
Schon häufiger habe ich die Ansicht vertreten, dass das gefährlichste Oberork nicht Irans Mammut Gardinenstange ist sondern Ratze Tippex Fuhrergan from the Turkeys. Was nicht heißt, dass Naziran ungefährlich wäre. Lesen Sie einen Beitrag von Lothar Rühl aus der heutigen FAZ, der diesen Gedanken weiter ausbaut.
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Staatszweck Sicherheit
Die brüchigen ideologischen Grundlagen der Staaten des Orients
Die Gemeinsamkeiten zwischen den meisten Staaten der weiten Region zwischen Maghreb und dem Mittleren Osten erklären die Fortsetzung der Unruhen von einem Land zum anderen: Alle Staaten haben ein politisches und gesellschaftliches Zweckdefizit; ihr Hauptmerkmal ist die Regimesicherheit als Selbstzweck in Verbindung mit Unvermögen zur Gestaltung.
Das Scheitern der Vision einer “arabischen Einheit” oder “Nation” hat eine ideelle und politische Leere hinterlassen, die nur zeitweilig durch den Kampf gegen Israel und durch die “Arabische Liga” ausgefüllt werden konnte. “Palästina” war und bleibt zwar ein zugkräftiges Thema politischer Rhetorik. Doch die Polemik gegen Israel und die verbale Unterstützung der arabischen Sache in Rumpf-Palästina reicht nach vier verlorenen Koalitionskriegen arabischer Staaten gegen Israel und zwei israelischen Einfällen im Libanon nicht aus, um einen übergeordneten Zweck der Staatssicherheit überzeugend vorzuweisen.
Die Regimesicherheit wird dennoch in allen arabischen Staaten mit der äußeren Sicherheit gerechtfertigt, besonders deutlich in Syrien. Für das Regime in Damaskus ist die passive direkte Konfrontation mit Israel ein politischer Stabilisator, jede Verhandlung ein Risiko. Im Innern aber herrschen Dynastien oder auf Einheitsparteien gegründete Militär- und Polizeidiktaturen. Nur die ölreichen Länder können wirtschaftliche Entwicklung mit sozialem Frieden verbinden, weil sie die Unterstützung der Bevölkerung erkaufen. Eine gesellschaftliche und politische Perspektive haben sie bisher nur in engen Grenzen geboten. Die religiöse Bindung im Islam erweist sich zwar als Hindernis auf dem Weg des Fortschritts, doch sie ist ein Halt für die Gesellschaft und Rückhalt für die traditionelle Herrschaft der Stammesfürsten, die zu Staatslenkern geworden sind, als Staatsfamilien herrschen und Reichtümer ansammeln, dabei von der Bevölkerung abgesetzt ein exklusives Eigenleben im Schutze ihrer Polizei führen. Überdies wirkt die technisch-ökonomische Modernisierung und die damit verbundene Öffnung nach Westen destabilisierend. Der Mangel an Perspektiven für soziale Emanzipation, Mitwirkung und persönliches Fortkommen vor allem der Jugendlichen erhöht den Druck im Kessel der Gegensätze und Widersprüche.
Weil in allen Staaten der Region Polizei, Sicherheitsdienste und das Militär eine politische Rolle spielen, bleibt ein Militärputsch immer die Option zur Selbstrettung der Armeeführung in einer revolutionären Lage. Sie tritt dann als Verteidigerin der “Nationalen Sicherheit” auf wie in Algerien, Ägypten, Syrien, im Irak, in Sudan, in Pakistan, in der Türkei, um nur diese Beispiele der vergangenen fünfzig Jahre zu nennen. Heute haben lediglich zwei größere Länder im erweiterten Mittleren Osten Ziele, die über die bloße innere Staatssicherheit hinausreichen: Iran und die Türkei. Beide haben von den amerikanischen Golfkriegen und dem Sturz der Diktatur Saddam Husseins in Bagdad profitiert. Der Irak ist keine Regionalmacht mehr, in seinem Zustand seit 2003 nicht einmal mehr ein funktionsfähiger Staat mit nationalem Konsens oder einer einigenden politischen Kraft.
Im Grunde hat allein die Türkei strategische Ziele, die über die Region hinausreichen: nach Zentralasien, im Kaukasus und Schwarzem Meer, in der EU und in der Nato. Dem liegt eine Konzeption zugrunde, die aus dem Kemalismus entwickelt wurde und über ihn hinaus den islamischen Orient als Einbettung einschließt unabhängig von Europa und Amerika, aber in enger Verbindung zu beiden. Diese Konzeption übersteigt schiere Regimeverteidigung wie in den arabischen Ländern oder die aggressive Konfrontationspose Irans zur Rechtfertigung des Regimes im Innern, samt der Aussicht auf eine regionale Vormachtstellung am Golf.
Es ist deshalb kein Zufall, dass in Ankara das Verhältnis zwischen Zivilregierung und Militär im Sinne des politischen Primats neugeordnet wird. Denn im Ziel, Regionalmacht zu werden, sind die islamische Regierung und das noch von der kemalistischen Tradition bestimmte Militär einig. Die Stabilität der arabischen “Regimesicherheitsstaaten”, die für die westliche Politik so wichtig ist und deshalb vor allem von Washington gepflegt wird, ruht dagegen auf schwankendem Grund. Zwar werden die Reformappelle aus dem Westen gehört, doch es ist unsicher, ob die betreffenden Regime Reformen überhaupt aushalten können. Auf allen liegt nämlich das Perestrojka-Risiko der brüchigen Sowjetunion der achtziger Jahre.
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Das „Perestrojka-Risiko“ liegt m.E. ebenso bei den Staaten, die auf die nationalen Regime folgen könnten. Auch für die Herrscher Irans z.B. geht es um alles oder nichts. Diktaturen sind die adäquaten Regierungs- und Gesellschaftsformen des Mohammedanismus, zumindest auf der Makroebene. Wen Stammesführer oder Schura XY im einzelnen steinigen lässt, ist der Zentralmacht, die kein Entwicklungsinteresse hat, sondern Machtfestigung, Bereicherung und ggf. externen Jihad betreibt, egal. Weil der Mohammedanismus eine brüchige Ideologie ist, deren Verkommenheit, Unlogik und Kleingeistigkeit evident ist, beruhen die mohammedanistischen Staaten allesamt ohne Ausnahme auf brüchigen Grundlagen. Ihrer aller Tage sind gezählt.
Auch die türkische AKP versucht angestrengt, ihre Macht durch Aushöhlung der Demokratie zu erweitern und zu sichern. Dass sie eine strategische Perspektive hat, die sie zusammen mit den militärischen Eliten verfolgt, beruht aus meiner Sicht nicht auf festeren ideologischen Grundlagen, sondern lediglich darauf, dass diese historisch, geografisch und militärisch gegeben ist.
Nun gut, der Mohammedanismus erhält in der Türkei „Verstärkung“ durch einen weiteren Irrsinn: das „Türkentum“. Aber Irrsinn + Irrsinn ergibt nicht Vernunft sondern 2 x Irrsinn.
Zudem sind die Türken im mohammedanistischen Lager außer bei den Pallies, die auch keiner mag, sehr unbeliebt. Was bleibt ihnen da außer der Flucht nach vorn? Vorsicht also vor wild Turkeys, besonders wenn sie cold sind!
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Time am 3. Februar 2011
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Soundtrack: „Cold Turkey“ von John Lennon beschreibt eigentlich den Heroinentzug, trifft aber ebenso auch das Lebensgefühl unserer bedauernswerten mohammedanistischen Jungturkeys. Performance unter: http://www.youtube.com/watch?v=z4jS6OI61D4&feature=fvst
Hier der Text:
Cold Turkey
Temperatures rising
Fever is high
Cant see no future
Cant see no sky
My feet are so heavy
So is my head
I wish I was a baby
I wish I was dead
Cold turkey has got me on the run
My body is aching
Goose-pimple bone
Cant see no body
Leave me alone
My eyes are wide open
Cant get to sleep
One thing Im sure of
Im in at the deep freeze
Cold turkey has got me on the run
Cold turkey has got me on the run
Thirty-six hours
Rolling in pain
Praying to someone
Free me again
Oh Ill be a good boy
Please make me well
I promise you anything
Get me out of this hell
Cold turkey has got me on the run
Oh, oh, oh, oh