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Final Stage

18. Dezember 2012

Bibi

Der CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer muss irgendwann in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum Mohammedanismus konvertiert sein, den er heutzutage in jeder seiner Erscheinungsformen, sei sie schiitisch, sei sie talibanisch, verteidigt. Am 11. Dezember durfte er sich in der FAZ vor das naziranische Terrorregime stellen. Er schrieb u.a. (1):

„(…) Am nächsten Nachmittag stehe ich im Teheraner Atomreaktor. Für diesen medizinischen Forschungsreaktor wird in Natanz Uran auf 20 Prozent angereichert. Für die Bombe würde man über 90 Prozent benötigen. Mit Hilfe des angereicherten Urans werden hier Isotope zur Krebsbekämpfung gewonnen. Der Reaktor wurde vor 45 Jahren von den USA erbaut. Damals herrschte in Iran noch der Schah. Und die USA waren noch der Auffassung, man müsse Iran wie anderen Länder bei der Krebsbekämpfung auch mit Nukleartechnologie helfen.

Der hochgewachsene Leiter des Forschungsreaktors lehnt Nuklearwaffen für Iran entschieden ab. Der nationale Konsens von Regierung und Opposition laute: Atombombe nein, friedliche Nutzung der Nukleartechnologie ja. Der Nichtverbreitungsvertrag garantiere das allen Unterzeichnerstaaten ausdrücklich.

Mein jüdischer Freund Ciamak Moresadegh, Parlamentsabgeordneter der 25.000 Juden Irans, sowie der greise jüdische General Homajun Mohaver sehen das genauso. Beide sind stolz, seit Urzeiten Juden und Iraner zu sein. Wenn es zu Militärschlägen komme, würden sie ihr Land verteidigen. Gegen jeden Angreifer. Auch gegen Israel.

Doch sie hoffen, dass Barack Obama jetzt auf seine Pläne vom Mai 2008 zurückkommt. Vor allem die Chancen, das Nuklearproblem zu lösen, sind riesengroß. (…)“

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Diesem Dimmigesäusel entgegnete in der heutigen FAZ-Leser und Professor i.R. für theoretische Physik, Werner Weber:

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Die wahre Botschaft aus Iran

Die „Fremde Feder“ von Jürgen Todenhöfer „Frieden mit Iran – Yes we can“ (F.A.Z. vom 11. Dezember) ist für mich als Physiker sehr lehrreich. Jetzt verstehe ich nämlich, wie der Iran praktisch unaufhaltsam zu seiner Bombe kommen wird. Er gibt nämlich laut Todenhöfer im Iran einen alten Forschungsreaktor, den die Vereinigten Staaten damals dem Schah überlassen hatten, etwa zur gleichen Zeit als Indien und Pakistan Forschungsreaktoren erhielten. Solche Reaktoren haben eine viel geringere Leistung als solche für die Stromerzeugung, entsprechend kleiner sind die Reaktorkerne. Daher müssen sie mit höher angereicherten Uran betrieben werden als die Leistungsreaktoren. So ist beim Münchner Forschungsreaktor FRM 2 die Anreicherung sehr hoch, weit über 50 Prozent. Der Reaktor in Iran braucht offensichtlich 20 Prozent Anreicherung des Isotops 235-Uran. Er war wohl nach Ende des Schah-Regimes nicht mehr weiter mit Brennstäben versorgt worden. Jetzt wurden mit der Zentrifugentechnik trotz Stuxnet wohl genügend viele neue Brennstäbe hergestellt, so dass der Reaktor wieder in Betrieb ist – so verstehe ich Todenhöfer.

Und wie Todenhöfer weiter schreibt, erfüllt er jetzt die segensreiche Aufgabe, bestimmte Isotope herzustellen, die in der Krebsbekämpfung eingesetzt werden können. Übrigens ist dies eine völlig veraltete medizinphysikalische Technologie. Wie Todenhöfer weiter ausführt, braucht man für Uranbomben nicht 20 Prozent Anreicherung von 235-U, sondern 90 Prozent. Das ist richtig, aber es gibt noch einen zweiten Weg zur Bombe. Durch Bestrahlung von abgereichertem Uran kann im Reaktor bombenfähiges Plutonium erzeugt werden. Das abgereicherte Uran ist fast reines 238-U, das bei der Zentrifugentechnik sozusagen als Abfall übrig geblieben ist. Bei Bestrahlung im Reaktor entsteht daraus das Element Plutonium. Dieses braucht nur aus dem Uran chemisch abgetrennt werden, und schon hat man seine (Plutonium-)Bombe.

Dies war der Weg, den wohl Indien und Pakistan gegangen sind, um an Atomwaffen zu gelangen (und eventuell noch ein anderer Staat in dieser Weltgegend). Und diesen Weg scheint jetzt auch der Iran zu Ende zu gehen. Ich war bisher der Meinung, Iran müsse 90 Prozent Anreicherung erreichen. Todenhöfer hat mich (und vermutlich viele andere) aufgeklärt, dass dies nicht nötig ist, da der Iran einen Forschungsreaktor besitzt. Und daher ist die Lage wohl wirklich so ernst, wie es die eine Seite darstellt. Todenhöfers wahre Botschaft ist also „Iran sagt: Yes, we can“.

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Time am 18. Dezember 2012

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1) http://www.facebook.com/notes/jürgen-todenhöfer/frieden-mit-iran-yes-we-can/10151171961705838


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