Mit ‘Mario Damolin’ getaggte Artikel

Die FAZ wird damoliniert

7. Juni 2010

Sehen aus wie aufgeblasene Ochsenfrösche, sind aber nach Auskunft der FAZ Helden: Von den Israelis freigelassene “Free-Gaza”-Journalisten auf dem Weg zur Israelflaggenverbrennung

Die FAZ scheint wild entschlossen, ihren guten Ruf zu damolinieren und “das Eisen zu schmieden, solange es noch heiß ist.” So erhält der unsägliche Herr Damolin, der sich äußerlich als fest im Fleische stehender 68er erweist, und der aufgrund seiner literarischen Produktion zweifelsfrei in eben diese Ecke gestellt werden darf (1), heute von der FAZ erneut Raum, eine 2/3-Seite, um sie mit vielen Worten über nichts zu füllen.

Ganz offensichtlich hat sich Herr Damolin seinerzeit um die in linken Kreisen verbindlichen Demonstrationen an der Startbahn West und in Gorleben gedrückt. Auch wenn ich immer gegen Ökopaxe und Anti-AKW-Bewegung war, will ich doch feststellen, dass die Demonstranten in Gorleben z.B. weit härter angefasst wurden als diese Hamasfreunde von den Israelis. Herr Damolin hätte eine ihrerzeit derartig robuste Behandlung mit Sicherheit nicht ohne schwere psychische Schäden überstanden. Aber vermutlich wird er von der FAZ nach Wortmenge entlohnt, und das erklärt die zu Mammutgröße aufgeblasene Mücke, die er durch die mediale Arena scheuchen will – wie auch den seltsamen Wechsel seiner Perspektive nach seinem ersten Artikel (2): Es sind eben Auftragsarbeiten. Immerhin war er nun quasi nebenbei endlich mal auf einer “Mutter aller Demonstrationen”, was seinen Status in linken Kreisen drastisch steigern dürfte.

Unter der Überschrift “Chaos, Lügen und Heldentum” erfahren wir viel über das Chaos in seinem Kopf und seine Willfährigkeit, den mohammedanistischen Hamas-Lügnern zuzuarbeiten, allein das Heldentum bleibt aus. Obwohl wie alle Gefangenen gut versorgt und zuvorkommend behandelt, geht Cheforganisator Khalid Turaani beispielsweise ganz offensichtlich der A*sch auf Grundeis, als er zum Verhör gebeten wird, und das Wort Held erhält eine völlig neue Bedeutung.

Kreativ wie Linke bekanntermaßen sind, starten die Gefangenen alberne Aktionen wie einen Jogging-Wettbewerb, und einer bittet per Münztelefon sogar die örtliche Polizeiwache um Hilfe, ist das nicht wahnsinnig witzig?

Und dann kommt auch der alltägliche Rassismus des “Gut”menschen durch, als Damolin schreibt: “Sie stehen hier nicht Palästinensern gegenüber, sondern selbstbewussten Europäern” – der europäische Übermensch, wie er lebt und vor allem leibt.

Ungeheuerlich: Den Gefangenen wird nicht etwa Mineralwasser gereicht, die perfiden Juden “empfehlen, den Durst am WASCHBECKEN zu löschen.” Todesmutig aus dem Wasserhahn zu trinken, vor soviel Heldenmut erstarre ich erfürchtig.

Sich selbst feiern die freigelassenen “Aktivisten” denn auch über einen Zeitraum von sage und schreibe 10 Stunden: “Nach und nach füllt sich die Maschine, immer wieder von frenetischem Beifall und ‘Allahu akbar’-Rufen begleitet. Aber es dauert lange: Um 13.30 Uhr sind die Ersten eingestiegen, kurz vor 24 Uhr kommt der Letzte…”

The Fuhrergan zeigt sich übrigens ein weiteres Mal erkenntlich: “Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat sich erboten, alle Gefangenen der Gaza-Flottille nach Istanbul ausfliegen zu lassen. Auch die Weiterflüge in die Heimatländer mit der türkischen Fluglinie sollen von der Regierung übernommen werden.”

Beim Empfang im mohammedanistisch besetzten Konstantinopel werden israelische Flaggen verbrannt, aber Dimmi-Damolin schafft es immer noch nicht, ein kleines bisschen Ordnung in seinen Kopf zu kriegen. Vielleicht hat er einfach nur wieder Hunger…

Am Ende seiner Ausführungen, die die Qualität eines durchschnittlichen Schüleraufsatzes nicht erreichen, erscheint die IDF als Räuberhorde: “… mein Laptop ist weg, ebenso wie das Handy und der Fotoapparat. Seit unserer Gefangennahme war uns stetig versichert worden, unser Gepäck sei in Ordnung, alles würde zurückgegeben. Faraggi beklagt einen Verlust von rund 12.000 Euro. Eine Journalistin aus Australien läuft vorbei und berichtet, dass ihre Kreditkarten, Bargeld und alle technischen Geräte verschwunden seien.”

Ich könnte mir eher denken, dass sich die verschwundenen Dinge in der Türkei befinden. Was für eine bescheuerte Idee, Wertsachen in Höhe von 12.000 Euro auf eine illegale und aggressive Aktion mitzunehmen. Andererseits ist Damolin schon drei lange Artikel an die FAZ losgeworden, da kann er sich gleich einen neuen Laptop kaufen. Aber diesmal nimmt er sicher einen mit Snackbar.

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Chaos, Lügen und Heldentum

Nach der Kaperung von sechs Schiffen der Gaza-Hilfsflotte landeten Passagiere und Mannschaften in einem neuen Trakt des Gefängnisses in Beerscheva. Die Wärter hatten dort mit den selbstbewussten Häftlingen so ihre Schwierigkeiten.

Der stählerne Kasten mit den vergitterten Fenstern ist nach einstündigem Warten und fast zweistündiger Fahrt endlich am Ziel. In der Hafenstadt Aschdod hatte man uns in den stickig-heißen Gefängnistransporter gezwängt, auf Eisenbänke, die Klimaanlage war erst spät eingeschaltet worden. Eine Bild wie aus einem alten Polit-Thriller. Vangelis Pissias, Chef des Schiffes “Eleftheri Mesogeios” (Freies Mittelmeer), sitzt zusammengekrümmt in der ersten Reihe. Man hatte ihn in Aschdod geschlagen, weil er sich weigerte, Fingerabdrücke zu geben. Er hat Schmerzen, auch wegen einer Wunde am Fuß, die er durch die israelischen Marinesoldaten bei der Kaperung seines Schiffes erlitten hat. Fuß- und Rippenbruch wird später bei ihm diagnostiziert werden.

Jetzt, so erhoffen wir, wenn auch im Gefängnis, ein wenig Ruhe, keine Blitzlichter von Fotoapparaten, keine Filmteams oder private Camcorder. Doch auch hier in Beerscheva gibt es das unbezähmbare Verlangen nach Trophäen – als ob wir nicht schon dutzendfach fotografiert, gefilmt, katalogisiert wären. Da stehen sie wieder und drücken auf ihre Auslöser, ohne auch nur eine Sekunde auf unsere Proteste zu reagieren. “Es ist nicht für die Öffentlichkeit”, meint einer ganz unschuldig. Nur für das Heimkino.

Das Gefängnis Beerscheva, südlich der Stadt, ist ein Hochsicherheitstrakt in der Negev-Wüste, der jetzt gerade ausgebaut wurde: für Schwerkriminelle, Mörder, Attentäter, renitente Palästinenser. In Beerscheva soll auch der Mörder von Jitzhak Rabin sitzen. Im langen Gang, der zu Block 5 führt, stehen wieder Fotografen und Kameraleute, es ist etwa zehn Uhr abends am 31. Mai. Erst nach lautstarken Protesten lassen sie es sein. Sie sind enttäuscht, denn wir sind diejenigen, die den nagelneuen Block 5 einweihen werden.

Nach zwei Schleusen erreichen wir den Hauptraum des Baus im Erdgeschoss, mehreckig, funktional, leicht überblickbar. Links, abgetrennt, die Abteilung für das Personal, Büroräume, ein Raum mit Fotoanlage, einige Geheimdienstleute – sie sind leicht zu identifizieren – lehnen an der Wand. Linker Hand, weiter vorne dann eine Art kleiner Küchenbereich mit Spülwannen, danach beginnen die Zellen im Erdgeschoss. Ganz rechts, neben dem Eingang, Duschen in offenen Kabinen, über jeder Dusche ist eine Kamera angebracht. An der Wand daneben eine Reihe Münztelefone. Im letzten Drittel dieses unteren Bereichs sind die Sitzflächen für die Gefangenen, jeweils vier an einen Metalltisch geschweißt. Auf einem der Tische prangt der Stempel von TÜV Rheinland. Wir erhalten zwei kleine Stücke Seife, drei Päckchen Shampoo, eine Zahnbürste, Zahnpasta, ein Handtuch, eine Plastiktasse und ein Esstablett.

Über eine Treppe kommt man in den ersten Stock mit weiteren Zellen: jeweils vier Betten, ein Tisch mit angeschweißter Sitzfläche, ein Schrank mit vier Abteilungen. Die Toilette hinter einer Tür, die oben und unten Freiraum lässt. Die Spülung macht einen Lärm wie ein Presslufthammer. Schlafraum und Toilette sind mit Überwachungskameras bestückt. Oben an der Wand ein Ventilator, der Kühlung spenden soll. Aus dem vergitterten Fenster sieht man hinter den großflächigen Gefängnisbauten die Wüste Negev.

Zelle 5115 im ersten Stock ist von jetzt an unsere Unterkunft: Insassen sind neben mir Marcello Faraggi, italienischer Journalist aus Brüssel, Bilal Abdul Aziz, Englischlehrer aus Großbritannien, Manolis Matchioulakis, Solarenergie-Fachmann aus Athen. Der Ventilator unserer Zelle funktioniert nicht, aber in einer Ecke steht ein Paket mit allen Einzelteilen. Faraggi hat das Gerät in dreißig Minuten auf die Platte an der Wand montiert. Dass dieser Trakt in aller Eile bereitgestellt wurde, merkt man an dem Putz, der auf dem Zellenboden liegt, den Matratzen, die noch eingeschweißt sind, und dem Vogelkot auf den Geländern – offenbar lagerten die noch vor kurzem im Freien, und keiner hat sie bisher gereinigt.

Im Erdgeschoss werden Wasserflaschen hereingebracht, Nahrungsmittel – Brot, Gurken, Paprika -, dann öffnen sich die Türen über einen Zentralmechanismus. Alle kommen heraus, in unserem Trakt sind von rund sechzig Personen mindestens zwölf Medienleute: Filmemacher, schreibende Journalisten, Fotografen aus der Tschechischen Republik, Italien, Frankreich, Irland, Australien, der Türkei, Jordanien. In der starken griechischen Gruppe gibt es zwei Professoren, Gewerkschafter, Ingenieure, Facharbeiter, einen Studenten aus Zürich und Naim Elghandour, den Schiffskoch der “Eleftheri Mesogeios”, einen gemütlichen Exil-Ägypter mit griechischem Pass. Die Griechen sind laut, offensiv und witzig zugleich – kaum zu bremsen. Die türkische Gruppe stammt hauptsächlich von den Frachtschiffen der IHH, einer türkischen Hilfsorganisation, die in manchen Ländern als radikalislamistisch eingestuft wird.

Schon am ersten Abend wird klar, dass die Vollzugsmitarbeiter es nicht leicht haben werden. Laut wird nach Rechtsanwälten und Diplomaten gerufen, einige wollen telefonieren – ein Durcheinander sondergleichen. Die israelischen Gefängniswärter schauen erstaunt auf das Chaos. Einer von höherem Rang tritt vor und bittet um Ruhe, dann dürften wir morgen auch telefonieren. Geschrei und Gelächter. Wir seien keine Gefangenen, sagt der Israeli, sondern Besucher, ja Gäste, und schon ruft einer aus dem Hintergrund: “One Cappuccino please!” Die Angelsachsen sind mit Whisky-Bestellungen dabei. Vangelis Pissias ruft: “Ich bin ein politischer Gefangener.”

Die Organisation im Gefängnis ist chaotisch, das Personal nicht geschult, die Ressourcen sind mangelhaft. Gefangene, die Medizin benötigen, werden kaum angehört, es gibt zu wenig (schlechtes) Essen, am Morgen nach der Einlieferung kein Frühstück, es fehlt Wasser. Die Wärter empfehlen, den Durst am Waschbecken zu löschen. Manche schöpfen das Essen mit Tassen aus den großen Behältern und essen mit der Hand, weil Besteck fehlt.

Bei manchen Gefängnisbediensteten spürt man den ansteigenden Adrenalinspiegel. Sie stehen hier nicht Palästinensern gegenüber, sondern selbstbewussten Europäern, die sich nicht einschüchtern lassen und auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen. Auch der Versuch, die Gäste-Gefangenen zum Zweck der Zählung in Reih und Glied aufstellen zu lassen, scheitert kläglich. Alle in die Zellen zurück, heißt es dann, keiner geht, einer der Beamten fängt an zu schreien. Am ersten Morgen wählen wir Sprecher, die unsere Forderungen gegenüber der Gefängnisleitung vertreten sollen. Das Gefängnispersonal reagiert verwirrt. Die Autorität ist hin, das macht sie aggressiver – allerdings nicht alle. Ein dunkelhäutiger Vollzugsbeamter, angeblich ein Beduine aus der Gegend um Beerscheva, ist freundlich, zeigt eine Bärenruhe und hört zu. Wenn er Dienst hat, gibt es keine Konflikte. Auf die Frage nach den versprochenen frischen T-Shirts und Socken wiegt er nachdenklich den Kopf und winkt mich zu einem Karton mit abgepacktem Toastbrot. Er fasst tief hinein und holt, verschmitzt lächelnd, zwei Plastikhüllen mit Trainingsanzügen heraus.

Am ersten Morgen wird ein Versuch gestartet, uns nach Nationalitäten zu trennen, doch die Gruppe lässt sich nicht spalten. Khalid Turaani, geboren in einem palästinensischen Flüchtlingscamp in Jordanien, amerikanischer Staatsbürger, ist einer der Organisatoren der “Freedom Flotilla”. Er soll zu einer separaten Anhörung abgeführt werden. Er wehrt sich, hat sichtbar Angst, einer härteren Behandlung unterzogen zu werden. Den ganzen zweiten Tag sind Anhörungen vor dem Haftrichter, doch nicht jeder wird vorgeladen, ein System ist dabei allerdings nicht zu erkennen. Ein schwedischer Staatsbürger kommt zurück und berichtet, der Richter habe ihn angeschrien, weil er seinen Namen nicht nennen wollte, weil er das schon Dutzende Mal getan habe. Dreißig Tage Haft seien ihm angedroht worden.

Am zweiten Tag kommen gegen 14 Uhr Botschaftsmitarbeiter aller beteiligten Länder in das Erdgeschoss. Eine deutsche Konsulin mit ihrer Kollegin aus Tel Aviv ist da, das beruhigt. Sie geben Informationen über das israelische Abschieberecht und über ihre Möglichkeiten der Intervention. Sollte ich immer noch keine Erklärung unterschreiben, dass ich illegal nach Israel eingereist sei und zustimme, ausgewiesen zu werden, könnte das Konsequenzen haben: Beginn eines womöglich längeren Verfahrens. Ich teile den beiden mit, dass ich nicht gewillt sei, diese falsche Aussage zu unterschreiben, und bitte, meine Familie zu unterrichten. Am Ende kann ich aus einer Dokumentenmappe des Auswärtigen Amts die aktuelle Ausgabe der israelischen Zeitung “Haaretz” nehmen – sie wird zum Schlager und ausgiebig gelesen.

Der Besuch der Konsulatsmitarbeiter und anschließend einiger Rechtsanwälte stimmt die Gefangenen optimistisch. Beim abendlichen Zählen nach dem Essen – wieder viel zu wenig für alle – drehen der Amerikaner Gene und Manolo, der römische Fernsehjournalist, unter anfeuerndem Beifall einige Jogging-Runden. Die Vollzugsbeamten haben resigniert, sie hindern Manolo auch nicht daran, an ein Münztelefon zu gehen. Er wählt die Nummer 100 und bekommt tatsächlich eine Verbindung zum Polizeirevier in Beerscheva. Er erzählt, er sei Italiener und entführt worden und wolle befreit werden. Der Polizist am anderen Ende der Leitung notiert alles. Erst als Manolo sagt, er sei im Gefängnis, legt der Polizist auf.

Plötzlich Aufregung. Am Dienstagabend kommen Beamte und wollen Khalid Turaani und den Journalisten von Al Dschazira zur Ausweisung nach Jordanien abholen. Die energische amerikanische Konsularbeamtin ist dabei. Sie ist schon am Morgen sehr entschieden aufgetreten. Turaani lässt sich überreden und verabschiedet sich. Am nächsten Morgen, gegen sieben Uhr, einige sind schon aufgestanden und warten auf Essen, ruft ein Beamter Khalid Turaani auf. Er erntet ein Gelächter.

Eine Viertelstunde später geht alles sehr schnell. Beamte schleppen Kartons heran mit Plastikfolien, in denen unsere Ausweise und die Aufnahmeformulare des Gefängnisses stecken. “We will finish this morning”, sagt einer der Beamten fast erleichtert. Immer mehr Gefangene aus anderen Blocks kommen herbei. Gruppen werden aufgerufen und in den vorderen Teil von Block 5 geführt. In einem stickigen, nicht belüftbaren Raum warten wir, während Vollzugsbeamte und Soldaten ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: fotografieren.

Auch draußen im Hof, wo ein Reisebus auf uns wartet, klicken die Fotoapparate. Ein Beamter gibt Wasser, Brot und Käse aus, dann geht es los zum Flughafen Tel Aviv. Während der Fahrt stehen an Ampeln und Kreuzungen Menschen, die laut schimpfen und drohend die Fäuste recken. Kinder in einem vorbeifahrenden Schulbus machen das Victory-Zeichen. Am Flughafen angekommen, kurz nach Mittag, heißt es wieder warten – mehr als eine Stunde im Bus. Alexander, der tschechische Fotograf, will auf die Toilette gehen, was ihm wie anderen danach verweigert wird. Alexander bietet Geld für einen Toilettengang, es kommt zu heftigen Diskussionen. Draußen auf dem Flughafengelände stehen schwerbewaffnete Spezialkräfte, das Flughafengebäude ist voll mit Uniformierten.

Wir werden einzeln von einem Beamten nach oben geführt, wo wir unsere Pässe erhalten. Petre vom tschechischen Fernsehen hat Pech. Sein Pass ist im Chaos verlorengegangen, er erhält ein Ersatzpapier. Kein Bedauern, keine Entschuldigung. In einem Bus werden wir auf das Rollfeld gefahren, wo drei Flugzeuge der “Turkish Airlines” warten. Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat sich erboten, alle Gefangenen der Gaza-Flottille nach Istanbul ausfliegen zu lassen. Auch die Weiterflüge in die Heimatländer mit der türkischen Fluglinie sollen von der Regierung übernommen werden.

In dem Flugzeug werden wir mit Beifall empfangen: Das Personal sind Türkinnen mit Kopftuch, eine Italienerin, eine Amerikanerin, eine Schwedin. Nach und nach füllt sich die Maschine, immer wieder von frenetischem Beifall und “Allahu akbar”-Rufen begleitet. Aber es dauert lange: Um 13.30 Uhr sind die Ersten eingestiegen, kurz vor 24 Uhr kommt der Letzte, der Chef der Hilfsorganisation IHH, der einer besonderen Befragung unterzogen wurde. Ein Gerücht geht um: Vangelis Pissias, der Grieche, sei wieder im Gefängnis, weil er nicht ohne sein Schiff ausreisen wolle. Nach fast zwölf Stunden Wartezeit hebt das Flugzeug gegen 0.45 Uhr ab.

In Istanbul wollen alle so schnell wie möglich aussteigen. Doch das ist anders geplant. Nach der medialen Inszenierung durch die Militär- und Polizeikräfte in Israel beginnt in Istanbul die neue Inszenierung als Heldenepos. Durch die dichtgefüllten Gänge des Flugzeugs kämpfen sich zuerst zwei türkische Kamerateams, begleitet von Reportern, die Interviews mit türkischen Teilnehmern machen. Dann kommt eine Karawane in Anzügen: türkische Honoratioren, die einen Teil des Ruhms abbekommen wollen. Sie schütteln jedem die Hände, ob man will oder nicht.

Draußen vor dem Flugfeld stehen Tausende Menschen mit türkischen oder palästinensischen Fahnen. Eine israelische Flagge wird verbrannt. Ein deutscher Konsulatsvertreter fährt Marcello Faraggi und mich aus dem Trubel heraus zu einem weit entfernten Gebäude, dem Gerichtsmedizinischen Institut in Istanbul. Dort sollen sich unsere Gepäckstücke befinden. In langen Gängen liegen dort auf dem Boden verstreut Taschen, Koffer, Rucksäcke – ein unsägliches Chaos. Hunderte irren von Gang zu Gang und suchen ihre Habseligkeiten. Nach einer Stunde finden wir Faraggis Kameratasche und meine Reisetasche, zwei von sechs Gepäckstücken. Unsere erste Freude verfliegt schnell: In den Taschen finden wir nur Lumpen, zerschnittene Teppiche, schmutzige Handtücher, zerrissene Plastiksandalen – keine Kamera, weder Hosen noch Hemden. Auch mein Laptop ist weg, ebenso wie das Handy und der Fotoapparat. Seit unserer Gefangennahme war uns stetig versichert worden, unser Gepäck sei in Ordnung, alles würde zurückgegeben. Faraggi beklagt einen Verlust von rund 12.000 Euro. Eine Journalistin aus Australien läuft vorbei und berichtet, dass ihre Kreditkarten, Bargeld und alle technischen Geräte verschwunden seien. Sie hat Galgenhumor: Vielleicht war alles nur ein bewaffneter Raubüberfall mit Todesfolgen.

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Time am 7. Juni 2010

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1) http://damolin-film.com/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/31/seahad/

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PS.: Apropos “aufgeblasene Ochsenfrösche”, hier als Soundtrack der “Bullfrog-Blues” von Rory Gallagher
http://www.youtube.com/watch?v=33Jaodra7AY

Nützliche Idioten

6. Juni 2010

Typisches Dimmi-Schicksal: vom Zugochsen zum Steak

Die Mohammedanisten drehen mal wieder durch. Unter der Hand erklärte the Fuhrergan Israel den Krieg, indem er lancieren ließ, er selbst werde sich auf eines der nächsten Gasa-Blockade-Schiffe begeben (1). In den europäischen Städten rotten sich die Orks zusammen und ziehen “Allahu akbar” (Übersetzung: “Dieser Gott – gemeint ist der Mondgott Hubal – ist am größten!”) kreischend durch die Straßen. Selbst eingefleischte Pallie-Freunde ergreifen leise Zweifel, wie aus einem Demonstrationsbericht hervorgeht, auf den Fred Alan Medforth gestern aufmerksam machte (2), und den ich hier teilweise einstelle. Ein Herr oder Frau Schlesinger listet die als Fehler empfundenen Aspekte einer “Kundgebung” auf:

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Fürchterliche Free Gaza Demonstration in München

Ohne Partei zu ergreifen, können die Fehler der Veranstaltung neutral benannt werden (in der Reihenfolge der Schwere des Fehlers)

Allahu akhbar! – Wer meint, in der bayerischen Landeshauptstadt Punkte sammeln zu können, indem Chöre von Allahu akhbar – Gott ist groß – angestimmt werden, könnte falscher nicht liegen. Hierzulande, man mag das bedauern, wird dieser Ruf überwiegend assoziiert mit Schlachtrufen irgendwelcher Gotteskrieger. Selbst wenn nicht: Es werden sich wenige finden lassen, die den muslimischen Gebetsaufruf auf öffentlichen Plätzen gerne hören werden, schon gar im Kontext brisanter politischer Vorgänge.

Aggressives Auftreten – Das trifft nicht auf alle Teilnehmer zu, aber auf einen Teil. Ich musste an die Demonstration der Exil-Iraner denken, die gegen die von Ahmadinejad manipulierten Wahlergebnisse demonstriert hatten. Das war ein ruhiger, gesitteter Zug von etwa zwei bis dreihundert Leuten. Das Durchschnittsalter lag bei geschätzten 40 Jahren. Die Teilnehmer artikulierten sich klar und besonnen. Gestern traf das Gegenteil zu: Vorneweg zogen jugendliche Einpeitscher von 15 bis 20 Jahren, die offenbar ihren Spaß daran hatten, unter dem Deckmantel politischer Aktivität ihren Anwandlungen freien Lauf lassen zu können. Auf den Gesichtern der umstehenden Passanten war unschwer abzulesen, wie dieses Auftreten ankam.

Während zu Beginn der Veranstaltung nur herkömmliche Landespolizei als Begleitung vor Ort war, schien man sich angesichts dieser Beobachtungen Sorgen gemacht zu haben. Eine halbe Stunde später kam eine Einsatzgruppe Polizei (schwarze Uniform) mit schwerer Montur (Helm, Schutzwesten, Schlagstock etc.) im Laufschritt, um sich schützend zu dem längst abseits stehenden Häuflein pro-Israel-Demonstranten zu stellen. Ein Ehepaar mittleren Alters, das an mir vorbei ging, merkte dazu an “Schau mal, jetzt müssen’s die Israelis hier schon so beschützen!”. Das Ehepaar dürfte nicht alleine gewesen sein bei diesem Gedankengang. Damit hat die Demonstration auch dem Ansehen Deutschlands geschadet. Nur gut, dass keine Kameras in der Nähe waren…

Kommunistenflaggen – “Breite Bündnisse”, wie man es bisweilen nennt, sind vielleicht schmeichelhaft für den Veranstalter, weil dadurch ein paar Menschen mehr zusammenkommen. Ob man allerdings Sympathisanten für Gaza dadurch gewinnt, dass Hammer-und-Sichel-Flaggen in Bayern geschwenkt werden, darf mehr als bezweifelt werden. Manch Interessierter wird sich fragen: Muss ich nun auch pro-kommunistisch sein, wenn ich die Palästinenser unterstützen will? Kurzum: Die Chance, mit der Kommunistenflagge zusätzliche Unterstützer für die Sache Palästinas zu gewinnen, liegt bei großzügig geschätzten 5 Prozent. Die Chance, Leute damit zu irritieren oder abzuschrecken, beläuft sich wohl nicht auf 95%, aber auf einen nennenswert großen Anteil. Demnach ist das eine sehr, sehr schlechte Kalkulation.

Alte Parolen – Wer die pro-palästinensische Demonstration gegen den Gaza-Krieg um die Jahreswende 2008/09 auf dem Odeonsplatz gesehen hat, wird feststellen, dass damals dieselben Parolen verwendet wurden. Beispiel:

“Kindermörder – Israel” im Kontext der Gaza-Hilfsflotte anzustimmen, wird die umstehenden Zuhörer, die nicht zur Demonstration gehörten, eher irritiert haben. Welche Kinder sind beim Überfall auf die Flotille ums Leben gekommen?

Mangelnde technische Ausstattung – die Mikrofone und Lautsprecher waren so gewählt, dass man in 50 Meter Entfernung nichts mehr von den Reden verstehen konnte. Nur wer direkt im Pulk vor dem provisorischen Podium stand, konnte den Reden folgen.

Mangelnde Deutschkenntnisse – Man sollte niemanden eine Rede halten lassen, der sich durch seinen Vortrag mit bisweilen schwer verständlichem Kauderwelsch durchkämpfen muss

Geringe Beteiligung – Im Großraum München gibt es Zehntausende Muslime jeglicher Provenienz. Wie kommt es, dass angesichts der Schwere des aktuellen Vorgangs nur wenige Hundert Leute aktiviert werden können? Liegt es an unzulänglicher Vernetzung, oder liegt es daran, dass sich die potentiell Interessierten von Aktionen fern halten wollen, die von diesen Organisatoren initiiert werden? So, wie ein Konzertveranstalter gut beraten ist, ein Konzert wegen zu geringer Nachfrage abzusagen, sollte man auch keine Demonstration durchführen, bei der man im Vorfeld erkennen kann, dass zu wenige kommen. Hat man sich um diese Frage gar nicht gekümmert, wäre das ein weiterer organisatorischer Fehler. Denn: Wenig Anteilnahme wurde schon immer gleichgesetzt mit geringer Bedeutung.

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Es muss eine wirklich SEHR gruselige Veranstaltung gewesen sein. Dass aber evtl. das ganze Anliegen verfehlt ist, dass sich die Dimmies als Zugochsen des Faschislahm missbrauchen lassen, und dass Gasa vor allem von einem befreit werden muss, nämlich von der Hamas, das kommt ihnen denn doch nicht in den Sinn. Das Schicksal der iranischen Kommunisten, die sich enorm beim Sturz des Schahs engagierten um anschließend komplett von den Mullahs geschlachtet zu werden, haben sie erfolgreich verdrängt.

Die “Welt” hatte über einen peinlichen Auftritt von Henning Mankell in Berlin berichtet (3): “‘Ich bin kein nützlicher Idiot!’, ruft er mehrmals. ‘Ich bin sehr kritisch gegenüber vielem, was die Hamas macht.’” Gaaanz ruhig, Henning, Hilfe ist schon unterwegs. “Go back to Auschwitz” war den israelischen Marines entgegengeschleudert worden, aber das ist für die Dimmies offenbar kein Problem  (4).

Die FAZ bildet sich mächtig was ein auf “ihren” Reporter Mario Damolin, dessen Namen ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal in der FAZ bzw. überhaupt wahrgenommen habe. Ihn einen freischaffenden “Aktivisten” zu nennen, wäre m.E. treffender, denn in seinem in der heutigen FAZ abgedruckten Bericht ist seine Parteinahme – anders als im letzten (5) – unübersehbar (“Wir vereinbaren, uns im Fall der Enterung auf der Brücke zu versammeln und das Steuerhaus durch unsere Anwesenheit so lange wie möglich zu verteidigen”) und gereicht der FAZ nicht zur Ehre.

Investigativer Journalismus, der den Dingen auf den Grund gehen will, ist denn doch etwas anderes als die bloße Teilhabe an einem anti-jüdischen, pubertären Happening. Man muss sich vorstellen: Henning Mankell ist zu feige, Damolins Speicherkarten zu verwahren, von den Israelis gereichte Sandwiches werden fluchend ins Meer geworfen, einer der Honks stürzt sich nach der Festnahme ins Hafenbecken und muss von den Marines gerettet werden… wie blöd ist das denn alles?

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Aktion Himmelswind

Als israelische Marinesoldaten am Montagmorgen die Schiffe der Gaza-Solidaritätsflotte entern, ist auch unser Reporter an Bord: Ein Augenzeugenbericht von Mario Damolin

Seit vier Tagen sind mein Kollege Marcello Faraggi und ich an Bord der “Eleftheri Mesogeios” (Freies Mittelmeer). Wir haben uns entschlossen, beim Zwischenhalt in Rhodos vom reinen Passagierschiff “Sfendoni” hierher zu wechseln, weil der Frachter das an Bord hat, um was es wirklich geht – Hilfsgüter für Gaza: 1400 Tonnen Bauteile für hundert Fertighäuser aus Holz, Dachziegel, zwei Container mit Wasseraufbereitungsanlagen, mehrere hundert Elektrorollstühle, Medikamente. Wir haben beide kleine HD-Filmkameras dabei.

Gestern, am frühen Abend, ist Schriftsteller Henning Mankell zusammen mit der schwedischen Ärztin Viktoria Sand und dem Parlamentarier Mehmet Kaplan von den schwedischen Grünen an Bord gekommen. Die “Eleftheri Mesogeios” ist das Ergebnis einer schwedisch-griechischen Allianz namens “Ship-to-Gaza”. In beiden Ländern wurde Geld für den Kauf des Frachters und seiner Ladung gesammelt, die griechische Crew wurde übernommen. Mankell als Prominenter und Kaplan als Parlamentarier sollen dem Schiff etwas Schutz geben. “Chef de Mission” ist der 63 Jahre alte Professor für Wassertechnologie an der Technischen Universität Athen, Vangelis Pissias. Insgesamt sind jetzt 29 Personen an Bord.

Gegen Mittag Vollversammlung an Deck. Vangelis Pissias will die Strategie für den nächsten Tag besprechen, an dem man einen Angriff der israelischen Marine erwartet. Pissias ist grauhaarig, graubärtig, schlank, wie aus einem Film von Costa-Gavras, mit einer sanften Melancholie im etwas verwitterten Gesicht. Er wird von seinen zumeist jüngeren griechischen Mitfahrern geradezu verehrt: ein Sozialist alten Schlages, in Zeiten des griechischen Faschismus im Untergrund; seit damals ein Freund des Präsidenten Karolos Papoulias, der dieses Unternehmen auch unterstützt.

Es gibt schnell Übereinstimmung: Man will keinen physischen Widerstand leisten. Man geht davon aus, dass die Frachter mit den Hilfslieferungen im Zentrum des israelischen Interesses stehen. Dror Feiler, 58 Jahre alt, Musiker, Komponist und Künstler, meint, die Israelis würden es kaum wagen, ein Passagierschiff wie die “Mavi Marmara” mit 500 Muslimen an Bord anzugreifen. Feiler ist so etwas wie der Sprecher der schwedischen Gruppe an Bord, immer zu einem Spaß aufgelegt, schlagfertig. Er stammt aus einer jüdischen Familie, ist in Tel Aviv geboren und war drei Jahre bei den israelischen Fallschirmjägern, ehe er sich als einer der ersten Soldaten weigerte, in den besetzten Gebieten Dienst zu tun. Danach emigrierte er nach Schweden. “Ich kenne die Armee, die werden ein solches Wagnis höchstwahrscheinlich nicht eingehen. Schließlich sind die Türken noch so etwas wie ein Verbündeter”, sagt Feiler. Vorgestern hatte er, mitten auf dem Ladedeck stehend, auf seinem Saxophon mit Überblastönen und Hanns-Eisler-Liedern frenetisch den Zusammenschluss der “Freedom Flotilla” gefeiert, jetzt wirkt er nachdenklicher.

Die Runde der Kapitäne hat beschlossen, nach Einbruch der Dunkelheit in Formation zu fahren: an der Spitze die “Mavi Marmara”, danach, etwas seitlich versetzt, wir; hinter uns die “Sfendoni”, dann die beiden türkischen Frachter und dazwischen die kleine amerikanische “Challenger II”. Das Tempo wird von uns bestimmt, weil wir die schwächste Maschine haben: Wir machen durchschnittlich 7,5 Knoten. Wir vereinbaren, uns im Fall der Enterung auf der Brücke zu versammeln und das Steuerhaus durch unsere Anwesenheit so lange wie möglich zu verteidigen. Marcello Faraggi und ich sollen seitlich des Führerhauses auf den kleinen Terrassen genug Platz erhalten, um optimale Filmaufnahmen machen zu können. Zum Schluss werden noch Wachen eingeteilt.

Pissias und seine Mitstreiter haben eine kleine Hürde für etwaige Angreifer vorbereitet: Nato-Draht, den sie jetzt, kurz vor Dunkelheit, an der Reling rund um das Schiff ziehen. Die 30 Jahre alte Athener Bedienung Evyenia, die ihrem Freund auf das Schiff gefolgt ist, und Naim, der Exil-Ägypter mit griechischem Pass, bereiten in der kleinen Küche das Abendessen vor. Danach, ab zehn Uhr, wird Kaffee für die Wachen und alle jene, die nicht schlafen können, bereitgestellt. Die griechische Journalistin Maria hat sich mit Tesafilm auf ihren Anorak ganz groß “Press” geklebt. Wir tun das auch.

Um Mitternacht habe ich meine dreistündige Wache angetreten. Henning Mankell steht auf meiner Seite vorne Richtung Bug, er ist etwas unruhig. Die meisten können nicht schlafen, überall an Deck sind kleine Gruppen, reden, rauchen viel und lachen. In der Dunkelheit sieht man ab ein Uhr Lichter, die uns begleiten. Es ist Vollmond, das Mittelmeer glänzt mattschwarz. Es ist seltsam ruhig. Ich hole mir einen Kaffee, richte meine Kamera, Ersatzakku, Ersatzchip, Mikrofon und begebe mich wie vereinbart auf die linke Seite der Schiffsbrücke. Pissias steht beim Kapitän, er hat müde Augen.

Kurz nach vier Uhr: Helikoptergeräusche. Aus der Dunkelheit kommen von hinten mehr als ein halbes Dutzend kleine Schnellboote mit jeweils rund einem Dutzend Mann Besatzung. Sie rauschen an uns vorbei, als gäbe es uns gar nicht. Vorne links die “Marmara” – das ist offensichtlich ihr Ziel. Der Helikopter beginnt zu kreisen, verfolgt von grellen Suchlichtern, die von der “Marmara” auf ihn gerichtet sind. Das Schiff ist nur im unteren Teil richtig beleuchtet, dort wo die Kabinen sind; oben ist es ziemlich dunkel. Die Schnellboote umkreisen die “Marmara” in rascher Fahrt. Etwas weiter steht eine israelische Fregatte – offensichtlich das Befehlszentrum und Heimatstation der Schnellboote. Pissias kommt für einen Moment aus dem Führerhaus und sagt nur kurz: “Sie sind völlig verrückt!” Wir alle ziehen unsere Schwimmwesten an.

Von meinem Standpunkt, der Terrasse neben dem Führerhaus, etwa sieben Meter über der Wasserlinie, bietet sich ein Blick wie im Freilichtkino. Man hört Ansagen, Befehle über Megafone und Lautsprecher, ein sich verdichtendes Durcheinander. Durch mein Teleobjektiv sehe ich jetzt, etwas verschwommen und durch die Schiffsbewegungen verwackelt, wie sich aus dem Helikopter, der über der “Marmara” steht, Marinesoldaten nach unten abseilen. Ein zweiter Hubschrauber kreist. Offensichtlich haben die Israelis Probleme. Der zweite Hubschrauber kommt, noch mehr Soldaten seilen sich ab. Rauchbomben hüllen die Szenerie ein, die Mannschaften aus den Schnellbooten entern das Schiff, plötzlich der Knall von Blendgranaten, Schüsse fallen.

Hinter uns wird gerade die “Sfendoni” von den Marines eingesammelt. Die beiden türkischen Frachter sind offensichtlich zum Halten gebracht worden, man sieht von hier aus nur noch schwach ihre Positionsleuchten, die “Challenger” ist überhaupt nicht mehr zu sehen. Unser Schiff tuckert unbeirrt weiter, während vorne wohl die “Marmara” in den Händen der Israelis ist. Keine Kampfhandlungen mehr, es ist ungefähr halb sechs, als das Passagierschiff plötzlich eine scharfe Wendung nach rechts macht und Richtung Ägypten fährt.

Gegen halb sieben geht es bei uns los. Wieder das Kreisen der Schnellboote. Lautsprecheransagen: Wir sollten umdrehen und nach Norden fahren. Pissias kommt mit Megafon aus dem Führerhaus und schreit über das Meer: “Dies ist ein Akt von Piraterie. Wir sind 78 Meilen von der israelischen Küste entfernt. Dieses Meer ist frei. Es ist ein Verbrechen, was hier geschieht. Gegen internationales Recht. Dies ist ein griechisches Schiff, seit viertausend Jahren fahren wir auf diesem Meer. Es ist ein freies Meer.”

Die Israelis sind unbeeindruckt, immer wieder das Kreisen der Schnellboote, die Aufrufe. Die Stimme von Pissias überschlägt sich. Die Israelis sind irritiert über den Nato-Draht, sie holen neue Befehle ein – und ein Schneidegerät. Inzwischen ist es hell. Sollten die Israelis gedacht haben, alles in der Dunkelheit zu erledigen, so hat sich das jetzt erübrigt. Die Verzögerungen bei der “Marmara” bieten uns bestes Blickfeld. Nur mühsam kommt die Eliteeinheit über die hochgeworfene Leiter an Bord. Sie sind sehr vorsichtig. Wir lassen die Kameras ohne Pause laufen. Als alle Marines an Bord sind, wechsele ich die Speicherkarte.

Alle haben sich auf der Schiffsbrücke versammelt. Die Israelis wühlen sich vorsichtig nach oben. Die zweite Speicherkarte nehme ich heraus, als sie den unteren Teil der Brücke betreten. Mit gezogenen Waffen gehen sie auf unbewaffnete Zivilisten zu. Wer nicht weicht, wie etwa der große, gemütliche Michalis, ein 65 Jahre alter Kleinunternehmer, wird auf kürzeste Distanz aus dem Weg geräumt. Michalis fällt wie vom Blitz getroffen neben mir um, als ihn Soldat Nr. 14 – alle haben Nummern – aus zehn Zentimetern Entfernung mit der Elektroschock-Pistole anschießt. Der gleiche Soldat schlägt mir vor die Brust und will mir die Kamera aus der Hand reißen. Ich halte anfangs noch dagegen, lasse dann los, um mir nicht die Hand brechen zu lassen, und werde nach unten abgeführt. Obwohl ich mehrere Mal darauf hinweise, dass ich von der Presse bin und meinen Ausweis zeige.

Pissias will im Führerhaus das Steuer nicht so einfach übergeben. Er hält sich fest, wird geschlagen und getreten, humpelt und blutet am Fuß. Nach und nach werden wir alle nach unten gebracht und auf zwei Bänke zusammengepfercht. Mankell zittert vor Wut und Ohnmacht, murmelt vor sich hin. Wir sollen jetzt unsere Pässe herausgeben. Einige Griechen weigern sich und werden brutal von Soldaten über das Deck gezogen – über scharfkantige Eisentreppen, Rohre und Metallstutzen. Mehmet Kaplan, der schwedische Parlamentarier, protestiert und verweist auf seine Immunität, aber die Marines kennen dieses Wort vermutlich gar nicht. Dror Feiler, der geborene Jude mit schwedischem Pass, kommt aus der Kapitänskajüte mit blutendem Ohr.

Unsere Invasoren sind allesamt junge Leute wohl zwischen 19 und 25. Sie sind maskiert, behelmt und für den militärischen Outsider so bewaffnet, als ob sie den dritten Weltkrieg gewinnen wollten. In nicht wenigen Augen steht blanke Angst, gemischt mit der Entschlossenheit, zu allem bereit zu sein. Jede falsche Bewegung kann gefährlich sein, das haben auch die impulsiven Griechen gemerkt und provozieren nur mit Worten.

Gegen acht Uhr knallt die Sonne auf das Deck, nach kurzen Verhandlungen wird uns erlaubt, eine Plastikplane einzuziehen. Wasser und Nahrung werden uns angeboten. Wir lehnen ab. Nur ein Grieche nimmt das dargebotene Sandwich – und wirft es, mit einer verächtlichen Bemerkung gewürzt, ins Meer. Ich überlege, wie ich meine Filmaufnahmen sichere. Da ich davon ausgehe, als filmender Journalist besonders gefilzt zu werden, frage ich Henning Mankell. Als Prominenter werde er wohl weniger stark gefilzt. Mankell nickt, nimmt die beiden Chips und steckt sie in die Hosentasche. Zwei Stunden später meint er, jetzt sei ja alles ruhig, und schiebt sie mir wieder hin. Offensichtlich ist ihm nicht wohl dabei. Viktoria Sand, die schwedische Ärztin, übernimmt statt seiner – mit Erfolg, wie sich später herausstellen wird.

Soldatin Nr. 23 ist das Ärgernis auf dem Schiff. Sie bringt vor allem die Griechen auf Hochtemperatur. In Abständen, mindestens fünfmal, kommt sie mit ihrer kleinen, privaten Filmkamera um die Ecke und will die Gruppe filmen. Ein großes Geschrei beginnt. Die Soldaten werden darauf hingewiesen, dass das nach internationalen Bestimmungen nicht erlaubt ist. Es kümmert sie wenig. Dror Feiler, der jüdische Schwede, ist für die Soldaten ein doppeltes Ärgernis: erstens seine freche Klappe, zweitens versteht er alles, was sie sagen, und übersetzt es prompt. Plötzlich Aufregung: Ein Soldat kommt zum Chef der Brigade gerannt und zeigt ihm, vor Empörung bebend, was er da gerade Gefährliches gefunden hat: zwei größere Obstmesser. Ein Waffenfund! Lautes Gelächter, selbst Mankell kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Mehr als zehn Stunden dauert die Fahrt in der Hitze, dann ist Ankunft im israelischen Hafen Ashdod. Wir werden zuerst nach unten in die kleinen Kabinen gesperrt. Ich muss als einer der Ersten nach oben, trete aus dem Schiff und sehe mich einer vielhundertfachen Menge gegenüber. Ungezählte Pressefotografen, Fernsehteams, Soldaten, Polizisten. Wir werden der israelischen Öffentlichkeit vorgeführt. Einzeln.

Gleich am Hafenkai: ein riesiger Zelttrakt, extra aufgebaut. Ein junger Beamter zieht mich am Arm zum ersten Tisch. Ein Formular wird mir vorgelegt. Ich soll unterschreiben, dass ich illegal eingereist bin und ausgewiesen werden will. Andernfalls käme ich ins Gefängnis und müsse mit einem Prozess rechnen. Ich verweigere die Unterschrift. Ein Übersetzer wird bestellt, weil ich behauptet habe, kein Englisch zu verstehen. Ein älterer Herr mit Bart und Kippa setzt sich freundlich neben mich und versucht in einer Mischung aus Jiddisch und Hebräisch deutsch zu formulieren. Ich sage, ich sei als Reporter gekidnappt worden. Er: “Jo, jo Kidnapp.” Und lacht herzlich. Eine ärztliche Untersuchung lehne ich ab und werde dann zur Leibesvisitation geführt. Sie greifen den ganzen Körper ab, ich muss mich ausziehen bis auf die Unterhose. Als ich aus dem Untersuchungsbereich trete, sehe ich, wie der amerikanische Klavierstimmer Paul auf dem Hafenboden liegt, zwei Mann halten ihn fest. Dann schleifen sie ihn auf einen Rollstuhl. Unterwegs erfahre ich, dass Paul ins Hafenbecken gesprungen sein soll, jetzt gilt er als besonders gefährlich.

Eine junge israelische Beamtin erzählt mir, dass es auf der “Marmara” sechzehn Tote gegeben habe: zehn Passagiere und sechs Israelis. Und schaut mich dabei bedeutungsvoll und anklagend an. Ein anderer Beamter fragt mich, woher ich käme. Deutschland? Er wendet angewidert sein Gesicht ab, als stünde er einem Nazi-Verbrecher gegenüber. Henning Mankell sehe ich an einem besonderen Tisch sitzen, er verhandelt gerade mit einigen zivil gekleideten Herren. Er wird früher als wir alle freikommen. Am Hinterausgang der Zeltstadt wartet ein vergitterter, abgedunkelter Gefängniswagen auf uns. Immer wieder werden wir fotografiert und gefilmt. Alle Rufe und Forderungen, das sein zu lassen, werden mit Lachen quittiert. Im Gefängnistransporter ist es unerträglich heiß und stickig. Erst nach einer halben Stunde Bitten wird die Tür offen gelassen, einer der Polizisten ist sehr zuvorkommend und verteilt Wasser. Vangelis Pissias kommt angehumpelt, er hat Schmerzen, sein Gesicht ist eingefallen. Wie er so in diesem altertümlichen Gefängnistransporter sitzt, erinnert er doppelt an Costa-Gavras. Endlich fährt der Wagen los, es ist schon dunkel. Wir werden in ein Gefängnis gebracht. Wo das ist, wie es heißt, wie lange das sein soll, wird uns nicht gesagt.

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Bis Mittwoch wurde der rasende FAZ-Reporter in Beersheeva festgehalten, am Donnerstag kehrte er nach Gasa, äääh, Deutschland zurück. Schade eigentlich!

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Time am 6. Juni 2010

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1) http://www.debka.com/article/8837/
2) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2010/06/furchterliche-free-gaza-demonstration.html
3) http://www.welt.de/politik/ausland/article7900193/Der-Rechtfertigungsauftritt-von-Henning-Mankell.html
4) http://www.youtube.com/watch?v=pxY7Q7CvQPQ&feature=popular
5) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/31/seahad

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PS.: Ausführungen von Ulrich Sahm über israelische Journalisten unter
http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Was-Journalisten-umtreibt-article896312.html

Seahad

31. Mai 2010

Fred Alan Medforth zitierte gestern auf “Jihad Watch Deutschland” eine Stellungnahme des “BAK (Bundesarbeitskreis?) Shalom”, einer proisraelischen Organisation innerhalb der Jugendorganisation der SED, die den versuchten Angriff auf israelisches Territorium durch eine sogenannte “Friedensflotte” (an der einige Mitglieder der SED teilnehmen) pointiert darstellt und verurteilt (1).

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Gazahilfe per Schiff?

Am 23. Mai setzten acht Schiffe von der Türkei und Griechenland aus auf nach Gaza. Sie sind bestückt mit Hilfsgütern für die dort ansässige Bevölkerung. (…) Israel lässt trotz dauerhaften Beschusses islamistischer Kräfte aus dem Gazastreifen fortwährend Lebensmittel und humanitäre Güter durch international anerkannte Organisationen wie das Rote Kreuz nach Gaza.In den vergangenen 18 Monaten wurden über 1 Million Tonnen Hilfgüter nach Gaza geliefert, das ist fast eine Tonne pro Person im Gaza-Streifen. Eine detaillierte Auflistung der Hilfsgüter bietet das israelische Außenministerium an.

Die Ablehnung des Angebots Israels, die Hilfsgüter der Flotte von Free Gaza über den Landweg an das Ziel zu bringen, ist für uns nur durch das Ausnutzen des Leids der palästinensischen Zivilbevölkerung vor Ort begründbar, dessen eigentliches Ziel lediglich eine antiisraelische Kampagne ist. Würden die Aktivistinnen tatsächlich der Zivilbevölkerung helfen wollen, würden sie nicht per Schiff die Güter nach Gaza bringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass unter den TeilnehmerInnen der Einweihungszeremonie in Istanbul Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi waren – beides Top-Terroristen der Hamas, die gegenwärtig von Großbritannien aus operieren, sowie Hamam Said, ein Führer der Muslimbruderschaft in Jordanien. Der Vorsitzende von IHH, einer pro-palästinensischen Organisation in der Türkei, Bolant Yilderim, hielt auf der Zeremonie unter Applaus eine antisemitische Rede. In dieser bekundete er: “Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina”. Der BAK Shalom lehnt daher entschieden die Flottille nach Gaza ab. Sie ist kein Mittel zur Verbesserung der Lage in Gaza, sondern spielt Islamisten, Antisemiten und Israel-Hassern in die Hände. Eine konkrete Hilfe für Gaza wäre über den Landweg möglich gewesen (…)

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Wie die aktuelle Entwicklung zeigt, spielt die Unternehmung den Mohammedanisten und Israelhassern nicht nur in die Hände, sie ist vielmehr eine lange und ausführlich geplante Kommandoaktion derselben. Sie wird betrieben von mehreren Jihad-Vereinen und von allerhöchster türkischer Stelle protegiert. Sie verfolgt mehrere Ziele, zu denen u.a. das Antesten der israelischen Verteidigungslinie bzw. ggf. ihr Durchbrechen und die Blamierung der IDF entweder als unfähig oder als grausam gehören. Dass die Kampagne quasi unter der Schirmherrschaft von Kalif Recep I. steht, verdeutlicht die Tendenz der fortschreitenden Jihadisierung der Türkei und ihrer Annäherung an die iranischen Nazis (Innerhalb des Mohammedanismus randständig, versuchen sowohl Türken als auch Schiiten, seine Avantgarde zu sein). Die Türken haben in eben diesem Interesse hier einen weiteren propagandistischen Vorwand produziert, der ihnen zehn tote Orks allemal wert ist (Das Foto rechts zeigt ein palarabisches Begrüßungskomittee). Ulrich Becker schreibt auf Aro1 (2):

“Ja, Erdogan und damit die Tuerkei haben uns an die Iraner verraten. Jahrelange militaerische Zusammenarbeit sind futsch und Lieferung von hochmodernem israelischen Waffensystemen jetzt fuer Teheran zu begutachten.”

Wadi-Net kommt auf eine weitere Rede zu sprechen, nämlich die des IHH-Sprechers Nurettin Yildiz, der die ganze Aktion ausdrücklich in die Tradition des Jihad gestellt hatte (3):

“In seiner Rede sagte Nurettin Yildiz, dass es von großer Bedeutung sei, dein Schiffskonvoi zu unterstützen. Er verglich die Aktion ‘Für humanitäre Hilfe nach Gaza’ mit dem Tabuk-Feldzug des Propheten und sagte: ‘Der Tabuk-Feldzug fand gegen eine große Armee statt. Auf dem Rückweg nach Medina waren die Kamele der Prophetenarmee so außer Kraft, dass sie nicht mehr weitergehen konnten. Einer, der dies sah, ging zu den Kamelen und sang ihnen etwas über die Wichtigkeit dieses Feldzugs, woraufhin die Kamele wieder schneller wurden. Nach dieser Szene sagte unser Prophet dem Mann ‘Gott möge es dir vergelten’. Genau deshalb sollten wir nun diesen Schiffskonvoi unterstützen, damit solche Aktionen auch vorankommen und nützlich sein können.’“

Auch die Weigerung der “Friedens”-Aktivisten, “ein Päckchen der Familie des seit Juni 2006 im Gazastreifen festgehaltenen Soldaten Gilad Shalit anzunehmen und an seine Geiselnehmer weiterzugeben” (4), zeigt die eindeutige Einordnung des Unternehmens in den globalen Jihad. Wie Kenner wissen, bedeutet im mohammedanistischen Sprachgebrauch das Wort “Frieden” nicht die Abwesenheit von Kampf und Gewalt, sondern die Situation der vollständigen Unterwerfung und Versklavung jedweden Oppositionellen. Insofern ist es konsequent, dass offenbar vor allem türkisch-mohammedanistische Teilnehmer der Aktion gegen die IDF-Soldaten in Tötungsabsicht vorgingen, eben um durch deren Tod den (mohammedanistischen) “Frieden” herzustellen.

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Hier die Stellungnahme des stellvertretenden Außenministers Danny Ayalon (5):

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Ich möchte an diesem Morgen mitteilen, dass die Armada von Hass und Gewalt zur Unterstützung der Terrororganisation Hamas eine vorsätzliche und ungeheuerliche Provokation war. Die Organisatoren sind bestens bekannt für ihre Beziehungen zum Globalen Jihad, zu Al-Qaida und zur Hamas. Sie haben eine Geschichte von Waffenschmuggel und tödlichem Terror. An Bord des Schiffes fanden wir Waffen, die im Voraus bereitlagen und gegen unsere Soldaten zum Einsatz kamen. Die Absicht der Organisatoren war gewaltsam, ihre Methode war gewaltsam und – leider – waren die Resultate gewaltsam.

Israel bedauert jeden Verlust von Menschenleben und hat alles dafür getan, diesen Ausgang zu vermeiden. Wir haben die Organisatoren und alle, die mit ihnen verbunden waren, über diplomatische Kanale und alle andere möglichen Wege wiederholt dazu aufgerufen, diese Provokation zu beenden.

Die sog. humanitäre Hilfe diente nicht humanitären Zwecken. Wäre sie für einen humanitären Zweck bestimmt gewesen, hätten sie unser Angebot angenommen, alle humanitären Güter durch die passenden Kanäle zu liefern, die täglich in Betrieb sind, da wir sicherstellen, dass es keinen Engpass an humanitärem Bedarf in Gaza gibt. Auf täglicher Basis tun wir dies. Wir baten sie darum, dies durch die angemessenen Kanäle zu schicken, seien es die UNO, das Rote Kreuz, unsere Leute, aber vergeblich.

Sie sagten, es handele sich um eine humanitäre Kampagne, aber tatsächlich sagten sie wiederholt, dass es ihre Absicht und ihr Ziel sei, die Blockade, die Seeblockade Gazas zu durchbrechen. Die Seeblockade Gazas ist absolut legal und durch den Terror, den die Hamas in Gaza betreibt, gerechtfertigt. Diesen Schiffen die illegale Einreise nach Gaza zu gestatten, hätte einen Korridor für den Schmuggel von Waffen und Terroristen nach Gaza geschaffen, mit dem Ergebnis, dem unvermeidlichen Ergebniss vieler tausender toter Zivilisten und Gewalt in der gesamten Region.

Nachdem die wiederholten Aufrufe nicht von den Organisatoren beherzigt worden waren, teilten wir ihnen mit, dass ihnen ein Durchbrechen der Blockade nicht gestattet werde, wozu wir gemäß dem Seerecht berechtigt sind. Leiderbefolgten auch die Organisatoren auf jenem Schiff nicht die Aufrufe unserer Soldaten heute Morgen, ihnen friedlich zu folgen und diesen Vorgang zu einem Abschluss, einem friedlichen Abschluss zu bringen.

Kein souveräner Staat würde solche Gewalt gegen seine Zivilbevölkerung zulassen, gegen seine Souveränität, gegen das internationale Recht. Und wir in Israel rufen heute alle relevanten Parteien und alle relevanten Staaten dazu auf, gemeinsam auf eine Beruhigung der Lage hinzuarbeiten.

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Am Sonnabend (29. Mai) hatte Mario Damolin, der sich auf einem der Schiffe befindet, übrigens einen interessanten und detaillierten Bericht für die FAZ verfasst, welcher ebenfalls deutlich macht, wie sehr die Aktion unter der Regie der Jihadisten steht.

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Und Al Dschazira ist immer dabei

Ein Konvoi von neun Schiffen mit fast tausend Passagieren soll Ende Mai die israelische Blockade des Gazastreifens durchbrechen. Eine Koalition internationaler NGOs mit palästinensischen Gruppen im Mittelmeer auf Kurs Gaza.

Khalid Turaani, 48 Jahre alt, Geschäftsmann und amerikanischer Staatsbürger, geboren in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien, hat gerade die Renovierungsarbeiten an der “Sfendoni” inspiziert. “Steinschleuder” heißt das Schiff, in Anspielung auf die “Intifada”. Als Kontrast zum Namen sieht es aus wie ein Ausflugsboot ins Neckar- oder Maintal, mit Platz für knapp hundert Menschen. Ort: der Hafen von Piräus. In einem anderen Athener Hafen liegt noch das Frachtschiff “Eleftheri Mesogeios” (“Freies Mittelmeer” – gemeint ist “judenfreies Mittelmeer”, T.), das Hilfsgüter für den Gazastreifen laden soll. 1.400 Tonnen Hilfsgüter lagern auf dem Kai im Frachthafen: hauptsächlich Bauteile für Fertighäuser aus Holz, mehrere hundert elektrische Rollstühle, Medikamente und zwei komplette Wasseraufbereitungsanlagen. “Steinschleuder” und “Freies Mittelmeer” wollen sich mit anderen Schiffen aus der Türkei, Griechenland, Schweden, Irland, Deutschland vor Zypern treffen und dann gemeinsam Gaza ansteuern.

Die Teilnehmer: Aktivisten diverser propalästinensischer Gruppen, dazu Journalisten und Leute aus Deutschland, Belgien, Schweden, der Tschechischen Republik, Bulgarien, Italien und natürlich Al Dschazira haben sich auf der “Sfendoni” versammelt. Schließlich einige als prominent eingestufte Teilnehmer aus Amerika wie etwa der ehemalige Irak-Botschafter Edward L. Peck oder der Navy-Veteran Joe Meadors, der 1967 auf der U.S.S. Liberty den Angriff israelischer Kampfflugzeuge überlebte. Khalid Turaani übernimmt die Regie. Er war Campaigner in Illinois, Wisconsin und Ohio für George W. Bush vor dessen erster Wahl zum Präsidenten und hat bei der zweiten Wahl in der Organisation “Arab-American Republicans Against Bush” gegen den Amtsinhaber gearbeitet. Er steht der Organisation “American Muslims for Jerusalem” als Präsident vor. Seit kurzem residiert er in Brüssel. Sein Partner und Vorgesetzter in Europa ist der in London lebende palästinensische Arzt Arafat Shoukri (s. Foto r., T.).

“Safety Instructions” sollen auf etwaige Aktionen der israelischen Marine gegen den Konvoi vorbereiten. Israels Regierung hat ein konsequentes Vorgehen gegen die “Freedom Flotilla” angekündigt und spricht von “Piratentum”. Mehrere NGO-Vertreter appellieren an Gewaltlosigkeit, man solle sich nicht provozieren lassen.

Dror Feiler (s. Foto l., T.), der schwedische Vertreter und Vorsitzende der “Jews for Israeli-Palestinian Peace” ist 58 Jahre alt, Musiker. Er stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, ist in Tel Aviv geboren, war Fallschirmjäger bei der israelischen Armee und einer der ersten Kriegsdienstverweigerer, die den Dienst in den von Israel besetzten Gebieten Palästinas verweigerten. Feiler ist maßgeblich am Kauf des Schiffes “Eleftheri Mesogeios” als griechisch-schwedische Gemeinschaftsaktion beteiligt gewesen, er hat Gelder und Unterstützer gesammelt. Er berichtet, dass die israelische Regierung vorhabe, den Konvoi zu stoppen und Gefängniszellen für die festzunehmenden Blockadegegner bereithalte. Feiler kündigt an, dass der schwedische Schriftsteller Henning Mankell in Zypern zum Konvoi stoßen wird. Für Feiler, der sich selbst ironisch als Anarchokommunist bezeichnet, könnte diese Aktion den Start in die Politik bedeuten, denn er will im September auf der Liste der linken “Vanster Partiet” für das schwedische Parlament kandidieren.

Um acht Uhr ist die Abfahrt aus Athen in den Hafen zur “Sfendoni” geplant, doch der Termin wird ständig verschoben. Dann macht die Nachricht die Runde, der Frachter “Eleftheri Mesogeios” sei fertig geladen und fahre jetzt ab. Alle wollten die Bilder haben, doch Al Dschazira hat nicht nur hier die Nase vorn. Andere Journalisten fordern von den Organisatoren Gleichbehandlung bei Informationen.

Inzwischen sind die Passagiere der “Sfendoni” angekommen, der Abfahrtstermin wird auf 19 Uhr festgelegt. Ein Banner mit der Aufschrift “Stoppt den Völkermord – Freies Palästina” wird angebracht. Welcher Völkermord hier gemeint sein soll, kann auch Khalid Turaani nicht beantworten. Er springt auf, weil er diese Parole für “gefährlich” hält. Am Ende bleibt das Banner hängen. Um 20.45 Uhr setzt sich die “Sfendoni” in Bewegung, seltsamerweise von Al Dschazira-TV vom Kai aus mit der Kamera eingefangen. Bleiben die etwa in Athen? Nein, denn 500 Meter weiter am Kai hält die “Sfendoni” an, und die Journalisten von Al Dschazira steigen zu. Eine reine Inszenierung.

Die Gespräche an Bord kreisen immer wieder um Sinn und Zweck der Aktion. Janet Kobren, eine pensionierte amerikanische Mathematiklehrerin, sieht das alles als Versuch, die “Menschenrechte in Palästina wiederherzustellen”. Sie selbst stammt aus einer jüdischen Familie, ihre Eltern gehören eher dem an, was sie selbst als “jüdische Lobby in den USA” bezeichnet. Sie hat tiefes Mitgefühl für das Schicksal der Palästinenser. Gerade als Tochter aus einer jüdischen Familie könne man solche Verhältnisse wie in Gaza nicht einfach verdrängen.

Ihr Landsmann Edward L. Peck, zwanzig Jahre lang Botschafter in Nahost, unter anderem im Irak, ist mit 81 der älteste Teilnehmer des Konvois. Er versteht seine Anwesenheit als Protest gegen die amerikanische Politik im Nahostkonflikt; die israelische Politik sei nicht hinnehmbar, Washington außerstande, wirklich Veränderungen herbeizuführen; und die EU halte sich zurück, obwohl sie doch sehr viel naher am Konfliktherd sei.

Unter den Muslimen an Bord der “Sfendoni” fällt Bilal Abdul Azziz auf: Vollbart, breite Sonnenbrille, braune, militärähnliche Schirmmütze, in feinste, gutsitzende Ballonseide gekleidet. Er ist Englischlehrer und will in Gaza unentgeltlich Unterricht geben. Als Sohn einer irischen Katholikin und eines Jamaikaners ist er spät zum Islam konvertiert – aus Überzeugung, wie er sagt. Schon mehrere Male war er in Gaza, auch durch Tunnels aus Ägypten, was ihm dort Gefängnis einbrachte. Er sieht die Sache so: Die von Israel gewaltsam enteigneten Palästinenser sollten wieder zurückkehren in ihre Heimat, sollten Häuser und Grund zurückerhalten und in die gleichen Rechte gesetzt werden wie die Israelis: “Wer etwas genommen hat, kann es auch wieder hergeben.” Ja, es gäbe auch einige “gute Israelis”, aber 97 Prozent seien “evil”, böse, und deshalb sei mit Worten wenig zu erreichen. Khalid Turaani lobt Azziz: “Das klang sehr gut, so, als ob du in der besten PR-Schule der Welt gewesen wärst.”

Am späten Abend sitzen Palästinenser mit Janet Kobren um einen Tisch, der mit einer Palästina-Flagge drapiert ist. Lieder werden gesungen, der Kameramann von Al Dschazira hat sich gut positioniert, sein Redakteur dirigiert und stimuliert die singende Gruppe, bis die Einstellungen im Kasten sind. Am nächsten Vormittag steht Dror Feiler auf den Planken der Ladeabdeckung mit seinem Saxophon und spielt Lieder von Hanns Eisler. Wieder Fahnen, Rufe, und der Al Dschazira-Redakteur betätigt sich als Animateur.

Dror Feiler hat neue Informationen vom israelischen Militärfunk wisse er, dass die Marine den Konvoi mit einer “Spezialeinheit Nr. 13″ stoppen wolle. Name der Operation: “Himmelswind”. In Ashkalom wurden mobile Gefängnistrakte aufgebaut, um die Verhafteten unterzubringen. Er habe den Israelis gesagt, dass sie sowieso schon verloren hätten, egal was sie noch anstellen würden. Mittlerweile wurden in der israelischen Presse Artikel und Aufrufe gedruckt, die die Regierung auffordern, die Hände vom Konvoi zu lassen.

Die Verhältnisse auf der “Eleftheri Mesogeios” sind problematisch. Weil nicht genug Betten vorhanden sind, wird umschichtig geschlafen. Manche nächtigen auf harten Bänken im Freien. Während auf der “Sfendoni” eher eine “Free-Gaza-Mentalität” herrschte, ist man hier pragmatischer. Es ist Hilfsfracht an Bord, und die soll zu den Adressaten – und zwar möglichst schnell und unversehrt. Die beengten Verhältnisse werden geduldig ertragen. Das ganze Schiff ist mit Hilfsgütern vollgepackt, die Wasservorräte sind begrenzt. Es sind noch rund 50 Stunden bis Gaza.

Am frühen Morgen schon lautes Hämmern auf der Brücke und auf dem kleinen Oberdeck. Die Luken werden von Rost befreit und abgedichtet. Man bereitet sich auf etwaige Wasserwerferattacken der israelischen Marine vor. Dror Feiler hat in einem Telefongespräch über Satellit mit Pressevertretern der Marine erfahren, dass dort Gerüchte umlaufen, auf der “Eleftheri Mesogeios” befänden sich Raketen. In Zypern sollten noch Passagiere aufgenommen werden, unter anderem Henning Mankell. Aber die zyprischen Aktivisten hatten große Spruchbänder am Hafen aufgehängt – mit ihren politischen Forderungen. Jetzt gibt es Probleme, weil die israelische Regierung angedroht hat, den Hafen Famagusta im türkischen Teil anzuerkennen, sollte der Schiffskonvoi von griechischen Zyprern unterstützt werden. Viertel vor zwölf kreuzen zwei Militärhubschrauber unbekannter Herkunft in großer Höhe die Fahrtroute der “Eleftheri Mesogeios”. Man rechnet hier mit (fast) allem.

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Ich bin mir sicher, die selbstverliebten westlichen Aktivisten haben nicht damit gerechnet, dass ihre Orkfreunde getreu ihrer Jihadagenda gleich versuchen würden, IDF-Soldaten zu lynchen. Sowas aber auch! Aber was meint die Konvertitin “Meryemdeutschemuslima” dazu? Komplett gehirngewaschen (auch Hirne pflegen einzulaufen, wenn sie zu stark gewaschen werden) greint sie (6):

“Das habe ich mir bei allem Mißtrauen gegenüber Israel nicht vorstellen können: dass sie mit derartiger Gewalt vorgehen, dass unbewaffnete Menschen umgebracht werden. Ich bin total geschockt. Was werden sie mit den Überlebenden machen? Was wird unsere Regierung tun????? Weiterhin bedingungslose Solidarität mit Terroristen verkünden? Wenigstens die türkische Regierung, Ministerpräsident Erdogan, wird sicherlich wieder kein Blatt vor den Mund nehmen und endgültig jegliche Zusammenarbeit mit Israel einstellen. Weitgehend ist das ja schon geschehen. Werden alle die muslimischen Länder, die das Unrecht so lange geduldet haben aufwachen? Wird Ägypten endlich seine Grenze nach Gaza öffnen? Die Israelis müssen ja zu aller Unmenschlichkeit auch noch absolut dumm sein.

Niemals vergessen: Der Mohammedanismus ist eine COUNTERreligion, geschaffen GEGEN alle anderen. Im Mohammedanismus ist alles anders, Frieden ist Krieg, Liebe Unterwerfung und zum größten Fest Ashura werden die Babys mit Klingen malträtiert, bis das Blut in Strömen spritzt. Aber ich sage Ihnen mal was, ich wette “Meryemdeutschemuslima” ist noch nicht mal beschnitten (7) und also nach Ansicht der meisten Mohammedanisten gar keine echte Mohammedanistin…

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Time am 31. Mai 2010

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1) http://fredalanmedforth.blogspot.com/2010/05/gazahilfe-per-schiff-pressemitteilung.html
Quelle: http://www.juedische.at/
2) http://aro1.com/tuerkei-out-griechenland-in/#more-4433
3) http://www.wadinet.de/blog/?p=2708
4) http://www.n-tv.de/politik/Solidaritaetsfahrt-mit-Hindernissen-article895925.html
5) http://berlin.mfa.gov.il/mfm/Data/180334.pdf
6) http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2010/05/31/gaza-hilfsflotte-von-israelischer-marine-abgefangen-mindestens-zwei-tote/
7) http://www.chrismon.de/Anfaenge.php

Update, auch: http://www.pi-news.net/2010/05/islamische-armada-mehr-als-schlacht-um-gaza/#more-138676


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