Mit ‘Rainer Hermann’ getaggte Beiträge

Der Rattenkorridor wird verlängert

3. Januar 2014

Falludscha

Am 12. Dezember vergangenen Jahres hatte ich Ihnen einen Bericht von Rainer Hermann aus der FAZ über den sogenannten „Rattenkorridor“ vorgelegt (1). Darin beschrieb er, wie die Truppen von Al-Kaida quasi staatliche Strukturen entlang des Euphrat aufgebaut haben. Inzwischen sind sie mit der Einnahme zweier irakischer Städte weit nach Osten vorgestoßen. Ich frage mich, wie lange unsere Regierungen dies vor unserer Haustür noch tolerieren wollen. Lesen Sie einen Bericht aus der FAZ (2) sowie einen Kommentar von R. Hermann zum Thema (3).

Karte

Islamistische Rebellen auf dem Vormarsch

Im Irak vergrößert sich die Macht der islamistischen Rebellen immer weiter. Die Städte Ramadi und Falludscha sind in Teilen in der Hand von mit Al Qaida verbündeten Milizen.

Islamistische Rebellen haben die Kontrolle über Teile der irakischen Städte Ramadi und Falludscha übernommen. Beobachter berichteten am Donnerstag, dutzende Lastwagen mit schwer bewaffneten Männern würden durch die Straßen im Osten Ramadis fahren und über Lautsprecher Lieder spielen, in denen die Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) verherrlicht werde. Sicherheitskräfte waren auf den Straßen der Stadt, in der am Montag gewaltsam ein Protestlager aufgelöst worden war, nicht zu sehen.

Laut einem Vertreter der Sicherheitskräfte brachten die Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al Qaida verbündeten Gruppe auch die Hälfte von Falludscha unter ihre Kontrolle. Die andere Hälfte werde von bewaffneten Stammesangehörigen kontrolliert. Am Mittwoch hatten Aufständische in Falludscha vier Polizeiwachen in Brand gesetzt und hunderte Häftlinge befreit. Auch zwei Militärfahrzeuge wurden in Brand gesetzt und Waffen gestohlen.

In Ramadi hatte die Polizei am Montag ein Protestlager sunnitischer Regierungsgegner geräumt. Bei anschließenden Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Bewaffneten wurden mindestens 14 Menschen getötet. Aus Protest gegen die Räumung legten 44 irakische Parlamentarier ihre Mandate nieder. Ministerpräsident Nuri al Maliki hatte zuvor gesagt, das Protestlager an einer Autobahn nahe der Stadt im Westen von Bagdad sei von Al Qaida unterwandert worden.

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Bogen des Terrors

Ministerpräsident Maliki gibt den Sunniten zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn.

Die Eroberung der irakischen Städte Ramadi und Falludscha durch Krieger des „Islamischen Staats Irak und (Groß-)Syrien“ hätte verhindert werden können. Denn die Angreifer konnten die Entfremdung der sunnitischen Bewohner in der Provinz Anbar, die an Syrien grenzt, vom Zentralstaat und einer Regierung ausnutzen, die sich gebärdet, als stehe sie allein im Dienst der schiitischen Mehrheit.

Ministerpräsident Maliki polarisiert nicht nur; er gibt den Sunniten auch zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Die sunnitischen Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn und vertiefen sie noch. Schon einmal, 2006 und 2007, hatten sie auf irakischem Boden einen „Islamischen Staat“ ausgerufen.

Heute bildet die Herrschaft ihres Terrors einen „dschihadistischen Halbmond“, der von Anbar über das syrische Euphrattal und Aleppo bis in den Nordlibanon reicht. Der amerikanische Präsident Obama hat Maliki Waffen und Drohnen zugesagt, um den Terror zu bekämpfen. Solange die Regierung in Bagdad sich aber verhält, wie Maliki es tut, werden diese Waffen nichts ändern.

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Time am 3. Januar 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/12/12/der-rattenkorridor/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-islamistische-rebellen-auf-dem-vormarsch-12734286.html
3) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-bogen-des-terrors-12734888.html

Der „Rattenkorridor“

12. Dezember 2013

Rattenkorridor

Einen fulminanten Bericht zur Lage in Syrien legte Rainer Hermann in der gestrigen FAZ vor (1).

Es wird klar, dass entlang des Euphrat in unmittelbarer Nähe zu Europa ein dramatisches Bedrohungspotential aufgebaut wird, das ungleich größer ist als an jeder anderen Jihad-Front.

Es wird klar, dass der Beitritt der Torkei zur EU diese in unmittelbare Nachbarschaft zur heißen Jihadsphäre bringen würde.

Es wird ebenso klar, dass es höchste Zeit ist, dort um jeden Preis zu intervenieren und den Kampf gegen das Assad-Regime, das zumindest halbwegs rationale Züge aufweist, einstweilen einzustellen.

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Al Qaida in Syrien

Ein Afghanistan am Mittelmeer

Al Qaida nutzt das Machtvakuum, das der syrische Bürgerkrieg schafft, um dort einen islamischen Staat aufzubauen. Der Terrorkampf zieht dorthin mehr Dschihadisten als an den Hindukusch.

Abu Bakr al Baghdadi ist erfolgreicher als sein Vorbild Usama Bin Ladin. Anders als der Gründer von Al Qaida gebietet der Iraker aus Samarra über einen islamischen Staat. Er ist selbst erfolgreicher als sein Mentor Abu Musab Zarqawi. Denn der im Jahr 2006 getötete Führer von „Al Qaida im Irak“ herrschte nur über ein „Emirat“ innerhalb der irakischen Provinz Anbar. Der 42 Jahre alte al Baghdadi, vom dem keine Fotos existieren, herrscht aber über einen Staat, der bestehende Grenzen aufhebt: den „Islamischen Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis), der seinen Terror von der syrischen Provinzhauptstadt Raqqa am Oberlauf des Euphrat bis hinab in die irakische Provinz Anbar ausweitet und der seine Präsenz in Mossul, der zweitgrößten Stadt des Iraks, ausbaut.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser islamische Staat dem Westen zuwendet. Der gefährlichste Arm von Al Qaida diskutiere bereits darüber, wann er den Westen angreifen solle, sagt Mike Rogers, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses in Washington. In einer Titelgeschichte der amerikanischen Zeitschrift „Time Magazine“ über Isis wird er mit den Worten zitiert: „Das hatte sich genau in Afghanistan ereignet und führte zu 9/11.“

Rekrutierte aus der ganzen islamischen Welt

Das Magazin zitiert ferner Matthew G. Olsen, den Direktor des amerikanischen Nationalen Antiterrorzentrums: „Der wachsende Kader von Kämpfern aus dem Westen verstärkt mutmaßlich den Pool der Gruppe an externen Agenten, der zu Anschlägen gegen den Westen eingesetzt werden kann.“ Aus diesem Grund schlägt Ryan Crocker, der im Nahen Osten erfahrenste amerikanische Diplomat, vor, Kontakt zu Präsident Assad aufzunehmen, um die Bedrohung, die von Al Qaida in Syrien ausgeht, gemeinsam zu bekämpfen. Die „New York Times“ zitiert ihn: „So schlecht Assad ist, er ist nicht so schlecht wie die Dschihadisten, die nach seinem Weggang das Land übernehmen wollen.“

Der Bürgerkrieg in Syrien hat ein Vakuum erzeugt, das Al Qaida nutzt, um ein Afghanistan am Mittelmeer zu schaffen. Mit einem Unterschied: „Syrien hat in zweieinhalb Jahren so viele ausländische Kämpfer angezogen wie Afghanistan in zweieinhalb Jahrzehnten“, sagte ein nicht genanntes Mitglied der Regierung Obama zu „Time“. Die neu Rekrutierten kommen aus der ganzen islamischen Welt, von Albanien über den Kaukasus bis auf die arabische Halbinsel, auch aus Europa. Sie schwören ihren Eid nicht mehr auf al Zawahiri, den Führer von Al Qaida, der sich in Afghanistan oder Pakistan versteckt. Sie schwören ihn auf al Baghdadi und den „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“.

Baghdadi hat Großes vor

Nicht allein die internationalen Kämpfer haben al Baghdadi in kurzer Zeit große Macht verschafft. Unbestrittener Führer wurde er am 21. Juli 2013. Vom Sommer 2010 an hatte Baghdadi seine Herrschaft im irakischen Niemandsland aufgebaut, im Verborgenen war er zum Führer von „Al Qaida im Irak“ aufgestiegen. Die Zahl der großen Bombenanschläge nahm im Irak zu, auch die Zahl der Gefängnisausbrüche. An jenem 21. Juli 2013 folgte der größte von ihnen: Mehrere Monate hatte Baghdadi den Sturm auf Abu Ghraib vorbereitet, auf das größte irakische Gefängnis. Bei der Erstürmung kamen 500 Insassen frei; die meisten hatten zuvor für Al Qaida gekämpft. Von da an verstärkten sie die Durchschlagskraft von Baghdadi entscheidend. Dessen Machtwille reichte so weit, dass er Zawahiri nicht mehr als seinen Führer anerkannte. Vielmehr wies er dessen Fatwa zurück, dass sich Baghdadi auf den Irak konzentrieren und Syrien der „Dschabhat al Nusra“ unter Muhammad al Dschaulani überlassen solle.

Zawahiri hält die Brutalität Baghdadis, der große Anschläge verübt und die Zivilisten in seinem Herrschaftsbereich terrorisiert, für kontraproduktiv. Baghdadi brüskierte aber Zawahiri, indem er sagte: „Ich muss zwischen der Herrschaft Allahs und der Herrschaft Zawahiris entscheiden, und ich entscheide mich für die Herrschaft Allahs.“ Er gebietet schon über ein kleines Kalifat auf irakischem und syrischem Boden. Anknüpfen will er an die großen Epochen der islamischen Geschichte. Dazu zählen die Zeit von 661 bis 750, als die Omayyaden von Damaskus aus ein islamisches Großreich regierten, sowie die Epoche 750 bis 1258. Damals herrschten die Abassiden von Bagdad aus. Während diese Großreiche zivilisatorischen Fortschritt gebracht hatten, verbreitet Baghdadi Schrecken und Terror.

Baghdadi hat Großes vor. Deshalb nennt er seinen Herrschaftsbereich „Staat“, und er arbeitet daran, dass dieser von Dauer ist. Wie das aussieht, beschreibt die Websitee „Syria Comment“ des amerikanischen Politikwissenschaftlers Joshua Landis, die als eine der wichtigsten Websites zu Syrien gilt: Baghdadis Krieger kontrollieren Grenzübergänge zur Türkei, sie haben Ölfelder und Raffinerien in ihre Gewalt gebracht, verteilen Weizen, Nahrungsmittel und Ölprodukte, betreiben in Raqqa Schulen, die der religiösen Umerziehung dienen, und eine Buslinie. Die Versorgung erfolgt entlang des Euphrat über Schwesterstädte im Irak; Amerikaner nennen die Route den „Rattenkorridor“.

Ein sicheres Rückzugsgebiet

Wäre Baghdadi finanziell von Al Qaidas Führung abhängig, er würde sich nicht so klar von Zawahiri distanzieren. Geld fließt aus in Mossul erpressten Schutzgeldern und dem Verkauf von Erdöl, private Geber aus den Golfstaaten, vor allem Kuweit, lassen Bargeld nach Raqqa bringen. Überweisen können sie es nicht mehr. Denn Baghdadi ließ in Raqqa die letzte Einrichtung schließen, die Überweisungen vorgenommen hatte. Eingestellt sind auch alle Medien, so dass die Einwohner von Raqqa nur noch telefonisch mit der Außenwelt in Verbindung stehen.

Unter Kaiser Justinian, dem Erbauer der Hagia Sophia, hatten die Christen von Raqqa eine Blütezeit erlebt. Unter den Abbasiden war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum. Heute erlebt sie als Hauptstadt von Baghdadis Islamischem Staat einen traurigen Tiefpunkt. Die Einwohnerzahl hatte sich durch Flüchtlingswellen auf eine Million vervierfacht. Die Rebellen eroberten die Stadt am 5. März 2013, rasch übernahmen die Dschihadisten die Macht. Von hier kontrollieren sie den Norden Syriens, wo Baghdadi einen Tschetschenen als Kommandeur eingesetzt hat, und den Osten des Landes. Islamische Gerichte sprechen in Raqqa Todesurteile aus, die auf dem zentralen Platz vollstreckt werden; Sittenpolizisten setzen die Vollverschleierung der Frauen durch und ein totales Rauchverbot. Die armenische Kirche von Raqqa ist ein Zentrum für die Verbreitung des Islams, Priester wurden verschleppt, Bibeln öffentlich verbrannt.

Al Qaida hat mit dem „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“ ein sicheres Rückzugsgebiet geschaffen, das sich entlang des „Rattenkorridors“ weit in den Irak erstreckt. Die Staatsgrenzen der Vergangenheit sind dort aufgehoben. Je stabiler dieses Gebilde wird, desto größer wird die Gefahr für den Westen.

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Time am 12. Dezember 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/al-qaida-in-syrien-ein-afghanistan-am-mittelmeer-12704655.html

Wir müssen alle aufnehmen

28. September 2013

Zeit

Speziell Christen aufzunehmen, finden die Grünen aber nicht o.k., obwohl die am schärfsten verfolgt werden. Hier ein nicht ganz unzutreffender Kommentar:

Comment

Einen recht zahmen aber doch sehr interessanten Leitartikel zum Thema „Christenverfolgung im Orient“ lieferte Rainer Hermann in der heutigen FAZ ab (1). Seine Schlussfolgerung ist anders als die meinige. Er möchte die Christen weiterhin in der Region dort sehen:

„Falsch aber wäre es, alle orientalischen Christen grundsätzlich als bedroht zu sehen und sie nach Europa und Amerika zu holen, wo sie sich rasch assimilieren würden. Verlieren würde das Christentum. Denn die große Vielfalt des Christentums macht einen Teil der Vitalität dieser Weltreligion aus. Verlieren würden auch die Länder des Nahen Ostens; ohne den Beitrag der Christen würde es Syrien und Ägypten noch viel schwerer fallen, moderne Zivilgesellschaften als Gegenentwurf zur islamischen Ordnung aufzubauen. Auf die Christen als Sauerteig können die arabischen Gesellschaften nicht verzichten.“

Die mohammedanistischen Länder können sehr wohl auf Christen verzichten, denn die Orks streben keine modernen freiheitlichen, offenen Gesellschaften an sondern Sklavenhalterstaaten. Sie werden ihre Scharia-Sphäre von allen Nicht-Orks befreien. Das liegt in der Natur dieser bösartigen Ideologie, die vor ihrem nahen Ende noch einmal besinnungslos um sich schlägt. Es muss sich trennen, was nicht zusammengehört. Hermann verschließt vor der Tatsache die Augen, dass die grundsätzliche Bedrohung ALLER Christen in der Orksphäre ein fundamentaler Glaubensartikel des Nazislahm ist, und dass der allgemeine Holocaust nur noch eine Frage der Zeit ist. Den Christen nicht zu helfen, ist zynisch und grausam.

Meine Schlussfolgerung ist daher, alle aufzunehmen. Ich nehme zudem an, dass sie dem Christentum im Westen und dem Westen überhaupt einen belebenden Impuls verleihen können. 

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In großer Bedrängnis

Die orientalischen Christen wollen dem Furor der Islamisten nicht länger ausgeliefert sein. Es herrscht Endzeitstimmung.

Als Johannes Moschus im späten 6. Jahrhundert durch das Byzantinische Reich reiste, von einem Kloster zum nächsten, beschrieb der Mönch aus Damaskus einen Orient, der noch ganz christlich war. Im Bogen von Kleinasien über die Levante bis Nordafrika durchstreifte er die Hochkultur seiner Zeit. Dann erlebte er, wie im Jahr 614 sassanidische Perser Jerusalem vorübergehend eroberten; wenig später setzte der Islam zu seinem Eroberungszug an. Von da an nahm in der Region, in der das Christentum seinen Ursprung hat – mit Antiochien, wo sich die ersten christlichen Gemeinden bildeten, mit Alexandria, wo die frühchristliche Religion mit hellenistischem Denken verschmolz -, die Präsenz der Christen ab.

Fast 1500 Jahre nach Johannes Moschus herrscht unter den letzten orientalischen Christen Endzeitstimmung. Im 20. Jahrhundert hatten moderne Ideologien den christlichen Minderheiten zugesetzt und sie verjagt: in der Türkei der türkische Nationalismus, in Ägypten der Nationalismus Nassers. Beschleunigt setzte sich der Exodus im 21. Jahrhundert fort. Heute sind die Christen Opfer islamistischer Gewalt: nach 2003 und dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung im Irak; in Syrien, wo Dschihadisten einen von Christen gesäuberten islamischen Staat errichten wollen; in Ägypten, wo die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi sich an den koptischen Christen dafür rächen, dass sie sich aus Angst vor weiterer Islamisierung auf die Seite der Generäle gestellt haben. In Pakistan gerät der islamistische Mob außer Kontrolle, den die Staatsmacht lange gefördert hatte, zuletzt mit dem Blasphemiegesetz, das zur Verfolgung der Christen geradezu einlädt. Eine Frucht dieser Saat war der Anschlag auf eine Kirche am vergangenen Sonntag in Peschawar.

Vor einem Jahrhundert waren in den Ländern, die Johannes Moschus bereist hatte, zwanzig Prozent der Bevölkerung Christen. Geblieben ist davon – vor allem dank der Kirchen in Ägypten, Syrien und im Libanon – ein Anteil von höchstens vier Prozent, und auch die sind gefährdet. In Maalula, einer christlichen Stadt in Syrien, in der noch Aramäisch gesprochen wird, die Sprache Jesu, haben Dschihadisten mit der Zwangskonversion der Christen begonnen; auch immer mehr „gemäßigte“ Rebellen fordern einen islamischen Staat; in Städten Oberägyptens, die (noch) unter der Kontrolle von Muslimbrüdern und Salafisten sind, haben die Christen den Status von „Dhimmis“, von „Schutzbefohlenen“, den die Scharia vorschreibt. Ihr Leben ist nicht bedroht – Kirchen und Klöster brannten dennoch nieder, die Polizei schritt nicht ein.

Sauerteig der muslimischen Mehrheitsgesellschaften

Mehr als 14 Jahrhunderte haben die orientalischen Christen als Minderheit in einem Umfeld überlebt, das ihnen nicht immer feindlich gesinnt war, in dem sie aber stets vor Verfolgung auf der Hut sein mussten. Dabei waren sie der Sauerteig auch der muslimischen Mehrheitsgesellschaften: Sie führten in die Frühzeit des Islams das Denken und die Kultur der Antike ein; im 19. Jahrhundert erneuerten sie die arabische Sprache, modernisierten das Bildungswesen und das politische Denken. Christliche Intellektuelle machten den Orient mit dem Säkularismus vertraut, sie gründeten säkulare Parteien wie die Baath-Partei.

Die orientalischen Christen haben schwere Zeiten durchlebt und sind vieles gewöhnt. Heute wollen sie dem islamistischen Furor nicht länger ausgeliefert sein, selbst wenn der nur von einer Minderheit der Muslime getragen wird. Ein Krieg führt zum nächsten, die Blutspur des Dschihad reicht von Afghanistan über den Irak nach Syrien. Die arabische Welt hat das Trauma, von äußeren Mächten bedroht und fremdbestimmt zu sein – von den Kreuzzügen über die Invasion der Mongolen bis hin zur Kolonialherrschaft -, nicht überwunden.

Aus Sorge um ihre Zukunft, aus Angst um ihr Leben suchen viele Christen Zuflucht im sicheren Westen. Andere aber suchen diese Zuflucht dort im Nahen Osten, wo es für sie noch Schutzräume gibt: im Libanon, im kurdischen Nordirak, selbst in der Türkei. Irakische Christen, die nach 2003 nach Syrien in Sicherheit geflohen waren, kehren in den (Nord-)Irak zurück; syrisch-orthodoxe Christen, die in der Vergangenheit die Türkei verlassen hatten und nach Syrien gegangen waren, kehren in ihre Urheimat zurück, den Tur Abdin. Es sind freilich nicht nur Christen, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihren Heimatländern den Rücken kehren oder vor Kriegen fliehen.

Der Westen steht in der moralischen Pflicht, jenen die Türen zu öffnen, deren Leben bedroht ist. Falsch aber wäre es, alle orientalischen Christen grundsätzlich als bedroht zu sehen und sie nach Europa und Amerika zu holen, wo sie sich rasch assimilieren würden. Verlieren würde das Christentum. Denn die große Vielfalt des Christentums macht einen Teil der Vitalität dieser Weltreligion aus. Verlieren würden auch die Länder des Nahen Ostens; ohne den Beitrag der Christen würde es Syrien und Ägypten noch viel schwerer fallen, moderne Zivilgesellschaften als Gegenentwurf zur islamischen Ordnung aufzubauen. Auf die Christen als Sauerteig können die arabischen Gesellschaften nicht verzichten.

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Time am 28. September 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/christen-im-orient-in-grosser-bedraengnis-12594833.html

Mansours Märchenstunde

5. Mai 2013

mansour_al_turki

Die FAZ brachte am 2. Mai die skurrilen Ausführungen des Sprechers des saudischen Innenministeriums Mansour al Turki (1), der eine befremdliche Mischung aus Takija, Jihadmission und plumper Lüge vortrug, um für die Intervention des Westens in Syrien an der Seite der Sunniten zu werben. Rainer Hermann berichtete.

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„Syrien gefährdet Erfolg im Krieg gegen den Terror“

Der Bürgerkrieg in Syrien beschert dem Dschihad und Al Qaida eine neue Mission, warnt General Mansour al Turki, Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums.

Mit dem Krieg in Syrien hat eine neue Phase im Kampf gegen Al Qaida begonnen. Jugendliche Extremisten würden nicht mehr durch Bin Laden, Afghanistan oder den Irak inspiriert, sondern durch den Krieg in Syrien, sagt General Mansour al Turki, der Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums. Wenn in Syrien Menschen getötet und historische Moscheen zerstört werden, so seien sie überzeugt, ein wirklicher Dschihad stehe bevor. Je länger dieser Konflikt dauere, desto mehr würden islamische Religionsgelehrte zum Dschihad in Syrien aufrufen. Das sei folgenschwer, da es in den vergangenen Jahren gelungen sei, ein Bewusstsein für die Regeln des Dschihad zu schaffen. So wüssten die Muslime heute, dass eine Regierung den Dschihad zur Verteidigung des Islams offiziell erklären müsse, dass man keine Unschuldigen töten „und nicht einmal einen Baum fällen“ dürfe. Den Muslimen ist die Grenze zwischen Dschihad und Terror bewusst geworden.

Der Erfolg im Kampf gegen den Terror würden nun durch die Inspiration für Dschihadisten in Syrien in Frage gestellt, sagt al Turki. In Syrien kämpften die Dschihadisten gegen Individuen und gegen eine Armee, sie verübten keine Selbstmordanschläge. Der Bürgerkrieg in Syrien beschert dem Dschihad und Al Qaida damit eine neue Mission, weshalb Al Qaida nicht an der Beendigung des Konflikts interessiert sei. Al Qaida werde durch den Krieg in Syrien wohl nicht stärker werden. Es werde aber schwieriger, die Menschen daran zu hindern, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen.

Saudi-Arabien hat die Finanzierung von Al Qaida und die Rekrutierung neuer Mitglieder weiter erschwert. Bei der Ausreise aus Saudi-Arabien darf man höchstens umgerechnet 12000 Euro bei sich tragen, bei Überweisungen von mehr als 100 Euro werden alle Daten des Überweisenden aufgenommen, und das Aufstellen von Spendenboxen durch Wohlfahrtsorganisationen, die streng kontrolliert werden, ist verboten. Saudi-Arabien hat die Lehren aus den Anschlägen der Jahre 2003 und 2004 gezogen und bekämpft seither den Terrorismus erfolgreich.

Seither habe es keine Versuche mehr gegeben, einen Terrorakt durchzuführen, sagt al Turki. Die Zahl der Verhaftungen nehme ab. Da die Finanzquellen für Al Qaida in Saudi-Arabien ausgetrocknet worden seien, sei es auch im Jemen zunehmend ruhig, wohin sich saudische Dschihadisten zurückgezogen haben. Um Lösegeld zu erpressen, hätten Dschihadisten im Jemen vor mehr als einem Jahr einen saudischen Diplomaten entführt. Nun nutzten jedoch Einzelne die Lage in Syrien, um in Saudi-Arabien – angeblich für humanitäre Zwecke – über Twitter Geld zu sammeln. Sie bitten, Spenden für Syrien auf ein Konto zu überweisen. Die Regierung hat, um abzuschrecken, erklärt, alle ungenehmigten Konten von Wohltätigkeitsvereinen würden eingefroren.

Laut al Turki sind in saudi-arabischen Gefängnissen 2500 Personen wegen ihrer Verbindung zum Terror inhaftiert. Auf der Internetseite des Innenministeriums sind diese Personen mit Initialen aufgeführt, mit den Vorwürfen gegen sie, dem Verfahrensstand und dem Zeitpunkt der Verhaftung. Unter ihnen befinden sich auch Frauen. Um die Personen ausfindig zu machen, die bereit sind, nach Syrien zu gehen, stützt sich die Regierung auf die Familien. „Die Eltern und Familien melden heute, wenn ein Sohn sagt, er gehe nach Mekka oder in die Wüste.

Eine Gefahr geht für Saudi-Arabien weiter von der kaum zu kontrollierenden Grenze zum Jemen aus. Dschihadisten, die neue Mitglieder anwerben wollten, versuchten über die Grenze nach Saudi-Arabien zu gelangen, sagt al Turki. Immer wieder melden sich Saudis, die aus dem Gefängnis entlassen worden sind, wenig später aus dem Jemen.

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Time am 5. Mai 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/saudischer-ministeriumssprecher-syrien-gefaehrdet-erfolg-im-krieg-gegen-den-terror-12170266.html

Neues von der EU-Beitrittskandidatin

28. Dezember 2012

Erdogan2

In der heutigen FAZ macht der Sunnitenfreund Rainer Hermann auf die türkische Autorin Asli Erdogan aufmerksam (1), die in der Torkei um ihr Leben fürchten muss und daher in Graz im Exil lebt. Wie so oft taucht der Mohammedanismus in einem Artikel Herrn Hermanns nicht als Ursache der Misere auf, verantwortlich sind vielmehr die türkischen „Nationalisten“, so als ob die nicht zu 99,8% Mohammedanisten wären.

Was mir an Hermanns Text u.a. gut gefallen hat, ist, dass er auf die torkischen diakritischen Zeichen verzichtet, die z.B. sein Kollege Wolfgang Günther Lerch gern in seine Texte einzustreuen pflegt, um Sachkenntnis zu demonstrieren. Ich möchte jedoch nicht, dass das torkische Alphabet Eingang in unser deutsches Alphabet findet. Asli Erdogan heißt auf torkisch „Aslı Erdoğan“, und das spricht man „Assle Ärdohwan“.

Interessanterweise ist bei Wiki von der Ork-Kampagne gegen sie nichts zu lesen (2). Dort heißt es lapidar (unter Verwendung von Buchstaben des torkischen Alphabets):

„Erdoğan besuchte das Robert College in Istanbul-Arnavutköy bis 1983 und studierte Informationstechnik und Physik an der Boğaziçi Üniversitesi bis 1988. Für CERN arbeitete sie von 1991 bis 1993. Danach arbeitete sie in Rio de Janeiro und kehrte 1996 in die Türkei zurück, um hier als freie Schriftstellerin zu arbeiten. Seit Anbeginn engagierte sie sich für Menschenrechtsfragen und war beim P.E.N. im Komitee ‚Schriftsteller in Haft’. Ihre Kolumne ‚Die Anderen’ in der Zeitung ‚Radikal’ fasste sie zusammen in dem Buch ‚Bir Yolculuk Ne Zaman Biter’. Ihre Bücher wurden auch ins Französische und Englische übersetzt. 1990 erreichte sie einen dritten Platz beim türkischen Yunus-Nadi-Preis, bei der Deutschen Welle gewann sie den 1997 für türkischsprachige Beiträge ausgelobten Autorenwettbewerb mit der Kurzgeschichte Holzvögel, die auch den Titel für die veröffentlichte Sammlung abgab. 2010 erhielt sie für ihren Roman Tas Bin den „Sait-Faik-Literaturpreis“, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei. Von Dezember 2011 bis Mai 2012 weilte Aslı Erdoğan als ‚writer in residence’ des Literaturhauses Zürich und der Stiftung PWG in Zürich. Seit August 2012 ist sie Asylschreiberin der Stadt Graz.“

Lesen Sie jetzt den Artikel von Rainer Hermann.

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Eine türkische Winterreise

Sie schrieb über Gefängnisse, Folter und Gewalt gegen Frauen, dann verließ sie ihre Heimat: Warum sich die Schriftstellerin und einstige Cern-Physikerin Asli Erdogan im Exil nicht sicher fühlt.

Wilhelm Müllers Verse aus der „Winterreise“, „Fremd bin ich eingezogen, fremd ziehe ich wieder aus“, könnten auch von ihr sein. Auch Asli Erdogan sucht Orte wie den Lindenbaum, an dem sie Gewissheit hätte, Ruhe zu finden. Auch sie lässt ihre Helden mit dem Leiermann gehen, und dessen Leier steht nimmer still. Die Fremde und die Einsamkeit, Leid und Ungerechtigkeit, Lebensverzweiflung und endlich der Tod – sie durchziehen als feste Konstanten Asli Erdogans Schaffen, das, wäre es nicht so sehr der existentialistischen Realität verpflichtet, in der Tradition der „schwarzen Romantik“ stehen könnte.

In einem unveröffentlichten Manuskript schreibt die Istanbulerin, die sich seit Jahren von ihrer Heimat fernhält: „Den Sonnenaufgang begrüßen wir ganz allein für uns, den Sonnenuntergang jedoch teilen wir mit den Toten.“ Und in ihrem ersten großen Buch, „Der wundervolle Mandarin“ (1996), hatte sie erkannt: „Meine Hölle war weder mein Land, noch war sie hier. Ich habe sie in mir selbst getragen, genauso wie meine Träume von einem Paradies.“ Sie hatte dieses Buch in den Nächten der Jahre 1991 und 1992 geschrieben, als sie tagsüber als aufstrebende Physikerin in Genf am Cern, der Europäischen Organisation für Kernforschung, über die Higgs-Partikel forschte.

Sogar der eigene Vater erstattete Anzeige

Noch immer ist die Türkei nicht stark genug, eine Stimme wie die von Asli Erdogan, die sich keinen Konventionen beugt und keine Tabus akzeptiert, zu ertragen. In der Zeitung „Radikal“, mit der sich kritische türkische Intellektuelle lange geschmückt haben, schrieb sie von 1998 an drei Jahre lang Kolumnen mit dem Titel „Der Andere“. In ihnen machte sie sich zur Stimme der im Land zum Schweigen Gebrachten. Sie schrieb über die Bedingungen in den türkischen Gefängnissen, die Folter, die Gewalt gegen Frauen, die den Kurden vorenthaltenen Rechte und unterstützte hungerstreikende Gefangene.

Sie lebte, was sie schrieb, und war mit verfolgten Flüchtlingen aus Schwarzafrika in eine erbärmliche Wohnung im Istanbuler Stadtteil Cihangir gezogen. Dort wurde sie eines Abends Zeugin, als Unbekannte einen Mitbewohner mit 27 Messerstichen im Hauseingang töteten und sie selbst nur wie durch ein Wunder entkommen konnte. Sie machte publik, dass Mitglieder der Sicherheitskräfte drei kurdische Mädchen vergewaltigt hatten, und ist heute entsetzt, dass die zunächst Suspendierten später befördert wurden. Polizei zog vor ihrem Haus auf, um sie zu schikanieren, und 2001 wurde sie von ihrer Zeitung entlassen. 2010 durfte sie noch einmal, für fünf Monate, ihre Kolumnen schreiben. Da war sie bereits Zielscheibe nationalistischer Türken geworden. Sie wollten Asli Erdogan nicht verzeihen, dass sie 2008 zu den ersten Intellektuellen gehört hatte, die einen offenen Brief unterschrieben, der sich bei den Armeniern für das entschuldigte, was die Türken ihnen angetan hatten. Sogar ihr nationalistischer Vater erstattete Anzeige gegen die eigene Tochter.

Das Beste am Migrantenleben

Eine selbst für türkische Verhältnisse beispiellose Hetzkampagne setzte ein, und Asli Erdogan rettete sich ins Ausland. Im April 2011 begann sie, aus schierer Not, aber auch aus Überzeugung Kolumnen für die kurdische Zeitung „Özgür Gündem“ zu schreiben. Achtzig Journalisten dieser Zeitung sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten getötet worden. Seit dem 28. Oktober 2011 ist der Verleger und Menschenrechtler Ragip Zarakolu in Haft, ein literarischer Weggefährte, der auch für „Özgür Gündem“schrieb.

Seither fürchtet Asli Erdogan sich noch mehr vor einer Rückkehr ins Land ihrer Sprache. Sie zieht durch die Welt, so, wie die Frau ihres Buchs „Der wundervolle Mandarin“ in Genf nach Mitternacht als Fremde allein die Straßen durchstreift. Die beobachtet mit nur einem Auge, wie Bankiers, Unternehmer und Diplomaten auf den Parkplätzen aus den Autos aussteigen: „Deswegen bleiben Bürgersteige mittellosen Ausländern wie mir vorbehalten.“ Sie wird zum Fremden, sieht keine offenen Arme. Und „sein Land, das er in jenen vergangenen Zeiten nicht ertragen konnte, hat sich in ein verlorenes, erträumtes Paradies verwandelt, aber auch an seine Träume kann er nicht mehr glauben“.

Irgendwann sei, schreibt Asli Erdogan autobiographisch die Nächte der Einäugigen weiter, ein Tag gekommen, an dem sie auf einer Flasche Kölnisch Wasser ein Bild von Istanbul erblickt habe. „Ich vertiefte mich in den Anblick des Bosporusdampfers der Städtischen Schifffahrtsgesellschaft auf dem zwei Finger breiten Bild, auf das grellblaue Wasser, so hilflos gezeichnet, dass es einem das Herz brach, und weinte.“ Sehnsucht nach Heimat entstand, es war der erste Blickkontakt mit der Türkin in ihr. „Plötzlich hatte ich auf eine einfache, unverfälschte Art Sehnsucht nach Istanbul, nach meiner eigenen Sprache, meinen eigenen Menschen.“ Sie habe begriffen, dass das Beste am Migrantenleben darin liege, dass es wie keine andere Erfahrung dem Menschen das Leben begreiflich mache.

In ihrer Heimat wird sie totgeschwiegen

Asli Erdogan entdeckte, was türkisch an ihr ist: ihre Sprache. Zweimal war sie in die Türkei zurückgekehrt, 1996 und 2008. Sie wollte ihre Sprache nicht verlieren: „das einzige, was ich besitze“. Sie weiß aber auch: „Meine Tragödie erklärt die Türkei.“ Sieben Bücher hat sie verfasst, stets als Mischung aus Roman, Essay und Novelle. Die „Stadt mit der roten Pelerine“ (1998) wurde in zehn Sprachen übersetzt und erhielt glänzende Besprechungen, das französische Magazin „Lire“ nahm sie in seine Liste „50 Schriftsteller der Zukunft“ auf, beim Literaturfestival von Lillehammer hielt sie 2011 die Hauptrede.

In ihrer Heimat jedoch wird Asli Erdogan totgeschwiegen. „Die Türkei umgibt mich mit einer fürchterlichen Aura des Schweigens“, sagt sie. Mehr noch. Nach vielen Bedrohungen hat sie Angst, ins Land ihrer Sprache zurückzukehren. So lebt sie meist in der Fremde: erst in Rio de Janeiro, wohin sich sie sich schon 1994 in Sicherheit brachte und wo „Die Stadt mit der roten Pelerine“ entstand, dann in Sarajevo, im Heinrich-Böll-Haus in Lüneburg, in Wien und in Zürich. Dort lernte sie einen Überlebenden aus Auschwitz kennen und schrieb das Gedicht „Licht und Dunkelheit“.

Seit August 2012 ist sie in Graz „Asylschreiberin“. Dabei wäre sie lieber eine „Schreiberin im Exil“. Bereits in ihrem Land habe sie ja im Exil gelebt; so könne sie bei einer Rückkehr nicht enttäuscht werden. Exil sei ja nichts anderes als ein weiteres Gefängnis, sagt sie. Auch in der Novelle, an der sie gerade arbeitet, spielt das Gefängnis eine zentrale Rolle. Ein Wanderer sei sie nicht, auch keine Kämpferin, erst recht keine Siegerin. Und immer wieder plagt sie die Frage: „Werde ich das nächste Visum bekommen?“

Als sie jüngst in Deutschland war, sei sie mit Drohungen davor gewarnt worden, in die Türkei zurückzukehren. „Mein Leben ist das eines gejagten Tiers“, sagt Asli Erdogan bitter. Ihre Überzeugungen haben sie in ein langes und schmerzhaftes Exil geführt. Immerhin freut sie sich, dass ihr letztes Buch, „Das Steinhaus“, das sich in Metaphern mit Folter und Betrug beschäftigt, gerade auf Schwedisch erschienen ist. Die Schriftstellerin Asli Erdogan aber zieht auf ihrer Winterreise weiter.

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Time am 28. Dezember 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/autorin-asli-erdogan-eine-tuerkische-winterreise-12007276.html
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Aslı_Erdoğan

Leserbrief-Counterjihad (#31)

20. Dezember 2012

Leserbrief

Einen rabenschwarzen Kommentar zur torkischen Kulturpolitik lieferte in der heutigen FAZ Leser Bernd Schäfer.

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Nur der Blick des Muslims

Zu „Piraten vor Pergamon“ (1): Die Türkei befindet sich auf einem abschüssigen und falschen Weg. Auch in diesem Artikel wird deutlich, dass die türkische Geschichte heute neu unter islamischem Blickwinkel interpretiert wird. Kein Museumsdirektor, der gleichzeitig Mitglied der AKP ist, würde die gezeigte nackte Venus-Statue heute in seinem Museum ausstellen, weil sie nicht dem islamischen Verständnis von Kunst entspricht. Aus diesem Grund kann auch wissenschaftlich wertvolles Kulturgut verkauft werden, denn vieles davon passt nicht in das Wunschbild von Islamisten, da ist es besser, das Geld dafür in der Hand zu haben. Die Bevölkerung steht desinteressiert daneben und sieht noch nicht einmal richtig zu. Was zählt, ist der wirtschaftliche Erfolg des Landes und die bessere Lebenssituation des Einzelnen. Und im Windschatten davon wird das Land Schritt für Schritt umgebaut, weg von den laizistischen Ideen Atatürks hin zu einem islamischen Staat.

Aus liberal-europäischer Sicht kann man es gut finden, wenn die Schuluniformen in der Türkei gerade abgeschafft werden. Tatsächlich bedeutet dies, dass jede Schülerin und in Kürze auch jede Lehrerin mit Kopftuch zur Schule kommen darf und es in einigen Jahren tragen muss. Der nächste Schritt wird bei der Wahl 2013 vollzogen werden, wo durch das passende Zuschneiden der Wahlkreise und das Einbeziehen von ländlichen Regionen mit hohem AKP-Anteil in die städtischen Wahlbezirke die letzten Bastionen der CHP wie zum Beispiel Izmir geschleift werden. Vor diesem Hintergrund sind einfühlsame Interviews mit den Vordenkern des Islams, wie von Rainer Hermann mit Fethullah Gülen geführt (2), fehl am Platz, denn dieser wortgewandte Vertreter des Islams bereitet den Boden für die knallharte islamische Exekutive, die keinen anderen Blick auf die Welt zulässt als den eines Muslims.

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Time am 20. Dezember 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/archaeologie-piraten-vor-pergamon-11993585.html
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/prediger-fethullah-guelen-im-f-a-z-gespraech-islam-und-moderne-stehen-nicht-im-widerspruch-11983556.html

Geplatzte Großmachtsträume

26. September 2012

Es ist relativ lange her, dass in der MoT die Rede war von einem der Dreistesten der Dreisten, nämlich vom Erdoganmännchen. Zusammen mit seinem Außenminister Davutoglu hatte er von einer Neuauflage des osmanischen Reiches geträumt, aber wie Rainer Hermann in der heutigen FAZ darlegte, scheint daraus nichts zu werden, zum Glück für die Menschheit.

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Erdogans Außenpolitik hat die Türkei nicht sicherer,
sondern unsicherer gemacht

Der Bürgerkrieg in Syrien überschattet die Generalversammlung der Vereinten Nationen, und der UN-Syrienbeauftragte Brahimi macht sich keine Illusionen. Dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sagte er, die Lage spitze sich jeden Tag weiter zu, Syrien gefährde die Stabilität der Region.

Die Türkei bekommt das schon zu spüren. Kein Land hat sich in der Syrienkrise exponiert wie die Türkei, kein Politiker betreibt Assads Sturz so energisch wie Ministerpräsident Erdogan. Der Sturz des libyschen Diktators Gaddafi, an dem Erdogan ebenso entschlossen beteiligt gewesen war, hatte ihn glauben gemacht, die Geschichte werde sich in Syrien rasch wiederholen. Erdogan holte den Syrischen Nationalrat ins Land, gab der Freien Syrischen Armee ein Rückzugsgebiet und drang auf Fluchtkorridore zum Schutz der syrischen Zivilbevölkerung.

Aber Syrien ist nicht Libyen, und Erdogans Außenpolitik hat die Türkei nicht sicherer, sondern unsicherer gemacht. Der Ministerpräsident hatte sich auf seinen Außenminister Davutoglu und dessen Politik der „null Probleme“ mit allen Nachbarn verlassen. Er war überzeugt, aus Assad durch Umarmung einen Demokraten machen zu können. Das ist nicht geschehen.

Das Bürgerkriegsland Syrien bereitet der Türkei heute jede Menge Probleme. Die geringsten Verwerfungen verursachen die hunderttausend syrischen Flüchtlinge, selbst wenn ihre Versorgung viele Kräfte in Anspruch nimmt. Schwerer wiegt, dass entlang der Grenze zu Syrien jene Unternehmen zusammengebrochen sind, die von der Produktion und dem Handel mit dem Nachbarland gut gelebt haben. Vor allem aber ist die innere Sicherheit durch zwei Entwicklungen gefährdet: Der Kurdenkonflikt ist wieder voll entbrannt, und auch in der Türkei nehmen die Spannungen zwischen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit und der Minderheit der schiitischen Aleviten zu, selbst wenn diese nur dem Namen nach den syrischen Alawiten ähneln.

Mit dem Konflikt in und um Syrien ist die Politik der „null Probleme“ gescheitert. Es ist noch nicht lange her, dass Türken ohne Visum nach Syrien und in den Libanon reisen konnten. Syrien hat die Grenze geschlossen, im Libanon müssen Türken damit rechnen, entführt zu werden. In der Türkei ist die Stimmung umgeschlagen. Die Zustimmung für Erdogans Syrienpolitik schwindet.

Denn einer der Gewinner des syrischen Bürgerkriegs sind die Kurden. Die Türken fürchten, dass in Syrien eine weitere selbstverwaltete kurdische Enklave entsteht. Eine Schwesterorganisation der PKK, die „Partei der Demokratischen Union“ (PYD), kontrolliert inzwischen einen Landstrich von mehr als hundert Kilometern Länge jenseits der gemeinsamen Grenze. Hilflos wirkt der Aufruf der türkischen Regierung an den Syrischen Nationalrat, eine Spaltung des Landes zu verhindern. Die PYD hat sich dem Nationalrat nicht angeschlossen, weil der aus der Türkei heraus agiert. Zudem verhindern die von der PKK ausgebildeten Kämpfer der PYD, dass die Freie Syrische Armee in den von ihnen kontrollierten Gebieten Fuß fasst.

Anstatt der PKK durch die Gewährung von kulturellen Rechten für die Kurden und die Beendigung der Diskriminierung den Boden zu entziehen, setzt die türkische Regierung wieder einmal ausschließlich auf eine militärische Lösung des Kurdenkonflikts. Die Folge war der blutigste Sommer seit zwanzig Jahren. Dabei ist der Konflikt militärisch nicht zu lösen. Die Türkei wäre gut beraten, wenn sie mit den syrischen Kurden so verführe wie mit den Kurden im Irak und sie politisch und wirtschaftlich an sich bände.

Zusätzliche Spannungen entstehen, indem der konfessionelle Konflikt Syriens auf die Türkei übergreift. Die türkischen Aleviten stehen zwar nicht auf Seiten Assads. Aber Erdogans Unterstützung für die überwiegend sunnitischen Rebellen Syriens ist unter ihnen nicht populär, zumal der Ministerpräsident seine Charmeoffensive gegenüber den Aleviten eingestellt hat und sie wieder unter Druck geraten. Seit ein Mob von mehreren hundert sunnitischen Jugendlichen einer alevitischen Familie in Malatya mehrere Nächte lang gedroht hat, sie zu lynchen, geht unter den Aleviten Angst um.

Trotz der zunehmenden Unsicherheit bringt auch die Syrienkrise Erdogan als alleinigen Akteur der türkischen Politik nicht ins Wanken. Erstmals formt sich indes Widerstand gegen seine Politik auch in den Reihen derer, die ihm bisher blind gefolgt sind. Denn die Türken fürchten, dass Syrien in ethnisch und konfessionell homogene Kleinstaaten zerfallen und dass die Türkei, die ihre Karten überreizt hat, nicht gestaltend eingreifen könne.

Geplatzt sind die Träume, dass sich eine starke Türkei in der Nachfolge des Osmanischen Reichs ohne Widerspruch und mit „null Problemen“ als Regionalmacht etablieren kann. Erdogans Vorwurf gegenüber den Vereinigten Staaten, sie ließen gegenüber Syrien Initiative vermissen, wirkt hilflos. Der Schlüssel liegt in Ankara. Mit einer neuen Politik gegenüber ihren Kurden und einer Einbindung der Aleviten würde die türkische Regierung gleichzeitig die innere Sicherheit verbessern und ihren Einfluss in Syrien vergrößern.

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Time am 26. September 2012

Klo H. Metzel, ein böser Sünder

14. September 2012

In den Ländern der mohammedanistischen Sphäre drehen die Orks grade mal wieder durch, Jungmännermobs greifen westliche Botschaften an und töten unsere Mitbürger. Anlass ist angeblich irgendein Film, den irgendwer irgendwo gedreht haben soll, und der den Begründer des Mohammedanismus in einem angeblich schlechten Licht zeigt.

Rainer Hermann sinniert in der heutigen FAZ:

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Die Beleidigung des Propheten 

Mohammed ist den Muslimen
eine Projektionsfläche für eine bessere Welt

Die Anhänger des Islams nennen sich Muslime und nicht „Mohammedaner“. Denn Mohammed ist für die Muslime nicht Gott, sondern lediglich ein Prophet, wenn auch der letzte in einer langen Kette von Propheten. Auf das, was sie als Verunglimpfung ihres Propheten empfinden, reagieren Muslime jedoch berechenbar in einer Art, die Angehörige anderer Religion nicht billigen und bei Verletzungen ihrer religiösen Gefühle auch nicht nachahmen würden.

(Bravo, Herr Hermann: Die reagieren seit 1.400 Jahren erstens absolut berechenbar. Die reagieren zweitens völlig anders als der Rest der Menschheit. T.)

In jüngster Zeit reicht der Bogen von Salman Rushdies „Satanischen Versen“ über den Karikaturenstreit bis zum pakistanischen Blasphemiegesetz, das zur Verfolgung religiöser Minderheiten missbraucht wird. Nur vorläufig endet er bei der Erstürmung der amerikanischen Botschaft in Kairo und des amerikanischen Generalkonsulats in Benghasi.

(Bravo, Herr Hermann: Der Orkterror wird solange anhalten, solange es den Nazislahm als politisch bedeutsame Ideologie gibt. T.)

Nie geht es um die historisch fassbare Gestalt Mohammeds, sondern um das Bild, das sich die Gläubigen von ihm machen. Der Freiburger Islamwissenschaftler Rainer Brunner, der auch in Paris am CNRS forscht, hat ein handliches und gut lesbares Taschenbuch herausgebracht, das beide Themenbereiche abdeckt (Rainer Brunner. Mohammed. Wissen, was stimmt. Herder 2011, 127 Seiten, 8,99 Euro.). Vor allem widmet sich Brunner der Frage, worin Mohammeds Wirkung auf das muslimische Selbstverständnis liegt und weshalb heutige Kontroversen so sehr von ihm abhängen.

(Bravo, Herr Hermann: Weshalb hängen die heutigen Kontroversen so sehr von der Gestalt des Unruhestifters Klo H. Metzel ab? Das ist die entscheidende Frage. T.)

Die Quellen zu seinem Leben halten einer modernen Quellenkritik nicht Stand. Der Koran geize „mit belastbaren Fakten merkwürdig“, schreibt Brunner, und in der zweitwichtigsten Quelle, dem Hadith, den Worten und Taten des Propheten, sei nach Mohammeds Tod viel erfunden worden. „Sie zeigen die Geschichte des frühen Islams mithin nicht, wie sie möglicherweise war, sondern wie sie, jedenfalls in den Augen der jeweiligen Parteiungen, hätte sein sollen.“ Eine tendenziöse Historiographie bescheinigt Brunner der dritten Quelle, der Prophetenbiograhie des Ibn Ishaq (st. 767), die mehr als ein Jahrhundert nach den Ereignissen verfasst wurde, die sie beschreibt. Wichtig ist sie dennoch. Denn bis heute ist sie die Grundlage sämtlicher muslimischer und vieler westlicher Darstellungen zu Mohammed. Ein Bild von Mohammed und der frühislamischen Geschichte entstand, das im Lauf der Zeit zu einem „zentralen Identitätsanker der heutigen muslimischen Welt“ wurde.

(Bravo, Herr Hermann: Es ist für den Counterjihad nicht von Belang, wie relevant die Quellen in historischer Hinsicht sind. Es ist von Belang, was das „Bild von Mohammed“ als „zentraler Identitätsanker der heutigen muslimischen Welt“ zeigt. Was sehen wir für einen Menschen, wenn wir die Beschreibung Klo H. Metzels in den mohammedanistischen Grundlagentexten lesen? T.)

Dabei wurde die Prophetenverehrung auch zu einer politischen Waffe. Das pakistanische Blasphemiegesetz formuliert etwa: „Wer durch geschriebene oder gesprochene Worte, durch eine versteckte Anspielung oder Andeutung den geheiligten Namen des heiligen Propheten Mohammed besudelt, ist mit dem Tod oder einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu bestrafen.“

Mohammed ist den Muslimen zweifach wichtig. Zum einen ist er in allen fünf Grundpflichten des Islams präsent, beispielsweise im Glaubensbekenntnis, das lautet: „Es gibt keinen Gott außer (dem einen) Gott, und Mohammed ist sein Prophet.“ Wichtig ist er ihnen auch als Projektionsfläche für alle Sehnsüchte nach einer besseren Welt. Über Jahrhunderte ist sie durch die Heiligenlegenden, die sich um den historischen Mohammed zu ranken begannen, entstanden. Die Hoffnung wuchs, seine Vollkommenheit als sündloser Mensch nun auch in der Gegenwart wieder lebendig werden zu lassen, damit Allah die Teilhabe der Gläubigen an seiner Allmacht sicherstelle.

(Buh, Herr Hermann. Hier macht er m.E. den typischen Fehler westlichen, bequemen Wunschdenkens, wenn er Klo H. Metzel als „sündlosen“ Menschen in Anlehnung an Jesus Christus herbeifantasiert. Das kann nur dem passieren, der weder die christlichen noch mohammedanistischen Grundlagentexte gelesen hat oder keine klaren Vorstellungen von gut oder böse besitzt. Klo WAR zutiefst BÖSE, zutiefst SÜNDHAFT. Er hat über Mord und Vergewaltigung bis zu Diebstahl und Landraub eigentlich keine Sünde ausgelassen, wie Hadithe und Sira berichten. Und auf dieser Grundlage der Kenntnis der Psyche eines perversen Irren wird auch das bösartige und wirre Gebrabbel des Kloran vollständig evident: als bösartiges Gebrabbel eines moralisch zutiefst verkommenen Größenwahnsinnigen nämlich. Und das erklärt auch das verstörende Verhalten der Mohammedanisten, stürmen sie nun westliche Botschaften, oder lügen sie bedenkenlos wie Mazyek & Co. im Fall des „Vermisst“-Skandals. Ihr „Identitätsanker“ wird ja grade durch einen kriminellen Gewalttäter begründet, und dies kann auch nur Gewalttätigkeit und Lüge hervorbringen. „Bessere Welt“ bedeutet für den Ork „mehr Beute“, „mehr Sklavinnen“. T.)

Religion ist, was ihre Anhänger aus ihr machen.

(Buh, Herr Hermann. Das ist ein platter, demagogischer Spruch, vorgebracht zur Rettung des Mohammedanismus. Religion ist aber vielmehr das, was in den jeweiligen Texten bezeugt wird, und das ist mehr oder weniger glaubhaft und konstruktiv. Was im Kloran bezeugt wird, bringt seit 1.400 Jahren Elend und Leid hervor, während der Text des neuen Testaments, durchaus in Wirkung mit Texten anderer Religionen, zur Abschaffung der Sklaverei und den westlichen Demokratien führte. T.)

Die Geschichte der Religionen sei die Geschichte der menschlichen Hoffnungen, schreibt Brunner.

(Ja, Herr Hermann, und die Orks hoffen auf Sieg aus dem Hinterhalt, viel Beute und einen Harem von Sklavinnen. T.)

Und Propheten werden zu Flächen, auf die diese Hoffnungen projiziert werden.

(Orks projezieren auf Klo H. Metzel, Christen auf Jesus. T.)

Sprengstoff birgt das dann, wenn Muslime auf Darstellungen mit Gewalt reagieren, die Mohammed nach ihrem Verständnis respektlos und in einem anderen Kontext zeigen als es die hagiographische Prophetenverehrung vorgibt. Wer glaubt, lässt sich durch wissenschaftliche Zweifel der heutigen Welt nicht beeindrucken. Selbst wenn viele Gewissheiten zur Geschichte des frühen Islams kritischen Fragen heute nicht standhalten, treibt der Mohammed des 7. Jahrhunderts auch noch im 21. Jahrhundert die Menschen um. Der Einband des Taschenbuchs zeigt daher das Transparent einer Demonstration, auf dem es heißt: „Wer unseren Propheten beleidigt, beleidigt uns alle.“

(Mit anderen Worten, der Mohammedanismus birgt seit 1.400 Jahren Sprengstoff und wird ihn bis zu seinem Ende bergen. Der Nazislahm weiss um sein bevorstehendes Ende, aber er will nicht mit einem Winseln gehen, sondern mit einem Knall. T.)

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Die Orks in unseren Ländern wissen etwas anderes. Sie wissen, dass der Orksphäre bald das Wasser und das Öl ausgehen werden. Sie wissen, dass sie bei uns nicht so vorgehen können wie gewohnt. Sie müssen vorsichtig sein, damit sie nicht davongejagt werden. Und so kommt es, dass das mohammedanistische Unterwandererorgan „Migazin“ selbst es war, welches berichtete, dass die Orkverbände, die die Sicherheitspartnerschaft mit dem deutschen Innenministerium verweigern (1), entgegen ihrer Behauptungen ständig über den Fortgang der gemeinsamen Kampagne „Vermisst“ im Bilde waren. Das „Migazin“ (2):

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Muslime haben “Vermisst” Plakate und Kampagne abgesegnet

Das Ministerium hat den Werdegang der Beratungen dokumentiert. Das Papier bringt Muslime in Erklärungsnot.

Eine Antwort des Bundesinnenministeriums vom 11. September auf eine schriftliche Frage von Aydan Özoğuz, stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, bringt die islamischen Religionsgemeinschaften jetzt in Erklärungsnot. „Die Kampagne wurde umfassend mit den an der Initiative Sicherheitspartnerschaft beteiligten muslimischen Verbänden abgestimmt“, erklärt das Ministerium in dem vom Staatssekretär Ole Schröder unterzeichneten Papier, das dem MiGAZIN vorliegt. In ungewohnter Ausführlichkeit legt das Ministerium den Beratungsverlauf der Plakataktion mit den teilnehmenden Verbänden und deren Vertretern dar. (…)

Angesichts dieser Schilderung bleibt die Frage im Raum, ob sich die islamischen Religionsgemeinschaften aufgrund des öffentlichen Drucks von den Plakaten distanziert haben oder ihre Kritik an den Plakaten beim Ministerium tatsächlich auf taube Ohren gestoßen ist. Fest steht, dass entweder das BMI oder die islamischen Religionsgemeinschaften die Unwahrheit sagen.

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Tja, wer wird da wohl mal wieder das Blaue vom Himmel lügen? Aydan Özoguz, stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD und Schwester des schiitischen Kommissars Dr. „Schreck“ Özoguz, meinte dennoch, dass das Ministerium trotz der massiven Kritik an den Plakaten und dem Austritt der islamischen Verbände aus der Sicherheitspartnerschaft an den Plakaten festhalten wolle, zeige nur, wie „störrisch, uneinsichtig“ der Innenminister sei. „Friedrich allein zu Haus“, scheine das Motto seiner Sicherheitspartnerschaft zu sein.

Der Özoguz-Clan wird aus Teheran ferngesteuert, und die Sendequalität ist wirklich mies, aber die „Migazin-Truppe“ hat begriffen, dass es jetzt allmählich um zentrale Fragen geht. Es geht nicht um die Frage, wer einen Sachfilm gedreht hat, und ob er gut oder schlecht ist, sondern vor allem, ob er wahr ist. Es sind Hadith und Sira, die uns von dem Verbrecher Klo H. Metzel berichten. Sind sie wahr und wichtig oder nicht? Ab dem Tag, an dem die Orks sagen, dass Hadith und Sira bedeutungslos bzw. peinlich sind, kann man das Gespräch fortsetzen.

Und dann sollte man in nicht allzu ferner Zukunft diesem Scheusal den Prozess machen, und ihn für seine vielen Verbrechen verurteilen. Und dann sollte jeder Mensch begreifen: Mohammedanismus ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Kapitalverbrechen bzw. Beihilfe dazu.

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Time am 14. September 2012

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1) http://www.islam.de/21048
2) http://www.migazin.de/2012/09/13/innenministerium-setzt-islamische-religionsgemeinschaften-in-erklarungsnot/

Immer mehr sehen klar

7. September 2012

Bild von Isley (1).

Gestern hatte ich dargelegt, dass sich die Mohammedanisten und ihre Freunde, die im Allgemeinen schlauer sind als ihre Herrchen, wie mit dem Rücken zur Wand fühlen mögen.

Sicherlich gibt es z.B. keine Inflation counterjihadischer Artikel in den MSM, aber ihre Qualität hat sich doch deutlich erhöht. Brachte die FAZ vor Jahren noch in rascher Folge eine promohammedanistische Lobeshymne nach der anderen, so sind die Beiträge von Wolfgang Günther Lerch, Michael Martens, Karen Krüger und Rainer Hermann heutzutage eher nachdenklich bis kritisch, und der unsägliche Jörg Bremer ist schon vor langer Zeit in den römischen Katakomben verloren gegangen, ohne das das jemandem außer mir aufgefallen wäre.

In der FAZ vom Montag, den 3. September, lieferte Daniel Deckers einen fulminaten Kommentar ab, in dem er, wenn er auch noch nicht den faschistischen Charakter des Mohammedanismus feststellte bzw. feststellen durfte, so doch den prinzipiellen Judenhass der Mohammedanisten anprangerte.

Je mehr und je hellsichtigere, klarere und entschlossenere Beiträge in den MSM erscheinen, um so nervöser werden die Orks.

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Judenfreund

Ein als Jude erkennbarer Mann wird vor den Augen seiner Tochter zusammengeschlagen, das Kind mit dem Tod bedroht – eine solche Szene mag sich im Berlin des Jahres 1938 abgespielt haben. Aber es geschah in der vergangenen Woche, fast am helllichten Tag. Seither fehlt von den Tätern jede Spur; gefahndet wird nach vier Männern mutmaßlich arabischer Herkunft. Mögen islamische Verbände nun wieder aufheulen und ihre Klientel wegen dieses Vorfalls oder einer nicht unbedingt ansprechenden Plakataktion des Innenministeriums an den Pranger gestellt sehen: Judenfeindschaft hat es in bestimmten Kreisen in Deutschland immer gegeben, manchmal war sie sogar salonfähig. Doch seit fast siebzig Jahren sind es die arabischen Staaten, die in ihrer Mehrzahl keinen Frieden mit Israel machen wollen. Der Bogen des Judenhasses und der Vernichtungsphantasien spannt sich über „München 1972“ bis nach Teheran und zurück in die islamischen Parallelgesellschaften in Westeuropa. Wer als Deutscher davor die Augen verschließt, sollte sich nicht wundern, wenn er dereinst selbst bedroht wird – als Judenfreund.

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Time am 7. September 2012

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1) http://schda.wordpress.com/2012/05/16/der-islam-ist-eine-ideologie-mit-einer-religiosen-komponente/

Im Interview: Badreddin Hassoun

15. Juni 2012

Mammut „Ragdoll“ Gardinenstange ist das frömmere der beiden Orks, wie man an dem Gebetsfleck (1) auf seiner Stirn sehen kann, und er hat deshalb einen höheren Score bei Alla, dem blutsaufenden Mondgott. 

Am 11. Juni brachte die FAZ ein Interview von Rainer Hermann mit dem Großmufti Syriens Badreddin Hassoun, der in der säkularen Republik Syrien der oberste sunnitische Geistliche ist. Rainer Herrmann:

„Der 1949 in Aleppo als Sohn eines Religionsgelehrten geborene Geistliche hat sich mit seinem Einsatz für den Dialog mit anderen Religionen und mit seiner durch die islamische Mystik geprägten Toleranz gegenüber anderen bei dogmatischen Muslimen viele Feinde gemacht. Er steht dem syrischen Staatspräsidenten Baschar al Assad nahe. Nach Morddrohungen gegen ihn wurde am 2. Oktober 2011 sein Sohn Sariya, eines seiner fünf Kinder, getötet.“

Ich habe keinen Score bei Alla, aber meine Kinder leben alle noch…

Rainer Hermann stellt „Mystik“, „Toleranz“ und „Dialog“ in den Vordergrund seines Einleitungstextes, aber während des Interviews wird m.E. klar, dass man auf den Mufti keine Hoffnung setzen kann. Er mufft unter dem Talar:

„Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen und im Namen des ‚Gelobten Landes’ mehr als vier Millionen Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um Religion.“

Dies sind die üblichen Lügen gegen Israel, den Staat der Juden.

In Folge der arabischen Angriffe auf den 1948 gegründeten, demokratischen Staat Israel war es zur Flucht und teilweisen Vertreibung von 700.000 bis 750.000 Mohammedanisten gekommen (2). Diese waren ihrerseits überwiegend erst nach 1918 im Rahmen des Jihad massiv in die Region eingesickert, weil das Land nunmehr seit langem wieder unter britischer, d.h. christlicher Herrschaft stand (3). Israel war nach dem Ende der Kampfhandlungen bereit gewesen, 300.000 der Flüchtlinge wieder aufzunehmen, was die Führer der Orks ablehnten.

Heutzutage soll es fast zehn Millionen „Palästinenser“ geben, davon 3,7 Millionen im Gazastreifen und der Westbank (4). Was für eine fantastische Vermehrungsrate!

Jedenfalls macht Mr. Mufti „Puppenspieler“ unmissverständlich deutlich, dass er das Jihad-Konzept verinnerlicht hat und gutheißt. Er ist es, der die Fesseln seiner gehirnwaschenden Ideologie nicht abstreifen kann, und diesen Defekt auf Israel projeziert.

Der Rest seiner Worte ist m.E. blumiges Beiwerk, aber lesen Sie selbst.

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„Ich sehe keinen arabischen Frühling –
ich sehe ein großes Feuer“

Eminenz, droht in Syrien ein Religionskrieg wie im Libanon und im Irak?

Viele wollen diesen Krieg. Es wird aber nicht dazu kommen. Und zwar nicht, weil es der Mufti oder Präsident Assad oder Moscheen und die Kirchen nicht wollen, sondern weil die gebildeten und säkularen Syrer dagegen sind. Sie sind klüger als die Salafisten.

Ihr Sohn Sariya ist getötet worden, nur weil er der Sohn des Muftis war.

Wir Syrer sind über jedes Massaker bestürzt. Wir wissen nicht, was es mit Religion zu tun haben soll, „Allahu Akbar“ zu rufen und das Maschinengewehr zu benutzen. Mein Sohn ist ein Beispiel dafür. Im April 2011 war ich aufgefordert worden, mich von der Regierung loszusagen und Syrien zu verlassen. Ein arabischer Prinz hat mir eine große Villa angeboten. Ich erwiderte, ich sei nicht gegen die Opposition. Sie habe aber kein Programm, sie wolle nur den Sturz des Regimes. Ich sagte, ich wolle nicht das Regime beseitigen, ohne einen Plan zu haben, was an seine Stelle treten soll. Dann erhielt ich Morddrohungen. Was ist das für eine Opposition? Als sie mich nicht erreichen konnten, wählten sie meinen Sohn. Mein Sohn studierte, beschäftigte sich nie mit Politik und trug nie ein Messer. 15 bewaffnete Jugendliche aus den Dörfern Safkanaz und Saraqib bei Idlib lauerten ihm auf. Drei von ihnen wurden verhaftet. Sie sagten aus, sie hätten aus dem Ausland 100.000 Dollar für die Ermordung meines Sohnes erhalten.

Was haben die Mörder Ihres Sohnes gegen Sie?

Die Fanatiker greifen mich wegen meines Denkens an. Die Propheten haben eine Botschaft gebracht: die Heiligkeit Gottes und die Würde des Menschen. Die Tötung eines Menschen wiegt schwerer als die Zerstörung aller Orte, an denen Gottesdienste abgehalten werden. Wer behauptet, Gott sei an der Klagemauer, im Vatikan oder in der Kaaba, der verbreitet Lügen. Das sind nur Plätze, um sich zu versammeln. Gott lebt nicht dort. Niemand sollte also daran gehindert werden, heilige Orte zu besuchen. Ich würde jeden nach Mekka lassen, unter der Bedingung, dass er dem Ort den gebührenden Respekt erweist. Ist Gott Muslim, Christ oder Jude? Nein, Gott ist für uns alle. War Jesus etwa katholisch, orthodox oder Protestant? War Mohammed Sunnit oder Schiit? Das sind doch alles Lügen von Politikern und Geistlichen.

Weshalb haben Sie bei Ihrer Deutschlandreise in der Marburger Elisabethkirche gebetet?

In Indien habe ich in einem Hindutempel gebetet, in Marburg in der Elisabethkirche. Ich habe weder zu Jesus noch zu Mohammed gebetet, sondern zu Gott, und ich finde Gott an jedem Platz. Die Fernsehsender „Al Dschazira“ und „Al Arabiya“ bieten Kleriker gegen mich auf, die sagen, der Großmufti Syriens stehe außerhalb der Religion, nur weil ich sagte: „Lob dem Gott aller Menschen“ und nicht „Lob dem Gott aller Muslime“. Ich habe ein Problem mit jenen, die Land im Namen Gottes oder eines Herrschers besetzen. Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen und im Namen des „Gelobten Landes“ mehr als vier Millionen Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um Religion.

Religion prägt stärker als Politik?

Ideologien wie Sozialismus, Demokratie und Kapitalismus sind von Menschen gemacht. Im Orient sind die religiösen Bewegungen das Problem. Die Menschen beziehen Religion auf die Erde. Die Religion ist aber nicht die Erde, sie ist nicht in der Kaaba und nicht im Felsendom, nicht im Tempel des Salomo und nicht in der Grabeskirche. Die Religion ist im Herzen, egal, ob ich in Washington bin, in Moskau, Berlin oder Mekka. Das Problem in unserer Region ist das Spiel der Geistlichen, das dann die Politiker ausbeuten.

Jede Religion kennt in unterschiedlichen Epochen Intoleranz gegenüber angeblich Ungläubigen. Fühlen Sie sich von den Salafisten bedroht?

Die Wahhabiten sagen „Tauhid“, also Monotheismus. Sie halten alle Muslime, die nicht ihrer strengen wahhabitischen Lehre folgen, für Polytheisten. Im wahren religiösen Verständnis gibt es aber keine Salafiya, sondern nur Gott und den Menschen. Man hat ehrfürchtig zu diesem Gott zu blicken und den Glauben der anderen zu respektieren. Jede religiöse Botschaft hat dem Menschen zu dienen. Heute versteckt sich die politische Herrschaft in Saudi-Arabien und einigen Golfstaaten im Gewand der Salafiya. Sie wollen die ganze islamische Welt regieren, nicht nur Saudi-Arabien. Die Salafisten verschließen sich der Entwicklung des Denkens.

Was geschieht dann in den Moscheen?

Martin Luther hat seine Wohnung nicht in eine Kirche umgewandelt, sondern in eine Universität. Kirchen und Moscheen spielen heute nicht ihre wahre Rolle. Jede Kirche und jede Mosche muss in eine Universität und einen Ort des Lernens umgewandelt werden, an dem sich die Menschen austauschen, nicht, um Ikonen und Statuen zu verehren. Jesus hat keine Kirchen gebaut. Er hat das Land durchstreift, um zu lehren. Kehrte Jesus zurück, er würde die goldenen Leuchter und die Heiligenbilder nicht akzeptieren. Kehrte Mohammed zurück, er würde alle Teppiche aus den Moscheen reißen, würde sie verkaufen und das Geld an die Armen verteilen. Der Schlüssel zum Himmel liegt nicht beim Mufti und nicht beim Kardinal, auch nicht bei Gott. Gott hat uns geschaffen und den Himmel, und er hat den Schlüssel in die Hand jedes Einzelnen gelegt.

Unterstützen Sie einen säkularen Staat?

Es waren die Menschen, die Ideen wie Demokratie und Sozialismus, Säkularismus und zivile Ordnungen entwickelt haben. Die Propheten haben keine Staaten gegründet, sondern die Menschen ermuntert, ihre eigenen Staaten zu errichten. Die Französische Revolution hat nicht die Kirchen zerstört, sondern das Gefängnis, sie war nicht gegen die Religion gerichtet, sondern gegen die Allianz des Klerus mit dem König, wie wir es heute in einigen Staaten der arabischen Welt sehen. Dort sagen die Geistlichen, wer in ihren Ländern demonstriere, sei gegen den Islam und ein Ungläubiger, wer aber in Syrien demonstriere, sei mit Gott.

Ist das säkulare Denken durch die Aufstände in der arabischen Welt bedroht?

Ich sehe keinen arabischen Frühling – ich sehe ein großes Feuer. So haben sie es gewollt. Ägypten wird mit Israel gleichziehen. Hier gibt es einen jüdischen Staat, und dort wird es einen islamischen geben. Wo bleibt dann der Staat des Menschen?

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Time am 15. Juni 2012

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/01/27/to-know-him-is-to-hate-him-2/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/24/pallie-besatzer/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Palästinenser

weitere Links:
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/12/zum-32-mal-scheitern/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/12/07/palastina-jordanien/
- http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/18/die-judenverschworung/


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