Diesen Cartoon habe ich von den Kopten (1)
Chrislahm ist eine neue Religion christlicher Häretiker, die ihre Bestimmung darin sehen, dem Mohammedanismus einen möglichst großen Spielraum zu verschaffen.
Dazu nehmen sie aus dem Neuen Testament ein paar nette Geschichten, insbesondere jene, die Christen zur Gewaltlosigkeit verpflichten, und sie nehmen aus dem Kloran nichts außer der Behauptung, dass Allah und Jahwe identisch seien. Sie nehmen nicht nur nichts aus dem Kloran, sie weigern sich sogar kategorisch, ihn überhaupt mal zu lesen.
Eine bedeutende Vertreterin des Chrislahm ist die ehemalige Landesbischöfin der ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Margot Käßmann (2). Im aktuellen „Chrismon“ stimmt sie einen großen Jubel an über die Inbesitznahme deutscher Universitäten durch den Mohammedanismus (3).
Sie behauptet, dass solcherart die Möglichkeit geschaffen werde, den eigenen Glauben kritisch zu reflektieren. Aber was soll von dem Glauben übrig bleiben, wenn man Sklaverei ablehnt und das Grundgesetz und die Menschenrechte befürwortet, aber feststellen muss, dass der Begründer des Mohammedanismus ein Sklavenjäger, Menschenschinder und Diktator war?
Es soll ein deutscher Mohammedanismus entstehen, der „demokratiefähig“ ist. Das heißt mit anderen Worten, dass es ihn bisher nicht gibt. Nichts anderes kommuniziert der Counterjihad. Auch der Antikommunismus und der Antifaschismus haben kommuniziert, dass Kommunismus und Faschismus nicht demokratiefähig sind. Hat man damals auf Staatskosten hochbezahlte kommunistische oder faschistische Kommissare an den Universitäten installiert? Es ist doch wirklich eine absolut krude Idee, eine Krankheit zu heilen, indem man sich möglichst viele ihrer Erreger injeziert. „Ich freue mich, dass Lehrerinnen und Lehrer für Islam in Deutschland ausgebildet werden“, schreibt Käßmann. „Ich freue mich, dass Lehrerinnen und Lehrer für Sklaverei in Deutschland ausgebildet werden“, könnte sie ebenso gut schreiben.
Dass die Reformatoren den Bildungs- und Aufklärungsgedanken sehr befördert haben, ist richtig. Den Mohammedanismus haben sie jedoch, grade weil sie gebildet waren, aus ganzer Seele abgelehnt und verachtet (4).
Schließlich agiert Käßmann in taktischer Hinsicht typisch mohammedanistisch, wenn sie sich abschließend hinter den Juden versteckt. Es ist erschreckend, mit welcher Dreistigkeit und emotionalen Kälte sie das Wort Holocaust beiläufig einfügt.
„Gerade die Evangelischen sollten sich daher für islamische Theologie einsetzen“. Diese Forderung Käßmanns ist das vollständige Programm des Chrislahm.
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Ein großer Fortschritt
Gut, dass immer mehr Imame und Rabbiner an deutschen Universitäten ausgebildet werden.
Immer wieder höre ich es bei meinen Vorträgen zum Thema „Reformation und Toleranz“. In der Diskussion fällt der Satz: „Aber die sind doch nicht tolerant, ganz anders als wir.“ „Die?“ Das sind die Muslime. „Wir“ die Christen.
Nach dem Christentum ist der Islam inzwischen in Deutschland die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft. Rund fünf Prozent der Menschen in Deutschland sind muslimischen Glaubens, das sind rund vier Millionen. Knapp die Hälfte davon sind deutsche Staatsangehörige. Vielen Muslimen ist Deutschland zur Heimat geworden.
Seit 2008 gibt es in Osnabrück ein Zentrum für Interkulturelle Islamstudien. Aus ihm wurde ein Institut für Islamische Theologie, das inzwischen einen Masterstudiengang Islamische Religionspädagogik anbietet. An der Universität Tübingen gibt es seit 2011 ein Zentrum für Islamische Theologie. In einer Reihe von Instituten werden Studierende ausgebildet, die später islamischen Religionsunterricht erteilen oder als Imame arbeiten.
Das ist ein großer Fortschritt. Es ist wichtig, dass die rund 700.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler Unterricht in ihrer Religion erhalten – und zwar wie im christlichen Religionsunterricht nicht als Mission, sondern mit der Möglichkeit, kritisch zu fragen, den eigenen Glauben zu reflektieren. In einem Land beheimatet man sich eben auch durch seine Religion. Und es ist gut, wenn Imame deutsch sprechen, die deutsche Kultur kennen, an deutschen Universitäten ausgebildet werden. Nur so kann doch ein deutscher Islam entstehen, demokratiefähig, die Werte von Freiheit und Gleichheit vertretend, die für unsere Gesellschaft so wichtig sind.
Für Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe haben sich schon die Reformatoren eingesetzt. Glaube war für sie gebildeter Glaube, nicht aus Konvention und nicht aus spiritueller Erfahrung allein, sondern dadurch, dass sie die befreiende Botschaft des Evangeliums bewusst bejahen.
Gerade die Evangelischen sollten sich daher für islamische Theologie einsetzen. Nur gebildeter Glaube kann den Versuchungen des Fundamentalismus widerstehen. Das wissen wir doch auch als Christinnen und Christen. Wenn etwa Fundamentalisten meinen, Charles Darwins Evolutionslehre dürfe im Unterricht nicht gelehrt werden, sondern nur der Kreationismus, also die biblische Schöpfungslehre: Wie angstbesetzt ist das?
Ich freue mich, dass Lehrerinnen und Lehrer für Islam in Deutschland ausgebildet werden, die dann nach einem anerkannten Lehrplan und in deutscher Sprache unterrichten. Nach Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes wird Religionsunterricht „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaft“ erteilt. Doch so lange „der“ Islam gegenüber dem Staat nicht mit einer Stimme spricht, müssen Kompromisse gefunden werden, zum Beispiel durch Verträge mit einzelnen muslimischen Institutionen – als wichtiger Schritt zu jenem gebildeten Islam, der sich dem Fundamentalismus entgegenstemmt.
Und ich freue mich nicht weniger, dass endlich auch wieder jüdische Theologie an deutschen Universitäten gelehrt wird. Im März dieses Jahres wurde an der Universität Potsdam eine Schule für jüdische Theologie eingerichtet, um Rabbiner und Kantoren auszubilden. Dass das in Deutschland heute möglich ist, dafür können wir nach dem Holocaust nur dankbar sein.
Es gibt kein „wir“ und „die da“! Es gibt Menschen mit ihrem Glauben, die in diesem Land leben. Dieser Glaube darf und muss reflektiert weitergegeben und unterrichtet werden. Alles andere wäre ein Irrweg.
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Time am 3. Juni 2013
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1) http://koptisch.wordpress.com/2013/06/01/kommentar-islamiserung-des-gazastreifens-besorgt-uns/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Käßmann
3) http://chrismon.evangelisch.de/blog/auf-ein-wort/ein-grosser-fortschritt-18967
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/19/luther-und-der-nazislahm/

