Schweinepresse ist genau das

13. Dezember 2017

Wenn ein Jihadist drei Menschen und sich selbst krankenhausreif bombt, ist das für die Schweinepresse und die anderen Orklakaien ein „versuchter“ Anschlag.

Wenn die Reste des explodierten Sprengsatzes am Körper des gescheiterten Mörders gefunden werden, ist er für die Schweinepresse und die anderen Orklakaien  ein „mutmaßlicher“ Attentäter.

Sie sind gekauft (1).

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Time am 13. Dezember 2017

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1) https://www.n-tv.de/politik/Mutmasslicher-Taeter-schrieb-Donald-Trump-article20182048.html

Es reicht!

13. Dezember 2017

Lesen Sie einen Beitrag von Ulf Poschardt von der „Welt“ (1).

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Der muslimische Neid auf Juden nimmt wüste Formen an

Zum deutschen Judenhass gesellt sich seit Jahren jener der muslimischen Zuwanderer. Der Rechtsstaat muss entschiedener vorgehen bei entsprechenden Demonstrationen und Hetze im Internet.

Natürlich gibt es auch einen sehr deutschen, migrationsfreien Antisemitismus, der von vorgestrigen AfD-Rändern genauso bedient wird wie von kaviarlinken Verlegern oder Politikern der Linken. Oft nur leicht garniert als Kritik an Israel oder dem schlümmen Bibi Netanjahu, hat sich allen Aufklärungs- und Staatsräsongründen zum Trotz der rotbraune Tümpel eher vergrößert als verkleinert.

Ebenso bitter ist der urwüchsige, naive Antisemitismus der Muslime, die mit dem Verbrennen von Israel-Fahnen am Brandenburger Tor, widerwärtigen Entgleisungen auf Facebook und dem Schüren von Angst auf Berliner Straßen die Politik – spät – auf den Plan gerufen haben.

Die Blutspur des deutschen Antisemitismus reicht von den Hep-Hep-Unruhen über den Zivilisationsbruch der Nazis bis zu den antisemitischen Anschlägen von Linksradikalen in den späten 60er-Jahren.

Mit der Migration Zigtausender Flüchtlinge aus dem Mittleren und Nahen Osten erhält das antisemitische Ressentiment neue, wuchtige Resonanzräume. Keine Woche vergeht, in der nicht Kippa tragende Juden in Großstädten beschimpft, bespuckt, getreten und gedemütigt werden. „Jude“ als Schimpfwort ist in Schulen gäriger Problemkieze „normal“ geworden.

Kinder mit jüdischen Wurzeln leugnen diese, oder sie müssen nach quälenden Mobbing-Prozessen die Schule wechseln. Zum Teil makaber relativiert durch Lehrer und Elternsprecher, welche die Lage im Nahen Osten mitverantwortlich machen.

Die Paternalisierung der Migranten führt zu einer gefährlichen Toleranz gegenüber diesen Entwicklungen. Wer hierherkommt, darf keine Zukunft haben, wenn er Juden und Israel hasst und diesen Hass ausleben will. Der Rechtsstaat muss entschiedener vorgehen bei Demonstrationen, aber auch bei Hetze im Internet gegen die Verursacher dieser widerwärtigen Propaganda.

Und dass großmündige B-Klasse-Musiker mit Integrationspreisen ausgezeichnet werden, die ein ausgelöschtes Israel in palästinensischen Farben als Profilbild auf Twitter haben, ist ebenso läppisch wie grotesk. Es reicht!

Der Judenhass zu vieler Muslime ist nur das Vorspiel einer stumpfen Ressentimentkultur, die sich am Ende gegen alle freien, pluralistischen Gesellschaften richtet. Das winzige, brillante Israel beschämt immer wieder die kulturell hinterherholpernde arabische Welt.

Im Hass und in der Wut wird davon abgelenkt, wie wenig in den muslimischen Ländern gelingt. Leider. Dieser Neid nimmt auch in Deutschland wüste Formen an. Das ist nicht hinnehmbar.

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Time am 13. Dezember 2017

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1) https://www.welt.de/debatte/kommentare/article171494371/Der-muslimische-Neid-auf-Juden-nimmt-wueste-Formen-an.html

Im Interview: Badinter und Schwarzer

12. Dezember 2017

Michaela Wiegel protokollierte für „FAZ.NET“ ein Gespräch mit Elisabeth Badinter und Alice Schwarzer (1).

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Islam und Antisemitismus

„In Cafés sitzen keine Frauen mehr“

Kommt es durch die Einwanderung von Muslimen zum Erstarken des Antisemitismus? Und was bedeutet diese Diskussion für Feministinnen? Ein Gespräch zwischen der französischen Philosophin Elisabeth Badinter und der deutschen Journalistin Alice Schwarzer.

Führt Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturraum zu einem Erstarken der Judenfeindlichkeit in unseren Gesellschaften?

Elisabeth Badinter: Die Antwort ist schwierig. Die erste Generation und auch die zweite Generation der Einwanderer in Frankreich sind überhaupt nicht durch eine antisemitische Haltung aufgefallen. Ein radikaler Antisemitismus hat sich erst in der dritten, in Frankreich geborenen Generation entwickelt, die sich zugleich zum radikalen Islamismus bestimmter Imame hingezogen fühlt. Es gibt heute in Frankreich keine andere Bevölkerungsgruppe, die wie die Juden ausschließlich aufgrund ihrer Religion schikaniert, gefoltert und sogar getötet wird. Diese Straftaten werden immer von Personen mit muslimischem Einwanderungshintergrund begangen, die sich dem Islamismus verschrieben haben.

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Jüdische Perspektiven zum Antisemitismus in Deutschland“ kommt zu dem Ergebnis, dass drei Viertel der befragten Juden Antisemitismus als großes Problem wahrnehmen. Drohen Deutschland französische Verhältnisse?

Alice Schwarzer: Das Phänomen ist neu, aber kein muslimisches. Bei den ersten beiden Generationen türkischer Einwanderer gab es weder verschleierte Frauen noch offenen Antisemitismus. Es kommt eher von jüngeren Arabern, die in Deutschland nicht immer, aber häufig neu zugezogen sind. Es scheint mir relativ wenig mit dem Islam an sich zu tun zu haben, sondern mit dem politisierten Islam, der offensiv antisemitisch beziehungsweise antizionistisch ist. Mich wundert also nicht, dass die wenigen Juden in Deutschland, die aus gutem Grund noch sensibler als die französischen sind, sich Sorgen machen.

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat kürzlich als Zeuge vor Gericht in Paris gesagt, der Antisemitismus sei Teil der islamischen Kultur, er werde im Koran, in den Moscheen und in den Familien verbreitet. Sollte der Vorwurf der Naivität angesichts des Islams ernst genommen werden?

Schwarzer: Ich schätze Boualem Sansal sehr, seine Romane wie seine kritischen Analysen. Natürlich gibt es im Islam einen traditionellen Antisemitismus, aber – mit Verlaub – auch im Christentum. Es ist an den Muslimen selbst, selbstkritisch zu sehen, was sie bei sich ändern müssen. Doch ich bleibe dabei: Das Phänomen des Antisemitismus bei Muslimen ist in dieser Virulenz bei uns neu und geschürt vom politischen Islam.

Badinter: Boualem Sansal kennt den Koran besser als ich. In jedem Fall erleben wir heute eine islamische Radikalisierung, die den Antisemitismus zu einer Art religiösen Pflicht erhebt. Das Beunruhigende dabei ist, dass in Frankreich zugleich der gesellschaftliche Konsens bröckelt, nach der Schoa nie wieder Antisemitismus – in welcher Form auch immer – zu dulden. Ein Teil der Linken bei uns jedoch lehnt es ab, den neuen Antisemitismus als solchen zu benennen, geschweige denn zu verurteilen. Es sind die gleichen Leute, die sich auf den Antizionismus berufen. Auch ich halte Kritik am Staat Israel für notwendig, aber Kritik kann nicht bedeuten, das Existenzrecht Israels zu leugnen. Antizionismus läuft aber im Kern genau darauf hinaus.

In Frankreich richtete sich 2016 jede dritte rassistische Straftat gegen Juden, obwohl sie nur knapp ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Wie schützt der Staat die jüdische Minderheit?

Badinter: Der Staat schützt nicht. Genau das ist das Problem. Aber hat er überhaupt die Möglichkeit? Es gibt auch politische Gründe für die staatliche Zurückhaltung. Es soll vermieden werden, dass eine Ungleichbehandlung zwischen Juden und Muslimen entsteht. Denn Muslime sind natürlich auch Opfer von Rassismus. In Frankreich leben etwa 500.000 Juden und sechs Millionen Muslime.

Schwarzer: Es kommt noch etwas hinzu. Die 500.000 verstehen sich ja eigentlich keineswegs alle vorrangig als Juden. Sie sind keine Community. Viele sind einfach Franzosen und wollen ihre Ruhe haben. Sie werden erst von den Antisemiten wieder zu Juden gemacht.

Eine Befragung von Berliner Lehrern durch das American Jewish Comitee hat jüngst ergeben, dass bei vielen Schülern antisemitische Feindbilder stark präsent sind. In Frankreich haben Lehrer in dem Sammelband „Die verlorenen Territorien der Republik“ bereits 2002 vom grassierenden Antisemitismus in ihren Klassen berichtet. Wie kann da gegengesteuert werden?

Schwarzer: „Emma“ hat kürzlich eine Umfrage unter Lehrerinnen gemacht, und die stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand. Diese Jugendlichen, die sich mit einer Attitüde der Gewalt inszenieren, schüchtern die anderen ein. Da braucht es nur vier, fünf Schüler in einer Klasse, die geben dann den Ton an, vor allem in Sachen Sexismus. Und da kommt neuerdings noch der Antisemitismus dazu. Auf den Schulhöfen sind „du Jude“, „du Schwuler“ oder „du Opfer“ heute Schimpfwörter. Lehrerinnen werden von Schülern als Nutten beschimpft. Doch die Schulleitungen und auch die Politik wollen jeden Konflikt vermeiden. Wenn die Lehrerinnen sich beschweren, heißt es: Setzen Sie sich mal durch, Sie haben anscheinend Ihre Klasse nicht im Griff.

Badinter: Seit viele sozial benachteiligte Familien unter dem Einfluss der Salafisten oder der Muslimbruderschaft stehen, wiegt das Wort der Imame schwerer als das der Lehrer. In zahlreichen Klassenzimmern in den Vorstädten kann die Geschichte des Holocausts nicht mehr unterrichtet werden, so stark ist die Ablehnung der Schüler. Das Wort des Lehrers gilt als Ausdruck der dominanten Mehrheitsgesellschaft, von der sich manche Schüler ausgegrenzt fühlen. Manche Eltern bestärken ihre Kinder in dem Glauben, dass der Imam wichtiger als der Lehrer sei. Für die Lehrer ergibt sich daraus eine unglaublich schwierige Situation. Wir haben innerhalb kürzester Zeit 2500 Moscheen in Frankreich gebaut, und langsam entwickelt sich genau das, was radikale Islamisten fordern: ein Separatismus der muslimischen Minderheit gegenüber dem Rest der Nation. Wir haben diese Entwicklung hingenommen und das mit der Pflicht zur Toleranz gerechtfertigt.

Schwarzer: Eigentlich hätte ich gedacht, dass die Situation in Frankreich und Deutschland sehr unterschiedlich ist, wir haben ja eine ganz andere Geschichte, schon allein wegen der kolonialen Vergangenheit Frankreichs. In Wahrheit jedoch gleicht sie sich frappant. Nur gibt es in Deutschland ein zusätzliches Problem, das ich seit über zwanzig Jahren sehe: Das sind die Islamverbände, allen voran der „Zentralrat der Muslime“, der sich in Anspielung auf den „Zentralrat der Juden“ so genannt hat. Die meisten dieser Muslimverbände sind schriftgläubig, orthodox, wenn nicht gar islamistisch. Sie waren bisher die privilegierten Gesprächspartner von Politik und Kirchen. Dabei repräsentieren sie nur ganz wenige Prozent der Muslime in Deutschland. Die Mehrheit der bei uns lebenden Muslime ist aufgeklärt und will keinen Gottesstaat, sondern die Demokratie, und nur eine von vier Musliminnen trägt ein Kopftuch. Nach dem Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dankenswerterweise eine Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor organisiert. Aber mit wem stand sie da Arm in Arm? Ich konnte es kaum fassen: mit Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des „Zentralrates der Muslime“.

Hat nicht vor allem die Gleichgültigkeit angesichts des Antisemitismus zugenommen? Frau Badinter, Sie haben Ende September in der Zeitschrift „L’Express“ einen Appell an alle Franzosen gerichtet, die Juden den Kampf gegen den Antisemitismus nicht allein bestreiten zu lassen.

Badinter: Ja, das war ein Alarmschrei, der sich an alle Franzosen, aber besonders auch an die Journalisten richtete, die kaum über die jüngsten antisemitischen Vorfälle berichteten. Das führte dazu, dass die jüdischen Opfer der islamistischen Terroranschläge beinahe vergessen wurden. Der Mord an der Jüdin Sarah Halimi im Mai dieses Jahres in Paris durch einen radikalisierten muslimischen Nachbarn wurde heruntergespielt. Auch auf meinen Appell folgte ein seltsames Stillschweigen. Keine Zeitung, kein Sender berichtete darüber. Nichts! Nur in den sozialen Medien war es Thema. Aber ein paar Wochen später häuften sich in den Medien Berichte über den wachsenden Antisemitismus in Frankreich. Den Schlüssel zu dieser eigenartigen Reaktion habe ich in einem Kommentar gefunden. Da stand: Wir müssen aufpassen, wenn die Lage für die Juden noch schlimmer bei uns wird, werden auch wir Journalisten eines Tages zur Rechenschaft gezogen.

Schwarzer: Die Herausforderung liegt darin, die Probleme nicht zu leugnen. Deutschland hat eine massive Zuwanderung von jungen Männern erlebt, die aus Ländern kommen, in denen Frauen völlig rechtlos sind, die tief patriarchale Traditionen haben und außerdem seit Jahren einer radikalislamischen Propaganda ausgesetzt sind. In ihrem Gepäck bringen sie, wie es der algerische Schriftsteller Kamel Daoud so treffend gesagt hat, all dies mit zu uns. Nimmt man diese jungen Männer ernst, muss man dafür sorgen, dass sich das ändert. Ich halte es auch gegenüber diesen jungen Männern für schlicht rassistisch, die Augen zuzumachen. Da sagt man, bei euch ist das nun mal so, für euch gelten andere Gesetze. Aber das ist menschenverachtend.

In Frankreich soll es inzwischen vereinzelt Viertel geben, in denen Männer arabisch-muslimischer Herkunft das Straßenbild dominieren und Frauen unerwünscht sind. Stimmt das?

Badinter: Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Noch vor fünf Jahren konnte ich mich in Aubervilliers oder La Courneuve als Frau unbesorgt in ein Straßencafé setzen. Das ist vorbei. In den Cafés sitzen einfach keine Frauen mehr. Die Verschleierung der Frauen hat rapide zugenommen. Sie tragen das, was ich die Uniform der Muslimbruderschaft nenne. Das betrifft natürlich nur einige, ganz bestimmte Viertel. Aber ich beobachte, dass inzwischen schon kleine, fünf Jahre alte Mädchen mit einem Schleier verhüllt werden. Das Burka-Verbot ändert leider nichts daran.

Ist die jüdische Minderheit in Frankreich nicht auch dabei, eine Art religiöse Rückbesinnung zu erleben, sich immer stärker abzuschotten?

Badinter: Es ist vor allem auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen, wenn immer mehr Eltern ihre Kinder von öffentlichen Schulen an jüdische wechseln lassen. Aber es gibt natürlich auch ein Erstarken orthodoxer Lebensformen. Ich finde es zum Beispiel nicht normal, dass man Kinder mit der Kippa zur Schule schicken will. Nach einer Messerattacke auf einen Juden in Marseille hat der dortige Rabbi darum gebeten, auf die Kippa im öffentlichen Raum zu verzichten. Aber der Großrabbiner Frankreichs hat ihm umgehend widersprochen. Ich bedaure das sehr. Mein Vater, der sehr gläubig war, sagte immer: Die Kippa setzt man auf, wenn man die Synagoge betritt oder wenn man zu Hause betet. Aber niemals auf der Straße!

Schwarzer: Man muss sich das mal vorstellen: Wir, Elisabeth Badinter und ich, werden beide wegen unserer kritischen Position zum politisierten Islam – dessen erste Opfer übrigens Muslime sind – von einem Teil der Linken und manchen jüngeren sogenannten intersektionellen Feministinnen als islamophobe Rassistinnen diffamiert, als weiße, bürgerliche Feministinnen, die nicht das Recht hätten, andere Kulturen zu kritisieren. Ich stand am Pranger, weil ich gewagt hatte, auf den Fakt aufmerksam zu machen, dass es überwiegend Männer aus dem Maghreb waren, die in der Silvesternacht in Köln Frauen sexuell belästigt hatten. Aber wie wollen wir die Realität ändern, wenn wir sie nicht benennen dürfen?

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Time am 12. Dezember 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/alice-schwarzer-im-interview-ueber-islam-und-antisemitismus-15333514.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Sie werden nie zur Ruhe kommen

11. Dezember 2017

Den Anspruch, die ganze Welt unter ihren perversen Glauben zu zwingen, werden die Orks ohne unsere robuste Hilfe nie aufgeben, weil er für sie wesentlich und nicht verhandelbar ist.

Lesen Sie einen Artikel von Chaim Noll von „Achgut“ (1).

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Heute Jerusalem, morgen Neukölln

Europäische Medien haben sich stark erregt über die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den amerikanischen Präsidenten Trump. Er begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit, sich in der Politik an Tatsachen zu orientieren, nicht an Illusionen. „Heute erkennen wir endlich das Offensichtliche an“, sagte er. „dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist. Das ist nichts anderes als die Anerkennung der Realität.“

Gegen diese Erklärung wurden vor allem zwei Argumente vorgetragen, die einen legitimen „Anspruch der Palästinenser“ auf Jerusalem als ihre Hauptstadt begründen sollen. Das erste: Jerusalem sei die „drittheiligste Stätte“ des Islam, basierend auf der unbewiesenen Annahme, mit der in Sure 17 Vers 1 erwähnten „fernen Moschee“ sei die Al Aqsa in Jerusalem gemeint, obwohl diese Moschee erst rund hundert Jahre nach dem erwähnten Ereignis gebaut wurde und das Wort Jerusalem im Koran nicht ein einziges Mal vorkommt. Zudem werden hier zwei Sphären vermengt, die eigentlich – zumindest aus Sicht des aufgeklärten Europa – getrennt zu behandeln wären: die „Heiligkeit“ von Orten und deren Funktion in der Politik. Rechtfertigt die „Heiligkeit“ eines Ortes den Anspruch, ihn als Hauptstadt eines gewünschten Staates zu reklamieren?

Das zweite Argument ist die Anwesenheit zahlreicher Araber in Jerusalem. So gaben am 6. Dezember „Die Welt” und die Frankfurter Allgemeine Zeitung – wörtlich gleichlautend – folgende Begründung für einen „Anspruch der Palästinenser“ auf Jerusalem: „Der Ostteil der Stadt ist arabisch geprägt und wird vorwiegend von Arabern bewohnt.“ Der selbe Satz, identisch, Wort für Wort, findet sich im „manager magazin“, auf der Website des Bayerischen Rundfunks, im Wiener Standard, in der Märkischen Allgemeinen, in der Hannoveraner Neuen Presse, in der Kölnischen Rundschau und vielen anderen Zeitungen. Ist keinem der zahlreichen Schreiber und Nachschreiber aufgefallen, dass dieses Argument inzwischen auch auf viele Städte Europas zutrifft? Sind nicht längst Stadtteile von Berlin, Köln, Düsseldorf, Paris, Brüssel, Malmö oder Birmingham „arabisch geprägt“ und „vorwiegend von Arabern bewohnt“?

Damit besteht dann logischerweise auch ein „Anspruch der Palästinenser“ auf viele europäische Städte. Erfolgreich, ganz im Sinne multikultureller Durchdringung, haben die Schöpfer dieses Satzes islamisches Denken und Fühlen verinnerlicht. Denn der Koran gesteht seinen Anhängern unbegrenzte Gebiete zu. Heute Jerusalem. Und morgen die ganze Welt.

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Time am 11. Dezember 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/heute_jerusalem_morgen_neukoelln

Äthiopien vs. Ägypten

10. Dezember 2017

In Äthiopien, das mit Georgien und Armenien zu den ältesten christlichen Staaten gehört, entsteht der größte Staudamm Afrikas.

Lesen Sie einen Bericht von „N-TV“ (1).

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„Sache von Leben und Tod“

Wer herrscht über den Nil?

Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Mit einem gigantischen Staudamm-Projekt am Nil wähnt sich das Land auf dem Sprung in eine neue Zeit. Doch am Wasserstand des Flusses hängen auch Wohl und Wehe anderer Staaten.

Wie eine Pyramide thront der Staudamm über dem Blauen Nil. Das massive Betonbauwerk ragt 145 Meter aus der äthiopischen Erde. Stufen, gebaut wie für Riesen, führen hoch zum etwa zwei Kilometer langen Kamm des Damms, der zwei Berggipfel verbindet. Bauarbeiter mit roten Helmen, die auf der Betonmauer arbeiten, wirken wie Miniaturfiguren. Sie hauchen dem grauen Bauwerk Leben ein, das sonst einem Science-Fiction-Film entsprungen scheint. Das Wasser des Blauen Nils rauscht durch den Staudamm gen Westen. Rund 40 Kilometer entfernt liegt die Grenze zum Nachbarland Sudan, das im Dunst des Morgens kaum zu erkennen ist. In Khartum schließt er sich mit dem Weißen Nil zusammen, von dort fließt der Nil durch Ägypten zum Mittelmeer.

An den Fluten des Nils hängen die Hoffnungen der ganzen Region – und die Sorgen. Bislang streiten die Nil-Staaten, statt bei der Verwaltung des mächtigen Nils zu kooperieren, was große Gefahren berge, warnen Beobachter. Der neue Staudamm droht, den Konflikt um das Wasser des Flusses eskalieren zu lassen. Das Säbelrasseln hat schon längst begonnen: Das Wasser sei eine „Sache von Leben und Tod“, warnte jüngst Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi.

Im abgelegenen Nordwesten Äthiopiens entsteht derzeit der größte Staudamm Afrikas. Für das Land ist der Bau des Großen Staudamms der Äthiopischen Wiedergeburt (Grand Ethiopian Renaissance Dam, GERD) ein beispielloses Unterfangen. Es ist das bislang größte Infrastrukturprojekt des Landes. Bereits bis zu 63 Prozent fertiggestellt, soll er nach äthiopischen Angaben künftig bis zu 6450 Megawatt Strom aus Wasserkraft erzeugen. Das entspräche etwa der Leistung von vier Reaktoren eines modernen Kernkraftwerks. Der Damm soll die Entwicklung Äthiopiens kräftig ankurbeln. Zwar ist das Land in diesem Jahr einer Prognose der Weltbank zufolge die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt. Doch in dem Staat mit rund 100 Millionen Einwohnern herrschen immer noch große Armut und Arbeitslosigkeit.

Mehr als nur ein Damm

Die Regierung will Äthiopien wirtschaftlich nach vorne katapultieren und Industrien anziehen. Doch dafür wird Elektrizität benötigt – ohne ständige Stromausfälle. In Äthiopien hatten 2014 der Weltbank zufolge aber nur knapp 30 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom. „Der Damm wird uns erlauben, unseren gemeinsamen Gegner zu bekämpfen: Armut“, sagt der Chef-Ingenieur des Bauprojekts, Semegnew Bekele, stolzerfüllt. Die Wände seines dunklen Büros in der Kleinstadt, die vorübergehend am Fuße des Damms entstanden ist, sind übersäht mit Postern und gerahmten Fotos des ehemaligen Ministerpräsidenten Äthiopiens, Meles Zenawi, der das Projekt auf den Weg gebracht hat.

Für Bekele, wie für die meisten Äthiopier, ist der Wiedergeburt-Damm weitaus mehr als ein Staudamm. Er wird als Symbol der Unabhängigkeit und Willensstärke Äthiopiens gesehen, eines von nur zwei Ländern Afrikas, die niemals kolonialisiert wurden. Die Baukosten von rund vier Milliarden US-Dollar werden, so heißt es offiziell, von Äthiopien selbst finanziert. Bürger wurden aufgerufen, Anleihen zu kaufen, und Staatsbedienstete müssen einen Teil ihres Gehalts abgeben.

Ägypten hängt am Fluss – wortwörtlich

Doch dieser Alleingang Äthiopiens sorgt flussabwärts für große Furcht. Kein Land auf der Welt sieht sein Schicksal so eng mit dem Lauf eines Flusses verknüpft wie Ägypten. Der griechische Historiker Herodot bezeichnete das Land einst als „Geschenk des Nils“. Ägypten beziehe etwa 97 Prozent seines Wassers aus dem Fluss, sagt Michele Dunne, die Nahost-Leiterin der Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace – vor allem für die Landwirtschaft. Ein Großteil davon kommt aus dem äthiopischen Hochland.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts reguliert Ägypten selbst mit einer Staumauer und später dem Staudamm in Assuan die Wasserstände des Nils. Mit dem riesigen Nasser-Stausee sollte das Land vor allem vor Dürreperioden und Überschwemmungen geschützt werden. Doch mit einer wachsenden Bevölkerung und schlechter Wasserwirtschaft bewege sich Ägypten „ohnehin in den nächsten fünf Jahren auf eine Wasserkrise zu“, sagt Dunne. Die Angst, Addis Abeba könnte Kairo den Wasserhahn abdrehen, ist daher groß. „Niemand darf Ägyptens Wasser antasten“, erklärte jüngst Ägyptens Präsident Al-Sisi.

Drei Mal der Bodensee

Seit Jahren bauen sich Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten auf. Gegenseitiges Misstrauen und scharfe Rhetorik prägen den Diskurs. Der derzeit größte Streitpunkt ist das Reservoir, das hinter dem Damm entstehen und 74 Milliarden Kubikmeter Wasser halten soll. Der See wird eine Fläche von 1874 Quadratkilometern abdecken – mehr als drei Mal so groß wie der Bodensee.

Das Füllen des Reservoirs ist ein besonders heikles Thema. Denn je schneller dieser gefüllt wird, desto weniger Wasser fließt in den Sudan und nach Ägypten. Darüber eine Einigung zu erzielen, ist äußerst kompliziert. Denn es sei unklar, wie viel Wasser Jahr für Jahr den Nil hinab fließen werde, erklärt der Ingenieur und Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Kenneth Strzepek. Der Klimawandel komme als Unsicherheitsfaktor dazu. „Wenn Ägypten und Äthiopien also versuchen, eine klare Einigung darüber zu erzielen, wie viel Wasser jährlich zurückgehalten und wie viel durchgelassen wird, gibt es für beide ein Risiko.“

Projektleiter Bekele geht der Frage nach dem Füllen des Reservoirs stets aus dem Weg. Man werde nicht auf Kosten anderer die Entwicklung des Landes vorantreiben, versichert der Ingenieur. Auch Äthiopiens Wasserminister Sileshi Bekele versprach jüngst: „Der Füllungsprozess wird über eine lange Zeitspanne stattfinden, ohne die natürliche Flussströmung zu beeinträchtigen.“ Doch die Beschwichtigungen wirken in Ägypten kaum.

Ein Fluss – zwei Staudämme – kein Plan

Auch wenn diese Hürde bewältigt ist, steht weiteres Konfliktpotenzial bevor. Ägypten könnte dauerhaft weniger Wasser erhalten. Ein 1959 unterschriebener Vertrag sprach Ägypten 55,5 Milliarden und dem Sudan 18,5 Milliarden Kubikmeter des Wassers zu – Äthiopien und andere Nil-Staaten wurden gar nicht bedacht.

Der Sudan war bislang stark an den natürlichen Strom des Nils gebunden: In der Regensaison gibt es viel Wasser, in der Trockenzeit wenig. Doch mit einem vom äthiopischen Damm regulierten Strom werde der Sudan eine mehr oder weniger konstante Wassermenge erhalten, sagt Strzepek. Somit könne das Land künftig mehr Wasser beziehen als zuvor, um nicht nur eine, sondern zwei Ernten pro Jahr einzufahren. Der Sudan hat längst die Vorteile für sich erkannt und Äthiopien seine Unterstützung zugesagt. Doch auch Ägypten könne letztendlich vom Staudamm profitieren, sagt Ingenieur Kevin Wheeler vom Environmental Change Institute an der Oxford Universität, der seit Jahren zu dem Damm forscht. Da der äthiopische Stausee höher und in einem kühleren Klima liegt, verdunstet das Wasser weniger schnell als in Ägyptens Nasser-See.

Ein zusätzliches Reservoir flussaufwärts bedeute zudem mehr Wassersicherheit für Ägypten in trockenen Jahren, sagt Wheeler – wenn die Länder eng miteinander zusammenarbeiten. Und das ist der Knackpunkt: „Ich kenne keine andere Situation, in der zwei Staudämme dieser Größenordnung auf einem Fluss betrieben werden, ohne einen Plan, wie man die beiden koordiniert.“

Das Ganze benötige eine starke Kooperation und Vertrauen, sagt Strzepek – „und Vertrauen gibt es wenig“. Womöglich könnten internationale Akteure eingreifen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, wie Dunne sagt. Auch könnten demnach Addis Abeba und Kairo noch selbst zu einer Einigung kommen. Doch auch eine militärische Provokation Ägyptens sei denkbar. „Eine Sicherheitskrise steht nicht unmittelbar bevor, aber es ist möglich.“

Während die Staaten noch immer nach einem Ausweg aus der politischen Hängepartie suchen, drängt die Zeit. Täglich rückt der Damm seiner Fertigstellung näher. Das Reservoir sei bereits vorbereitet worden, die Bäume seien abgeholzt, sagt der leitende Ingenieur Bekele und zeigt auf die Baumgrenze im Seebecken, die nun etwa auf der Höhe des Damm-Kammes liegt. Dass Äthiopien die Zügel in der Hand hält, ist dem Land sicherlich bewusst. Wasserminister Bekele hat selbst gesagt: „Es ist undenkbar, dass Äthiopien den Bau des Dammes stoppen wird.“

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Time am 10. Dezember 2017

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1) https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wer-herrscht-ueber-den-Nil-article20171542.html

 

Die Islamisierungsindustrie

10. Dezember 2017

Lesen Sie einen Aufsatz von Henryk M. Broder von „Achgut“ (1).

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Wer Flüchtling ist, entscheiden die Flüchtlingsräte

Das bayerische Innenministerium, so stand es dieser Tage in der WELT, „wirft dem landeseigenen Flüchtlingsrat vor, Abschiebungen aktiv zu verhindern und ausreisepflichtigen Afghanen Tipps zum Untertauchen zu geben“.

Die Aktivisten weisen den Vorwurf zurück. Ja, sie würden Abschiebetermine bekannt machen und Warnhinweise geben, aber: „Darin rufen wir mitnichten zum Untertauchen auf, sondern empfehlen potenziell Betroffenen lediglich, sich in den Nächten vor der Abschiebung möglichst nicht in der Unterkunft aufzuhalten.“ Und weiter: „Das ist völlig legitim, es besteht keine Verpflichtung der Flüchtlinge, jede Nacht in der Unterkunft zu nächtigen.“

Nein, das müssen sie in der Tat nicht. Das wäre eine unzulässige Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. Und so, wie sie in die Länder urlaubshalber reisen können, aus denen sie „geflohen“ sind, können die „potenziell Betroffenen“ auch selbst entscheiden, ob sie abgeschoben werden oder noch ein wenig in dem Land bleiben möchten, wo sich zahllose Bürgerinitiativen so rührend um sie kümmern. Obwohl es genau genommen keine Flüchtinge sind, sondern „Ausländer, bei denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und gegebenenfalls die Gerichte sowie Härtefallkommissionen zu dem Ergebnis kamen, dass es sich nicht um Flüchtlinge oder aus anderen Gründen Schutzberechtigte handelt“, schreibt die Welt.

Egal, wer ein Flüchtling ist, entscheidet am Ende weder das BAMF, noch tun es die Gerichte. Es sind die „Flüchtlingsräte“. Es gibt in jedem Bundesland einen, also insgesamt 16, die miteinander über „pro asyl“ vernetzt sind. Und dass diese höchst professionell arbeiten können, haben die „Flüchtingsräte“ dem Umstand zu verdanken, dass sie „finanzielle Mittel“ erhalten, „unter anderem aus Fördertöpfen der Kommunen und Bundesländer, von der EU und den Vereinten Nationen“.

Die Flüchtlinge sind für die Flüchtlingshilfe da

Das ist doch wunderbar! Die Kommunen, die Länder, die EU und die UN finanzieren Aktivitäten, die sich, so der bayerische Innenminister, „an der Grenze der Strafbarkeit“ bewegen. Oder eigentlich schon jenseits der Grenze, denn Widerstand gegen die Staatsgewalt, wozu auch der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gehört, ist eigentich ein Straftatbestand. Aber sooo genau muss man den § 113 StGB nicht nehmen, und schließlich kann nicht jeder Beamte und jeder Polizist den ganzen Tag mit dem Strafgesetzbuch unter dem Arm herumlaufen.

Und so ist rund um das Gebiet „Flüchtlinge, Geflohene und Schutzsuchende“ eine Industrie entstanden, in der Millionen, wenn nicht gar Milliarden umgesetzt werden. OPM – other people’s money, das weder erarbeitet noch erwirtschaftet werden muss, jedenfalls nicht von denen, die es ausgeben. Und es liegt natürlich im Interesse dieser Industrie, dass immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die betreut und versorgt werden müssen. Denn es sind die Flüchtlinge, die den Fortbestand der Flüchtlingshilfe und den Fluß der Mittel aus den Fördertöpfen der Kommunen und Bundesländer, von der EU und den Vereinten Nationen garantieren. Kurzum: Die Flüchtlinge sind für die Flüchtlingshilfe da.

Es ist ein gut durchdachtes Geschäftsmodell, das vielen ein kleines Zusatzeinkommen garantiert. Auch die Pflegeeltern von Hussein K. haben von diesem reichlich gedeckten Tisch ein paar Gaben abbekommen. Dafür haben sie ihrem Gast erklärt, wie die Mülltrennung geht, aber nicht darauf geachtet, wofür er seine über 400 Euro Taschengeld ausgibt. (Das Arbeitslosengeld II, auch Hartz4 genannt, wird am 1.1.2018 von monatlich 409 Euro auf 416 Euro angehoben.)

Zurück zur Flüchtlingshilfe, die in aller Offenheit und Öffentlichkeit agiert. Wenn man z.B. die Seite von pro asyl aufruft, wird man gleich dreimal aufgefordert, in die Tasche zu greifen. „Mit Ihrer Spende schützen Sie Flüchtlinge!“ – „Hier spenden!“ – „Jetzt spenden!“ Danach geht es „gemeinsam gegen Rassismus“ und für den „Familiennachzug“ ohne Obergrenze, denn: „Die Verweigerung von Familiennachzug hat tödliche Folgen.“ So macht sich jeder mitschuldig, der nicht spendet und die Petition zum Familiennachzug an den Bundestag nicht unterschreibt. Kann sich aber sofort von der Schuld freikaufen, indem er spendet. Wie war noch mal der Name für diese Art von Geschäft? Ablasshandel?

Und hier noch ein paar Aktionen und Bekanntmachungen,
die Sie kennen sollten:

Flüchtlingsrat Bayern: Abschiebungen nach Afghanistan – Information und Warnhinweise. Ein Rückübernahmeabkommen mit der afghanischen Regierung ermöglicht es der Bundesrepublik, monatlich bis zu 50 Afghanen in das Krisengebiet zurückzuschicken. Insgesamt wurden bisher 120 Personen aus ganz Deutschland abgeschoben, darunter 44 aus Bayern. Mit jedem Flug wurden es weniger. Dies gelingt nur, weil Afghanen gewarnt und beraten wurden.

Die Perspektiven von Geflüchteten. In der Ausstellung kommen Künstler_innen mit Fluchterfahrung durch ihre eigenen Werke zu Wort.

Bayern macht zu – wir machen auf. Leute, die uns die nächsten 50 Jahre kulturell beeinflussen werden.

Wohin in Bayern.

Was tun bei Abschiebung? Die Schulleitung muss bei der Vorbereitung der Abschiebung nicht kooperieren. Die angefragte Schulleitung ist außerdem berechtigt, die/den Betroffene/n von der Anfrage zu unterrichten. Es besteht keine Schweigepflicht.

Ein Leitfaden für den Umgang mit Flüchtlingen. „Auf der einen Seite wissen wir kaum noch, wie wir die Leute unterbringen sollen, und auf der anderen Seite geben die Grünen den abgelehnten Asylbewerbern Tipps, wie sie länger hier bleiben können. Das geht so nicht.“

Das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen, gefördert vom Sächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, bietet Legalisierungsberatung für Menschen ohne definierten Aufenthaltsstatus an.

Und schließlich: Die EU verklagt Ungarn, Tschechien und Polen vor dem Europäischen Gerichtshof, weil diese Staaten keine Flüchtlinge aufnehmen wollen.

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Time am 10. Dezember 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/wer_ein_fluechtling_ist_entscheiden_die_fluechtlingsraete

Noch gibt es hier Kreuze

10. Dezember 2017

Durch BNI bin ich auf Fälle von Orkismus in Darmstadt aufmerksam geworden (1). Nach dem Freitagsgebet scheinen sich dort ein paar jugendliche Mohammedanisten regelmäßig auf dem Bessunger Friedhof auszutoben (2).

Das gehört jetzt zu Deutschland.

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Schon wieder Holzkreuze von Gräbern entwendet

Erneut haben Vandalen auf dem Bessunger Friedhof gewütet. Es ist das dritte Mal innerhalb von sechs Monaten.

In der Nacht zum heutigen Freitag randalieren laut Polizei Unbekannte auf dem Bessunger Friedhof. Dabei reißen sie rund 20 Holzkreuze von verschiedenen Gräbern heraus. Im Anschluss verteilen sie diese auf dem Boden. Zeugen hatten die Tat heute Morgen gegen 6.45 Uhr entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Beamten ermitteln jetzt wegen Störung der Totenruhe. Sie suchen außerdem Zeugen, die möglicherweise Hinweise auf die Täter geben können. Sie sollen sich unter der 06151/969-0 melden.

In den vergangenen Monaten waren bereits mehrfach Vandalen auf Friedhöfen in Darmstadt unterwegs. Ende Juni waren ebenfalls rund 30 Holzkreuze auf diesem Friedhof in gleicher Weise von Gräbern entwendet und anschließend verteilt worden. Im September hatten Unbekannte dann hier einen Grabstein beschädigt.

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Time am 10. Dezember 2017

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1) http://barenakedislam.com/2017/12/09/germany-knows-who-keeps-pulling-crosses-out-of-the-ground-at-a-christian-cemetery/
2) https://www.da-imnetz.de/lokales/darmstadt-region/bessunger-friedhof-schon-wieder-holzkreuze-graebern-entwendet-9412966.html

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PS: Lesen Sie auch
http://fredalanmedforth.blogspot.de/2017/12/explosion-in-mannheimer-kirchturm-mann.html

Bravo, Donald! (#9)

9. Dezember 2017

Die Orks sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Die Dimmies in den MSM ersehnten ob der amerikanischen Jerusalem-Entscheidung einen globalen blutigen Aufstand der Mohammedanisten, aber der will sich einfach nicht einstellen.

Für die ARD werden daher einstweilen zwei (2) getötete Hamas-Terroristen zu „mehreren ums Leben gekommenen Menschen“ (1), uns sie werden dann noch mehrfach im Artikel erwähnt, um den Eindruck einer Menge Toter zu erwecken – indes, es bleiben zwei (2).

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Nach Jerusalem-Entscheidung Aufruhr in Nahost –
und Trump mahnt zur Ruhe

Mehrere Tote, Hunderte Verletzte und ganz viel Wut – das ist die bisherige Bilanz der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Trump. Dieser ruft zu „Ruhe und Mäßigung“ auf, doch der Nahe Osten brodelt. Die Arabische Liga und auch die Palästinenserführung halten Krisentreffen ab.

Im Nahen Osten sind bei Gewalt in Folge der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zwei Hamas-Kämpfer starben durch einen Raketenangriff der israelischen Armee im Gazastreifen. Das Geschoss sei am Morgen in Nusseirat eingeschlagen, berichtete die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert.

Die israelische Armee teilte mit, dass sie als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen mehrere militärische Einrichtungen der Hamas in dem Küstenstreifen aus der Luft attackiert habe. Schon in der Nacht hatten israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen angegriffen, nachdem von dort Raketen auf Israel geflogen waren.

Proteste nach Freitagsgebeten

Gestern waren Tausende Palästinenser nach den Freitagsgebeten in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen auf die Straßen gegangen. Sie protestierten gegen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA. Dabei kam es zu zahlreichen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften. Im Gazastreifen starben zwei Palästinenser, wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete.

Trump ruft zu Mäßigung auf

Angesichts der Unruhen rief US-Präsident Donald Trump zu „Ruhe und Mäßigung“ auf. Das sagte sein Sprecher Raj Shah zu Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine, die Trump zu einer Veranstaltung nach Florida brachte. „Der Präsident hat Ruhe und Mäßigung gefordert, und wir hoffen, dass die Stimmen der Toleranz die des Hasses übertönen“, sagte Shah. Er betonte, dass Trump weiterhin eine „dauerhafte Friedensvereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern“ anstrebe.

Trump hatte am Mittwoch Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und auch die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Das löste in der Region Unruhen und Entsetzen und Sorge weltweit aus.

Hamas lobt Unruhen

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs unter anderem das Westjordanland und den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Das Westjordanland kontrolliert es bis heute, Ost-Jerusalem hat Israel annektiert. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt, was international nicht anerkannt wird. Die Palästinenser sehen dagegen in Ost-Jerusalem inklusive der Altstadt die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates, der das Westjordanland und den Gazastreifen umfasst.

Die radikalislamische Hamas hatte nach Trumps Entscheidung zu einer neuen Intifada aufgerufen und lobte die Protestwelle in den Palästinensergebieten. „Wir arbeiten in alle Richtungen und auf allen Ebenen, um die Entscheidung von Trump zu Fall zu bringen, Jerusalem zu befreien und das palästinensische Volk zurückzubringen“, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Die palästinensische Einheit offenbare sich „in der Arena der Intifada“.

Die Hamas knüpft mit ihrem Aufruf zu einer Intifada an zwei vorherige Aufstände an. Während die erste Intifada auch noch friedliche Aktionen umfasste, nahm die Brutalität im Laufe der Jahre immer weiter zu, Tausende Menschen wurden getötet.

Heute will sich die palästinensische Führung in Ramallah zu Krisenberatungen treffen, nachdem Präsident Mahmud Abbas aus Jordanien zurückgekehrt ist. Auch die Arabische Liga befasst sich in einer Dringlichkeitssitzung mit der umstrittenen Entscheidung des US-Präsidenten. Es wird erwartet, dass die Staatengemeinschaft bei ihrem Treffen in Kairo scharfe Kritik an der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels übt. Ähnlich wie zuvor auch schon der UN-Sicherheitsrat.

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Time am 9. Dezember 2017

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1) http://meta.tagesschau.de/id/129565/aufruhr-in-nahost-und-trump-mahnt-zur-ruhe

Sie kaufen uns weg (#9)

8. Dezember 2017

Rose-Maria Gropp berichtet für „FAZ.NET“ über einen sagenhaften Bilderverkauf (1).

Nur zu, wir haben auch noch jede Menge Pollocks, Darbovens und Warhols im Angebot.

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Jesus in der Wüste

Der jüngst versteigerte „Salvator Mundi“ wird künftig im Louvre Abu Dhabi zu sehen sein. Dass er nicht in einer Privatsammlung verschwindet, ist eine gute Nachricht.

Irgendwann wird diese unglaubliche Geschichte wie eine Parabel gelesen werden. Über den abenteuerlichen Umweg eines christlichen Heilsbilds in die muslimische Welt, über den Einzug des „Salvator Mundi“ in ein arabisches Museum. So jetzt geschehen: Die „New York Times“ beruft sich auf ihr vorliegende Dokumente, wenn sie berichtet, dass es sich beim Käufer des Gemäldes von Leonardo da Vinci für 450,3 Millionen Dollar bei einer New Yorker Auktion Mitte November um Prinz Bader bin Abdullah bin Muhammad bin Farhan al-Saud handelt.

Der saudische Prinz ist bisher nicht als Kunstliebhaber hervorgetreten, eigentlich überhaupt nicht groß auffällig geworden. Jedoch, so die Zeitung, sei er ein Intimus von Muhammad bin Salman al-Saud, dem Kronprinzen von Saudi-Arabien. Und das ist jener sehr mächtige Mann, der sein Land im November mit Razzien bei diversen anderen Prinzen und Regierungsmitgliedern überzog, gegen die herrschende Korruption, wie es heißt. Es wäre wohl nicht ganz korrekt dem Neuen Testament gegenüber, dabei an den Auftritt zu denken, den Jesus seinerzeit den Händlern im Tempel geliefert hat.

Er wird die Jünger in die Wüste ziehen

Die eigentliche Provokation lässt sich eher da erkennen, dass ausgerechnet mitten in der Antikorruptionskampagne dieser Prinz Bader ein so eminent christliches Bild des Jesus, der dem Islam als Prophet gilt, erwirbt – zumal für eine horrende, bisher im Kunstmarkt nie dagewesene Summe. So erklärt sich auch, wie der Weltenretter in den Louvre Abu Dhabi kommt. Da hat wieder die Verwandtschaft geholfen: Der Kronprinz von Abu Dhabi, Muhammad Bin Zayed Al Nahyan, ist ein enger Unterstützer seines saudischen Kollegen.

Was lehrt uns das? Erstens geschah, was zu erwarten war: Der „Salvator Mundi“ ist wieder aufgetaucht, sehr schnell sogar. Dass der geheimnisvoll lächelnde Christus im Louvre Abu Dhabi hängen soll, kann nicht Naivität geschuldet sein. Der neue Besitzer schickt ihn ins grade eröffnete Vorzeigemuseum gewiss auch zum Geldverdienen; Investition heißt so, weil sie sich am Ende bezahlt machen soll. Und der „Salvator Mundi“ wird wie ein Magnet seine Jünger in der Wüste anziehen. Zweitens ist dankenswert, dass sich die groteske Vermutung, ein Finanzkonsortium hätte die ein halbes Jahrtausend alte Holztafel (wie viel immer von Leonardo selbst darauf sein mag) erworben, um sie auf Reisen zu schicken, als falsch erwiesen hat; eine schreckliche Vorstellung, ruinös für das Werk und seine Strahlkraft. Denn wer fährt schon auf einen Wanderpokal ab? Da unterscheidet sich Fußball doch vom Kunstmarkt, trotz gelegentlich nicht unähnlichen Finanzgebarens.

Wobei sich bei den Transfers von Neymar und von Leonardo einmal mehr gezeigt hat: Fast alle glauben, mitreden zu können, meinungsstark und kernig – selbst wenn sie nie im Leben in einem Stadion oder bei einer Auktion waren. Drittens, und das ist die gute Nachricht, bewahrheitet sich auch für das teuerste Bild der Welt ein sehr alter Spruch: Am Ende landet alle Kunst, die wichtig ist, im Museum. So wird der Weltenretter endlich unter den Menschen sein.

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Time am 8. Dezember 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/leonardo-da-vinci-salvator-mundi-zieht-ins-louvre-abu-dhabi-15329691.html

The rock’s rolling

7. Dezember 2017

Opportunismus oder Erkenntnis?

Lesen Sie einen unerwartet vernünftigen Artikel von Alan Posener aus der „Welt“ (1).

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Donald Trumps Mut zur Wahrheit

Der US-Präsident hat recht mit seinem Plan, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Zwanzig Jahre der Realitätsverweigerung haben den Frieden im Nahen Osten nicht nähergebracht. Es ist Zeit, die Realität anzuerkennen. Auch in Europa.

Als Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat vor vierzig Jahren nach Israel flog, um einen historischen Frieden zwischen dem wichtigsten arabischen Staat und dem jüdischen Staat zu schließen: Wo hielt er seine Rede? In der Knesset natürlich, Israels Parlament, in Israels Hauptstadt Jerusalem. Als Angela Merkel die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson erklärte, wo war das? In der Knesset, in Israels Hauptstadt Jerusalem.

Seit Jahrzehnten erkennt die internationale Gemeinschaft stillschweigend an, dass die Stadt der jüdischen Könige David, Salomon und Herodes, die Stadt, in der bis zur Zerstörung durch die Römer der Tempel stand, und in der Jesus als „König der Juden“ von den Römern gekreuzigt wurde, die Stadt, die Juden seit 2000 Jahren beim Pessachfest beschwören – „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ –, dass diese Stadt, die nur deshalb Christen und Muslimen heilig wurde, weil sie seit jeher den Juden heilig ist, die Hauptstadt des jüdischen Staates ist und sein muss.

Nur diplomatisch wird die Fiktion aufrechterhalten, der Status der Stadt sei noch unklar. Die Botschaften auch der Freunde und Verbündeten Israels sitzen in Tel Aviv. Nun hat US-Präsident Donald Trump diese Schizophrenie beendet und will die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegen. Gut.

Wie Trump in seiner Botschaft aus dem Weißen Haus betonte, hat die bisherige Weigerung aller US-Regierungen, den 1995 gefassten Beschluss des Kongresses umzusetzen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, den Frieden keinen Zentimeter nähergebracht. Wenn daher selbst ernannte Experten warnen, die „muslimische Welt“ werde das nie akzeptieren, und wenn muslimische Führer warnen, damit werde der Friedensprozess beendet, muss man fragen: Welcher Friedensprozess ist da gemeint?

Seit Jahren findet Israel dafür keinen Partner. In Gaza regiert eine Terrorgruppe, die Israel auslöschen will, in Ramallah eine korrupte Clique, die das eigentlich auch will, aber im Gegensatz zur Hamas immerhin begreift, dass dieses Ziel mit Waffengewalt nicht zu erreichen ist.

Und was die „muslimische Welt“ betrifft, so befindet sie sich vom Irak über Syrien und den Libanon bis hinunter in den Jemen einerseits in einem blutigen Bürgerkrieg zwischen dem schiitischen Regime in Teheran und dem von Saudi-Arabien geführten sunnitischen Regime, andererseits in einem innersunnitischen Bürgerkrieg zwischen Dschihadisten und sogenannten gemäßigten Regierungen, sprich korrupten arabischen Autokratien.

Diese innermuslimischen Kämpfe haben in wenigen Jahren viel mehr Opfer gefordert als die siebzig Jahre des israelisch-arabischen Konflikts, der zu Unrecht als „Nahost-Konflikt“ bezeichnet wird. Für keinen der Akteure in diesem mörderischen Bürgerkrieg ist das Schicksal der Palästinenser je wichtig gewesen, wegen Jerusalem werden sie auch nicht das gegenseitige Abschlachten einstellen.

Hass, Terror und Anschläge hat es auch bisher gegeben

Gewiss, es wird nach den Freitagsgebeten zu Demonstrationen kommen, mit dem üblichen Verbrennen der amerikanischen und israelischen Fahnen, dem üblichen verschwitzten Ritual des Judenhasses. Möglicherweise wird es zu Terroranschlägen kommen. Vielleicht auch in Deutschland. Darauf sollten die Sicherheitsbehörden gefasst sein.

Aber Hass und Terror und Anschläge hat es auch bisher gegeben und wird es geben, solange Hass und Terror gepredigt und aus Menschen Mordmaschinen gemacht werden. Daran sind weder Trump noch Israel schuld.

Übrigens müssten Muslime überall in der Welt dankbar sein, dass Israel die Sicherheit des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg garantiert; man stelle sich einmal vor, eine der Konfliktparteien im muslimischen Bürgerkrieg würde in Jerusalem herrschen. (Die untereinander unheilbar zerstrittenen Christen haben darum vor Jahrhunderten die Aufsicht über die Grabeskirche einer muslimischen Familie übertragen.)

Trump hat übrigens klargemacht, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem keine Vorentscheidung bedeutet hinsichtlich des endgültigen Status der Stadt und der künftigen Grenzen zwischen Israel und einem künftigen palästinensischen Staat, zu dem sich Trump ausdrücklich bekannte.

Wie diese Grenzen verlaufen, ob es eine Mauer geben muss zwischen Israel und Palästina, ja ob eventuell Jerusalem zugleich Hauptstadt dieses Palästinas sein könnte, hängt weiterhin einzig und allein davon ab, ob die palästinensische Führung den jüdischen Staat ohne Wenn und Aber anerkennt, der Gewalt abschwört und dafür sorgt, dass der Terror gegen Israel aufhört.

Wären Europas Regierungen ehrlich, sie würden dem amerikanischen Beispiel folgen. Denn – man kann es nicht oft genug betonen – Israel wird auf Jerusalem als Hauptstadt nie verzichten, und eine erneute Teilung der Stadt, wie zwischen 1948 und 1967, bloß um den Palästinensern ebenfalls eine Hauptstadt in Jerusalem zu ermöglichen, will niemand – am allerwenigsten die privilegierten arabischen Bewohner der wiedervereinigten Stadt.

Die Europäer werden aber, mit Rücksicht auf arabisches Öl, aus Angst vor muslimischem Terror und aus dem Gefühl heraus, dass Trump-Bashing – und obendrein in Verbindung mit „Israelkritik“ – bei fast allen Wählern gut ankommt, Amerikas Schritt kritisieren, werden warnen und „mahnen“. Und sich vielleicht klammheimlich freuen, weil sie eine Gelegenheit sehen, Amerikas Platz als „ehrlichen Makler“ zwischen Israel und den Arabern einzunehmen.

Nur zwei globale Player im Nahen Osten

Zwar ist die Vorstellung einer Arbeitsteilung zwischen den USA als „Bad Cop“ und Europa als „Good Cop“ nicht ohne einen gewissen Reiz. Aber sie ist völlig unrealistisch.

Es gibt neben den regionalen Größen Saudi-Arabien, Ägypten, der Türkei und dem Iran nur zwei bedeutende globale Player im Nahen und Mittleren Osten: Russland und die USA. Beiden freilich fehlt die Macht, einen Frieden in der Region zu erzwingen, wie jeder US-Präsident seit Harry Truman erfahren musste.

Europa ist für Israels Gegner allerdings aus einem anderen Grund interessant. Sie setzen auf die antiisraelische Boykottbewegung, die vor allem im akademischen und kirchlichen Milieu Europas viele Anhänger findet. In letzter Zeit war es um deren Aktivitäten etwas stiller geworden, da außer den verbohrtesten Antisemiten jeder erkennen kann, dass nicht Israel das Problem im Nahen Osten ist, sondern dass die Prinzipien des jüdischen Staates – Demokratie, Rechtsstaat, Pluralismus – vielmehr die Lösung darstellen.

Möglicherweise geht die Rechnung dennoch auf, zumal wenn bürgerliche Medien Trumps Schritt zum Anlass nehmen, die angebliche Illegalität der Hauptstadt Israels zu betonen.

Doch abgesehen davon, dass es unlogisch wäre, Israel wegen der Handlungen Amerikas zu bestrafen, sollten die Boykotteure begreifen, dass die arabische Kampagne gegen die Realität, die im Kampf gegen Jerusalem als Hauptstadt des jüdischen Staates zum Ausdruck kommt, nur Teil des arabischen Kampfes gegen die Realität des jüdischen Staates ist.

Sagen wir es so: Wer nicht einmal die Existenz Israels anerkennt – wie die überwältigende Mehrheit der islamischen Staaten –, hat weder das moralische noch das politische Recht, gegen Jerusalem als Israels Hauptstadt zu protestieren.

Trump hat recht: Zwanzig Jahre der Realitätsverweigerung haben den Frieden nicht nähergebracht. Es ist Zeit, die Realität anzuerkennen. Auch in Europa. Je deutlicher den Arabern klargemacht wird, dass der Westen hinter Israel steht, desto eher wird man auch in Ramallah und Gaza die Realität anzuerkennen bereit sein.

Wenn zugleich, wie Trump angekündigt hat, ein härterer Kurs gegen den Iran gefahren wird, der für die sunnitischen arabischen Regime der eigentliche Gegner ist, kann Trumps Geste, allem Geschrei derjenigen zum Trotz, die den arabischen Nationalismus und den muslimischen Fanatismus beschwichtigen möchten, tatsächlich den Frieden näherbringen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

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Time am 7. Dezember 2017
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1) https://www.welt.de/debatte/article171348092/Donald-Trumps-Mut-zur-Wahrheit.html