Mit ‘Martin Luther’ getaggte Artikel

Luther und der Nazislahm

19. April 2013

Luther von Chranach

Martin Luther hat Böses und Falsches über die Juden geschrieben. Was er über die Mohammedanisten geschrieben hat, war böse und richtig. MoT-Mommentator Loewe hat eine Zitatensammlung im Internet gefunden und sie auf der Kommentarebene den MoT-Lesern zugänglich gemacht (1). Hier ist sie (2):

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Schon Martin Luther hat Mohammed durchschaut:

Luther sieht Araber „als die wilden, rohen Leute“, und da Mohamed Araber ist, teilt er auch deren Charaktereigenschaften: „fleischliche Lust, Raub und Mord“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Grobheit ist das Wesen Mohameds: „der grobe Gesel“ ist einer der „wilden, rohen Leute… Denn er ist ein Araber“, ja überhaupt ein „unsauberer, grober, unzüchtiger und fleischlicher Mensch“, ein „verzveifelter, böser, vihischer, sewischer Mensch“ (vgl. Ehmann Seite 159).

„Mahmet… ist ein Abgöttischer, ein Mörder, Frawenschender, Reuber und aller Laster vol gewest“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Durch diese Ausrichtung auf „Sieg, Glück, Gewalt und Ehre der Welt… durch Gottes Zorn“ bedient der Koran die Instinkte des vorintellektuellen Proletariats, des „gemeine[n] man“ (vgl. Ehmann Seite 117).

Die Inkarnation begreift Mohamed nicht, „er ist zu grob dazu“. Aufgrund der Brutalität der Person und Biographie Mohameds kann dieser gar keinen Zugang zu Gott haben und kann daher auch kein Religionsstifter sein: „Denn wie nu offt gesagt, hat jn der heilige Geist so gröblich lassen liegen, das ein jeglicher sein falsch Geticht leichtlich erkennen möchte“ (vgl. Ehmann Seite 158).

Luther spricht vom „Teufel und seinem Apostel Mahmet“. Mohamed ist „ein Mensch, ja ein Teufel, und ein Erstgebornes Kind des Satans“; ein Diener des Teufels: „Mahmet, oder viel mehr sein Meister der Teuffel“.

Der Teufel hat somit Mohamed instrumentalisiert, denn allen „Unflat, so der Teufel durch andere Ketzer hin und wider gestrewet, den hat er durch Mahmet auff einen Hauffen heraus gespeiet“ (vgl. Ehmann Seite 163).

Der Koran als Werk Mohameds ist für Luther damit ein Versuch des Teufels, die Welt zu betrügen: „Hie zu braucht er nu eines Menschen, ja eines Teuffels, mit Namen Mahmet, der ein abgöttischer Mensch und arm, doch hohmütig und bertunbt in der schwartzen Kunst“.

Muslime mit ihren koranischen Vorschriften, die von Gott weg führen, sind für Christen die größte Strafe auf Erden: „das der Türcke [gemeint ist der Moslem] gewislich sey der letzte und ergeste Zorn des Teuffels widder Christum, damit er dem Fass den boden ausstosset, und seinen Grym gantz ausschüttet widder Christus Reich, Dazu auch die grbsseste Straffe Gottes auff Erden uber die Undanckbarn und gotlosen Verechter und Verfolger Christi und seines Worts und on Zweiffel der Vorlauf der hellen und ewiger Straffe“ (vgl. Ehmann Seite 312).

Luthers Ratschlag: Lest den Koran – aber als Abschreckung:

„Wolten Christo zu ehren, den Christen zu gut, den Turcken zu schaden, dem Teuffel zu verdries, dis buch lassen frey gehen und nicht hindern“, so Luthers Brief an den Rat zu Basel vom 27. Oktober 1542. „Mich hat das bewogen, das man dem Mahmet oder Turcken nichts Verdrieslicheres thun, noch mehr Schaden zu fugen kann (mehr denn mit allen Waffen), denn das man yhren Alcoran bey den Christen an den Tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein verflucht, schendlich, verzweivelt Buch es sey, voller Lugen, Fabeln und aller Grewel, welche die Turcken bergen und schmucken und zu Warzeichen ungern sehen, das man den Alcoran ynn andere Sprache verdolmetscht. Denn sie fulen wol, das yhnen grossen Abfal bringet bey allen vernunfftigen Hertzen“ (vgl. Ehmann Seite 423).

Johannes Ehmann, Luther, Türken und Islam: Eine Untersuchung zum Türken- und Islambild Martin Luthers (1515-1546 / Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte)

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Loewe am 12. April 2013

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/12/cui-bono-nsu-5/#comment-4644
2) http://www.amazon.de/Luther-Türken-Islam-Untersuchung-Reformationsgeschichte/dp/357905371X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1366304304&sr=8-1&keywords=Eine+Untersuchung+zum+Türken-+und+Islambild+Martin+Luthers

Ihr Countdown läuft

11. April 2012

Das Ork Mirza legte hier unlängst ein Bekenntnis zum Kloran ab (1): „aber ich werde den Koran niemals beiseite legen!“

Ich schlug daraufhin vor, ihn zumindest mal zu öffnen und darin zu lesen: „… es würde Sie erheblich weiter bringen…“

Das nun führte zu einer heillosen Verwirrung des Orks: Lesen? Gar das „heilige“ Buch? Weiterkommen? Wie sollte ein Anhänger einer per se reaktionären Ideologie, die eine stetige und allgemeine Zunahme der Schlechtigkeit der Welt postuliert, den Begriff „weiterkommen“ deuten können? Mirza: „Wie meinst du das :es würde Sie erheblich weiter bringen, wenn Sie ihn endlich mal lesen würden?Zu was solte es mich deine meinung nach weiter bringen wen ich den Koran lese? Bite erlich!!!“

Vitzli, Besucher und Marti gaben dem kleinen Mirza wertvolle Hinweise, die ihn jedoch erwartungsgemäß zum Verstummen brachten.

Ich konnte mich abwesenheitsbedingt nicht um ihn kümmern, aber ich hätte ihn auf meine kloranbezogenen Beiträge unter „Grundlagentexte“ (s. rechts) aufmerksam gemacht, in denen ich m.E. umfassend darlege, warum der Kloran ein ganz offensichtlich anmaßendes, sadistisches, gieriges und kleinkariertes Denken zeigt.

Er ist dazu ursprünglich in der widerwärtigen, bellenden und knurrenden, hundeartigen arabischen Sprache verfasst (deren Schrift keine Vokale kannte und daher höchst ungenau ist) und auch in der deutschen Übersetzung (ebenso wie das peinliche Nazi-Pamphlet von Grass) unter ästhetischen wie poetischen Gesichtspunkten eine Zumutung.

Insofern teile ich auch überhaupt nicht die Besorgnisse des Berliner Verfassungsschutzes in Bezug auf die salafistische Aktion „Lies“ (engl.: Lügen), die die Verteilung von 25 Millionen kostenlosen Kloranen in deutschen Haushalten zum Ziel hat (2), jedenfalls nicht die Eigenschaft als Buch betreffend. Die Klorane sind in deutscher Sprache verfasst, und man wird sehen, wie weit sie von der Henning-Übersetzung des Reclam-Verlages abweichen, also takijaesk gefälscht  sein werden, aber jeder kann es anders machen als die Orks, nämlich das Konvolut nicht nur mit sich herumtragen, sondern es auch lesen. Und was wird man dort finden? Offenkundigen Dreck!

Der von mir gelegentlich kritisierte nationalrevolutionäre Manfred hat dazu etwas ( mal ausnahmsweise zumindest teilweise  :-) )  Zutreffendes geschrieben (3):

„Dass der Staat hier ein Problem sieht, kann ich mir lebhaft vorstellen. Gibt es doch absolut nichts, was die islamophile Staatspropaganda so schlagend dementiert wie eben der Koran. So weichgespült kann nicht einmal eine Fehlübersetzung des Korans sein, dass nach seiner Lektüre noch irgendjemand Illusionen darüber haben kann, mit was für einer Art von Religion er es hier zu tun hat.

Wenn man den Parteien der muslimischen Masseninvasion einen Schlag versetzen will, von dem sie  und ihre verräterische Politik sich nicht wieder erholen, dann muss man die Deutschen nur dazu bringen, den Koran zu lesen. Ich halte es hier mit Martin Luther, der ausdrücklich empfahl, den Koran in deutscher Sprache zu drucken, damit Jeder sehen könne, was für ein schändliches Buch dies sei. Lies!“

Luthers Position war von „Welt”-Leser Dr. Heinrich Hüning am 1.10.2006 so dargestellt worden (4):

„Als im 16. Jahrhundert die kettonsche Koranübersetzung erstmals in Basel gedruckt werden sollte, wurde sie zum Streitobjekt unter Christen. Die einen waren für Drucklegung, die anderen sprachen sich dagegen aus. Erst aufgrund einer Intervention Martin Luthers wurde am 11. Januar 1543 die Druckausgabe freigegeben. Luther hatte sich im Oktober 1542 in einem Schreiben an den Rat zu Basel für die damals umstrittene Drucklegung mit der Begründung eingesetzt, ‘das man den mahmet oder turken nichts verdrieslicheres thun, noch mehr schaden zu fugen kann (mehr denn mit allen Waffen), denn das man yhren alcoran bey den christen an den tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein verflucht, schendlich, verzwyfelt buch es sey, voller lugen, fabeln und aller grewel…’“.

Manfred und seine Truppe nun gehen davon aus, dass die mohammedanistische Immigration eine bewusste Maßnahme von 95% der deutschen Politiker ist, um Deutschland zu zerstören, weshalb die Regierung gestürzt werden muss. Die Wahrheit käme ans Licht, wenn alle den Kloran lesen, meint er, und „die Verräter“ wären erledigt, daher die Besorgnis des Verfassungsschutzes.

Mein Ansatz ist anders, und deshalb betreibe ich dieses Blog. Ich bin der Ansicht, dass erstens zuwenig über das Wesen und die Funktionsweise der Demokratie bekannt und verinnerlicht ist. Ich bin zweitens der Ansicht, dass trotz der ungeheuren Opfer und Zerstörungen der zwei Weltkriege die Macht von Ideologien (und zwar insbesondere primitiven totalitären) allgemein unterschätzt wird. Ich bin drittens der Ansicht, dass jeder Mensch verpflichtet ist, die Erde zu einem besseren Ort für alle zu machen, was durch diese Ideologien (die quasi Werkzeuge Satans sind) unterlaufen wird. Die gewählten Mittel sind demzufolge natürlich Forschung und Aufklärung, nicht eine Revolution.

Die These, unsere Sicherheitsdienste fürchteten die Verbreitung des Klorans, weil dadurch die Wahrheit ans Licht käme, erscheint in meinen Augen als gegen unsere demokratischen Institutionen gerichtete Demagogie. Der VS fürchtet nicht die allgemeine Kloranlektüre, die sich ohnehin in Grenzen halten wird, weil er so sagenhaft schlecht und ungenießbar ist, er nimmt vielmehr zur Kenntnis, dass angeblich nur vereinzelt existierende staatsfeindliche mohammedanistische Extremisten über gewaltige Geldmittel verfügen und ein gigantisches logistisches Problem bewältigen können. Jetzt sind es Klorane, aber es könnten demnächst auch Drogen oder Waffen sein – eine bemerkenswerte Generalprobe und Machtdemonstration.

Jedoch stimme ich Manfred wie gesagt darin zu, dass nichts die nazistische Ideologie des Mohammedanismus mehr entlarvt als ihr grundlegendes Textwerk.

Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch folgender Aspekt der Aktion „Lies“:

„Die Vorgehensweise der islamistischen Missionare ist dabei simpel wie effektiv: deutsche Muslime werden aufgerufen, ein Koran-Exemplar (roter Einband) zu kaufen, um damit die kostenlose Verteilung eines weiteren Koran-Exemplars (blauer Einband) zu finanzieren. Die öffentliche Verteilung auf der Straße und auf Marktplätzen findet an ‚Info-Ständen’ statt. Zudem kann jeder Interessierte über eine Webseite kostenlos einen Koran bestellen.“

Ganz nebenbei wird so die Segregation und Markierung der deutschen Bevölkerung betrieben, vom Aufbau eines enormen Gruppenzwangs ganz zu schweigen. Die „wahren“ Mohammedanisten werden nämlich einen roten Kloran im Regal stehen haben oder vielmehr ganz viele, die Mitläufer einen blauen, die „Ungläubigen“ aber keinen.

Auch der totale Anspruch des Mohammedanismus, der keine Zwischentöne und Abweichungen toleriert, wird ganz offen propagiert:

„Abou Nagie will das deutsche Volk vor dem ewigen Höllenfeuer retten. ALLE Nicht-Muslime des Landes sollen zum Islam konvertieren, zum EINZIG wahren Glauben an Allah und seinen Propheten. Aus UNGLÄUBIGEN sollen Glaubensbrüder und Schwestern werden.“

So wird die „Einladung zum Mohammedanismus“ für jeden einzelnen Deutschen ausgesprochen, und sie abzulehnen belegt das „heilige“ Buch der Mohammedanisten, welches angeblich durch das Wesen diktiert wurde, welches das gesamte Universum geschaffen hat, dann mit folgenden Konsequenzen:

„Was aber die Ungläubigen anlangt, so werde ich sie peinigen mit schwerer Pein hienieden und im Jenseits; und nicht werden sie Helfer finden.“ (3. Sure, Vers 49; Recl. S. 71)

„Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt, nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er verloren sein.“ (3. Sure, Vers 79; Recl. S. 74)

„…schließet keine Freundschaft außer mit euch (unter euch Mohammedanisten, T.).“ (3. Sure, Vers 114; Recl. S. 78)

„Siehe, der Lohn derer, welche AllaHundseinenGesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an den Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Land vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden, und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe…“ (5. Sure, Vers 37; Recl. S. 117)

„Wahrlich in die Herzen der Ungläubigen werfe ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“ (8. Sure, Vers 12; Recl. S. 173)

„Und kämpft wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt.“ (8. Sure, Vers 40; Recl. S. 176)

„… erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf.“ (9. Sure, Vers 5; Recl. S. 181)

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Time am 11. April 2012

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/26/mutter-alles-bosen/#comment-2970
2) http://www.welt.de/politik/deutschland/article106163929/Ein-Koran-in-jedem-deutschen-Haushalt.html
3) http://korrektheiten.com/2012/04/09/koran-fuer-alle/#more-9219
4) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-2-unterwirf-dich-einem-sadisten/

Im Interview: Heinrich August Winkler

1. Januar 2012

Die FAZ brachte am 25. Dezember des vergangenen Jahres ein Interview mit dem deutschen Historiker Heinrich August Winkler (1), von dem vor mehr als zwei Jahren anlässlich seines Werkes „Geschichte des Westens“ bereits einmal die Rede in der MoT gewesen war (2). Die Fragen stellte Claudius Seidl.

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Wo fängt der Westen an, wo hört der Osten auf?

Herr Professor, was ist das überhaupt der Westen? Und wo verlaufen seine Grenzen?

Historisch betrachtet ist der Westen: das lateinische Europa. Jener Teil Europas, der im Mittelalter und darüber hinaus sein spirituelles Zentrum in Rom hatte. Denn das ist der Teil Europas, in dem die Geschichte der Gewaltenteilung beginnt. Die Trennung zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt, auch die von fürstlicher und ständischer Gewalt. Ich denke an das Wormser Konkordat von 1122 und die Magna Charta von 1215 in England. Und nur dort, wo es diese Vorgeschichte gab, konnte sich die Trennung von gesetzgebender, vollziehender und rechtsprechender Gewalt durchsetzen. Nur im Okzident gab es die großen Emanzipationsprojekte, die Renaissance, die Reformation, die Aufklärung. Im byzantinisch-orthodoxen Osten fand das alles nicht statt.

Sie nennen die Reformation: War die aber nicht ein Rückschlag?

Einerseits ja. Das Luthertum hat mit seinem Staatskirchentum eine Veröstlichung Deutschlands bedeutet. Andererseits hat Luther, indem er das individuelle Gewissen aufgewertet hat, einen immensen Beitrag zur Moderne geleistet. Theologisch war die Reformation eine deutsche Revolution, von den weitgeschichtlichen Wirkungen her eine angelsächsische. Es waren englische und amerikanische Nonkonformisten, die als Erste demokratische Ideen entwickelt haben.

Aber wo verlaufen heute die Grenzen. Wo hört der Westen auf, wo fängt der Osten an?

Die Trennung zwischen dem lateinischen und dem orthodoxen Europa ist heute noch greifbar – man muss sich nur vor Augen führen, welche Probleme die EU-Mitglieder Bulgarien, Rumänien, Griechenland mit der Gewaltenteilung, mit dem “rule of law”, heute noch haben.

Der Westen besteht also aus Westeuropa und Nordamerika?

Man kann von einer transatlantischeu Kooperation sprechen: Der moderne Westen ist das Ergebnis zweier Revolutionen, der amerikanischen von 1776 und der französischen von 1789. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, wie sie die französische Nationalversammlung verabschiededet hat, war wesentlich inspiriert von Lafayette, der im amerikanischen Unabhängigkeimkrieg gekämpft hatte, und Thomas Jefferson, dem damaligen amerikanischen Botschafter in Paris.

Die Französische Revolution lief erst auf den Terror, dann auf Napoleon hinaus. Die amerikanische war erfolgreicher.

Tocqueville hat einmal gesagt, zu Beginn der Französischen Revolution war noch viel von Montesquieu die Rede, also von der Teilung der Gewalten, später nur noch von Rousseau. Und Rousseaus volonté générale, die auch unabhängig vom empirischen Volkswillen postuliert werden kann, ist nicht unbedingt eine demokratische Idee. Auch totalitäre Bewegungen konnten sich immer auf Rousseau berufen.

Ist seither der Westen nach Osten gewandert? Hat der Westen seine Ostgrenze erweitert?

Es hat 200 Jahre gedauert, bis sich die Ideen von 1776 und 1789 im ganzen Westen durchgesetzt hatten. Es gab ja viele Länder, die sich dagegen gewehrt haben; am bekanntesten ist der sogenannte deutsche Sonderweg, das Widerstreben der deutschen Eliten, die Volkssouveränität, die repräsentative Demokratie, die unveräußerlichen Menschenrechte zu akzeptieren. Der Erste Weltkrieg war in der Sicht vieler Deutscher auch der Konflikt zwischen Ordnung, Zucht, Innerlichkeit, den „Ideen von 1914“ einerseits; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, den „Ideen von 1789“ andererseits.

Ist Deutschland inzwischen wirklich im Westen angekommen? Hat nicht auch Gerhard Schröder vom deutschen Weg gesprochen? Und spüren deutsche Politiker nicht immer wieder die Versuchung, gewissermaßen die Äquidistanz zu halten, zwischen Russland und Amerika?

Das Wort vom „deutschen Weg“ ist in der Ära Gerhard Schröders kurz aufgetaucht. Und ganz schnell wieder verschwunden. Kein ernsthafter deutscher Politiker wird in Frage stellen, dass Deutschland ein Land des Westens ist, zum atlantischen Bündnis und der Europäischen Union gehört. Die Ideologie der Mittellage hat ausgedient. Was soll sie auch, in einer Zeit, da unser östlicher Nachbar Polen sich dezidiert zum Westen bekennt? Und das entspricht ganz dem historischen Selbstverständnis Polens.

War die Stimmenthaltung in der Libyen-Frage ein Bekenntnis zum Westen?

Das war ein Tiefpunkt der deutschen Außenpolitik. Zum ersten Mal hat sich Deutschland von seinen wichtigsten Verbündeten abgekoppelt. Gerhard Schröders wohlbegründetes Nein zum Irak-Krieg war mit Frankreich abgestimmt. In der Libyen-Frage hat Deutschland im Sicherheitsrat gegen Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten gestimmt – zu einem Zeitpunkt, da es darum ging, ein Blutbad in Bengasi zu verhindem. Das war ein Sündenfall, von dem ich allerdings glaube, dass er Lernprozesse ausgelöst hat.

Gibt es den Westen überhaupt noch – als Projekt?

Viele meinten ja nach dem Ende des Ostblocks, der Epochenwende der Jahre 1989 bis 1991, dass der Westen seine raison d’etre verloren habe. Andere haben vorausgesagt, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis sich westliche Regierungsformen und westliche Werte in der ganzen Welt durchgesetzt haben würden. Beide haben sich geirrt. Die Anschläge vom 11. September 2001 richteten sich nicht nur gegen Amerika, sondem gegen den Westen insgesamt. Wenn der Westen daran zweifelt, dass es ihn gibt, belehren ihn seine Gegner eines Besseren.

Driften aber Amerika und Europa nicht immer weiter auseinander?

Ich glaube, dass die meisten Kontroversen zwischen Europäern und Amerikanern letztlich Dispute um die unterschiedliche Auslegung gemeinsamer Werte sind. Aber in einer multipolaren Welt, in der manche der aufsteigenden Nationen, China vor allem, dezidiert antiwestliche Ordnungsvorstellungen vertreten, kommt alles darauf an, dass Amerika und Europa über all den Unterschieden ihre Gemeinsamkeiten nicht vergessen. Und je mehr Amerika sich zum pazifischen Raum hin orientiert, je abhängiger Amerika wirtschaftlich von China wird, desto wichtiger wird es, dass Europa in wichtigen Fragen ein einheitliches Votum abgibt. Nur dann kann es ein starker Partner der USA sein.

Der Westen, das Abendland, definiert sich selber ja als einen der Welt, dem ein anderer Tei gegenübersteht: der Osten, das Morgenland. Wer sich, um den Gegensatz kurz anschaulich zu machen als Reich der Mitte definiert, dem ist alles andere bloß Peripherie. Wer ist denn heute dieses Gegenüber?

Ich glaube nicht, dass der Westen eines Gegners bedarf. Aber die Prägungen des Westens werden immer dann besonders deutlich sichtbar, wenn sie in Frage gestellt werden von einer Macht wie China, wo die Würde des Individuums und die Freiheit des Einzelnen sehr viel geringer geschätzt werden als im Westen.

Heißt das, dass wir unsere Menscben- und Freiheitsrechte für uns behalten sollen?

Es gibt gerade aus China ein bewegendes Dokument, die Charta 08, im Wesentlichen verfasst vom Nobelpreisträger Liu Xiaobo. Sie wird von kommenden chinesischen Generationen in eine Reihe gestellt werden mit der Virginia Bill of Rights und der Erklärung der Menschenrechte durch die französische Nationalversammlung. Ich glaube nicht, dass die Chinesen sich mit dem winzigen Maß an Freiheit, das sie heute haben, begnügen werden. Ich glaube an die subversive Kraft des normativen Projekts des Westens. Der Westen hat längst aufgehört, die ganze Welt zu dominieren. Aber sein normatives Projekt hat die Chance, die Welt noch gründlich zu verändern.

Deutsche Politiker tun gern so, als ob die ununveräußerlichen Menschenrechte nur die kulturelle Ausnahme des Westens wären – und bei Russen, Persern, Chinesen herrschen halt andere Verhältnisse. Angelsachsen sind da härter, konfliktbereiter.

Manche deutschen Denkbestände haben alle Epochenwenden überlebt. Max Weber nennt in seiner Auflistung der großen Hervorbringungen des Westens von 1920 die Rationalität des Rechts, das rationale Wirtschaftsdenken, die rationale, harmonische Musik. Nicht aber Gewaltenteilung, Volkssouveränität, repräsentative Demokratie. Undenkbar, dass damals ein französischer, englischer oder amerikanischer Soziologe so über den Westen gesprochen hätte. In Deutschland gibt es immer noch ein paar Vorbehalte gegenüber der Art und Weise, wie Angelsachsen und Franzosen auf der Universalität der Menschenrechte bestehen.

Noch in den neunziger Jahren hat Ian Buruma in einem berühmten Essay erläutert, dass Asiaten sich nicht als Asiaten verstehen, sondern als Chinesen, Inder, Japaner und so weiter. Heute teilt Ihr Kollege Niall Ferguson die Welt auf in „the West and the rest“. Und eine Kollegin aus Taiwan hat mir neulich erzählt, sie sei in Ägypten als Schwester begrüßt worden. Begründung: Wir sind doch alle der Osten. Drängt der Westen den Rest der Welt in dieses Restsein?

Vielleicht sollten wir, angesichts der deutschen Erfahrungen und im Unterschied zu den naiven Vorstellungen amerikanischer Neokonservativer, nicht immer gleich mit der Tür ins Haus fallen und die Demokratie in ihrer westlichen Form zum Nahziel erklären. Das demokratische Mehrheitsprinzip kann nur da funktionieren, wo sich eine Zivilgesellschaft entwickelt hat, wo es Gewaltenteilung und die Herrschaft des Rechts gibt. Dass es eine Mehrheit gegen die Demokratie geben kann, das hat Deutschland in den letzten Jahren der Weirnarer Republik erfahren. Daraus ergibt sich kein Argument gegen die Demokratie – wohl aber gegen die Annahme, dass Demokratie im Mehrheitsprinzip aufgeht.

Überschätzen wir die Demokratie – und unterschätzen den Rechtsstaat?

Demokratie ohne Rechtsstaat ist nicht davor gefeit, in Tyrannei umzuschlagen. Davor hat John Stuart Mill schon 1859 gewarnt – und der war ein englischer Liberaler, dem man nur schwer deutsches obrigkeitsstaatliches Denken vorwerfen kann.

John Stuart Mill sagte auch, dass die Schlacht am Thermopylenpass als Datum der englischen Geschichte wichtiger als die Scblacht von Hastings sei. Warum haben Sie die griechische Antike herausgekürzt aus der Geschichte des Westens?

Ich habe die unmittelbare Kontinuität betont, die vom jüdischen und christlichen Monotheismus zum modernen Westen führt. Der Gedanke der Gleichheit aller Menschen vor Gott geht dem Gedanken der Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz voran. Und in der Gottesebenbildlichkeit steckt schon die Menschenwürde. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist – in diesem Wort Jesu ist die Emanzipation des Menschen und die Säkularisierung der Welt als Möglichkeit angelegt.

Und Athen, die Erfindung der Demokratie?

Die amerikanischen Gründerväter der modernen repräsentativen Demokratie haben die attische Versanunlungsdemokratie geradezu als abschreckendes Beispiel für die Herrschaft von Demagogen beschrieben – und ihre Regierungsform als bewusstes Gegenmodell dazu entwickelt. Auffallend ist ja, dass gerade dort, wo Griechenland unmittelbar fortwirkte, in Byzanz also, die Entwicklung nicht stattfand, die zu Aufklärung, Emanzipation, Demokratie führte. Die Grenze zwischen Ostrom und Westrom wirkt noch im heutigen Europa. Im Übrigen gehe ich auf die Nachwirkungen des politischen Denkens der Antike ausführlich ein.

In Europa leben immer mehr Migranten aus nichtwestlichen Ländern, in Amerika sind es die Chinesen, die die meisten Schuldtitel halten. Bedroht beides den Westen als Projekt?

Die Einwanderung aus nichtwestlichen Ländern kann der Westen sehr gut bewältigen, wenn er darauf beharrt, dass sein Wesenskern nicht zur Disposition steht: die unveräußerlichen Menschenrechte, der Rechtsstaat, die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Und was die Abhängigkeit Amerikas von China angeht, so steht der eine ebenso große Abhängigkeit Chinas von den Vereinigten Staaten gegenüber. Der Westen würde seine Glaubwürdigkeit und seine Selbstachtung verlieren, wenn er den Anspruch auf die universale Geltung der Menschenrechte leugnen würde. Er muss sie niemandem aufzwingen, aber er kann dafür werben, indem er sich selbst daran hält. Und jene ermuntert und unterstützt, die sich, wie Ai Weiwei, wie Liu Xiaobo, zu diesen Werten bekennen.

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Time am 1. Januar 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_August_Winkler
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/22/winklers-geschichte-des-westens/

Unser Philipp

19. April 2010

Der Weltkarte der Religionen (zum Vergrößern anklicken) kann man entnehmen, dass die Länder protestantischer Prägung (blau) zu den am höchsten entwickelten und wohlhabendsten der Erde gehören (Ääh… nun gut, Afrika versaut unsere Bilanz ein wenig). Einer der Begründer des Protestantismus jedenfalls, Philipp Melanchthon, starb heute vor 450 Jahren. Heike Schmoll erinnerte an ihn in der FAZ vom 17. April.

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Gelehrter und Lehrer

Der “kleine Grieche”, wie Luther ihn nannte, war Philologe mit Leib und Seele und nicht nur einer der besten Gräzisten seiner Zeit, sondern auch ein Theologe von Rang, der viel zur Unterscheidung von Glauben und Wissen beigetragen hat. Kaum eine Schule oder Universität in der Zeit der Reformation wurde ohne seine Mitwirkung gegründet. Ohne Philipp Melanchthon, der vor 450 Jahren starb, gäbe es den Protestantismus wohl nicht mehr.

Er war es, der Martin Luther dazu anregte, auf der Wartburg mit der Übersetzung der Bibel zu beginnen. Denn Melanchthon genügte es nicht, dass in deutscher Sprache gepredigt und Gottesdienst gehalten wurde. Der einfache Christ sollte die Bibel lesen und hören können, um selbst zu entscheiden, was eigentlich schriftgemäß ist. Wochenlang ging Melanchthon nach Luthers Rückkehr von der Wartburg Wort für Wort mit ihm durch, überprüfte das damals noch unvollständige Manuskript auf philologische Richtigkeit und ergänzte es. “Dieser kleine Grieche übertrifft mich sogar in der Theologie”, hatte Luther nur vier Monate nach der ersten Begegnung mit dem schmächtigen Gelehrten in Wittenberg gesagt. In der Tat war Melanchthon, der sich zeitlebens weigerte, in die theologische Fakultät zu wechseln, und mit Leib und Seele Philologe und akademischer Lehrer blieb, eine Verkörperung des reformatorischen Prinzips des Priestertums aller Gläubigen.

Melanchthon galt neben Erasmus von Rotterdam, der eine griechisch-lateinische Ausgabe des Neuen Testaments ediert hatte, als einer der besten Gräzisten seiner Zeit. Bildungs- und wissenschaftsgeschichtlich kann seine Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, auch wenn die Theologiegeschichte ihn lange im Schatten Luthers ansiedelte und ihn geradezu als Verderber der lutherischen Rechtfertigungslehre schmähte. Kaum eine Schule oder Universität zur Reformationszeit wurde ohne Melanchthons Mitwirkung gegründet. “Qui Philippum non agnoscit praeceptorem, der muss ein rechter Esel und Bachant sein, den der Dunckel gebissen hat”, sagte Luther über den “Praeceptor Germaniae”, den Lehrer Deutschlands.

Philipp Melanchthon wurde am 16. Februar 1497 in der badischen Stadt Bretten geboren, damals direkt an einer Handelsstraße vom Rhein bis zum mittleren Neckar gelegen. Der Vater, Georg Schwartzerdt, war ein begabter Waffenschmied. Kurfürst Philipp der Aufrichtige von der Pfalz beförderte ihn als jungen Mann zu seinem Rüstmeister. Es war der Kurfürst selbst, der die Ehe zwischen seinem 35 Jahre alten Rüstmeister und der 16 Jahre alten Barbara Reuter, der Tochter eines wohlhabenden Textilhändlers aus Bretten, vermittelte. Zu Ehren des Kurfürsten nannten die Eltern ihren ersten Sohn Philipp. Der Vater hielt sich – wie viele Gebildete der damaligen Zeit – an die Astrologie. Gleich nach der Geburt seines Sohnes hatte er ein Horoskop anfertigen lassen, in dem es hieß, der Sohn solle sich vor der Ostsee hüten, denn er könne dort Schiffbruch erleiden. Melanchthon hielt sich zeitlebens daran, schlug Einladungen nach England, Kopenhagen oder Riga aus, weil er sich nicht auf See begeben wollte.

Weil der Vater oft auf Reisen war, wuchs Philipp mit seiner Mutter und den Geschwistern im Haus des Großvaters auf. Der erkannte bald die enorme Sprachbegabung seines Enkels. Wie Luther kam Melanchthon mit vier Jahren in die Schule. Als der Großvater von der Syphilis-Erkrankung des Schulmeisters erfuhr, behielt er seinen Enkel zu Hause und übergab ihn einem Hauslehrer, der Melanchthon schnell über die Anfangsgründe des Lateinischen hinausführte.

Der Tod des Großvaters und des Vaters binnen weniger Wochen war ein tiefer Einschnitt im Leben des Elfjährigen, der nun die Lateinschule in Pforzheim besuchte und bei der Schwester des Humanisten Johannes Reuchlin wohnte. Wegen seiner Studien zur Textkritik, zu Grammatiken und Lexika sowie zahlreicher Veröffentlichungen über griechische und hebräische Schriften galt Reuchlin als der Humanist, der sich die gesamte geistige Welt der Antike eigenständig anzueignen vermocht hatte. Er wurde Melanchthons Vorbild; Reuchlin verfolgte interessiert die Fortschritte des Zwölfjährigen. Als Anerkennung für einige lateinische Verse schenkte Reuchlin ihm am 15. März 1509 die griechische Grammatik des Konstantin Laskaris mit einer lateinischen Widmung. Die Schenkung kam einer Humanistentaufe gleich. Denn aus Schwartzerdt wurde nun Melanchthon – aus den Genitivformen von “melanos” für schwarz und “chthonos” für Erde.

Vermutlich auf Reuchlins Rat immatrikulierte er sich mit zwölf Jahren an der Universität Heidelberg, wo er bei Reuchlins Freund, dem Theologieprofessor Pallas Spangel, wohnte und diesem als Famulus diente. Wie an der mittelalterlichen Universität üblich, absolvierte Melanchthon zunächst das Grundstudium, also die sieben freien Künste, bestehend aus dem Trivium (Grammatik, Dialektik, Rhetorik) und dem Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik). Der Stoff wurde durch offiziell festgelegte Lehrbücher vermittelt. Im Sommer 1512, nach dem Tod seines Gönners Spangel, ging Melanchthon nach Tübingen, um dort das Quadrivium zu beginnen und mit dem Magistergrad abzuschließen. Er wohnte und arbeitete in der Burse am Rand der Altstadt. Wichtiger als theologische Vorlesungen, die er als öde empfand, waren ihm seine Lektüre, vor allem die Schriften des Erasmus von Rotterdam, die Perfektionierung seiner griechischen Sprachkenntnisse sowie die geistigen Anregungen Reuchlins.

Schon im Mai 1518 veröffentlichte Melanchthon eine eigene griechische Grammatik, die ganz offenkundig aus seinen Lehrveranstaltungen in Tübingen hervorgegangen war. Sie folgt insofern einem neuen pädagogischen Genus, als sich Melanchthon zugleich als Lehrender wie Lernender begreift und ein Lehrbuch aus der Perspektive des Lernenden schreibt.

Trotz seiner pädagogischen Erfolge strebte er fort. Die Tübinger Lehrtätigkeit hinderte ihn an freier Wissenschaft. Reuchlin wusste von der Unzufriedenheit seines Schützlings. Als der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise ihn nach einem Gräzisten für den neuen Lehrstuhl der 1502 gegründeten Universität in Wittenberg fragte, verwies er auf Melanchthon, der nächst dem Holländer Erasmus der begabteste Gelehrte sei. Luther und andere hätten lieber den Leipziger Gräzisten Petrus Mosellanus nach Wittenberg berufen, doch der Kurfürst hielt sich an Reuchlins Empfehlung und holte Melanchthon. Schon Ende Juli 1518 trennte er sich von seinem Förderer und brach zu einer vierwöchigen Reise ins das mehr als 700 Kilometer entfernte Wittenberg auf.

Nur wenige Tage nach seiner Ankunft, am Samstag, den 28. August, hielt Melanchthon vor Luther und einem großen Auditorium in der Schlosskirche seine Antrittsvorlesung “Über die Studienreform” (“De corrigendis adulescentiae studiis”). Der schmale und schüchtern wirkende junge Mann mit seiner hängenden Schulter, mit der schnarrenden Stimme und leicht lispelnden Redeweise zeigte sich als Vorkämpfer der Renaissance und versetzte seine Hörer in Begeisterung. Melanchthon kritisierte die scholastische Philosophie, das veräußerlichte Zeremonienwesen der Kirche und geißelte die Unkenntnis der alten Sprachen, die ihm als Unbildung und Barbarei erschien: Die Studenten der Artistenfakultät wollten keine Grammatik und Logik mehr lernen, sondern sofort die brennenden Heilsfragen studieren, die aber einer der obersten Fakultäten – der Theologie – vorbehalten waren und ohne die nötigen Grundkenntnisse geradewegs in die Schwärmerei führten. Wer nichts von der Sprachwissenschaft wissen wolle, “renne wie ein Schwein in die Rosen”, sagte Melanchthon später. Und er war davon überzeugt, dass Barbarei und Unglaube einander bedingten.

Griechisch zu lernen galt damaligen Studenten als arrogant, das Hebräische als unsicher, überhaupt erschien die Mühe den meisten größer als der Nutzen. In den Wirren des Übergangs zur Neuzeit waren mit dem Zerfall der Studiendisziplin auch die akademischen Grade verpönt: “Jetzt sind alle jene Grade zerbrochen, und man treibt es ohne Ordnung. Wie Pilze schießen plötzlich Theologen, Juristen und Mediziner auf, ohne Grammatik, ohne Dialektik, ohne Plan im Lernen”, kritisierte Melanchthon. Den Studenten legte er nahe, zu den Quellen zurückzukehren und sich nicht mit Sekundärtexten zu begnügen. Denn die “Missachtung des Griechischen, die Unkenntnis der Mathematik und die Verwahrlosung der Theologie gehen Hand in Hand”. Diese Erkenntnis war die Grundlage für die Entwicklung des reformatorischen Schriftprinzips.

Leitend für die umfassende Bildung, die er Studenten der Artistenfakultät nahelegte, war das gezielte Studium der Quellen: “Aus den besten Autoren wähle das Beste, sowohl was die Kenntnis der Natur als auch die Bildung der Persönlichkeit betrifft.” Melanchthon verdammte das maßlose Hören und Lesen, weil es die Urteilsfähigkeit trübe. Stattdessen legte er den Studenten nahe, ihren Verstand durch einen klaren Stil zu schärfen. Pietas und Eruditio, Glaube und Bildung, wurden durch ihn zu einer unaufgebbaren Einheit. Melanchthon machte die Unterscheidung von Glauben und Wissen handhabbar – und das war für die Geschichte der Theologie so wichtig wie die von ihm initiierte akademische Ausbildung der Pfarrer.

An die theologische Fakultät wollte er nicht wechseln, obwohl ihm Luther und andere nahelegten, den untersten theologischen Grad, den Baccalaureus biblicus, zu erwerben, der ihn verpflichtete, biblische Bücher im Überblick zu behandeln. In seinem zu dieser Prüfung formulierten Syllogismus begründete Melanchthon die alleinige Geltung der Bibel für die Lehre der Kirche: “Ein Katholik muss keine anderen Lehrsätze glauben, als die von der Schrift bezeugt werden. Die Autorität der Konzile steht unter der Autorität der Schrift. Also ist es noch keine Ketzerei, wenn man nicht an das unauslöschliche Siegel (der Taufe und der Priesterweihe), an die Wandlung (von Brot und Wein in der Eucharistie) und an dergleichen glaubt.” Das sei “kühn, aber wahr”, kommentierte Luther, denn sein “Graeculus” hatte damit zwei Grundpfeiler katholischer Frömmigkeit erschüttert: das Priestertum und den Messgottesdienst.

Promoviert wurde Melanchthon nicht. Er zog es vor, als Magister an der Artistenfakultät für eine breite Grundbildung zu sorgen. Spätestens da wurde klar, dass Melanchthon sich ganz der reformatorischen Bewegung Wittenbergs verschrieben hatte. Einem letzten Versuch Reuchlins, ihn dem Zentrum des Protestantismus zu entziehen und für eine Berufung nach Ingolstadt zu gewinnen, begegnete Melanchthon mit den Worten: “Ich muss bei allem mehr ins Auge fassen, wohin mich Christus zieht, als wohin mich mein Verlangen rufen möchte.” Als sein humanistischer Lehrer 1522 als treuer Katholik in Stuttgart starb, hatte er Melanchthon, dem ursprünglich seine kostbare Bibliothek zugedacht war, enterbt.

Melanchthons Hauptwerk jener Zeit, “Allgemeine Grundbegriffe theologischer Sachverhalte oder theologische Entwürfe” (“Loci communes rerum theologicarum seu hypotyposes theologicae”) genannt, bündelte systematisch die reformatorische Verkündigung und Lehre auf biblischer Grundlage. Im Zentrum stand die reformatorische Lehre von der Rechtfertigung. Die “Loci” waren ein großer Erfolg. Nach der ersten Drucklegung 1521 folgten 18 Nachdrucke. Melanchthon war damit als theologische Autorität neben Luther getreten, der ihm entsprechenden Respekt entgegenbrachte: “Wer heute Theologe werden will, hat zwei große Vorteile: Zum Ersten hat er die Bibel, die er nun ohne große Hindernisse lesen kann. Daneben hat er die Loci von Philippus. Er lese sie fleißig und gründlich, so dass er sie ganz im Kopf hat. Wenn er die zwei hat, dann ist er ein Theologe, dem weder der Teufel noch ein Ketzer etwas abbrechen kann”, sagte Luther bei Tisch.

In Wittenberg kümmerte sich Melanchthon allerdings nicht nur um die Theologie, sondern auch um die Förderung der Naturwissenschaften, um Physik, Astronomie, Mathematik und Medizin. Das ging nicht ohne hervorragende Griechischkenntnisse, denn die gesamte Naturwissenschaft war durch griechischsprachige Autoren repräsentiert. Um für die Naturwissenschaften zu werben, ließ Melanchthon einmal im Monat über entsprechende Themen disputieren. Er selbst sammelte Landkarten und pflegte nicht nur historische, sondern auch geographische Interessen – er war es, der Geographie als Schulfach etablierte.

Melanchthons Vorlesungen waren bald besser besucht als die Luthers. Er war ein begabter Pädagoge, der eine Mischform zwischen Vorlesung und Übung in der Lehre einführte, Fragen aufzunehmen versuchte, praktische Hilfen anbot und den Stoff so anschaulich wie möglich vermittelte. Er verfügte, modern ausgedrückt, über eine hohe fachdidaktische Begabung. Fortwährende Forschung befruchtete seine Lehre. Kurz nach seiner Heirat gründete er 1519/20 eine Privatschule. Die oft noch sehr jungen Studenten wohnten, lernten, lebten und aßen im Haus des Lehrers, der für einen fast klösterlich-festgelegten Ablauf des Tages mit Vorlesungen, Übungen und Zeiten zum eigenständigen Lernen sorgte. Weil er sich nicht nur begabte Studenten aussuchen konnte, sondern auch die Kinder angesehener Persönlichkeiten aufnehmen musste, hatte er es mit einer äußerst gemischten Gruppe zu tun. Für die Studenten mit Minimalkenntnissen verfasste er kurzerhand ein Handbuch für den Elementarunterricht (“Enchiridion elementorum puerilium”) mit Vaterunser, Glaubensbekenntnis, Bibeltexten und den Aussprüchen der klassischen Antike.

Als Rektor der Wittenberger Universität setzte Melanchthon 1523/24 eine neue Studienordnung für die Artistenfakultät durch, die im Bologna-Zeitalter geradezu neuzeitlich wirkt. Jeder Student bekam einen Tutor, einen Pädagogen, der seinen individuellen Studienplan festlegte, ihm antike Schlüsseltexte für seine intellektuelle und persönliche Entwicklung vorschrieb, die Fortschritte überprüfte, schriftliche Übungen korrigierte und auf die Lebensführung seines Studenten achtete. Zweimal im Monat gab es Deklamationen (Redeübungen).

Während seines Rektorats ordnete Melanchthon die Verwaltung, die Studienorganisation, die Leistungsnachweise und die Berufung von Hochschullehrern neu, wobei er wiederum dafür sorgte, dass die naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächer gut vertreten waren. Er selbst las montags Dialektik, dienstags über Ciceros “De officiis”, mittwochs und samstags Geschichte, am Donnerstag über den Kolosserbrief, am Freitag über das Konzil von Nikaia. An den Sonn- und Feiertagen legte er das Tagesevangelium vor dem Gottesdienst lateinisch aus. Nach seinem Tod mussten die Vorlesungen auf mehrere Kollegen verteilt werden.

Melanchthon war ein Polyhistor, der die gesamte Bildung seiner Zeit zu bündeln wusste. Bei der Gründung der Universitäten in Marburg 1527, in Königsberg 1544 und den Universitätsreformen in Tübingen (1535), Leipzig (1539), Frankfurt an der Oder (1540) und Heidelberg (1557) wurde der Wittenberger zu Rate gezogen. Melanchthon war kein weltfremder Stubenhocker, sondern ging während und nach dem Bauernkrieg daran, städtische Lateinschulen zu gründen oder neu zu organisieren. Die erste Schule entstand in Eisleben, die nächste in Magdeburg, es folgte eine Stadt nach der anderen, darunter Goslar, Lüneburg und Nürnberg. In Nürnberg sollte die Lateinschule das gesamte Programm der Artistenfakultät vermitteln.

An den übrigen Schulen teilte Melanchthon die Schüler in drei “Haufen” ein. In der ersten Stufe wurden Lesen, Schreiben und Latein gelehrt, in der zweiten Stufe die lateinische Grammatik, einfache lateinische Texte sowie das Schreiben lateinischer Verse und Reden mit viel Auswendiglernen. Auf allen Stufen dienten Musik und Bewegung zur Auflockerung des Unterrichts. In der dritten Gruppe mussten die Schüler lateinische Gedichte und Reden verfassen, Rhetorik und Dialektik wurden gelehrt, Vergil, Ovid, Cicero gelesen und neben Musik auch Mathematik unterrichtet. Wer wollte, konnte auch Griechisch und Hebräisch erlernen. Es ging Melanchthon nicht nur um die Eliten, sondern um die Bildung der breiten Masse, auch um die Bildung der Mädchen – um Bildung und Kultur im umfassenden Sinn.

“Deshalb kann kein Zweifel bestehen, dass der Lebensform des Lehrens und Lernens das größte Wohlgefallen Gottes gilt und dass den Schulen im Blick darauf der Vorrang vor Kirchen und Fürstenhöfen gebührt, weil man in ihnen mit größerem Einsatz nach der Wahrheit strebt”, äußerte Melanchthon. Dieser Überzeugung entsprach die Rede Luthers “An die Ratsherren aller Städte deutsches Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen” (1524). Es war nur konsequent, dass Melanchthon nicht nur Leitfragen für schulische Visitationen entwickelte, sondern auch für die Visitation der Pfarrer. Manche unter ihnen waren halbe Analphabeten, die einfach die Messliturgie auswendig gelernt hatten, aber zu keinem theologischen Gedanken fähig waren. Viele Pfarrer lebten im Konkubinat und waren dem Alkohol verfallen.

Als Intellektueller setzte er auf Argumente und litt darunter, in die unvermeidlichen theologischen Dispute der Zeit hineingezogen zu werden. Was er etwa vom ewigen Streit über die richtige Abendmahlsauffassung zwischen Luther und Zwingli im Jahre 1529 hielt, gab er deutlich zu erkennen: “Die beiden Männer, Luther und Zwingli, können nicht übereinstimmen, welches doch mein sehnlichster Wunsch wäre. Da disputieren sie über das Abendmahl, gleich als ob sie in den Himmel gesehen und Jesum gefragt hätten, wie er die Worte ,Das ist mein Leib’ verstanden habe. Sie werden es hier auf Erden doch nicht ausmachen, und es gehört auch wohl nicht für uns Schwache, alles ergrübeln und erforschen zu wollen. Genug, wenn wir nur wissen und glauben, was zu unserem Heil nötig ist. Das Übrige macht nur krank, woran der Herr keinen Gefallen hat.”

Melanchthon blieb nichts anderes übrig, als bis zu seinem Tod von einem Reichstag zum nächsten Religionsgespräch zu hetzen und zu disputieren. Die von den evangelischen Ständen 1530 auf dem Reichstag in Augsburg vorgelegte Confessio Augustana ist sein Werk. In seinem Ringen um die Einheit der Christenheit ist er am Ende gescheitert. Der Auseinandersetzungen auch im eigenen Lager überdrüssig, sehnte er den Tod herbei.

Um 1540 war er in eine der größten Krisen seines Lebens geraten. Gemeinsam mit Luther hatte er Landgraf Philipp von Hessen die von ihm gewünschte Doppelehe mit einer 17 Jahre alten Hofdame genehmigt, obwohl auf Bigamie nach dem Reichsrecht die Todesstrafe stand. Im Gegensatz zu Luther erkannte Melanchthon, wie unglaubwürdig die Sache der Reformatoren dadurch geworden war. Denn geheim halten ließ sich das nicht. Hinzu kamen die Sorgen um die unglücklich mit seinem ehemaligen Schüler, dem Gründungsrektor der Königsberger Universität, Georg Sabinus, verheiratete Tochter, die mit 24 Jahren nach der Geburt ihres sechsten Kindes starb.

Von der “rabies theologorum”, der Wut der Theologen, befreit, “werde ich gern aus diesem Leben scheiden, wenn Gott es will, und wie der nächtliche Wanderer das Morgenrot ersehnt, so erwarte ich begierig das Licht der himmlischen Akademie”, schrieb Melanchthon resigniert vor seinem Tod. Doch er musste noch eine Weile weiter streiten. Vor 450 Jahren, am 19. April 1560, starb Melanchthon in Wittenberg.

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Wilhelm Schwendemann schreibt überdies (1): “Philipp Melanchthon hatte keine Probleme mit der Literatur des Judentums und dem zeitgenössischen Judentum selbst. Das ist für die Reformationszeit, man erinnere sich an Luthers Schriften gegen die Juden, keinesfalls selbstverständlich. (…) Die jüdische Mystik (Kabbala) war in ihrer Semantik Melanchthon fremd, obwohl er durchaus die Kabbala positiv beurteilen konnte. Seine rhetorischen Vorbilder waren eher Cicero, Terenz oder Livius… Trotzdem praktizierte Melanchthon eine für die Reformationszeit auffällige Toleranz: Er gehört zu den wenigen Menschen des 16. Jahrhunderts, die gegen Judenverfolgungen waren. (…) … was von ihm bleibt, ist eine Uridee von Toleranz und gemeinsamer Solidarität, die im christlichen Humanismus und in den Reformationsschriften Luthers aus dem Jahr 1520 wurzeln. Die Auslegung der hebräischen Bibel nötigt dem Humanisten und Reformator Melanchthon tiefen Respekt ab und fordert zur Vergegenwärtigung einer gemeinsamen Geschichte von Juden und Christen auf. Ein Gedanke dämmert bei Melanchthon auf, der verlorengegangen ist und auch im heutigen jüdisch-christlichen Dialog keine Rolle spielt, daß Judentum und Christentum eine gemeinsame Wurzel haben, nämlich das biblische Israel.”

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Time am 19. April 2010

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1) http://www.die-badner.de/artikel/badenser_melanchton_juden.html
auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Melanchton

Das Melanchthonportrait (Ausschnitt) ist von Lucas Cranach d.Ä. v. 1548.

Kloran 2: Unterwirf dich einem Sadisten!

23. April 2009

Luther war seinerzeit FÜR die Übersetzung des Klorans, wie “Welt”-Leser Dr. Heinrich Hüning  am 1.10.2006 berichtete:

“Als im 16. Jahrhundert die kettonsche Koranübersetzung erstmals in Basel gedruckt werden sollte, wurde sie zm Streitobjekt unter Christen. Die einen waren für Drucklegung, die anderen sprachen sich dagegen aus. Erst aufgrund einer Intervention Martin Luthers wurde am 11. Januar 1543 die Druckausgabe freigegeben. Luther hatte sich im Oktober 1542 in einem Schreiben an den Rat zu Basel für die damals umstrittene Drucklegung nit der Begründung eingesetzt, ‘das man den Mahmet oder Turken nichts verdrieslicheres thun, noch mehr schaden zu fugen kann (mehr denn mit allen waffen), denn das man yhren alcoran bey den Christen an den Tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein VERFLUCHT, SCHENDLICH, VERZWEIVELT buch es sey, voller LUGEN, FABELN und aller GREWEL…’“.

Die frühe Übersetzung des mohammedanistischen Machwerks straft mE. übrigens nebenbei all diejenigen Lügen, die die abstoßende Begeisterung verschiedener deutscher Geistesriesen a la Rückert, Lessing und Goethe damit relativieren wollen, jenen hätte ja noch kein orkisches Schriftzeugnis vorgelegen.

Wenden wir uns nun der Vorstellung der Orks von ihrem Gott zu: WER und WIE ist ALLA?

„Versiegelt hat ALLAH ihre Herzen und Ohren, und über ihren Augen ist eine Hülle, und für sie ist eine schwere STRAFE.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 6; Recl. S. 26)

„… und ALLAH mehrt ihre KRANKHEIT, und für sie ist schwere STRAFE für ihr Lügen.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 9; Recl. S. 26)

„Allah wird sie VERSPOTTEN und weiter in ihrer Rebellion verblendet irre gehen lassen.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 14; Recl. S. 26)

„… nimmt ALLAH ihr Licht von hinnen und läßt sie in Finsternissen, dass sie nicht sehen.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 16; Recl. S. 27)

„Viele führt er (ich, Klohamett, ääh, er, Alla) hierdurch IRRE,…“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 24; Recl. S. 28)

„… daß Allah STRENG im STRAFEN ist.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 160; Recl. S. 45; 2. Sure „Die Kuh“, Vers 207; Recl. S. 51, 5. Sure „Der Tisch“, Vers 3; Recl. S. 112 u.v.m.)

„… und er verzeiht, wem er WILL, und er straft, wen ER will.“ (2. Sure „Die Kuh“, Vers 284; Recl. S. 64; 3. Sure „Das Haus ‘Imran“, Vers 124; Recl. S. 79 u.v.m.)

„Er straft, wen er will, und verzeiht, wem er will.“ (5. Sure „Der Tisch“, Vers 44; Recl. S. 117)

„Allah ist der beste LISTENSCHMIED.“ (3. Sure „Das Haus ‘Imran“, Vers 47; Recl. S. 71; 8. Sure „Die Beute“, Vers 30; Recl. S. 175 u.v.m.)

„… da BELOHNTE er euch mit Kummer über Kummer.“ (3. Sure „Das Haus ‘Imran“, Vers 147; Recl. S. 82)

„… fürchtet Allah; VIELLEICHT ergeht es euch wohl…“ (3. Sure „Das Haus ‘Imran“, Vers 200; Recl. S. 88)

„Siehe, wer da unsere Zeichen verleugnet, den werden wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut GAR ist, geben wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe SCHMECKEN.“ (4. Sure „Die Weiber“, Vers 59; Recl. S. 96)

„Siehe, die Heuchler wollen Allah betrügen, doch BETRÜGT ER sie.“ (4. Sure „Die Weiber“, Vers 141; Recl. S. 107)

„Und wen Allah IRREFÜHRT, nimmer findest du einen Weg für ihn.“ (4. Sure „Die Weiber“, Vers 142; Recl. S. 107)

„… nehmt nicht die Ungläubigen zu Freunden vor den Gläubigen. Wollt ihr etwa Allah offenkundige Gewalt über euch geben?“ (4. Sure „Die Weiber“, Vers 143; Recl. S. 107)

„… an dem nimmt Allah RACHE dafür. Und Allah ist mächtig und ein RÄCHER.“ (5. Sure „Der Tisch“, Vers 96; Recl. S. 125 u.v.m.)

„Sprich: ‘Siehe, mir ward geboten, der erste zu sein, der sich ERGIBT…’“ (6. Sure „Das Vieh“, Vers 14; Recl. S. 130)

„Und er ist der ZWINGHERR über seine Diener…“ (u.a. 6. Sure „Das Vieh“, Vers 18; Recl. S. 131)

„Jene, die nach VERDIENST dem VERDERBEN preisgegeben werden, ihnen soll sein ein Trunk aus siedendem Wasser UND schmerzliche Strafe für ihren Unglauben.“ (6. Sure „Das Vieh“, Vers 69; Recl. S. 137)

„Und wen Allah leiten WILL, dem weitet er seine Brust für den Islam, und wen ER irreführen WILL, dem macht er die Brust knapp und eng, als wollte er den Himmel erklimmen. Also straft Allah die Ungläubigen.“ (6. Sure „Das Vieh“, Vers 125; Recl. S. 143)

„Siehe, dein Herr ist SCHNELL zur Strafe…“ (6. Sure „Das Vieh“, Vers 165; Recl. S. 149)

„Und wie viele Städte vertilgten wir, und es kam unsere Strafe des Nachts über sie oder als sie den MITTAGSSCHLAF hielten.“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 3; Recl. S. 149)

„Einen Teil hat er geleitet und einen Teil nach GEBÜHR dem Irrtum übergeben.“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 28; Recl. S. 152 u.v.m.)

„… und über ihnen seien DECKEN aus Feuer.“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 39; Recl. S. 153 u.v.m.)

„… GEFÄHRTEN des Feuers…“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 42; Recl. S. 153) u.v.m.

„… WIR erschufen für Dschehennam (die Hölle, T.) viele der Dschinn (Dämonen, T.) und Menschen…“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 178; Recl. S. 169)

„Diejenigen aber, welche unsere Zeichen der Lüge zeihen, wollen wir Stufe für Stufe strafen, von wannen sie’s nicht wissen. Und verziehe ich auch mit ihnen, siehe, meine List ist sicher.“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 181+182; Recl. S. 169 u.v.m.)

„Wen ALLAH irreführt, der hat keinen Leiter; und ER läßt sie in ihrer Widerspenstigkeit irregehen.“ (7. Sure „Der Wall“, Vers 185; Recl. S. 170 u.v.m.)

„Allah SPOTTET über sie, und ihnen wird sein schmerzliche Strafe.“ (9. Sure „Die Reue“, Vers 80; Recl. S. 191)

„… da machten sie einen ANSCHLAG wider unsere Zeichen. Sprich: ‘SCHNELLER im ANSCHLAG ist Allah.’“ (10. Sure „Die Jonas“, Vers 22; Recl. S. 200)

„Sie aber wollten nicht glauben… Also versiegeln WIR die Herzen der Übertreter.“ (10. Sure „Jonas“, Vers 75; Recl. S. 205)

„Siehe, diejenigen, wider welche das Wort deines HERRN gefällt ist, werden nicht glauben, auch wenn alle Zeichen zu ihnen kämen, bis sie die schmerzliche Strafe sehen.“ (10. Sure „Jonas“, Vers 96+97; Recl. S. 207)

„Und wenn dein Herr gewollt HÄTTE, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden… Und keine Seele kann gläubig werden ohne Allahs ERLAUBNIS.“ (10. Sure „Jonas“, Vers 99+100; Recl. S. 208)

„Und wahrlich, wenn wir dem Menschen von uns BARMHERZIGKEIT zu schmecken geben und sie dann von ihm fortnehmen, siehe wahrlich, dann verzweifelt er und ist UNDANKBAR.“ (11. Sure „Hud“, Vers 12; Recl. S. 210)

„Schlimm ist die GABE, die ihnen gegeben wird.“ (11. Sure „Hud“, Vers 101; Recl. S. 219)

„Und er entsendet seine Blitze und trifft mit ihnen, wen er will…“ (13. Sure „Der Donner“, Vers 14; Recl. S. 235)

„… und zuschanden ging jeder trutzige Rebell. Vor ihm liegt Dschehennam, und getränkt soll er werden mit Eiterfluß. Er soll ihn hinunterschlucken und kaum unter die Gurgel bringen, und kommen soll der Tod zu ihm von allen Seiten, ohne daß er sterben könnte, und vor ihm ist harte Strafe.“ (14. Sure „Abraham“, Vers 18 bis 20; Recl. S. 241)

„An jenem Tag wirst du die Sünder in Fesseln zusammengekoppelt sehen, in Kleidern von Pech, und das Feuer wird über ihre Angesichter schlagen, damit Allah jeder Seele nach Verdienst lohnt.“ (14. Sure „Abraham“, Vers 50+51; Recl. S. 244)

„… sich niederwerfend vor Allah und sich DEMÜTIGEND.“ (16. Sure „Die Bienen“, Vers 50; Recl. S. 255)

„Wollt ihr einen anderen als Allah FÜRCHTEN?“ (16. Sure „Die Bienen“, Vers 54; Recl. S. 255)

„… sollen von uns STRAFE über STRAFE erhalten…“ (16. Sure „Die Bienen“, Vers 90; Recl. S. 259)

„Sooft sie erlöscht, WOLLEN wir die Flamme wieder anzünden.“ (17. Sure „Die Nachtfahrt“, Vers 99; Recl. S. 273)

„Gelobt sei Allah, der das Buch auf seinen Knecht hinabsandte und es nicht gekrümmt machte, sondern grade, um anzudrohen strenge STRAFE von Ihm…“ (18. Sure „Die Höhle“, Vers 1+2; Recl. S. 275)

„Siehe, für die Sünder haben wir ein Feuer bereitet, dessen Rauchwolke sie rings umgeben soll. Und wenn sie um Hilfe rufen, dann soll ihnen GEHOLFEN werden mit Wasser gleich flüssigem Erz, das ihre Gesichter RÖSTET. Ein schlimmer Trank und ein übles Ruhebett.“ (18. Sure „Die Höhle“, Vers 28; Recl. S. 278)

„Und schauen werden die Sünder das Feuer und sollen AHNEN, daß sie hineingeworfen werden und sollen kein Entrinnen daraus finden.“ (18. Sure „Die Höhle“, Vers 51; Recl. S. 281)

„Keiner in den Himmeln und auf Erden darf sich dem Erbarmer (Alla, T.) anders nahen wie als SKLAVE.“ (19. Sure „Maria“, Vers 94; Recl. S. 293)

„Genaht ist den Menschen ihre ABRECHNUNG…“ (21. Sure „Die Propheten“, Vers 1; Recl. S. 303)

Wohl ergeht es den Gläubigen, die sich DEMÜTIGEN in ihrem Gebet…“ (23. Sure „Die Gläubigen“, Vers 1+2; Recl. S. 321)

„Wäre aber die Wahrheit auf ihrer Seite, sie kämen zu ihm in UNTEWÜRFIGKEIT.“ (24. Sure „Das Licht“, Vers 48; Recl. S. 334)

„Wir lassen sie ein KLEINES des Lebens Freude genießen; ALSDANN treiben wir sie zu harter STRAFE.“ (31. Sure „Lokman“, Vers 23; Recl. S. 388)

„Verflucht, wo immer sie gefunden werden, sollen sie ergriffen und NIEDERGEMETZELT werden. Das war Allahs BRAUCH mit denen, die zuvor hingingen, und NIMMER findest du in Allahs Brauch einen WANDEL.“ (33. Sure „Die Verbündeten“, Vers 61+62; Recl. S. 400)

„Die Ungläubigen aber, für sie ist Dschehennams Feuer. Nicht wird das Sterben über sie verhängt und ihre Strafe ihnen nicht erleichtert. Also lohnen wir jedem Ungläubigen. Und schreien werden sie darinnen: „Unser Herr, nimm uns hinaus. Wir wollen rechtschaffen handeln, nicht wie wir zuvor handelten.“ Aber gewährten wir euch nicht langes Leben, daß jeder, der sich ermahnen läßt, Ermahnung annähme? Und der Warner kam zu euch. So schmeckt die Strafe, denn die Ungerechten haben keinen Helfer.“ (35. Sure „Die Engel“, Vers 33 bis 35; Recl. S. 411)

„… der Unglaube der Ungläubigen vermehrt nur den HASS ihres Herrn gegen sie…“ (35. Sure „Die Verbündeten“, Vers 37; Recl. S. 412)

„Sprich: ‘Jawohl, ihr sollt GEDEMÜTIGT sein.’“ (37. Sure „Die sich Reihenden“, Vers 18; Recl. S. 420)

„Wahrlich, Allahs HASS ist größer als euer Haß gegen euch selber…“ (40. Sure „Der Gläubige“, Vers 10; Recl. S. 443)

„Wenn die Joche auf ihrem Nacken sind und die Fesseln, und sie ins siedende Wasser geschleift werden und im Feuer brennen…“ (40. Sure „Der Gläubige“, Vers 73; Recl. S. 448)

„Dein… Herr schmerzlicher ZÜCHTIGUNG.“ (41. Sure „Erklärt“, Vers 43; Recl. S. 454)

„Er hat euch den Glauben VERORDNET…“ (42. Sure „Die Beratung“, Vers 11; Recl. S. 457)

„Und wenn Allah seine Diener im Überfluß VERSORGTE, so WÜRDEN sie ÜBERMÜTIG werden auf Erden.“ (42. Sure „Die Beratung“, Vers 26; Recl. S. 459)

„Und siehe, wenn wir dem Menschen BARMHERZIGKEIT von uns zu schmecken geben, freut er sich über sie; wenn ihn jedoch ein Übel für das, was seine Hände zuvor taten, trifft, siehe, so ist der Mensch UNDANKBAR.“ (42. Sure „Die Beratung“, Vers 47; Recl. S. 460)

„Und so nahmen wir RACHE an ihnen…“ (43. Sure „Der Goldputz“, Vers 24; Recl. S. 463)

„Denn siehe, sie (die Satane; Anm. A.S) sollen sie abwendig machen vom Weg, während sie sich für geleitet halten.“ (43. Sure „Der Goldputz“, Vers 36; Recl. S. 464)

„Und da wir die STRAFE von ihnen nahmen, siehe, da brachen sie ihr Wort.“ (43. Sure „Der Goldputz“, Vers 49; Recl. S. 465)

„Siehe, weg nehmen wir die STRAFE ein wenig, doch werdet ihr rückfällig werden. An jenem Tag, an dem wir angreifen werden mit dem größten ANGRIFF, siehe, da werden wir RACHE nehmen.“ (44. Sure „Der Rauch“, Vers 14+15; Recl. S. 469)

„… und wen Allah WISSENTLICH irreführt und ihm Ohr und Herz versiegelte und auf seinen Blick eine Hülle legte…“ (45. Sure „Das Knien“, Vers 22; Recl. S. 474)

„Sie sind’s, deren Herzen ALLAH versiegelt hat…“ (47. Sure „Muhammad“, Vers 18; Recl. S. 481)

„Kein Unheil geschieht auf Erden oder euch, das nicht in einem Buch (dem Buch der ewigen Ratschlüsse Allahs; Anm. A.S.) stünde, bevor WIR es geschehen ließen.“ (57. Sure „Das Eisen“, Vers 22; Recl. S. 518)

„So FÜRCHTET Allah mit ALLEM Vermögen und höret und gehorchet…“ (64. Sure „Der gegenseitige Betrug“, Vers 16; Recl. S. 535)

„… wir werden sie stufenweise STRAFEN, von wannen sie’s nicht WISSEN.“ (69. Sure „Die Unvermeidliche“, Vers 44; Recl. S. 544)

„… und er erfaßte sie mit ÜBERMÄSSIGER Strafe.“ (69. Sure „Die Unvermeidliche“, Vers 10; Recl. S. 546)

„Siehe, vor der Strafe deines Herrn ist NIEMAND SICHER…“ (70. Sure „Die Stufen“, Vers 28; Recl. S. 549)

„Und NICHT wird ihnen nützen die FÜRBITTE der Fürbittenden.“ (74. Sure „Der Bedeckte“, Vers 49; Recl. S. 558)

„Siehe, Dschehennam ist ein HINTERHALT, für die Übertreter ein HEIM. Zu verweilen darin Äone. Nicht schmecken sie ihm Kühlung noch Getränk außer siedendem Wasser und Jauche – eine ANGEMESSENE Belohnung!“ (78. Sure „Die Kunde“, Vers 21 bis 26; Recl. S. 565)

„So SCHMECKET, und nur die Strafe wollen wir euch mehren.“ (78. Sure „Die Kunde“, Vers 30; Recl. S. 565)

„Und wenn da kommt das große UNHEIL…“ (79. Sure „Die Entreißenden“, Vers 34; Recl. S. 567)

„Doch wenn die Erde kurz und klein ZERMALMT wird…“ (89. Sure „Die Morgenröte“, Vers 22; Recl. S. 581)

„Und an jenem Tage wird KEINER strafen wie ER.“ (89. Sure „Die Morgenröte“, Vers 25; Recl. S. 581)

„Wahrlich, wir erschufen den Menschen zum KUMMER.“ (90. Sure „Das Land“, Vers 4; Recl. S. 582)

Time am 27. Juni 2008


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