Mit ‘Michaela Wiegel’ getaggte Artikel

Sie vermehren sich schamlos

18. März 2012

Die gestrige FAZ brachte einen Aufsatz von Michaela Wiegel über die Unabhängigkeit Algeriens 1962 und den Exodus von etwa 100.000 pro-französischen Mohammedanisten nach Frankreich. Bemerkenswert ist einmal mehr ihre Vermehrungsrate: In 50 Jahren stieg die Zahl dieser Orks auf 3,2 Millionen „Wähler“, also Volljährige an. Wieviel mögen es sein, wenn man die Kinder und Jugendlichen einbezieht? Sechs Millionen? Zehn Millionen? Zwölf Millionen? In nur 50 Jahren haben sich diese Orks verdreißig- bis verhundertzwanzigfacht! Das ist schamlos! Das ist ungeheuerlich! Das ist ein ökologisches und ökonomisches Problem ersten Ranges.

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Weg in die Unabhängigkeit

Der Algerien-Krieg bleibt ein schwieriges Kapitel
der französischen Geschichte

Vor 50 Jahren begann mit der Unterzeichnung der Abkommen von Évian zwischen Frankreich und der algerischen Befreiungsfront FLN der Weg Algeriens in die Unabhängigkeit. Am 19. März 1962 trat der Waffenstillstand in Kraft, der die Ablösung der zwei algerischen Départements vom französischen Mutterland vorbereiten sollte. Auch ein halbes Jahrhundert nach ihrer Unterzeichnung bilden die „Accords d’Évian“ nicht den Ausgangspunkt einer gemeinsamen Erinnerungskultur in Algier und Paris. So verzichten die algerische und die französische Staatsführung darauf, in einer bilateralen Zeremonie der Abkommen zu gedenken. Mit Verweis auf die Wahltermine haben Präsident Sarkozy und Präsident Bouteflika vereinbart, das Gedenken auf „einen späteren Zeitpunkt“ zu verschieben. Bouteflika gehörte 1962 bei der Friedenskonferenz im Alpen-Kurort Évian am Genfer See zur Verhandlungsdelegation des FLN.

Dass die Erinnerung an das Ende des Algerien-Krieges so verschämt ausfällt, hat auf beiden Ufern des Mittelmeers vielschichtige Gründe. In Frankreich bleibt der Algerien-Krieg, der erst seit der Verabschiedung eines Gesetzes 1999 offiziell so genannt werden darf, ein ungeliebtes Kapitel der eigenen Geschichte. Obwohl Nicolas Sarkozy die „Gnade der späten Geburt“ zuteil wurde – er war 1962 sieben Jahre alt –, behagt ihm das Thema kurz vor der Präsidentschaftswahl nicht. Denn Frankreich bleibt zutiefst gespalten. Die „pieds-noirs“ genannten Algerien-Franzosen erinnert der 19. März an den Exodus über das Mittelmeer und die schwierige Integration in das „Mutterland“. Für die algerischen Helfer der französischen Armee, die „Harkis“, markiert das Datum den Beginn ihrer Verfolgung durch die Befreiungsfront FLN. Algerien-Franzosen, Harkis und deren Nachfahren stellen insbesondere in den südlichen Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur und Languedoc-Roussillon wichtige Wählergruppen dar. Eine jüngste Studie des Forschungszentrums Cevipof von Sciences Po hat ihren Anteil auf 7,3 Prozent der Gesamtbevölkerung errechnet. Die Algerien-Franzosen und Harkis stellen demnach ein Potential von 3,2 Millionen Wählern dar. Das mag erklären, warum Nicolas Sarkozy Ende vergangenen Jahres den früheren Putsch-Führer Hélie Denoix de Saint Marc sowie den Präsidenten von mehreren Harki-Verbänden, Hocine Chieb-Bouares, mit dem Großkreuz der Ehrenlegion auszeichnete.

1961 hatten sich die Ereignisse in Algerien überstürzt, das keine Kolonie, sondern nach damals gültiger staatsrechtlicher Auffassung die Fortsetzung Frankreichs auf der anderen Seite des Mittelmeers war. Am 22. April 1961 wurde Frankreich frühmorgens von der Meldung überrascht, dass in der Nacht einige Offiziere in Algier die Macht an sich gerissen hatten – unter ihnen der jetzt mit der höchsten Auszeichnung der Légion d’honneur von Sarkozy rehabilitierte Denoix de Saint Marc. Staatspräsident de Gaulle reagierte sofort, ließ unter Rückgriff auf Artikel 16 der Verfassung die Bürgerrechte in Algerien aufheben und schuf Sondergerichte. Der Putsch brach rasch zusammen, überzeugte de Gaulle aber von der Notwendigkeit, den Algerien-Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Am 20. Mai 1961 begann in Evian eine Gesprächsrunde, die nach drei Wochen ergebnislos unterbrochen wurde. Haupthindernis war der Wunsch Frankreichs, die Kontrolle über die Sahara-Gebiete zu behalten, in der große Rohstoffreserven vermutet und die als Testgebiet für die atomare Bewaffnung gebraucht wurden. Am 5. September 1961 erkannte de Gaulle bei einer Pressekonferenz die Sahara als algerisches Territorium an. Die Nutzung des Atombombentestgeländes sowie des Marinestützpunktes Mers-el-Kebir ließ sich Frankreich absichern. Am Abend des 18. März 1962 konnte de Gaulle seinen Landsleuten die Feuereinstellung für den nächsten Tag und zwei Volksabstimmungen ankündigen, am 8. April im Mutterland, am 1. Juli in Algerien. Am 19. März schwiegen zum ersten Mal seit siebeneinhalb Jahren die Waffen. Doch das Morden hatte kein Ende. Historiker schätzen die Zahl der algerischen Hilfssoldaten, die für ihren Dienst für Frankreich mit dem Verlust ihres Lebens büßten, zwischen 40.000 und 100.000. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Die „Harkis“ wurden als „Verräter“ und „Kollaborateure“ von den Milizen der Befreiungsfront umgebracht. Der Rachezug gegen die profranzösischen Hilfssoldaten war ein klarer Verstoß gegen die Abkommen von Évian, die alle Akte kollektiver und individueller Gewalt untersagten. Aber Frankreich verschloss die Augen angesichts des Schicksals der „Harkis“. Im Juli 1962 wurden in einer geheimen Anweisung „alle individuellen Initiativen, französische Muslime im metropolitanen Frankreich zu installieren, strengstens untersagt“. Dennoch gelangten etwa 40.000 Harkis mit ihren Familien, insgesamt etwa 100.000 profranzösische Algerier, nach Frankreich. Sie wurden zunächst in Lagern interniert, erst spät erlangten sie volle Bürgerrechte. Als erstes französisches Staatsoberhaupt gestand Jacques Chirac am 25. September 2001 die „Unterlassungen“ des französischen Staates ein, welche die Massaker an den Hilfssoldaten ermöglicht hätten. „Die Massaker, die 1962 begangen wurden, werden für immer eine unauslöschliche Spur der Barbarei hinterlassen“, sagte Chirac. „Wir haben unsere Kinder nicht zu schützen vermocht“, sagte er. Der 25. September ist seither – und zum Ärger der algerischen Staatsführung – ein Tag zum Andenken an das Schicksal der Harkis.

Nicolas Sarkozy umwirbt die Familien der Harkis und Algerien-Franzosen gleichermaßen. Am 27. Februar ließ er ein Gesetz verabschieden, mit dem fortan Beleidigungen oder Diffamierungen der Harkis mit Geldstrafen bis zu 45 000 Euro sanktioniert werden können. „Das Vergessen darf sie (die Leidtragenden des Rückzugs aus Algerien) nicht ein zweites Mal töten“, sagte Sarkozy. Dennoch fühlen sich mehrere Verbände von Sarkozy getäuscht, weil sie keine Entschädigungszahlungen enthalten haben. „Sarkozy zieht die Öldollars der algerischen Befreiungsfront den Euros vor, die er den Opfern des 19. März zahlen sollte“, sagte der Generalsekretär des Verbandes „Jeune Pied-Noir“, Bernard Coli. Sarkozy lehnt Entschädigungszahlungen ab: „Frankreich kann nicht für alles verantwortlich gemacht werden.“ Die Weigerung Sarkozys, im Namen des „Französischen Staates“ eine Schuld an den „Verbrechen der Kolonisierung“ zu bekennen, belastet weiterhin das Verhältnis zum algerischen Regime. Präsident Bouteflika hat wiederholt verlangt, dass sich Frankreich zu seinen Kolonialverbrechen bekenne. In Nizza wies Sarkozy dies kürzlich zurück: „Die militärischen Interventionen Frankreichs in Algerien, das damals zum nationalen Territorium gehörte, wurden von der Republik Frankreich unternommen und von legitimen und demokratisch gewählten Regierungen geleitet“, sagte Sarkozy. „Frankreich kann nicht bereuen, diesen Krieg geführt zu haben.“ Die Verhandlungen über einen französisch-algerischen Freundschaftsvertrag nach dem Vorbild des deutsch-französischen Elysée-Vertrages, die unter Präsident Chirac aufgenommen wurden, betrachten beide Seiten als gescheitert. Nicolas Sarkozy lehnt entschieden eine Diplomatie der Reue ab – und nimmt in Kauf, dass beide Länder in der Vergangenheitsbewältigung getrennte Wege gehen.


Dreist behauptet die ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie Houaida Taraji in einem grammatisch bedenklichen Text, was verdeutlicht, dass der ZMD eine Angelegenheit ganz überwiegend ausländischer Personen ist, eine positive Wirkung der massiven Anwesenheit und Vermehrungsrate der Mohammedanisten auch in Deutschland. „islam.de“ (1):

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Studie: Muslimische Familien häufig stabiler

Die ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie Houaida Taraji sieht sich darin bestätigt, dass Zuwanderer-Familien nach der Mikrozensus-Studie bereichernd für die Gesellschaft sind

Der Mikrozensus, die größte jährlich durchgeführte Haushaltsbefragung in Europa, zeigt, dass Familien mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich stabil sind – und stärker traditionell strukturiert als die Lebensgemeinschaften der Alteingesessenen. Bei der so wichtigen Frage der Zeit für die Familie und die Großfamilienstruktur schneiden Migranten ebenso gut ab. Zwar steht den Familien im Schnitt weniger Geld zur Verfügung (weniger als 2600.-€/Monat), aber dafür haben die Familien mehr Zeit für ihre Kinder. Nach wie vor ist in allen Gemeinschaften mit Kindern die Ehe die häufigste Lebensform. 69 Prozent der deutschstämmigen Eltern sind verheiratet – bei Migranten sind es 80 Prozent.

Bei Familien mit Migrationshintergrund  leben fast doppelt so häufig, drei und mehr minderjährige Kinder in einem Haushalt (15 Prozent) als in einer Familie ohne Migrationshintergrund (neun Prozent). Dadurch wird der rapide demographische Wandel in Deutschland etwas gemildert. (…)

Die ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie Houaida Taraji sieht sich darin bestätigt, dass Zuwanderer-Familien nach der Mikrozensus-Studie besonders stabil und bereichernd für die Gesellschaft sind. „Entgegen landläufigen Vorurteilen wirken sich religiöse und traditionelle Werte eben positiv für den Zusammenhalt unsere Gesellschaft aus und können Vorbild, wie das beispielsweise bei der Übereinkunft mit den Großeltern zeigt, für die Zukunft sein“, sagte Taraji heute gegenüber islam.de.

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Was denn nun genau so bereichernd sein soll, kann die Orka mit keinem einzigen Hinweis belegen oder bildhaft machen, außer dass es eben mehr Ehen und Kinder gibt. Ist dies allein denn schon eine Bereicherung? Warum?

Die Orks haben mehr Zeit für ihre Kinder? Dass ich nicht lache. Die Jungen werden von Kind an auf die Straße vertrieben, und die Mädchen dienen als Haushaltssklavinnen. Wer hat je anderes von mohammedanistischer Pädagogik gehört, als dass sie schwärzeste Prügelpädagogik ist, die die kleinen Orks zu ihrer Rolle als ergebene Mitläufer des orkischen Faschosystems abrichten soll?

Und ist es nicht interessant zu lesen, wie Frau Taraji, die sich angeblich verhüllt, um nicht zur Beute der sexbesessenen Männer zu werden, die jedoch kein Problem darin sieht, sich expressiv die Augen zu schminken, was ein schönes Beispiel für die mohammedanistische Hypokrisie ist, wie Frau Taraji also durchgängig die Bezeichnung „Migranten“ verwendet, obwohl sie „Mohammedanisten“ meint, was aus dem Titel und dem wörtlichen Zitat hervorgeht?

Die Orks vermehren sich schamlos, und mit ihnen vermehrt sich die Lüge!

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Time am 18. März 2012

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1) http://www.islam.de/19978

Torks müssen lügen! Immer!

23. Dezember 2011

Das Kloster Khor Virap in Armenien mit
dem Berg Ararat im Hintergrund

Die Frechheit der Torks ist maßlos. Sie haben den größten Teil des Landes der Armenier gestohlen, und unter anderem auch das Nationalsymbol dieses ersten christlichen Volkes, den Berg Ararat. Zwischen 1915 und 1917 brachten sie dann eineinhalb Millionen von ihnen um (1). Diesen industriellen Massenmord, der Hitler inspirierte, zu leugnen, ist für die Torks erste Bürgerpflicht. Daher bedrohen sie jetzt Frankreich, das die Lüge unter Strafe stellen wird.

Lesen Sie einen Bericht von Michaela Wiegel aus der heutigen FAZ.

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Erdogan: Keine Minister mehr nach Paris

Nationalversammlung für Verbot von Genozid-Leugnung /
„Unheilbare Wunden“

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat angekündigt, es werde bis auf weiteres keine Besuche türkischer Regierungsmitglieder in Frankreich mehr geben. Außerdem verkündete Erdogan, die militärische Zusammenarbeit mit Frankreich abzubrechen, weil die französische Nationalversammlung einen Gesetzentwurf gebilligt hatte, der vorsieht, das Leugnen von Völkermorden unter Strafe zu stellen. Das würde auch für das Abstreiten des Genozids an den Armeniern gelten. Die Türkei berief ferner „für unbestimmte Zeit“ ihren Botschafter aus Paris ab. Erdogan sagte in einer Fernsehansprache, die Entscheidung der Nationalversammlung habe dem türkisch-französischen Verhältnis „sehr schwere und unheilbare Wunden“ zugefügt. Zuvor hatte Außenminister Davutoglu gesagt, er habe seinen französischen Kollegen Juppé darauf hingewiesen, dass kein türkischer Politiker von einem Völkermord sprechen werde, falls er bei einem Besuch in Frankreich danach gefragt werde. Sollten darauf künftig juristische Schritte folgen, so werde das „ernsthafte Auswirkungen“ auf die beiderseitigen Beziehungen haben.

Die französischen Abgeordneten stimmten dafür, die Leugnung eines Völkermordes in Frankreich künftig mit einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro oder einem Jahr Haft zu ahnden. Nur etwa ein Dutzend Abgeordnete stimmte bei der nicht namentlichen Abstimmung gegen das Gesetzesvorhaben. Der von der konservativen UMP-Abgeordneten Boyer eingebrachte Entwurf muss nun noch vom Senat gebilligt werden. Es wird erwartet, dass auch die linke Mehrheit der zweiten Kammer dem Gesetzentwurf zustimmen wird. Boyer sagte nach der Abstimmung dem Nachrichtensender BFM-TV: „Wir befinden uns nicht in einer türkisch-französischen Debatte, wir sind französische Abgeordnete, die vom französischen Volk gewählt wurden.“ Das Gesetz ziele nicht auf die heutige Türkei oder deren Regierung. Es sei paradox, dass ein Land mit Repressalien drohe, das die Aufnahme in die EU anstrebe. Europaminister Léonetti sagte, die Drohungen der Türkei seien haltlos, und forderte zu einem „ruhigeren Dialog“ mit Ankara auf. Treibende Kraft für das Gesetz war die konservative Regierungspartei UMP von Präsident Sarkozy, der vor der Präsidentenwahl auch die armenischstämmigen Wähler im Blick hat.

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Vielleicht hat Sarkozy gar nicht so die armenischen Wähler im Blick, sondern er möchte einfach mal etwas Richtiges, Wahres und Anständiges tun? Vielleicht will er den Torks ein Signal geben, dass der Westen ihre Frechheiten nicht mehr lange hinnimmt? Dass Günther Nonnenmacher in der heutigen FAZ in seinem Kommentar in die gleiche Kerbe haut wie Frau Wiegel, und Wirtschaftskreise und Historiker warnend die Zeigekrallen erheben lässt, macht die Theorie nicht wahrscheinlicher.

Frankreich hat 65,5 Millionen Einwohner (2), die Armenier sind insgesamt mit 500.000 Menschen (also 0,763 % der Bevölkerung) vertreten (3), unter ihnen natürlich auch ein großer Teil von nicht wahlberechtigten Kindern. Das ist eine fürwahr gewichtige Wählergruppe, die so um 0,4 oder weniger Prozent Stimmenzuwachs bringen würde.

Aber den Dimmies geht es nicht um die Wahrheit, sie erflehen die Gewaltherrschaft der Orks und Torks.

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Paris verprellt Ankara

Es ist nicht das erste Mal, dass der Genozid an den Armeniern zu schweren Spannungen im französisch-türkischen Verhältnis führt. 2001 hatte die Nationalversammlung diesen Völkermord offiziell anerkannt; ein Gesetz, mit dem die Leugnung von Völkermorden generell unter Strafe gestellt werden sollte, wurde 2006 eingebracht, blieb aber in der Gesetzgebungsmaschinerie hängen – aus diplomatischen Rücksichten. Dass die Regierung jetzt die Bremsen löst, wird Sarkozy als Schielen auf die armenischstämmigen Wähler ausgelegt. Dem bekanntesten aus dieser Gruppe, dem Sänger Charles Aznavour, hatte er vor einem guten Jahr versprochen, die Abstimmung über das Gesetz freizugeben. Die Reaktionen aus Ankara sind bitterböse, Paris rechnet mit wirtschaftlichen Sanktionen. Dass damit ein wichtiger Verbündeter mit Einfluss in der arabischen Welt verprellt wird, ist der politische Schaden dieser Aktion. Bedenken kamen aber auch aus der Wissenschaft, etwa von dem bedeutenden Historiker Pierre Nora. Historische Forschung, sagte der, könne nicht durch eine „Geschichtspolizei“ ersetzt werden.

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Time am 23. Dezember 2011

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/03/aghet-ein-volkermord/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Frankreich
3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805571,00.html

Lesen Sie auch die Ausführungen meines Freundes Tangsir zu dem Thema unter
http://tangsir2569.wordpress.com/2011/12/22/turkische-lugenkultur-steht-ab-jetzt-in-frankreich-unter-strafe/

Alles läuft rund in Afghanistan

11. April 2010

Zum Thema Afghanistan hat Friederike Böge in der heutigen FAZ einen ihrer wie stets sehr interessanten Aufsätze abgeliefert.

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Was treibt Hamid Karzai?

Die Beziehungen zwischen dem Präsidenten und dem Westen sind zerrüttet. Nicht nur in Kabul rätselt man über seine Absichten. Und seinen Geisteszustand.

Wer in diesen Tagen mit Mitarbeitern des afghanischen Präsidialamtes redet, trifft auf Männer, die nervös zur Tür schauen und das Thema wechseln, sobald ein Kollege sich nähert. Verdächtige Worte wie „Präsident“ oder „Karzai“ meiden sie und sprechen stattdessen von „dem Mann da oben“. Der Geheimdienst, so sagt einer, beobachte genau, mit wem Regierungsmitarbeiter Kontakt hätten. Das Misstrauen gegenüber Amerika und Großbritannien sei so groß, dass er einen schriftlichen Antrag stellen müsse, wenn er Vertreter der beiden Botschaften treffen wolle. Die Paranoia der afghanischen Führung trat vor kurzem in einem Gerücht zutage, das in Kabuler Regierungskreisen die Runde machte. Innenminister Hanif Atmar, ein Liebling der Briten, sei vom amerikanischen CIA beauftragt, Präsident Hamid Karzai zu ermorden. Es war nur eine von vielen Verschwörungstheorien, doch immerhin soll der Minister daraufhin seinen Rücktritt angeboten haben.

Die Beziehungen zwischen Karzai und seinen westlichen Verbündeten sind seit Monaten zerrüttet. In den vergangenen Tagen hat der Präsident sie mit erstaunlichen Äußerungen auf eine neue Probe gestellt. Er behauptete, die massiven Fälschungen bei der Präsidentschaftswahl seien von Ausländern organisiert worden. Er erklärte, „die Ausländer“ wollten ihn und das Parlament schwächen. In Kandahar stellte er vor Stammesältesten die wichtige Nato-Offensive auf das Kernland der Taliban in Frage. In Gesprächen mit Abgeordneten soll er sogar gesagt haben, er werde sich den Aufständischen anschließen, wenn der Westen ihm weiter in seine Regierungsgeschäfte pfusche.

Das sagt ein Mann, dessen Regierung nach Ansicht vieler innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen würde, wenn die westlichen Truppen morgen abzögen. Dessen Sicherheitsapparat zu großen Teilen vom Ausland finanziert wird. Ist der Präsident auf Drogen, wie der einstige UN-Gesandte in Kabul, Peter Galbraith, im amerikanischen Fernsehen nahelegte? Ist er gar verrückt geworden, wie der Arzt und Oppositionspolitiker Abdullah Abdullah diagnostizierte? Oder verfolgt er mit seinem Konfrontationskurs eine Strategie?

Zweifel am Geisteszustand des Präsidenten sind nicht neu. Oft schon ist er als überarbeitet, erratisch, divenhaft, sprunghaft und paranoid beschrieben worden. Karzai brauche Urlaub, sagen Diplomaten seit Jahren. Er selbst hat in einem Interview einmal gesagt: „Ich bin eine erschöpfte Person. Ich mache das nicht erst seit sieben Jahren, sondern seit ich 22 Jahre alt bin.“

Besonders anstrengend sind wohl die vergangenen Monate gewesen. Das Gerangel um die gefälschte Präsidentschaftswahl 2009 hat ihn, den stolzen Paschtunen, tief gedemütigt. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama hat er, der jeden Morgen die amerikanische Presse studiert, nur noch selten Schmeichelhaftes über sich lesen dürfen. In Kabul heißt es, er sei überzeugt, man wolle ihn loswerden. Kaum weniger demütigend war der jüngste Besuch Obamas, bei dem er Karzai für die Korruption rügte. Wütend, so heißt es, sei man im Präsidentenpalast, auch darüber, dass Amerika in der Afghanistan-Politik immer stärker auf pakistanische Interessen eingehe. Und vollends platzte Karzai offenbar der Kragen, als das afghanische Parlament seine Wahlrechtsreform ablehnte. Damit wollte er wohl sicherstellen, dass genügend loyale Kräfte gewählt werden. Die braucht er dringender denn je, seit sich erstmals eine wirksame Opposition im Unterhaus zu bilden scheint.

Sind also einfach nur die Pferde mit dem Präsidenten durchgegangen? Der Kabuler Analyst Harun Mir sieht keine „rationale Erklärung“ für die Äußerungen Karzais. Er sei isoliert und frustriert. Ohne Hoffnung. Andererseits: Aus Karzais Sicht ist seine Distanz zu den engsten Verbündeten keineswegs so irrational, wie sie scheint. Er mag vom Westen abhängig sein, doch auch er, Karzai, ist für den Erfolg der amerikanischen Strategie in Afghanistan vorerst unverzichtbar. Aus Sicht des Westens gibt es derzeit keine Alternative zu Karzai. Sein stärkster Herausforderer Abdullah gilt als Iran-nah und wirkt wegen seiner Rolle im Bürgerkrieg für viele Afghanen wie ein rotes Tuch. Der bei Diplomaten beliebte Ashraf Ghani kam bei der Wahl über ein paar Tausend Stimmen nicht hinaus. Wohl auch deshalb hatten die westlichen Botschaften es nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009 zunächst gar nicht eilig, den Wahlbetrug anzuprangern. Erst als Medienberichte das ganze Ausmaß der Manipulation zutage förderten, hagelte es Kritik aus Washington, London und Berlin.

Trotz des Drucks hat Präsident Karzai bislang kaum erkennen lassen, dass er ernsthaft gegen die Korruption vorgeht. Ein Beispiel: Zum stellvertretenden Chef der Anti-Korruptions-Behörde ernannte er den Bruder seines ehemaligen Stabschefs. Einen Mann, der weithin als inkompetent gilt. Bislang hat die afghanische Regierung kaum die Erfahrung gemacht, dass sich Korruptionsbekämpfung für sie lohnen würde. Trotz wachsender Misswirtschaft ist das Volumen internationaler Hilfsgelder für Afghanistan in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ebenso wie im Nachbarland Pakistan, wo Milliardenhilfen aus Washington jahrelang ohne strikte Konditionen flossen. Der amerikanische Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, hat es kommen sehen. Nach einem Bericht der „Washington Post“ hatte der Diplomat sich in einem internen Memo im November gegen Truppenaufstockung ausgesprochen. Der Grund: Washington mache sich abhängig von einem unberechenbaren, korrupten Partner.

Der Vorwurf, Ausländer hätten die Wahlen gefälscht, mag für westliche Ohren lächerlich klingen. Für das verschwörungstheoretisch geschulte afghanische Publikum ist das keineswegs undenkbar. Tatsächlich gab es etwa im paschtunischen Osten viele Stimmen, die die Kritik an den Wahlfälschungen als westliches Komplott gegen den paschtunischen Präsidenten ansahen. Das mag verständlich sein angesichts westlicher Medienberichte, der einstige UN-Gesandte Galbraith habe offen über eine Ablösung Karzais sinniert.

Der Präsident hat schon früher versucht, mit Kritik am Westen seinen Ruf als Marionette loszuwerden. Punkten konnte er damit nur bedingt. Die Unbeliebtheit seiner Regierung hat kaum mit seiner Abhängigkeit vom Ausland zu tun, sondern vor allem mit Korruption und Machtmissbrauch. In den vergangenen Monaten hat Karzai sich zudem auffällig intensiv um zusätzliche Bündnispartner bemüht. Er reiste nach China und Iran. Er drohte, Russland um Rüstungshilfe nachzusuchen, wenn der Westen ihm keine Kampfflugzeuge bereitstelle. Karzai wäre nicht der erste Herrscher in Kabul, der dem Druck seiner Verbündeten auszuweichen sucht, indem er zusätzliche Türen öffnet. Zudem wird er auf gute Beziehungen zu den Nachbarn China und Iran – und eine Aussöhnung mit den Taliban – angewiesen sein, wenn die westlichen Truppen Afghanistan in einigen Jahren verlassen werden.

Vor diesem Hintergrund, so meinen Beobachter in Kabul, müssten auch die jüngsten rhetorischen Einlassungen Karzais verstanden werden. Die Heftigkeit seiner Ausbrüche hat allerdings selbst seine engeren Mitarbeiter überrascht. Er sei ernsthaft besorgt, sagt der Mann aus dem Präsidialamt.

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Angesichts des gräßlichen Endes seines Vorgängers Mohammed Nadschibullah (1) wäre es wirklich kein Wunder, wenn Karzai allmählich der A*sch auf Grundeis ginge. Es ist m.E. vernünftig und logisch, dass er sich aufgrund der Tatsache, dass in den letzten Jahren das Talibanübel nicht beseitigt worden ist, viele verschiedene Optionen offen halten will. Es gibt durchaus „rationale Erklärungen“ für sein Verhalten, so wie Frau Böge diese ja auch darstellt.

In ihren Augen besteht der Kern des afghanischen Problems in der Korruption der Regierung Karzai. Es sollte also theoretisch lösbar sein, legt dies nahe. Aber vielleicht ist eine mohammedanistische Gesellschaft ohne Korruption ein Widerspruch in sich? Den Taliban wird nachgesagt, sie seien nicht korrupt gewesen, aber ob dies zutrifft, ist unter dem Leichenberg, den sie hinterlassen haben, schwer festzustellen (2).

Folgt man der Auffassung von Frau Böge, sollte ein Hauptinteresse des Westens darin bestehen, die Regierung Karzai durch eine andere zu ersetzen. Das ist nicht so einfach, da man sich demokratischen Regeln verschrieben hat, die wiederum in vieler Hinsicht rein praktisch gar nicht zu realisieren sind. Diesen Gedanken denkt sicher auch Karzai zuende, aber er scheint nicht bereit zu sein, sich auf Hawaii zur Ruhe zu setzen. Daher spielt er in Gedanken sicher auch ein Vorgehen westlicher Dienste gegen sich selbst durch.

Grundsätzlich pessimistisch wird die afghanische Situation neuerdings offenbar von Thomas Speckmann gesehen, der warnend an die Niederlage der Sowjets erinnert. Seine militärtheoretischen Ausführungen in der FAZ sind im allgemeinen mit Gewinn zu lesen. Sein letzter Aufsatz in der FAZ vom 7. April erscheint mir jedoch arg defätistisch. Vielleicht sollte er über seinen Betrachtungen von Kriegen als „alte“ und „neue“ dazu übergehen (3), auch „ganz neue“ Kriege ins Kalkül zu ziehen oder aber auch „ganz alte“.

Als „ganz neuen“ könnte man, wie ich schon häufiger ausgeführt habe, den Afghanistan-Krieg insofern betrachten, als dass sein Sinn nicht unbedingt darin bestehen muss, Territorium zu erobern oder den Gegner niederzuzwingen oder zu eliminieren, sondern einfach darin, ihn auf Trab zu halten bzw. ihn in Achgharnichtsklappt zu trappen (trap = engl.: Falle), wenn es sein muss auch 1.000 oder 2.000 Jahre lang. Denn ein „ganz alter“ Krieg wiederum ist der Jihad, der 1.400-jährige Krieg der Mohammedanisten gegen den Rest der Welt, welcher heutzutage von nur wenigen Menschen als solcher erkannt wird.

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Déjà-vu am Hindukusch

Die Chronik eines Debakels in Afghanistan

Eine Supermacht interveniert: Elitesoldaten von Luftlandedivisionen nehmen Flughäfen und andere Schlüsselobjekte in Besitz. Kurz darauf folgen motorisierte Bodentruppen. Ihr Vormarsch trifft nur in wenigen Städten auf Widerstand. Nennenswerte Verluste sind nicht zu beklagen. Ein leichter, schneller Sieg, auf den ersten Blick. Auf den zweiten zeigt sich bald, dass die Interventionsstreitmacht von 80 000 Mann lediglich dazu in der Lage ist, Städte und wichtige Verkehrsverbindungen oder Nachschublinien zu sichern. Die eingesetzten Kräfte reichen nicht aus, um flächendeckend die Provinzen des Landes zu überwachen. Ein blutiger Guerrillakrieg zwischen den Interventionstruppen und der Armee der neuen Regierung auf der einen sowie Aufständischen auf der anderen Seite ist die Folge.

Was sich wie eine Zusammenfassung der Ereignisse in Afghanistan seit Beginn der amerikanischen Intervention 2001 liest, ist die komprimierte Einleitung von Bernhard Chiaris luzider Analyse des Debakels der Sowjetunion am Hindukusch. Ohne dass der Wissenschaftliche Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam Analogieschlüsse zöge, erscheinen seine Beobachtungen nicht nur als Déjà-vu der heutigen Situation am Hindukusch. Sie legen auch den Finger auf die wunden Punkte des westlichen Vorgehens seit 2001 („Kabul, 1979: Militärische Intervention und das Scheitern der sowjetischen Dritte-Welt-Politik in Afghanistan“, in: „Die Sowjetunion und die Dritte Welt“, Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 99, hrsg. von Andreas Hilger, München 2009).

Unter den Bedingungen der außerhalb von Kabul weitgehend traditionell organisierten Stammesgesellschaften erklärte die afghanische Regierung im Oktober 1978 die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau. Jugendliche Aktivisten aus Schulen und Hochschulen, die die traditionellen Spielregeln des Lebens nicht einmal kannten, wurden in die Dörfer geschickt, um dort die Segnungen des Kommunismus zu verkünden. In ihrem Bestreben, unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen Zugang zu Bildung und Boden durch eine Landreform zu verschaffen, ignorierten die afghanischen Kommunisten die Überlieferungen: Zwangen Repräsentanten der Regierung eine Bäuerin in eine Grundschule, so entehrten sie damit deren Ehemann. In den Dörfern setzten sich die Männer dagegen zur Wehr.

Die Politik der Regierung in Kabul rief den Widerstand breiter Bevölkerungsschichten und bewaffnete Aufstände islamischer Gotteskrieger hervor. Im März 1979 lieferten sich Bewohner von Herat, Bauern der umliegenden Dörfer und Soldaten der örtlichen Garnison vier Tage lang Gefechte mit afghanischen Regierungstruppen. Die Märzunruhen forderten 5000 Tote, darunter 150 bis 200 sowjetische Militärberater und ihre Familienangehörigen. Die Aufständischen vernichteten Panzer der Armee und Jeeps des KGB mitsamt ihren Insassen. Anders als bei früheren, rasch niedergeschlagenen Meutereien in Mazar-i-Sharif und Kabul konnten die Aufständischen Herat eine Woche lang halten. Die Rebellion offenbarte den spontanen Volkszorn in den afghanischen Provinzen. Er war aber gerade daher für die Regierung und ihre sowjetischen Verbündeten viel erschreckender als vereinzelte Attentate der bis zu diesem Zeitpunkt noch kaum organisierten Islamisten, die 1978 nur geringen Rückhalt in der Bevölkerung fanden.

Moskaus Militärs rieten mit Blick auf eine mögliche Intervention zur Vorsicht. Bei der Analyse des Aufstandes von Herat und der Taktik der Mudschahedin fiel immer wieder der Ausdruck „Partisanenkrieg“, seit dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion ein beinahe mythischer Begriff. Höheren Funktionären in Partei und Armee, meist selbst der Kriegsgeneration angehörig, war klar, welche Probleme die Ausweitung der militärischen Operationen gegen die afghanischen Aufständischen mit sich bringen mussten. Der Chef des sowjetischen Generalstabs, Marschall Ogarkow, warnte dringlich, eine Invasion würde dem Islamismus in der gesamten Region Auftrieb geben.

Am Ende waren es Leonid Breschnew und Politbüro-Mitglieder wie KGB-Chef Andropow, die alle Bedenken zurückstellten. Die Führung der UdSSR hoffte darauf, Afghanistan mit Hilfe einer neuen Regierung zu stabilisieren, um dann das eigene militärische Engagement rasch verringern zu können. Eine Hoffnung, die sich nicht nur damals als ebenso irrig erwies wie der Versuch, den ausufernden Konflikt mit Gewalt zugunsten der Kabuler Regierung zu entscheiden. Helmut Schmidt, der zur Zeit des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan Bundeskanzler war, hat Mitte März in einem Gespräch mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gemahnt: „Es wird langsam Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass man den Krieg irgendwann wird abbrechen müssen.“ Die Sowjetunion tat dies nach mehr als neun Jahren.

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Churchill hatte über die afghanische Gesellschaft geschrieben (4):

“Außer zur Erntezeit, wenn die Selbsterhaltung einen temporären Waffenstillstand erzwingt, sind die Pathanenstämme immer mit kleinen oder großen Kriegen beschäftigt. Jeder Mann ist Krieger, Politiker und Theologe. Jedes große Haus ist eine echt feudale Festung, zwar nur aus sonnengebackenem Lehm, aber mit Befestigungen, Kuppeln, Scharten, Ecktürmen, Zugbrücken, etc., wo nichts fehlt. Jedes Dorf hat seine Verteidigung. Jede Familie kultiviert ihre Vendetta; jeder Clan seine Fehde. Die zahlreichen Stämme und die Koalitionen von Stämmen haben alle ihre offenen Rechnungen, die gegeneinander beglichen werden müssen. Nichts wird je vergessen, und nur ganz wenige Schulden bleiben unbezahlt.”

Das Debakel der Sowjets rührte aus ihrem Versuch, die archaische und aus unserer Sicht verbrecherische Orkgesellschaft in die Welt des 20. Jahrhunderts liften zu wollen. Diesen Fehler brauchen wir nicht zu wiederholen, aber diese Erkenntnis verlangt nicht den Truppenabzug – im Gegenteil. Meine eigene Sicht der Dinge in Bezug auf den Afghanistankrieg, seine Ursachen und seinen Sinn, scheinen Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy eher zu teilen als Böge/Speckmann. Michaela Wiegel berichtete in der gestrigen FAZ:

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“(…) Einen italienisch-französischen Schulterschluss führten Sarkozy und Berlusconi auch bei der militärischen Zusammenarbeit vor. In Paris wurde die Gründung einer französisch-italienischen Brigade nach dem Vorbild der deutsch-französischen Brigade beschlossen. Angestrebt wird zunächst eine Gebirgsjägerbrigade, die gemeinsam für einen möglichen Einsatz in Afghanistan trainiert. Der italienische Außenminister Frattini forderte in der Zeitung „Le Figaro“ Deutschland auf, sich der Brigade anzuschließen. Auch Spanien solle darüber nachdenken. Es gehe darum, die europäischen Interventionsfähigkeiten zu verstärken. Nach dem Tod eines französischen Soldaten am Donnerstag in Afghanistan rechtfertigte der französische Verteidigungsminister Morin von neuem den Militäreinsatz. Ein schneller Abzug wäre unverantwortlich, sagte Morin.”

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In der Tat, so ist es, und daher ist auch das Gewinsel von Günther Nonnenmacher in der gestrigen FAZ m.E. recht unverantwortlich (5):

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Niemand kann die Angehörigen, die Freunde und Kameraden von Niels Bruns, Robert Hartert und Martin Augustiniak über ihren Verlust hinwegtrösten. Die öffentliche Trauerfeier in Selsingen, im Nachbarort der Fallschirmjägerkaserne von Seedorf, war Dank und Ehrung für die drei Bundeswehrsoldaten, die am Karfreitag in Afghanistan im Dienst für ihr Vaterland gefallen sind. Die Anerkennung für die Toten und ihre Würdigung – ausgesprochen im Namen aller Staatsbürger – können den persönlichen Schmerz nicht auslöschen. Öffentliches Gedenken und Anwesenheit höchster Repräsentanten des Staates bei der Trauerfeier sind nicht mehr als der Versuch, dem gewaltsamen, dem tragischen Tod der drei jungen Männer einen Sinn abzugewinnen.

Sinngebung des Sinnlosen? Die Frage richtet sich im Fall des Soldatentodes, diesseits von Glaube und Hoffnung, an die Politik. Denn sie trägt die Verantwortung für den 2001 beschlossenen Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch, und damit tragen die Politiker auch die letzte Verantwortung für den Tod von 39 deutschen Soldaten, die seither in Afghanistan gefallen sind. Zu dieser Verantwortung hätte es gehört, rechtzeitig und offen darüber zu sprechen, dass in Afghanistan seit geraumer Zeit Krieg herrscht – wie immer die völkerrechtlichen Umschreibungen dafür lauten mögen.

Das hätte den Ernst der Lage deutlich gemacht, nicht nur den Soldaten im Einsatz, die ihn ohnehin Tag für Tag erleben, sondern auch der deutschen Gesellschaft, die sich zu lange mit dem Gedanken beschwichtigt hat, es gehe um politische Stabilisierung, humanitäre Hilfe und Wiederaufbau eines zerstörten Landes.

Die einzig politisch tragfähige und damit verantwortungsvolle Rechtfertigung für den Einsatz in Afghanistan hat der frühere Verteidigungsminister Struck gegeben mit dem Satz, Deutschlands Freiheit und Sicherheit würden auch am Hindukusch verteidigt. Bundeskanzlerin Merkel hat ihn bei der Trauerfeier in Selsingen sinngemäß wiederholt und damit bekräftigt. Sie hat aber auch von Zweifeln gesprochen, die jeden Abgeordneten schon geplagt hätten.

Denn bei allen Rücksichten auf überpersönliche und übernationale Aspekte, wie etwa die Verpflichtungen in einem Bündnis: Politiker, die angesichts der Gefallenen keine Zweifel verspürten, wären im Deutschen Bundestag fehl am Platz.

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Selbstverständlich ist der Verlust von 39 gefallenen Mitbürgern sehr schmerzlich. Er ist aber nicht „tragisch“ oder „sinnlos“. Er ist nicht tragisch, weil die Toten aus freien Stücken den Soldatenberuf ergriffen und das Risiko des gewaltsamen Todes auf sich genommen haben. Das war in hohem Maße mutig, opferbereit und daher heldenhaft. Er ist nicht sinnlos, weil unsere Truppen zweifellos den Jihad von unseren eigenen Nationen in das Land des Feindes getragen haben und diesen dort binden.

Dass nicht jeder gute Politiker stets und immer wieder mit der treffenden Parole von Struck hausieren geht, und also die nackte Wahrheit ausspricht, ist vor allem Dimmis wie Nonnenmacher geschuldet, die die Parole nicht verstanden haben (wie Nonnenmachers Wortwahl zeigt), und die lange von einer demokratischen Zivilgesellschaft Afghanistan träumten (bzw. gegen die Intervention waren). Die Aufbauhilfe war sicher weniger für die Afghanen als vielmehr für die deutsche Heimatfront bestimmt, Nonnenmacher eingeschlossen.

Als FAZ-Redakteur hätte er es doch in der Hand gehabt, die Angelegenheit von vornherein “Krieg” zu nennen und gegen den Jihad zu schreiben. Aber in der FAZ muss ja auf jeden counterjihadischen Artikel ein fieslahmverstehender folgen. Jetzt mit dem Finger auf “DIE” Politiker zu weisen, ist mehr als wohlfeil. Aufgabe der Politik ist es, den Willen der Bürger zu exekutieren. Für die Formulierung dieses Willens, für die Meinungsbildung aber sind in hohem Maße die Medien, ist Nonnenmacher selbst verantwortlich.

Angebliche Zweifel müssen gewisse Politiker einräumen, um die Dimmis und PC-Geblendeten hier nicht zu verschrecken, um die Reihen langsam zu schließen und um bürgerlichen Gepflogenheiten gerecht zu werden. Wenn unsere Kanzlerin könnte, würde sie entschlossener vorgehen, da bin ich sicher. Aber es stehen derzeit einfach zu viele Günther Nonnenmachers im Weg rum.

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Time am 11. April 2010

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/12/hell-aint-the-worst-place-to-be/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/04/we’re-only-in-it-for-the-money/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/17/guter-alter-„neuer-krieg“/
4) http://kewil.myblog.de/kewil/art/176462276/
5) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E0C84F875FDE44FA8902B6E4268104789~ATpl~Ecommon~Scontent.html

auch:
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/21/nur-keine-eile/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/14/wir-sollten-bleiben-fur-immer/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/30/fort-pointing-man/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/02/hohle-und-andere-nusse/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/11/verantwortung-wem-gegenuber/
http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/28/ich-bin-verdrossen/
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PS.: Apropos „Trap“, als Soundtrack AC/DC‘s „Fly on the Wall“:
http://www.youtube.com/watch?v=7DIHfaDzp50
live: http://www.youtube.com/watch?v=s33ocNT8yAo&feature=related

Hier der Text (mit leichter Modifikation; gewidmet Mohammed Atta):

Fly on the Wall

You can dance
through the night
Rock ‚n‘ roll music
(itchin‘ to fight)
Makin‘ love
drunk or stoned
Lookin‘ for dollars
get broken-boned
It‘s a game
too tough to tame
Ends up the same
sweatin‘ out rain

I was TRAPPED
like a fly on the wall
I was caged
like a zoo animal
No escape from the fate
that you make
You‘re a snake
I‘ve had all I can take
Watch out
there‘s a fly on the wall

Take a chance
take a bite
ALLA, ALLA
take me tonight
Like a bitch
makin‘ heat
Beatin‘ on my chest
lickin‘ at my feet
It‘s a game
too tough to tame
Ending up the same,
sweatin‘ in the rain
So watch out
there‘s a fly on the wall


Frechheit siegt

8. April 2010

Von Mammut Gardinenstange sind wir Unverschämtheiten, z.B. gegenüber unserer Kanzlerin, gewöhnt. Aber auch das Erdoganferkel hat offenbar eine denkbar schlechte Kinderstube genossen, so wie dies bei den Orks die Regel ist. Michaela Wiegel berichtet für die heutige FAZ über seinen aktuellen Besuch in Frankreich.

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Erdogan in Paris mit höflichem Desinteresse empfangen

Keine gemeinsame Pressekonferenz / Weiter Streit über EU-Mitgliedschaft / Erdogan: Sarkozy kennt Türkei schlecht

Mit höflichem Desinteresse ist der türkische Ministerpräsident Erdogan am Mittwoch in Paris empfangen worden. Der französische Präsident Sarkozy verzichtete nach dem Gespräch mit Erdogan ganz entgegen den Gepflogenheiten auf eine Pressekonferenz im Elysée-Palast. Sarkozy war nicht daran gelegen, die bekannten Differenzen über die EU-Mitgliedschaft der Türkei öffentlich auszubreiten. Erdogan warb hingegen offensiv für einen EU-Beitritt seines Landes. In der Zeitung “Le Figaro” sagte der türkische Regierungschef, die Türkei werde keine Last für Europa sein, sondern im Gegenteil zu einer Entlastung Europas beitragen.

Erdogan hielt seinem Gastgeber vor, die Türkei schlecht zu kennen. “ER erzählt IMMER von einer Türkei-Reise in seiner JUGEND. Aber er sollte sich mal ansehen, wie die Türkei heute aussieht”, sagte Erdogan. Der französische Präsident hat seit seinem Amtsantritt einen offenen Konflikt mit Ankara über die EU-Aufnahmeverhandlungen vermieden. Doch Sarkozys grundsätzliche Weigerung, eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei in Erwägung zu ziehen, hat zu unterkühlten Beziehungen zwischen Paris und Ankara geführt. Die Gründung der Mittelmeerunion, die zeitweilig in Paris als “Alternative zur EU für die Türkei” dargestellt wurde, hat das politische Verhältnis nicht verbessert.

Bei der Einweihung des türkischen Programms des Nachrichtensenders Euronews am 30. Januar in Istanbul hatte Erdogan seinem ÄRGER über den französischen Präsidenten freien Lauf gelassen. “Sarkozy sagt manchmal Dinge, die mit dem VERSTAND nicht zu fassen sind. Aber WAS er auch unternimmt, WIR werden weitermachen, solange nicht alle EU-Mitglieder gesagt haben, dass sie die Türkei nicht wollen”, sagte Erdogan. Er rückte in Paris NICHT von seiner Position im Atomstreit mit Iran ab und lehnte die Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran ab. In “Le Figaro” sprach sich Erdogan für eine “diplomatische Lösung” aus und bekräftigte seinen Willen, gute Beziehungen zu “meinem TEUREN FREUND Ahmadineschad” zu unterhalten. Sanktionen würden sofort von jenen unterlaufen, die sie zuvor lauthals gefordert hätten, sagte Erdogan.

Die Visite des türkischen Ministerpräsidenten war zum Abschluss der türkischen Kultursaison in Frankreich anberaumt worden. Erdogan wohnte am Dienstagabend dem Finale bei – ein Barockmusikabend im Schloss von Versailles. Er traf am Mittwoch Premierminister Fillon. Auf Erdogans Programm stand auch eine Begegnung mit Unternehmern auf Einladung des Unternehmerverbandes Medef. Die Türkei ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Frankreichs. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern belief sich 2009 auf etwa zehn Milliarden Euro.

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“Frechheit siegt” ist das Motto der Orks, und wir lassen es ihnen durchgehen. Einer ihrer Meister ist the Fuhrergan. Rüpelhaftigkeit und ein unbeirrbares Bekenntnis zur unverbrüchlichen Freundschaft mit den iranischen Klerikalfaschisten, die zur Vernichtung Israels aufrufen, sind keine Gründe für die EU, das Erdoganferkel zur “persona non grata” zu erklären. Große Geschäfte erfordern unser Stillhalten. Aber zu Geschäften gehören immer zwei. Was würden denn die TÜRKISCHEN Wirtschaftsvertreter sagen, wenn der 10-Mrd.-Euro-Deal ins Wasser fallen würde?

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Time am 8. April 2010


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