

ANTWORT: Ich habe mich zu Wort gemeldet, weil ich überzeugt bin, dass der Kern seiner Aussagen es in der Tat nicht leichter, sondern schwerer macht, nicht zu bestreitende Integrationsprobleme zu benennen und, was viel wichtiger ist, anzupacken.

Wer ein anderes Menschenbild als Sie hat, muss sich aus dem Bundesbankvorstand zurückziehen?

ANTWORT: Der kann mit dem Widerspruch der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden rechnen. Unser Land ist seit 1949 ein Land der Chancen für jeden Einzelnen. Das hat uns stark gemacht und nicht eine bestimmte Klassifizierung von Gruppen. Mein Menschenbild ist nicht deterministisch, sondern christlich.

Wie genau kennen Sie das Menschenbild Sarrazins? Haben Sie sein Buch gelesen?

ANTWORT: Nein, die Vorabpublikationen sind vollkommen ausreichend und überaus aussagekräftig, um These, Kern und Intention seiner Argumentation zu erfassen. Ich habe die Verantwortung als Bundeskanzlerin, an einer Gesellschaft mitzuarbeiten, in der jeder Mensch durch Bildung eine Chance bekommen kann, für sein eigenes Glück und zum Wohle unseres Landes.

Musste man aus diesem Buch eine Staatsaffäre machen, mit der sich die Kanzlerin beschäftigt und der Bundespräsident?

ANTWORT: Ich muss mich jetzt leider wiederholen: Es gibt Themen, bei denen ich es als meine Pflicht ansehe, mich deutlich zu Wort zu melden. Das Thema Integration ist mir seit langem ein Herzensanliegen. CDU und CSU waren es, die dafür gesorgt haben, dass die naive Multikulti-Haltung von Rot-Grün überwunden wurde. Wir haben das Erlernen der deutschen Sprache zu einem Kernelement von Integration gemacht. Länder wie Hessen haben als erste verpflichtende Sprachtests eingeführt und sind dafür kritisiert worden. Wir waren es, die die Einbürgerungstests eingeführt haben. Wir haben Sprachkenntnisse verlangt für zuziehende Ehegatten, wir haben den Integrations- und Islamgipfel begonnen. Ich habe die Integrationsbeauftragte im Kanzleramt angesiedelt. Ich weiß, dass vieles noch nicht gelungen ist auf diesem Gebiet, und kann nur jeden ermuntern, über die Defizite auch ganz klar zu sprechen. Es bleibt viel zu tun, wenn zum Beispiel viele Menschen das Gefühl haben, sie könnten abends nicht im Bus oder in der S-Bahn fahren. Auf den Schulhöfen gibt es zu viel Gewalt. Das dürfen wir nicht beschönigen und müssen in Bund, Ländern und Gemeinden zusammen dagegen vorgehen. Allerdings ist auch klar: Unser Land wird sich weiter verändern, und Integration ist auch eine Aufgabe für die Gesellschaft, die die Einwanderer aufnimmt. Wir haben uns über viele Jahre darüber Illusionen gemacht. Moscheen etwa werden stärker als früher ein Teil unseres Stadtbildes sein. Und deshalb muss man sich heute zum Beispiel auch mit der Frage beschäftigen, ob wir Imame hier in unserem Land ausbilden, die die Grundsätze unseres Staates und unserer Rechtsordnung akzeptieren, oder ob die Prediger auch in den nächsten Jahrzehnten noch hauptsächlich aus der Türkei kommen.

Sie haben gesagt, im Fall Sarrazin gehe es nicht um die Gefährdung der Meinungsfreiheit, sondern nur um die Folgen, die dem Autor aus seinem Buch erwachsen. Sehen Sie da tatsächlich keinen Zusammenhang? Ist die Meinungsfreiheit erst dann gefährdet, wenn Bücher nicht mehr gedruckt werden, oder nicht schon dann, wenn sie aus Angst vor den Folgen nicht mehr geschrieben werden?

ANTWORT: Es geht tatsächlich gerade nicht um die Gefährdung der Meinungsfreiheit, sondern um die Bewertung eines Zusammenhangs mit öffentlich-rechtlichen Funktionen, eine Bewertung, die ich selbstverständlich nicht vornehme, sondern die Bundesbank in ihrer Unabhängigkeit.

Können Sie uns den Unterschied zwischen dem Fall Westergaard und dem Fall Sarrazin erklären?

ANTWORT: Der liegt auf der Hand, denn der Fall Westergaard berührt die Frage, ob ein Zeichner in Europa satirisch zeichnen darf.

Konnte die Bundesbank noch unabhängig entscheiden, nachdem die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident, der Finanzminister und der Innenminister schon eindeutig ihre Meinung zu diesem Buch gesagt hatten?

ANTWORT: Natürlich konnte sie das, und ansonsten ist dazu alles gesagt.

Wie erklären Sie das auffällig große Maß an Zustimmung, das Sarrazin und sein Buch in der Bevölkerung finden?

ANTWORT: Das Thema Integration bewegt die Menschen in ihrem Alltag. Die Bundesregierung handelt, um die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. Dafür brauchen wir gar nicht so viele neue Gesetze, bestehende müssen angewandt werden. Wer zum Beispiel einen Integrationskurs abbricht, kann, wenn er ALG-II-Empfänger ist, mit 30 Prozent Kürzung bestraft werden, danach mit 60 Prozent, und am Ende gibt es nur noch Sachleistungen. Wenn das noch nicht konsequent genug angewandt wird, werden wir dafür in Zukunft sorgen.

Wie wollen Sie mit den zehn bis fünfzehn Prozent Integrationsunwilligen umgehen?

ANTWORT: Mit Strenge. Wer neu zuzieht und den verpflichtenden Integrationskurs nicht besucht, muss die Konsequenzen tragen. Wir müssen ausländischen Eltern klarmachen, dass nur Bildung verhindern kann, dass ihre Kinder in einer Sackgasse landen. Leider müssen wir das im Übrigen auch deutschen Familien klarmachen, denn die Sprachtests zeigen, dass es auch Kinder aus deutschen Elternhäusern gibt, die sprachlich nicht in der Lage sind, dem Schulunterricht zu folgen.

Sie haben eben gesagt, Moscheen werden zu unserem Alltag gehören. In der Schweiz hat es vor kurzem eine Volksabstimmung gegeben, mit der Folge eines Minarettverbots. Haben Sie keine Angst, dass sich Konservative, die die Lebensform, die sie als deutsch oder schweizerisch empfinden, zu einer politischen Kraft formieren könnten und sagen: Wir wollen nicht, dass der Islam hier zu einer verbreiteten Religion wird?

ANTWORT: Ich habe gesagt, dass Moscheen stärker als früher ein Teil unseres Stadtbildes sein werden. Unser Grundgesetz gewährt Religionsfreiheit. Im Übrigen verlange ich, dass alle Artikel unserer Verfassung und unsere Gesetze von allen eingehalten werden. Wir können keine Parallelgesellschaften dulden, in denen unsere Grundrechte, zum Beispiel die Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht gelten. Nur auf der Basis des Grundgesetzes können wir in Toleranz und Respekt miteinander leben. Das muss jeder akzeptieren, der hier leben will.

Aus der Union tönt es, eine Parteineugründung rechts von ihr habe keine Chance. Das klingt wie Pfeifen im Walde (vergl. 1).

ANTWORT: Es liegt an uns in den demokratischen Parteien, Neugründungen am rechten wie linken Rand durch unsere Politik zu verhindern. In Baden-Württemberg zum Beispiel wurden vor Jahren die Republikaner kurzzeitig stark, weil die CDU damals ihre Idee der Verschärfung des Asylrechts zwar laut verkündete, aber nicht in Taten umsetzte. Wir dürfen Missstände nicht nur beschreiben, wir müssen die Probleme lösen, dann brauchen wir uns über neue Parteien an den Rändern keine Sorgen zu machen.

Die Wehrpflicht gehörte bis Anfang des Jahres zum sogenannten Markenkern der Union. Warum jetzt nicht mehr?

ANTWORT: Der Schutz der äußeren Sicherheit durch eine starke Bundeswehr im Rahmen unserer Bündnisse war, ist und bleibt ein Identitätskern der Union. Die Bedrohung des Kalten Krieges früher hat sich in eine asymmetrische Bedrohung heute gewandelt. Darauf muss verantwortungsvolle Sicherheitspolitik reagieren. Wenn wir uns schließlich entscheiden sollten, die Wehrpflicht auszusetzen, dann muss uns gleichzeitig ein Weiteres gelingen, und zwar dass die Bindung der Bundeswehr an die Bevölkerung weiter erhalten bleibt. Das kann man durch veränderte Aufgaben für die Reservisten schaffen und auch durch ein attraktives Freiwilligenangebot. Das fügt sich auch in die Vorstellungen, die wir Christdemokraten uns vom Engagement der Bürger im 21. Jahrhundert machen, die mehr tun, als allein für ihr eigenes Wohl zu sorgen. Bürger sein heißt, sich für unser Land zu engagieren, sei es in der Bundeswehr, sei es im Zivildienst, sei es in einem Ehrenamt. Eine aktive Bürgergesellschaft, ein Staat, in dem man gerne lebt und für den man sich deshalb auch gerne einsetzt – das ist mein Bild von Deutschland.

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Time am 19. September 2010

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/09/19/zehn-thesen-fur-thilo/

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PS., das gesamte Interview jetzt online unter:
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E51CEF5B229BF448C9995B11A47F2F881~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Erpressung ist ein Verbrechen

1. September 2010

Als Erpressung werden in der heutigen FAZ die unverschämten Forderungen von Aff-Affie bzw. der pakistanischen Regierung empfunden.

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Günther Nonnenmacher:

Erpressung I

Den Besuch in Rom, bei seinem besonders guten Freund Berlusconi, hat der libysche Diktator Gaddafi für einen besonders unverschämten Auftritt genutzt. Seinen Aufruf zur “Islamisierung Europas” mögen Naive noch als Phantasterei abtun. Aber seine Forderung, die EU solle jährlich fünf Milliarden Euro nach Tripolis überweisen, damit Libyen etwas gegen illegale Immigranten aus Afrika tut, riecht nach Erpressung. Italien hat zu diesem Zweck schon ein Abkommen mit Gaddafi geschlossen und dafür bezahlt. Außerdem gibt es Dutzende bilateraler Abkommen von EU-Ländern mit afrikanischen Staaten, ausgestattet mit Finanzhilfen, die zur Verminderung der binnenafrikanischen Migration ausgegeben werden sollen. Dieses Problem ist zu einem Gutteil hausgemacht, nämlich auf die Unfähigkeit afrikanischer Politiker zurückzuführen. Auf die könnte Gaddafi mit seinem politischen Gewicht einwirken; er könnte mit seinen reichlich sprudelnden Öleinnahmen auch Hilfe leisten. Man fragt sich, wie lange europäische Politiker sich die gefährlichen Narreteien dieses Mannes noch gefallen lassen wollen.

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Klaus-Dieter Frankenberger:

Erpressung II

Verzweifelter Hilferuf an die Staatengemeinschaft oder eiskalte Erpressung? Jedenfalls setzt die pakistanische Regierung das Ausland unter Druck: Wenn sie nicht die Flutkatastrophe in den Griff bekomme, werde das den Extremisten in die Hände spielen. Tatsächlich scheint es militanten Islamisten zu gelingen, aus der Katastrophe Kapital zu schlagen, weil die Leute Staatsversagen und Korruption am eigenen Leib erleben.

Es ist aber unverfroren, von eigenem Unvermögen dadurch abzulenken, dass man die Staatengemeinschaft dafür haftbar macht. Die weiß durchaus, was auf dem Spiel steht, hat aber auch ihre Erfahrungen gemacht: zum Beispiel mit einer Militärführung, die Islamisten jahrzehntelang ausgebildet und ausgerüstet hat, in Afghanistan, in Kaschmir; mit Politikern, die sich Extremisten für innenpolitische Zwecke halten.

Es wäre tausendmal gescheiter, wenn die Führung Pakistans ihren Staat zum Funktionieren brächte, als immerzu dem Westen die Schuld an der islamistischen Bedrohung zu geben. Pakistan ist Opfer dieser Bedrohung, es hat sie aber selbst gezüchtet.

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Time am 1. September 2010

Alles läuft rund in Afghanistan

11. April 2010

Zum Thema Afghanistan hat Friederike Böge in der heutigen FAZ einen ihrer wie stets sehr interessanten Aufsätze abgeliefert.

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Was treibt Hamid Karzai?

Die Beziehungen zwischen dem Präsidenten und dem Westen sind zerrüttet. Nicht nur in Kabul rätselt man über seine Absichten. Und seinen Geisteszustand.

Wer in diesen Tagen mit Mitarbeitern des afghanischen Präsidialamtes redet, trifft auf Männer, die nervös zur Tür schauen und das Thema wechseln, sobald ein Kollege sich nähert. Verdächtige Worte wie „Präsident“ oder „Karzai“ meiden sie und sprechen stattdessen von „dem Mann da oben“. Der Geheimdienst, so sagt einer, beobachte genau, mit wem Regierungsmitarbeiter Kontakt hätten. Das Misstrauen gegenüber Amerika und Großbritannien sei so groß, dass er einen schriftlichen Antrag stellen müsse, wenn er Vertreter der beiden Botschaften treffen wolle. Die Paranoia der afghanischen Führung trat vor kurzem in einem Gerücht zutage, das in Kabuler Regierungskreisen die Runde machte. Innenminister Hanif Atmar, ein Liebling der Briten, sei vom amerikanischen CIA beauftragt, Präsident Hamid Karzai zu ermorden. Es war nur eine von vielen Verschwörungstheorien, doch immerhin soll der Minister daraufhin seinen Rücktritt angeboten haben.

Die Beziehungen zwischen Karzai und seinen westlichen Verbündeten sind seit Monaten zerrüttet. In den vergangenen Tagen hat der Präsident sie mit erstaunlichen Äußerungen auf eine neue Probe gestellt. Er behauptete, die massiven Fälschungen bei der Präsidentschaftswahl seien von Ausländern organisiert worden. Er erklärte, „die Ausländer“ wollten ihn und das Parlament schwächen. In Kandahar stellte er vor Stammesältesten die wichtige Nato-Offensive auf das Kernland der Taliban in Frage. In Gesprächen mit Abgeordneten soll er sogar gesagt haben, er werde sich den Aufständischen anschließen, wenn der Westen ihm weiter in seine Regierungsgeschäfte pfusche.

Das sagt ein Mann, dessen Regierung nach Ansicht vieler innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen würde, wenn die westlichen Truppen morgen abzögen. Dessen Sicherheitsapparat zu großen Teilen vom Ausland finanziert wird. Ist der Präsident auf Drogen, wie der einstige UN-Gesandte in Kabul, Peter Galbraith, im amerikanischen Fernsehen nahelegte? Ist er gar verrückt geworden, wie der Arzt und Oppositionspolitiker Abdullah Abdullah diagnostizierte? Oder verfolgt er mit seinem Konfrontationskurs eine Strategie?

Zweifel am Geisteszustand des Präsidenten sind nicht neu. Oft schon ist er als überarbeitet, erratisch, divenhaft, sprunghaft und paranoid beschrieben worden. Karzai brauche Urlaub, sagen Diplomaten seit Jahren. Er selbst hat in einem Interview einmal gesagt: „Ich bin eine erschöpfte Person. Ich mache das nicht erst seit sieben Jahren, sondern seit ich 22 Jahre alt bin.“

Besonders anstrengend sind wohl die vergangenen Monate gewesen. Das Gerangel um die gefälschte Präsidentschaftswahl 2009 hat ihn, den stolzen Paschtunen, tief gedemütigt. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama hat er, der jeden Morgen die amerikanische Presse studiert, nur noch selten Schmeichelhaftes über sich lesen dürfen. In Kabul heißt es, er sei überzeugt, man wolle ihn loswerden. Kaum weniger demütigend war der jüngste Besuch Obamas, bei dem er Karzai für die Korruption rügte. Wütend, so heißt es, sei man im Präsidentenpalast, auch darüber, dass Amerika in der Afghanistan-Politik immer stärker auf pakistanische Interessen eingehe. Und vollends platzte Karzai offenbar der Kragen, als das afghanische Parlament seine Wahlrechtsreform ablehnte. Damit wollte er wohl sicherstellen, dass genügend loyale Kräfte gewählt werden. Die braucht er dringender denn je, seit sich erstmals eine wirksame Opposition im Unterhaus zu bilden scheint.

Sind also einfach nur die Pferde mit dem Präsidenten durchgegangen? Der Kabuler Analyst Harun Mir sieht keine „rationale Erklärung“ für die Äußerungen Karzais. Er sei isoliert und frustriert. Ohne Hoffnung. Andererseits: Aus Karzais Sicht ist seine Distanz zu den engsten Verbündeten keineswegs so irrational, wie sie scheint. Er mag vom Westen abhängig sein, doch auch er, Karzai, ist für den Erfolg der amerikanischen Strategie in Afghanistan vorerst unverzichtbar. Aus Sicht des Westens gibt es derzeit keine Alternative zu Karzai. Sein stärkster Herausforderer Abdullah gilt als Iran-nah und wirkt wegen seiner Rolle im Bürgerkrieg für viele Afghanen wie ein rotes Tuch. Der bei Diplomaten beliebte Ashraf Ghani kam bei der Wahl über ein paar Tausend Stimmen nicht hinaus. Wohl auch deshalb hatten die westlichen Botschaften es nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009 zunächst gar nicht eilig, den Wahlbetrug anzuprangern. Erst als Medienberichte das ganze Ausmaß der Manipulation zutage förderten, hagelte es Kritik aus Washington, London und Berlin.

Trotz des Drucks hat Präsident Karzai bislang kaum erkennen lassen, dass er ernsthaft gegen die Korruption vorgeht. Ein Beispiel: Zum stellvertretenden Chef der Anti-Korruptions-Behörde ernannte er den Bruder seines ehemaligen Stabschefs. Einen Mann, der weithin als inkompetent gilt. Bislang hat die afghanische Regierung kaum die Erfahrung gemacht, dass sich Korruptionsbekämpfung für sie lohnen würde. Trotz wachsender Misswirtschaft ist das Volumen internationaler Hilfsgelder für Afghanistan in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ebenso wie im Nachbarland Pakistan, wo Milliardenhilfen aus Washington jahrelang ohne strikte Konditionen flossen. Der amerikanische Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, hat es kommen sehen. Nach einem Bericht der „Washington Post“ hatte der Diplomat sich in einem internen Memo im November gegen Truppenaufstockung ausgesprochen. Der Grund: Washington mache sich abhängig von einem unberechenbaren, korrupten Partner.

Der Vorwurf, Ausländer hätten die Wahlen gefälscht, mag für westliche Ohren lächerlich klingen. Für das verschwörungstheoretisch geschulte afghanische Publikum ist das keineswegs undenkbar. Tatsächlich gab es etwa im paschtunischen Osten viele Stimmen, die die Kritik an den Wahlfälschungen als westliches Komplott gegen den paschtunischen Präsidenten ansahen. Das mag verständlich sein angesichts westlicher Medienberichte, der einstige UN-Gesandte Galbraith habe offen über eine Ablösung Karzais sinniert.

Der Präsident hat schon früher versucht, mit Kritik am Westen seinen Ruf als Marionette loszuwerden. Punkten konnte er damit nur bedingt. Die Unbeliebtheit seiner Regierung hat kaum mit seiner Abhängigkeit vom Ausland zu tun, sondern vor allem mit Korruption und Machtmissbrauch. In den vergangenen Monaten hat Karzai sich zudem auffällig intensiv um zusätzliche Bündnispartner bemüht. Er reiste nach China und Iran. Er drohte, Russland um Rüstungshilfe nachzusuchen, wenn der Westen ihm keine Kampfflugzeuge bereitstelle. Karzai wäre nicht der erste Herrscher in Kabul, der dem Druck seiner Verbündeten auszuweichen sucht, indem er zusätzliche Türen öffnet. Zudem wird er auf gute Beziehungen zu den Nachbarn China und Iran – und eine Aussöhnung mit den Taliban – angewiesen sein, wenn die westlichen Truppen Afghanistan in einigen Jahren verlassen werden.

Vor diesem Hintergrund, so meinen Beobachter in Kabul, müssten auch die jüngsten rhetorischen Einlassungen Karzais verstanden werden. Die Heftigkeit seiner Ausbrüche hat allerdings selbst seine engeren Mitarbeiter überrascht. Er sei ernsthaft besorgt, sagt der Mann aus dem Präsidialamt.

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Angesichts des gräßlichen Endes seines Vorgängers Mohammed Nadschibullah (1) wäre es wirklich kein Wunder, wenn Karzai allmählich der A*sch auf Grundeis ginge. Es ist m.E. vernünftig und logisch, dass er sich aufgrund der Tatsache, dass in den letzten Jahren das Talibanübel nicht beseitigt worden ist, viele verschiedene Optionen offen halten will. Es gibt durchaus „rationale Erklärungen“ für sein Verhalten, so wie Frau Böge diese ja auch darstellt.

In ihren Augen besteht der Kern des afghanischen Problems in der Korruption der Regierung Karzai. Es sollte also theoretisch lösbar sein, legt dies nahe. Aber vielleicht ist eine mohammedanistische Gesellschaft ohne Korruption ein Widerspruch in sich? Den Taliban wird nachgesagt, sie seien nicht korrupt gewesen, aber ob dies zutrifft, ist unter dem Leichenberg, den sie hinterlassen haben, schwer festzustellen (2).

Folgt man der Auffassung von Frau Böge, sollte ein Hauptinteresse des Westens darin bestehen, die Regierung Karzai durch eine andere zu ersetzen. Das ist nicht so einfach, da man sich demokratischen Regeln verschrieben hat, die wiederum in vieler Hinsicht rein praktisch gar nicht zu realisieren sind. Diesen Gedanken denkt sicher auch Karzai zuende, aber er scheint nicht bereit zu sein, sich auf Hawaii zur Ruhe zu setzen. Daher spielt er in Gedanken sicher auch ein Vorgehen westlicher Dienste gegen sich selbst durch.

Grundsätzlich pessimistisch wird die afghanische Situation neuerdings offenbar von Thomas Speckmann gesehen, der warnend an die Niederlage der Sowjets erinnert. Seine militärtheoretischen Ausführungen in der FAZ sind im allgemeinen mit Gewinn zu lesen. Sein letzter Aufsatz in der FAZ vom 7. April erscheint mir jedoch arg defätistisch. Vielleicht sollte er über seinen Betrachtungen von Kriegen als „alte“ und „neue“ dazu übergehen (3), auch „ganz neue“ Kriege ins Kalkül zu ziehen oder aber auch „ganz alte“.

Als „ganz neuen“ könnte man, wie ich schon häufiger ausgeführt habe, den Afghanistan-Krieg insofern betrachten, als dass sein Sinn nicht unbedingt darin bestehen muss, Territorium zu erobern oder den Gegner niederzuzwingen oder zu eliminieren, sondern einfach darin, ihn auf Trab zu halten bzw. ihn in Achgharnichtsklappt zu trappen (trap = engl.: Falle), wenn es sein muss auch 1.000 oder 2.000 Jahre lang. Denn ein „ganz alter“ Krieg wiederum ist der Jihad, der 1.400-jährige Krieg der Mohammedanisten gegen den Rest der Welt, welcher heutzutage von nur wenigen Menschen als solcher erkannt wird.

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Déjà-vu am Hindukusch

Die Chronik eines Debakels in Afghanistan

Eine Supermacht interveniert: Elitesoldaten von Luftlandedivisionen nehmen Flughäfen und andere Schlüsselobjekte in Besitz. Kurz darauf folgen motorisierte Bodentruppen. Ihr Vormarsch trifft nur in wenigen Städten auf Widerstand. Nennenswerte Verluste sind nicht zu beklagen. Ein leichter, schneller Sieg, auf den ersten Blick. Auf den zweiten zeigt sich bald, dass die Interventionsstreitmacht von 80 000 Mann lediglich dazu in der Lage ist, Städte und wichtige Verkehrsverbindungen oder Nachschublinien zu sichern. Die eingesetzten Kräfte reichen nicht aus, um flächendeckend die Provinzen des Landes zu überwachen. Ein blutiger Guerrillakrieg zwischen den Interventionstruppen und der Armee der neuen Regierung auf der einen sowie Aufständischen auf der anderen Seite ist die Folge.

Was sich wie eine Zusammenfassung der Ereignisse in Afghanistan seit Beginn der amerikanischen Intervention 2001 liest, ist die komprimierte Einleitung von Bernhard Chiaris luzider Analyse des Debakels der Sowjetunion am Hindukusch. Ohne dass der Wissenschaftliche Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam Analogieschlüsse zöge, erscheinen seine Beobachtungen nicht nur als Déjà-vu der heutigen Situation am Hindukusch. Sie legen auch den Finger auf die wunden Punkte des westlichen Vorgehens seit 2001 („Kabul, 1979: Militärische Intervention und das Scheitern der sowjetischen Dritte-Welt-Politik in Afghanistan“, in: „Die Sowjetunion und die Dritte Welt“, Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 99, hrsg. von Andreas Hilger, München 2009).

Unter den Bedingungen der außerhalb von Kabul weitgehend traditionell organisierten Stammesgesellschaften erklärte die afghanische Regierung im Oktober 1978 die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau. Jugendliche Aktivisten aus Schulen und Hochschulen, die die traditionellen Spielregeln des Lebens nicht einmal kannten, wurden in die Dörfer geschickt, um dort die Segnungen des Kommunismus zu verkünden. In ihrem Bestreben, unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen Zugang zu Bildung und Boden durch eine Landreform zu verschaffen, ignorierten die afghanischen Kommunisten die Überlieferungen: Zwangen Repräsentanten der Regierung eine Bäuerin in eine Grundschule, so entehrten sie damit deren Ehemann. In den Dörfern setzten sich die Männer dagegen zur Wehr.

Die Politik der Regierung in Kabul rief den Widerstand breiter Bevölkerungsschichten und bewaffnete Aufstände islamischer Gotteskrieger hervor. Im März 1979 lieferten sich Bewohner von Herat, Bauern der umliegenden Dörfer und Soldaten der örtlichen Garnison vier Tage lang Gefechte mit afghanischen Regierungstruppen. Die Märzunruhen forderten 5000 Tote, darunter 150 bis 200 sowjetische Militärberater und ihre Familienangehörigen. Die Aufständischen vernichteten Panzer der Armee und Jeeps des KGB mitsamt ihren Insassen. Anders als bei früheren, rasch niedergeschlagenen Meutereien in Mazar-i-Sharif und Kabul konnten die Aufständischen Herat eine Woche lang halten. Die Rebellion offenbarte den spontanen Volkszorn in den afghanischen Provinzen. Er war aber gerade daher für die Regierung und ihre sowjetischen Verbündeten viel erschreckender als vereinzelte Attentate der bis zu diesem Zeitpunkt noch kaum organisierten Islamisten, die 1978 nur geringen Rückhalt in der Bevölkerung fanden.

Moskaus Militärs rieten mit Blick auf eine mögliche Intervention zur Vorsicht. Bei der Analyse des Aufstandes von Herat und der Taktik der Mudschahedin fiel immer wieder der Ausdruck „Partisanenkrieg“, seit dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion ein beinahe mythischer Begriff. Höheren Funktionären in Partei und Armee, meist selbst der Kriegsgeneration angehörig, war klar, welche Probleme die Ausweitung der militärischen Operationen gegen die afghanischen Aufständischen mit sich bringen mussten. Der Chef des sowjetischen Generalstabs, Marschall Ogarkow, warnte dringlich, eine Invasion würde dem Islamismus in der gesamten Region Auftrieb geben.

Am Ende waren es Leonid Breschnew und Politbüro-Mitglieder wie KGB-Chef Andropow, die alle Bedenken zurückstellten. Die Führung der UdSSR hoffte darauf, Afghanistan mit Hilfe einer neuen Regierung zu stabilisieren, um dann das eigene militärische Engagement rasch verringern zu können. Eine Hoffnung, die sich nicht nur damals als ebenso irrig erwies wie der Versuch, den ausufernden Konflikt mit Gewalt zugunsten der Kabuler Regierung zu entscheiden. Helmut Schmidt, der zur Zeit des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan Bundeskanzler war, hat Mitte März in einem Gespräch mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gemahnt: „Es wird langsam Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass man den Krieg irgendwann wird abbrechen müssen.“ Die Sowjetunion tat dies nach mehr als neun Jahren.

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Churchill hatte über die afghanische Gesellschaft geschrieben (4):

“Außer zur Erntezeit, wenn die Selbsterhaltung einen temporären Waffenstillstand erzwingt, sind die Pathanenstämme immer mit kleinen oder großen Kriegen beschäftigt. Jeder Mann ist Krieger, Politiker und Theologe. Jedes große Haus ist eine echt feudale Festung, zwar nur aus sonnengebackenem Lehm, aber mit Befestigungen, Kuppeln, Scharten, Ecktürmen, Zugbrücken, etc., wo nichts fehlt. Jedes Dorf hat seine Verteidigung. Jede Familie kultiviert ihre Vendetta; jeder Clan seine Fehde. Die zahlreichen Stämme und die Koalitionen von Stämmen haben alle ihre offenen Rechnungen, die gegeneinander beglichen werden müssen. Nichts wird je vergessen, und nur ganz wenige Schulden bleiben unbezahlt.”

Das Debakel der Sowjets rührte aus ihrem Versuch, die archaische und aus unserer Sicht verbrecherische Orkgesellschaft in die Welt des 20. Jahrhunderts liften zu wollen. Diesen Fehler brauchen wir nicht zu wiederholen, aber diese Erkenntnis verlangt nicht den Truppenabzug – im Gegenteil. Meine eigene Sicht der Dinge in Bezug auf den Afghanistankrieg, seine Ursachen und seinen Sinn, scheinen Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy eher zu teilen als Böge/Speckmann. Michaela Wiegel berichtete in der gestrigen FAZ:

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“(…) Einen italienisch-französischen Schulterschluss führten Sarkozy und Berlusconi auch bei der militärischen Zusammenarbeit vor. In Paris wurde die Gründung einer französisch-italienischen Brigade nach dem Vorbild der deutsch-französischen Brigade beschlossen. Angestrebt wird zunächst eine Gebirgsjägerbrigade, die gemeinsam für einen möglichen Einsatz in Afghanistan trainiert. Der italienische Außenminister Frattini forderte in der Zeitung „Le Figaro“ Deutschland auf, sich der Brigade anzuschließen. Auch Spanien solle darüber nachdenken. Es gehe darum, die europäischen Interventionsfähigkeiten zu verstärken. Nach dem Tod eines französischen Soldaten am Donnerstag in Afghanistan rechtfertigte der französische Verteidigungsminister Morin von neuem den Militäreinsatz. Ein schneller Abzug wäre unverantwortlich, sagte Morin.”

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In der Tat, so ist es, und daher ist auch das Gewinsel von Günther Nonnenmacher in der gestrigen FAZ m.E. recht unverantwortlich (5):

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Niemand kann die Angehörigen, die Freunde und Kameraden von Niels Bruns, Robert Hartert und Martin Augustiniak über ihren Verlust hinwegtrösten. Die öffentliche Trauerfeier in Selsingen, im Nachbarort der Fallschirmjägerkaserne von Seedorf, war Dank und Ehrung für die drei Bundeswehrsoldaten, die am Karfreitag in Afghanistan im Dienst für ihr Vaterland gefallen sind. Die Anerkennung für die Toten und ihre Würdigung – ausgesprochen im Namen aller Staatsbürger – können den persönlichen Schmerz nicht auslöschen. Öffentliches Gedenken und Anwesenheit höchster Repräsentanten des Staates bei der Trauerfeier sind nicht mehr als der Versuch, dem gewaltsamen, dem tragischen Tod der drei jungen Männer einen Sinn abzugewinnen.

Sinngebung des Sinnlosen? Die Frage richtet sich im Fall des Soldatentodes, diesseits von Glaube und Hoffnung, an die Politik. Denn sie trägt die Verantwortung für den 2001 beschlossenen Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch, und damit tragen die Politiker auch die letzte Verantwortung für den Tod von 39 deutschen Soldaten, die seither in Afghanistan gefallen sind. Zu dieser Verantwortung hätte es gehört, rechtzeitig und offen darüber zu sprechen, dass in Afghanistan seit geraumer Zeit Krieg herrscht – wie immer die völkerrechtlichen Umschreibungen dafür lauten mögen.

Das hätte den Ernst der Lage deutlich gemacht, nicht nur den Soldaten im Einsatz, die ihn ohnehin Tag für Tag erleben, sondern auch der deutschen Gesellschaft, die sich zu lange mit dem Gedanken beschwichtigt hat, es gehe um politische Stabilisierung, humanitäre Hilfe und Wiederaufbau eines zerstörten Landes.

Die einzig politisch tragfähige und damit verantwortungsvolle Rechtfertigung für den Einsatz in Afghanistan hat der frühere Verteidigungsminister Struck gegeben mit dem Satz, Deutschlands Freiheit und Sicherheit würden auch am Hindukusch verteidigt. Bundeskanzlerin Merkel hat ihn bei der Trauerfeier in Selsingen sinngemäß wiederholt und damit bekräftigt. Sie hat aber auch von Zweifeln gesprochen, die jeden Abgeordneten schon geplagt hätten.

Denn bei allen Rücksichten auf überpersönliche und übernationale Aspekte, wie etwa die Verpflichtungen in einem Bündnis: Politiker, die angesichts der Gefallenen keine Zweifel verspürten, wären im Deutschen Bundestag fehl am Platz.

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Selbstverständlich ist der Verlust von 39 gefallenen Mitbürgern sehr schmerzlich. Er ist aber nicht „tragisch“ oder „sinnlos“. Er ist nicht tragisch, weil die Toten aus freien Stücken den Soldatenberuf ergriffen und das Risiko des gewaltsamen Todes auf sich genommen haben. Das war in hohem Maße mutig, opferbereit und daher heldenhaft. Er ist nicht sinnlos, weil unsere Truppen zweifellos den Jihad von unseren eigenen Nationen in das Land des Feindes getragen haben und diesen dort binden.

Dass nicht jeder gute Politiker stets und immer wieder mit der treffenden Parole von Struck hausieren geht, und also die nackte Wahrheit ausspricht, ist vor allem Dimmis wie Nonnenmacher geschuldet, die die Parole nicht verstanden haben (wie Nonnenmachers Wortwahl zeigt), und die lange von einer demokratischen Zivilgesellschaft Afghanistan träumten (bzw. gegen die Intervention waren). Die Aufbauhilfe war sicher weniger für die Afghanen als vielmehr für die deutsche Heimatfront bestimmt, Nonnenmacher eingeschlossen.

Als FAZ-Redakteur hätte er es doch in der Hand gehabt, die Angelegenheit von vornherein “Krieg” zu nennen und gegen den Jihad zu schreiben. Aber in der FAZ muss ja auf jeden counterjihadischen Artikel ein fieslahmverstehender folgen. Jetzt mit dem Finger auf “DIE” Politiker zu weisen, ist mehr als wohlfeil. Aufgabe der Politik ist es, den Willen der Bürger zu exekutieren. Für die Formulierung dieses Willens, für die Meinungsbildung aber sind in hohem Maße die Medien, ist Nonnenmacher selbst verantwortlich.

Angebliche Zweifel müssen gewisse Politiker einräumen, um die Dimmis und PC-Geblendeten hier nicht zu verschrecken, um die Reihen langsam zu schließen und um bürgerlichen Gepflogenheiten gerecht zu werden. Wenn unsere Kanzlerin könnte, würde sie entschlossener vorgehen, da bin ich sicher. Aber es stehen derzeit einfach zu viele Günther Nonnenmachers im Weg rum.

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Time am 11. April 2010

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/12/hell-aint-the-worst-place-to-be/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/04/we’re-only-in-it-for-the-money/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/17/guter-alter-„neuer-krieg“/
4) http://kewil.myblog.de/kewil/art/176462276/
5) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E0C84F875FDE44FA8902B6E4268104789~ATpl~Ecommon~Scontent.html

auch:
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/21/nur-keine-eile/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/14/wir-sollten-bleiben-fur-immer/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/30/fort-pointing-man/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/02/hohle-und-andere-nusse/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/11/verantwortung-wem-gegenuber/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/28/ich-bin-verdrossen/
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PS.: Apropos „Trap“, als Soundtrack AC/DC‘s „Fly on the Wall“:
http://www.youtube.com/watch?v=7DIHfaDzp50
live: http://www.youtube.com/watch?v=s33ocNT8yAo&feature=related

Hier der Text (mit leichter Modifikation; gewidmet Mohammed Atta):

Fly on the Wall

You can dance
through the night
Rock ‚n‘ roll music
(itchin‘ to fight)
Makin‘ love
drunk or stoned
Lookin‘ for dollars
get broken-boned
It‘s a game
too tough to tame
Ends up the same
sweatin‘ out rain

I was TRAPPED
like a fly on the wall
I was caged
like a zoo animal
No escape from the fate
that you make
You‘re a snake
I‘ve had all I can take
Watch out
there‘s a fly on the wall

Take a chance
take a bite
ALLA, ALLA
take me tonight
Like a bitch
makin‘ heat
Beatin‘ on my chest
lickin‘ at my feet
It‘s a game
too tough to tame
Ending up the same,
sweatin‘ in the rain
So watch out
there‘s a fly on the wall


Leserbrief-Counterjihad (#2)

18. Februar 2010

Die gestrige FAZ enthielt eine Reihe lesenswerter Leserbriefe. Hier zunächst eine Entgegnung von Professor Dr. Karl-Heinz Kuhlmann auf die Zuschrift von Ali Arschab (1):

Das islamische Dilemma

Im Leserbrief “Das ewig gültige Fundament des Islams” von Ali Ashraff (F.A.Z. vom 5. Februar) offenbart sich das ganze Dilemma des Islams in Deutschland und in Europa. Er mag ja privat an das “ewig gültige Fundament des Islams” glauben und für sich allein im Kämmerlein praktizieren, aber sobald dieses “Fundament” einen öffentlichen Anspruch in unseren Breiten erhebt, kann allerdings nur falsch verstandene Toleranz der Politik und eine feige Neutralität der Justiz diesen zulassen, denn es bleibt dabei: Das Beharren auf verbaler Inspiration eines jeden Buchstabens des Korans sowie auf einer unüberbietbaren Vorbildfunktion des Lebens Mohammeds machen diese Religion für den öffentlichen Raum, in dem das Grundgesetz Geltung hat, zu einem Absurdum. Gerade der Koran zeigt hier neben all seinen positiven Seiten, die er auch hat, eine Anstiftung zu einer mit unseren Werten unvereinbaren Haltung seiner Anhänger. Auch das Leben Mohammeds, wie es sich in seiner nicht bereinigten Form von Ibn Ishaq, der Sira, darstellt, kann aus ethischen Gründen eben kein Vorbild für uns heute sein (W. Montgomery Watt, “Muhammad at Medina”, Oxford 1963). Die Einzelheiten mag jeder Interessierte selbst nachlesen (A. Guillaume, “The Life of Muhammad”, Oxford 2009). In den jetzt propagierten Schulbüchern für muslimische Kinder in deutschen Schulen findet man sie allerdings nicht; auch nicht in dem vom Osnabrücker Lehrstuhlinhaber Bülent Ucar “unter wissenschaftlicher Beratung” herausgegebenen. Hier ist der Prophet immer noch der gute Mensch schlechthin.

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Helmut Krause geht auf den Leitartikel “Aufklärung zu dritt?” (2) von Wolfgang Günter Lerch vom 6. Februar ein:

Eine säkularisierte Betrachtungsweise

Es ist keine Frage, dass die islamischen Staaten einer Aufklärung bedürfen, doch zunächst wohl erst einer Reformation, durch die die europäische Geistesgeschichte gegangen ist, die zweihundert Jahre später die Aufklärung ermöglichte, die dann die Voraussetzung für die europäischen Revolutionen war. Wenn man dies im historischen Kontext betrachtet, wird ersichtlich, dass dieser Prozess der europäischen Geschichte sich über vierhundert Jahre erstreckte; eine Zeit, die weder die islamischen Staaten noch die Weltgemeinschaft auf dem Hintergrund der mit dem Islam verbundenen politischen Entwicklung hat. Die Geschichte wiederholt sich aber nicht und es bedarf auch nicht einer ähnlich langen philosophisch-theologischen-politischen Entwicklung, da die notwendigen Erkenntnisse alle vorhanden sind. Bei allem Verständnis für den schwierigen Prozess, durch den die islamische Welt gehen muss, darf es dennoch nicht dazu führen, wie es Lerch in seinem Artikel anspricht, dass die religiösen, theologischen Fundamente der jeweiligen Religion zur Disposition stehen.

Wenn er darauf verweist, dass sich Muslime an “der Lehre von der Trinität oder der Gottessohnschaft Jesu” stören – wie auch einige christliche Richtungen -, dann darf dies nicht von christlicher Seite als Veränderungsangebot, als Zugeständnis für die notwendigen philosophischen und politischen Veränderungen im Islam gesehen werden, denn hier würden die Vergleichsbereiche erheblich verschoben werden.

Das Hauptproblem in Lerchs Artikel scheint zu sein, dass kein religiöses Verständnis, geschweige denn eine derartige Überzeugung sichtbar wird, und es zu einer säkularisierten Betrachtungsweise kommt, die den lückenhaften historischen Kenntnisstand verabsolutiert und über christliche Glaubensaspekte setzt, um im Dia- bzw. Trialog ein Angebot zu machen.

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Auch Klaus Decker ist mit den Ausführungen von FAZ-Ali1 nicht einverstanden:

Dieser entkernte, substanzlose Gottesgedanke

Es wundert mich jedes Mal von Neuem, welch breiten Raum die F.A.Z. den Gedanken von Wolfgang Günter Lerch einräumt – ich kann es mir nur so erklären, dass weite Teile der F.A.Z.-Leserschaft nach Auffassung der Redaktion “philoislamisch” eingestellt sind. Seine Kommentare überraschen immer wieder durch überaus wohlwollende, fast schon unrealistische Einschätzungen von Entwicklungen der islamischen Welt. Versöhnt ist man oft durch seine große Kenntnis der Islamgeschichte und des Nahen Ostens. Deshalb verblüfft es umso mehr, dass der oben erwähnte Kommentar 200 Jahre Theologiegeschichte einfach ausblendet. Die historisch-kritische Wissenschaft hat es in der “Entmythologisierung” so weit gebracht, dass man über eine historische Person Abraham nur noch lächeln kann – daher: von abrahamitischen Religionen sollte ein “Aufklärer” heutiger Tage besser nicht sprechen.

Der Beitrag atmet den Geist des Küngschen Weltethos – nur: Ein Kenner des Islam wie Lerch sollte wissen, dass er mit einem derart “entkernten” und damit substanzlosen Gottesgedanken Gläubige einer Offenbarungsreligion nicht erreichen kann. Was christlich-jüdisches Denken mit dem Islam gemeinsam hat, sind nicht inhaltliche Übereinstimmungen, sondern die Überzeugung von Gotteshandeln als Offenbarung in Natur und Geschichte.

Es wird Lerch vielleicht überraschen, dass ich als einfaches Kirchenmitglied meinen Glauben auf die Grundsatzoffenbarung zurückführe, dass das “Wort Fleisch wurde” und unter uns wohnte. Dieser Glaube an Jesus als den Christus hindert mich in keiner Weise daran, mit Menschen muslimischen Glaubens harmonisch zusammenzuleben. Nicht die Ausklammerung der Wahrheitsfrage und die banale Feststellung “Wir glauben seit Echnaton an denselben Gott” bringt uns weiter, sondern das Ringen um Wahrheit in absoluter Personentoleranz schüfe die Basis für eine versöhnte Gesellschaft.

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Der nächste Brief stammt von einem jener innigen Freunde Israels, wegen derer das Land und Bollwerk gegen den Mohammedanismus eigentlich keine Feinde mehr bräuchte. Das Wort hat Dimmi Professor Dr. med. Axel Schnuch, er bezieht sich dabei auch ablehnend auf einen m.E. treffenden Leitartikel von Günther Nonnenmacher (3) vom 31. Januar:

Freunde Israels

Den Ausführungen von Leser Professor Dr. Werner Link in seinem Leserbrief “Es darf keinen Blankoscheck für Israel geben” (F.A.Z. vom 5. Februar) stimme ich zu. Bedenklich ist, dass mit solchen Positionen, wie sie Günther Nonnenmacher im Leitartikel “Besondere Beziehungen” (F.A.Z. vom 30. Januar) geäußert hat, die Leserschaft auf einen bedingungslosen Krieg vorbereitet werden soll. Im Übrigen wundere ich mich immer wieder darüber, dass manche Freunde und Unterstützer des Staates Israel, zu denen ich mich auch zähle, mit ihrem liebedienerischen Kotau gegenüber jedweder israelischen Regierung, ungeachtet der gerade verfolgten Politik, den undifferenzierten und unterschwelligen Zorn in der Bevölkerung gegenüber “Israel” nur verstärken. Gerade Deutschland gehört eindeutig nicht in die erste Reihe der Israel-Kritiker. Umgekehrt dann aber “Blankoschecks” auszustellen angesichts einer teilweise die Menschenrechte mit Füßen tretenden Politik der gegenwärtigen Regierung Israels dient nicht der Sache – sie schaden ihr.

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Indes, der Counterjihad schläft nicht und fährt den Judenhassern in die Parade. Dirk Gross schreibt das ebenso Selbstverständliche wie Notwendige:

Ohne Geschichtsbewusstsein im Ohrensessel

Zum Leserbrief “Es darf keinen Blankoscheck für Israel geben” von Professor Dr. Werner Link (F.A.Z. vom 5. Februar) und zu der wiederholten Versicherung von Bundeskanzlerin Merkel, dass die Existenz Israels Teil der deutschen Staatsräson ist: Die Existenzgarantie gilt für jedes Mitglied der Vereinten Nationen (UN), also auch für Israel; das ist inzwischen Grundlage der Völkerrechtsordnung.

Es wäre natürlich schön, wenn alle Mitgliedstaaten der UN sich daran halten würden. Aber leider wissen wir, spätestens nach Burundi und Darfur, was die Deklarationen der Vereinten Nationen wert sind. Da ist es nur einfach anständig, dass die Bundeskanzlerin zum Existenzrecht Israels im Namen von uns Bundesbürgern ein klares Wort sagt.

In welcher Welt lebt Leser Professor Link denn? Hat er je intensiv und persönlich mit den Fanatikern rund um Israel gesprochen und sich als Bundesbürger zu Adolf Hitler und seinen Zielen beglückwünschen lassen müssen? Aber es ist natürlich einfach, unter dem Schutz der Nato in Köln den klugen Weltpolitiker zu spielen. Die Toskana-Fraktion grüßt mal wieder aus ihrem biedermeierlichen Ohrensessel, ohne jedes Geschichtsbewusstsein.

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Time am 18. Februar 2010

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/05/glauben-sie-nicht-an-den-osterhasen/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/09/gute-und-schlexte-texte/
3) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E9A3D87A283C44E999B6801249EC74AB7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/14/leserbrief-counterjihad-1/


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