Elite ohne Demut

24. Februar 2017

luther

Lesen Sie einen Beitrag von Vera Lengsfeld von der „Achse“ (1).

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Gehört Luther zu Deutschland?

Warum wirft der Autor Klaus Rüdiger Mai in seinem gleichnamigen Buch diese Frage auf? Weil er sich berechtigte Sorgen um die Akzeptanz der geistigen Wurzeln Europas macht. Anlass dafür gibt es genug. In Zeiten, wo ausgerechnet im Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation von einem evangelischen Theologen behauptet wird, man müsse mehr bieten, als das übliche „Luthertralala“, und den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, in seine Kirche einlädt, damit dieser im Anschluss an den Gottesdienst anlässlich des Reformationstages einen Vortrag halten kann, sind erhebliche Zweifel angebracht, welchen Stellenwert der große Reformator in seiner Kirche noch hat.

Nicht nur in seiner Kirche. In Deutschland. Mai legt gleich zu Beginn seines Essays den Finger auf die Wunde: „Europa entstand… vor allem aus dem Geist des Christentums, denn aus dem Geist des Christentums, insbesondere der Trinität, erwuchsen die Aufklärung, die Idee der Menschenrechte, die modernen Wissenschaften und die großen technischen und zivilisatorischen Erfolge… Europa wird christlich sein, oder es wird nicht sein. Das bedeutet ganz und gar nicht, dass alle Europäer Christen zu sein haben…sondern das verweist allein… auf christliche Grundlage und Identität unserer bürgerlichen Werte. Vergisst Europa diese, vergisst es sich selbst.“

Leider ist dieses Vergessen in vollem Gange. Wer verächtlich von Luthertralala redet, dem ist nicht mehr bewusst, „dass mit Luther das moderne Deutschland und Europas Moderne beginnen“, wie Mai die Ausgangsthese seines Essays formuliert. „Am Anfang der Entwicklung der Menschen- und Bürgerrechte steht Luthers Wort von der Freiheit des Christenmenschen, weil in diesem Text das Individuum entdeckt wird… und die neue Weltsicht vom Individuum ausgeht“.

Freiheit existiert, oder sie existiert nicht, jenseits von Gefühlen

Diese von Luther angestoßene große historische Entwicklung, so Mai, scheint heute kraftlos geworden, ziellos zu verebben. Es besteht die reale Gefahr, dass aus der Freiheit ein Freisein von der Freiheit wird. Wenn die Freiheit aber, wie der rumänische Philosoph Emil Cioran vermutet, nur ein Gefühl wäre, würde das den Mächtigen in die Hände spielen, die meinen, man solle sich mit dem Gefühl begnügen. Aber Freiheit existiert, oder sie existiert nicht, jenseits von Gefühlen. Nichts ist so sehr in Gefahr, wie die Freiheit, deren Wesen „in der Suche nach Wahrheit“ besteht.

Wir befinden uns in einem historischen Umbruch. Geschichte findet zwar unabhängig von ihrer Beurteilung durch den Menschen statt, aber keineswegs über ihren Köpfen.

„Unter keinen Umständen dürfen die Menschen der Propaganda der Mächtigen auf den Leim gehen, dass sie diesen Prozessen hilflos ausgeliefert seien“, mahnt Mai. „Luther weist den Weg… die Menschen besitzen die Vollmacht und die Fähigkeit einzugreifen, zu steuern, zu gestalten. Der Popanz der Alternativlosigkeit, die Monstranz einer sich selbst vergottenden Herrschaft… entblößt doch nur Hybris und Misstrauen gegenüber den Menschen, einen Hang zur Tyrannis… Das unselige Programm der Alternativlosigkeit verhöhnt die Freiheit des Christenmenschen… Eine Welt ohne Alternativen wäre eine Welt aus Knechten.“

Luthers Waffe gegen die Obrigkeit war die Sprache

Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass Luther hochmodern ist. Luthers Waffe gegen die Obrigkeit war die Sprache. Er wollte keine Sprache der Eliten, sondern aller Deutschen. Seine Bibelübersetzung „empfing ihre Impulse aus dem großartigen Zusammenspiel von Sprache… dem Glauben eines freien Christenmenschen, mithin aus Sprache, Glauben und Freiheit“. Das macht zugleich die deutsche Identität aus, um die unsere „Eliten“ heute schleichen, „wie die Katze um den heißen Brei“. Die Sprache ist längst nicht mehr frei in Deutschland, sie wurde ins Prokrustebett der politischen Korrektheit gezwängt.

Sich die Freiheit zu nehmen, sich aller Möglichkeiten, die Sprache bietet, zu bedienen, hat die Herrscher schon immer herausgefordert. Luther wurde von der päpstlichen Kurie angeklagt, weil er sich nicht ihrer Benutzungsvorschrift, ihrer Sprache bediente. Das Wissen, dass jeder Versuch, Sprache durch eine Sprachpolizei und Sprachgerichtshöfe einzuschränken, Willkür bedeutet, „ermutigte Luther zur Furchtlosigkeit im Denken, im Reden und im Schreiben“. Angesichts einer Kirche, die sich willig der politischen Korrektheit unterwirft und sie nach Kräften befördert, wird klar, warum Luther den Bedford-Strohms, den Käßmanns und den Marxens größtes Unbehagen verursacht.

Luthers Traktat „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ ist das Gründungsmanifest des modernen Europa. Die Konsequenz bedeutet eine „Abkehr von jeder supranationalen Herrschaft und die Hinwendung zu einem dezentralen Föderalismus. Nicht in einem Zentralstaat, sondern in seinen Regionen ist der Mensch frei“. Das ist eine Wahrheit, die unsere Eurokraten, die das Europa der Vaterländer, wie es von den Gründern der Europäischen Gemeinschaft gedacht war, in einen Zentralstaat verwandeln wollen, ignorieren.

Die EU, angeführt durch Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker („Wenn es ernst wird, muss man lügen“), ist „voller geheimer Abkommen und Verhandlungen, sie behandelt hierin den europäischen Bürger wie eine feindliche Macht, vor der man, was man plant und umsetzt, unter allen Umständen geheim halten muss, vom Anfa-Abkommen bis zu den TTIP-Verhandlungen“. Den immer massiver vorgebrachten Forderungen, über Aspekte der Wahrheit zu schweigen, muss mit Luther entgegengehalten werden, dass nur Wahrheit zur Freiheit führt, dass Handeln an Verantwortung gebunden sein muss. Er sagt: „Das wollen wir so klar machen, dass mans mit Händen greifen solle, auf dass unsere Junker, die Fürsten und Bischöfe sehen, was sie für Narren sind, wenn sie die Menschen mit ihren Gesetzen und Geboten zwingen wollen, so oder so zu glauben.“ Das heißt: Ohne Meinungsfreiheit keine Freiheit.

An erster Stelle nicht Menschlichkeit, sondern Recht

Faulheit und Feigheit sind Gründe, warum viele Menschen zeitlebens unfrei bleiben. Luther hat schon vor Immanuel Kant dazu ermuntert, den Mut zu haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Das ist bis heute das beste Mittel, um Tyrannen zu entmachten.

Aber hat Luther nicht gegen die „räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ gewütet? Hat er, denn er fühlte sich mitverantwortlich für die grausame Gewalt, die im Bauernkrieg von allen Seiten ausgeübt wurde. Übersehen wird, dass er sich mit ebenso scharfen Worten gegen die Obrigkeit wandte, weil es „ihr Versagen, ihr Hochmut, ihre Eitelkeit, ihr Eigennutz, ihre Gier, ihr Geiz, ihre Hybris, ihre Arroganz, ihre Habsucht, ihre Gottlosigkeit und Verschlagenheit war, die zum Aufstand der Bauern geführt hatte“.

„Nicht Menschlichkeit, sondern Recht stand für ihn an erster Stelle, Recht, damit auch wieder Menschlichkeit aufleben konnte.“ Das hätte Luther auch den heutigen Regierenden ins Stammbuch geschrieben, dass sich ihre Moralität „nicht in der moralischen Deklaration, sondern im effektiven Regierungshandeln“ zeigt.

„Ich fürchte, dem wird nicht zu wehren sein, die Fürsten stellen sich denn fürstlich und fangen wieder an, mit Vernunft und säuberlich zu regieren. Man wird nicht, man kann nicht, man will nicht eure Tyrannei und Mutwillen auf die Dauer leiden.“ Das setzt, wie Mai bemerkt, voraus, dass die sogenannte „Elite“ wieder Demut lernt, anstatt den Glauben an sie einzufordern.

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Time am 24. Februar 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/gehoert_luther_zu_deutschland

Sieg des Counterjihad: TRUMP (#3)

23. Februar 2017

kurdin

In der einstmals konservativen „Welt“ teilte Alfred Hackensberger seine Vorliebe für basisdemokratische Regierungsformen mit. Zwischen den Zeilen rutscht ihm heraus, dass es die Trump-Regierung ist, die nunmehr die Kurden, deren unabhängiger Staat längst überfällig ist, in Nordsyrien unterstützen wird (1).

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Basisdemokratischer Norden als Modell für ein friedliches Syrien

Mitten im Krieg haben Kurden, Assyrer und Araber eine Basisdemokratie aufgebaut. Der Föderalismus in Nordsyrien kann zum Modell für das ganze Land werden. Die größte Trumpfkarte bleibt der Kampf gegen den IS.

Mit routinierten Handgriffen an der Lenkstange seines Außenbordmotors lotst der Steuermann seinen Kahn in die starke Strömung hinaus. Es ist eines der flachen, aus großen Eisenplatten zusammengeschweißten Passagierboote, die in Fischkabour täglich über den Tigris pendeln. Hier im Nordwesten des Irak markiert der mehrere Hundert Meter breite Fluss die Grenze zu Syrien. Die Überfahrt dauert nicht einmal zehn Minuten.

Wer über den Fluss übersetzt und erwartet, mitten im syrischen Krieg zu landen, erlebt eine gewaltige Überraschung. Im Vergleich zum Rest des vom Bürgerkrieg geplagten Landes ist es hier geradezu friedlich. Denn weder das Assad-Regime mit seinen Milizen noch radikale Islamisten und ihre Kampfverbände haben hier etwas zu sagen. In der Region Nordsyrien, die sich westlich vom Tigris rund 500 Kilometer entlang der türkischen Grenze zieht, versuchen die Menschen, ihr Leben nach basisdemokratischen Grundsätzen zu organisieren. Und es könnte funktionieren, Nordsyrien hat Chancen, das Modell für ein friedliches Syrien zu werden. Nur: In den Friedensverhandlungen spielen die Vertreter dieser Gebiete keine Rolle.

Dabei ist das politische Projekt Nordsyrien nicht für Syrien, sondern für den gesamten Nahen Osten ungewöhnlich. Hier regeln Gemeindeversammlungen die Dinge des täglichen Lebens, in den Schulen dürfen Kinder ihre Muttersprache sprechen, was vorher für Minderheiten in Syrien verboten war, und Wirtschaftsräte regeln die Versorgung der Bevölkerung. Obwohl es eine kurdische Bevölkerungsmehrheit gibt, spielen die anderen ethnischen Minderheiten der Araber, Assyrer und Turkmenen eine tragende Rolle im noch jungen Bürokratieapparat. Um nicht die Dominanz einer Ethnie zu suggerieren, wurde sogar der vormalige kurdische Name der Region, Rodschawa, in ein neutrales „Nordsyrien“ umbenannt.

Der föderale Staat wurde im Dezember 2016 ausgerufen. Die internationale Staatengemeinschaft reagierte mehr als zurückhaltend. Eine offizielle Anerkennung des Gebietes wagte zunächst niemand. Doch im Januar dieses Jahres kam die Wende. Ausgerechnet Russland, neben dem Iran der wichtigste Verbündete des syrischen Regimes, schlug sich auf die Seite der neuen Demokratie. Moskau legte bei den Friedensverhandlungen in Astana einen Verfassungsentwurf vor, in dem ein autonomer Staat „Nordsyrien“ vorgesehen war.

Auch aus dem Westen kamen positive Signale. „Ein föderales Syrien scheint der einzig richtige Schritt vorwärts zu sein“, befand Großbritanniens Außenminister Boris Johnson. Das Pentagon scheint ebenfalls nicht abgeneigt, sind die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) doch dessen Partner im Kampf gegen den Terror. Die Militärallianz der autonomen Zone im Norden hat vom IS Zehntausende von Quadratkilometern zurückerobert und ist gerade dabei, die Extremisten in ihrer Hochburg Rakka einzukreisen. Neue Waffenlieferungen des Pentagon sind bereits eingetroffen. Darunter waren zum ersten Mal bewaffnete Fahrzeuge. „Früher gab es das nicht“, erklärte Talal Silo, der Sprecher der SDF. „Es gibt Anzeichen für eine volle Unterstützung durch die neue amerikanische Führung.“

So positiv die Zeichen für ein „föderales Nordsyrien“ auch sein mögen, für eine Idealisierung besteht noch lange kein Anlass. Die vehementesten Gegner des Projekts in Nordsyrien kommen aus dem anderen Lager der radikalen Assad-Gegner. Sie wollen, wie die Regierung in Damaskus, zurück zum Zentralstaat, den es vor dem Ausbruch der Revolution 2011 gegeben hat. Die Islamisten wollen einen Staat unter arabischer Führung und dem Banner des Islams. Mit dem „gottlosen Projekt“ in Nordsyrien wollen sie nichts zu tun haben. Außerdem ist da noch die unberechenbare Dynamik des syrischen Bürgerkriegs, die von den Interessen gleich einer Vielzahl von Ländern abhängig ist.

„Antwort auf die Probleme des Nahen Ostens“

Doch nicht nur von außen drohen gefahren. Die Region hat enorme demokratische Startschwierigkeiten. Unbequeme Journalisten und Politiker wurden verhaftet, auch grassiert Korruption. Nach Jahrzehnten der Diktatur der Assad-Familie müssen viele Syrer Freiheit erst lernen. Die junge Demokratie ist auf ein wackeliges Fundament gebaut. „Natürlich machen wir noch Fehler“, sagt Sanharib Barsoum, einer der beiden Vorsitzenden des neuen Exekutivrats, der eine föderale Verwaltung und Wahlen vorbereiten soll. „Aber man sollte uns anhören“, so der christliche Politiker weiter. „Denn die Kultur der Freiheit, die wir begonnen haben, ist die fundamentale Antwort auf die Probleme im Nahen Osten.“

Die größte Trumpfkarte des demokratischen Nordens ist und bleibt der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Denn ohne die Truppen des SDF kann es keine Eroberung Rakkas geben. Ihr Kampf um die syrische IS-Hauptstadt kann noch einige Monate dauern. Bis dahin kann Nordsyrien ungestört an einem föderalen Staat basteln.

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Time am 23. Februar 2017

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article162292650/Basisdemokratischer-Norden-als-Modell-fuer-ein-friedliches-Syrien.html

Milliarden

22. Februar 2017

ork

Wie Marcel Leubecher in der „Welt“ berichtet, lassen wir uns die mohammedanistische Invasion Milliarden kosten (1).

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Unbegleitete Ausländer

Junge Migranten kosten Deutschland vier Milliarden

Die Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Ausländer wird im laufenden Jahr fast vier Milliarden Euro kosten. Abgeschoben wurde 2016 keiner. Die CDU fordert, per Handy die Eltern zu finden, um einige zurückzuschicken.

Die Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Ausländer wird im laufenden Jahr fast vier Milliarden Euro kosten. Die Kinder- und Jugendhilfe betreute zum Stichtag 9. Februar 61.893 Unbegleitete – darunter 16.664 junge Volljährige, wie das Bundesfamilienministerium der „Welt“ mitteilte. Das Bundesverwaltungsamt hat für sie einen durchschnittlichen Kostentagessatz von 175 Euro pro Kopf ermittelt, also 5250 Euro monatlich.

Dieser Betrag enthält sowohl die Kosten der Inobhutnahme als auch die Hilfen zur Erziehung. Stagniert die Zahl der Unbegleiteten auf dem aktuellen Niveau, ergibt sich also ein Betrag von 3,95 Milliarden Euro für das laufende Jahr. Trotz der vergleichsweise hohen Straffälligkeit in dieser Gruppe wurde im Jahr 2016 kein Unbegleiteter abgeschoben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei hervorgeht.

Michael Kretschmer, Fraktionsvize der Union im Bundestag, will das ändern: „Wenn in Deutschland elternlose Minderjährige aus Polen oder Frankreich aufgegriffen werden, wird die Familie ausfindig gemacht, und sie werden zurück zu ihren Eltern gebracht. Wenn der Unbegleitete aber aus Afghanistan oder Afrika kommt, bringen wir ihn zum Jugendamt und bereiten ihn mit großem Aufwand für die dauerhafte Einwanderung vor, selbst wenn der Jugendliche jeden Abend mit seiner Familie telefoniert“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“.

Die Behörden sollten auch „mithilfe der Mobilfunkdaten versuchen, die Eltern ausfindig zu machen, um wenigstens einige Unbegleitete abschieben zu können“, sagte Kretschmer. Der „faktische Abschiebestopp für unbegleitete Minderjährige“ sei auch angesichts der hohen Kosten nicht länger zu vermitteln.

Ein Problem: Viele verzichten auf Asylantrag

Wegen der besonderen Schutzverpflichtung gegenüber Minderjährigen verlangt das Aufenthaltsgesetz: „Vor der Abschiebung eines unbegleiteten minderjährigen Ausländers hat sich die Behörde zu vergewissern, dass dieser im Rückkehrstaat einem Mitglied seiner Familie, einer zur Personensorge berechtigten Person oder einer geeigneten Aufnahmeeinrichtung übergeben wird.“

Dies gelang jedoch weder 2016 noch im Jahr zuvor. Allerdings wurden im vergangenen Jahr 649 Unbegleitete an der Grenze zurückgewiesen oder zurückgeschoben – dies ist zum Beispiel möglich, wenn der Betreffende bereits in einem anderen europäischen Staat registriert wurde.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts steigen seit 2005 die Inobhutnahmen nach Angaben des Statistischen Bundesamts von unbegleitet eingereisten Ausländern kontinuierlich an – von damals 602 auf 42.309 im Jahr 2015. Die Zahl für das vergangene Jahr wird die Wiesbadener Behörde erst im August bekannt geben, weil die Bundesländer die Daten noch aus Hunderten von Ausländerbehörden zusammentragen müssen. Mittlerweile gibt es mehr Inobhutnahmen wegen „unbegleiteter Einreise“ als aus den bisher üblichen Gründen, zum Beispiel Überforderung der Eltern, Drogensucht oder sexueller Missbrauch.

Problematisch ist, dass nicht alle der zu 90 Prozent männlichen Unbegleiteten einen Asylantrag stellen. Vom Bundesamt für Migration (BAMF) erfuhr die „Welt“, dass 2015 etwa 22.300 einen Asylantrag stellten, 2016 waren es 36.000. Davon stammten etwa 7500 Anträge von Unbegleiteten, die bereits 2015 eingereist waren und demnach „erst 2016 ins System aufgenommen“ wurden.

Das BAMF stellt fest: „Vergleicht man die Zahl der Inobhutnahmen unbegleiteter Minderjähriger mit der Anzahl der von ihnen gestellten Asylanträge, so wird deutlich, dass ein relevanter Anteil dieser Kinder und Jugendlichen auf einen Asylantrag verzichtet und sie – beziehungsweise ihre gesetzlichen Vertreter – einen anderen aufenthaltsrechtlichen Weg suchen.“

Jugendhilfe für Volljährige

Der Bundesregierung ist dieses Problem bewusst. So enthält der Bund-Länder-Beschluss für mehr Rückführungen vom 9. Februar – neben der Ermöglichung für das BAMF, auf Handys von Schutzsuchenden mit ungeklärter Identität zuzugreifen – die „Verpflichtung der Jugendämter, in geeigneten Fällen für von ihnen in Obhut genommene unbegleitete minderjährige Ausländer, die möglicherweise internationalen Schutz benötigen, umgehend von Amts wegen einen Asylantrag zu stellen“.

Hilfsorganisationen wie der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge begrüßen zwar, dass der Beschluss zurückhaltend von „geeigneten“ Fällen spricht. Der Interessenverband warnt aber davor, dass dies „nicht zu einer pauschalen Pflicht zur Asylantragsstellung führen“ dürfe. Vielmehr müsse „klargestellt werden, dass die jeweilige Eignung geprüft werden muss“.

Besonders Jugendliche aus Herkunftsländern mit geringer Anerkennungsquote, etwa aus Nordafrika, stellen häufig keine Asylanträge. Unter den unbegleiteten Asylantragstellern waren 2016 rund 42 Prozent Afghanen, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen berichtete. Die Schutzquote (Flüchtlingsschutz inklusive Asyl, Subsidiär- und Abschiebeschutz) lag bei 71 Prozent. Insgesamt lag sie demnach unter allen 9300 Entscheidungen bei 89 Prozent. Der Antwort zufolge waren zum Jahreswechsel knapp 35.000 Asylverfahren von Unbegleiteten anhängig.

Ein weiteres Problem ist, dass viele der unbegleiteten Minderjährigen nicht minderjährig sind. Laut Familienministerium gibt es 16.664 junge Volljährige, die über das 18. Lebensjahr hinaus in der Jugendhilfe bleiben – weil Sozialarbeiter und Jugendämter einen besonderen Bedarf feststellen.

Darüber hinaus gelingt es vielen jungen Schutzsuchenden ihr wahres Alter zu verschleiern. Nach den offiziellen Angaben sind rund 70 Prozent der UMA mindestens 16 Jahre alt. Doch all diese Altersangaben sind unsicher. Zum einen fehlen bei den meisten Neuankömmlingen unbedenkliche Dokumente zur Überprüfung der Identitäts- und Altersbehauptung. Zum anderen wird das Alter meist nur durch die sogenannte Inaugenscheinnahme durch die Jugendämter festgestellt.

Methoden der Altersfeststellung selten angewendet

Verlässliche Methoden der Altersfeststellung, wie die ärztliche Begutachtung der körperlichen Reife oder radiologische Untersuchungen, werden selten angewendet. Dabei hat die Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik, die zur Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin gehört, einen international anerkannten Diagnosestandard entwickelt.

Dieser erlaubt zwar nicht die zweifelsfreie Altersfeststellung, aber doch die eines Mindestalters. Allerdings werden dabei umstrittene Methoden genutzt. Zur Begutachtung der sexuellen Reifung müssten sich die Untersuchten ausziehen, Kritiker halten das für belastend. Und zur Einschätzung der Zahn- und Knochenreifung müsste geröntgt werden: die Handwurzel und – falls noch immer Zweifel bestehen – auch das Schlüsselbein; es reift nämlich zuletzt aus.

Während diese Untersuchungen etwa in Österreich vorgenommen werden, nutzen in Deutschland aus ethischen und gesundheitlichen Gründen nur wenige der rund 600 Jugendämter diese Möglichkeit.

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Time am 22. Februar 2017

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1) https://www.welt.de/politik/deutschland/article162274380/Junge-Migranten-kosten-Deutschland-vier-Milliarden.html

Klo H. Metzel ist schuld

21. Februar 2017

imad-karim

Imad Karim (1) schreibt auf der „Achse“ über den Zusammenhang zwischen Gewalt und Mohammedanismus (2).

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Was hat Mohammed mit den Unruhen
in Frankreich zu tun…

… und warum sind Buddha, Konfuzius, Shiva,
Krishna und andere Götter unschuldig?

In einem Beitrag des als seriös geltenden „Deutschlandfunks“ ist zu lesen: „Nach Übergriffen auf Polizisten lockert Frankreich die Regeln für den Schusswaffengebrauch der Sicherheitskräfte.“

Die Frage darf gestellt werden, wer die Attacken mit Molotow-Cocktails auf Polizisten verübt und welche Migranten oder Migrantenkinder hinter diesen schweren Ausschreitungen und Gewaltausbrüchen stehen. Es sind keine Inder, Vietnamesen, andere Asiaten oder sonstige Migranten, die ebenfalls millionenfach in Europa und Frankreich leben. Es sind leider arabische und schwarzafrikanische Jugendliche muslimisches Glauben, die den französischen Staat und die Mehrheitsgesellschaft mit den Mitteln der Zerstörungen und der Durchsetzung von No-Go-Areas herausfordern.

Diese Menschen sehen sich als Opfer einer angeblich rassistischen Politik Frankreichs. Merkwürdig dabei ist, dass andere Migranten asiatischer oder indischer Herkunft nicht dieselbe Wahrnehmung haben. Warum nicht? Wer meine Meinung kennt, der weiß, dass ich leider nicht optimistisch bin, was die Zukunft von Frankreich, Deutschland und des gesamten Kontinents Europa betrifft. Die in Frankreich und im Westen durch einen gesellschaftlichen Konsens etablierte Rechtstaatlichkeit wird diesem Vernahöstlichungsprozess Europas und den aggressiven Islamisierungsversuchen nicht mit den bisherigen Mitteln Herr werden.

Der Ruf nach dem totalen Islam

In diesem Zusammenhang möchte ich anführen, dass die diktatorischen Regime und die despotischen Herrschaftsstrukturen im Nahen Osten und in Afrika das Produkt der eigenen Gesellschaften sind. Natürlich will ich diese nach westlichen demokratischen Normen als diktatorisch geltenden Regime nicht rechtfertigen, aber es wäre nicht falsch, die Relation zwischen den durch die Religion fanatisierten Massen und den entsprechenden Reaktionen eines Staates in Erwägung zu ziehen, insbesondere, wenn wir erfahren, dass aufgrund der Übergriffe auf Polizisten die Regeln für den Schusswaffengebrauch gelockert werden.

So hat es immer im Nahen Osten begonnen. Jedes Mal, wenn eine Regierung demokratische Strukturen vorsichtig einführen wollte, antworteten die Massen mit dem lauten Ruf nach dem totalen Islam. Der Staat reagierte repressiv, und eine Spirale der Gewalt nahm ihren Lauf. Saddam Hussein, Muamar Gaddafi und andere Despoten sind nicht über Nacht gekommen oder mit einem Raumschiff im Irak, in Libyen oder sonstwo gelandet. Diese Diktaturen sind aus der Mitte der islamischen Gemeinschaften hervorgegangen.

In der islamischen Welt lernten wir als Muslime, dass unsere ewige Aufgabe darin besteht, den Islam als wahre Religion, quasi eine alternativlose Monokultur, die Kultur Allahs, zu predigen und durchzusetzen, überall dort, wo Muslime leben. Erleiden die Gläubigen in ihrer Weltnation (UMMA) eine Niederlage, wenn sie daran gehindert werden, ihre Religion in allen Teilen der Erde durchzusetzen, dann ist das für die Muslime eine Schmach.

Zivilisationen sterben meistens durch Selbstmord!

Scheitern Muslime in multireligiösen Gesellschaften privat und beruflich, so sind die Nichtmuslime für ihre Misere verantwortlich. Eine kritische Selbstreflektion fand und findet nicht statt. Es sind immer die großen Verschwörungen gegen die Muslime, die Lieblinge Allahs.

Das, was wir heute in Frankreich erleben, wird den Alltag vieler westlichen Staaten für die nächsten Jahrzehnte bestimmen. Ein Klima des Hasses, des täglichen Terrors und der Zerstörungen wird uns und vor allem unsere Kinder begleiten. Viele werden bald einsehen müssen, dass die heutigen Eliten mit ihren unkontrollierten Masseneinwanderungen niemandem geholfen, sondern allen geschadet haben.

Demokratie, Säkularismus, Vielfalt, Wissenschaft, Gleichberechtigung, Gleichheit, Selbstverantwortung für das eigene Handeln, Rationalität und Pluralismus sind die Fundamente des Westens. Es sind dieselben Werte, die der Islam seit 1.400 Jahren bekämpft. Das Scheitern der Integration der Mehrheit der Muslimen ist von dieser historischen Dialektik nicht zu trennen.

Insofern hat Mohammed mit den Unruhen in Frankreich zu tun. Buddha, Konfuzius, Shiva, Krishna und andere Götter sind unschuldig!

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Time am 21. Februar 2017

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1) https://de.wikipedia.org/wiki/Imad_Karim
2) http://www.achgut.com/artikel/was_hat_mohammed_mit_den_unruhen_in_frankreich_zu_tun

Aus der Hauptstadt (#34)

20. Februar 2017

rodung

Die Dienstfertigkeit gegenüber ihren nazislahmischen Herren ist für die rot-grünen Dimmies das Allerwichtigste. Umweltschutz ade – Da müssen auch schon mal 200 hundertjährige Bäume weichen.

Die angepasste Dimmi-Bevölkerung sagt „Ja zu den Flüchtlingen“ und hat nur was gegen die Massenrodung, weil sie nicht versteht, dass grade das der Sinn der Lektion ist, die Bedürfnisse der Orks ohne wenn und aber zu akzeptieren, auch wenn sie so absurd und grotesk sind wie Kloran und Hadith.

Lesen Sie einen Bericht von Melanie Berger und Ronja Straub aus dem Berliner „Tagesspiegel“ (1).

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200 Bäume werden für Flüchtlingsheim gefällt

Im Leonorenpark in Berlin-Lankwitz müssen seit dem Morgen 200 alte Bäume für den Bau einer modularen Unterkunft für Geflüchtete weichen. Bürgerinitiativen protestierten vor Ort.

Leonorenpark, Lankwitz: Am Montagmorgen um kurz vor neun stehen 40 bis 50 Mitglieder der Bürgerinitiativen „Zukunft Leonorenstraße“ und „Park Haus Leonore“ mit Protestplakaten vor den Zäunen, hinter denen die Bäume stehen, die gefällt werden sollen. 200 an der Zahl, sie müssen weichen, weil der Senat hier eine modulare Flüchtlingsunterkunft für 450 Menschen bauen will.

„Wir sagen ‚Ja‘ zu den Flüchtlingsunterkünften und verstehen, dass die Notunterkünfte freigezogen werden müssen“, sagt Mark Weinrich, einer der Protestierenden. Er selbst wohnt mit seiner Familie direkt neben dem Park und ärgert sich über die Vorgehensweise des Senats. Eine Zusammenarbeit habe es nie gegeben: „Man hat uns übergangen und nie richtig mit uns kommuniziert.“ Die Demonstranten, unter Ihnen viele Familien mit Kindern, appellieren, zunächst den richterlichen Beschluss abzuwarten.

Monatelang haben die Bürgerinitiativen gegen die Baumfällungen gekämpft, doch nun ist es soweit. Die Bagger sind angerückt, der erste Baum fällt um neun Uhr. Die Anwohner und Protestler pfeifen und rufen bei jedem weiteren Baum, der ächzend zu Boden kracht und Staub aufwirbelt. Manche Anwesenden haben Tränen in den Augen. „Wir finden es einfach schlimm, 100 Jahre alte Bäume zu fällen“, sagt eine Frau vom Heimbeirat des Vivantes-Pflegeheims. Nach wenigen Minuten sind knapp zehn Bäume gefällt und in diesem Tempo geht es weiter. Der große Fällbagger, ein Holzvollernter, arbeitet sich mit seiner Kralle durch das abgezäunte Gebiet und fällt einen Baum nach dem anderen. Dicke Baumstämme sägen Arbeiter mit der Kettensäge ab. Sicherheitspersonal, das sich um die Absperrung herum aufgestellt hat, ist auch vor Ort. Zusätzlich die Polizei mit zwei Einsatzwagen.

An den Stämmen der betroffenen Bäume klebten zuvor tagelang weiße Zettel. Ein schwarzes Kreuz war darauf gedruckt. Viele der bis zu hundert Jahre alten Bäume sollen abgeholzt werden. Die Gesamtkosten für den Neubau an der Stelle betragen laut Senat „ca. 21,3 Mio. € – die Flüchtlingsunterkunft soll im Januar 2018 bezugsfertig sein“. Modulare Unterkünfte haben eine Nutzungsdauer von mindestens 60 Jahren.

Gegen das Flüchtlingsheim richtet sich der Protest nicht – vorgeschlagen wird aber, das Heim parkschonend zu versetzen.

Der Park liegt friedlich zwischen einem Vivantes-Pflegeheim und schicken Neubauten im ruhigen Berliner Südwesten. Er wurde vor mehr als hundert Jahren vom Mediziner James Fraenkel angelegt. Nun sollen bis zu 200 Bäume weg – 44 davon stehen direkt im Park, für sie hat der Bezirk am Dienstag die Fällgenehmigung erteilt. Der Rest ist Teil eines Waldes dahinter, hier ist das Landesforstamt zuständig. Der Park würde damit um die Hälfte schrumpfen. Monatelang haben die Bürgerinitiativen „Zukunft Leonorenstraße“ und „Park Haus Leonore“ dafür gekämpft, das zu stoppen.

Sie haben nun einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt, um „eine Umplanung zu erreichen“, wie es in einer Pressemitteilung am Freitag heißt. Sie fordern die Senatorinnen Katrin Lompscher (Stadtentwicklung und Wohnen) und Elke Breitenbach (Arbeit, Integration und Soziales) auf, mit dem fällen der Bäume bis zur Gerichtsentscheidung in wenigen Wochen zu warten.

Die Notunterkünfte für Flüchtlinge sollen schnell frei werden

Der Park wird vor allem von den Bewohnern des angrenzenden Pflegeheims genutzt. Das Gelände gehörte Vivantes, das Unternehmen verkaufte es an den Senat. „Es ist kein öffentlicher Park, es ist Baufläche. Darum gibt es aus rechtlicher Sicht hier keine Einwände“, sagte Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Immer noch leben Flüchtlinge in Turnhallen und in den Hangars am Tempelhofer Feld. Der neue Senat möchte diese Notunterkünfte so schnell wie möglich freiziehen.

Projekte wie in Lankwitz sollen dazu beitragen. Auch der Bezirk sieht sich hier in der Verantwortung. „Wir können nicht immer sagen, baut alle Unterkünfte in Marzahn oder Treptow-Köpenick, bei uns ist es zu schön und grün“, erklärt die zuständige Stadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Allerdings versteht der Bezirk auch die Einwände aufgrund der Geschichte des Parks und der alten Bäume. Auch die Bürgerinitiativen sprachen sich nicht gegen das Flüchtlingsheim aus, sondern kritisierten, dass damit ein Erholungsraum für die Bewohner des Heims zerstört wird.

Alternativer Standort würde zu Verzögerung führen

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski von der CDU stellte sich lange gegen die Senatspläne. Am Ende stand ein Kompromiss. Indem die Unterkünfte anders angeordnet werden, konnte man einige alte Bäume retten. Unter anderem eine alte Eiche in der Mitte des Parks, die möglicherweise noch von James Fraenkel selbst gepflanzt worden sei, sagte Schellberg. Eingelenkt hat der Bezirk, weil der Senat sich sonst über ihre Köpfe hätte hinwegsetzen können. So habe man zumindest noch etwas herausgeschlagen.

Es gab Gespräche, die Unterkünfte auf einem anderen Teil des Geländes zu errichten. Dort, wo die Ruine eines früheren Casinos steht. Man müsste das Gebäude abreißen und diverse Prüfungen vornehmen. Das würde die für Ende 2017 geplante Fertigstellung aber um mehr als ein Jahr verzögern, heißt es vom Senat auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Oliver Friederici aus dem November. Die Arbeiten müssen bis 28. Februar abgeschlossen sein, sonst braucht es eine Sondergenehmigung, denn dann endet die Fällperiode.

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Time am 20. Februar 2017

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1) http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-bezirk-steglitz-zehlendorf-200-baeume-werden-fuer-fluechtlingsheim-gefaellt/19392238.html

Der erste Papst der Orks (#4)

19. Februar 2017

franziskus

Lesen Sie einen Beitrag von „Info direkt“ (1).

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Papst Franziskus:
Muslimischer Terrorismus existiert nicht

In einer Rede anlässlich der „World Conference of Popular Movements“ leugnet der amtierende Papst Franziskus die Existenz islamistischen Terrors. Gleichzeitig kritisiert er die grassierende „political correctness“.

Vom 16. bis 18. Februar findet im amerikanischen Kalifornien die „World Conference of Popular Movements“ statt. Daran nehmen vor allem Leiter von religiösen und sozialen Laienorganisationen teilt. Gestern hielt dort Papst Franziskus eine kurze Rede und lobte das soziale Engagement der Teilnehmer. In seiner Rede kam er auch auf das Problem des Terrorismus zu sprechen, den er vor allem auf soziale Missstände zurückführt.

„Muslim terrorism does not exist”

“Christian terrorism does not exist, Jewish terrorism does not exist, and Muslim terrorism does not exist.”, relativierteå der Papst die islamistische Gewalt in seiner Rede und betonte, dass es in allen Religionen Fundamentalisten und „gewalttätige Individuen“ gäbe. Die Gründe für Terrorismus sieht der Papst nicht in der Religion, sondern in sozialen Missständen, hervorgerufen durch die Globalisierung.

“The poor and the poorer peoples are accused of violence yet, without equal opportunities, the different forms of aggression and conflict will find a fertile terrain for growth and will eventually explode.”

Kritisiert Heuchelei der Globalisten

Gleichzeitig kritisierte der Papst auch die Heuchelei der Globalisten und die grassierende “political correctness”, was angesichts der obigen Aussagen überraschen mag. Die „globalisierte Gesellschaft“ würde das Leid der Armen zwar wahrnehmen, aber nichts dagegen unternehmen.

“Under the guise of what is politically correct or ideologically fashionable, one looks at those who suffer without touching them. But they are televised live; they are talked about in euphemisms and with apparent tolerance, but nothing is done systematically to heal the social wounds or to confront the structures that leave so many brothers and sisters by the wayside. This hypocritical attitude, so different from that of the Samaritan, manifests an absence of true commitment to humanity.”

Er entlarvt damit die unter dem Deckmantel der “Toleranz” liegende Heuchelei der Globalisten, die Armut, Leid und Krieg zwar als moralisches Erpressungsmittel benutzen, beispielsweise um illegale Einwanderung nach Europa zu befördern, aber keine systematischen Lösungen anbieten.

Es wäre zu wünschen, dass sich der Papst öfter an seine Worte halten würde, denn er ist selbst für seine meist „politisch korrekt“ anmutenden Aussagen und die Propagierung von Scheinlösungen bekannt.

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Time am 19. Februar 2017

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1) http://info-direkt.eu/2017/02/18/papst-franziskus-muslimischer-terrorismus-existiert-nicht/

Faces of nazislam (#34)

19. Februar 2017

omar-abderrahman

Dr. Ali Sina (1):

„Es gibt viele Wege zur Spiritualität. Mohammedanismus bietet keinen einzigen. Alles, was Sie zu einem besseren Menschen macht, ist ein spiritueller Pfad. Je tiefer Sie jedoch in den Mohammedanismus eintauchen, desto schwärzer wird Ihre Seele. Geboren, das Licht Gottes zu tragen, werden Sie dann böse, wenn Sie beginnen, Muhammad zu folgen. Ihre Gedanken werden dämonisch. Der Abscheu auf Ihre Mitmenschen erfüllt Ihr Herz und lässt keinen Platz mehr für Liebe. Sie werden zu einer Manifestation des Teufels. Sogar die Augen besonders frommer Mohammedanisten zeigen diese Bosheit. Erstaunlicherweise werden Menschen hässlich, wenn sie fromme Mohammedanisten werden. Ich weiß nicht, wie man das rational erklären kann, aber es ist eine beobachtbare Tatsache. Schauen Sie sich mal die Gesichter der Terroristen an. Das sind die allerfrömmsten Mohammedanisten. Oder schauen Sie sich die Gesichter von Führern mohammedanistischer Parteien an. Es gibt etwas zutiefst Böses in ihren Augen. Mohammedanismus ist ein antispirituelles Bekenntnis. Es macht Sie nicht zu einer besseren Person. Je weiter Sie ihm folgen, desto schlechter werden Sie. Es ist ein Bekenntnis, das aus Engeln Scheusale macht. Wenn ich an Satan glauben würde, würde ich sagen, dass der Mohammedanismus seine Verschwörung ist, um diese Welt zu zerstören und jeden in die Hölle zu bringen.“

Lesen Sie einen Bericht von „N-TV“ (2).

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Anschlag auf World Trade Center

Der blinde Terror-Scheich ist tot

Im Jahr 1990 flieht der islamistische Scheich Omar Abderrahman in die USA. Dort ist er am ersten Anschlag auf das World Trade Center beteiligt. Nun stirbt er im Gefängnis.

Der wegen Terrorkomplotten in den USA inhaftierte Scheich Omar Abderrahman ist am nach Behördenangaben in einem Gefängniskrankenhaus in North Carolina gestorben. Der seit seiner Kindheit blinde und daher auch als „blinder Scheich“ bekannte ägyptische Geistliche war spiritueller Führer islamischer Militanter – so einer Gruppe, die für eine Serie von Anschlägen und Morden in den 1990er Jahren in Ägypten verantwortlich gemacht wird.

Im Jahr 1990 floh Abderrahman in die USA und lehrte in einer Moschee in New Jersey. Nach dem Bombenanschlag auf das World Trade Center im Februar 1993 wurde er festgenommen und wegen Plänen zur Verübung einer Serie von Terrorattacken in New York verurteilt. Seitdem saß er im Gefängnis, aber wirkte weiter inspirierend auf radikale Muslime. Nach Angaben der US-Gefängnisbehörde war er seit Längerem herz- und zuckerkrank und starb im Alter von 78 Jahren im Krankenhaus der Haftanstalt Butner.

Abderrahman war 1996 wegen mehrerer versuchter Attentate in den USA und als Drahtzieher des ersten Anschlags auf das World Trade Center in New York 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag auf das Welthandelszentrum starben damals sechs Menschen, rund 1000 wurden verletzt.

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Time am 19. Februar 2017

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/28/ali-sina-uber-spiritualitat-3
2) http://www.n-tv.de/politik/Der-blinde-Terror-Scheich-ist-tot-article19708741.html

Sie ist direkt verantwortlich

18. Februar 2017

muslima-merkel

Auf der „Achse“ stellt Gerd Held das Problem des massenhaften Sozialhilfediebstahls durch die mohammedanistischen Invasoren anschaulich dar (1).

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Verheimlicht und verschleppt:
der schändliche Sozial-Diebstahl

Am 15. Januar erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein ganzseitiger Artikel unter der Überschrift „Die Sache mit den vielen Identitäten“. Der Untertitel lautet: „Nicht nur Anis Amri hat unter mehreren Namen die Sozialämter betrogen. Auch andere. Aber das ist vorbei.“ Es steht dort wirklich: „vorbei“. Die FAS verkündet also, dass der Sozialbetrug, der gerade erst entdeckt wurde und dessen wahres Ausmaß noch gar nicht untersucht worden ist, schon Vergangenheit ist. Man erklärt ihn schon zum Nicht-Fakt, der keiner weiteren Aufmerksamkeit mehr würdig ist. Die Öffentlichkeit soll gar nicht erst darüber nachdenken, was hier geschieht.

Denn „die Sache mit den vielen Identitäten“ ist ein einschneidender, ein ungeheuerlicher Vorgang. Es geht hier nicht nur darum, dass Migranten deutsche Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Es geht um einen Diebstahl. Er wird verübt von einem bestimmten Migranten-Milieu – am Sozialstaat des Landes, das sie aufgenommen hat. Gestohlen werden Mittel aus dem Fonds, den Deutschland für seine sozialen Notfälle, für Schwache, Kranke und Hilfsbedürftige eingerichtet hat.

Die „Flüchtlinge“, die das tun, handeln aktiv, planvoll, arglistig und organisiert: Sie geben an verschiedenen Orten immer wieder neue, falsche Identitäten an, um sich mehrfachen Zugang zu Sozialleistungen zu verschaffen. Und es geht nicht um eine einmalige Zahlung, sondern regelmäßige Geldbezüge auf Dauer. So findet in Deutschland Monat für Monat, Woche für Woche ein ständiger Sozial-Diebstahl statt, auf Kosten der Hilfsbedürftigen dieses Landes. Es ist ein gesellschaftlicher Diebstahl. Es handelt sich um ein schändliches Sozialverbrechen.

Doch nun wird so getan, als wäre das alles schon nicht mehr wahr. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt ja: „Das ist vorbei“. Demnach wäre der Vorgang zwar ärgerlich, aber er wäre schon Vergangenheit. Die Regierenden haben angeblich alles wieder im Griff.

Nette Erzählungen und böse Meldungen

Hören wir die Geschichte, wie sie uns der FAS-Journalist (Morten Freidel) erzählt:

„Doch dieser Missbrauch ist mittlerweile ausgeschlossen. Im Mai 2016 wurden alle Zentren, in denen sich Asylbewerber registrieren können, mit Fingerabdrucksensoren ausgestattet. Wer danach dort ankam, von dem nahmen Sachbearbeiter einen Fingerabdruck, erstellten ein biometrisches Passbild und speicherten beides zusammen mit den biographischen Angaben in einer Datenbank. Darauf können das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Ausländerbehörden, die Bundespolizei und die Sozialämter zugreifen. Erst wenn ein Asylbewerber in der Datenbank registriert war, bekam er einen Ausweis, den sogenannten Ankunftsnachweis. Versuchte er, sich auch noch woanders anzumelden, leuchtete auf dem Bildschirm des Sachbearbeiters der Hinweis auf, dass für diesen Fingerabdruck schon eine Anmeldung existiert. So konnte kein Neuankömmling mehr mit falschen Identitäten durchs Land ziehen. Das galt bald auch für alle Asylbewerber, die nach Deutschland gekommen waren, bevor das System erneuert wurde. Denn die Länder unternahmen große Anstrengungen, um sie nachzumelden. Sie vereinbarten Termine beim Bamf und fuhren die Asylbewerber mit Bussen zu der Behörde. Dort mussten sie ihren Asylantrag stellen und einen Fingerabdruck abgeben, anschließend bekamen auch sie einen Ankunftsnachweis. Einige Monate lang ging das so. Im Herbst vergangenen Jahres wurde die Nachregistrierung abgeschlossen. Seitdem können auch die Flüchtlinge, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, keine Sozialämter mehr betrügen. Und seitdem liegen für alle Asylbewerber – mit Ausnahme derer die untergetaucht oder weitergereist sind – biometrische Daten vor.“

Wie schön der Autor das ausmalt – mit dem Bildschirm, auf dem ein Hinweis aufleuchtet, und mit den Bussen, die die Migranten zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke zum Bamf transportieren. Und nun ist alles auf Stand, auch die Altfälle aus 2015! Wahnsinn! Zur Erinnerung: Offiziell sollen in den Jahren 2015 und 2016 etwa 1.170.000 Migranten nach Deutschland gekommen sein. Im Ersterfassungssystem wurden 1.413.265 Migranten gezählt. Will die FAS uns ernstlich weismachen, dass alle diese Personen (auch wenn man nur die kleinere Zahl nimmt) mit Fingerabdruck und biometrischen Daten in der Kartei der BAMF sind? Wo hätte man denn etwas von der Massentransport-Aktion gesehen, die dafür notwendig gewesen wäre? Und mit welchen Mitteln hätte man die lückenlose Teilnahme aller Migranten erzwingen können? Der FAS-Artikel vom 15. Januar versucht jedenfalls, den Eindruck zu erwecken, dass alles erledigt ist. Man beachte die Zeitform, in der die Story steht: es ist die Vergangenheitsform. Für die Gegenwart soll gelten: Niemand kann die Sozialämter mehr mit falschen Identitäten täuschen.

Die illegale Migration wird zum
illegalen Zugriff auf den Sozialstaat

Wirklich? In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8.2.2017 findet sich auf Seite 5, rechts oben, eine kleine Meldung. Unter der Überschrift „Abgleich unmöglich“ heißt es dort:

„Mehr als 90 Prozent der Ausländerbehörden in Deutschland können laut einem Medienbericht keine Fingerabdrücke von Asylbewerbern nehmen und diese mit dem Ausländerzentralregister vergleichen. Nur maximal 10 Prozent der Ausländerbehörden besäßen derzeit ein solches Gerät, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Bei den Ausländerbehörden seien damit weiterhin Mehrfachregistrierungen möglich. Das Bamf nimmt seit Herbst 2016 von allen Asylbewerbern Fingerabdrücke und kann laut Leiterin Jutta Cordt so Mehrfachidentitäten im Asylverfahren ausschließen. Nun seien auch die Ausländerbehörden „in der Pflicht“, sagte Cordt der „Passauer Neuen Presse“. Die Ausländerbehörden sind etwa für die Sicherung des Lebensunterhaltes der Migranten zuständig, für Duldungen und Abschiebungen.“

Damit ist klar: Nichts ist erledigt. Der Sozialbetrug mit mehreren Identitäten geht weiter. Die Sachlage muss also etwa so beschrieben werden: Es gibt nach wie vor keine Identitäts-Überprüfung aller der Migranten, die in Deutschland Sozialleistungen beziehen. Immer noch werden Gelder ausgezahlt oder überwiesen, die unter verschiedenen Schein-Identitäten bei ein und derselben Person landen. Die monatliche Gesamtsumme dieses Betrugs kann nicht einmal annähernd geschätzt werden. Allein bei dem aufgedeckten Fall von 300 Betrugsvorgängen im Bereich der Landesaufnahmebehörde Braunschweig (vor allem durch ein Sudanesen-Netzwerk) geht man von einem Schaden in mehrfacher Millionenhöhe aus. Da der Daten-Abgleich zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und 90 Prozent der circa 900 Ausländerbehörden in Deutschland nicht gewährleistet ist, bleiben nicht nur Altfälle unentdeckt, sondern es können offenbar auch betrügerische Neuanmeldungen unter falscher Identität erfolgen.

So hat die Massenimmigration eine neue Folgewirkung in Deutschland erzeugt, die mit dem Gewalt- und Kriminalitätsproblem im öffentlichen Raum (das Beispiel des Kölner Sylvester-Mobs) durchaus vergleichbar ist: Die illegale Migration wird zum illegalen Zugriff auf den Sozialstaat. Der organisierte Diebstahl von Sozialleistungen richtet nicht nur materiellen Schaden an, sondern er zerstört auch die Verlässlichkeit der Zugangsregeln zu den Hilfsfonds des Sozialstaates. Er reißt die Schutzvorrichtungen ein – so wie es Plünderer bei Unruhen mit den Läden und Wohnungen ihrer Stadtteile tun. Er stellt eine Enteignung dar, in diesem Fall eine Enteignung von Gemeingütern.

Der Diebstahl von Sozialleistungen steigert
die Geringschätzung der Gesetze noch

Dieser Übergriff liegt durchaus in der Logik der illegalen Massenmigration. Sie hat die Grenzen des Landes missachtet und sich auf eigene Faust Zutritt verschafft. Schon hier war ein massenhafter Identitätsbetrug im Spiel. Erinnern wir uns: Die überwiegende Mehrzahl der Migranten der Jahre 2015 und 2016 legte beim Grenzübertritt keine Dokumente über ihre Identität vor. Es wurde behauptet, die Pässe seien verloren gegangen. In vielen Fällen wurden sie nachweislich erst kurz vor dem Grenzübertritt weggeworfen. Schon in dieser Situation wurden vielfach falsche Identitäten angegeben, um sich als „Flüchtlinge“ (als „Syrer“) Zutritt ins Land zu verschaffen.

Gewiss gilt das nicht für alle Migranten, aber die Zahl ist so groß, dass man von einem Massenproblem sprechen muss. Ein großer Teil der Migranten kam also auf einer unredlichen Basis ins Land und brachte von vornherein eine Geringschätzung der hiesigen Gesetze mit. Der organisierte Diebstahl von Sozialleistungen liegt auf dieser Linie. Er steigert diese Geringschätzung der Gesetze noch, indem er jetzt mit arglistiger Täuschung die Tür zum Sozialstaat aufbricht. Und wieder – wie schon bei der Gewalt im öffentlichen Raum – geschieht dies auf Kosten derer, die auf staatlichen Schutz und soziale Sicherung besonders angewiesen sind.

Man hat die sozialen Folgen der Massenmigration bisher als „Konkurrenz“ verstanden. Die deutschen Unterschichten würden die wirtschaftliche Konkurrenz der Migranten im Niedriglohnbereich fürchten, hieß es. Diese Vermutung unterstellte, dass wir es mit einer Arbeitsmigration zu tun hätten. Oder es hieß, die deutschen Empfänger von Sozialleistungen würden anderen Bedürftigen diese Hilfsleistungen nicht gönnen. Diese Vermutung unterstellte, dass wir es mit „schwachen“ und „hilflosen“ Vertriebenen zu tun hätten. Aber bei dem organisierten Sozialbetrug geht es weder um Arbeitswillige noch um Notleidende, sondern um ein kriminelles, sozial bindungsloses Milieu, das mit dem Recht des Stärkeren und Arglistigeren vorgeht.

Deshalb muss über eine andere Folge der Massenmigration gesprochen werden. Nicht um „Konkurrenz“ geht es, sondern um den sozialen Gesetzesbruch. Die Stammbevölkerung eines Landes ist gegen eine willkürliche Massenmigration, weil sie darin eine dauernde Quelle für Willkür und Solidaritätsbruch sieht. Die Tatsache, dass in Deutschland nun Migranten-Netzwerke des Sozialbetrugs entstanden sind, trifft genau diesen brisanten Punkt: Es geht um Verbrechen gegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Affäre der falschen Identitäten wird verschleppt

Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass die Systeme der sozialen Sicherheit in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit mit schmerzhaften Einschnitten für die Bürger beim Arbeitslosengeld, bei den Gesundheitsleistungen und bei der Rentenberechnung saniert wurden. Diese Ersparnisse, die die Regierenden den Bürgern gegenüber als Zukunftssicherung begründet haben, werden nun einfach gestohlen.

Eigentlich sollte man erwarten, dass dieser Vorgang nun schnell, offen und mutig aufgegriffen wird. Das gilt allein schon wegen des Sachverhalts. Es ist ein völlig unhaltbarer Zustand, wenn Monat für Monat Millionenbeträge aus dem Sozialsystem entwendet werden. Es ist aber auch politisch unverantwortlich, wenn ein solch schändliches Sozial-Verbrechen nicht sofort umfassend aufgeklärt wird. Und wenn keine Vorkehrungen getroffen werden, damit dieser Zerstörung der Zugangstüren zum deutschen Sozialstaat ein Ende bereitet wird. Doch es herrscht eine merkwürdige Stille um diese Affäre.

Man hört vielleicht noch über den Einzelfall des Terroristen Amri, aber das Breitenphänomen des Sozialbetrugs durch Migranten wird nicht untersucht. Die Öffentlichkeit erfährt nichts über die Zahl der „Personen“, die Sozialleistungen beziehen, ohne Fingerabdrücke und biometrische Daten abgegeben zu haben. Es gibt keine Angaben über die Zahl der tatsächlich erfolgten Daten-Abgleiche zwischen BAMF und Ausländerämtern. Man erfährt nicht, welche Mittel eingesetzt wurden, um die Abgabe von Fingerabdrücken und biometrischen Daten zu erzwingen. Wurden Zahlungssperren angedroht? Wurden Personen zur Identizifizierung zwangsweise vorgeführt?

Indem man diese Fragen stellt, wird sofort das Grundproblem deutlich: Man muss die illegal und ohne eindeutige Papiere über die Grenze gekommenen Personen an einem bestimmten Punkt durch verpflichtende, lückenlose Maßnahmen identifizieren. Das Problem, dass man bei der bedingungslosen Grenzöffnung und Weiterleitung ins Inland verdrängt hatte, kommt nun – unter ungleich schwierigeren Bedingungen für den Rechtsstatt – wieder zurück. Man muss die Personen doch erfassen, auf eine Identität fixieren und dazu gegebenenfalls Zwangsmittel anwenden. Aber das kann jetzt nicht mehr an der Grenzlinie durchgeführt werden, sondern muss in der Fläche geschehen. Die Migranten müssen an zigtausenden Orten aufgegriffen und kontrolliert werden.

Am Sozialbetrug zeigt sich die
soziale
Mogelpackung „Willkommenskultur“

Mit anderen Worten: Wenn jetzt in über 800 lokalen Ausländerbehörden kein Datenabgleich erfolgen kann, obwohl er sozialrechtlich dringend geboten ist, dann geht das direkt auf die Entscheidung der Bundeskanzlerin im September 2015 zurück. Sie ist direkt verantwortlich für eine Situation, in der der Rechtsstaat nicht mehr handlungsfähig ist. Zugleich zeigt sich jetzt am Sozialbetrug, was für eine Mogelpackung die angeblich so „soziale“ Willkommenskultur war.

Das kann und darf natürlich nicht öffentlich werden, zumal im Wahljahr 2017. Deshalb wird gerade diese Affäre so stark beschwiegen. Deshalb vergessen auch Journalisten ihren aufklärerischen Auftrag und verraten ihr Berufsethos. Nach meinem Kenntnisstand hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – trotz der Faktenlage, die in der Frankfurter Allgemeinen korrekt berichtet wurde – ihre Aussage vom 15. Januar („Das ist vorbei“) nicht zurückgenommen.

Die Sozialbetrugs-Affäre trifft den moralischen Kern der deutschen Migrationspolitik. Instinktiv spüren die politischen und gesellschaftlichen Kreise, die sich als Vertreter des „weltoffenen Deutschland“ weit aus dem Fenster gelehnt haben, dass diese Affäre ihre Stellung als die Guten im Lande gefährdet. Sie könnten sehr schnell als die Komplizen eines asozialen Zerstörungswerks dastehen. Deshalb wird mancherorts eine fast schon kriminelle Energie an den Tag gelegt, um die Vorgänge zu verschleiern.

Die Kartons im Keller

Die FAZ berichtete am 24.1.2017 von der Aufdeckung des bereits erwähnten Sozialbetrugs (mit 300 Einzelfällen) an der Braunschweiger Landesaufnahmebehörde (LAB). Bei der Aufdeckung spielte eine Mitarbeiterin, die ein Jahr lang als Leiharbeiterin in der LAB beschäftigt war, eine wichtige Rolle. Sie hatte zusammen mit Kollegen eine umfangsreiche Materialsammlung zu den Verdachtsfällen erstellt und wollte sie der auf Asylbewerberkriminalität spezialisierten Sonderkommission „Zentrale Ermittlungen“ („Soko Zerm“) übergeben. Der FAZ-Artikel fährt dann wörtlich fort:

„Doch die Vorgesetzten in der LAB hätten sie angewiesen, „jetzt bitte gar nichts mehr zu machen“. Sie habe Order erhalten, die Akten in einen Karton zu packen und in den Keller der LAB Braunschweig zu bringen. Die Mitarbeiterin ging trotzdem zur „Soko Zerm“ – ohne die Akten. Eine LAB-Sprecherin teilt mit, dass die von der Mitarbeiterin angefertigten Akten damals sogar dem örtlichen Behördenleiter Michael Lewin vorgelegen hätten. Kriminaldirektor berichtet zudem, dass auch seine Ermittler zunächst Schwierigkeit gehabt hätten, die Akten von der LAB Braunschweig zu bekommen. Erst nach Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft, in denen angeblich auch über einen Durchsuchungsbeschluss nachgedacht worden sein soll, und einem Gespräch mit der damaligen Leitung der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen erhielt die „Soko Zerm“ die Akten…“

Das sieht nach systematischer Blockade aus und deutet auf politische Einflussnahme hin. Man wollte jeden Schatten auf der „Willkommenskultur“ vermeiden und war offenbar bereit, dafür auch Rechtsbrüche in Kauf zu nehmen.

Die Kartons im Keller sind auch ein Symbol für die Zerstörung einer kritischen Öffentlichkeit in Deutschland. Nein, es geht nicht um Fake News. Die Öffentlichkeit wird nicht in erster Linie dadurch beschädigt, dass irgendwelche Dinge erfunden werden, sondern dadurch, dass Tatsachen verschwiegen werden. Es ist ganz einfach das alte Problem: die Mächtigen verheimlichen dem Volk die realen Zustände im Lande.

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Time am 18. Februar 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/der_schaendliche_sozial_diebstahl

Rebellion gegen das Gute

17. Februar 2017

ork

Beim „Gatestone Institute“ hat Nonie Darwish interessante Reflexionen über das Verhältnis des Nazislahm zum Thema „Staat“ veröffentlicht (1).

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Religion definieren

Der Abgeordnete Keith Ellison (Demokrat aus Minnesota) sagte, dass das 90-tägige Einwanderungsverbot von Präsident Donald Trump aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern „ein religiöses Verbot“ sei und „wenn sie Muslime verbieten können, warum können sie nicht Mormonen verbieten? “ Dies hat sich zum Standpunkt der Demokratischen Partei und der Mainstream-Medien entwickelt, der nicht nur die amerikanische Öffentlichkeit davon überzeugt hat, sondern auch die Mehrheit der Welt, dass Amerika „schlecht“ ist. Wie können wir der Welt und sogar einem guten Teil amerikanischer Bürger die Schuld dafür geben, dass sie Amerika hassen, wenn solche unaufrichtigen und irreführenden Behauptungen von US-Beamten in die Welt gelangen und von amerikanischen Fernsehsendern ausgestrahlt werden?

Die Mehrheit der Welt versteht nicht, dass ein Großteil der amerikanischen Medien einen Propagandakrieg gegen die Trump-Regierung führt, bloss weil er den islamischen Dschihad benennt und lieber ein starkes und wohlhabendes Amerika als Weltführer sehen möchte statt eine Diktatur – ob säkular oder theokratisch. Er liess sich als Republikaner wählen; inzwischen weigern sich Demokraten und Mainstream-Medien, in eine respektvolle und legitime Debatte über die Bedrohung für die westliche Zivilisation im einundzwanzigsten Jahrhundert einzutreten: den Islam. Die Wahrheit ist irrelevant geworden; Diese Leute scheinen ein politisches Tauziehen zu bevorzugen, um die öffentliche Meinung gegen die Trump-Regierung zu wenden (…).

Politische Diskussionen am Fernsehen sind äußerst frustrierend geworden; sie haben sich in Schreiwettkämpfe und Schimpftiraden auf der am wenigsten informativen Ebene verwandelt. Fernsehmoderatoren werden häufig zu Anstiftern und Teilnehmern in den Schreiwettkämfen. Sie scheinen zu denken, dass, je lauter sie werden, desto attraktiver die Show wird. Inzwischen reden alle gleichzeitig; Der Zuschauer hört keinen mehr, weshalb die Show nicht langweiliger sein könnte.

Nach der amerikanischen Verfassung ist die Religionsfreiheit geschützt. Und der Islam wurde im Westen auf dieser Grundlage als eine der drei abrahamitischen Religionen willkommen geheißen. Gemäss den westlichen Werten und dem westlichen Verständnis des Wortes soll „Religion“ eine persönliche Beziehung zu Gott sein, bei der der freie Wille von größter Bedeutung ist; der Gläubige hat ausschließlich Autorität über sich selbst, wenn es um religiöse Gesetze geht oder um Sünden zu bestrafen (wie etwa das Verlassen der Religion oder einen Ehebruch) – ganz anders als die Gesetze zum Schutz der Gesellschaft. Die westlichen Werte erlauben den Jüngern einer Religion außerdem die Freiheit zu missionieren, jedoch niemals durch staatliche Durchsetzung.

Die westliche Definition der Religion steht im Einklang mit den biblischen Werten der Menschenrechte für das Leben, die Freiheit und das Streben nach Glück, und alle Menschen sind unter dem Gesetz gleich geschaffen. Es gilt als ein grundlegender westlicher Wert, Gott, Familie und Land als oberste Priorität zu sehen.

Und jetzt wollen wir diese Werte mit den islamischen Werten vergleichen:

Muslimische Bürger haben das Recht, andere Bürger mit erniedrigenden, schwerwiegenden, grausamen und ungewöhnlichen Strafen wie Tod, Auspeitschung und Amputation zu bestrafen bei Versündigung gegen Allah, den Koran oder den Islam. Diese „Verbrechen“ schließen das Verlassen des Islams ein, homosexuell zu sein oder das Begehen von Ehebruch. Und wenn die islamische Regierung solche Strafen nicht durchsetzt, hat jeder Moslem auf der Straße das Recht, die Strafe gegen einen anderen Muslim anzuwenden, ohne dafür verfolgt zu werden. Darum können Abtrünnige wie ich keinen muslimischen Bezirk besuchen; Die Angst besteht nicht nur vor islamischen Regierungen sondern vor jedem auf der Straße.

Ein Moslem zu sein ist kein persönliches Verhältnis zu Gott, wie das unter der Bibel der Fall ist, sondern es wird vom Staat bei der Geburt durchgesetzt. Wenn in Ägypten ein Kind eines muslimischen Vater geboren wird, steht in der Geburtsurkunde der Stempel „Moslem“ und in allen staatlich ausgegebenen Dokumente auch. Ein Kind muss islamische Studien in der Schule lernen und den Islam während seines ganzen Lebens praktizieren. In Ägypten wurden die Zwillingssöhne einer christlichen geschiedenen Mutter gezwungen, islamische Studien zu lernen und muslimisch zu werden, nur weil ihr ursprünglich christlicher Vater zum Islam übergetreten war. Heute gelte ich in Ägypten immer noch als muslimisch und ein solcher Status kann sich nie ändern, wenn ich jemals wieder dort leben würde.

Das islamische Recht und die Führer verlassen sich darauf, dass der Islam durch die Regierung durchgesetzt wird – bei Todesstrafe – um die Muslime im Islam zu halten und die christliche Minderheit zum Islam zu konvertieren. Das islamische Scharia-Gesetz verpflichtet islamische Staaten, religiöses Recht durchzusetzen, und wenn das muslimische Staatsoberhaupt dem religiösen Recht nicht Folge leistet, erlaubt die Scharia den Bürgern, das Staatsoberhaupt aus dem Amt zu entfernen.

Der Islam behauptet, eine abrahamitische Religion zu sein, aber tatsächlich kam der Islam 600 Jahre nach Christus in die Welt, nicht um die Bibel zu bestätigen, sondern um sie zu diskreditieren; Nicht um mit den „Leuten des Buches“, Juden und Christen, zu koexistieren, sondern um sie zu ersetzen – nachdem er ihnen vorgeworfen hatte, die Bibel bewusst zu verfälschen. Der Islam wurde als eine Rebellion gegen die Bibel und ihre Werte geschaffen und fußt auf staatlicher Durchsetzung.

Die obigen Grundsätze sind nur einige der Unterschiede in den Werten zwischen dem Islam, der Bibel und dem westlichen Religionsbegriff. Was der Westen nicht versteht, ist, dass der Islam zugibt, dass die Kontrolle der Regierung für den Islam von zentraler Bedeutung ist, und dass Muslime früher oder später verlangen müssen, unter einer islamischen Regierung zu leben. (…)

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Time am 17. Februar 2017

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1) https://de.gatestoneinstitute.org/9955/definition-der-religion

Die Fronten waren klar

16. Februar 2017

lepanto

Berthold Seewald berichtet bei der „Welt“ über die Schlacht von Lepanto (1).

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Schlacht gegen „Heilige Liga“

So verloren die Türken ihre Elite-Schützen

Als sich am Morgen des 7. Oktober 1571 die Flotten des Sultans und der Heiligen Liga vor Lepanto (heute: Nafpaktos) zum Kampf stellten, galten die türkischen Marinesoldaten als die besten ihrer Zeit. Nur wenige Stunden später hatten sie eine vernichtende Niederlage erlitten, und das Mittelmeer war wieder das „Meer der (christlichen) Römer“, als das es aus der Sicht des Islam bis zur Errichtung des Osmanischen Weltreichs gegolten hatte. Damit zählt die Schlacht von Lepanto zu den großen Wendemarken der Geschichte.

Nicht nur politisch und militärisch. Denn die vereinigte Flotte von Venedig, Spanien, Genua und Papst verdankte ihren unerwartet klaren Sieg ihrer Technologie, überlegenen Schiffen und vor allem überlegener Feuerkraft. So wurde Lepanto auch zu einer wichtigen Episode im Siegeszug der Feuerwaffen. Denn sie hatten der gefürchteten Elitetruppe der osmanischen Bogenschützen Verluste beigebracht, von denen sich diese nie mehr erholen konnte.

Bei Lepanto am Ausgang des Golfs von Korinth trafen die Schiffe der Heiligen Liga auf die osmanische Flotte.

Der Kriegsplan war denkbar einfach. Beide Admiräle bildeten ein Zentrum, das von starken Flügeln unterstützt wurde. Vor der Linie der Liga-Schiffe sind deutlich die vier Galeassen zu sehen, die zuvor in Position geschleppt worden waren.

Dass Gewehren die Zukunft gehören sollte, war im 16. Jahrhundert noch keine ausgemachte Sache. Musketen waren schwer, unhandlich, teuer in Anschaffung und Unterhalt. Sie waren unzuverlässig in der Handhabung und konnten sogar dem Schützen gefährlich werden. Zudem war ihre Zielgenauigkeit erschreckend gering. Ein Schütze hatte soviel mit seiner Waffe zu tun, dass er selbst während eines Gefechts des Schutzes durch Kameraden bedurfte.

Bögen, zumal zusammengesetzte Reflexbögen, hatten eine Entwicklungsstufe erreicht, die auch später nicht weiter zu vervollkommnen war. In drei großen Schlachten des Hundertjährigen Krieges – bei Crécy, Poitiers und Azincourt – hatten englische Bogenschützen ganze französische Ritterheere ausgeschaltet. Der Untergang des gepanzerten Reiters am Ende des Mittelalters war zu guten Teilen das Werk von Bogenschützen. Sie konnten bis zu zehn Schüsse pro Minute abgeben, die bis auf 240 Meter noch eine erstaunliche Zielgenauigkeit aufwiesen und dabei Holzplatten von mehreren Zentimetern Dicke durchschlagen konnten. Bis Gewehre zu solchen Leistungen in der Lage waren, sollten noch Generationen ins Land gehen.

Das Ziel der Supermacht war Zypern

Es war denn auch nicht zuletzt das Vertrauen in die Überlegenheit seiner etwa 8000 Bogenschützen, die den türkischen Admiral Ali Pascha bewog, trotz der drohenden Herbststürme seine sichere Position vor Zypern zu verlassen und der christlichen Armada offensiv entgegenzutreten. Deren Ziel waren die venezianischen Besitzungen auf Zypern, die Sultan Selim II. dem von seinem Vater Süleyman dem Prächtigen ererbten Imperium einverleiben wollte.

Die Furcht vor der islamischen Supermacht hatte das politische Wunder ermöglicht, dass Papst, Spanien und Venedig ihre Differenzen für eine Weile zurückstellten und sich in der „Heiligen Liga“ zusammenschlossen. Nur weil Genua und Pisa auf ihrem Gebiet die Werbung von Matrosen erlaubten, konnte die gut 200 Galeeren umfassende Flotte bemannt werden. Ob diese zusammengewürfelte Truppe aus 40.000 Matrosen und 28.000 Soldaten den Anmarsch überstanden hätte, ist eine Frage. Sie stellte sich nicht, weil die Türken im Golf von Patras die Schlacht annahmen. Diese verfügten über mindestens 260 Schiffe mit deutlich größerer Besatzung.

Doch Liga-Admiral Juan de Austria, ein unehelicher Sohn Kaiser Karls V., hatte einen Trumpf in der Hinterhand. Im Arsenal von Venedig, der leistungsfähigsten Manufaktur Europas, hatten die Baumeister sechs schwimmende Ungetüme auf Kiel gelegt. Diese sogenannten Galeassen konnten bis zu 1000 Mann Besatzung aufnehmen und verfügten an Heck und Bug über Kastelle, deren Fronten aus verstärkten Holzplanken gebildet waren. Dahinter waren 30 Geschütze positioniert, was der Feuerkraft von sechs Galeeren entsprach. Obwohl mit Ruderern und Segeln ausgerüstet, mussten die Giganten in ihre Position geschleppt werden, was vor Lepanto mit knapper Not gelang. Je zwei bezogen vor dem Zentrum und den Flügeln der Liga-Flotte Stellung.

Zwar versuchten die Türken, mit Schnellruderern in den Rücken der Alliierten zu gelangen. Aber deren Admiräle erkannten das Manöver und schlossen die Lücken. Die Galeassen aber rissen die osmanische Front buchstäblich wie Wellenbrecher auf, als die Linie aufbrach, griffen die christlichen Schiffe an. Auf engstem Raum kam es zu Duellen Schiff gegen Schiff.

In dieser Situation entschied einmal mehr die Feuerkraft. Eine gute Chance für die türkischen Bogenschützen, doch es kam anders als in der Schlacht von Preveza 1538, wo eine vereinigte christliche Flotte von den wendigen Schiffen der Osmanen besiegt worden war. Die erhöhten Galeassen hielten die feindlichen Galeeren auf Distanz oder zwangen ihre Besatzungen, Deckung zu suchen.

Der Kampf Schiff gegen Schiff wurde
durch die größere Feuerkraft entschieden

Als entscheidend aber erwies sich die Ausrüstung der Liga-Soldaten, von denen viele für den Kampf zu Lande ausgebildet waren. Sie verfügten im Gegensatz zu den Türken über Helm und Panzer und besaßen Gewehre. Die einen booten einigen Schutz, die anderen waren zur Bekämpfung größerer Ziele durchaus geeignet. Nach dem Entern, also beim Kampf Mann gegen Mann, erwies sich die Ausrüstung der Christen als wirkungsvoller, zumal die türkischen Bogenschützen (anders als die Elbenkrieger in diversen Tolkien-Verfilmungen) im Nahkampf nicht ihre Stärken ausspielen konnten. Sie wurden zu großen Teilen niedergemetzelt oder starben im Feuer der Geschütze.

Nachdem die Christen Ali Paschas Flaggschiff erobert und dessen abgeschlagenen Kopf als Trophäe zur Schau gestellt hatten, brach der osmanische Widerstand zusammen. Die türkischen Verluste sollten mehr als 20.000 Mann betragen haben. 117 Galeeren fielen in die Hände der Christen, die 7500 Tote und ebenso viele Verwundete zu beklagen hatten.

Der Aderlass der Schützen ließ sich nicht ausgleichen

Die hohen Verluste, vor allem aber der Mangel an ausgebildeten Schiffsbogenschützen, machten es den Osmanen unmöglich, den Seekrieg auf absehbare Zeit fortzusetzen. Das Mittelmeer wurde wieder von Flotten christlicher Mächte beherrscht, auch wenn sie sich bald wieder dem Krieg gegeneinander widmeten.

Denn der Aderlass der türkischen Schützen ließ sich in einer Generation nicht ausgleichen, schreibt der britische Militärhistoriker John Keegan, „da die Aneignung der notwendigen Fähigkeiten eine Lebensaufgabe darstellte“. Nur mit regelmäßigem Training von Kindesbeinen an konnten Bogenschützen die Leistungen erbringen, die die Engländer zum Schrecken der französischen Panzerreiter und die Türken zu Herren des Mittelmeers gemacht hatten. Mit dem Gewehr zu schießen, konnte ein Rekrut binnen weniger Monate erlernen. Und mit jedem Modernisierungsschub verbesserten sich Handhabung, Reichweite und Treffsicherheit der Handfeuerwaffen.

Hinzu kamen politische Erwägungen, die Königin Elisabeth I. von England kurz darauf den Befehl geben ließ, den berühmten Langbogen aus der Waffenliste ihres Militärs zu streichen. Ihre Fertigkeiten mit der Waffe erwarben Engländer durch ständiges Üben während ihres Zivillebens als Handwerker oder Bauer. Das bedeutete, dass eine große Zahl der Untertanen über eine hocheffektive Waffe verfügte, die sich jeglicher Kontrolle entzog. Soldaten, die ihre Ausrüstung von königlichen Zeugmeistern erhielten, garantierten das Gewaltmonopol des Staates ungleich zuverlässiger als eine Miliz, die für Verführungen anfälliger war.

Im Osmanischen Reich gab es dieses Problem nicht, rekrutierten sich die Bogenschützen doch aus Kriegersklaven, den Janitscharen. Dennoch tauschten auch diese ihre Bögen gegen Gewehre. „Lepanto markierte das Ende einer Tradition, die nicht wiederhergestellt werden konnte“, schreibt der Militärhistoriker John Guilmartin.

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Time am 16. Februar 2017

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1) https://www.welt.de/geschichte/article162116593/So-verloren-die-Tuerken-ihre-Elite-Schuetzen.html