Mit ‘Yingluck Shinawatra’ getaggte Beiträge

Die Lösung? Mehr Jizia natürlich!

14. Dezember 2012

Thailand

Während zehn dubiose Morde eines angeblichen, nationalsozialistischen Mörderduos den Mohammedanisten als Vorwand dienen, im Deutschland die unglaublichsten Gedankenkontrollgesetze zu fordern (1), findet in Thailand ein nahezu unbemerktes Massenmorden durch die Mohammedanisten statt, welche allerdings ebenso wie die überwältigende Mehrheit der Mohammedanisten den Mohammedanismus falsch verstehen. Den 5.000 Opfern seit 2004, überwiegend Zivilisten und sehr oft Lehrer, nützt diese Feststellung allerdings nichts mehr. Auch ist zu fragen, ob angesichts dieser Dimension allein in Thailand die Einschätzung von TROP (2), bei der man von 20.000 Opfern des Mohammedanismus seit dem 11. September 2001 ausgeht, nicht doch arg untertrieben ist. Die „International Crisis Group“ empfiehlt zum Umgang mit den Orkmördern übrigens eine Erhöhung der Jizia. Till Fähnders berichtete in der heutigen FAZ:

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Ein ausgeblendeter Konflikt

Im Süden Thailands schaffen muslimische Aufständische
einen neuen Konfliktherd

Die Schützen kamen auf der Ladefläche eines Lieferwagens, sprangen ab und durchlöcherten die Teestube mit Kugeln. Sechs Menschen wurden getötet, darunter ein elf Monate altes Baby. Ort des Angriffs vom frühen Dienstag war der Bezirk Rangae in der südthailändischen Provinz Narathiwat. Am selben Tag stürmten fünf Männer in Tarnanzügen in der ebenfalls in Südthailand gelegenen Provinz Pattani ein Schulgebäude und eröffneten das Feuer auf die zum Mittagessen versammelten Lehrer. Ein Lehrer und der Schuldirektor starben, wie die Zeitung „The Nation“ berichtete. Es war die jüngste in einer ganzen Reihe von Attacken auf Schulen. In den vergangenen 20 Tagen sind dabei vier Lehrer getötet worden. 300 Schulen setzten daher drei Wochen lang den Unterricht aus, um gegen ihre angespannte Sicherheitslage zu demonstrieren. Wegen der jüngsten Vorfälle bleiben wieder 1.200 Schulen vorübergehend geschlossen.

Am Donnerstag reiste Premierministerin Yingluck Shinawatra in den Süden des Landes, um Gespräche zu führen und eine der Schulen zu besuchen. Die Vorfälle haben weder eine nationale Krise in Thailand ausgelöst, noch waren die Reaktionen der Medien besonders stark. Denn sie setzen sich nur wenig aus dem Alltag eines Konflikts ab, der nach Ansicht von Wissenschaftlern auch international zu wenig beachtet wird. Im tiefen Süden Thailands kämpfen seit einem Jahrzehnt muslimische Aufständische für Autonomie. Seit 2004 seien dort mehr als 5.000 Menschen bei Gewalttaten getötet worden, rechnete die International Crisis Group in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht vor. „Angesichts seiner Intensität und Dauer sollte der Aufstand Thailand und die Region stärker beunruhigen, als er es derzeit tut“, heißt es darin. Betroffen sind die drei Provinzen Pattani, Narathiwat und Yala sowie einige Bezirke der Provinz Songkhla im Grenzgebiet zu Malaysia. Fast 80 Prozent der 1,8 Millionen Einwohner sind Muslime mit Malaiisch als Muttersprache. Die restlichen Einwohner sind in der Regel thailändische oder chinesisch-thailändische Buddhisten.

Zwar habe es schon nach der Annexion der Gebiete durch das Königreich Siam im Jahr 1902 vereinzelten Widerstand gegeben, heißt es in dem Bericht. Die Geschichte der Rebellion sei aber viel jünger. Unklar ist, wer dahintersteckt. Selten übernimmt eine Organisation die Verantwortung. Die Rebellen sehen sich offenbar als Dschihadisten und streben einen eigenständigen islamischen Staat an. Der religiöse Faktor verbindet sich mit dem Gefühl einer eigenen malaiischen Identität, die sich von der mehrheitlichen thailändisch-buddhistischen stark unterscheidet. Nach Ansicht der International Crisis Group gibt es wahrscheinlich sowohl eine hierarchisch organisierte Rebellenorganisation als auch eigenständige dörfliche Widerstandszellen. Schätzungen zufolge können sie über 3.000 ausgebildete Kämpfer und 10000 „aktive“ Unterstützer verfügen. In der Bevölkerung haben sie mutmaßlich weitaus mehr heimliche Befürworter. Die International Crisis Group geht von 100.000 bis 300.000 Sympathisanten aus.

Die meisten Gewalttaten sind kleinere Anschläge und Übergriffe. Erst in ihrer Häufung ergeben sie eine Bedrohung. Verbindungen zu Al Qaida sind indes nicht bekannt. Das ist wohl ein Grund dafür, dass der Konflikt nicht viel Aufmerksamkeit erhält. Zudem ist Bangkok meist zu sehr mit dem politischen Hickhack zwischen den Anhängern des früheren Premierministers Thaksin und den Unterstützern der Monarchie beschäftigt. Die Angriffe werden dem Bericht nach brutaler und technisch raffinierter, die Zahl der Toten nimmt zu. Es kommen häufiger hochgefährliche Autobomben zum Einsatz, es wächst die Zahl koordinierter Anschläge. Die International Crisis Group spricht daher vom „gewalttätigsten Konflikt Südostasiens“.

Dies trifft umso mehr zu, seitdem auf den Philippinen Bewegung in den Konflikt mit der dort ebenfalls im Süden tätigen muslimischen Rebellenorganisation „Moro Islamische Befreiungsfront“ (Milf) gekommen ist. Im Oktober hat die Regierung Manila mit der Milf ein Rahmenabkommen geschlossen, das auf der südphilippinischen Insel Mindanao eine mit mehr autonomen Rechten ausgestattete Region Bangsamoro vorsieht. Der Vertrag lässt viele wichtige Fragen bewusst offen, gilt aber dennoch als Durchbruch.

Die Fortschritte auf den Philippinen machen Hoffnung für andere ethnische und religiöse Konflikte in Südostasien, die nicht selten ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit sind. In Burma erweisen sich, trotz zahlreicher Waffenstillstandsabkommen, die Probleme zwischen den Ethnien als eine der größten Hürden auf dem Weg zu einem demokratischeren Staat. In Indonesien trüben Auseinandersetzungen mit Unabhängigkeitskräften in Papua das Bild vom demokratischen Aufsteigerland, das in der Region vorbildlich politische Verantwortung übernommen hat. Gleichzeitig wird das ehemals von Indonesien annektierte Osttimor mit dem Abzug der UN-Friedenstruppen bis zum Jahresende auf eigenen Füßen stehen, nachdem es im Jahr 2002 bereits die formale Unabhängigkeit erlangt hatte.

Die International Crisis Group empfiehlt in ihrem Südthailand-Bericht der Regierung in Bangkok, vielleicht auch mit Blick auf die Fortschritte in den Philippinen, stärker nach Möglichkeiten des Dialogs zu suchen, die lokale Kultur in Südthailand anzuerkennen und die politische Macht zu dezentralisieren. Außerdem gibt sie zu bedenken, dass die Militärpräsenz von 60.000 Sicherheitskräften in den südthailändischen Provinzen den Konflikt eher verschärfen als mildern könne. Eine rein militärische Lösung scheint bei keinem der südostasiatischen Konflikte wünschenswert. In den meisten Unruheherden ist die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend. Denn im zunehmend erfolgreichen Südostasien herrscht insbesondere in den Wohngebieten ethnischer Minderheiten häufig noch große Armut.

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Time am 14. Dezember 2012

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1) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/12/maslos-fordern-macht-unbeliebt/
2) http://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/05/trop/


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