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Wegschauen geht nicht mehr

7. August 2014

Helnwein

Rainer Hermann hat heute auf „FAZ.net“ einen Kommentar zu den Auseinandersetzungen zwischen Yeziden und „Islamisten“ in Herford vorgelegt (1), dem in weiten Teilen zuzustimmen ist, der aber auch zeigt, dass Herr Hermann bei aller Detailkenntnis m.E. das Problem nicht wirklich verstanden hat (2).

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Krawalle zwischen Yeziden und Islamisten

Wegschauen geht nicht mehr

Die Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Yeziden in Herford zeigen, dass die Kämpfe in Syrien und im Nordirak auch uns betreffen. Die Gefahr durch islamistische Extremisten kann nicht mehr kleingeredet werden.

Wer geglaubt hatte, dass uns weder der Bürgerkrieg in Syrien etwas angehe noch die Barbarei des „Islamischen Staats“ im Irak, wird jetzt eines Besseren belehrt. Wie weit entfernt Karakosch, das bis Mitte der Woche das Zentrum der irakischen Christen war, und Sindschar, der Berg der Yeziden, auch liegen mögen: Was dort geschieht, wirkt sich auch in Deutschland aus. Seit Sympathisanten des „Islamischen Staats“ in Herford auf offener Straße Yeziden angegriffen haben, sind Karakosch, Sindschar und Herford nicht mehr zu trennen.

Viel zu lange haben hierzulande die Politik und die Verbände, vor allem die muslimischen, der Ausbreitung der salafistisch-dschihadistischen Hasskultur tatenlos zugesehen in der irrigen Annahme, dass daraus schon keine Gefahr erwachsen werde. Es war hanebüchen, wie Lokalpolitiker diese Gefahr kleingeredet haben, mit der die Sicherheitsbehörden zunehmend überfordert sind. Wegschauen hat sie nicht kleiner gemacht.

Auch die muslimischen Verbände haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Anstatt klar zu sagen, dass die Barbaren im Nordirak keine Muslime seien, flöten sie weiter, dass der Islam nur Frieden sei. Das wird in der Zukunft nicht reichen, wollen die Muslime, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, verhindern, dass auch sie für das Morden zur Verantwortung gezogen werden.

Die Propaganda wird den Propagandisten überleben

Der „Islamische Staat“ unter seinem Anführer Bagdadi wird nicht lange bestehen; dessen Propaganda vom Dschihad aber wird ihn überleben. Denn die Saat, die der „Kalif“ Bagdadi gesät hat, ist giftiger als jene von Bin Ladin. Auf Jugendliche, die aus der Bahn geraten sind, übt sie nicht nur in Herford große Anziehungskraft aus.

Gefordert ist die Innenpolitik, gefordert ist auch die Außenpolitik. Es reicht nicht, den vertriebenen Christen Asyl anzubieten. Je länger die Staatengemeinschaft untätig bleibt, desto weiter greift der Flächenbrand im Nahen Osten um sich. Die irakische Armee kann den „Islamischen Staat“, der durch erbeutete Waffen immer stärker wird, nicht aufhalten, die kurdischen Peschmerga können es auch nicht.

Mit Terroristen wie Bagdadi zu verhandeln ist keine Option. Jene Staaten sollten zur Rechenschaft gezogen werden, die frühe Paten des „Islamischen Staats“ in der Absicht waren, so das syrische Regime zu stürzen. Das Ergebnis dieser Fehleinschätzung ist heute zu besichtigen – in Karakosch, auch in Herford.

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„Anstatt klar zu sagen, dass die Barbaren im Nordirak keine Muslime seien, flöten sie weiter, dass der Islam nur Frieden sei.“, wirft Hermann den deutschen Mohammedanismusverbänden vor. Moooment mal, die Sadisten vom IS(IS) tun genau das, was ihr Religionsstifter ihnen befohlen hat zu tun und auch selbst getan hat. Es ist daher absurd, von den Orkverbänden zu verlangen, den IS(IS) als „unnazislahmisch“ oder „nichtnazislahmisch“ zu verurteilen.

Die abscheulichen Verbrechen des monströsen Klo H. Metzel sind jedem Mohammedanisten wohlbekannt. Sie werden nur eben nicht als Verbrechen sondern moralische Großtaten gewertet, weil sie sich gegen Gegner des Nazislahm oder Klo H. Metzels richteten.

„Der ,Islamische Staat’ unter seinem Anführer Bagdadi wird nicht lange bestehen; dessen Propaganda vom Dschihad aber wird ihn überleben.“, stellt Hermann zu Recht fest. Warum aber ist das so?

Das ist so, weil sich die mohammedanistische Welt, die sich in unzähligen Aspekten grundsätzlich und antagonistisch vom Rest der Menschheit unterscheidet, zu ihrem letzten Überlebenskampf sammelt. Der evident bösartige und perverse Humbug, der sich in den mohammedanistischen Grundlagentexten offenbart, lässt sich an keiner Stelle mehr mit einer global organisierten, aufgeklärten, kooperativen und der Zukunft zugewandten Menschheit vereinbaren. Unterdrückung der Frauen und Kinder, institutionalisierte Ausrottung von Minderheiten, Substitution eines befriedigenden Sexuallebens durch Gewalt und Mord, das Primat der Riten vor dem eigenen Verantwortungsbewusstsein – derlei „Säulen“ dieser Ideologie sind einfach nicht mehr akzeptabel – weder bei uns noch in der mohammedanistischen Sphäre selbst. Auch einen Tumor können wir ja nicht in unserem Körper akzeptieren.

Daher ist es unsinnig, die Unterscheidung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ aus Angst vor Konflikten gegen jede Empirie weiter zu behaupten. Ebensowenig wie eine Frau „ein bisschen schwanger“ sein kann, und es einen Kreis mit Ecken gibt, gibt es einen Mohammedanismus ohne Jihad. Es geht nicht um die vollständige Dekonstruktion eines eingebildeten „Nazislahmismus“ sondern um die vollständige Dekonstruktion des real existierenden Nazislahm.

Es ist notwendig, in die mohammedanistischen Grundlagentexte zu schauen.

Wegschauen geht nicht mehr.

Das gilt auch für Rainer Hermann.

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Time am 7. August 2014

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1) http://www.pi-news.net/2014/08/islamischer-machetenangriff-auf-jesiden-polizeigrossaufgebot-bei-tumulten-in-herford/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/krawalle-zwischen-yeziden-und-islamisten-wegschauen-geht-nicht-mehr-13086739.html

Eine 2.000 Jahre alte Geschichte…

31. Juli 2014

BesseralsKlohamett

ISIS-Schlächter haben 1.500 junge Männer exekutiert und somit ihren „Propheten“ Klo H. Metzel in den Schatten gestellt, der es im Fall des jüdischen Stammes Banu Quraiza auf „nur“ 900 brachte (1). Dürfen die das? Dürfen die ihren Propheten übertrumpfen? Dann ist er doch gar nicht mehr der „beste Mensch aller Zeiten“…

Auf „FAZ.net“ beleuchtete Rainer Hermann gestern die Ausrottung des Christentums im Orient, in dem es 2.000 Jahre lang heimisch war (2).

Der Mohammedanismus wütet unter der menschlichen Zivilisation weit schlimmer als die Seuche Ebola (3). Er ist indessen noch nicht einmal als Problem erkannt worden. Schuld seien die „Islamisten“, die „SA-lafisten“ usw. usf., bei denen es sich jedoch durchgängig um Typen handelt, die nicht mehr oder weniger grausam und pervers sind als ihr hochverehrtes Vorbild Klo.

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Christen im Mittleren Osten

Auf der Abschussliste der Islamisten

Die orientalischen Kirchen sind der Ursprung des Christentums. Jetzt werden sie von Terrorgruppen wie dem „Islamischen Staat“ ausgelöscht. Bald wird es im Mittleren Osten keine Christen mehr geben.

Das Christentum ist heute in Syrien und im Irak, also an den Stätten, wo es in der Spätantike seine erste Blüte entfaltet hatte, in seiner Existenz bedroht. In Damaskus findet man immer noch die Gerade Straße, auf der Saulus zum Paulus wurde. Doch ganz in der Nähe, in der Ortschaft Maalula, wo noch bis vor kurzem die Sprache Jesu, Aramäisch, gesprochen wurde, haben islamistische Extremisten das Kloster der Heiligen Thekla aus dem vierten Jahrhundert geschändet und zerstört. In der Hügellandschaft um Aleppo hatten Säulenheilige wie Simeon erstmals eine strenge Askese praktiziert. Dort haben Krieger des Islamischen Staats, an deren Spitze ein selbsternannter Kalif steht, zwei Bischöfe entführt und mutmaßlich getötet. Die Evangelisten Matthäus und Lukas berichten, wie das Volk von Ninive, dem heutigen Mossul, durch Jonas von allem Bösen erlöst worden sei. Doch soeben haben in Mossul die Krieger des Dschihad die Christen vertrieben und das Grabmal des Jonas vernichtet.

Die meisten von uns halten das Christentum für eine westliche Religion. Bestenfalls ist uns das Schisma des Jahres 1054 bewusst, das die Trennung von Rom und Konstantinopel, von der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen vollzogen hat. Doch schon viel früher, im vierten und fünften Jahrhundert, führten machtpolitische Interessen, theologische Kontroversen und unterschiedliche philosophische Traditionen zur Trennung der alten orientalischen Kirchen von Konstantinopel und der zentralistischen Kirche von Byzanz.

Die aufgefächerte Kirche

Das Urchristentum und die Urgemeinde hatten ihre Blüte im Morgenland, das dem Abendland kulturell und zivilisatorisch damals weit voraus war. Von den fünf frühchristlichen Patriarchaten, der Pentarchie, lagen drei – Alexandria, Antiochien und Jerusalem – im Orient. Rom lag im Westen, Konstantinopel zwischen Ost und West. Alexandria wurde zur Kirche der Kopten und Afrikas, Antiochien zur Kirche des Ostens, und auf Jerusalem erheben alle Anspruch. Große Theologen aus dem Osten – wie Origines (185–251), Ephräm der Syrer (306–373) oder Gregor von Nyssa (335–394) – brachten die Entwicklung der christlichen Dogmatik voran.

Die Blüte des frühen Christentums im Orient war möglich, weil im Reich der persischen Parther, das religionspolitisch liberal war, die Christen ihren Glauben zu einer Zeit ungehindert praktizieren konnten, da sie die Römer noch verfolgten. Erst 380 wurde das Christentum im Römischen Reich Staatsreligion. Zudem überlappten sich im Osten Anatoliens der römische und der persische Kulturkreis. In Städten wie Edessa (heute Urfa) und Nisibis (heute Nusaybin) pulsierte das geistige Leben, theologische Grundfragen wurden kontrovers diskutiert. In der christlichen Grenzstadt Edessa gab es viele Sekten, die ihre Dogmen noch nicht festgelegt hatten. Die Kirche, die sich später durchsetzen sollte, war noch in der Minderheit. Nisibin war ein Zentrum für die Übersetzung griechischer Philosophie. Viele Häretiker fanden dort Schutz. Es wurde ein Zentrum für die nestorianischen Christen, die von Byzanz verstoßen waren, weil sie die Lehre von den zwei Naturen Christi ablehnten.

In den Jahrhunderten vor der Eroberung durch die muslimischen Araber konsolidierte sich das Christentum im Großraum Levante, Mesopotamien und Anatolien. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse brachten viele altorientalische Kirchen hervor, die bis heute das Christentum bereichern. Etwa die Assyrische Kirche des Ostens oder die syrisch-orthodoxe Kirche, aber auch mit Rom unierte Kirchen wie die der Chaldäer oder der Melkiten. Die Republik Irak erkennt vierzehn Kirchen an, aber auch andere nichtmuslimische religiöse Minderheiten wie die Yeziden, die Schabak oder die Sabäer. Auch sie stehen, wie die Christen, auf der Abschussliste der Krieger des Islamischen Staats.

Missionare in China

Die alten orientalischen Kirchen sind uns, die wir in den lateinischen Kirchen des Westens groß geworden sind, mit ihrer archaischen Liturgie und ihrer Theologie, die nicht intellektuell das Wort Gottes auslegt, sondern den hymnischen Lobpreis Gottes in den Mittelpunkt stellt, fremd. Würde ein Christ aus der Zeit des frühen Christentums heute wieder auf die Erde kommen, wäre ihm der Islam vertrauter als die modernen lateinischen Kirchen, von den evangelikalen Christen Amerikas ganz zu schweigen. Viele byzantinische Christen sahen in der jungen Religion des Islams nur eine weitere Häresie. Der große Theologe Johannes Damascenus (650– 754) aus Damaskus begrüßte die Konversion der vormals heidnischen Araber, er betrachtete den Islam als eine Häresie, die aus dem Arianismus erwachsen sei. Die frühchristliche Sekte der Arianer lehnte nämlich die Trinitätslehre ab und erkannte nur Gottvater als Gott an.

Vom vierten Jahrhundert an lebten sich die orientalischen und westlichen Christen auseinander. Zu den großen theologischen Streitpunkten gehörten die Natur Marias und die Jesu Christi. Im Orient setzte sich die Lehre von Maria als der „Mutter Christi“ durch, der Westen inklusive der Orthodoxen verehrt sie indes als „Mutter Gottes“. Die orientalischen Kirchen sprechen zudem Christus nur eine Natur zu, für sie gehen die menschliche und göttliche Natur in ihm eine Synthese ein. Im Unterschied zur Lehre der westlichen Kirchen, die die Zweiheit von Gottheit und Menschheit in Jesus Christus hervorheben. Hinzu kam, dass viele Christen im Orient gegen die Zentralisierungsversuche der byzantinischen Reichskirche aufbegehrten und dass Bischöfe, die unter persischer Herrschaft lebten, nur an den ersten zwei Konzilen, denen in Nizäa (325) und Konstantinopel (381), teilnehmen konnten. Da sie die Debatten der folgenden Konzile nicht mehr beeinflussen konnten, lehnten sie deren Ergebnisse ab.

Auf dem Konzil von Ephesus (431) wurde ein doppelter Disput ausgetragen. Es ging vordergründig darum, ob dem Patriarchen von Konstantinopel oder dem von Alexandria der Vorrang zustehe; überlagert wurde der kirchenpolitische Machtkampf von der Frage nach Marias Natur. Der Patriarch von Konstantinopel, Nestor, vertrat die Position, Maria sei „Christotokos“ (Christgebärerin). Nestor verlor gegen den Patriarchen von Alexandria, Cyrill, und wurde exkommuniziert. Die „assyrische Kirche des Ostens“ von Antiochien folgte aber Nestor, spaltete sich ab und wurde fortan nestorianisch genannt. Ihre Missionare waren in Indien aktiv und kamen bis nach China.

Ein tragisches Ende ist in Sicht

Das Konzil von Chalzedon (451) vertiefte die Spaltung. Der Patriarch von Alexandrien wurde in die Verbannung geschickt, so dass Konstantinopel wieder Vorrang hatte. Theologisch entschied es, Christus sei zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch, und erhob die Trinität zum Dogma. Die Kirchen des Orients aber beharrten auf der Position, Christus habe nur eine Natur. Ihre Kritiker belegten sie mit dem Schimpfwort „Monophysiten“, was die „Einzigheit der Natur“ in den Vordergrund stellt. Sie selbst nennen sich aber „Miaphysiten“, sie betonen damit die „Einheit“ der zwei Naturen Christi. Diese Miaphysiten machten einen bedeutenden Teil der frühen Christen aus. 484 nahm die „Kirche des Ostens“, die sich 424 für unabhängig erklärt hatte, die Lehre Nestors als verbindlich an. Damit solidarisierten sie sich auch politisch mit ihrem Persischen Reich, das mit Konstantinopel im Kriegszustand war. Die byzantinische Reichskirche verfolgte ihrerseits alle Christen, die die Konzilien nicht anerkannten.

Die Angst der Christen im Irak

Von diesen orientalischen Christen haben die frühen Muslime viele Praktiken übernommen. Etwa die Prostration, das Sich-Niederwerfen beim Gebet. Auch das Minarett als Turm, von wo zum Gebet in einen Innenhof gerufen wird, geht auf Vorbilder in alten syrischen Kirchen zurück. Außerdem hatten alte Klöster, wie etwa Mar Saba bei Bethlehem, eine Gebetsnische nach Osten; daraus wurde die Kibla der Moschee. Das Gebet auf dem Teppich stammt von den armenischen Christen, die seit 301 die erste Staatskirche überhaupt gründeten und unter Berufung auf den brennenden Dornbusch (2. Buch Mose 3: „Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.“) zum Gebet die Schuhe abstreiften. In der Archäologie bleibt die arabische Eroberung des siebten Jahrhunderts unsichtbar. Die Herrscher wechselten, das Leben ging weiter wie zuvor. Viele christliche Meisterwerke, etwa Mosaiken, entstanden erst nach der arabischen Eroberung. Die arabischen Konquistadoren verfolgten keine Christen und zerstörten keine Kirchen.

Der große Exodus setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Er beschleunigte sich im 21. Jahrhundert, zumal durch die Invasion im Irak unter George W. Bush 2003. Die irakischen Christen wurden Geiseln. Zum Verhängnis wird den orientalischen Christen auch, dass sie nur unter säkularen Diktaturen eine Zukunft für sich sehen, wie heute in Ägypten unter Abd al Fattah al Sisi und in Syrien unter Baschar al Assad. In diesen Staaten bringt das viele gegen sie auf. Die jüngste Vertreibung im Juli wurde im Norden des Iraks durch den in seiner Intoleranz einzigartigen Islamischen Staat in Gang gesetzt. Die 2.000 Jahre alte Geschichte des orientalischen Christentums nähert sich ihrem Ende.

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Time am 31. Juli 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/22/sira-1-einfuhrung-und-massenmord/
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/christen-im-mittleren-osten-auf-der-abschussliste-der-islamisten-13072603.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
3) http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ebola-seuche-elfenbeinkueste-bereitet-sich-auf-ebola-vor-13074421.html

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30. Juli 2014

ISIS

Die mohammedanistische ISIS belohnt ihre Kämpfer mit Kinder-Sexsklavinnen. Auch Klo H. Metzel hatte welche. „Lach doch mal, kleines Mädchen“ (1).

Gestern hat auf „FAZ.net“ Rainer Hermann einmal mehr versucht, die offensichtlichen und abscheulichen und massenhaften und regelmäßigen Verbrechen, die seit 1.400 Jahren im Namen des Mohammedanismus an Mohammedanisten und Nichtmohammedanisten verübt werden, einer Erfindung westlicher Diener der Orks zuzuschreiben, und die ist der „Islamismus“ (2). Lesen Sie seinen Text mit Anmerkungen meinerseits.

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Religion und Terror

Bedrohung Islam?

Wer den Islam mit den Islamisten gleichsetzt, geht den Radikalen auf den Leim. Und verkennt, wie viele liberale Muslime es gibt, die ihren Glauben an die Erfordernisse der modernen Welt anpassen.

(Diese Sicht halte ich für nicht zutreffend. Die „liberalen Muslime“ passen nicht „ihren Glauben an die Erfordernisse der modernen Welt“ an, sondern sie selbst passen sich „an die Erfordernisse der modernen Welt“ an, indem sie ihren Glauben relativieren und vermindern. T.)

Noch vor einem Vierteljahrhundert konnte der französische Islamwissenschaftler Maxime Rodinson ein Buch mit dem Titel „Die Faszination des Islam“ schreiben. Seither ist dieser Islam aber zur Bedrohung geworden. Nirgendwo sonst finden weltweit so viele Kriege statt wie im Krisenbogen von Nordafrika über die Levante zum Hindukusch; die Länder dieses Bogens haben eines gemein: Sie sind muslimisch. Auch die Terrororganisationen Boko Haram und Islamischer Staat sowie die Taliban haben eines gemeinsam: Sie berufen sich auf den Islam. Und in den vergangenen Wochen fielen propalästinensische Demonstranten auf europäischen Straßen dadurch auf, dass sie antisemitische Parolen riefen.

(Dem Verweis auf den Bedeutungswandel des Mohammedanismus von einer „faszinierenden“ Angelegenheit zu einer von Gewalt und Terror müsste jetzt eine Erkenntnis in dem Sinne folgen, dass offenbar der Forschungsgegenstand anfangs allzu träumerisch, subjektiv und idealistisch betrachtet wurde, bis man nun allmählich im Zuge vertiefter Betrachtung und erweiterten Wissens zum Kern – der permanente inhärente Gewalt und Unterdrückung ist – vorstößt. T.)

Der Islam sei eben, so heißt es, auf Gewalt fixiert und mit der Moderne nicht zu vereinbaren. Dafür spricht vordergründig einiges, das ist aber als Urteil zu simpel: Das Problem ist nicht der Islam an sich, das Problem sind die Muslime, die ihn praktizieren. Weltreligionen wie das Christentum oder der Islam können nur deshalb so lange bestehen, weil sie flexibel sind und den Gläubigen den Raum bieten, sich stets an Neues anzupassen. Der Islam lässt auch deswegen vieles zu, weil eine Koransure das eine sagt und eine andere das Gegenteil.

(Leider versucht Hermann, seine bis hierhin logische Beweisführung ins Gegenteil zu verkehren, indem er dem Mohammedanismus eine „Flexibilität“ bzw. Fähigkeit zur Relativierung unterstellt, allein deshalb, weil es ihn seit 1.400 Jahren gibt. Aber ist er denn flexibel? Lassen seine Anhänger Relativierungen zu? Können sie über sich selbst Witze machen? Nein, sie sind absolut humorlos, sie fordern die Durchsetzung ihrer Interessen zu 100%, und der Kloran, in dem „eine Koransure das eine sagt und eine andere das Gegenteil“, ist eine Erfindung von Dimmie Hermann. Der Kloran ist eindeutig und klar, und er postuliert seine Anhänger als Übermenschen und fordert die Unterdrückung und Vernichtung aller Nichtmohammedanisten. T.)

In jeder Epoche hat es in der islamischen Welt Terrorgruppen gegeben; im 12. Jahrhundert waren die Assassinen das, was heute Al Qaida und deren Nachfolger sind. Sie waren und sie sind gefährlich, Massenbewegungen sind daraus aber nicht entstanden, im Gegenteil. So hatten die arabischen Muslime im 7. Jahrhundert die Levante nur deswegen nahezu kampflos erobert, weil die dort lebenden orientalischen Christen sie gegenüber der repressiven byzantinischen Staatskirche als Befreier begrüßten.

(Die Assassinen waren keine religiös orientierte Sekte vom Schlage Al-Kaidas, sondern eine Mörderbande, die aus aller Welt Aufträge annahm. Sie waren mit der derzeitigen globalen Jihad-Bewegung, die Al-Kaida, unzählige weitere Terrorgruppen von Al Shabaab bis zum ISIS, aber auch die Muschlimmbrüder und Ratze Tippex Fuhrergan umfasst, nicht vergleichbar. Hermann will aussagen: „Gab’s schon immer, alles nicht so schlimm“, aber er irrt sich – der globale Jihad ist eine sehr aktuelle und existenzielle Bedrohung der gesamten Menschheit. T.)

Vor genau zweihundert Jahren begann Goethe mit der Lektüre des „Diwan“ des persischen Dichters Hafis; fünf Jahre später setzte er mit seinem „West-östlichen Divan“ dem muslimischen Orient ein Denkmal. Goethe war von Hafis’ liberaler Islampraxis beeindruckt; nie hätte sich der Freigeist von einem totalitären Islam inspirieren lassen. Der Münsteraner Islamwissenschaftler Thomas Bauer hat für die Epoche des klassischen Islams, für die Hafis steht, also die Jahrhunderte zwischen der Frühzeit des Islams und der Moderne, den Begriff der Ambiguitätstoleranz geprägt. Die Vielfalt der Diskurse, etwa bei der Koranauslegung, und die Mehrdeutigkeiten, wie sie Hafis beherrschte, waren nicht ein Ärgernis, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Die Muslime vernichteten diese Ambiguität erst während ihres Modernisierungsprozesses. Denn erst in der täglichen Auseinandersetzung mit dem überlegenen Westen entstand das Bedürfnis nach der einen starken Wahrheit.

(Wenn Goethe oder Hafis in der Mohammedanismusdebatte aufgefahren werden, sollte man den intellektuellen Revolver ziehen. Hafis war ein schwuler Säufer, der im Mohammedanismus eher schlecht als recht existierte, und Goethe war ein heterosexuell gestörter Säufer, der sich durchschleimte und keinen ernsthaften Konflikt riskierte. Für den Mohammedanismus interessierte er sich insbesondere, weil er ein Feind des Christentums war. Im Übrigen haben die Orks eine angebliche Ambiguität nicht erst in den letzten 250 Jahren in der „Auseinandersetzung mit dem überlegenen Westen“ vernichtet, und vor allem haben sie weniger irgendeine Ambiguität vernichtet, sondern sie haben vielmehr in den 1.400 Jahren ihrer Expansion 400 Millionen Nicht-Orks sowie deren Kulturen und deren Wissen vernichtet. T.)

Viele erheben Anspruch auf den Islam

Heute prägt eine Ambiguitätsintoleranz das Denken der Muslime. So wie die Salafisten für sich beanspruchen, für den einzig „wahren“ Islam zu stehen, so gehen auch viele im Westen den Salafisten in die Falle, dass es nur einen Islam geben solle. Dieser „Homo islamicus“ aber, dessen Denken und Handeln sich um nichts anderes drehen soll als um den Islam, ist für das tägliche Leben ungeeignet.

(Der Anteil der Mohammedanisten an der Gesellschaft, egal ob sie „liberale“ Anschauungen haben oder SA-lafisten sind, entscheidet über den Anteil des „Homo islamicus“ an der Gesamtgesellschaft. Wir merken im Westen, dass ab 10% Orks von diesen der Weg offenen Terrors gegen die 90% Nichtorks beschritten wird. Wir sehen im Libanon, im Irak, in Syrien und eigentlich überall, dass Nichtorks dann verfolgt und ausgerottet werden. Es gibt keine Ausnahme. T.)

Unter den Extremisten gibt es aber diesen Typus, der alles seiner Wahrheit unterordnet. Die meisten Muslime passen sich jedoch unverändert, quasi ad hoc, den Veränderungen an. Der säkulare syrische Philosoph Sadiq al Azm bringt das auf folgende Formel: Der dogmatische Islam ist wegen der Betonung des Monotheismus mit der Moderne unvereinbar, der historische Islam passt sich aber als dynamisch-evolutorischer Glaube ständig an.

(Auch der „historische Islam“ passt sich an nichts an. Wo soll das geschehen sein, wo wird das sichtbar? Er ist vielleicht weniger gewalttätig oder revolutionär, weil er die absolute Herrschaft ausübt, aber er passt sich nicht an, sondern zwingt mit seiner Übermacht alles, sich an ihn anzupassen. T.)

Viele erheben heute Anspruch auf den Islam: Saudi-Arabien und Iran legitimieren mit ihm ihre Herrschaft; die Mittelschicht entwickelt einen „Business Islam“, der für individuelle Freiheit und eine moderne Gesellschaft gut ist; Extremisten greifen unter Berufung auf den Islam zur Gewalt und handeln in einer Heilserwartung wie vor Jahren in Europa „Action directe“ und die Baader-Meinhof-Bande.

(Wieder dieses „Gab’s schon immer, alles nicht so schlimm, wir haben die RAF doch auch überwunden“. Hey, die RAF waren ein paar verlauste Bolschewisten mit einem Sympathisantensumpf von 100.000 bis 200.000 Haschern. Der Sympathisantensumpf der Jihadisten zählt in Deutschland aber drei bis vier Millionen (3). T.)

Der Islam steckt heute unbestritten in einer tiefen Krise. Die meisten Muslime – ob in der Türkei, in Indien oder in Indonesien – leben aber in Demokratien. Das Problem sind die arabischen Muslime. In der arabischen Welt geht seit dem Protestjahr 2011 die postkoloniale Phase zu Ende. Die Kolonialmächte hatten nach dem Zweiten Weltkrieg Staaten zurückgelassen, deren Grenzen sie gezogen hatten. Die Menschen identifizierten sich nicht mit ihnen, der Islam wurde zum identitätsstiftenden Nationalismusersatz. Heute zerfallen einige Staaten; Milizen, die sich auf den Islam berufen, streben nach der Macht.

(Na, das kann man dann nur noch als verzweifeltes Selbstbelügen werten, wenn uns Herr Hermann die Türkei, Indien oder Indonesien als „Demokratien“ anempfiehlt. In Indonesien kommt es regelmäßig zu Pogromen gegen Nicht-Orks und Wahlverlierer erkennen die Wahlen nicht an, die Sezession des christlichen Osttimors musste zudem mit 183.000 Ermordeten bezahlt werden, in der Torkei bleibt die Ermordung von Nicht-Orks in der Regel nahezu straffrei und sogar Dimmie Leo Brux erschauert vor der diktatorischen Politik Fuhrergans, und Indien ächzt unter der Last der 13,5% Orks. T.)

Dabei geht eine Saat auf, die Saudi-Arabien seit Jahrzehnten sät. Legitimiert wird das Königreich durch eine Symbiose, welche das Herrscherhaus mit der puritanisch-wahhabitischen Lehre eingeht. Die steht wie keine andere für Intoleranz und die Aufforderung, „Ungläubige“ und Andersgläubige im Islam zu bekämpfen. Die Muslime müssen erkennen, dass diese Art des Muslimseins in der Welt von heute keinen Platz hat und dass ihr jegliche positive Energie fehlt, eine Zivilisation zu sein. Und dass deshalb „der Islam“ als Bedrohung wahrgenommen wird.

(Diese Sätze sind stark: „Die Muslime müssen erkennen, dass diese Art des Muslimseins in der Welt von heute keinen Platz hat und dass ihr jegliche positive Energie fehlt, eine Zivilisation zu sein.“ Nur, eine andere Art des „Muslimseins“ ist weder im übellaunigen Kloran, noch in den absurden Hadithen, noch in der widerwärtigen Sira vorgesehen. Dort werden ein bösartiger Gott und ein perverser Prophet beschrieben. Eine   „positive Energie“ ist dort nach 1.400 Jahren und 400 Millionen Toten immer noch unauffindbar. Sollte man sie allmählich nicht mal an anderer Stelle suchen? T.)

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Time am 30. Juli 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/religion-und-terror-bedrohung-islam-13069256.html
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2014/07/29/auch-ich-brauche-ihn-nicht/#comment-7547
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2014/06/23/was-wird-hier-aufgeblasen/

Alle nur nicht Alla

26. April 2014

Geisel

Christliche Geisel auf mohammedanistischer Internetseite

Derzeit ist die russische Führung, die eine Verkleinerung ihrer Einflusssphäre nicht hinnehmen will, bei den westlichen Eliten und ihren Mediensprachrohren nicht so arg wohlgelitten. In der heutigen FAZ macht der Sunniten-Lakai Rainer Hermann Russland nun sogar für den globalen Jihad verantwortlich (1).

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Islamistischer Terrorismus

Moskau spielt gern mit dem Feuer

Der Kreml verdreht im Ukrainekonflikt nicht zum ersten Mal Kausalketten. Auch Al Qaida entstand als Folge russischer Aggression und saudischer Ideologie. Den Preis zahlt die Welt bis heute: Im Kampf gegen den Terror.

Die Welt blickt seit Monaten auf die Ukraine. Doch auch der Bürgerkrieg in Syrien wird die Welt noch lange beschäftigen. Denn er hat das größte Flüchtlingsdrama seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst, und er ist zu einem Produzenten von Dschihadisten geworden, die heute den Nahen Osten bedrohen und morgen die Welt. Das Terrornetz Al Qaida hatte im vergangenen Jahrzehnt seine Schlagkraft und Anziehungskraft eingebüßt; heute ist es zurück. Moskau hat seinen Anteil daran.

Der Bogen seines Terrors spannt sich im Norden von Afghanistan über den Irak nach Syrien, im Süden vom Jemen über Somalia nach Mali und Nigeria in die Sahara hinein. Auch wenn die Befehlshierarchie flach und vieles, was sich Al Qaida nennt, nicht direkt miteinander verbunden ist: Noch nie haben unter diesem Namen so viele Bewaffnete Terror verbreitet, noch nie haben sie in so vielen Regionen ihre schwarze Flagge des Schreckens gehisst.

Der Krieg gegen den Terror gleicht dem Kampf gegen die Hydra. Ist ein Kopf abgeschlagen, wachsen zwei nach. Der Terror ist heute international, er richtet sich gegen den Westen und gegen Nichtmuslime, aber auch gegen gemäßigte Muslime. Dabei hat der moderne Dschihad lediglich als ein lokaler Widerstand in Afghanistan begonnen.

Entstanden ist er aus dem Zusammentreffen zweier Faktoren: saudischer Ideologie und russischer Aggression. Die von Saudi-Arabien verbreitete Version des Islam behauptet, allen anderen Muslimen und vor allem den Nichtmuslimen überlegen zu sein. Aus diesem wahhabitischen Islam leiteten und leiten Extremisten das Recht ab, gegen die „Ungläubigen“ auch mit Gewalt vorgehen zu dürfen. Erst der Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan mobilisierte vom wahhabitischen Islam geblendete Araber und lieferte den islamistischen Gotteskriegern ein Betätigungsfeld. Mehrere Tausend sogenannte „Mudschahedin“ kämpften – unterstützt durch die Vereinigten Staaten – gegen die militärisch überlegene Rote Armee, demütigten sie und zwangen sie zum Rückzug.

Massaker statt friedliche Mittel

Früchte des sowjetischen Einmarsches von 1979 sind die afghanischen Taliban und die „afghanischen Araber“, die sich seit 1987 den Namen „Al Qaida“ geben. Diese Araber, überwiegend von der Arabischen Halbinsel und aus Nordafrika, bildeten später das Rückgrat von Al Qaida im Irak.

Von dort setzt sich ihr Terrornetz heute entlang des Euphrat nach Syrien fort. Auch das zweite große Reservoir von Dschihadisten in Syrien verdankt seine Entstehung einer russischen Aggression: Die beiden sinnlosen Tschetschenen-Kriege Moskaus haben seit 1994 mehrere Tausend Dschihadisten hervorgebracht, die zu aller Gewalt fähig sind.

Moskau setzte auch im Kaukasus auf die Abschreckung durch Massaker, anstatt lokale Unzufriedenheit mit Mitteln der Politik friedlich beizulegen. Wer Bilder von der völlig zerstörten Stadt Grosnyj vor Augen hat, kann sich vorstellen, dass die Kriege eine Schule für die islamistische Guerrilla waren. In beiden Kriegen sollen bis zu 150.000 Menschen getötet worden sein.

Immer mehr Kaukasier wurden nicht mehr von nationalistischen Gefühlen geleitet, sondern folgten der Ideologie des Dschihad. Der Konflikt zog auch Dschihadisten aus anderen Ländern an, die meist zuvor Ausbildungslager in Afghanistan durchlaufen hatten. Von dort schickte Usama Bin Ladin Geld an die Rebellenführer in Tschetschenien und Dagestan; denn sie sollten einen islamischen Staat nach dem Vorbild der Taliban in Afghanistan errichten. Doku Umarow, auf den sich viele Dschihadisten in Syrien berufen, proklamierte sein „Emirat Kaukasus“ und rief zum globalen Dschihad auf.

Den Preis hat die ganze Welt zu zahlen

Im Norden Syriens kämpfen mutmaßlich mehr Dschihadisten aus dem Kaukasus als aus anderen arabischen Ländern zusammen. Die meisten „Emire“ auf syrischem Boden sind Tschetschenen oder Angehörige anderer muslimischer Kaukasusvölker. In Syrien führen sie einen doppelten Krieg: für die Errichtung „islamischer Staaten“ und gegen den russischen Präsidenten Putin, den wichtigsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Assad.

Die Regierungen in Moskau haben in Afghanistan wie in Tschetschenien hohe Verluste erlitten. Den Preis für beide Kriege hat aber die ganze Welt zu zahlen. Gebetsmühlenhaft behauptet der Kreml, Russland werde durch den islamistischen Terror herausgefordert und müsse mit eiserner Faust zurückschlagen.

Die russische Propaganda verdreht damit die Kausalkette. Ohne saudische Ideologie und Moskaus Politik gäbe es die Hydra Al Qaida nicht. Russland schafft mit seiner Politik nicht nur im eigenen Haus und dem eigenen Hinterhof – wie in der Ukraine – Instabilität. Sein Spiel mit dem Feuer gefährdet auch den Westen.

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Gut an Rainer Hermanns Artikel finde ich, dass er die weltweite Bedrohung der Zivilisationen der Menschheit durch den mohammedanistischen Terror deutlich werden lässt. Jedoch fehlen viele Sachverhalte, und das macht ihn ganz offensichtlich zu einem platten Propagandastück mit völlig verdrehter Kausalkette.

Es fehlt z.B. die Unterstützung der CIA für die saudischen Mörderbanden. Es fehlt die Gründung der Muslimbrüder im Jahr 1928. Es fehlen 1.400 Jahre Jihad, Sklaverei, Piraterie, Völkermorde und Angriffskriege. Es fehlen die 400 Millionen durch den Nazislahm Ermordeten (2). Es fehlt die Zusammenarbeit von Nazis und Nazislahmisten im zweiten Weltkrieg und danach.

Es fehlt der jahrhundertelange Abwehrkampf der Russen gegen mohammedanistische Aggressoren, es fehlen die verheerenden Attentate der Orks und die Kinderschlachtung von Beslan.

Es fehlt auch die grausame Geschichte des mörderischen Propheten des Mohammedanismus, es fehlt der satanische Kloran, es fehlen die lächerlichen Hadithe und die perverse Sira. Es fehlt der Blutsäufergott Alla.

Für Rainer Hermann haben sicherlich auch die Eskimos noch mehr Schuld am Terror des Mohammedanismus als der terroristische Klo H. Metzel und sein bösartiges Buch.

Wenn Rainer Hermann schreibt: „Moskau setzte auch im Kaukasus auf die Abschreckung durch Massaker, anstatt lokale Unzufriedenheit mit Mitteln der Politik friedlich beizulegen“, so empfiehlt er auftragsgerecht und gebetsmühlenhaft denn auch gleich den richtigen Umgang mit den Mohammedanisten. Wir sollen uns vor ihrer Gewalttätigkeit und ihrem Sadismus schützen, indem wir die Jizia bezahlen.

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Time am 26. April 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/al-quaida-russische-aggression-und-saudische-ideologie-12910511.html
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/30/400-millionen/

Der Rattenkorridor wird verlängert

3. Januar 2014

Falludscha

Am 12. Dezember vergangenen Jahres hatte ich Ihnen einen Bericht von Rainer Hermann aus der FAZ über den sogenannten „Rattenkorridor“ vorgelegt (1). Darin beschrieb er, wie die Truppen von Al-Kaida quasi staatliche Strukturen entlang des Euphrat aufgebaut haben. Inzwischen sind sie mit der Einnahme zweier irakischer Städte weit nach Osten vorgestoßen. Ich frage mich, wie lange unsere Regierungen dies vor unserer Haustür noch tolerieren wollen. Lesen Sie einen Bericht aus der FAZ (2) sowie einen Kommentar von R. Hermann zum Thema (3).

Karte

Islamistische Rebellen auf dem Vormarsch

Im Irak vergrößert sich die Macht der islamistischen Rebellen immer weiter. Die Städte Ramadi und Falludscha sind in Teilen in der Hand von mit Al Qaida verbündeten Milizen.

Islamistische Rebellen haben die Kontrolle über Teile der irakischen Städte Ramadi und Falludscha übernommen. Beobachter berichteten am Donnerstag, dutzende Lastwagen mit schwer bewaffneten Männern würden durch die Straßen im Osten Ramadis fahren und über Lautsprecher Lieder spielen, in denen die Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) verherrlicht werde. Sicherheitskräfte waren auf den Straßen der Stadt, in der am Montag gewaltsam ein Protestlager aufgelöst worden war, nicht zu sehen.

Laut einem Vertreter der Sicherheitskräfte brachten die Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al Qaida verbündeten Gruppe auch die Hälfte von Falludscha unter ihre Kontrolle. Die andere Hälfte werde von bewaffneten Stammesangehörigen kontrolliert. Am Mittwoch hatten Aufständische in Falludscha vier Polizeiwachen in Brand gesetzt und hunderte Häftlinge befreit. Auch zwei Militärfahrzeuge wurden in Brand gesetzt und Waffen gestohlen.

In Ramadi hatte die Polizei am Montag ein Protestlager sunnitischer Regierungsgegner geräumt. Bei anschließenden Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Bewaffneten wurden mindestens 14 Menschen getötet. Aus Protest gegen die Räumung legten 44 irakische Parlamentarier ihre Mandate nieder. Ministerpräsident Nuri al Maliki hatte zuvor gesagt, das Protestlager an einer Autobahn nahe der Stadt im Westen von Bagdad sei von Al Qaida unterwandert worden.

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Bogen des Terrors

Ministerpräsident Maliki gibt den Sunniten zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn.

Die Eroberung der irakischen Städte Ramadi und Falludscha durch Krieger des „Islamischen Staats Irak und (Groß-)Syrien“ hätte verhindert werden können. Denn die Angreifer konnten die Entfremdung der sunnitischen Bewohner in der Provinz Anbar, die an Syrien grenzt, vom Zentralstaat und einer Regierung ausnutzen, die sich gebärdet, als stehe sie allein im Dienst der schiitischen Mehrheit.

Ministerpräsident Maliki polarisiert nicht nur; er gibt den Sunniten auch zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Die sunnitischen Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn und vertiefen sie noch. Schon einmal, 2006 und 2007, hatten sie auf irakischem Boden einen „Islamischen Staat“ ausgerufen.

Heute bildet die Herrschaft ihres Terrors einen „dschihadistischen Halbmond“, der von Anbar über das syrische Euphrattal und Aleppo bis in den Nordlibanon reicht. Der amerikanische Präsident Obama hat Maliki Waffen und Drohnen zugesagt, um den Terror zu bekämpfen. Solange die Regierung in Bagdad sich aber verhält, wie Maliki es tut, werden diese Waffen nichts ändern.

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Time am 3. Januar 2014

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2013/12/12/der-rattenkorridor/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-islamistische-rebellen-auf-dem-vormarsch-12734286.html
3) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-bogen-des-terrors-12734888.html

Der „Rattenkorridor“

12. Dezember 2013

Rattenkorridor

Einen fulminanten Bericht zur Lage in Syrien legte Rainer Hermann in der gestrigen FAZ vor (1).

Es wird klar, dass entlang des Euphrat in unmittelbarer Nähe zu Europa ein dramatisches Bedrohungspotential aufgebaut wird, das ungleich größer ist als an jeder anderen Jihad-Front.

Es wird klar, dass der Beitritt der Torkei zur EU diese in unmittelbare Nachbarschaft zur heißen Jihadsphäre bringen würde.

Es wird ebenso klar, dass es höchste Zeit ist, dort um jeden Preis zu intervenieren und den Kampf gegen das Assad-Regime, das zumindest halbwegs rationale Züge aufweist, einstweilen einzustellen.

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Al Qaida in Syrien

Ein Afghanistan am Mittelmeer

Al Qaida nutzt das Machtvakuum, das der syrische Bürgerkrieg schafft, um dort einen islamischen Staat aufzubauen. Der Terrorkampf zieht dorthin mehr Dschihadisten als an den Hindukusch.

Abu Bakr al Baghdadi ist erfolgreicher als sein Vorbild Usama Bin Ladin. Anders als der Gründer von Al Qaida gebietet der Iraker aus Samarra über einen islamischen Staat. Er ist selbst erfolgreicher als sein Mentor Abu Musab Zarqawi. Denn der im Jahr 2006 getötete Führer von „Al Qaida im Irak“ herrschte nur über ein „Emirat“ innerhalb der irakischen Provinz Anbar. Der 42 Jahre alte al Baghdadi, vom dem keine Fotos existieren, herrscht aber über einen Staat, der bestehende Grenzen aufhebt: den „Islamischen Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis), der seinen Terror von der syrischen Provinzhauptstadt Raqqa am Oberlauf des Euphrat bis hinab in die irakische Provinz Anbar ausweitet und der seine Präsenz in Mossul, der zweitgrößten Stadt des Iraks, ausbaut.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser islamische Staat dem Westen zuwendet. Der gefährlichste Arm von Al Qaida diskutiere bereits darüber, wann er den Westen angreifen solle, sagt Mike Rogers, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses in Washington. In einer Titelgeschichte der amerikanischen Zeitschrift „Time Magazine“ über Isis wird er mit den Worten zitiert: „Das hatte sich genau in Afghanistan ereignet und führte zu 9/11.“

Rekrutierte aus der ganzen islamischen Welt

Das Magazin zitiert ferner Matthew G. Olsen, den Direktor des amerikanischen Nationalen Antiterrorzentrums: „Der wachsende Kader von Kämpfern aus dem Westen verstärkt mutmaßlich den Pool der Gruppe an externen Agenten, der zu Anschlägen gegen den Westen eingesetzt werden kann.“ Aus diesem Grund schlägt Ryan Crocker, der im Nahen Osten erfahrenste amerikanische Diplomat, vor, Kontakt zu Präsident Assad aufzunehmen, um die Bedrohung, die von Al Qaida in Syrien ausgeht, gemeinsam zu bekämpfen. Die „New York Times“ zitiert ihn: „So schlecht Assad ist, er ist nicht so schlecht wie die Dschihadisten, die nach seinem Weggang das Land übernehmen wollen.“

Der Bürgerkrieg in Syrien hat ein Vakuum erzeugt, das Al Qaida nutzt, um ein Afghanistan am Mittelmeer zu schaffen. Mit einem Unterschied: „Syrien hat in zweieinhalb Jahren so viele ausländische Kämpfer angezogen wie Afghanistan in zweieinhalb Jahrzehnten“, sagte ein nicht genanntes Mitglied der Regierung Obama zu „Time“. Die neu Rekrutierten kommen aus der ganzen islamischen Welt, von Albanien über den Kaukasus bis auf die arabische Halbinsel, auch aus Europa. Sie schwören ihren Eid nicht mehr auf al Zawahiri, den Führer von Al Qaida, der sich in Afghanistan oder Pakistan versteckt. Sie schwören ihn auf al Baghdadi und den „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“.

Baghdadi hat Großes vor

Nicht allein die internationalen Kämpfer haben al Baghdadi in kurzer Zeit große Macht verschafft. Unbestrittener Führer wurde er am 21. Juli 2013. Vom Sommer 2010 an hatte Baghdadi seine Herrschaft im irakischen Niemandsland aufgebaut, im Verborgenen war er zum Führer von „Al Qaida im Irak“ aufgestiegen. Die Zahl der großen Bombenanschläge nahm im Irak zu, auch die Zahl der Gefängnisausbrüche. An jenem 21. Juli 2013 folgte der größte von ihnen: Mehrere Monate hatte Baghdadi den Sturm auf Abu Ghraib vorbereitet, auf das größte irakische Gefängnis. Bei der Erstürmung kamen 500 Insassen frei; die meisten hatten zuvor für Al Qaida gekämpft. Von da an verstärkten sie die Durchschlagskraft von Baghdadi entscheidend. Dessen Machtwille reichte so weit, dass er Zawahiri nicht mehr als seinen Führer anerkannte. Vielmehr wies er dessen Fatwa zurück, dass sich Baghdadi auf den Irak konzentrieren und Syrien der „Dschabhat al Nusra“ unter Muhammad al Dschaulani überlassen solle.

Zawahiri hält die Brutalität Baghdadis, der große Anschläge verübt und die Zivilisten in seinem Herrschaftsbereich terrorisiert, für kontraproduktiv. Baghdadi brüskierte aber Zawahiri, indem er sagte: „Ich muss zwischen der Herrschaft Allahs und der Herrschaft Zawahiris entscheiden, und ich entscheide mich für die Herrschaft Allahs.“ Er gebietet schon über ein kleines Kalifat auf irakischem und syrischem Boden. Anknüpfen will er an die großen Epochen der islamischen Geschichte. Dazu zählen die Zeit von 661 bis 750, als die Omayyaden von Damaskus aus ein islamisches Großreich regierten, sowie die Epoche 750 bis 1258. Damals herrschten die Abassiden von Bagdad aus. Während diese Großreiche zivilisatorischen Fortschritt gebracht hatten, verbreitet Baghdadi Schrecken und Terror.

Baghdadi hat Großes vor. Deshalb nennt er seinen Herrschaftsbereich „Staat“, und er arbeitet daran, dass dieser von Dauer ist. Wie das aussieht, beschreibt die Websitee „Syria Comment“ des amerikanischen Politikwissenschaftlers Joshua Landis, die als eine der wichtigsten Websites zu Syrien gilt: Baghdadis Krieger kontrollieren Grenzübergänge zur Türkei, sie haben Ölfelder und Raffinerien in ihre Gewalt gebracht, verteilen Weizen, Nahrungsmittel und Ölprodukte, betreiben in Raqqa Schulen, die der religiösen Umerziehung dienen, und eine Buslinie. Die Versorgung erfolgt entlang des Euphrat über Schwesterstädte im Irak; Amerikaner nennen die Route den „Rattenkorridor“.

Ein sicheres Rückzugsgebiet

Wäre Baghdadi finanziell von Al Qaidas Führung abhängig, er würde sich nicht so klar von Zawahiri distanzieren. Geld fließt aus in Mossul erpressten Schutzgeldern und dem Verkauf von Erdöl, private Geber aus den Golfstaaten, vor allem Kuweit, lassen Bargeld nach Raqqa bringen. Überweisen können sie es nicht mehr. Denn Baghdadi ließ in Raqqa die letzte Einrichtung schließen, die Überweisungen vorgenommen hatte. Eingestellt sind auch alle Medien, so dass die Einwohner von Raqqa nur noch telefonisch mit der Außenwelt in Verbindung stehen.

Unter Kaiser Justinian, dem Erbauer der Hagia Sophia, hatten die Christen von Raqqa eine Blütezeit erlebt. Unter den Abbasiden war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum. Heute erlebt sie als Hauptstadt von Baghdadis Islamischem Staat einen traurigen Tiefpunkt. Die Einwohnerzahl hatte sich durch Flüchtlingswellen auf eine Million vervierfacht. Die Rebellen eroberten die Stadt am 5. März 2013, rasch übernahmen die Dschihadisten die Macht. Von hier kontrollieren sie den Norden Syriens, wo Baghdadi einen Tschetschenen als Kommandeur eingesetzt hat, und den Osten des Landes. Islamische Gerichte sprechen in Raqqa Todesurteile aus, die auf dem zentralen Platz vollstreckt werden; Sittenpolizisten setzen die Vollverschleierung der Frauen durch und ein totales Rauchverbot. Die armenische Kirche von Raqqa ist ein Zentrum für die Verbreitung des Islams, Priester wurden verschleppt, Bibeln öffentlich verbrannt.

Al Qaida hat mit dem „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“ ein sicheres Rückzugsgebiet geschaffen, das sich entlang des „Rattenkorridors“ weit in den Irak erstreckt. Die Staatsgrenzen der Vergangenheit sind dort aufgehoben. Je stabiler dieses Gebilde wird, desto größer wird die Gefahr für den Westen.

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Time am 12. Dezember 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/al-qaida-in-syrien-ein-afghanistan-am-mittelmeer-12704655.html

Wir müssen alle aufnehmen

28. September 2013

Zeit

Speziell Christen aufzunehmen, finden die Grünen aber nicht o.k., obwohl die am schärfsten verfolgt werden. Hier ein nicht ganz unzutreffender Kommentar:

Comment

Einen recht zahmen aber doch sehr interessanten Leitartikel zum Thema „Christenverfolgung im Orient“ lieferte Rainer Hermann in der heutigen FAZ ab (1). Seine Schlussfolgerung ist anders als die meinige. Er möchte die Christen weiterhin in der Region dort sehen:

„Falsch aber wäre es, alle orientalischen Christen grundsätzlich als bedroht zu sehen und sie nach Europa und Amerika zu holen, wo sie sich rasch assimilieren würden. Verlieren würde das Christentum. Denn die große Vielfalt des Christentums macht einen Teil der Vitalität dieser Weltreligion aus. Verlieren würden auch die Länder des Nahen Ostens; ohne den Beitrag der Christen würde es Syrien und Ägypten noch viel schwerer fallen, moderne Zivilgesellschaften als Gegenentwurf zur islamischen Ordnung aufzubauen. Auf die Christen als Sauerteig können die arabischen Gesellschaften nicht verzichten.“

Die mohammedanistischen Länder können sehr wohl auf Christen verzichten, denn die Orks streben keine modernen freiheitlichen, offenen Gesellschaften an sondern Sklavenhalterstaaten. Sie werden ihre Scharia-Sphäre von allen Nicht-Orks befreien. Das liegt in der Natur dieser bösartigen Ideologie, die vor ihrem nahen Ende noch einmal besinnungslos um sich schlägt. Es muss sich trennen, was nicht zusammengehört. Hermann verschließt vor der Tatsache die Augen, dass die grundsätzliche Bedrohung ALLER Christen in der Orksphäre ein fundamentaler Glaubensartikel des Nazislahm ist, und dass der allgemeine Holocaust nur noch eine Frage der Zeit ist. Den Christen nicht zu helfen, ist zynisch und grausam.

Meine Schlussfolgerung ist daher, alle aufzunehmen. Ich nehme zudem an, dass sie dem Christentum im Westen und dem Westen überhaupt einen belebenden Impuls verleihen können. 

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In großer Bedrängnis

Die orientalischen Christen wollen dem Furor der Islamisten nicht länger ausgeliefert sein. Es herrscht Endzeitstimmung.

Als Johannes Moschus im späten 6. Jahrhundert durch das Byzantinische Reich reiste, von einem Kloster zum nächsten, beschrieb der Mönch aus Damaskus einen Orient, der noch ganz christlich war. Im Bogen von Kleinasien über die Levante bis Nordafrika durchstreifte er die Hochkultur seiner Zeit. Dann erlebte er, wie im Jahr 614 sassanidische Perser Jerusalem vorübergehend eroberten; wenig später setzte der Islam zu seinem Eroberungszug an. Von da an nahm in der Region, in der das Christentum seinen Ursprung hat – mit Antiochien, wo sich die ersten christlichen Gemeinden bildeten, mit Alexandria, wo die frühchristliche Religion mit hellenistischem Denken verschmolz -, die Präsenz der Christen ab.

Fast 1500 Jahre nach Johannes Moschus herrscht unter den letzten orientalischen Christen Endzeitstimmung. Im 20. Jahrhundert hatten moderne Ideologien den christlichen Minderheiten zugesetzt und sie verjagt: in der Türkei der türkische Nationalismus, in Ägypten der Nationalismus Nassers. Beschleunigt setzte sich der Exodus im 21. Jahrhundert fort. Heute sind die Christen Opfer islamistischer Gewalt: nach 2003 und dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung im Irak; in Syrien, wo Dschihadisten einen von Christen gesäuberten islamischen Staat errichten wollen; in Ägypten, wo die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi sich an den koptischen Christen dafür rächen, dass sie sich aus Angst vor weiterer Islamisierung auf die Seite der Generäle gestellt haben. In Pakistan gerät der islamistische Mob außer Kontrolle, den die Staatsmacht lange gefördert hatte, zuletzt mit dem Blasphemiegesetz, das zur Verfolgung der Christen geradezu einlädt. Eine Frucht dieser Saat war der Anschlag auf eine Kirche am vergangenen Sonntag in Peschawar.

Vor einem Jahrhundert waren in den Ländern, die Johannes Moschus bereist hatte, zwanzig Prozent der Bevölkerung Christen. Geblieben ist davon – vor allem dank der Kirchen in Ägypten, Syrien und im Libanon – ein Anteil von höchstens vier Prozent, und auch die sind gefährdet. In Maalula, einer christlichen Stadt in Syrien, in der noch Aramäisch gesprochen wird, die Sprache Jesu, haben Dschihadisten mit der Zwangskonversion der Christen begonnen; auch immer mehr „gemäßigte“ Rebellen fordern einen islamischen Staat; in Städten Oberägyptens, die (noch) unter der Kontrolle von Muslimbrüdern und Salafisten sind, haben die Christen den Status von „Dhimmis“, von „Schutzbefohlenen“, den die Scharia vorschreibt. Ihr Leben ist nicht bedroht – Kirchen und Klöster brannten dennoch nieder, die Polizei schritt nicht ein.

Sauerteig der muslimischen Mehrheitsgesellschaften

Mehr als 14 Jahrhunderte haben die orientalischen Christen als Minderheit in einem Umfeld überlebt, das ihnen nicht immer feindlich gesinnt war, in dem sie aber stets vor Verfolgung auf der Hut sein mussten. Dabei waren sie der Sauerteig auch der muslimischen Mehrheitsgesellschaften: Sie führten in die Frühzeit des Islams das Denken und die Kultur der Antike ein; im 19. Jahrhundert erneuerten sie die arabische Sprache, modernisierten das Bildungswesen und das politische Denken. Christliche Intellektuelle machten den Orient mit dem Säkularismus vertraut, sie gründeten säkulare Parteien wie die Baath-Partei.

Die orientalischen Christen haben schwere Zeiten durchlebt und sind vieles gewöhnt. Heute wollen sie dem islamistischen Furor nicht länger ausgeliefert sein, selbst wenn der nur von einer Minderheit der Muslime getragen wird. Ein Krieg führt zum nächsten, die Blutspur des Dschihad reicht von Afghanistan über den Irak nach Syrien. Die arabische Welt hat das Trauma, von äußeren Mächten bedroht und fremdbestimmt zu sein – von den Kreuzzügen über die Invasion der Mongolen bis hin zur Kolonialherrschaft -, nicht überwunden.

Aus Sorge um ihre Zukunft, aus Angst um ihr Leben suchen viele Christen Zuflucht im sicheren Westen. Andere aber suchen diese Zuflucht dort im Nahen Osten, wo es für sie noch Schutzräume gibt: im Libanon, im kurdischen Nordirak, selbst in der Türkei. Irakische Christen, die nach 2003 nach Syrien in Sicherheit geflohen waren, kehren in den (Nord-)Irak zurück; syrisch-orthodoxe Christen, die in der Vergangenheit die Türkei verlassen hatten und nach Syrien gegangen waren, kehren in ihre Urheimat zurück, den Tur Abdin. Es sind freilich nicht nur Christen, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihren Heimatländern den Rücken kehren oder vor Kriegen fliehen.

Der Westen steht in der moralischen Pflicht, jenen die Türen zu öffnen, deren Leben bedroht ist. Falsch aber wäre es, alle orientalischen Christen grundsätzlich als bedroht zu sehen und sie nach Europa und Amerika zu holen, wo sie sich rasch assimilieren würden. Verlieren würde das Christentum. Denn die große Vielfalt des Christentums macht einen Teil der Vitalität dieser Weltreligion aus. Verlieren würden auch die Länder des Nahen Ostens; ohne den Beitrag der Christen würde es Syrien und Ägypten noch viel schwerer fallen, moderne Zivilgesellschaften als Gegenentwurf zur islamischen Ordnung aufzubauen. Auf die Christen als Sauerteig können die arabischen Gesellschaften nicht verzichten.

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Time am 28. September 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/christen-im-orient-in-grosser-bedraengnis-12594833.html

Mansours Märchenstunde

5. Mai 2013

mansour_al_turki

Die FAZ brachte am 2. Mai die skurrilen Ausführungen des Sprechers des saudischen Innenministeriums Mansour al Turki (1), der eine befremdliche Mischung aus Takija, Jihadmission und plumper Lüge vortrug, um für die Intervention des Westens in Syrien an der Seite der Sunniten zu werben. Rainer Hermann berichtete.

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„Syrien gefährdet Erfolg im Krieg gegen den Terror“

Der Bürgerkrieg in Syrien beschert dem Dschihad und Al Qaida eine neue Mission, warnt General Mansour al Turki, Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums.

Mit dem Krieg in Syrien hat eine neue Phase im Kampf gegen Al Qaida begonnen. Jugendliche Extremisten würden nicht mehr durch Bin Laden, Afghanistan oder den Irak inspiriert, sondern durch den Krieg in Syrien, sagt General Mansour al Turki, der Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums. Wenn in Syrien Menschen getötet und historische Moscheen zerstört werden, so seien sie überzeugt, ein wirklicher Dschihad stehe bevor. Je länger dieser Konflikt dauere, desto mehr würden islamische Religionsgelehrte zum Dschihad in Syrien aufrufen. Das sei folgenschwer, da es in den vergangenen Jahren gelungen sei, ein Bewusstsein für die Regeln des Dschihad zu schaffen. So wüssten die Muslime heute, dass eine Regierung den Dschihad zur Verteidigung des Islams offiziell erklären müsse, dass man keine Unschuldigen töten „und nicht einmal einen Baum fällen“ dürfe. Den Muslimen ist die Grenze zwischen Dschihad und Terror bewusst geworden.

Der Erfolg im Kampf gegen den Terror würden nun durch die Inspiration für Dschihadisten in Syrien in Frage gestellt, sagt al Turki. In Syrien kämpften die Dschihadisten gegen Individuen und gegen eine Armee, sie verübten keine Selbstmordanschläge. Der Bürgerkrieg in Syrien beschert dem Dschihad und Al Qaida damit eine neue Mission, weshalb Al Qaida nicht an der Beendigung des Konflikts interessiert sei. Al Qaida werde durch den Krieg in Syrien wohl nicht stärker werden. Es werde aber schwieriger, die Menschen daran zu hindern, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen.

Saudi-Arabien hat die Finanzierung von Al Qaida und die Rekrutierung neuer Mitglieder weiter erschwert. Bei der Ausreise aus Saudi-Arabien darf man höchstens umgerechnet 12000 Euro bei sich tragen, bei Überweisungen von mehr als 100 Euro werden alle Daten des Überweisenden aufgenommen, und das Aufstellen von Spendenboxen durch Wohlfahrtsorganisationen, die streng kontrolliert werden, ist verboten. Saudi-Arabien hat die Lehren aus den Anschlägen der Jahre 2003 und 2004 gezogen und bekämpft seither den Terrorismus erfolgreich.

Seither habe es keine Versuche mehr gegeben, einen Terrorakt durchzuführen, sagt al Turki. Die Zahl der Verhaftungen nehme ab. Da die Finanzquellen für Al Qaida in Saudi-Arabien ausgetrocknet worden seien, sei es auch im Jemen zunehmend ruhig, wohin sich saudische Dschihadisten zurückgezogen haben. Um Lösegeld zu erpressen, hätten Dschihadisten im Jemen vor mehr als einem Jahr einen saudischen Diplomaten entführt. Nun nutzten jedoch Einzelne die Lage in Syrien, um in Saudi-Arabien – angeblich für humanitäre Zwecke – über Twitter Geld zu sammeln. Sie bitten, Spenden für Syrien auf ein Konto zu überweisen. Die Regierung hat, um abzuschrecken, erklärt, alle ungenehmigten Konten von Wohltätigkeitsvereinen würden eingefroren.

Laut al Turki sind in saudi-arabischen Gefängnissen 2500 Personen wegen ihrer Verbindung zum Terror inhaftiert. Auf der Internetseite des Innenministeriums sind diese Personen mit Initialen aufgeführt, mit den Vorwürfen gegen sie, dem Verfahrensstand und dem Zeitpunkt der Verhaftung. Unter ihnen befinden sich auch Frauen. Um die Personen ausfindig zu machen, die bereit sind, nach Syrien zu gehen, stützt sich die Regierung auf die Familien. „Die Eltern und Familien melden heute, wenn ein Sohn sagt, er gehe nach Mekka oder in die Wüste.

Eine Gefahr geht für Saudi-Arabien weiter von der kaum zu kontrollierenden Grenze zum Jemen aus. Dschihadisten, die neue Mitglieder anwerben wollten, versuchten über die Grenze nach Saudi-Arabien zu gelangen, sagt al Turki. Immer wieder melden sich Saudis, die aus dem Gefängnis entlassen worden sind, wenig später aus dem Jemen.

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Time am 5. Mai 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/saudischer-ministeriumssprecher-syrien-gefaehrdet-erfolg-im-krieg-gegen-den-terror-12170266.html

Neues von der EU-Beitrittskandidatin

28. Dezember 2012

Erdogan2

In der heutigen FAZ macht der Sunnitenfreund Rainer Hermann auf die türkische Autorin Asli Erdogan aufmerksam (1), die in der Torkei um ihr Leben fürchten muss und daher in Graz im Exil lebt. Wie so oft taucht der Mohammedanismus in einem Artikel Herrn Hermanns nicht als Ursache der Misere auf, verantwortlich sind vielmehr die türkischen „Nationalisten“, so als ob die nicht zu 99,8% Mohammedanisten wären.

Was mir an Hermanns Text u.a. gut gefallen hat, ist, dass er auf die torkischen diakritischen Zeichen verzichtet, die z.B. sein Kollege Wolfgang Günther Lerch gern in seine Texte einzustreuen pflegt, um Sachkenntnis zu demonstrieren. Ich möchte jedoch nicht, dass das torkische Alphabet Eingang in unser deutsches Alphabet findet. Asli Erdogan heißt auf torkisch „Aslı Erdoğan“, und das spricht man „Assle Ärdohwan“.

Interessanterweise ist bei Wiki von der Ork-Kampagne gegen sie nichts zu lesen (2). Dort heißt es lapidar (unter Verwendung von Buchstaben des torkischen Alphabets):

„Erdoğan besuchte das Robert College in Istanbul-Arnavutköy bis 1983 und studierte Informationstechnik und Physik an der Boğaziçi Üniversitesi bis 1988. Für CERN arbeitete sie von 1991 bis 1993. Danach arbeitete sie in Rio de Janeiro und kehrte 1996 in die Türkei zurück, um hier als freie Schriftstellerin zu arbeiten. Seit Anbeginn engagierte sie sich für Menschenrechtsfragen und war beim P.E.N. im Komitee ‚Schriftsteller in Haft’. Ihre Kolumne ‚Die Anderen’ in der Zeitung ‚Radikal’ fasste sie zusammen in dem Buch ‚Bir Yolculuk Ne Zaman Biter’. Ihre Bücher wurden auch ins Französische und Englische übersetzt. 1990 erreichte sie einen dritten Platz beim türkischen Yunus-Nadi-Preis, bei der Deutschen Welle gewann sie den 1997 für türkischsprachige Beiträge ausgelobten Autorenwettbewerb mit der Kurzgeschichte Holzvögel, die auch den Titel für die veröffentlichte Sammlung abgab. 2010 erhielt sie für ihren Roman Tas Bin den „Sait-Faik-Literaturpreis“, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei. Von Dezember 2011 bis Mai 2012 weilte Aslı Erdoğan als ‚writer in residence’ des Literaturhauses Zürich und der Stiftung PWG in Zürich. Seit August 2012 ist sie Asylschreiberin der Stadt Graz.“

Lesen Sie jetzt den Artikel von Rainer Hermann.

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Eine türkische Winterreise

Sie schrieb über Gefängnisse, Folter und Gewalt gegen Frauen, dann verließ sie ihre Heimat: Warum sich die Schriftstellerin und einstige Cern-Physikerin Asli Erdogan im Exil nicht sicher fühlt.

Wilhelm Müllers Verse aus der „Winterreise“, „Fremd bin ich eingezogen, fremd ziehe ich wieder aus“, könnten auch von ihr sein. Auch Asli Erdogan sucht Orte wie den Lindenbaum, an dem sie Gewissheit hätte, Ruhe zu finden. Auch sie lässt ihre Helden mit dem Leiermann gehen, und dessen Leier steht nimmer still. Die Fremde und die Einsamkeit, Leid und Ungerechtigkeit, Lebensverzweiflung und endlich der Tod – sie durchziehen als feste Konstanten Asli Erdogans Schaffen, das, wäre es nicht so sehr der existentialistischen Realität verpflichtet, in der Tradition der „schwarzen Romantik“ stehen könnte.

In einem unveröffentlichten Manuskript schreibt die Istanbulerin, die sich seit Jahren von ihrer Heimat fernhält: „Den Sonnenaufgang begrüßen wir ganz allein für uns, den Sonnenuntergang jedoch teilen wir mit den Toten.“ Und in ihrem ersten großen Buch, „Der wundervolle Mandarin“ (1996), hatte sie erkannt: „Meine Hölle war weder mein Land, noch war sie hier. Ich habe sie in mir selbst getragen, genauso wie meine Träume von einem Paradies.“ Sie hatte dieses Buch in den Nächten der Jahre 1991 und 1992 geschrieben, als sie tagsüber als aufstrebende Physikerin in Genf am Cern, der Europäischen Organisation für Kernforschung, über die Higgs-Partikel forschte.

Sogar der eigene Vater erstattete Anzeige

Noch immer ist die Türkei nicht stark genug, eine Stimme wie die von Asli Erdogan, die sich keinen Konventionen beugt und keine Tabus akzeptiert, zu ertragen. In der Zeitung „Radikal“, mit der sich kritische türkische Intellektuelle lange geschmückt haben, schrieb sie von 1998 an drei Jahre lang Kolumnen mit dem Titel „Der Andere“. In ihnen machte sie sich zur Stimme der im Land zum Schweigen Gebrachten. Sie schrieb über die Bedingungen in den türkischen Gefängnissen, die Folter, die Gewalt gegen Frauen, die den Kurden vorenthaltenen Rechte und unterstützte hungerstreikende Gefangene.

Sie lebte, was sie schrieb, und war mit verfolgten Flüchtlingen aus Schwarzafrika in eine erbärmliche Wohnung im Istanbuler Stadtteil Cihangir gezogen. Dort wurde sie eines Abends Zeugin, als Unbekannte einen Mitbewohner mit 27 Messerstichen im Hauseingang töteten und sie selbst nur wie durch ein Wunder entkommen konnte. Sie machte publik, dass Mitglieder der Sicherheitskräfte drei kurdische Mädchen vergewaltigt hatten, und ist heute entsetzt, dass die zunächst Suspendierten später befördert wurden. Polizei zog vor ihrem Haus auf, um sie zu schikanieren, und 2001 wurde sie von ihrer Zeitung entlassen. 2010 durfte sie noch einmal, für fünf Monate, ihre Kolumnen schreiben. Da war sie bereits Zielscheibe nationalistischer Türken geworden. Sie wollten Asli Erdogan nicht verzeihen, dass sie 2008 zu den ersten Intellektuellen gehört hatte, die einen offenen Brief unterschrieben, der sich bei den Armeniern für das entschuldigte, was die Türken ihnen angetan hatten. Sogar ihr nationalistischer Vater erstattete Anzeige gegen die eigene Tochter.

Das Beste am Migrantenleben

Eine selbst für türkische Verhältnisse beispiellose Hetzkampagne setzte ein, und Asli Erdogan rettete sich ins Ausland. Im April 2011 begann sie, aus schierer Not, aber auch aus Überzeugung Kolumnen für die kurdische Zeitung „Özgür Gündem“ zu schreiben. Achtzig Journalisten dieser Zeitung sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten getötet worden. Seit dem 28. Oktober 2011 ist der Verleger und Menschenrechtler Ragip Zarakolu in Haft, ein literarischer Weggefährte, der auch für „Özgür Gündem“schrieb.

Seither fürchtet Asli Erdogan sich noch mehr vor einer Rückkehr ins Land ihrer Sprache. Sie zieht durch die Welt, so, wie die Frau ihres Buchs „Der wundervolle Mandarin“ in Genf nach Mitternacht als Fremde allein die Straßen durchstreift. Die beobachtet mit nur einem Auge, wie Bankiers, Unternehmer und Diplomaten auf den Parkplätzen aus den Autos aussteigen: „Deswegen bleiben Bürgersteige mittellosen Ausländern wie mir vorbehalten.“ Sie wird zum Fremden, sieht keine offenen Arme. Und „sein Land, das er in jenen vergangenen Zeiten nicht ertragen konnte, hat sich in ein verlorenes, erträumtes Paradies verwandelt, aber auch an seine Träume kann er nicht mehr glauben“.

Irgendwann sei, schreibt Asli Erdogan autobiographisch die Nächte der Einäugigen weiter, ein Tag gekommen, an dem sie auf einer Flasche Kölnisch Wasser ein Bild von Istanbul erblickt habe. „Ich vertiefte mich in den Anblick des Bosporusdampfers der Städtischen Schifffahrtsgesellschaft auf dem zwei Finger breiten Bild, auf das grellblaue Wasser, so hilflos gezeichnet, dass es einem das Herz brach, und weinte.“ Sehnsucht nach Heimat entstand, es war der erste Blickkontakt mit der Türkin in ihr. „Plötzlich hatte ich auf eine einfache, unverfälschte Art Sehnsucht nach Istanbul, nach meiner eigenen Sprache, meinen eigenen Menschen.“ Sie habe begriffen, dass das Beste am Migrantenleben darin liege, dass es wie keine andere Erfahrung dem Menschen das Leben begreiflich mache.

In ihrer Heimat wird sie totgeschwiegen

Asli Erdogan entdeckte, was türkisch an ihr ist: ihre Sprache. Zweimal war sie in die Türkei zurückgekehrt, 1996 und 2008. Sie wollte ihre Sprache nicht verlieren: „das einzige, was ich besitze“. Sie weiß aber auch: „Meine Tragödie erklärt die Türkei.“ Sieben Bücher hat sie verfasst, stets als Mischung aus Roman, Essay und Novelle. Die „Stadt mit der roten Pelerine“ (1998) wurde in zehn Sprachen übersetzt und erhielt glänzende Besprechungen, das französische Magazin „Lire“ nahm sie in seine Liste „50 Schriftsteller der Zukunft“ auf, beim Literaturfestival von Lillehammer hielt sie 2011 die Hauptrede.

In ihrer Heimat jedoch wird Asli Erdogan totgeschwiegen. „Die Türkei umgibt mich mit einer fürchterlichen Aura des Schweigens“, sagt sie. Mehr noch. Nach vielen Bedrohungen hat sie Angst, ins Land ihrer Sprache zurückzukehren. So lebt sie meist in der Fremde: erst in Rio de Janeiro, wohin sich sie sich schon 1994 in Sicherheit brachte und wo „Die Stadt mit der roten Pelerine“ entstand, dann in Sarajevo, im Heinrich-Böll-Haus in Lüneburg, in Wien und in Zürich. Dort lernte sie einen Überlebenden aus Auschwitz kennen und schrieb das Gedicht „Licht und Dunkelheit“.

Seit August 2012 ist sie in Graz „Asylschreiberin“. Dabei wäre sie lieber eine „Schreiberin im Exil“. Bereits in ihrem Land habe sie ja im Exil gelebt; so könne sie bei einer Rückkehr nicht enttäuscht werden. Exil sei ja nichts anderes als ein weiteres Gefängnis, sagt sie. Auch in der Novelle, an der sie gerade arbeitet, spielt das Gefängnis eine zentrale Rolle. Ein Wanderer sei sie nicht, auch keine Kämpferin, erst recht keine Siegerin. Und immer wieder plagt sie die Frage: „Werde ich das nächste Visum bekommen?“

Als sie jüngst in Deutschland war, sei sie mit Drohungen davor gewarnt worden, in die Türkei zurückzukehren. „Mein Leben ist das eines gejagten Tiers“, sagt Asli Erdogan bitter. Ihre Überzeugungen haben sie in ein langes und schmerzhaftes Exil geführt. Immerhin freut sie sich, dass ihr letztes Buch, „Das Steinhaus“, das sich in Metaphern mit Folter und Betrug beschäftigt, gerade auf Schwedisch erschienen ist. Die Schriftstellerin Asli Erdogan aber zieht auf ihrer Winterreise weiter.

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Time am 28. Dezember 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/autorin-asli-erdogan-eine-tuerkische-winterreise-12007276.html
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Aslı_Erdoğan

Leserbrief-Counterjihad (#31)

20. Dezember 2012

Leserbrief

Einen rabenschwarzen Kommentar zur torkischen Kulturpolitik lieferte in der heutigen FAZ Leser Bernd Schäfer.

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Nur der Blick des Muslims

Zu „Piraten vor Pergamon“ (1): Die Türkei befindet sich auf einem abschüssigen und falschen Weg. Auch in diesem Artikel wird deutlich, dass die türkische Geschichte heute neu unter islamischem Blickwinkel interpretiert wird. Kein Museumsdirektor, der gleichzeitig Mitglied der AKP ist, würde die gezeigte nackte Venus-Statue heute in seinem Museum ausstellen, weil sie nicht dem islamischen Verständnis von Kunst entspricht. Aus diesem Grund kann auch wissenschaftlich wertvolles Kulturgut verkauft werden, denn vieles davon passt nicht in das Wunschbild von Islamisten, da ist es besser, das Geld dafür in der Hand zu haben. Die Bevölkerung steht desinteressiert daneben und sieht noch nicht einmal richtig zu. Was zählt, ist der wirtschaftliche Erfolg des Landes und die bessere Lebenssituation des Einzelnen. Und im Windschatten davon wird das Land Schritt für Schritt umgebaut, weg von den laizistischen Ideen Atatürks hin zu einem islamischen Staat.

Aus liberal-europäischer Sicht kann man es gut finden, wenn die Schuluniformen in der Türkei gerade abgeschafft werden. Tatsächlich bedeutet dies, dass jede Schülerin und in Kürze auch jede Lehrerin mit Kopftuch zur Schule kommen darf und es in einigen Jahren tragen muss. Der nächste Schritt wird bei der Wahl 2013 vollzogen werden, wo durch das passende Zuschneiden der Wahlkreise und das Einbeziehen von ländlichen Regionen mit hohem AKP-Anteil in die städtischen Wahlbezirke die letzten Bastionen der CHP wie zum Beispiel Izmir geschleift werden. Vor diesem Hintergrund sind einfühlsame Interviews mit den Vordenkern des Islams, wie von Rainer Hermann mit Fethullah Gülen geführt (2), fehl am Platz, denn dieser wortgewandte Vertreter des Islams bereitet den Boden für die knallharte islamische Exekutive, die keinen anderen Blick auf die Welt zulässt als den eines Muslims.

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Time am 20. Dezember 2012

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/archaeologie-piraten-vor-pergamon-11993585.html
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/prediger-fethullah-guelen-im-f-a-z-gespraech-islam-und-moderne-stehen-nicht-im-widerspruch-11983556.html


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