Mit ‘Joachim Gauck’ getaggte Artikel

So lügen die Orks

9. Juni 2012

Unser Bundespräsident hat mit seiner Relativierung der Unterwerfungsformel, die sein Vorgänger den Mohammedanisten gegenüber ausgesprochen hatte, große Verärgerung bei den Orks hervorgerufen. Aufgeregt purzeln sie durcheinander und werden nicht müde zu betonen, dass nicht nur die Mohammedanisten, also sie selbst, zu Deutschland gehören, sondern auch ihr peinlicher Aberglaube, der den Fortschritt der Menschheit seit 1400 Jahren so massiv behindert.

In Wirklichkeit meinen sie, dass auch Deutschland dem Nazislahm gehört, denn dem gehört nach ihrer Ansicht die ganze Welt. „Deutschland ist gut – nur zu viele Deutsche“ ist ihr Motto. Bei „islam.de“ (1), dem Verlautbarungsorgan nicht-torkischer Orks, ist man in Bezug auf die Entdeutschung schon recht weit fortgeschritten. Dies ist gut zu erkennen an den vielen orthografischen Fehlern, die nur entstehen können, wenn sich in Redaktion und Lektorat kein einziger Deutscher herumtreibt (2).

Orks, es heißt nicht „Vizekanzler macht seine Aufwartung in Saudi Arabien, das derzeit wichtigste Land im Nahen Osten“, sondern: „Vizekanzler macht seine Aufwartung in Saudi Arabien, dem derzeit wichtigsten Land im Nahen Osten“, o.k.?

Eine andere Meldung weckte mein Interesse (s.o.): „’Die Mauer muss weg’ – Joachim Gauck in Israel“.

Heftig!

Das soll der Bundespräsident in Israel gesagt haben?

Das wäre ungeheuerlich, die kommunistische Mauer, die die Ostdeutschen am Massenexodus nach Westen hindern sollte mit den Grenzbefestigungen Israels, die das Einsickern von jihadistischen Massenmördern verhindern soll, gleichzusetzen und ihre Beseitigung zu fordern. Seltsam, obwohl ich ein aufmerksamer Pressebeobachter bin, hatte ich von solchen Worten Gaucks bisher nichts gelesen. Ich folgte dem Link und landete auf einer kommunistischen Seite bei einem Text (3) der „hysterischen, geltungsbedürftigen Hausfrau“ (Broder) Evelyn Hecht-Galinski (4).

In diesem Text, der heute den ganzen Tag unabrufbar war, von dem ich aber Screenshots gemacht habe, und der auch auf eine mit denen befreundete antijüdische Seite gestellt worden war (5), hetzt Evil Evelyn schamlos gegen unseren Bundespräsidenten: 

„Erst heute, viel zu spät, hat die ehemalige Gauck-Behörde einen unbestechlichen Leiter gefunden, nämlich Roland Jahn, der versucht zu ‚entgauckeln’ und aufzuräumen.“

Gegen die israelische Demokratie:

„Warum unterstützen unsere Politiker bedingungslos einen Staat, der rücksichtslos die Menschenrechte und das Völkerrecht bricht? Bedingungslose Solidarität mit einer rassistischen Regierung, die sich auszeichnet durch Besatzung, Landraub und Rücksichtslosigkeit gegen alle und jeden.“

Gegen Bernard-Henry Levy,

„den jüdischen Kriegsphilosophen und Kriegsflüsterer aller französischen Politiker“.

Und gegen die russischen Einwanderer nach Israel:

„Aber eine Million russische Einwanderer werden gerne in den jüdischen Staat aufgenommen, man schätzt, die Hälfte davon sind Nichtjuden. Egal! Hauptsache keine palästinensischen Rückkehrer oder Schwarze! Der rassistische Judenstaat Israel muss weiß und jüdisch bleiben.“

Eine Mauer hingegen kommt nur ein einziges Mal im Text vor, aber nicht als wörtliche Rede:

„Kein Wort von der Unterdrückung, der Mauer und den Verbrechen, nur Solidarität mit Israel. Freiheit und Gerechtigkeit blieben außen vor!“

Die angeblichen Bundespräsidentenworte hat „islam.de“ also erfunden! Sogar der Bundespräsident, dessen Worte zum Mohammedanismus die Orks ablehnen, ist gegen Israel, d.h. alle sind gegen Israel, insinuiert „islam.de“. So lügen die Mohammedanisten! Was die Hetze von EE natürlich kein wenig angenehmer macht.

Neben ihrem Gekeife findet man übrigens Werbung für andere Vereine und Artikel. Da gibt es einen Hinweis auf die berüchtigte Reise der Özoguz-Truppe in das „Land der Liebe“ (6),

wie die Nationalbolschewiki Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann das Terrorregime der naziranischen Mullas nennen.

Da gibt es die „Rote Hilfe“ und den ollen Charly, der aussieht wie ein Taliban in Samt und Seide (der schon lange tot ist, dessen Gespenst aber immer noch in Europa herumgeht), kurz, man ist unter sich, man belügt sich gegenseitig selbst, denn alle anderen durchschauen die Lügen umgehend und haben keinen Bock auf plumpe Propaganda-Mätzchen.

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Time am 9. Juni 2012

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1) http://www.islam.de/
2) http://www.islam.de/20494
3) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17872
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Hecht-Galinski
5) http://tv-orange.de/2012/06/evelyn-hecht-galinski-zieht-bilanz-zu-gaucks-staatsbesuch-in-israel/
6) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/29/gruppenbild-mit-hexe/

Erste unter Gleichen

19. März 2012

Langjährige oder besonders aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass der Betreiber Anhänger der CDU ist und die Kanzlerschaft von Dr. Angela Merkel positiv bewertet (1).

Ich habe Sie jedoch bisher im Wesentlichen von parteipolitischen Ansichten verschont und versucht, mich auf den Counterjihad zu konzentrieren. Heute möchte ich einmal eine Ausnahme machen und Ihnen einen Aufsatz von Marcus Jauer aus der FAZ vom 17. März vorlegen, in welchem er seine Sicht auf unsere Kanzlerin darlegt.

M.E. ist das Portrait gut getroffen, und es ist auch ein Portrait unser freiheitlichen bürgerlichen Gesellschaft, die vielleicht manchmal etwas unspektakulär oder unheldisch wirkt, die aber, da bin ich mir sicher, die dominierende Gesellschaftsform auf der Erde werden wird. Um in einem Bild zu bleiben, das ich häufig bemühe: Wir sind zwar gewissermaßen wie die bequemen Hobbits aus dem Auenland, aber wir sind es auch, die die Orks letztendlich besiegen werden.

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Die Pädagogik der Angela Merkel

Seit sechs Jahren nimmt das Land nun Unterricht bei der Kanzlerin.
Noch sieht es nicht so aus, als habe es etwas gelernt.

Vor ein paar Jahren eröffnete Angela Merkel in meiner Heimatstadt Leipzig einen Radweg. Sie war damals noch Bundesumweltministerin, und der Radweg führte an einem Fluss entlang, der in einem Industrieviertel lag und wegen der vielen Fabriken, die an ihm standen, lange so schmutzig gewesen war, dass er wie eine Straße wirkte. Nun war der Fluss wieder sauber, was sich zwar nicht der Arbeit Angela Merkels verdankte, sondern der Tatsache, dass inzwischen die Fabriken fast alle pleite waren. Aber damals waren die meisten Leute im Osten ohnehin gezwungen, neue Wege zu gehen. Warum sollte die Bundesumweltministerin nicht einen davon einweihen?

Zur Eröffnung waren ein paar lokale Politiker und auch der Bürgermeister gekommen, dazu ein paar Schaulustige und ein paar Menschen von der Presse. Ich war als Praktikant der „Bild“-Zeitung vor Ort, und als Angela Merkel in die große Runde fragte, ob jemand von der „Bild“- Zeitung da sei, sah ich keinen Grund, mich oder die Zeitung zu verleugnen, und rief laut und ahnungslos: „Ja, hier!“

Daraufhin erzählte Angela Merkel, sie sei vor kurzem schon einmal in Leipzig gewesen, um einen Radweg einzuweihen. Es sei ein schöner Tag gewesen und sie sei den Weg gemeinsam mit ein paar Bürgern sogar noch ein Stück abgefahren. Einem Reporter der „Bild“-Zeitung sei das wohl zu langweilig gewesen, weshalb am anderen Tag in ebenjener Zeitung gestanden habe, dass sie bei der Eröffnung gestrauchelt und vom Rad gefallen sei.

Ich will hoffen, so was passiert mir mit Ihnen heute nicht, sagte Angela Merkel.

Die Leute drehten sich nach mir um. Ich versuchte, ein Gesicht zu machen, als wisse ich nicht, worum es geht, was nur wirkte, als wisse ich es ganz genau. Ich wusste es aber wirklich nicht.

Zurück in der Redaktion, erfuhr ich, dass mein Vorgänger im Ressort Radwegeröffnungen, ein Praktikant wie ich, zu dem Termin erst zu spät gekommen war, danach nichts Interessantes daran finden konnte, aber auch nicht ohne irgend etwas zurückkommen wollte. Also dachte er sich eine Geschichte aus, die spektakulär genug war, um gerade noch ins Bild zu passen. Angela Merkel fällt vom Rad. Er war nicht der erste und auch nicht der letzte Journalist, dem es mit ihr so ging. Und nun war ich der nächste.

Inzwischen regiert Angela Merkel seit mehr als sechs Jahren das Land. Sie weiht keine Radwege in Leipzig mehr ein, sie baut ihre Partei um, setzt die Wehrpflicht aus, schaltet die Atomkraftwerke ab, rettet den Euro. Manchmal wird ihre Politik heftig kritisiert, manchmal weniger heftig. Was ihr aber, egal, wie sie tut, während der ganzen Zeit immer wieder vorgeworfen wird, ist ihr Mangel an Dramatik.

Angela Merkel vermeidet große Worte, unterläuft Auftritte, verschleift Konflikte, lässt Anfeindungen ins Leere gehen. In den Bundesländern gehen Regierungen verloren, Bundespräsidenten treten zurück, Europa türmt Gipfel um Gipfel Bürgschaften aufeinander, von denen sich niemand vorstellen will, dass sie einmal fällig werden. Immer wieder heißt es, nun entscheide sich das Schicksal der Kanzlerin. Aber dann ist der Moment vorbei, und alles, was sich geändert hat, ist die Farbe ihres Blazers.

Zuletzt war es der „Spiegel“-Autor Dirk Kurbjuweit, der mehr Debatte, mehr Streit, mehr Drama von ihr verlangte, weil sich die Leute sonst aus Langeweile von der Demokratie abwenden würden. Mit ihrer Art zu regieren, schrieb er, veröde Angela Merkel das Land.

Natürlich kann es tatsächlich Unvermögen sein, wenn sie etwas, das so lange von ihr schon gefordert wird, so beharrlich verweigert. Nur was, wenn es Absicht ist?

Es mag heute, wo ein ostdeutscher Pfarrer zum Bundespräsidenten gewählt wird, schwer vorstellbar sein, aber als Angela Merkel nach der Wende aus dem Osten in den Westen ging, um Politikerin zu werden, brachte sie nichts mit. Die Männer, die in ihrer Partei etwas waren oder werden wollten, hatten eine Herkunft. Sie kamen aus Familien oder Regionen, die im System der Partei etwas bedeuteten, hatten Förderer, die etwas galten, und sie besaßen, obwohl einige von ihnen nicht älter waren, bereits eine Vergangenheit, die ihnen sagte, wer sie waren, und eine Zukunft, die ihnen verhieß, wer sie werden konnten. Zwischen diesen beiden Polen spannte sich ihre Identität auf, die sie als Geschichte von sich erzählten. Angela Merkel hatte nur ihre Gegenwart.

Sie hätte sich dafür entscheiden können, die Ostdeutsche zu sein, die sie war. Aber ostdeutsch zu sein war keine Herkunft. Es war eine Nische, die man fast so schwer verlassen konnte wie einst das Land. Als Ostdeutsche reichte es für sie zur Ministerin. Vielleicht hätte sie irgendwann für den Aufbau Ost zuständig sein können wie der stille Schwanitz oder Bundestagspräsident werden wie der bärtige Thierse oder sich als moralische Instanz mit einer flammenden Rede aus dem Zirkus verabschieden können wie der traurige Werner Schulz. Aber man wird nicht Kanzlerin als Ostdeutsche.

Natürlich haben Journalisten ihr Leben vor der Wende recherchiert und daraus Geschichten erzählt. Das schüchterne Mädchen aus Templin, der strenge Vater, dem man es schwer recht machen konnte, das fröhliche Studium in Leipzig, die seltsam zeitlosen Jahre an der Akademie der Wissenschaften in Adlershof. Auf den Straßen wurde schon demonstriert, da saß sie noch über Experimenten. Einige Monate darauf war sie im Demokratischen Aufbruch und Regierungssprecherin.

Sicher gab es Leute aus dem Osten, die mehr Biographie vorzuweisen hatten, doch es wäre genug gewesen, daraus eine Erzählung von Bewusstwerdung und Selbstbefreiung zu machen und Lektionen zu formulieren, die einen das Leben gelehrt habe. Aber Angela Merkel hat öffentlich aus dieser Zeit kaum mehr als ein paar Bilder verwendet, die dann auch oft noch leblos und nacherzählt klangen. Ostdeutsche ist sie bis heute nur, wenn sie nach Amerika reist, wo angeblich der Einzelne zählt und doch jeder immer bloß ein Beispiel ist. Frau ist sie nur, wenn sie im Wahlkampf die Rezepte für Rouladen und Kuchen auspackt, die sie für ihren Mann macht. Und Physikerin war sie ohnehin nur für die Journalisten, die glauben wollten, Politik sei ein Experiment, dessen Ausgang sich exakt berechnen ließe.

Angela Merkel hat darauf verzichtet, sich eine Geschichte zu geben, wohl weil sie spürte, dass sie einen einengt und unbeweglich werden lässt, weil sie das Denken und das Handeln begrenzt, bis man sich mit ihr verwechselt und schließlich ganz in ihr gefangen hat. Das konnte sie jeden Tag um sich herum beobachten.

Der emsige Stoiber, der nie eine Zahl vergessen durfte. Der gerissene Koch, der stets den Anschein von Gefährlichkeit wahren musste. Der souveräne Merz, der keine Kränkung verwinden konnte. Der frühreife Westerwelle, der nicht alt werden wollte. Der selbstgewisse Schröder, der nicht einmal merkte, dass er die Wahl verloren hatte, als ihm Millionen Menschen im Fernsehen dabei zusahen.

Was haben all diese Männer unternommen, um ihre Geschichte zu wahren, weil sie glaubten, dass sich darin ihre Identität ausdrückte? Und wo sind sie jetzt?

Stoiber hat es auf eigene Faust mit der gesamten Bürokratie in Brüssel aufgenommen, Koch ist der Vorstandschef eines Baukonzerns, Rüttgers sitzt als einfacher Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag, Schröder macht Lobbyarbeit für eine Ölpipeline, Wulff geht jetzt ins Kloster.

Nichts davon kann man sich für Angela Merkel vorstellen. Man kann sich nicht vorstellen, dass sie ihre Doktorarbeit bei anderen Leuten abgeschrieben hat, ihr Wochenendhaus in der Uckermark von einem örtlichen Klempnermeister vorfinanzieren ließ oder die Karten für die Bayreuther Festspiele nicht selbst bezahlt. Man kann sich auch nicht vorstellen, dass ihr schweigsamer Mann sich einen Forschungsauftrag von ihr zuschustern lässt, damit er sich häufiger mit ihr in der Öffentlichkeit zeigt. Sie gibt sich nicht den Anschein, so muss sie auch keinen Abstand zum Sein überbrücken. Es ist, wie es ist und was es ist. Allein, das zu akzeptieren macht einen frei, es auch zu verändern.

Angela Merkel fuhr zu Stoiber, um ihm beim Frühstück die Kanzlerkandidatur anzutragen, als es für sie aussichtslos war, und wurde es dafür beim nächsten Mal. Sie ließ sich am Wahlabend im Fernsehen geduldig von Schröder beschimpfen, aber am Ende fiel sein Auftritt auf ihn zurück. Sie ließ die Wehrpflicht und den Atomstrom auslaufen, obwohl ihre Partei sehr lange für beides einstand, aber nichts passiert. Nun wird Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt, obwohl er nicht ihr Kandidat war. Ist das eine Niederlage? Vielleicht. Hat es ihr geschadet? Nein.

Helmut Kohl konnte Europa von der deutschen Einheit überzeugen, weil niemand Angst haben musste vor einem reichen Mann aus der Provinz, der in seiner Strickjacke gerührt in der Szenerie stand. Angela Merkel kann nun Europa retten, weil sie nicht wirkt, als wolle sie sich selbst und anderen darüber hinaus noch mehr beweisen als eben das.

Hätten Männer wie Schröder und Fischer das auch ausgestrahlt?

Die Journalisten, die Politik in den Kategorien von Gewinnen und Verlieren beschreiben, haben ihr immer wieder vorgeworfen, dass sie für nichts stehe und es ihr letztlich nur um den Erhalt der Macht gehe. Aber wenn man sich ansieht, wie sich ihre Partei und das Land verändert haben, wirkt es nicht, als sei sie nicht vorangekommen und habe die Macht nur um ihrer selbst willen eingesetzt. Dennoch rufen Journalisten mechanisch immer wieder Entscheidungssituationen aus, in denen es um alles oder nichts geht, nur um danach festzustellen, dass dies noch nicht die alles entscheidende Situation gewesen ist. Dabei weiß in Wahrheit jeder vorher, dass es danach weitergeht, wie es danach immer weitergeht. So ist das Leben, alles andere ist nur Dramaturgie und sagt mehr über die Arbeit der Journalisten aus als darüber, wie Politik ist.

Natürlich wirkt es immer interessanter, wenn die Demokratie ein wenig lauter ist. Dann drehen sich die Leute nach ihr um. Aber interessieren sie sich für die Demokratie oder für den Lärm?

Angela Merkel regiert das Land seit mehr als sechs Jahren. Sie hat die Vorstellung davon, was ein Politiker ist, wie er zu sein, zu reden, zu handeln und mit anderen umzugehen hat, verändert, ohne dass uns das bislang wirklich aufgefallen wäre. Wie einer klugen Lehrerin oder einer guten Mutter ist ihr das ganz leicht gelungen, ohne Druck auszuüben, ohne Widerstand zu erzeugen. Womöglich haben wir es deshalb bislang nicht bemerkt und messen sie oft noch an dem, was wir über Politik gelernt haben, weshalb uns das andere an ihrer Art entgeht und wir das Neue daran meist übersehen. Wie sehr wir uns daran inzwischen gewöhnt haben, erkennen wir nur für Augenblicke, wenn sich Italien von Berlusconi befreit oder Russland gegen Putin aufbegehrt. Dann wird auf einmal klar, dass die Zeit solcher Männer, Gesten, Auftritte und Egos vorbei ist und wir uns schwer erklären können, wie wir wieder Politiker wählen sollten, denen es offensichtlich mehr um sich selbst als um die Sache geht.

Wenn sich für unser eigenes Leben etwas lernen lässt aus dieser Pädagogik der Angela Merkel, dann wäre es wohl, dass wir aufhören können, uns Geschichten zu erschaffen, in denen wir unsere Identität aufgehoben sehen und die wir deshalb immer wieder verteidigen. Wir müssen keine Vergangenheit bewahren, die uns sagt, wer wir sind, und um keine Zukunft bangen, die uns einmal Erleichterung bringen soll. Wir schaffen das Drama in unserem Leben ab, das daraus entsteht, dass die Dinge anders sind, als wir sie uns im Moment wünschen. Wir stellen uns der Gegenwart, sehen von uns selbst ab und machen einfach unsere Arbeit.

Ich erinnere mich heute nicht mehr, ob damals zur Eröffnung des Radweges in Leipzig ein Band zerschnitten wurde oder ob es einfach losging. Jedenfalls hielt ich mich hinter Angela Merkel, belauschte die lokalen Politiker und notierte mir Dinge, von denen ich schon wusste, dass ich absolut verloren war, wenn ich daraus einen Artikel schreiben sollte. Da drängte sich auf einmal ein älterer Mann an mir vorbei. Er schien Angela Merkel zu kennen, sie gaben einander die Hand und unterhielten sich eine Weile. Dann, er wollte wohl nicht aufdringlich wirken, reihte er sich wieder hinten ein, wo ich ihn abgriff, wie man bei meiner Zeitung sagte. Der Mann kannte Angela Merkel noch aus den Jahren, als sie in Leipzig Physik studierte, er hatte ihre Diplomarbeit betreut und war abends mit ihr und einigen anderen Studenten um die Häuser gezogen. Sie stand damals im Keller ihres Studentenwohnheims manchmal hinter dem Tresen der Bar, die es dort gab. „Wie das eben so war“, sagte der Mann.

Als am anderen Tag mein Bericht erschien, kam der neue Radweg, meine ich, nur noch in der Beschriftung des Fotos vor, das neben dem Text stand. Ansonsten ging es nur um das, was ich von dem Professor erfahren hatte. Die Überschrift des Artikels lautete: „Angela Merkel: Ich war mal Bardame in Leipzig!“

Das war die Geschichte, die ich gefunden hatte und ohne die ich nicht zurückkommen wollte. Mein kleines Drama auf dem Radweg. Damals habe ich es noch nicht besser gewusst.

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Time am 19. März 2012

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/04/evangela-merkel/

Die Antwort muss verständlich sein

27. Dezember 2010

Nigeria braucht eine sichere Grenze mitten durch das Land

In den meisten Orkstaaten gibt es ausschließlich Orks. In einigen leben auch noch Christen, oftmals gab es diese dort schon Jahrhunderte bevor die Mohammedanisten raubend und mordend in der Gegend erschienen. Immer wieder unternehmen die Orks je nach Lust und Laune mörderische Pogrome oder Beutezüge (arab.: „Gazia“ = „Razzia“) gegen die Christen und auch Juden.

In Nigeria spielt sich dies seit vielen Jahren ab, obwohl die Christen mit 40% fast die Hälfte der Bevölkerung stellen. Inzwischen geht es aber offenbar um mehr als darum, die Christen in Schrecken zu versetzen und gefügig zu machen. Thomas Scheen berichtet in der heutigen FAZ.

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Angriffe auf Kirchen in Nigeria

Mehr als 30 Tote / Armee in Alarmbereitschaft

Bei einer Serie von Bombenattentaten und Angriffen mit Schusswaffen auf Kirchen sind an Heiligabend in Nigeria mindestens 38 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wird mit 74 angegeben. In der Stadt Jos in Zentralnigeria wurden 32 Menschen bei sieben Bombenattentaten getötet. Die Sprengsätze explodierten auf zwei Märkten, die kurz vor dem Weihnachtsfest stark besucht waren. Die Stadt Jos befindet sich an der Grenze zwischen dem christlichen Süden und dem muslimischen Norden Nigerias. Ob die Bombenanschläge einen religiösen Hintergrund haben, war am Sonntag noch nicht bekannt. Nach Angaben der nigerianischen Polizei wurden die angegriffenen Märkte sowohl von Christen als auch von Muslimen aufgesucht.

In der nordnigerianischen Stadt Maiduguri wurden ebenfalls an Heiligabend drei Kirchen angegriffen. Bei diesen Attacken wurden sechs Menschen getötet. In einem Fall wurde die Kirche niedergebrannt. Hinter diesen Angriffen vermutet die Polizei Mitglieder der radikalen islamischen Sekte Boko Haram, die im vergangenen Jahr in drei Städten im Norden Nigerias ein Blutbad mit mehreren hundert Toten angerichtet hatte. Ob zwischen den Anschlägen in Jos und den Angriffen in Maiduguri ein Zusammenhang besteht, konnten die Behörden am Sonntag noch nicht sagen.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte den “sinnlosen Tod unschuldiger Menschen, Christen wie Muslime”. Er versprach eine rasche Aufklärung der Attentate. Die nigerianische Armee wurde in Alarmbereitschaft versetzt, um eventuellen Racheakten vorzubeugen. Bei Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in Nigeria waren in den vergangenen Jahren immer wieder zahlreiche Menschen getötet worden. Allein in diesem Jahr wurden schon mehr als 500 Tote gezählt.

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Der Papst „kritisiert“ die Mordbrennerei. Die heutige FAZ:

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Papst kritisiert Anschläge auf Christen scharf

Papst Benedikt XVI. hat die Anschläge auf Christen in Nigeria und in den Philippinen scharf VERURTEILT (aha, T.). Er rief am Sonntag dazu auf, den “Weg des Hasses zu verlassen” und Konflikte friedlich zu lösen. Bei den Anschlägen an Heiligabend wurden insgesamt mindestens 38 Christen getötet. Der Papst gedachte auch der mehr als 40 Menschen, die bei einem Anschlag der Taliban vor einem Versorgungszentrum für Flüchtlinge im Nordwesten Pakistans getötet wurden.

Schon in seiner Weihnachtsansprache am Samstag hatte Benedikt die Christenverfolgung in vielen Ländern angeprangert. Er sprach den verfolgten Glaubensbrüdern und -schwestern in aller Welt Mut zu. Die frohe Botschaft solle nicht nur den Christen im Irak Kraft schenken, sie solle auch “die Gläubigen der Kirche in Kontinental-China stärken”.

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Ich bin mit diesen teilweise guten Worten nicht völlig einverstanden.

Der Papst spricht zu Christen, denn die Orks hassen ihn und hören seine Worte nicht, was er weiß. Natürlich sollten Christen möglichst gewaltlos und konstruktiv sein, aber Jesus ist für uns gestorben, wir sollen es nicht für ihn tun. Wir sollten uns nicht seine Stelle anmaßen.

Ich finde es auch ein bisschen von oben herab und kontraproduktiv, Menschen, die um ihr Überleben kämpfen und die in ihren Kirchen verbrannt werden, Friedlichkeit anzuempfehlen, während man selbst in Rom im warmen Stübchen sitzt.

Die Reihung verschiedener Orkländer mit China ist m.E. ebenfalls nicht korrekt. Denn den chinesischen Machthabern geht es eher darum, die Etablierung großer Organisationen wie der katholischen Kirche in dem von ihnen beherrschten Land zu unterbinden, weil sie keine Konkurrenzorganisationen zur KP dulden wollen, als dass jemand persönlich und privat nicht einer Religion folgen dürfte. Von Pogromen und blutiger Verfolgung jedenfalls habe ich aus China nichts gehört.

Ganz anders ist die Lage in den mohammedanistischen Staaten. Man muss davon ausgehen, dass in ihnen Jahr für Jahr 100.000 Christen ermordet werden (1). Die Nennung Chinas in diesem Zusammenhang ist also eine Verharmlosung der mohammedanistischen Verbrechen und lenkt den Blick von ihnen als dem eigentlichen Problem der Menschheit ab.

Im selben FAZ-Artikel werden einige Politiker mit treffenden Statements referiert.

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In Deutschland riefen Politiker und Kirchenvertreter zu mehr Solidarität mit verfolgten Christen auf. Die Christen seien die Religionsgruppe, die derzeit weltweit mit am stärksten bedrängt oder verfolgt werde, sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) der Zeitung “Welt am Sonntag”.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck beklagte mangelndes Interesse am Problem der Christenverfolgung. “Wenn es antichristliche Aktivitäten in der Welt gibt, ist das für viele leider eine Quantité négligeable”, sagte er.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, verwies in einem Beitrag für die Zeitung “Bild am Sonntag” auf Untersuchungen, die zeigten, dass 100 Millionen Christen von Diskriminierung, Schikanen oder Gewalt betroffen seien.

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Wer jedoch am lautesten „Diskriminierung“ schreit, wenn die Blondine von nebenan nicht mit ihm ins Bett steigen will, und der sich dafür gewaltsam rächen muss, ist das Orkmännchen.

Klaus-Dieter Frankenberger präzisiert in der heutigen FAZ pointiert wie gewohnt:

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Verfolgt

Nicht überall in der Welt ist die Lage der Christen so prekär wie im Irak, den viele verlassen haben, weil Islamisten ihnen nach dem Leben trachten und die Behörden Sicherheit nicht garantieren können. Aber auch in anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und nicht nur dort werden Christen bedrängt und verfolgt.

Selbst in Nigeria, in dem sie die Hälfte der Bevölkerung stellen, werden Christen Opfer von Mordlust und Terror: Dutzende bezahlten an Heiligabend den Gang zur Kirche mit dem Leben. Viele regen sich über eine ISLAMOPHOBIE auf, die sich angeblich oder tatsächlich in westlichen Gesellschaften ausbreite. Das Schicksal, das viele Christen erleiden, lässt diese Zeitgenossen kalt. Warum ist das so? Warum wird Christen ein Opferstatus verweigert?

Weil für sie das Recht auf Religionsfreiheit allenfalls eingeschränkt gilt und nur soweit, wie es zum Beispiel der islamischen Mehrheit oder kommunistischen Machthabern gefällt. Weil wir Scheu haben, als Christen Mitgefühl mit Glaubenbrüdern zu zeigen. Andere Religionsgemeinschaften haben diese Scheu nicht. Auch POLITISCH nicht.

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Die Situation ist derjenigen, die zur Ausrufung der Kreuzzüge führte, ähnlich, und sie erfordert eine politische Reaktion. Seit damals hat sich der rasende und gierige Mohammedanismus nochmals gewaltige Gebiete mehr einverleibt, und er ist nun wieder nicht mehr nur interessiert, diese zu beherrschen und die Menschen, Orks und Nichtorks, zu unterdrücken.

Jetzt beginnt in seiner Machtsphäre vielmehr Phase zwei: Die totale Mohammedanisierung durch Vernichtung oder Vertreibung der nichtorkischen Minderheiten. Dies ist in der Türkei z.B. in den letzten Jahrzehnten bereits vollzogen worden.

Diese grauenhafte Politik wird Christen (und anderen) von den Mohammedanisten gewaltsam aufgezwungen, und es ist absurd, von den Opfern Friedlichkeit zu fordern. Der Papst darf jetzt nicht als Orkagent wirken.

Wir müssen eine Antwort auf ihren Wahnsinn finden, die sie verstehen können, so wie sie seinerzeit die Antwort des englischen Empires bzw. H.H. Kitcheners (2) auf den sudanischen Mahdi-Irrsinn verstehen konnten (3).

Richtig ist es z.B. also m.E. vielmehr, die Christen zur Flucht zu ermuntern, sie bei uns aufzunehmen, Regionen mit hohem Christenanteil, die von Orkterror geplagt sind, von der Rumpfnation abzuspalten und zum Zufluchtsort für alle bedrohten Christen der weiteren Umgebung zu machen. So geschah es mit Osttimor (4). So wird dies in ein paar Tagen auch mit dem Südsudan geschehen (5), der unsere Aufmerksamkeit und Hilfe, vor allem militärischer Art, erhalten sollte. So sollte dies auch in Nigeria geschehen.

Wir müssen trennen, was nicht zusammen gehört.

Wir müssen das Monster Stück für Stück zerlegen.

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Time am 27. Dezember 2010

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1) http://www.hagalil.com/archiv/2007/08/christenverfolgung.htm
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Kitchener,_1._Earl_Kitchener_of_Khartoum
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/27/churchill-1-the-river-war/
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/24/osttimor-sieg-des-counterjihad/
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/12/22/sudsudan-sieg-des-counterjihad/

Der Kaiser IST nackt

10. September 2010

Lesen Sie zunächst einen Bericht von Nils Minkmar und Marcus Jauer aus der heutigen FAZ über die Preisverleihung an Kurt Westergaard, durch den auch ein wenig die Abgeschlossenheit der Eliten vom Rest des Volkes – die aber natürlich im Vergleich zu der der Eliten anderer als der westlichen Sphäre nicht so extrem ist – deutlich wird.

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Die Gemeinschaft der gut Bewachten

In Potsdam wird der dänische Karikaturist Kurt Westergaard geehrt – von Angela Merkel und Joachim Gauck. Ausnahmsweise kann der mit dem Tod Bedrohte sich einmal sicher fühlen.

Das historische Foto entsteht gleich zweimal an diesem Abend. Das erste Mal, kurz nachdem Angela Merkel mit ihrem Tross vorgefahren ist vor der Orangerie von Sanssouci. Da lief Kurt Westergaard ihr entgegen, gestützt auf einen Stock, ein älterer Herr, Typ Gert Fröbe, in roter Hose und nachtblauem Bohemienhemd. Sie gaben einander die Hand und stellten sich den Fotografen, damit die das Bild machen konnten, das eigentlich eine Geste ist. Die deutsche Bundeskanzlerin ehrt einen mit dem Tode bedrohten Karikaturisten.

Diese Drohung ist nach wie vor sehr ernst. Darum herrschte an diesem Abend in Potsdam eine höhere Sicherheitsstufe als beim Besuch der amerikanischen Außenministerin. Spürhunde hatten die Orangerie nach Sprengstoff abgesucht, Scharfschützen standen auf dem Dach, und einige hundert Beamte hatten sich im und um den Schlosspark verteilt, während am Himmel ein nimmermüder Hubschrauber kreiste. Wer bislang noch keine Vorstellung hatte von der Art Leben, die Kurt Westergaard seit fünf Jahren führen muss, dem stand es nun vor Augen.

Bis zum Sommer 2005 war Westergaard nur ein Karikaturist, der seit mehr als zwanzig Jahren für die international nur wenig bekannte dänische Tageszeitung “Jyllands-Posten” zeichnete. Dann gab er für eine Ausgabe zum Thema “Das Gesicht Mohammeds” eine Zeichnung ab, die einen grimmigen, bärtigen Mann zeigte, auf dessen Kopf statt eines Turbans eine Bombe mit brennender Zündschnur sitzt. Viele haben darin den Propheten erkannt, Westergaard war sich da nicht so sicher, aber er hat auch nicht widersprochen. Wer weiß schon, wie Mohammed aussah? Bei den Protesten gegen diese satirische Zeichnung starben weltweit hundert Menschen, und beinahe wäre auch Westergaard ermordet worden. Noch immer ist ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, noch immer steht er Tag und Nacht unter Polizeischutz. Einem Mann wie ihm einen Preis für Pressefreiheit zu verleihen heißt auch, ein Zeichen an jene zu senden, die diese nicht respektieren.

Angela Merkel muss es um dieses Zeichen gegangen sein, als sie sich dafür entschied, anlässlich der Verleihung eine Rede zu halten. Das versprach eine interessante Übung zu werden. Denn während vor ihr, im Raffaelsaal der Orangerie, viele der Chefredakteure saßen, die im Beirat des Kolloquiums sind und sich in der Mehrzahl nicht dazu hatten entschließen können, die Karikatur von Westergaard in ihren Blättern nachzudrucken, hatte das Land ja auch noch die tagelange Debatte um die Thesen von Thilo Sarrazin hinter sich. Den Gesprächen unter den Chefredakteuren war zu entnehmen, dass der feine Unterschied zwischen einer verbalen Distanzierung der Regierungschefin von einem Bestsellerautor und der unmittelbaren physischen Bedrohung durch einen Axtmörder nicht jedem klar war. Das war der Kurs, den die Kanzlerin zu erklären hatte: warum sie Sarrazin kritisiert und Westergaard verteidigt, wo doch beides mit politischen Kosten verbunden sein könnte.

Als Erstes nahm die Bundeskanzlerin die “Bild”-Zeitung aufs Korn, deren Chefredakteur in der ersten Reihe saß. Sie sagte: “Ich erwähne die ,Bild’ stellvertretend – und weil sie es gut aushalten kann.” Dann zitierte sie die Aktion “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen” und bemerkte, dass sich unter den zur tapferen Aussage angebotenen Sätzen keiner zum Biologismus oder zur Erblichkeit von Intelligenz findet, jenen Punkten also, derentwegen Sarrazins Buch ins wissenschaftlich wie gesellschaftlich Unhaltbare kippt.

Sie hatte sich etwas vorgenommen für diese Rede. Es galt, den Moment zu nutzen, um etwas über sich mitzuteilen, eine Formel ihrer Politik zu finden. Sie sagte: “Deutschland verteidigt seine Interessen wertegebunden.” Die Gemeinsamkeit von Werten und Interessen stellte sie mehrfach heraus. Die Werte erläuterte sie anhand der fünf ersten Artikel des Grundgesetzes, die uns von der Menschenwürde über die Religionsfreiheit zur Meinungsfreiheit führen. Das ist der breite bürgerliche Weg, der zwischen Sarrazin und den Islamisten entlangführt. Zunächst wird ihr die Distanzierung von Sarrazin keinen Beliebtheitszuwachs gebracht haben. Und wenn wegen der Westergaard-Ehrung der Verkauf deutscher Waren im Nahen Osten stocken sollte, könnte es wieder einen Rückschlag geben. Doch in der langen Perspektive bilden solche Wegmarken, auch der Empfang des Dalai Lama oder die Kritik am Papst, eine historische Linie. Der Widerspruch des Augenblicks kommt ihr da ganz gelegen. Es ging gestern Abend in Potsdam um die Passage, die die Geschichtsbücher Angela Merkel widmen werden. Darum hielt sie eine ihrer besten Reden seit Jahren.

Danach sprach Joachim Gauck. Nach seiner Rede drängten sich alle um ihn und nannten ihn den “Präsidenten der Herzen”. Ein hochstehender, rot-grüner Sympathien unverdächtiger Medienchef erklärte, er tue einfach so, für sich, als sei Gauck Bundespräsident. Denn es ist in einer Demokratie keine Kleinigkeit, ob der Staatschef reden kann. Zumal in einer Lage, in der Differenzierung und intellektuelle Redlichkeit gefragt sind. Gaucks Virtuosität war schon atemberaubend. Er begann ganz einfach, wie für Kinder, indem er die Geschichte von Westergaard erzählte. Er sagte: “Sie haben Ihren Mörder gesehen. Sie haben die Axt gesehen und die Spuren der Axt. Und Sie haben sich danach nicht zurückgezogen. Ich weiß nicht, wer von uns das vermocht hätte.” Er kommt zur Frage der individuellen Abwägung zwischen Feigheit und Mut. Bald ist die Wohlfühlatmosphäre dahin. Aus der Gemeinschaft derer, die gut bewacht in Potsdam gegen den Islamismus einstehen, werden Individuen, denen er Fragen aufgibt: Ist nicht die Feigheit immer vernünftiger als der Mut? Wie und wann überwinden wir unsere persönliche Verzagtheit? Wie entschlüsseln wir den Zugang zu “unseren besten Potenzen”? Aus der Feierstunde ist für jeden Zuhörer Arbeit geworden, die von Michel Foucault beschriebene “Arbeit an sich”.

Als Gauck geendet hatte, betrat Westergaard die Bühne, gestützt auf den Stock, seine Frau half ihm dabei. Trotz der Bedrängung und der Drohungen hat er sich, bis auf einen Auftritt bei der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei, den er gleich darauf bedauerte, nie für islamfeindliche Propaganda einspannen lassen. Er hat sich aber auch nicht, wie viele seiner Freunde aus der linken Kulturszene forderten, für seine Karikatur entschuldigt. Er steht mit Angela Merkel auf der Bühne, den Preis in den Händen, und das historische Foto entsteht zum zweiten Mal. Danach hält er eine kleine Rede. “Wir leben ein gutes Leben”, sagte er und sah hinunter zu seiner Frau, “wir leben ein gutes Leben.” Bald erscheinen seine Memoiren, die berühmteste seiner Karikaturen soll auf dem Titel stehen. Einige dänische Buchhändler haben bereits angekündigt, dass sie das Werk nicht verkaufen wollen.

Nach der ganzen Sache ging Henryk Broder zu Erik Guldenberg, dem Freund und Galeristen des geehrten Künstlers. Er nahm ihn am Arm und lobte die Reden, den ganzen Abend. Das war nicht der Broder, der in den Talkshows wohnt, sondern der fürsorgliche, zugewandte. Ein bisschen ist es auch sein Erfolg: Broder war der erste und einzige deutsche Journalist, der Westergaard nach dem Attentat besucht hat. Später wendet er sich Joachim Gauck zu und bittet noch mal um dessen Telefonnummer. Gauck schreibt Zahlen auf eine Karte und sagt streng: “Meine Handynummer kriegst du nicht.” Broder: “Warum das denn nicht?” Gauck: “Erst wenn du ein seriöser Mensch geworden bist.” Broder: “Das ist zu viel verlangt!”

Schönes Land, in dem historische Tage im Gelächter enden.

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Toller Typ, der Westergaard, aber den Mohammedanismus hat er leider nicht begriffen. In einem Artikel auf “Spiegel online” (1) läßt Henryk Broder die ganzen Pappnasen, die jetzt den Mut Westergaards lobten, ihn aber vor fünf Jahren als Provokateur und Schmierfink denunziert hatten, Revue passieren. Dass viele von ihnen ihre Meinung geändert haben, muss aber nicht ausschließlich auf Opportunismus beruhen, immerhin ist der Counterjihad mit seiner Aufklärungsmission ja rastlos tätig.


Der Westergaard unserer Tage ist Pastor Terry Jones, der die angekündigte Kloranverbrennung inzwischen unter der Bedingung zurückgezogen haben soll (2), dass die Ground-Zero-Triumphmosche an einem anderen Platz errichtet wird (Was eigentlich ein selbstverständliches Gebot der Höflichkeit und Rücksichtnahme ist, Verhaltensweisen, die Mohammedanisten aber bekanntlich fremd sind). Gegen das aktuelle Happening “Kloranverbrennung”, das eine formal andere aber im Prinzip gleiche künstlerische Aktivität ist wie das Zeichnen eines provokanten Cartoons, wird jedoch in schrillsten Tönen zu Felde gezogen. Tausende demonstrieren, Fahnen und Puppen werden verbrannt, und bevor überhaupt ein einziges Streichholz angezündet wurde, gibt es schon den ersten Toten. Kein Staatschef der Welt, der sich nicht zu Wort melden und den mutigen Pastoren verurteilen würde. Nun, es mag sein, dass solches an seinem offensichtlichen Unterschied zu Westergaard liegt: Im Gegensatz zu jenem, der eher zufällig zum bevorzugten Schlachtopfer der Orks wurde, hat Jones nämlich den Mohammedanismus begriffen und greift ihn frontal in einer höchst effektiven Weise an. “Aber, aber, das darf man doch nicht”, das ist doch “Religionsschändung”, kreischt der Chor der nihilistisch-atheistischen Medienknechte. Dass das Christentum auch eine Religion ist, die weltweit täglich auf das Grausamste geschändet wird, nicht indem man Bibeln verbrennt, sondern indem man Bibelleser verbrennt (3), ist diesen Schlaumeiern keine Zeile wert. Sie haben Jones’ Tochter aufgespürt, N-TV:

“Jones’ Tochter hält ihren Vater für ‘verrückt’. Sie habe ihn in einer E-Mail dazu aufgerufen, seine geplante Koran-Verbrennung aufzugeben, sagte Emma Jones dem ‘Spiegel’. ‘Ich habe geschrieben: ‘Papa, lass das sein!” Geantwortet habe er nicht. Die in Deutschland lebende Tochter äußerte sich ‘schockiert’ über das Vorhaben ihres Vaters. ‘Ich wünsche mir wirklich, dass er zur Vernunft kommt. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Ich glaube, er ist verrückt geworden.’ Zwar sehe sie auch seinen gutmütigen Kern: ‘Aber ich glaube, dass er Hilfe braucht.”

Ich persönlich finde es schändlich, wie sich die Tochter hier mediengeil prostituiert und ihrem Vater in den Rücken fällt, sie hat ganz offensichtlich regelmäßig den Konfirmandenunterricht geschwänzt (5. Gebot, 2. Mose 20). Aber die Nazislamkritiker für wahnsinnig zu erklären ist ja so etwas von normal geworden (4), dass es gar nicht mehr auffällt. Hier weitere Stimmen laut heutiger FAZ.

Die “La Repubblica” (Rom) zittert vor Angst wie Espenlaub: “Er ist zum Weltstar geworden, der Pastor, der zum Gedenken an den 11. September in Gainesville in Florida ein Koran-Exemplar verbrennen will. Auf Facebook im Internet fand die Seite ,Internationaler Tag der Koran-Verbrennung’ bis zur Wochenmitte bereits mehr als zehntausend Anhänger. Gegen den Pastor haben sich das Weiße Haus, der Vatikan, die Nato gewandt… Und in der islamischen Welt explodieren bereits Proteste… Die letzte Hoffnung, diesen Casus Belli noch aus der Welt zu schaffen, liegt bei den Feuerwehrleuten von Gainesville, die Jones die Erlaubnis für ein Feuer verweigert haben.”

CASUS Belli? Der Krieg ist seit 1.400 Jahren voll in Gang, er war etwas abgeschwächt durch unseren phänomenalen Aufstieg in den letzten Jahrhunderten, aber immer wurden irgendwo in den Ländern der Orks Christen, Hindus u.v.a. gequält, ausgeraubt, versklavt und ermordet (5).

“El Periódico de Catalunya” (Barcelona): “Das Vorhaben des Geistlichen Terry Jones, am 11. September einen Koran zu verbrennen, könnte eigentlich als eine antiislamische Initiative eines christlichen Fundamentalisten abgetan werden. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Plan den ohnehin komplizierten Beziehungen des Westens zur islamischen Welt Schaden zufügt. Einige Strategen der amerikanischen Republikaner pflichteten dem Pastor bei, weil sie sich davon bei den nahenden Wahlen Stimmengewinne erhoffen. Die Wahnvorstellungen von Jones sind mehr als nur der Ausdruck einer radikalisierten Minderheit. In der Gesellschaft der Vereinigten Staten gibt es Strömungen, die den Islam als großen Satan betrachten.”

Satan? Wie kommen die bloß darauf, dass der Mohammedanismus mit seinen 270 Millionen Leichen etwas anderes als eine menschenfreundliche Kuscheltherapie ist? Ah ja, der Wahnsinn…

Das “Luxemburger Wort”: “Wenn Flaggen und Bücher verbrannt werden sollen, müssen die Alarmglocken läuten… Die Ankündigung eines amerikanischen Pastors, am Samstag, dem neunten Jahrestag der Anschläge vom 11. September, ein Koran-Buch öffentlich verbrennen zu wollen, ist eine bewusste Provokation… Mit der freien Ausübung von Meinungsfreiheit hat dieser symbolische Akt wenig zu tun. Freiheit hat dort Grenzen, wo sie die Freiheit anderer verletzt – auch jene der freien Religionsausübung, sogar in Form einer Verletzung der religiösen Gefühle nicht nur von radikalen, sondern auch von ,normalen’ Muslimen. Letztlich handelt es sich bei dem Pastor um einen Zeloten vom gleichen Schlag, wie jene Fanatiker, gegen die er vorgibt zu protestieren.”

Merke, die Meinung ist frei, es sei denn man sagt sie. Und: Es sei dasselbe, ein Buch zu verbrennen, wie Menschen zu töten. Wenn das kein Animismus ist, gibt es keinen. Der galoppierende Schwachsinn made in Luxemburg findet sein Pendant im Blatt “Hessische/Niedersächsische Allgemeine” aus Kassel: “Man sollte sich nicht täuschen: Der Karikaturenstreit ist nicht aus der Welt. Und er hält auf dem entflammbaren Boden von Freiheit und Ehre stets neue Brandbeschleuniger bereit. Wer tief religiös empfindet, kann zutiefst gekränkt sein. Mit unabsehbaren Folgen. Insofern ist es zumindest politisch unklug, einen Zeichner als Symbol der Meinungsfreiheit zu ehren, der Mohammed mit einer Bombe als Kopfbedeckung karikiert. Klingt das duckmäuserisch? Nein, nur respektvoll… Hätte Westergaard Jesus als mordenden Terroristen dargestellt, wäre er nicht als preiswürdig erachtet worden.”

Jesus, der die Feindesliebe predigte, der sich lieber ermorden ließ, als anderen ein Leid zuzufügen, wird mit hier mit einem Sadisten gleichgesetzt, der Jahr für Jahr mindestens einen Feldzug führte, der Kinder vergewaltigte, der raubte, versklavte und mordete. Das ist ungeheuerlich! Es wird gleichzeitig als möglich hingestellt, dass man Jesus als Terroristen zeichen könnte. Kann man, aber das ist mit nichts aus dem neuen Testament zu begründen und also völlig irrelevant. Wenn man Klo H. Metzel jedoch als Terroristen darstellt, trifft es das, was die Orks über ihn an Texten überliefert haben, und worauf sie stolz sind. Es gibt kaum eine Seite im Kloran, die nicht vom Geist der Gewalt und des Terrors durchzogen ist. Er liegt hier vor mir, fast jede Seite enthält rote Unterstreichungen, welche Gewaltstellen oder sadistische Fantasien markieren.

Dies hier passt in den Tenor:

“Während wir zusammen mit Spanien die größten Anstrengungen für den interzivilisatorischen Dialog auf uns nehmen, ist es in keiner Weise zu akzeptieren, wenn Künstler, Medienleute, Karikaturisten, Musiker, Wissenschaftler und sogar Politiker mit einer die islamische Brüderlichkeit zerstörenden, hetzerischen Einstellung in unverantwortlicher Weise ein die Islamfeindlichkeit schürendes Verhalten zur Schau stellen. Gegen die Muslime gerichtete kränkende Haltungen, politische Aktionen, Aussagen und Sendungen können nicht mit dem Vorwand der Ausdrucksfreiheit entschuldigt werden. ‘Aber mein Herr, das ist doch nur eine Karikatur!’ Nichts da! Wenn Sie eine Karikatur machen wollen, dann karikieren sie bitte schön Ihre eigenen Werte. Herzugehen und die geachteten Werte anderer Glaubensgruppen zu karikieren, kann in einer freiheitlichen Welt niemand als Freiheit erachten. Die Freiheiten sind nicht grenzenlos. Der Bereich einer Freiheit reicht nur bis an den Bereich der Freiheit eines anderen. Der eigene Freiheitsbereich findet sein Ende, sobald man an den Freiheitsbereich des anderen gestoßen ist. Alles andere ist Aggression. Wirklich große Länder sind Länder, in denen besondere ethnische und kulturelle Gruppen sich nicht als ‘die anderen’ fühlen. Immer wieder sagen wir: Wer zu seinem Glauben steht, fürchtet sich nicht vor der Glaubensfreiheit. Wer zu seinen Gedanken steht, fürchtet sich nicht vor der Gedankenfreiheit. Wir stehen zu unserem Glauben. Wir stehen zu unseren Gedanken. Und deshalb fürchten wir uns weder vor der Glaubens- noch vor der Gedankenfreiheit.”

Wenn also jemand in Hintertupfingen oder in einem Blockhaus in den Rockies einen Kloran verbrennt, ist in der mohammedanistischen Welt von Berlin-Neukölln bis zu den Malediven und demnächst bis zum Mond der “Freiheitsbereich” der Orks verletzt. Dieser erstreckt sich auf das ganze Universum. Etwas zu sagen, was den Mohammedanisten nicht passt, ist “Aggression”, den Kritiker zu ermorden ist keine. Das ist “Glaubens- und Gedankenfreiheit”… meint the Fuhrergan (6).

Wer hier nun geistig eingeschränkt an der Grenze zur Debilität und schizophrenem Wahnsinn ist, scheint mir evident: Es ist nicht Mr. Jones. Es sind Leute wie Mehmet “Knalltüte” Rüzgar (und seine Freunde in Luxemburg, Kassel und überall in den verräucherten Redaktionsstuben), der in der heutigen FAZ einen grässlichen Fluch ausstößt:

“Ihre Kommentare zu dem Volksverhetzer Sarrazin sind unerträglich. Sie sind mitschuldig, wenn demnächst der Volkszorn Moscheen anzündet. Schämen Sie sich, Sie werden immer mehr zum rechtsradikalen Hetzblatt! Ich bin Unfallchirurg und Orthopäde und bezahle jedes Jahr zigtausende Euro Steuer und sichere damit auch Ihren Lebensstandard. Und das, obwohl ich ein dummer Muslim bin!”

Dass er ein ZIEMLICH dummer Ork ist, steht mit seinem Schreiben wohl ganz außer Frage. Ich denke, Deutschland wird auf ihn verzichten können. Einen der gemeinten Kommentare, von denen es in der FAZ neben dem Dimmi-Gesülze von Hefty, Jäger und Mejias auch immer wieder welche gibt, liefert in der heutigen Ausgabe Jasper von Altenbockum ab:

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So sind sie eben!

Brennende Puppen und Flaggen – längst hat sich die Weltöffentlichkeit an diese Demonstration des Volkszorns gewöhnt. Warum eigentlich? In der Verharmlosung liegt nicht nur westliche Überheblichkeit.

An die Bilder brennender Puppen, die an Galgen baumeln, hat sich die Weltöffentlichkeit längst gewöhnt. Der (gesteuerte) Volkszorn, der sich darin äußert, gilt offenbar als so legitim, dass er sich auf menschenverachtende Weise Luft machen darf. Warum eigentlich? Wie kann es sein, dass Hass und Verachtung hier klaglos hingenommen, ja als politische Folklore präsentiert werden, dort aber – wie jetzt vor der geplanten Koran-Verbrennung in Florida – den Zorn der ganzen Welt erregen?

Die Antwort lautet: An die Vereinigten Staaten, an den Westen sind andere Maßstäbe anzulegen als an Iran, Pakistan oder den Gaza-Streifen. Doch in der Verharmlosung der Erregungsrituale aufgepeitschter islamistischer Massen liegt auch Diskriminierung und westliche Überheblichkeit – folgt sie mitunter doch dem Gedanken: So sind sie eben! Umgekehrt steckt in der Verurteilung christlicher Hassprediger durch islamische Öffentlichkeiten viel Scheinheiligkeit. Oder sollten auch sie an Amerika andere, höhere Maßstäbe anlegen? Das ließe darauf hoffen, dass auch im Islam vor der eigenen Tür gekehrt wird.

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Nein, Herr v. Altenbockum, der Kaiser IST nackt, der Orient IST eine verkommene Kloake und Schuld daran IST der abartige Kloran, ein böses Buch, das nur zum A*schabwischen und zum Heizen taugt! Die Mohammedanisten müssen von ihrem Wahnsinn, den sie global verbindlich machen wollen herunter geholt werden. Hierbei will ihnen Pastor Jones helfen. Amen!

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Time am 10. September 2010

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1) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,716533,00.html
2) http://www.n-tv.de/politik/Jones-stellt-Bedingungen-article1458291.html
3) http://vladtepesblog.com/?p=25605
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/28/counterjihad-wahnsinn/
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/23/unvollstandige-chronologie/
6)

Erdogan: Die Religion eines Menschen ist von Geburt an festgelegt

Dokumentation von Corax: Erdogans Weltmacht-Rede,10.09.2010

Dies ist nur einer der Hämmer in einer Hammerrede des türkischen Ministerpräsidenten, des Führers der Türkei („Türkye‘nin lideri“, wie er auf Plakaten zur Ankündigung seiner Rede im Jahre 2008 in der Kölnarena genannt wurde), Recep Tayyip Erdogan, einer Rede, in der er in aller Deutlichkeit den Menschen türkischer Herkunft in aller Welt die Rolle von Agenten einer infiltrierend agierenden türkischen Weltmachtpolitik zuweist und seine Zuhörer, Auslandstürken in Schlüsselpositionen des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ihrer jeweiligen Aufenthaltsländer, auf eine türkische und islamische Unterwanderung dieser Länder, vor allem der europäischen Länder, einschwört. Gehalten wurde die Rede am 27. Februar 2010 auf einer vom türkischen Staat organisierten Konferenz. Der amtliche, umständlich formulierte aber vielsagende Titel der Veranstaltung lautete „Treffen der Gemeinschaften türkischer Stammesgenossen und Verwandter“. Das Treffen war als Festessen im Konferenzsaal eines Istanbuler Nobelhotels gestaltet, in dessen Verlauf mehrere Redner, allen voran der türkische Staatschef Erdogan, auftraten. Über den Hintergrund der Konferenz und der Rede Erdogans will ich keine weiteren Worte verlieren und verweise den Leser auf einen Artikel des Hamburger Abendblatts vom 30. März und auf eine Fernsehsendung, die auf YouTube vorliegt.

Im folgenden lesen Sie jedoch jetzt exklusiv auf Kewils Blog den Großteil der Rede Erdogans in zusammenhängendem Wortlaut. Sie liegt im Originalton auf Youtube in fünf Videos vor (das erste der fünf Videos hier, die weiteren Videos kann man von dort aus anklicken). Die Rede dauert etwa 40 Minuten. Davon sind die ersten 30 Minuten hier zusammenhängend (mit nur einer kleinen Auslassung) übersetzt. Die restlichen 10 Minuten sind als Zusammenfassung mit zwei eingestreuten längeren Zitaten wiedergegeben.

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Liebe Geschwister, verehrte Weggefährten, wir sind glücklich, an diesem bedeutsamen Tag, an dem wir gemeinsam eine Sehnsucht stillen, mit euch, meinen werten Geschwistern, zusammengekommen zu sein. Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zu diesem Anlaß mit den schönsten Gefühlen und heiße Sie in Ihrem Land, in unserem Land, in unserem Istanbul willkommen.

Durch eure Vermittlung sende ich von hier aus voller Achtung und Liebe meinen Gruß an alle auf fünf Erdteilen verteilten Bürger der Republik Türkei, an alle türkischen Geschwister. Die heutige Versammlung, die Situation, in der wir uns momentan befinden, wurde jahrelang herbeigesehnt. Es ist ein erster Schritt eines hoffentlich nie endenden Prozesses. Seinen weiteren Verlauf werden wir alle zusammen erleben, werden wir alle zusammen verwirklichen.

Mit den herzlichsten Gefühlen begrüße ich meine Geschwister in Berlin, in Paris, in Wien, in Brüssel, in allen Städten des europäischen Kontinents.

[Erdogan begrüßt nun in ähnlicher Weise auch seine „Geschwister“ in Australien, Amerika, Afrika und Asien, und fährt dann fort:]

Meine werten Geschwister, Geschichte und Schicksal mögen uns in die verschiedensten Erdgegenden verteilt haben, aber unsere Herzen sind eins, unsere Herzen schlagen gemeinsam. Unsere Sehnsucht ist eins, unsere Herzenswünsche sind eins, unser Schicksal ist eins. Wir sind alle Geschwister. Wir sind Kinder ein und desselben Stammes.

Unsere Freude ist eins, unsere Trauer ist eins. Wenn in Solingen einem unserer Geschwister etwas Schlimmes passiert, spüren wir im selben Augenblick auf allen fünf Kontinenten seinen Schmerz in unserem Herzen. Wenn in Sarajewo die Träne eines Unschuldigen auf die Erde fällt, sticht uns im selben Augenblick eine Flamme ins Herz. Wenn Xanthi in Bedrängnis gerät, wenn Kardschali Sorge befällt, wenn Prischtina in Trauer fällt, dann weiß ich, daß dies in Melbourne, in Toronto, in Kapstadt, in Tokio einen Widerhall findet.

Eine Hochzeit in Istanbul, in Diyarbakir, in Yozgat, in Sivas ist eine Hochzeit für uns alle. Wenn in Rize junge Burschen den Horon tanzen, tanzen fünf Kontinente mit. Wenn in Izmir der Zeybek getanzt wird, schauen fünf Kontinente zu. Wenn Gaziantep den Halay tanzt, tanzen fünf Kontinente mit. Wir sind Mitglieder einer einzigen Familie, die um einen Tisch versammelt sind. Wir sind alle eine Einheit, wir sind eine Familie. Wir, jeder einzelne von uns ist Teil einer über tausend Jahre alten gemeinsamen Kultur, einer gemeinsamen Tradition, einer gemeinsamen Geschichte.

Wir sind stolz auf unsere Geschichte, wir sind stolz auf unsere Kultur, wir sind stolz auf unsere Brüderlichkeit, kurz: wir sind stolz auf unsere Zivilisation. Überall, wo wir leben, überall, wo wir atmen, sind wir zu Vertretern des Friedens geworden. In all den Ländern, in denen wir arbeiten, sind wir zu Vertretern des Fleißes, einer hehren Moral und der Aufrichtigkeit geworden.

Schaut, in den letzten sieben Jahren habe ich als Ministerpräsident der Republik Türkei insgesamt 233 Besuche in 81 Ländern unternommen. Von Neuseeland bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika, von Afghanistan bis Belgien, von Japan und der Mongolei bis in den Libanon, den Jemen und den Irak habe ich in 81 Ländern Beziehungen aufgenommen. […] Und ich kann euch in aller Aufrichtigkeit sagen: In jedem Land, das ich besucht habe, haben die jeweiligen Staatsminister, Ministerpräsidenten und andere Führungspersönlichkeiten auf obersten Ebenen zu mir voller Lob vom Fleiß, von der Aufrichtigkeit, vom Erfolg der Türken – von eurem Fleiß, eurer Aufrichtigkeit, eurem Erfolg gesprochen.

In jedem Land, das ich besucht habe, war ich bei in solchen Momenten stolz auf die dort lebenden Bürger, Stammesgenossen, Geschwister der Republik Türkei. Möge Allah es euch lohnen, daß wir dank euch dies erleben durften. Wir waren voll des Stolzes.

Unsere Mitbürger, unsere Arbeitgeber, unsere Stammesgenossen, unsere Lehrer und Schüler, unsere Arbeiter und Unternehmer – sie alle sind der Anlaß, der Grund für unseren Stolz und für den Stolz des Landes, dessen Bürger sie sind. Werfen wir einen Blick auf unsere Bauunternehmen – weltweit gibt es insgesamt 225 [global agierende] Bauunternehmen – so sehen wir an erster Stelle China mit 51 Firmen, und an zweiter Stelle die Türkei mit 31 Firmen.

Das eine sollt ihr wissen: Unsere Bemühungen haben zum Ziel, daß ihr dort überall in Ruhe lebt. All unser Eifer hat zum Ziel, daß ihr alle dort überall als ehrenvolle Bürger lebt. Unser Kampf hat zum Ziel, daß ihr als Türken, als Bürger und Kinder der Republik Türkei euch dort überall ohne Tadel und erhobenen Kopfes voller Stolz bewegen könnt. Ebenso stark wie die Türkei sein wird, so stark, das glaube ich, werdet auch ihr dort überall sein. Ebenso angesehen, wie die Türkei sein wird, so hoch wird auch euer Ansehen dort überall sein. Mit eben diesem Ziel im Blick befinden wir uns nun in einem Kampf zur Mehrung der Stärke, des Ansehens und der Ehre der Türkei.

Und mit tiefer Zufriedenheit möchte ich auch dieses zum Ausdruck bringen: Ihr seid Bürger eines Landes, das Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen ist. Ihr seid Kinder eines Landes, das eine Ko-Präsidentschaft der Allianz der Zivilisationen innehat. Ihr seid Stammesgenossen eines Landes, das mit Entschlossenheit die Verhandlungen zum Beitritt in die Europäische Union vorantreibt. Ihr seid Kinder eines Landes, das überall [auf der Welt] das Recht verteidigt, die Gerechtigkeit verteidigt, den Frieden verteidigt, das sich entschlossen gegen jedes Unrecht stellt, das sich keinem Unrecht beugt, keinem Unrecht unterwirft, das der Gerechtigkeit mutig eine Stimme verleiht. Ihr seid die Lieblinge eines Landes mit einer starken Demokratie, einer starken Wirtschaft, einer hochgeachteten Außenpolitik. Wandelt nirgends gesenkten Hauptes, liebe Geschwister! Gesenkten Hauptes zu wandeln, paßt nicht zu uns!

Fühlt euch nirgendwo alleine, auch in Momenten tiefster Einsamkeit nicht. Fühlt euch nirgendwo ausgeschlossen. Vergeßt nie: Hier [wo immer auf der Welt ihr gerade lebt] ist ein mächtiges Land vorhanden, hier ist die Türkei vorhanden.

Meine werten Geschwister, die Türkei hat nun nach einem halben Jahrhundert auf seinem Weg in die Mitgliedschaft zur Europäischen Union während unserer Regierungszeit handgreifliche Erfolge erzielt. Im Jahre 2005 haben wir mit den Beitrittsverhandlungen begonnen. Und im jetzigen Moment führen wir die Verhandlungen mit Entschlossenheit fort. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf folgendes richten: Die Zahl der Türken, die in den Ländern der Europäischen Union als dortige Bürger leben, beträgt zur Zeit ungefähr fünfeinhalb Millionen. Das ist heute schon ein Vielfaches der Einwohnerzahl mancher EU-Mitgliedsländer. Jahrzehntelang habt ihr mit eurer Arbeit, mit eurem Schweiß, mit eurer Mühe, mit eurem selbstlosen Eifer an der Errichtung, am Bau der Länder in Europa beigetragen, in denen ihr lebt. Von unseren Geschwistern haben die einen dort in Industrie und Handwerk Firmen gegründet, andere wieder sind Kaufleute geworden. Zur Zeit haben wir alleine in Deutschland 65.000 Firmen mit an die 500.000 Beschäftigten. Und schaut her, in verschiedenen europäischen Ländern haben wir Brüder, Landsleute, Stammesgenossen, die Universitäten gründen. Andere wieder leisten vergleichbare Arbeit im Bereich von Gymnasien, Mittelschulen, Grundschulen und Kindergärten.

Ihr habt dort überall die dortigen Sprachen gelernt, habt dort eine Ausbildung absolviert, seid Bürger dieser Länder geworden. Ihr seid dort in die Parlamente eingezogen und zieht weiterhin dort ein. Ihr habt dort Ämter in den öffentlichen Verwaltungen besetzt. Ihr seid ins Europa-Parlament eingezogen. Ihr seid Mitglieder in Regierungskabinetten geworden. Weiter so, weiter so, immer weiter so! Unsere Stammesgenossen, unsere Geschwister, unsere Mitbürger werden im sozialen wie auch im politischen Leben ihre Plätze einnehmen. Asozial zu sein hat, noch niemals zu uns gepaßt. Außerhalb der Politik zu stehen, hat noch niemals zu uns gepaßt. Ihr seid nun gleichsam eine Brücke zwischen der Türkei und Europa.

Die Türkei, meine werten Geschwister, ist mitnichten ein Land, das aus der Spur gerät. Die Türkei bewegt sich ganz Gegenteil in vollkommener Normalität. Es gibt bei uns doch dies schöne Sprichwort: „Der Bach fließt in seinem Bett.“ Ja, dieser Bach fließt in seinem Bett. Niemand wird ihn nach rechts oder nach links umlenken. Wir sind kein Land, das Asien aufgibt und sich nach Europa richtet, oder das Europa aufgibt und sich nach Asien richtet. Wir sind kein Land, das den Süden aufgibt und sich nach Norden, oder das den Norden aufgibt und sich nach Süden richtet. Wir sind nun die Weltmacht Türkei. Das sollte jeder wissen. Die Türkei ist kein Land mehr, dessen Tagesordnung von außen bestimmt wird. Die Türkei ist ein Land, das in der Welt die Tagesordnung bestimmt. Sie ist ein Land, das einen Beitrag zur Tagesordnung leistet. Sie ist ein Land, das diese Position mit seiner Wirtschaft, mit seiner Außenpolitik, mit seiner Sozialstruktur, mit seinen modernen Organisationen errungen hat.

Die politischen Führer, die sich heute in Europa gegen die EU-Mitgliedschaft der Türkei stellen und der Türkei immer wieder Hindernisse in den Weg legen, kennen weder die Geschichte Europas noch kennen sie die Türkei, die, na klar, längst auch europäisch geworden ist. Immer wieder sagen sie: „Aber die Türkei ist nicht europäisch.“ In welchem Sinn ist das gemeint? Im geographischen Sinn? Im politischen Sinn? Im soziologischen Sinn? Im ökonomischen Sinn? Glaubt mir, sie wissen darauf keine Antwort und geraten ins Schlingern. Wenn dann die Anwort kommt: „Im geographischen Sinn“, sage ich: „Schlag den Atlas auf und guck nach.“ Wenn sie sagen: „Im geographischen Sinn“, sage ich: „Innerhalb der EU gibt es Länder, die mit Europa im geographischen Sinn überhaupt nichts zu tun haben. Nach welchen Kriterien habt ihr diese Länder aufgenommen?“ Es sind allesamt politische Kriterien. „Weshalb habt ihr Südzypern aufgenommen? Welche Errungenschaften habt ihr Südzypern angedichtet?“ Sie sagen, sie würden es bereuen. „Da haben wir einen großen Fehler gemacht“, sagen sie. „Es war ein großer Fehler, [Südzypern] aufzunehmen.“ Ihre Entscheidung war politisch.

Meine werten Geschwister, das alles werden wir überwinden, wir werden geduldig sein. Denn unser Weg ist lang. Ich sage es ja immer wieder, mit den Worten von Asik Veysel: „Wir sind auf einem langen, schmalen Weg, wir gehen Tag und Nacht.“ Wir werden unterwegs sein, Tag und Nacht. Es ist kein leichter Weg. Der Weg ist lang. Unsere Arbeit ist schwer, aber wir werden es schaffen. Zu einem echten Mann paßt es, Schwierigkeiten zu überwinden. Wir schaffen das! Wir schaffen das!

Die Leute, die behaupten, daß die Türkei für die EU eine Last sein würde, sind von dem, was sich am Horizont ankündigt, sind von der Vision, der Vorstellung dessen, was kommen wird, weit entfernt, sind des Ausblicks auf das Künftige beraubt. Die Türkei kann mit ihren 72-einhalb Millionen Einwohnern, mit ihrer jugendlichen, dynamischen Kraft, mit ihren gut ausgebildeten Menschen niemals eine Last für die EU sein. Ganz im Gegenteil: Sie gibt der EU eine Vision, sie gibt ihr Kraft. Und diejenigen, die die EU-Mitgliedschaft der Türkei und die in Europa lebenden türkischen Bürger zu Wahlkampfthemen machen wollen und eine Politik auf Kosten der Türken betreiben, sollten wissen: Die Türkei ist ein so großes Land, daß sie sich nicht in solch engen Grenzen pressen läßt.

Werte Geschwister, Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Ich verurteile hier erneut in aller Schärfe die besonders in manchen europäischen Ländern eskalierenden rassistischen Anschläge auf unsere Mitbürger und Stammesgenossen. Sie wissen, unsere heutige Konferenz trägt den Namen „Gemeinschaften der im Ausland lebenden türkischen Stammesgenossen und Verwandten“; wir wollten damit etwaige Mißverständnisse [von Anfang an] beiseite räumen. Ich ermahne erneut die politischen Führer, die angesichts der ansteigenden rassistischen Tendenzen schweigen, und die Amtsträger, die mit ihren Äußerungen den Rassismus schüren, mit den Versen des seligen Mehmet Akif.

Mehmet Akif sagt:„Hat die fünftausend Jahre lange Geschichte nur eine halbe Lehre gegeben?Man beschreibt die Geschichte als eine Kette von Wiederholungen.Wenn man die Lehre aus der Geschichte zöge, würde sie sich dann jemals wiederholen?“

Und auch dies möchte ich besonders betonen: Antisemitismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. In gleicher Weise, meine werten Geschwister, ist Islamophobie ein Verbrechen gegen die Menschheit. Auf Grund marginaler Vorfälle alle Muslime unter Verdacht zu stellen, ist ein Fehler höchsten Ausmaßes. Menschen auf Grund ihrer Kleidung, ihrer Gebetshäuser, gar der Worte, die sie gebrauchen, mit Vorurteilen zu begegnen, auszugrenzen, zu diskriminieren, ist Ungerechtigkeit, ist Unrecht. Sich dieser Entwicklung nicht zur Wehr zu setzen, ist daher für uns ein Ding der Unmöglichkeit.

Während wir zusammen mit Spanien die größten Anstrengungen für den interzivilisatorischen Dialog auf uns nehmen, ist es in keiner Weise zu akzeptieren, wenn Künstler, Medienleute, Karikaturisten, Musiker, Wissenschaftler und sogar Politiker mit einer die islamische Brüderlichkeit zerstörenden, hetzerischen Einstellung in unverantwortlicher Weise ein die Islamfeindlichkeit schürendes Verhalten zur Schau stellen.

Gegen die Muslime gerichtete kränkende Haltungen, politische Aktionen, Aussagen und Sendungen können nicht mit dem Vorwand der Ausdrucksfreiheit entschuldigt werden. „Aber mein Herr, das ist doch nur eine Karikatur!“ Nichts da! Wenn Sie eine Karikatur machen wollen, dann karikieren sie bitte schön Ihre eigenen Werte. Herzugehen und die geachteten Werte anderer Glaubensgruppen zu karikieren, kann in einer freiheitlichen Welt niemand als Freiheit erachten. Die Freiheiten sind nicht grenzenlos. Der Bereich einer Freiheit reicht nur bis an den Bereich der Freiheit eines anderen. Der eigene Freiheitsbereich findet sein Ende, sobald man an den Freiheitsbereich des anderen gestoßen ist. Alles andere ist Aggression. Wirklich große Länder sind Länder, in denen besondere ethnische und kulturelle Gruppen sich nicht als „die Anderen“ fühlen. Immer wieder sagen wir: Wer zu seinem Glauben steht, fürchtet sich nicht vor der Glaubensfreiheit. Wer zu seinen Gedanken steht, fürchtet sich nicht vor der Gedankenfreiheit. Wir stehen zu unserem Glauben. Wir stehen zu unseren Gedanken. Und deshalb fürchten wir uns weder vor der Glaubens- noch vor der Gedankenfreiheit.

Unterschiedliche Gruppen haben ein Recht auf gleichen Respekt. Die Innenpolitik darf sich nicht auf eine diskriminierende Auslegung der Grundrechte stützen. Die Grundrechte – bei uns gelten sie, in den Ländern, in denen ihr lebt, gelten sie vielleicht auch – hin und wieder werden sie aber zum Gegenstand von Volksabstimmungen gemacht. Ja, kann man denn über Grundrechte in Volksabstimmungen abstimmen lassen? Aber eben das passiert hin und wieder in Bezug auf Muslime. Dann heißt es etwa: „Laßt uns mal über diese oder jene Art des Betens eine Volksabstimmung abhalten“. Also bitte, wie kommen Sie dazu, darüber eine Volksabstimmung abhalten zu wollen? Das ist ein Grundrecht! Denn jeder Mensch hat seinen Glauben von Geburt an, wird als Angehöriger einer bestimmten Religion geboren. Ebenso hat jeder Mensch eine besondere Sprache und eine besondere Nationalität von Geburt an, wird als Angehöriger einer besonderen Sprachgemeinschaft, einer besonderen Nation geboren. Sie können nicht hergehen und ihm nach seiner Geburt etwas anders aufzwingen. Es ist sein Grundrecht, seine Freiheit. Das was man [im Laufe des Lebens] erworben hat, ist eine andere Sache. Wir dürfen nicht das, was der Mensch [während seines Lebens] erworben hat, mit den Rechten verwechseln, die er von Geburt an hat. Diese Rechte müssen wir respektieren.

Wer sich zum Beispiel gegen die Doppelstaatsbürgerschaft stellt, stellt sich gegen die Grundrechte und Grundfreiheiten. In Europa gibt es Länder, die im Bereich der Grundrechte und Grundfreiheiten Verbote errichten. Zugleich gibt es dort aber auch Länder, die eine Doppelstaatsbürgerschaft akzeptieren.

Ein Mitbürger, Allah möge ihn behüten, sagt: „Ich werde kein Doppelbürger werden.“ Zum Beispiel in Frankreich. – „Warum?“ – „Weil das nicht geht!“ – „Warum geht das nicht? – Er antwortet: „Weil ich keinen Paß von denen da mit mir herumtragen will, darum!“ Dieser Mann stellt sich geradezu an, als ginge es darum, seine Religion zu wechseln. „Meinst du, du würdest sonst dein Türkentum verlieren?“ – “Das nicht, ich nehme aber trotzdem ihren Paß nicht an.“ In dieser Angelegenheit fällt unseren zivilgesellschaftlichen Organisationen eine große Aufgabe zu. Wenn du den Zweitpaß annimmst, bist du in der Lage, dort im politischen Leben aktiv zu werden! In dieser Angelegenheit könnt ihr ganz ruhig bleiben. Der Doppelpaß bringt dich keineswegs von deiner eigentlichen Identität ab. Sei ohne Sorge!

Werte Geschwister, in der gesamten islamischen Landschaft ragen Minarette in ästhetisch schöner Form in den Himmel, zugleich erklingt der Aufruf zum Frieden, die Botschaft der Freundschaft und der Brüderlichkeit. Unsere in den Himmel ragenden Minarette unterdrücken weder den Klang der Glocken noch die Stimme des Chasan, sie diskriminieren sie nicht, sie grenzen sie nicht aus. In Istanbul, in Mardin, in Antakya, in allen 81 Regierungsbezirken der Türkei, in der gesamten islamischen Landschaft haben Kirchen, Synagogen und Moscheen die meiste Zeit einträchtig Seite an Seite existiert. Dieselbe tolerante Atmosphäre, dieselbe Mentalität, dieselbe respektvolle Einstellung auch in anderen Landschaften zu sehen, das ist unser größter Wunsch.

Wir sind Angehörige einer Zivilisation, die zum Ausdruck bringt, daß der Mord an einem einzigen Menschen der Ermordung der gesamten Menschheit gleichkommt. Wenn immer einem Menschen, ganz gleich wer er ist, ganz gleich welche Hautfarbe, Sprache, Rasse, Religion er hat, Unrecht geschieht, wenn immer seine Rechte verletzt werden, stehen wir ihm bei, verteidigen wir seine Rechte. Für Menschen, die, wo auch immer auf der Erde, ermordet werden, Ungerechtigkeit erleben, diskriminiert werden, herumgestoßen werden, erheben wir als Türkei unsere Stimme und lassen sie nicht verstummen. Unser Mitgefühl entspringt aus der Tatsache, daß jeder einzelne der Unglücklichen ein Mensch ist. Wenn ein Mensch ermordet wurde, schauen wir nicht auf seine Religion.

Haiti hat ein Erdbeben erlebt. Glaubt mir, in dem Moment, als ich die Weisung zu Hilfsleistungen gab, fragte ich nicht, ob die Einwohner von Haiti Muslime oder Christen sind, ich habe unverzüglich dem Staatssekretär Weisung gegeben und Hilfe entsenden lassen. Warum? Weil wir die Geschöpfe um des Schöpfers willen lieben. So ist unsere Einstellung. Ebenso, wie uns die Schreie der Kinder in Haiti in unseren Herzen schmerzen, so schmerzen uns auch, meine lieben Geschwister, die Hilfeschreie der Kinder im Gazastreifen im Herzen. Ebenso wie uns die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Georgien im Herzen schmerzt, so schmerzt uns auch die Lage unserer Geschwister in Bergkarabach, in Afghanistan und im Irak in unserem Gewissen.

Erst gestern hat sich das Massaker von Xodschali wieder gejährt. Wir wollen solche Massaker nicht erleben. Aber wir wollen die Qualen, die die Menschen dort erlitten haben, mit ihnen teilen; wir wollen aber auch, daß die Schuldigen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zur Verantwortung gezogen werden. Wir wollen, daß sie vor dem Internationalen Gerichtshof zur Verantwortung gezogen werden.

[(Soweit die ersten 30 Minuten der originale Rede in zusammenhängendem Wortlaut. Die restlichen zehn Minuten sind nun in Form einer Zusammenfassung wiedergegeben):

Danach spricht sich Erdogan gegen die nukleare Bewaffnung jeglicher Nation aus. Den einen Nationen eine nukleare Bewaffnung zuzubilligen, sie aber anderen Nationen zu verwehren, sei ungerecht. Die Türkei aber stehe für Gerechtigkeit, menschliche und globale Werte. Als nächstes erwähnt er, daß er während seiner Amtszeit die Aufhebung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger in 23 Ländern bewirkt habe. Dann spricht er über die Pflege des türkischen und muslimischen Kulturerbes, welche ihm besonders am Herzen liege. Er erwähnt als erstes die Orhun-Inschriften, das älteste Schriftdenkmal eines türkischen Volkes, das sich in der Mongolei befindet. Die Türkei habe am Standort dieser Inschrift ein Museum errichtet. Darauf zählt er mehrere islamische historische Bauwerke auf, deren Restaurierung die Türkei betrieben haben: Moscheen, Mausoleen und Medressen im Kosovo, auf der Halbinsel Krim und in Jerusalem. Allein in der Türkei seien zwischen 2002 und 2008 insgesamt 3363 historische Werke restauriert worden. Im Anschluß daran betont er, daß die Auslandstürken, eine bedeutende Rolle als Botschafter der türkischen Kultur zukomme. Er sagt:]

„Keiner unserer Landsleute, keiner unserer Geschwister fühlt sich alleine, wird sich jemals alleine fühlen, ganz gleich, wo in der Welt er sich auch befindet. In den Ländern, in denen ihr lebt seid ihr gute Bürger, zugleich aber seid ihr dort gleichsam Botschafter der türkischen Kultur und der Republik Türkei, daran müßt ihr immer denken. Die Verantwortung, die ein Botschafter trägt, ist eben dieselbe Verantwortung, die auch ihr tragt. Heute kommt der Solidarität eine viel höhere Bedeutung zu als jemals zuvor. Nicht nur als Bürger unserer Republik, sondern in voller Solidarität mit allen Stammesgenossen zu leben, das ist im Namen eures Landes und im Namen der Länder, in denen ihr lebt, von aller größter Bedeutung.“

[Am Ende seiner Rede kommt Erdogan auf den Gesetzentwurf zu sprechen, den seine Partei dem türkischen Parlament vorgelegt hat, und die die Gründung eines speziellen Ministeriums für Auslandtürken zum Inhalt hat. (Das Gesetz wurde dann einen Monat später vom Parlament verabschiedet, das entsprechende Ministerium ins Leben gerufen). Er sagt:]

Der Gesetzesentwurf, den wir nun dem Parlament vorgelegt haben, hat eine sehr große Bedeutung. So Gott will wird mit Hilfe dieses Gesetzes diese Koordination in der ganzen Welt mit einer ganz besonderen Begeisterung, mit einer ganz besonderen Umsetzungsenergie vorangetrieben. Unser Ziel ist nicht, eine neue bürokratische Einheit zu errichten. […] Wir haben hier den Dienst vor Augen, dem gemäß wir die geeigneten Strukturen ins Leben rufen werden. […] Wir suchen nach Wegen, euch einen noch viel rascheren und qualitätsvolleren Dienst zu erweisen, und das werden wir, so Gott will, auch erreichen. Meine lieben Geschwister, die Türkei wird immer bei euch sein. Darüber müßt ihr euch keine Sorgen machen. Bisher hat die Türkei euch niemals ihre Unterstützung versagt. Und sie wird euch auch weiterhin nicht ihre Unterstützung versagen. Wir werden denen, die unsere Einheit, unsere Ganzheitlichkeit, unsere Brüderlichkeit sabotieren wollen, keine Chance lassen. Wie schon Hadschi Bektasch Veli sagte: „Wir werden eins sein, wir werden gewaltig sein, wir werden vital sein.“
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Das Titelbild stammt von Dagmar Herrmann


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