Mit ‘Libyen’ getaggte Artikel

Ich weiß, ich weiß…

20. Oktober 2009

… wenn ich jetzt dazu auffordere “Macht keine Geschäfte mit Mohammedanisten”, dann hört sich das so ähnlich wie die Nazi-Parole “Kauft nicht beim Juden”. Gut, soll doch jeder seine eigenen Erfahrungen machen, meine jedenfalls sind – von ganz wenigen Ausnahmen mit zudem mutmaßlichen Apostaten abgesehen – mehr als schlecht.

Da war das Fernsehgerät, welches ich bis zu einem Preis von 100 DM bereit war reparieren zu lassen, und das mir eine Rechnung von (Sie raten es) exakt 99,99 DM bescherte. Da war der obligatorische eine faule von vier Pfirsichen (samt meinem obligatorischen, gutmenschlichen “Och, das hat er BESTIMMT nicht gemerkt, kann ja jedem MAL passieren”), da war das günstige Fahrradschloß, zu dem man die dazugehörigen Schlüssel extra zu einem horrenden Preis erstehen sollte, da waren defekte Geräte aller Art und die gewundenen Versuche der Verkäufer, eine Rückgabe zu umgehen, da waren das gewohnheitsmäßige und selbstverständliche Lügen, die Betrügereien und Unkorrektheiten vermeintlicher Freunde, die Sitte, geliehenes Geld auf keinen Fall unter Anwendung jedes nur denkbaren Tricks zurückzuzahlen: Einer sagte mir mal, ich habe ihm einen größeren Betrag ja nur geliehen, damit ich mich über ihn aufspielen könne, um Macht über ihn zu haben…

Nun ja, ich bin – so hoffe ich wenigstens – auf meine alten Tage schlau geworden, anders als die Russen, über die die heutige FAZ folgende Skurilität zu berichten weiß:

Libyen KAUFT russische Waffen

Libyen will laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax für bis zu 1,4 Milliarden Euro Rüstungstechnik in Russland kaufen. Das Waffengeschäft umfasse zunächst einen Vertrag über die Lieferung von 20 Kampfflugzeugen, der noch in diesem Jahr unterzeichnet werden könnte, berichtet die Agentur unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Außerdem sei das Land an Flugabwehrsystemen und Panzern interessiert. Der Handel war bei einem Moskau-Besuch des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor einem Jahr vereinbart worden. Russland hatte Gaddafi alte Schulden in Höhe von 3,3 Milliarden Euro unter der Bedingung erlassen, dass Libyen in großem Umfang Waffen kauft. Libyen, das seine Streitkräfte modernisieren will, war einer der größten Kunden der sowjetischen Rüstungsindustrie.

Mit anderen Worten SCHENKT Russland Aff-Affie 1,9 Mrd. Euro unter der BEDINGUNG, dass er sich AUCH noch 20 funkelnagelneue Kampfjets, Flugabwehrsysteme sowie Panzer DAZU SCHENKEN lässt.

Fürwahr, der Iwan mag eine Menge Tugenden haben, Geschäftstüchtigkeit jedoch scheint nicht dazu zu gehören. Vielmehr hat er offenbar die Bedeutung des Wortes “Geschäft” nach 70 Jahren Bolschewismus vergessen, oder ist das Potlach (1)?

Aber vielleicht werden die Russen ja eines Tages doch auch noch schlau…

Time am 20. Oktober

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Potlach

Die Maske fällt. Folgt das Maskierte.

4. September 2009

Hunden und Orks tut es nicht gut, wenn man ihnen gegenüber unbestimmt und inkonsequent ist. Dann flippen sie aus, beißen alle anderen und am Ende sich selbst in den Schwanz. Da muss man streng sein! Bei tollwütigen Hunden indes hilft allein der Gnadenschuss.

Die Versuche z.B., Aff-Affie mit Freundlichkeit zu begegnen, erwidert dieser mit immer neuen, grotesken Frechheiten, die seinen verkommenen Charakter offenbaren.

Am Mittwoch berichtete die FAZ, er habe auf der Konferenz der AU (Afrikanischen Union) Israel für absolut alle Probleme Afrikas verantwortlich gemacht. Weiterhin hatte er den wegen Krebs aus der Haft entlassenen Lockerbie-Attentäter entgegen vorheriger Zusagen pompös feiern lassen. Er hält sich nicht an die Abmachungen in Bezug auf die Verhinderung illegaler Immigration.

Die Tatsache, dass sein Sohn wegen der Folterung von Dienstpersonal gelinden Ärger mit den Behörden der Schweiz bekam, beschwor eine Kette diplomatischer Konflikte zwischen dem Bürgerstaat Schweiz und Aff-Affies Privatstaat Libyen hervor. Nach den bulgarischen Krankenschwestern sitzen dort nun erneut seit einem Jahr Europäer in Geiselhaft, diesmal zwei Schweizer.

Das Ork kämpft, bis entweder es selbst zu Brei zerstampft ist oder aber der Gegner. Die schleimige Unterwerfungsgeste von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, der sagte: “Ich entschuldige mich beim libyschen Volk für die ungerechtfertigte Verhaftung von Hannibal Gaddafi”, brachte dem rasenden Aff-Affie keine Entspannung. Die heutige FAZ berichtet:

“Ein Antrag Libyens, der in der am 15. September beginnenden Vollversammlung der Vereinten Nationen diskutiert werden soll, sieht nach den Worten der Vizepräsidentin der Außenpolitischen Kommission des Schweizer Parlaments, Christa Markwalder, vor, ‘dass das schweizerische Staatsterritorium aufgeteilt und an die Nachbarländer verteilt werden soll’. Demnach solle die Romandie an Frankreich gehen, das Tessin an Italien und die Deutschschweiz an Deutschland, sagte Frau Markwalder. Diese Idee hatte der libysche Staatschef Gaddafi während des G-8-Gipfels im Juli vorgebracht. Der Antrag müsste zunächst ein Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen, um in der Vollversammlung diskutiert zu werden. Die Versammlung wird der Libyer Ali Abdussalam Treki leiten.”

Der Hochmut kommt vor dem Fall! Mögen sich die Orks noch so sehr über die Demokratie lustig machen, mögen sie die UNO verhöhnen, beschmutzen oder zerstören, unsere Gesellschaftsform bleibt objektiv die am wenigsten schlechte weltweit.

Was Aff-Affie mit dem ihm zu Gebote stehenden Mittel der Brutalität und einer Synthese aus Schmierenkommödie und Mafia-Dramolet betreibt (Links s. unten), nämlich die Elimination von Freiheit und Menschenrechten, suchen die iranischen SCHEIN-Heiligen durch den SCHEIN ins Werk zu setzen. Sie tun verhandlungsbereit (FAZ 020909: “Iran kündigt Dialogangebot an”), aber erscheinen stets mit Petersilie in den Ohren auf den Konferenzen. Sie wenden in typisch parasitär-mohammedanistischer Art SCHEIN-demokratische Verfahren an, aber das Wesen der ganzen Veranstaltung haben sie ebensowenig begriffen wie die stumpfen Bolschewisten ihrerzeit: Wesentlich sind der gewaltlose Wettbewerb, die zivile Konkurrenz alternativer Optionen und die unbedingte Einhaltung zuvor vereinbarter Regeln – auch dann, wenn die eigene Gruppe mal verloren hat.

Eingeborene

Ein aktueller Blick in das iranische Parlament: Unser Foto zeigt Eingeborene beim Mischen der Stimmzettel. Top-angesagt ist zur Zeit das “Hula-Misch-Ritual”, welches viel später mit dem heiligen Verbrennen der Zettel in trauter Runde enden wird.

Von Alternativen kann in diesem “Haus der Lüge” jedoch keine Rede sein. Rainer Hermann in der heutigen FAZ: “230 der 290 Abgeordneten gelten als konservative Hardliner, HÖCHSTENS 50 als Reformer (wobei auch die sogenannten “Reformer” überwiegend die Vernichtung Israels herbeisehnen, T.).” Zuvor hatte er berichtet: “Der iranische Staatspräsident Ahmadineschad ist aus der Abstimmung des Parlaments über seine Regierung gestärkt hervorgegangen. Nach einer heftig geführten Debatte über die Eignung der 21 Kandidaten haben die Abgeordneten lediglich drei Personen abgelehnt – eine Größenordung, die bei vergangenen Abstimmungen üblich war.” Das hört sich ja SED-saumäßig-super an: Gra-tu-la-tion!

Hermann weiter: “Die Ablehnung der DREI Kandidaten lässt keinen Schluss auf politische Differenzen zwischen Legislative und Exekutive zu.” In der Tat! Der Kandidat für das Energieministerium, Alibaba, sei “in der iranischen Bevölkerung nicht beliebt, weil er bis vor kurzem Präsident des nationalen Fußballverbands war. Der Freund Ahmadineschads wird für das Ausscheiden Irans aus der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft verantwortlich gemacht.” Na, DAS kann man natürlich verstehen. Evident die Mangelhaftigkeit zweier weiterer Kandidaten, die in ihrem Geschlecht besteht: “Frau Adschorlu und Frau Keshawarz sind über mangelnde Erfahrung gestolpert, sie scheiterten aber auch, weil sie Frauen sind.” Jedoch wurde eine dritte Kandidatin nominiert – die neue Gesundheitsministerin Dastscherdi (erster weiblicher Minister seit Schah-Zeiten), solches, um den Mullas zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Hermann: “Insbesondere die führende Geistlichkeit hatte sich entschieden gegen die Berufung von Frauen ins Kabinett ausgesprochen… Mit dem neuen Kabinett setzt sich die Entmachtung der Geistlichkeit fort. Alle Minister gehören entweder den Revolutionswächtern an oder waren als Zivilisten Mitglieder der Freiwilligenmiliz Bassidsch. Selbst der Geheimdienstminister Haidar Moslehi, der laut Gesetz ein Kleriker zu sein hat, war Vertreter Chameneis bei den Revolutionswächtern.”

Ein etwaiger Machtgewinn Gardinenstanges gegenüber den Mullas ist nun allerdings mE. ebenso wenig positiv zu bewerten, wie die Übernahme eines von Pest geschüttelten Körpers durch die Cholera. Dies wurde bei der Nominierung von “Parlaments”-Liebling Ahmad Vahidi zum neuen Verteidigungsminister deutlich.

Der Vahidi-Didi ist ein von Interpol gesuchter Verbrecher, der mutmaßlich 1994 als Chef der Quds-Einheit, die innerhalb der Revolutionswächter mit den geheimen Operationen außerhalb Irans beauftragt ist, den Anschlag gegen das jüdische Zentrum in Buenos Aires, bei dem 85 Zivilisten getötet worden waren, befohlen hat. Parlamentspräsident Larifari “musste die Bekanntgabe seiner Stimmenzahl wiederholen, da sie in den Rufen ‘Tod Israel’ untergegangen war”, so Hermann. Wie peinlich, es spricht wirklich nicht dafür, dass gute Manieren in einem Volk ansatzweise verbreitet sind, wenn sogar seine Elite ein derart primitives Gebaren an den Tag legt – und sich öffentlich besinnungslosem Kreischen und Gröhlen hingibt (Die deutsche Variante lautete übrigens damals: “Wollt Ihr… den TOTALEN KRIEG!”).

FAZ-Kommentator Klaus-Dieter Frankenberger trifft mE. denn heute den Nagel auch mal wieder auf den Kopf:

“Man wusste auch bislang schon, wie wichtig der Hass auf Israel für den Zusammenhalt des iranischen Regimes ist und wie sehr dieses sich nach außen, etwa durch Terrorpatronage, davon leiten lässt. Letzte Zweifel an diesem Gesinnungskitt beseitigten jetzt die Abgeordneten im sogenannten Parlament in Teheran. Restlos. Denn als Verteidigungsminister des angeblich wiedergewählten Präsidenten Ahmadineschad wurde ein Mann bestätigt – und zwar mit mehr Stimmen als jedes andere Kabinettsmitglied -, der international gesucht wird, weil er der Beteiligung an dem Mordanschlag auf das jüdische Kulturzentrum in Buenos Aires vor 15 Jahren verdächtigt wird. Und was riefen die Abgeordneten bei der Verkündung der Bestätigung? ‘Israel den Tod.’ Nein, über seinen Charakter lässt das iranische Regime die Welt nicht im Unklaren. Niemand braucht sich also darüber zu wundern oder zu empören, dass Israel in dem iranischen Atomprogramm eine existentielle Bedrohung sieht. Über Raketen verfügt Iran bereits, antiisraelische Vernichtungsideologie ist Parlamentsdekor. Wer sagt, dass es nicht MEHR ist?”

Das Fatale am Faschismus ist mE. u.a. sein revolutionärer Anteil, und dieser unterscheidet ihn von Militärdiktaturen u.ä. Anders als jene setzt er nicht allein auf bleierne Friedhofsruhe und Erstarrung. Seine Aspekte der Bewegung und Veränderung, die ihn an die Macht gebracht haben, sind inhärente Attribute, und so ist er auch nach der Machtübernahme zu fortwährender hektischer Bewegung und Unruhe gezwungen.

Die einstmals wirkungsmächtige Kraft der “Religion” hat sich nach den Hunderttausenden von Toten des “Ersten Golfkrieges” (1) und einer haaresträubenden Wirtschaftsbilanz verbraucht (2). Ulrich Pick, ARD-Korrespondent für den Iran, antwortete auf die Frage, inwiefern die Islamische Republik die Haltung der Iranerinnen und Iraner zum Islam verändert habe:

“Wenn man durch den Orient reist, so fällt auf, dass die Moscheen nirgends so leer sind wie in Iran. Das Bestreben der Mullahs, den Islam nicht nur in der Politik, sondern auch im privaten Leben zum Maß aller Dinge zu machen, hat den Menschen die offizielle Form der Religion vergällt. Außerdem sind zwei Drittel der 70 Millionen Iraner nach 1979 geboren. Sie kennen nichts anderes als die Islamische Republik, verfügen aber gleichzeitig über Internet und Satell!ten-Fernsehen und wissen also mehr oder weniger, wie das Leben in andern Ländern läuft. Somit hat die Islamische Republik die Religion in gewisser Weise diskreditiert. (3)”

Einhergehend mit dem Schwinden der “religiösen” Bindekraft erleben wir im Iran eine drastische Steigerung aggressiver und extrovertierter, antijüdischer Vernichtungsrhethorik. Eine Zeit lang mag das Heulen und Kläffen die Menschen in Atem halten, aber irgendwann wird das Regime sich physisch nach außen wenden müssen, d.h. den Worten werden Taten folgen müssen. Iran wird von einem faschistoiden, als welchen es sein Parlament nun für alle Welt schon deutlich sichtbar gemacht hat, zu einem faschistischen Staat werden.

Sodann wird der Iran Geschichte sein.

Time am 4. September 2009

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Links von PI zum “Hannibal-Gaddafi-Skandal”:

http://www.pi-news.net/2008/07/schweiz-gaddafis-sohn-nach-randale-verhaftet/

http://www.pi-news.net/2008/07/rache-fuer-hannibal/

http://www.pi-news.net/2008/07/gaddafi-nimmt-wieder-geiseln/

http://www.pi-news.net/2009/04/libyen-erpresst-erneut-die-schweiz/

http://www.pi-news.net/2009/07/gaddafi-will-terrorstaat-schweiz-zerschlagen/

http://www.pi-news.net/2009/08/schweiz-schliesst-dhimmipakt-mit-libyen/

http://www.pi-news.net/2009/08/die-foltertyrannen-aus-dem-hause-gaddafi/

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg

(2) http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/4583/dreisig-jahre-horror/

(3) in: “Zeitzeichen – evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft“, Juni 2009

Über Demokratie und Counterjihad

1. Mai 2009

In einer Auseinandersetzung über die Themen des Counterjihad schrieb Kommentator Deep Roots (Ich grüße Sie, Deep!) auf 8dS: “Ich zweifle nicht an der demokratischen Haltung unserer 8dS-Kameraden (Thatcher, TC etc.)”.

Zum Thema Demokratie möchte ich zunächst anmerken, dass für Erfolg und Faszinationskraft des Begriffes spricht, dass sich auch faktisch ausgesprochene Gegner damit gerne schmücken. Goebbels (another “Uncle Joe”) meinte beispielsweise 1934: “Trotzdem können wir erklären, dass unsere Regierung den Gesetzen einer veredelten Demokratie entspricht.” Chiles Diktator Pinochet sagte 1973: “Man sagt, dass Demokratie hin und wieder in Blut gebadet werden muss.” Lesen Sie einen Ausschnitt aus der gestrigen FAZ über das Demokratieverständnis von Aff-Affie: “Wenn ein libyscher Generalsekretär von fester Haltung mit fester Stimme die Demokratie erklärt, dann klingt das so: ‘Wenn es in einem Land Opposition gibt, dann beweist das, dass dieses Land keine Demokratie ist.’ Da beben die Plastikblumengestecke auf dem Konferenztisch. Demonstrationen seien ein Indiz dafür, dass es in einem Land undemokratisch zugeht. In Libyen zum Beispiel gibt es keine Demonstrationen. Dafür gibt es in Libyen Volkskongresse, auf denen jeder was zu sagen hat. Und weil der Volkskongress aller Volkskongresse, der libysche Generalvolkskongress, nur das beschließt, was das Volk in unzähligen Basisvolkskongressen beschlossen hat, braucht sich in Libyen auch niemand öffentlich zu beschweren. Generalsekretär Saad Said weiß das, schließlich ist er Generalsekretär eines Volkskongresses in der Stadt Misratah. Er sorgt quasi von Berufs wegen mit dafür, dass am Ende des Jahres alle Libyer einen gemeinsamen Willen haben. Und auf wundersame Weise deckt sich der Wille des Revolutionsführers Muammar al Gaddafi am Ende mit der offiziellen Interpretation des Volkswillens…”. Denken Sie auch an die ganzen kommunistischen Staaten, die allesamt Diktaturen waren und sich dennoch allesamt Demokratien nannten wie z.B. die sog. “DDR”.

Ich möchte weiterhin anmerken, dass die westliche Zivilisation natürlich im kürzesten Abschnitt ihrer grandiosen Geschichte demokratisch organisiert war. Auch in der jüngeren Kaiserzeit z.B., auf die Thatcher weist, war Deutschland z.B. jedoch m.E. ein großartiges und verteidigenswertes Land, vor allem im Gegensatz zu den Ork-Despotien. Ich persönlich fühle mich aber dem bürgerlich-demokratischen Deutschland der Weimarer- und der Bundesrepublik verbunden und verpflichtet, und ich habe mich (auch wenn ich Ihre, Deep, Einstellung teile, dass spätestens 1968 einiges anfing aus dem Ruder zu laufen) im 68er- und Nach-68er-Deutschland sehr wohl gefühlt. Ich fühle mich persönlich auch heute noch in Deutschland sehr wohl (sehe indes allerdings überdeutlich die “Zeichen an der Wand”). Wenn das real existierende Deutschland nun für manche kein Bezugspunkt mehr ist, sind sie deshalb m.E. keineswegs böse oder unehrenhaft, sie sind aber auch keine Demokraten im westlichen Sinn, und der Konservatismus dieser Leute ist kein bürgerlich-demokratischer Konservatismus.

Deep Roots schrieb weiter: “… ich teile aber mit ihnen den Frust und die Erbitterung angesichts der immer offenkundiger werdenden Unmöglichkeit zu Abhilfe in unserer Situation mit demokratischen Mitteln, wo doch die regierenden Demokratiefeinde alle Wege dazu gekapert haben.” Ich fragte: Gekapert? Alle Wege? Welche demokratischen Wege sind Ihnen denn im Westen versperrt? Dürfen Sie Ihr aktives oder passives Wahlrecht nicht ausüben? Ihren Beruf nicht? Wird Ihnen die Mitwirkung in einer Partei, einem Berufsverband oder einem Verein verwehrt? Sie sagen doch frei heraus Ihre Meinung (Wofür ich Sie schätze, Deep!), ohne harsche Konsequenzen fürchten zu müssen. Natürlich müssen Sie Freunde bzw. Mehrheiten suchen, ein Prozess, der langwierig und mühselig ist. Aber Demokratie funktioniert genau so: Entscheidungen werden unblutig von Mehrheiten getroffen, und jeder hält sich geduldig an die Regeln, an Recht und Gesetz, und spielt fair. Wenn die Mehrheit meine Meinung nicht hat, ist das keine Erlaubnis, zu individueller Gewalt zur angeblichen Rettung der Demokratie aufzurufen, die vielmehr durch eben solche Aufrufe angegriffen wird. Ich kann wohl dazu aufrufen, aber mich weiter als Demokrat zu bezeichnen, wäre falsch, wäre eine Lüge. Mag sein, dass der Westen dereinst nur durch diktatorische Maßnahmen gerettet werden kann, aber die soll man mE. dann auch so benennen.

Ich bin also der Ansicht, dass unsere westlichen Systeme allesamt demokratisch sind, und ich halte es für obskur, etwas anderes zu behaupten. Deshalb hat für mich das Ringen um parlamentarische Mehrheiten Sinn. Geert ist mit seiner Beharrlichkeit z.Z. ja schon recht erfolgreich, wie die FAZ heute berichtet: “Die islamfeindliche Freiheitspartei des niederländischen Abgeordneten Geert Wilders ist nach einer Umfrage des Instituts Maurice de Hond jetzt die stärkste politische Kraft des Landes. Würde jetzt gewählt, erhielte die Partei 27 von 150 Sitzen im Parlament, was einer Verdreifachung entspräche. Die Christlichen Demokraten von Ministerpräsident Balkenende erhielten nur 26 Sitze (bisher 41). Viele Niederländer sind erbost, dass die Staatsanwaltschaft gegen Wilders wegen Anstiftung zum Hass ermittelt und dass ihm die Einreise nach Großbritannien verwehrt wurde, wo er seinen Kurzfilm ‘Fitna’ zeigen wollte. Die Parlamentswahl ist für Herbst 2010 geplant.” Besonders gut finde ich Geerts derzeitige Konzentration auf EIN (DAS!) Problem, auch wenn das Transatlantikforum zitierend dagegen stänkert (1): “Wilders will alles selbst in der Hand halten. Sein Widerstand gegen inhaltliche Erweiterung geht mit seinem Widerstand gegen personelle Verbreiterung einher.”

In den letzten Tagen gab es in anderen Blogs der unseren ähnliche, spannende Definitions- und Abgrenzungsdiskussionen, z.B. bei Kewil, der sich vehement gegen Neonazis wandte (2), oder bei PI, die gegen Hamasfreund Le Pen schrieben (3). Interessant in diesem Zusammenhang fand ich die jeweils enorme und außergewöhnliche Resonanz im Kommentarbereich. Viele fühlten sich da offensichtlich erfasst, ertappt und ausgegrenzt. Ich halte Charles Johnsons LGF für ein u.a. stinklangweiliges Blog, aber man kann dem mE. gewisse “definitorische” Verdienste (auch in der Auseinandersetzung mit Fjordman und GoV) nicht absprechen. Ich finde es jedenfalls ziemlich wichtig, dass man die Begriffe richtig benutzt und zB. nicht von “Ruhe und Frieden” redet, wenn man Friedhofsruhe damit meint. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass die Eintrittskarte zum Counterjihad darin bestehen sollte, z.B. General Franco, die Pius-Brüder oder Joe McCarthy zu verehren, oder den verstorbenen Jörg Haider, der sich bestens mit Saddam und Aff-Affie verstand, als Hoffnungsträger zu feiern. So wie “Westliche Demokratie” eine bestimmte und keine andere Bedeutung hat, so gehört zum Counterjihad m.E. etwas bestimmtes, nämlich m.E. einzig und allein, dass man sich, egal, ob man Mitglied der NPD oder der Grünen ist, für die Eliminierung des Jihad einsetzt.

Time am 2. März 2009

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(1) http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/5306/wilders-freiheit-demokratie/
(2) http://fact-fiction.net/?p=1907
(3) http://www.pi-news.net/2009/02/jean-marie-von-arabien-le-pens-liebe-zum-iran/


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