
In der Druckerei
In der heutigen FAZ gab es etliche counterjihadische Leserbriefe. Ernst Eichengrün z.B. wies Panik-Paddels Hymne auf die Takija (1) zurück.
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Taqiya in Teheran
Wie schön wäre es, wenn Patrick Bahners mit seinem Artikel über die “Panikmacher” Recht hätte und alle Muslime die “taqiya” nur im Falle einer existentiellen Bedrohung als lebensrettende Notlüge gebräuchten. Doch leider gibt es ein Gegenbeispiel, wie es prominenter und repräsentativer nicht sein kann: das Verhalten des Ajatollah Chomeini, der beim Sturz des Schah-Regimes den Eindruck erweckte, er wolle eine freiheitlich-demokratische Republik einführen, um die vielfältigen, auch säkularen Träger der Revolution zu täuschen und so einzubinden. Doch schon nach wenigen Wochen ließ er die Maske fallen und etablierte seine Theokratie.
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Wolfgang Horn drückte sein Entsetzen über die pro-mohammedanistischen Vorstellungen Schnarres aus:
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Kaum zu glauben
Zum Artikel “Das ist Kulturrelativismus” (2): Liberale Bürgerinnen und Bürger müssen Necla Kelek in ihrer Auseinandersetzung mit der Bundesjustizministerin Recht geben. Es ist verstörend und kaum zu glauben, dass eine ranghohe liberale Politikerin die Rückkehr der Religion in die Politik für richtig hält. Im liberalen Rechtsstaat haben die Grundrechte des Einzelnen Vorrang vor kollektiven Interessen von Religionsgemeinschaften. Die Trennung von Politik und Religion ist die Grundlage der Religionsfreiheit im liberalen Rechtsstaat. Eine Justizministerin, die dies vergisst, um den religiösen Ansprüchen islamischer Gemeinschaften auch gegen das einzelne Individuum rechtliche Geltung zu verschaffen, ist fehl am Platz.
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Willi Hermann Merten kam gegen Rohe gewendet auf die Tiefenwirkung von Ideologien bzw. Religionen zu sprechen.
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1949 noch nicht in Sicht
Zu “Das ist Rechtskulturrelativismus” (3): Es klingt so schön, wenn Mathias Rohe schreibt: “Wer sich an das Recht hält, darf seine Religion und Kultur pflegen.” Man unterschätzt die Tiefenwirkung des Glaubens auf Menschen und menschliche Gemeinschaften, wenn man ihn mit “religiösen oder kulturellen Wertvorstellungen” gleichsetzt, die sich jeder Rechtslage auf Dauer einpassen könnten. Die Hoffnung auf eine “authentische muslimische Selbstauslegung im Rahmen der deutschen Verfassungsordnung”, die den Islam “säkularen europäischen Rechtsordnungen” einfügen könnte, wird trügen. Das Christentum kann unter jeder Staatsform leben. Der Islam müsste sich von seinen Wurzeln lösen, um seinem politischen Führungsanspruch abzuschwören.
Staatliches Recht ist nicht voraussetzungslos, sondern eine Folge weltanschaulicher Denkvoraussetzungen. Bei der Entstehung unserer Verfassung im Jahre 1949 war der Islam nicht in Sicht. Der bei uns vorhandene “demokratisch-rechtsstaatliche Grundkonsens” beruht auf christlichen Wurzeln, ohne die es keine Aufklärung gegeben hätte und die dem Islam fehlen.
Ein staatliches Recht, das so grundsätzlich anders geartete Lebensgrundlagen wie Christentum und Islam meint überbrücken zu können, etwa indem es die Prüfung von Grundlagen wie Bibel und Koran meint ausblenden zu dürfen und sich nur auf die Prüfung aktueller Verhaltensweisen von Mehrheiten beschränkt, leidet unter einer gefährlichen Selbstüberschätzung.
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Professor Dr. Ludger Kaup schließlich demontierte noch einmal Schnarres Text und brachte interessante Vergleiche zwischen Bibel und Kloran.
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Gemeinsames im islamischen Mainstream
Zum Beitrag von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger “Jeder Religion die gleiche Chance” (4): Es ist erfreulich, eine Justizministerin zu haben, die sich im Islam so gut auskennt, dass sie Andersdenkende als “unbeschwert von Sachkenntnissen” bezeichnen darf. Schade nur, dass ihre Bibelkenntnisse nicht das gleiche Niveau zeigen. Denn sonst wüsste sie, dass sich in der Bibel im Laufe der Jahrhunderte eine Entwicklung zum Humaneren manifestiert hat. Das Abrogationsprinzip ist einer Juristin sicherlich nicht unbekannt. Wenn sie schon keine christlich-jüdische Tradition des Abendlandes anerkennt, ist es umso weniger begründet, sich auf strengere Maßregeln in der Art eines mosaischen “Auge um Auge …” zu berufen statt auf das spätere Neue Testament als die originär christliche Quelle, in der es heißt: “Liebet Eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen …” (Mt 5,43-47); viele andere Stellen fände sie dort, die ihr Moseszitat ersetzen. Der Koran zeigt dagegen eine gegenläufige Entwicklung: Die anfängliche, in unseren Augen gemäßigtere mekkanische Phase wird in den anschließenden zehn medinensischen Jahren deutlich rigoroser.
Natürlich wäre es eine Verzerrung, allen Menschen mit muslimischem Hintergrund eine zum Fanatismus neigende übergroße Religiosität zu unterstellen. Aber dennoch lassen sich, allen Randerscheinungen zum Trotz, akzeptierte Gemeinsamkeiten im islamischen Mainstream ausmachen: Der Koran sei eine Verbalinspiration von Allah und entziehe sich damit jeder Veränderung. Daher darf er eigentlich nicht einmal übersetzt werden, so dass beispielsweise Türken ihn konsequenterweise auf Arabisch zu lernen haben, obwohl das für sie eine fremde Sprache bedeutet. Mohammed habe ein Leben ohne Sünde geführt, das damit vorbildlich für jeden “Gläubigen” sei. Damit werden die zahllosen Hadithe (außerkoranisch überlieferte Äußerungen oder Lebensbeschreibungen von Mohammed) gerechtfertigt, die eine zentrale Rolle für die Scharia spielen; es gibt im Übrigen keine geschlossene Gesetzessammlung wie das Bürgerliche Gesetzbuch, die man einfach nachlesen könnte. Auf die alles entscheidende Frage, warum sich die Ansätze eines “Euroislam” gegen den Mainstream durchsetzen sollten, geht Frau Ministerin gar nicht erst ein, schließlich haben die Träger wesentlicher Reformansätze ihre Heimatländer verlassen müssen und sind nach Europa oder Nordamerika ausgewandert. Vergleiche auch Patrick Bahners in der F.A.Z. vom 14. Februar: “Umso schwerer wiegt, dass nur eine winzige Minderheit der Rechtsgelehrten in den islamischen Ländern eine liberale Reform der Scharia bejaht.”
Wenn die Ministerin verlangt, unser Blick solle sich auf das Individuum richten und nicht auf eine Gruppe, so ist die Achtung vor dem Einzelnen eine unverzichtbare Errungenschaft unserer Kultur; aber darf man darüber die Prozesse der Gruppendynamik ignorieren? Wenn das schon für unsere eigene Gesellschaft gilt, wie viel mehr für Gruppen, die dem Dar al Islam (Haus des Islam) mit seinem ausgeprägten Gemeinschaftsbewusstsein entstammen? Gerade Kollektivphänomene sind es doch, die bei einem Teil der Muslime zu Problemen führen, was sich in Extremsituationen etwa in den Ehrenmorden zeigt. Auch die Salafiten oder Wahabiten lassen sich über Individualvorstellungen nicht verstehen.
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Time am 26. Februar 2011
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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/16/panik-paddel/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/15/thema-der-reale-mohammedanismus/
3) http://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/22/neues-von-der-quallenfarm/
4) http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E33127543A626497C9A690AAD1690C890~ATpl~Ecommon~Scontent.html