Mit ‘Ingo Schulz’ getaggte Artikel

Sie müssen draußen bleiben

17. April 2012

Es muss getrennt werden, was nicht zusammengehört

Wenn es um Israel geht, geben viele Deutsche umgehend ihr Gehirn beim örtlichen Blockwart ab, der in Zukunft Hodscha oder Mulla heißen könnte. Gestern habe ich mich mit dem Gefasel des Schriftstellers und Buttfreundes Ingo Schulz befasst, der geschrieben hatte (1):

„Gestehen wir der einen Seite ein Arsenal an Atomwaffen zu – das bis heute offiziell nicht existiert – und verlangen von der anderen Seite, nicht danach zu streben?“

Wenn die Demokratie Israel atomar bewaffnet sein sollte, sei es legitimes Recht, dass auch das faschistische Terrorregime Irans, das Israel fortwährend verbal und durch seine Stellvertreterarmeen auch ganz direkt existenziell bedroht, über Atomwaffen verfügen könne.

Ähnliche Konfusion wird über die Sperranlagen verbreitet, die die Landgrenzen Israels bald komplett umgeben werden. Die schmierige Pallie-Sklaven-Website „Arendt-Art“ (2):

„Das Klagelied des Zaun-Königs – Die von Israel erbaute Apartheids-Mauer wird in Europa oftmals mit der Mauer verglichen, die auch Berlin einst teilte.“

Mit der Mauer der „DDR“-Diktatur hat die Abwehranlage des demokratischen Israel jedoch nicht das Geringste zu zun. Die SED-Mauer war eine Gefängnismauer, und wie das naziranische Regime hatte das sozialistische Regime die Bevölkerung als Geisel genommen. Die Gewehre der Wachmannschaften waren nach innen gerichtet, nicht nach außen.

Deshalb handelt es sich bei der israelischen Anlage auch nicht um ein „Ungetüm“, wie Hans-Christian Rössler in der heutigen FAZ behauptet, sondern um ein Bauwerk, das für anständige Menschen Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Lesen Sie seinen Beitrag über ein nachahmenswertes Projekt.

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Ein Land zäunt sich ein

Zum Schutz vor Flüchtlingen, Schmugglern und Terroristen errichtet Israel eine 240 Kilometer lange Barriere an der Grenze zu Ägypten. Jeden Tag wächst das Ungetüm aus Stahl um bis zu 800 Meter.

Aschgrau sind die Spuren, die der brennende Bus im Straßengraben hinterlassen hat. Auch der heftige Regen in den Wintermonaten konnte die Erinnerung an den 18. August des vergangenen Jahres nicht wegspülen. Nördlich von Eilat griff an diesem heißen Sommertag ein Terrorkommando mehrere israelische Fahrzeuge an und tötete acht Menschen. Die Israelis wollten zum Baden ans Rote Meer und waren auf der Landstraße 12 unterwegs, die sich dort durch die schroffe Felslandschaft schlängelt. Ein paar Meter westlich liegt Ägypten.

„Das ist jetzt auch eine heiße Grenze“, sagt Yoav Tilan und zeigt hinüber auf die Weiten der Sinai-Halbinsel. Die Soldaten des israelischen Oberstleutnants mit der Maschinenpistole an der Schulter bewachen seit dem vergangenen August nicht nur den südlichsten Abschnitt der knapp 240 Kilometer langen Grenze. Sie sichern zugleich eine der größten Baustellen des Landes. Mitten in der bisher fast unberührten Wüste errichten Arbeiter einen fünf Meter hohen Zaun.

Auf einmal spielte Geld keine große Rolle mehr

Ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Mubarak im Nachbarland Ägypten und gut ein halbes Jahr nach den Anschlägen bei Ein Netafim ist das Ungetüm aus verzinktem Stahl schon mehr als hundert Kilometer lang. Jeden Tag wächst es um bis zu 800 Meter. Ganz oben auf dem Zaun spiegelt sich das Sonnenlicht im messerscharfen Nato-Draht. Ende 2012 soll er von den Bergen hinter Eilat am Roten Meer bis fast ans Mittelmeer an der Grenze zum Gazastreifen führen.

Geplante und bereits errichtete Sperranlagen
zwischen Israel, Ägypten und den Autonomiegebieten

Noch bis vor einigen Jahren reichte der hüfthohe Zaun aus, der an der Baustelle bei Ein Netafim vor sich hin rostet. Für Ruhe auf dem Sinai sorgten auf der anderen Seite der Grenze Präsident Mubarak und die ägyptische Armee. Doch dann hatten die Sicherheitskräfte auf einmal auf dem Tahrir-Platz in Kairo alle Hände voll zu tun. Jetzt kümmern sie sich weniger um die Sinai-Halbinsel. Der ägyptischen Armee war es aber auch zuvor schon schwergefallen, die bergige Wüste zu kontrollieren, in der immer mehr Terroristen ihre Zelte aufschlugen. Israelische Militärs loben zwar bis heute ihre ägyptischen Kollegen. Aber der Sold der Soldaten ist niedrig, viele wurden angeblich zur Strafe auf den Sinai versetzt. So schauen sie von den Wachtürmen an der Grenze oft nur hilflos dem Treiben der Schmuggler und Dschihadisten zu.

Im Jahr 2011 entführten im Februar Beduinen 17 ägyptische Grenzsoldaten, im März belagerten sie tagelang einen UN-Stützpunkt. Aber erst die Anschlagsserie in der Mittagshitze des 18. August führte in Israel dazu, dass die Regierung mit ihren Plänen für einen Zaun Ernst machte. Auf einmal spielte Geld keine große Rolle mehr. Offiziell ist von Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Schekel die Rede. Das entspräche 265 Millionen Euro. Israelische Politiker befürchten, dass der neue Terrorschutz am Ende sogar mehr als eine Milliarde Euro kosten wird.

Ein Element einer größeren Strategie

Im israelischen Verteidigungsministerium gab man dem Zaun-Projekt den Namen „Stundenglas“. Warum, kann auch in Tel Aviv niemand sagen. Der Name soll vielleicht andeuten, dass die Zeit für alle unerwünschten Eindringlinge abläuft. Mehr als 60.000 Menschen schmuggelten Beduinen aus dem Sinai in den vergangenen fünf Jahren über die Grenze. Zuletzt waren es jeden Monat bis zu 3000. Die Schmuggler hatten nicht nur Flüchtlinge und Arbeitssuchende aus Sudan und Eritrea dabei, sondern auch Rauschgift, Waffen und schließlich Terroristen. Ist das Bauwerk fertig, wird Israel auf seiner Landseite vollständig von hohen Zäunen und Mauern umgeben sein.

Der Zaun am Sinai wird „stumm“ sein. Anders als die Sperranlage zum Westjordanland löst er nicht automatisch Alarm aus, wenn sich Menschen daran zu schaffen machen. „Aber wir haben ausgezeichnete andere Aufklärungsmöglichkeiten“, sagt Oberstleutnant Tilan vieldeutig. Die israelische Presse schreibt über Radartechnologie entlang der Absperrung. Der Zaun sei „nur ein Element“ einer größeren Strategie, die Anschläge wie im August 2011 verhindern solle, sagt Tilan. Er soll Eindringlinge lange genug aufhalten, bis die Soldaten kommen.

Spuren werden mit Laubbläsern verwischt

Schmuggler haben angeblich schon einmal mit einer Flex getestet, wie hartnäckig Stahl und Maschendraht des Zauns sind. „Sie werden Wege finden, die Barriere zu überwinden, weil sich mit dem Schmuggeln einfach zu viel Geld verdienen lässt. Das Problem wird deshalb weiterbestehen“, sagte der frühere israelische Sicherheitsminister Avi Dichter in einem Interview. Im Süden Israels spricht man von einer regelrechten „Schmuggelindustrie“, die sich den neuen Herausforderungen anpassen wird: Den etwa 400.000 Beduinen auf dem Sinai bleibe kaum eine andere Einnahmequelle. Sie könnten daher nicht nur mit neuen Ideen, sondern auch „mit mehr Gewalt“ auf die bald wachsenden Sperren reagieren, befürchten Militärs.

Die Spurenleser der israelischen Armee kennen den Erfindungsreichtum der Schmuggler aus eigener Erfahrung. Sie kommen selbst aus Beduinenfamilien und sind von klein auf mit der Wüste vertraut wie wenige andere Israelis. Früher mussten sie dort verlorene Schafe anhand ihrer Spuren finden. Heute suchen sie Tag und Nacht auf den kilometerlangen planierten Sandpisten entlang der Grenze nach Hinweisen auf illegale Eindringlinge.

Oberstleutnant Fellah al Hajeb hat schon eine Menge gesehen. Seit jeher verwischen Schmuggler mit der Kefije, dem arabischen Kopftuch für Männer, im Sand die Spuren von Menschen und Tieren. Mittlerweile setzten manche sogar batteriebetriebene Laubbläser ein. In Hajebs Fundus gibt es Sandalen mit Schaffell an den Sohlen oder Modelle, deren Sohlen verkehrt herum angebracht sind, damit die Fährtenleser glauben, jemand sei von Israel nach Ägypten gegangen. „Doch uns führt das nicht in die Irre. Wir wissen natürlich, wie Menschen beim Laufen ihre Füße abrollen und wo sie zuerst auftreten“, erläutert der Beduinen-Kommandeur schmunzelnd.

Ist auch der Zaun fertig, wartet neue Arbeit auf die Arbeiter

Die Terroristen hatte aber auch die Truppe von Oberstleutnant Hajeb im August nicht rechtzeitig ausfindig machen können. Israelische Geheimdienstler warnen, dass neue Terrorzellen auf dem Sinai weitere Angriffe auf Israelis vorbereiten. Immer wieder entdecken Soldaten Sprengsätze, die Schmuggler auf der Flucht vor der Armee zurückließen. Sie wollten die Bomben offenbar für einen Anschlag nach Israel bringen. Terrorgruppen wie die Volkswiderstandskomitees und der Islamische Dschihad aus dem Gazastreifen haben nach israelischen Erkenntnissen ebenfalls einen Teil ihrer Aktivitäten auf die ägyptische Sinai-Halbinsel verlagert. Anders als in Gaza kann die israelische Luftwaffe dort nicht angreifen. Munition und Sprengstoff, die die Terroristen im August verwendeten, stammten nach israelischen Angaben aus Gaza.

Bis heute ist es israelischen Ermittlern nicht gelungen, die getöteten Angreifer zu identifizieren. Man weiß immer noch nicht, ob es Palästinenser, Beduinen oder Ägypter sind. Regierung und Armee hatten allerdings sofort die palästinensischen Volkswiderstandskomitees bezichtigt. Am 11. März tötete die israelische Luftwaffe dann in Gaza-Stadt Suheir al Kaisi. Der neue Anführer der Volkswiderstandskomitees sei einer der Drahtzieher der Anschlagsserie am 18. August gewesen und habe ein neues Attentat auf dem Sinai vorbereitet, teilte die Armee mit.

Neue Gefahren drohen auch an anderen Grenzen, die bis vor kurzem ebenfalls ruhig waren. Kurzfristig mussten die Zaun-Bauer aus dem Sinai schon auf dem Golan aushelfen, nachdem im Mai 2011 Demonstranten aus Syrien dort die Grenze zu Israel überrannt hatten. Ist auch der Zaun auf der Sinai-Halbinsel fertig, wartet neue Arbeit auf die Arbeiter: Im Jordantal soll die Grenze zu Jordanien besser befestigt werden. Nur auf Zäune will man sich in Israel allerdings auch nicht verlassen. Für umgerechnet etwa 40 Millionen Euro stellen Bauarbeiter gerade in der Negev-Wüste ein gefängnisartiges Internierungslager fertig. In Saharonim ist dann Platz für bis zu 11.000 Flüchtlinge und andere Migranten.

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Time am 17. April 2012
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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/16/butt-and-friends/
2) http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/texte/mauer_wall.htm

Butt and Friends

16. April 2012

Haut ihn endlich in die Pfanne, den Butt!

Am 11. April hatte die FAZ einen lesenswerten Kommentar des Schriftstellers Durs Grünbein zu den peinlichen Auslassungen from the Butt gebracht (1). Diesem entgegnet in der heutigen FAZ der Schriftsteller Ingo Schulz (2). Da er ein Freund Butts ist, ist sein Text entsprechend verworren in der Argumentation, jedoch klar in seiner antijüdischen und antidemokratischen Haltung.

Er weist zunächst wortreich den Eindruck Grünbeins zurück, dass „the altekacker“ (3) „wenig Sinn für die realen Ängste der anderen“ habe, denn dies sei in Bezug auf die gegenwärtige Diskussion ohne Bedeutung.

Doch das Gegenteil ist m.E. der Fall, denn the Butt ist eben schon immer, schon als Heranwachsender und durch seine ganze Karriere hindurch bis heute nur an dem öffentlichen Interesse für seine eigene Person interessiert gewesen, ein Schaumschläger, ein Preiseabsahner, einer, der sich noch zu Lebzeiten Museen errichten lässt.

Wesentlich ist in diesem Zusammenhang auch nicht so sehr, dass er ein Antijudaist ist, was zutrifft, sondern wesentlich ist, dass es für ihn keine Werte gibt, außer dass er selbst Tagesgespräch ist. Wenn das in der jemenitischen Diktatur ist, gut (4). Wenn das im Naziran ist, auch gut. So opfert er, der Moralapostel, verantwortungslos zentrale Vorstellungen und Errungenschaften des Westens, Hauptsache, er kriegt den Blätterwald zum Rauschen. Und das ist in der Tat ein zentraler Aspekt der gegenwärtigen Diskussion. Es zeigt den Stellenwert, den unsere Gesellschaftsordnung beim Butt und seinesgleichen hat. Der Schulz:

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(…) Denn was man auch immer gegen „Was gesagt werden muss“ vorbringen kann, dieser Text bietet die Chance, in einer viel breiteren Öffentlichkeit, als sie durch Verlautbarungen von Politikern erreicht wird, über die Gefahr eines Krieges zu sprechen, eines Krieges, der auch Deutschland mittelbar und unmittelbar betrifft.

- Welchen Krieg meint er, der gefährlich ist und Deutschland direkt betreffen soll? Wollen er und der Butt darüber reden, dass Israel drei Angriffskriege der Mohammedanisten zurückschlagen musste? Dass das Land gute Erfahrung mir Präventivkrieg gemacht hat? Oder darüber, dass ALLE Mohammedanisten die Vernichtung Israels fordern oder gutheißen? Oder über die offenen Vernichtungsdrohungen des naziranischen Regimes gegen die einzige Demokratie des Orients?

In einer Diskussion kann ergänzt werden, was als fehlender Kontext bemängelt wird, wie die Bedrohung Israels in seinem Existenzrecht, kann präziser gefasst werden, was man als überspitzt oder falsch ansieht.

- Wie gnädig, dass auch die Bedrohung Israels in seinem Existenzrecht, die tatsächlich eine Bedrohung der Existenz Israels ist, ergänzt werden kann…

Aber zugleich muss es doch auch darum gehen, dass Israel einen sogenannten Präventivschlag plant, um Irans Atomanlagen zu zerstören, und dass es nicht auszuschließen ist, dass Deutschland durch Waffenlieferungen indirekt daran beteiligt ist.

- Mit der Formulierung  „sogenannter Päventivschlag“ meint Schulz, sich als Experte in Szene setzen zu können. That’s very buttish!

Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Folgen solch ein Angriff hätte.

- „Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Folgen solch ein Angriff hätte“ meint Schulz, außer ihm selbst offensichtlich, denn…

In jedem Fall aber wäre er ein Desaster.

- Aha! Und warum?

Selbst wenn eine nukleare Katastrophe ausgeschlossen werden könnte, würde es nichts daran ändern, dass dieser geplante Präventivschlag ein untaugliches und zu ächtendes Mittel ist.

- Warum?

Die in den Fernsehnachrichten verbreiteten Satellitenbilder von den iranischen Nuklearanlagen erinnern fatal an jene Bilder, die im Vorfeld des Irak-Krieges zu sehen waren. Ob man will oder nicht, aber die Wiederholung dieser Bilder wie der Spekulationen zu einem Präventivschlag haben eine Gewöhnung zur Folge, die das Undenkbare geradezu zum erwarteten Ereignis machen.

- Ach so, weil wir uns daran gewöhnen könnten. Aber wäre das nicht eher positiv, wenn ein Terrorregime nach dem anderen und jedes noch schneller als das vorherige von der Erde verschwinden würde? Wenn es grade zur Regel mit dem entsprechenden Gewöhnungseffekt würde?

Selbstverständlich kann niemand wollen, dass Iran zur Atommacht wird. Die Frage aber ist doch: Wie kann das erreicht werden?

- Was soll denn erreicht werden? „Dass Iran zur Atommacht wird“ obwohl das niemand wollen kann? Dass es alle wollen, ganz selbstverständlich? Oooch, ich kenne jedenfalls eine Menge Leute, die das erreichen wollen: Yavuz Özoguz und seine Frau, die Hexe Özoguz z.B. Oder Meryemdiegehirnamputierte. Ihr Kettenhund Bullie Brux. Undundund….

Gestehen wir der einen Seite ein Arsenal an Atomwaffen zu – das bis heute offiziell nicht existiert – und verlangen von der anderen Seite, nicht danach zu streben?

- Das ist doch nicht zu fassen: Weil der demokratische Staat Israel, der von Todfeinden umgeben ist und tagtäglich um sein Überleben kämpft, möglicherweise Atomwaffen besitzt, muss der „anderen Seite“, also dem faschistisch beherrschten Naziran ein Atomwaffenarsenal zugestanden werden? Das sind doch nicht zwei Seiten derselben Medaille! Weil die Polizei über Wasserwerfer verfügt, müssen demnach auch Links-Chaoten damit ausgerüstet werden? WIR sind Israel, und unsere technische Überlegenheit ist der einzige Grund dafür, warum wir nicht -zigmillionenfach abgeschlachtet und versklavt worden sind wie die Afrikaner und Hindus. Aber Schulz hat sich offenbar aus dem Lager der Demokratien verabschiedet bzw. möchte hinter der Linie gegen sie kämpfen.

Eine Lösung kann nur in allseitiger Abrüstung bestehen, nicht im Draufschlagen, solange man der Stärkere ist.

- Tja, wenn man der Schwächere ist, dann kann man nicht mehr draufschlagen. Dann muss man dem Diktat des Stärkeren folgen, auch wenn der grausam und primitiv ist. Ich meine, der Schulz sollte dann mal vorgehen und mit der Hamas oder den Taliban oder der Mafia über allseitige Abrüstung reden. Was für ein selbstverliebtes, plattes, unendlich dummes Gefasel! 

Die Hardliner der einen Seite aber brauchen nichts so sehr wie die Hardliner der anderen Seite.

- Dieser Topos wird durch ständige Wiederholung nicht wahrer. Der Kern ist dieser: Die Hardliner, die auf der einen Seite etwas zu sagen haben, sind wenige, und sie sind demokratisch gewählt. Die Hardliner der anderen Seite stellen 100% des Führungspersonals und sind Teil einer diktatorischen Unterdrückungsmaschine.

Da spielt es offenbar auch keine Rolle, dass amerikanische Geheimdienste den Bau dieser iranischen Nuklearwaffen bestreiten.

- Mit den amerikanischen Geheimdiensten ist es seltsam: Wenn sie einen Angriff auf Irak befürworten, weil eine Gefahr durch dessen möglicherweise vorhandene Massenvernichtungswaffen gegeben ist, sind sie allesamt Trottelvereine, die keine Ahnung haben. Entlasten sie aber das naziranische Terrorregime, werden sie von Butt and Friends zu höchst kompetenten Kronzeugen ernannt. Eine fürwahr unvoreingenomme Betrachtungsweise…

Ein Angriff auf Iran würde zudem die Opposition noch mehr schwächen. Aber nur von innen kann eine anhaltende Veränderung kommen, eine dauerhafte Befriedung der Region.

- Die Opposition, die nach drei Jahrzehnten Widerstand nun kurz vor der Zerschlagung der torkischen Diktatur steht? Die von Butt and Friends leidenschaftlich unterstützt wird? Deren großes Vorbild der deutsche Widerstand gegen Hitler ist, der den Diktator bekanntermaßen entmachtete und das Land ohne Hilfe von außen befreite?

Und vergessen wir nicht, dass an dem heute in Iran herrschenden System, das die Bevölkerung als ihr Eigentum behandelt, auch der Westen eine Mitschuld trägt. Denn ohne den von den Vereinigten Staaten und Großbritannien betriebenen Sturz des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh 1956 und der Inthronisierung des Schahs wäre wahrscheinlich Iran und der Welt sowohl jener Schah wie auch ein Chomeini erspart geblieben.

- Wäre, hätte, sollte… man steigt nicht zweimal in denselben Fluß! Den Westen, der Schulz fremd ist, obwohl er gar nichts anderes kennt, hält er zwar nicht für den alleinigen Bösewicht der Menschheitsgeschichte, wohl aber für mitschuldig. Fragt sich, wer noch daran Schuld hat, dass die Mullas „die Bevölkerung als ihr Eigentum“ behandeln“? Und dann kommt eine wirre Konstruktion, die einem die Sprache verschlägt:

Deutschland hat aufgrund seiner Verantwortung gegenüber Israel, aber auch aufgrund seiner Verantwortung gegenüber den Palästinensern und den anderen Staaten der Region, die Pflicht, Waffenlieferungen nicht unbesehen und bedingungslos zu genehmigen.

- Weil während der Nazidiktatur sechs Millionen Juden ermordet wurden, hat Deutschland „Verantwortung gegenüber Israel“. Und aufgrund dieser Verantwortung soll es Israel nicht mit Waffen versorgen, damit sich dieses nicht gegen seine erklärten Todfeinde verteidigen kann? So sprechen die „Freunde Israels“, deren Verantwortung gegenüber Israel darin besteht, mitzuhelfen, das Land auszulöschen.

Der Text von Günter Grass könnte der Anlass dafür sein, in Zustimmung wie Widerspruch auch darüber zu sprechen. Doch selbst wenn ich den Text „Was gesagt werden muss“ ablehnen würde, wäre ich als Bürger und Kollege aufgerufen, Günter Grass gegen ihn als Person nicht mehr respektierende Angriffe zu verteidigen. Ich möchte nirgendwo lesen: „Weg du, Ingo Schulze!“, „Weg du, Durs Grünbein!“ Es ist ein Unterschied, ob sich Kafka „im Affekt (…) ein seltenes Beispiel von Ausfälligkeit“ in einem Brief erlaubt, oder ob ich einen Kollegen, dessen Ansichten mir missfallen, öffentlich hinweg wünsche.

- Wie billig ist denn dieser Epilog seines Textes! Der Butt hat sich öffentlich gegen eine befreundete Demokratie auf die Seite eines Naziregimes gestellt. Nur Nazis oder Orks können darüber „in Zustimmung“ sprechen. Grünbein aber hat von Poet zu Poet gesprochen. Und Poesie versteht sich natürlich immer per se als öffentlich. Grünbein hat mit dem Kafka/Lasker-Schüler-Zitat ein Bild entworfen. Schulz nimmt das banal konkret wörtlich auf und wirft es polemisch-demagogisch zurück.

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Da sind sie wie ihre Herren, die Orks, die sich der RELIGION nur bedienen, um eine menschenfeindliche Unterdrücker-POLITIK durchzusetzen. Von Poesie haben sie keine Ahnung, sie krakeelen in eigener Sache herum und wundern sich, dass Poeten nicht mehr mit ihnen reden wollen und sie weit weg von sich wünschen.

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Time am 16. April 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/durs-gruenbein-zum-fall-grass-er-ist-ein-prediger-mit-dem-holzhammer-11714446.html
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ingo-schulze-zum-fall-grass-eine-loesung-kann-nur-allseitige-abruestung-bringen-11718823.html
3) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-israel-gedicht-von-grass/amerikanische-reaktionen-auf-grass-gedicht-eine-ineffiziente-denunziation-11712035.html
4) http://www.taz.de/Najem-Walis-Reise-mit-Guenter-Grass/!91548/


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