Gering qualifizierte Jihadisten

13. Dezember 2018

Schön und strohdumm: Che Che glotzt dumpf ins Nichts wie eine bolschewistische Massenmörder-Ikone Jahrzehnte vor ihm. Beachten Sie das Kainsmal auf seiner Stirn: Er gehört zu jenen, die sich ganz besonders oft in ihren Gebetsteppich reiben.

Die Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik der „Welt“, Dorothea Siems, bezieht Stellung gegen einen weiteren Hebel im Dienste der Nazislahmisierung Europas, nämlich gegen das geplante „Fachkräfteeinwanderungsgesetz“ (1).

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Das ist eine Einladung an die Falschen

Die Bundesregierung will künftig nicht nur Fachkräfte, sondern auch die Zuwanderung von unqualifizierten Migranten erleichtern. In wirtschaftlich schlechteren Zeiten werden sie die Sozialsysteme belasten.

In der Union gärt es. Die Innenpolitiker der CDU/CSU-Fraktion verlangen deutliche Korrekturen am geplanten Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Die unionsinternen Kritiker weisen in ihrem Brandbrief zu Recht darauf hin, dass – anders, als der Name suggeriert – das Gesetz keineswegs vor allem auf qualifizierte Ausländer abzielt.

Denn etliche Regelungen weichen den bisher geltenden Grundsatz auf, dass Arbeitsmigranten aus Drittstaaten ein Studium oder eine Berufsausbildung nachweisen müssen und überdies auch schon einen konkreten Arbeitsplatz in Deutschland in Aussicht haben.

Zwar braucht Deutschland Zuwanderung, um in Zukunft trotz des demografischen Wandels seinen Wohlstand erwirtschaften zu können. Und nichts spricht dagegen, noch stärker als bisher um die klugen Köpfe aus dem Ausland zu werben.

Doch gerade im Hinblick auf die wachsenden Anforderungen in einer digitalen Welt muss der Fokus dabei ganz klar auf qualifizierte Migration gelegt werden. Hier sind andere Länder wie Australien und Kanada der Bundesrepublik weit voraus.

Kurzfristig ist der hiesige Arbeitsmarkt zwar auch für Hilfsarbeiter aufnahmefähig. Doch den Fehler, den Deutschland in den 60er- und 70er-Jahren mit der Gastarbeiteranwerbung gemacht hatte, sollte man jetzt nicht wiederholen.

Denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten bleiben oft diejenigen, die dann vom hiesigen Sozialsystem profitieren. Ohnehin sind in den vergangenen Jahren bereits Hunderttausende gering qualifizierte Menschen ins Land gekommen, deren Integration in den Arbeitsmarkt schwierig genug ist und durch die zusätzliche Konkurrenz noch erschwert würde.

Was die Westbalkan-Länder betrifft, gibt es bereits ähnliche Erleichterungen für Arbeitsmigranten. Diese Regelungen hatten die Grünen im Bundesrat auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise als Bedingung durchgesetzt, Länder wie Albanien und das Kosovo zu sicheren Herkunftsländern zu erklären.

Jetzt will die große Koalition, ohne im Gegenzug irgendetwas dafür zu bekommen, die legale Zuwanderung für Geringqualifizierte generell ausweiten. Wie die Union das ihren Wählern verkaufen will, ist unklar. Schließlich ist die Migrationspolitik das Feld, auf dem die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer das Profil ihrer Partei schärfen will. Doch auch gegen die illegale Zuwanderung bringt dieses Gesetz nichts.

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Time am 13. Dezember 2018

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1) https://www.welt.de/debatte/kommentare/article185423686/Zuwanderungsgesetz-Das-ist-eine-Einladung-an-die-Falschen.html

Counterjihad = Counterdesert

12. Dezember 2018

Lesen Sie einen Aufsatz von Jan Grossarth von „FAZ.NET“ (1).

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In der Wüste wächst was

Die Bevölkerung wird immer größer, die Wüste auch. Das passt nicht gut zusammen. Es sei denn, man könnte die trockenen Sandböden zu einer blühenden Plantage machen. In Israel und Jordanien gelingt das.

Da wachsen Ölbäume, wo ringsum nichts ist außer Sand und Steinen und Wind. Eine Jojobaplantage in der Wüste Negev. Fünfhundert Hektar Bäume, ein Fünftel der Weltproduktion von Jojobaöl auf kleinem Raum. Wie diese Plantage ist Israel: Klein, aber leistet Großes. Israel ist der globale Hotspot der aufkommenden Wüstenlandwirtschaft. So wie hier, in der Jojobaplantage von Hatzerim, so grünt es an immer mehr Orten in einem zwar heiligen, aber ausnehmend lebensfeindlichen Landstrich – bis runter an die Küste des Roten Meeres, wo der Sinai beginnt und Arabien am Abendhorizont leuchtet. Hatzerim – für Bewohner des israelischen Kibbuzes ist dies auch ein politisch symbolischer Ort. „Das ist der Zionismus“, sagt der Geschäftsführer der Ölplantage „Jojoba Desert“, Jonathan Regev: „Ja, wir machen die Wüste grün.“

Die ersten jüdischen Siedler gründeten diesen Kibbuz im Jahr 1946. Jetzt sitzt hier der Weltmarktführer für Tröpfchenbewässerung, Netafim – fünftausend Mitarbeiter, zwölf Werke rund um den Globus. Eine Jahresproduktion von Wasserschläuchen, die zusammengenommen angeblich einhundertzwanzigmal um die Erde reichen würden. Und dank dieser Schläuche gibt es hier eben auch „Jojoba Desert“, den Weltmarktführer auf dem Zwergenmarkt für kosmetisch verwendetes Jojobaöl. Kosmetikkonzerne wie L’Oréal mischen Tröpfchen davon in ihre teuersten Cremes.

Von hier bis zur Südgrenze Israels, auf diesem gut zweihundert Kilometer weiten, nach Süden hin immer schmaler werdenden Wüstenstreifen, stechen auch grüne Dattelpalmen und Mandelbäume heraus. Es reift sogar Wein dort, wo die Böden Salzkrusten tragen, der Wind unerbittlich weht, wo weit und breit das einzige sichtbare Wasser dasjenige des Toten Meeres ist. Dieses Wasser aber ist so salzig, dass es widerlich schmeckt und zu nichts taugt, außer korpulente Reha-Patienten zu tragen, die auf Heilung hoffen.

Selbst südlich dieses heilvollen Meeres wächst jetzt Obst. Jedenfalls in vereinzelten, künstlich geschaffenen Oasen. Die Datteln der Plantagen, die sich entlang der Grenze bis nach Jordanien hinziehen, versorgen auch die arabischen Nachbarländer; notfalls wohl über Drittländer, wenn offiziell Handelsboykotte bestehen.

„Hier ist ein Traum wahr geworden“, sagt Jonathan Regev, der Geschäftsführer der Jojobaölplantage. Für ihn ist es wie die Einlösung eines politischen Heilsversprechens. So habe es David Ben-Gurion vorhergesagt, der Staatsgründer Israels, als in den späten 1940er Jahren jüdische Siedler hier beinahe schon wieder entmutigt aufgeben und weiterziehen wollten in den Norden Israels, weil es dort Wasser gab. Bleibt hier, meinte Ben-Gurion, und überlegt euch, wie die Wüste grün werden kann. Bald wurde dann die erste, vierzig Kilometer lange Bewässerungs-Pipeline gebaut. Ohne diese Pipelines grünte es in der Wüste keinesfalls, bis heute nicht.

Und in Zukunft? Das entscheidet sich auch in der Pflanzenzucht. Ein Besuch in einer der führenden Universitäten für Pflanzenanbau, in den Gewächshäusern der Hebräischen Universität Jerusalem in Rechovot im Süden von Tel Aviv. Der Professor Menachem Moshelion experimentiert hier auch mit genverändertem Gemüse. In Gewächshäusern variiert er die Anteile an Rot-, Blau- und Gelblicht, und er simuliert Trockenstress. Eine seiner Ideen, die einen Durchbruch für die Wüstenlandwirtschaft bringen könnte, lautet: „Wir wollen die Wurzeln so verändern, dass sie das Wasser schneller leiten.“

Klingt gut, gibt es aber noch nicht. Doch den Professor leiten solche Ideen an, die er der Mechanik entnimmt. Im Englischen, sagt Moshelion, sei das Wort „plant“ für Pflanze schließlich gleichbedeutend mit Fabrik. Und so sehe er eben auch die Pflanzen: als kleine Energiefabriken. Das Gefäßsystem der Pflanzen will er optimieren, und überhaupt: „Wir wollen das Verhalten der Pflanzen verändern.“

Solche Pflanzen müssten ja nicht einmal in freier Natur überlebensfähig sein, wendet er ein, sondern bloß unter kontrollierten Bedingungen – im Gewächshaus etwa oder unter kontinuierlicher Tröpfchenbewässerung. Allerdings gibt Moshelion zu, das sei sehr kompliziert. Sein Team habe bis heute keine Pflanze gefunden, die trockenresistent sei oder Wasser schneller leite und auch kommerziell einsetzbar sei. Das gelte auch für die Bemühungen der globalen Zuchtkonzerne wie Bayer oder Syngenta: Resistenzen gegen Trockenheit, Hitze und Salz ließen sich eben viel schwieriger finden, als die Optimisten noch vor Jahren meinten.

Moshelion lächelt über den Hochmut der früheren Jahre: „Vor 20 Jahren wurde das menschliche Genom entschlüsselt, und damals dachten wir: ,Toll, wir können bald alle Krankheiten heilen!‘ Und jetzt sehen wir, es gibt immer noch Krebs und Herzinfarkt. Und was die Pflanzen angeht, da gibt es immer noch keine trockentoleranten Sorten. Ich glaube auch, es ist unmöglich, sie zu züchten. Es ist unmöglich, aus Wüsten blühende Landschaften zu machen. Wir sind heute sehr viel bescheidener als vor zwanzig Jahren.“

Aber salziges Wasser, das lässt sich durchaus verwerten. Die Israelis bauen einige Feldfrüchte an, die damit zurechtkommen: die neu entdeckte Quinoa, einige süße Tomatensorten und Wassermelonen. Jojobaöl ist nicht essbar. Aber auch Jojobabäume sind anspruchslos und hitzebeständig. Der Wind macht ihnen wenig aus, auch die Kälte der Wüstennächte nicht. Aber ohne das Wasser aus den Plastikschläuchen von Netafim wüchse im Kibbuz Hatzerim kein einziger Jojobabaum und auch nichts Essbares.

Alles basiert auf dem Wasser, das durch kilometerlange Schlauchnetze von Norden aus durchs Land geleitet wird. Israel ist, bezogen auf die Ernährungslage, wie ein Mikrokosmos der Welt. Im Norden hat es fruchtbare Böden und ausreichend Niederschlag, im Süden die Wüste. Die Bevölkerung wächst stark. Neun Millionen Einwohner sind es derzeit, bis 2050 sollen es 15 Millionen Israelis werden. Das Land ist etwa so groß wie Hessen. Aber Hessen hat nur sechs Millionen Einwohner. Und Hessen hat Regen und, im geographischen Sinne, keine Wüste.

Ernährung, denkt man, hängt an Bäumen, Pflanzen, Dünger. Aber in der Wüste kommt es auf etwas anderes an: Rohre, Leitungen, Schläuche. Um Wasser gibt es immer wieder Konflikte mit den autonomen Palästinensergebieten im Westjordanland. Der Norden Israels verfügt über Grundwasserreservoirs. Doch immer mehr Wasser kommt aus den Meerwasserentsalzungsanlagen an der Küste.

Allerdings ist es nicht einfach, mit entsalztem Meerwasser Landwirtschaft zu betreiben, ohne dabei Verluste zu erwirtschaften. Denn die Anlagen brauchen viel Energie, und das entsalzte Wasser ist teuer. Es kostet etwa 1,5 Schekel pro Kubikmeter, zu viel für eine profitable Gemüsezucht. Also geht es zunächst an die Millionen Haushalte zwischen Tel Aviv, Haifa im Norden und Jerusalem.

Der Landwirtschaft bleibt das Schmutzwasser. Im Norden nützt aber auch das nichts, denn Bewässerung mit dem immer noch phosphor- und kalihaltigen aufbereiteten Abwasser würde dort das Grundwasser verdrecken. Anders in der Wüste: Hier findet das geklärte Schmutzwasser seinen Einsatz. Etwa dreißig Anlagen, in denen Schmutzwasser aufbereitet wird, stehen in Israel. Zum Beispiel wird schon die Hälfte des Abwassers der Stadt Jerusalem gefiltert und geklärt. Dieses Wasser fließt dann zum Kibbuz Tzora. Wie Adern ziehen sich Kanäle und Leitungen weiter in den Süden. Israel gilt als das Land, das weltweit den größten Anteil an Abwasser wiederverwertet. Rund 90 Prozent sind es hier nach Angaben der Behörden; nur rund 20 Prozent in Spanien, ein Prozent in den Vereinigten Staaten.

Und trotz aller Fortschritte hängt Israel – nicht weniger als Nachbarländer wie Ägypten oder Jordanien – am Import von Getreide. Es sind die Vereinigten Staaten, Russland und die EU, die die Wüstenanrainer versorgen. Zwar exportiert insbesondere Israel wertvolles Obst wie Datteln und Kakis oder Avocados ins Ausland – so wie auch Ägypten, das reich an Nilwasser ist. Aber Getreideanbau in der Wüste gelingt kaum. Etwa 90 Prozent des Getreides muss Israel importieren, 50 Prozent von Ölen und Fetten. Nur Milch und Geflügel kann es ausreichend produzieren.

Also bleibt Ben-Gurions Wort wie eine Losung für weitere Jahrzehnte: Lasst euch was einfallen! So, wie im Kibbuz Hatzerim vor mehr als siebzig Jahren. Die Erfindung des Tröpfchenschlauchs war eine wenig beachtete technische Revolution. Er besteht zu 98 Prozent aus Plastik, zu 2 Prozent aus Ruß und ist 20 oder 30 Jahre haltbar – wenn nicht Spechte kommen und drauflospicken.

Tröpfchenbewässerung nützt nicht nur den relativ reichen Israelis, sondern auch Afrikas Kleinbauern. Netafim vertreibt in den ärmsten Ländern der Welt ein kleines, angepasstes System. Es ist, sagen sie hier, eine Erfolgsgeschichte. „Die Kosten werden meist nach zwei Jahren zurückbezahlt“, erzählt ein Mitarbeiter von Netafim. Denn die Erntefortschritte seien sehr groß: Auf 1000 Quadratmetern mit Sprinklerbewässerung erziele ein Bauer vier Tonnen Tomatenernte, mit Tröpfchenbewässerung hingegen zwanzig.

In Hatzerim fing alles an. Die Geschichte dieses Kibbuzes und der Bewässerungsfirma Netafim ist eine des Neuanfangs nach der Katastrophe. Danny Retter, Jahrgang 1942 und einer der Gründer von Netafim, lebt schon seit Jahrzehnten hier und arbeitet bis heute als Ingenieur für Netafim. Er führt die deutschen Gäste durch die Produktion. Sein Deutsch ist perfekt. „Wenn ich muss, spreche ich noch Deutsch“, sagt er und lächelt gequält. Seine deutsche Geschichte lieg ewig zurück. Ein Teil von Dannys Familie kam aus Wien, Deutsch ist seine Muttersprache, er kam in der Bukowina zur Welt. Der Familie gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten. Einige der Gründer von Hatzerim waren Flüchtlinge, die als Kinder den Nazis aus dem östlichen Europa über Teheran nach Palästina entkamen.

„Einer der Hauptvorteile der Tröpfchenbewässerung ist neben den Wasserersparnissen, dass die Pflanze keine Energie braucht, um das Wasser suchen zu müssen.“

In der Wüste kamen sie also an. Anfang der sechziger Jahre war Danny Retter immer noch jung, suchte Arbeit und fand den Kibbuz. Er hat als Ingenieur später die Tröpfchensysteme immer weiter verbessert. Mit ihm begann in Hatzerim die Geschichte der Bewässerung mit Schläuchen, die gezielt Tröpfchen über die Wurzeln absondern, statt ganze Flächen zu bewässern. So verdunstet das Wasser nicht großflächig, sondern kommt jeder sprichwörtliche Tropfen gezielt dort an, wo er von der Pflanze aufgesaugt werden kann. Danny Retter erklärt: „Einer der Hauptvorteile der Tröpfchenbewässerung ist neben den Wasserersparnissen, dass die Pflanze keine Energie braucht, um das Wasser suchen zu müssen.“ Sie bekommt es an die Wurzel geliefert. Und das regelmäßige Tröpfeln spült das Salz aus den Böden – an der kleinen, entscheidenden Stelle, an der die Wurzeln sind.

Bis heute leben sie hier im Kibbuz in sozialistischer Gütergemeinschaft; das Einkommen geht an die Gemeinschaft, daraus bezahlen sie Gemeinschaftsverpflegung, Ärzte, Wäscherei, Schulen, Kindergärten und den Hausbau für die jungen Familien. Zwanzig Prozent hält diese Gemeinschaft am Netafim-Konzern, die übrigen achtzig Prozent kaufte im vergangenen Jahr der mexikanische Chemiekonzern Mexchem für 1,5 Milliarden Dollar vom Finanzinvestor Permira. Die Tröpfchenschläuche bewässern Felder in China und Südamerika, im Nahen Osten und selbst in Skandinavien. Eines der größten Werke steht im Kibbuz, sieben Millionen Tropfer am Tag verlassen die Plastikpresswerke. Viele der Bewohner arbeiten im Werk. Zum Beispiel auch der Sohn des Ingenieurs Danny, der nicht mehr Deutsch spricht; „noch nicht“, sagt er.

Oasen sind auch in Israels Wüstennachbarland Jordanien zu sehen. Auch in diesem Land, in dem sich die Bevölkerungszahl seit 1990 auf gut neun Millionen etwa verdreifacht hat, fruchtet die Bewässerung. Kreisrunde Getreidefelder werden in der Wüste Wadi Rum großzügig mit Sprinklern begossen, am Rande einer malerischen Landschaft von bizarren roten Felsen. Hier wurden große Filme gedreht wie „Lawrence von Arabien“ und „Der Marsianer“. In dieser Marslandschaft aber droht das Grundwasser knapp zu werden. Das Wasser der Felder kommt seit etwa dreißig Jahren aus der Tiefe, es ist rein und vortrefflich, aber der Pegel sinkt. Die Ressourcen sind Zehntausende Jahre alt und nicht erneuerbar. Sie reichen angeblich noch für fünfzig Jahre.

Aber auch in Jordanien wachsen die Früchte der Zukunft. Sie haben einen vertrauten Namen: Gurke. Der Ort, an dem die ersten Gurken der Zukunft wachsen, ist ein Gewächshaus nahe dem Grenzstreifen nach Israel, einige hundert Meter vom Grenzzaun entfernt. Der Name des Unterfangens: „Sahara Forest Project“. Das Ziel: mit weniger Wasser auskommen. Mit Meerwasser. Und nur mit Sonnenstrom. Norweger haben es initiiert. Neben der norwegischen Stiftung Grieg Foundation gehört zu den Partnern des Projekts auch die amerikanische Hilfsorganisation US Aid, der norwegische Düngerhersteller Yara und der norwegische Finanzinvestor Sundt AS.

Auch die Gurke, die man hier wachsen sieht, ist keine, die es in Jordanien vor fünf Jahren schon gegeben hätte. Es sind Gurken mit dem profanen Namen Snack-Gurke, sie kommen aus den Niederlanden und sind erntereif mit neun Zentimetern. Man wollte die lokalen Märkte nicht stören; die Bauern im fruchtbaren Norden Jordaniens ernten größere Freilandgurken.

Die ersten Ernten im Gewächshaus sind eingefahren. Siebzig bis hundert Kilo ernten sie hier am Tag mit drei Mitarbeitern; verkauft werden die Gurken auf dem Markt in der nahen Stadt Aqaba. Die Gurken sind mit einem Kilopreis von umgerechnet etwa 1,50 Euro auch eher eine Angelegenheit für die jordanischen Mittel- und Oberschichten, nicht für die armen Massen. Aber immerhin: Die Gurken reifen. Doch es muss schneller vorangehen. In Jordanien leben weit mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien neben staatenlosen Palästinensern und deren Nachkommen, die Israel verlassen mussten.

So wie hier stellt sich das Konsortium um die Grieg Foundation die Zukunft der Wüstenlandwirtschaft vor. Die Gurken wachsen tatsächlich gut und schnell. Vier Wochen nach der Keimung sind die ersten erntereif. Auch die meisten Schädlinge haben sie im Griff; sie werden mit Insekten bekämpft, die Schädlinge fressen, nicht mit chemischen Insektiziden. Sonne ist genug da – mehr als genug. „Gurken brauchen Ruhepausen, wie Menschen, und hier ist im Sommer eigentlich zu viel Licht“, sagt Frank Utsola, ein Norweger, der führende Ingenieur des Gurkenprojekts.

Doch nicht das Zuviel bereitet große Sorgen. Das Zuwenig ist das größere Problem. Zum Beispiel mangelt es in Jordanien an den Säcken aus Kokossubstrat, in denen das Gemüse wächst, an den Gurkensamen, an den Nützlingseiern, an Materialien für moderne Gewächshäuser. All dies muss kostspielig aus Belgien, Holland oder Asien eingeführt werden. Die langen Bearbeitungszeiten im Zoll verzögern den Anbau – mehr noch als die Versandzeit via Schiff oder Flugzeug, ist zu hören.

Aber das noch viel größere Problem dieser jordanischen Wüstenutopie ist: Immer noch gibt es nicht die erhoffte Pipeline, die Meerwasser zum Gewächshaus bringen soll. Das Wasser kommt weiterhin mit Dieseltanklastern. Das entspricht nicht der Vision von Nachhaltigkeit, die mit dem Projekt verbunden ist. Woran scheitert es? Am Geld, auch. Und sonst? Der Schriftverkehr mit den Behörden ist zäh. Westliche Stiftungen zahlen kein Bestechungsgeld.

Zurück in Israel. Dank der Tröpfchenbewässerung wurde es hier sogar möglich, Weinberge am Rand der Wüste anzulegen. Yatir heißt der Weinproduzent, der am weitesten nach Süden vorgedrungen ist. Etwa dreißig Kilometer östlich von der Wüstenstadt Beerscheva, auf halber Strecke zum Toten Meer. Der stärker privatwirtschaftlich organisierte Kibbuz exportiert Weine auch in die Vereinigten Staaten, nach Großbritannien und China.

Der Wein wächst in einem Tal des Nichts. Die Reben verlieren schon ihre Blätter, es ist später Herbst, in den Nächten wird es kalt. Die meisten Reben stehen einige Kilometer weiter, erhöht auf einem nahen Berg, umgeben von einem kleinen Wald, der die natürliche Grenze zur Wüste markiert. Hier ist die Luft tagsüber so heiß und trocken, dass die Winzer – anders als in Westeuropa – kaum chemische Fungizide brauchen. Und die besten Lagen sind die Nordhänge, weil hier nicht zu viel Licht einfällt.

Der Winzer Yaacov Ben Dor arbeitete einmal als Ingenieur im Flugzeugbau, doch vor dreißig Jahren zog es ihn raus in die Wüste. Er schwärmt von dieser Rückkehr ins biblische Land. Schon lange vor der Eroberung durch die Muslime sei hier Wein angebaut worden, erzählt Yaacov Ben Dor. Viele Zeugnisse dafür gebe es in der Bibel. Jetzt sei der Wein zurück, ein Wunder, nach Jahrhunderten des jüdischen Exils.

„In der Wüste musst du exzellent sein oder das Gelände verlassen“, sagt Ben Dor. Seine Vorfahren lebten bis zur inquisitorischen Vertreibung 1496 in Portugal. Sie hießen Negro. Sie flüchteten nach Österreich und hießen Schwarz. Irgendwann hießen sie dann Blau. Als seine Eltern nach Israel emigrierten und der Staatspräsident Ben-Gurion verlangte, dass die Emigranten hebräische Namen annehmen, nannten sie sich Ben Dor.

Der Wein ist zurück. Aber Jaacov Ben Dor will nicht zurück, sondern vorwärts. „Der Weinbau ist für uns eine Reise ins Ungewisse“, sagt er. „Wir führen hier keine Tradition weiter, wir versuchen nicht zurückzugehen. Als ich ankam, hatte ich nicht an Wein gedacht.“ Immer noch experimentiert er mit neuen Rebsorten und Sortenmischungen. Immer öfter, sagt er, bekomme er auch Besuch von deutschen Winzern. Sie wollten sich im Eindruck der zuletzt trockenen heimischen Sommer ansehen, wie die Tröpfchenbewässerung funktioniert. „Wir sind unserer Zeit voraus“, sagt Yaacov Ben Dor.

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Time am 12. Dezember 2018

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1) https://www.faz.net/aktuell/race-to-feed-the-world/israel-und-jordanien-in-der-wueste-waechst-was-15918201.html

Ratze ruiniert weiter

10. Dezember 2018

Die türkische Wirtschaft schrumpft, aber Ratze Fuhrergan lässt sich nicht belehren.

Lesen Sie einen Bericht von „N-TV“ (1).

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Bald in technischer Rezession?

Türkische Wirtschaft immer schwächer

Der Türkei steuert auf eine technische Rezession zu. Die ist gegeben, wenn die Wirtschaft auf Quartalssicht zweimal in Folge schrumpft. Vor allem die Baubranche lahmt. Erste Experten rechnen für das kommende Jahr mit einer insgesamt sinkenden Wirtschaftsleistung.

Das Wachstum der türkischen Wirtschaft ebbt inmitten der Krise der heimischen Währung deutlich ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Schwellenlandes legte im Sommer nur noch um 1,6 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Statistikamt mitteilte. Dies ist der schwächste Zuwachs seit dem Putsch-Versuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Sommer vor zwei Jahren.

Nun spürt die Wirtschaft erneut Gegenwind: Im Frühjahr war noch ein BIP-Plus von 5,3 Prozent herausgesprungen, im ersten Quartal sogar 7,2 Prozent. Vor allem der Bau wirkte im dritten Quartal als Bremsklotz. Der Sektor schrumpfte um 5,3 Prozent. Die Dienstleister wuchsen hingegen um 4,5 Prozent.

Erdogans Finanzminister und Schwiegersohn Berat Albayrak räumte ein, dass die Binnennachfrage an Schwung verloren habe. Er erwartet für 2018 aber nach wie vor ein BIP-Wachstum von 3,8 Prozent. Zum Vergleich: 2017 hatte die Wirtschaft noch um 7,4 Prozent zugelegt.

Die Landeswährung Lira hat dieses Jahr kräftig Federn lassen müssen. Der Wechselkursverfall hat die Inflation in der Türkei ausufern lassen, was die Notenbank zu einer Erhöhung des Leitzins auf 24 Prozent veranlasste.

Die Finanzmärkte hatten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet, der Kurs der Lira blieb daher zunächst weitgehend stabil und wurde bei 5,30 zum US-Dollar gehandelt. Die Lira hatte im August inmitten einer politischen Krise mit den USA und Zweifeln an der Unabhängigkeit der Zentralbank dramatisch an Wert verloren und war zeitweilig auf 7,00 zum Dollar gefallen. Die Inflation erreichte wegen der Verteuerung der Importe im Oktober 25,24 Prozent.

Der Chefökonom von Capital Economics, Jason Tuvey, warnte, die türkische Wirtschaft sei im vierten Quartal „vermutlich in eine technische Rezession“ eingetreten. Von Rezession wird gesprochen, wenn zwei Quartale in Folge die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal zurückgeht. Laut Tuvey erwartet Capital Economics, dass die türkische Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,5 Prozent schrumpft. Die meisten Analysten prognostizieren aber ein Plus von 0,6 Prozent.

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Time am 10. Dezember 2018

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1) https://www.n-tv.de/wirtschaft/Tuerkische-Wirtschaft-immer-schwaecher-article20763988.html

Donni, halt durch!

9. Dezember 2018

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Time am 9. Dezember 2018

Nicht alle Linken sind Orklakaien

9. Dezember 2018

Lesen Sie einen Artikel von „PI“ (1).

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Bündnis gegen Neuköllner Unzumutbarkeiten

„Ehrlos statt wehrlos“ – Islamkritik aus dem linken Milieu

Islamkritik ist im linken Milieu äußerst selten vorzufinden. Das dort etablierte Weltbild der großen Gleichheit, der Kulturrelativismus scheint die gesunde, sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam zu verhindern und zu blockieren. Thilo Sarrazin ist sicherlich ein Sonderfall, ansonsten fallen einem spontan Heinz Buschkowsky, Boris Palmer und Cem Özdemir mit seiner „Initiative Säkularer Islam“ ein, wenngleich deren Kritik sicherlich in keiner Weise deckungsgleich ist. Das ist erstaunlich und man kann auf diese weitestgehende Ignoranz – sowohl auf der Straße, als auch in der Politik- und Medienlandschaft – nur mit Verwunderung reagieren.

Wenn man auf linken Demonstrationen in die Gesichter von beispielsweise jungen erzürnten Frauen blickt – am besten noch bunt gekleidet, atheistisch, selbstbewusst, vielleicht sogar betont lesbisch, mit Nasenring und teilrasiertem Schädel – so sind es doch gerade diese, denen von bekennenden, fundamentalistischen Muslimen am meisten Verachtung entgegengebracht wird und die insofern als erste den Baukran oder die Steinigung zu befürchten hätten.

Bei einigen setzt irgendwann der Verstand ein.

Sei es 1.) durch die nüchterne Feststellung, dass es in keinem der 57 islamischen Länder Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung gibt oder 2.) durch die Auseinandersetzung mit dem Koran und der Erkenntnis, dass sich dieser wie eine Anleitung zu 9/11 und IS liest oder 3.) durch die täglichen Meldungen über von muslimischen Tätern verübte Gewaltverbrechen oder eben 4.) durch Erfahrungen am eigenen Leibe, wie etwa durch die Arbeit mit Migranten oder das Leben in einem sogenannten Multikulti-Bezirk.

Es kommt zum „islamkritischen Coming out“. So auch bei dem im Frühjahr 2018 in Berlin-Neukölln gegründeten „Bündnis gegen Unzumutbarkeiten“ EHRLOS STATT WEHRLOS.

In einem Radio-Interview und auf der Homepage erklärt sich der Verein:

„Angriffe auf Schwule, Lesben und Transsexuelle […] nehmen in Berlin massiv zu. Ebenso die Gewalt gegen Juden und Israelis. […] In einem Kiez, der sich selbst gern als offen, bunt und tolerant darstellt, zieht man es bisher vor, darüber zu schweigen. Wir nicht. […] Man leugnet in der politischen Öffentlichkeit verständnisvoll die Ursachen und Motive der Gewalt. Lieber toleriert man ein mindestens als chauvinistisch zu bezeichnendes Gebaren junger Männer, denen Toleranz soviel wie Schwäche bedeutet, als sich durch eine deutliche Stellungnahme dem Verdacht der „Islamophobie“ oder des Rassismus auszusetzen […]. Linke und Liberale nehmen hier viel Rücksicht auf das soziale Umfeld, vornehmlich auf einen sogenannten Migrationshintergrund, auf den diese Menschen rassistisch reduziert werden […]. Wer Rassismus bekämpft, sollte auch diejenigen ernst nehmen, in deren Namen er oder sie zu sprechen meint, sie nicht zu Abkömmlingen einer fremden Welt erklären – und sie so zugleich entmündigen sowie ihr Handeln durch Duldung bestärken […]. Warum der Hass auf Juden, Homosexuelle und Frauen sowie auf alles dem eigenen Ehrenkodex Widersprechende in einem Milieu, das sich selbst mit großem Nachdruck als arabisch und islamisch versteht, offenbar stärker ausgeprägt ist als in anderen, z.B. italienischen, vietnamesischen, selbst deutschen, muss man nicht beantworten können, um Hass und Gewalt etwas entgegenzusetzen. […] Auch Muslime haben nicht nur das Recht, zu glauben, was sie glauben, sondern ebenso das Recht, der ihnen auferlegten Kultur zu entkommen. Es ist leider bezeichnend, dass Politiker sich selten an diese Betroffenen wenden, sondern lieber an ihre vermeintlichen Repräsentanten: meist konservative Islamverbände.“

Das ist für eine linke Gruppe ein erfrischend deutlicher, aber ziemlich harter Tobak mit dem sich der Verein nicht nur Freunde gemacht hat. Islamkritik aus dem LGBT- und Feminismus-Umfeld ist nicht neu, wie u.a. Alice Schwarzer, David Berger oder Daniel Krause beweisen. Auf Diffamierungen musste das Bündnis nicht lange warten; „rechtspopulistisch sei der Verein, muslimische junge Männer wolle man stigmatisieren und Ressentiments schüren sowie orientalistische Stereotype verbreiten etc.“, hieß es. Als die Gruppe im Oktober dieses Jahres dann auch noch fundiert erklärte, der #unteilbar-Demonstration fernbleiben zu wollen, da man nicht Seite an Seite mit Islamisten, Antisemiten und Freunden autoritärer Staaten marschieren wolle, galt man bei vielen vollends als Nestbeschmutzer.

EHRLOS STATT WEHRLOS macht Hoffnung. Entstanden ist ein kleiner, wacher Think Tank aus vorwiegend Alt-68ern, Künstlern, Studenten, Frauen, die ehrenamtlich in Flüchtlingsheimen arbeiten, also wirklich „Linken wie aus dem Bilderbuch“ und über jeden Zweifel erhaben weder rassistisch noch populistisch. Sie kommen regelmäßig zu gut kuratierten Lesungen, Vorträgen, Filmvorführungen und anschließenden Diskussionsrunden zusammen. So wird beispielsweise über „Gewalt im Namen der Ehre“ referiert oder Samuel Schirmbeck liest ihnen anhand seines Buches „Gefährliche Toleranz – Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam“ die Leviten. Man kann sich dabei des Eindrucks nicht verwehren, dass viele Besucher durchaus zähneknirschend den Ausführungen lauschen, da sie sich eingestehen müssen, zahlreiche berechtigte Positionen und Befürchtungen selber noch kürzlich undurchdacht als „islamophob“ abgelehnt zu haben. Doch besser eine späte Erkenntnis als gar keine. Es fallen Namen wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ates, ja selbst Sarrazin, dessen Thesen man zwar nicht gutheißt, aber zumindest nüchtern zu besprechen in der Lage ist.

EHRLOS STATT WEHRLOS ist Beweis dafür, dass eine längst überfällige sachliche und kluge Islamkritik auch aus dem linken Milieu möglich ist. Und das ist auch in keiner Weise widersprüchlich, im Gegenteil. Die Bedrohung unserer freiheitlichen westlichen Art zu leben durch den Islam betrifft jeden und ihr kann nur mit vereinten Kräften, milieu- und parteiübergreifend entgegengewirkt werden.

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Time am 9. Dezember 2018

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1) http://www.pi-news.net/2018/12/ehrlos-statt-wehrlos-islamkritik-aus-dem-linken-milieu/

Bleibt alles anders, oder wird es so, wie es war?

7. Dezember 2018

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Time am 7. Dezember 2018

U-NO (#3)

7. Dezember 2018

Lesen Sie einen Bericht von „N-TV“ (1).

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US-Antrag gescheitert

UN-Staaten wollen Hamas nicht verurteilen

Kurz bevor sie die UN hinter sich lässt, will US-Botschafterin Haley in der Nahostpolitik noch einmal richtig auf den Tisch hauen: Erstmals soll die UN-Vollversammlung eine Hamas-kritische Resolution verabschieden. Die erforderliche Mehrheit kommt nicht zustande.

Eine Resolution, in der die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas wegen ihrer Angriffe mit Raketen und Brandsätzen auf Israel verurteilt wird, hat in der UN-Vollversammlung nicht die erforderliche Mehrheit bekommen. Es wäre das erste Mal gewesen, dass die 193 Mitgliedstaaten umfassende Vollversammlung die Hamas direkt verurteilt.

87 Länder, darunter Deutschland, stimmten für die Resolution, 58 sprachen sich dagegen aus. 32 Staaten zogen es vor, sich in dieser Frage zu enthalten. Zuvor hatte das Gremium mit knapper Mehrheit entschieden, dass die Resolution eine Zweidrittelmehrheit benötigen würde.

In dem einseitigen Entwurf zur fraglichen Resolution wird der Hamas vorgeworfen, „Gewalt zu stiften und damit Zivilisten in Gefahr zu bringen“. Provokationen und Gewalthandlungen müssten eingestellt werden, heißt es. Auch die Brandsätze, die Palästinenser teils mit Flugdrachen und Ballons nach Israel beförderten, werden erwähnt.

US-Botschafterin Nikki Haley, die ihren Posten als US-Abgesandte bei den Vereinten Nationen abgibt, hatte das Papier zuvor als „essenziellen Schritt“ hin zu einem Frieden im Nahen Osten bezeichnet und alle UN-Mitgliedsländer aufgefordert, dafür zu stimmen. Resolutionen des Gremiums sind allerdings, anders als die des Sicherheitsrats, rechtlich nicht bindend.

Militante in der Regierung

Israel, die EU und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Die unter anderem vom Iran geförderte militant-islamische Gruppierung hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht im Gazastreifen übernommen.

Unter Präsident Donald Trump fahren die USA bei den UN einen verstärkt pro-israelischen Kurs. Aus dem UN-Menschenrechtsrat und der Kulturorganisation Unesco stiegen sie unter dem Vorwurf antiisraelischer Tendenzen aus. Zudem erkannten sie Jerusalem als Israels Hauptstadt an, verlegten ihre Botschaft dorthin und strichen Hilfsgelder in Millionenhöhe für Palästinenser. Trotz dieser umstrittenen Maßnahmen hat Trump für Anfang 2019 einen Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern angekündigt.

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Time am 7. Dezember 2018

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1) https://www.n-tv.de/politik/UN-Staaten-wollen-Hamas-nicht-verurteilen-article20759514.html

Schweinepresse ist… (#3)

6. Dezember 2018

Monat für Monat werden im Namen des Nazislahm Hunderte Menschen abgeschlachtet.

Grund genug für die deutschen Dimmi-Medien, mit dem Finger auf andere Religionen zu zeigen, dort einen Splitter zu entdecken und maßlos herauszustellen – den Balken im eigenen Auge jedoch zu leugnen.

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Time am 6. Dezember 2018

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1) https://www.thereligionofpeace.com/

Im Interview: Ali Ertan Toprak (#2)

5. Dezember 2018

Lesen Sie ein Interview aus der „Emma“ mit dem Aleviten und führenden Repräsentanten der Kurdischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (1), Ali Ertan Toprak (2). Die Fragen stellte Alice Schwarzer.

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Warnung vor Gegengesellschaften!

Ali Ertan Toprak ist Teilnehmer der Islamkonferenz. Der aufgeklärte Muslim warnt im Gespräch mit Alice Schwarzer vor reaktionären Islamverbänden. Dennoch sieht der Sprecher der „Initiative Säkularer Islam“ erste positive Anzeichen in der Islamkonferenz. Die Politik muss nur endlich mitziehen.

Herr Toprak, Sie waren einer der 140 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Islamkonferenz am 28./29. November in Berlin. Seit zwölf Jahren drehen sich die Islamkonferenzen im Kreise.

So ist es! Das lag daran, dass das Innenministerium sich von den Verbänden hat unter Druck setzen lassen. Man durfte uns nicht mehr einladen und nur noch mit den Verbandsvertretern sprechen. Die aber stehen für den politisierten Islam, der weitgehend aus dem Ausland dirigiert wird. Wie die Ditib aus der Türkei. Und auch der „Zentralrat der Muslime“, in dem unter anderem Muslimbrüder sind, Abspaltungen von den Grauen Wölfen oder auch Schiiten aus dem Iran. Außerdem sind in dem so genannten Zentralrat weniger als ein Prozent aller Muslime in Deutschland organisiert.

Umso erstaunlicher, dass der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek in der ersten Reihe zwischen Innenminister Seehofer und der Integrationsbeauftragten saß.

Ja. Und auch ein Vertreter der Ditib saß später auf einem anderen Podium. Dennoch ist etwas in Bewegung geraten. Man hat auch Kulturmusliminnen wie Necla Kelek und Lale Akgün von unserer neuen Initiative eingeladen, sowie Experten. Es kündigt sich eine breitere Debattenkultur an, bei der die an Aufklärung Interessierten eine Stimme haben. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn wenn der Staat weiter nur mit den Vertretern der Verbände spricht, sind wir alle von den fatalen Ergebnissen betroffen, Muslime wie Nicht-Muslime.

Wie war denn die Stimmung in der Konferenz?

Am zweiten Tag gab es einen Eklat. Da ist eine Dame, Frau Theißen vom Zentralrat – eine Konvertitin, glaube ich – aufstanden und hat gesagt, sie fühle sich beleidigt von den 15 Personenschützern im Raum. Was das denn für eine Show wäre. Da gab es von der Hälfte des Saales Applaus. Tatsache ist, dass Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates oder Ahmad Mansour mit dem Tode bedroht werden und nur noch mit Personenschützern in die Öffentlichkeit gehen können. Die Frau hätte sagen müssen: Ich schäme mich als Muslimin, dass Menschen wegen ihrer Islamkritik geschützt werden müssen.

Wie aber soll nun die vieldiskutierte Ausbildung von Imamen laufen?

Das kann nur nach wissenschaftlichen Standards an den Universitäten gehen. Aber es darf nicht konterkariert werden, indem man in die Beiräte stockkonservative Verbandsvertreter beruft, die über die Wissenschaftler bestimmen, die die Imame ausbilden sollen. So wie gerade in Berlin, wo die rotrotgrüne Regierung die Fakultät mit erzreaktionären Verbandsfunktionären einrichtet. Das kann ich einfach nicht begreifen. Ausgerechnet in einem Bundesland, wo Rotrotgrün regiert, wird der politische Islam dermaßen unterstützt. Damit liefert man die Muslime den Islamisten aus und verrät die Ideale der Aufklärung.

Die Grüne Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt hat gerade die Anerkennung von Islamverbänden als Religionsgemeinschaften gefordert.

Das ist wirklich unerhört! Denn die Verbände stehen ja alle für einen antiaufklärerischen, reaktionären Islam. Außerdem sind diese Verbände auch keine Religionsgemeinschaften, sondern politische Verbände. Sie repräsentieren unterschiedliche Fraktionen des Islamismus. Denen geht es um Politik, nicht um Glauben. Aber der Glaube muss Privatsache bleiben und darf nicht den öffentlichen Raum bestimmen, wie es die Verbände fordern. Stichwort Kopftuch in der Schule, Gebetsräume an Unis, Burkinis in Schwimmbädern etc. Seyran Ates hat in der Konferenz erzählt, dass, als sie in den 70er-Jahren Kind war, maximal darüber diskutiert wurde, ob ein Mädchen einen Bikini oder einen einteiligen Badeanzug anzieht. Aber doch nicht einen Burkini! Das ist das Resultat der Agitation der Islamisten.

Bei dieser Agitation der Islamisten mitten in den westlichen Demokratien ist 25 Jahre lang nicht gegengehalten worden mit anderen, mit unseren Werten. Haben Sie den Eindruck, dass die Politik langsam begreift?

Die Parteibasis ja. In allen Parteien organisieren sich säkulare Gruppen, zu denen wir gute Kontakte haben. Aber die Parteifunktionäre wollen nicht begreifen. Die kuschen vor dem politisierten Islam.

Warum?

Vielleicht weil sie auf Wählerstimmen spekulieren. Und wirtschaftliche Interessen im Spiel sind. Und die Kirchen fürchten um ihre eigenen Privilegien und wollen die eher auch „dem Islam“ gewähren – den es in der Form nicht gibt -, als selber infrage gestellt zu werden. Vor allem die EKD hat da ja über Jahre eine fatale Rolle gespielt. Wenn es um Rechtsextremismus geht, sind die ganz weit vorne. Aber wenn es um den radikalen Islam geht, sind sie ganz zurückhaltend.

Sie haben mal gesagt: Der politisierte Islam hat uns den Krieg erklärt. Was meinen Sie damit? Und wer ist Wir?

Mit Wir meine ich den freiheitlich-demokratischen Westen. Seit der iranischen Revolution 1979 hat der Islamismus ja regelrecht gewütet in den islamischen Ländern. Jetzt ist Europa dran.

Sehen Sie diese Kräfte zum Teil auch in den Verbänden, die von der Politik hofiert werden?

Ja, klar! Man denkt, wenn von Islamismus die Rede ist, immer an die Salafisten, Männer mit langen Bärten. Aber die eigentliche Gefahr ist der legalistische Islamismus, der als Krawattenträger daherkommt und so tut, als wäre er integriert. Diese Leute aber unterwandern unsere Gesellschaft mit ihrer Scharia-Politik noch viel gründlicher. Die sind viel gefährlicher! Sie verändern durch den sozialen Druck der Moscheegemeinden die muslimische Community in Deutschland nachhaltig. Das soziale Leben der Menschen wird kontrolliert. Das hat es so früher nicht gegeben. Kinder in der Schule machen sich gegenseitig an: Du darfst nicht mehr Haribo essen (weil da Schwein drin ist). Die Kinder kontrollieren sich, auch in der Fastenzeit. Meine Frau wollte, zusammen mit einer iranischen Freundin, im Kindergarten ein Nikolausfest für muslimische Kinder machen. Da gab es einen Aufstand! Nein, das wollen wir nicht! Das ist ein christliches Fest! Wie kann das sein? Ich habe als Kind früher sehr gerne Weihnachten gefeiert.

Warum ist das so?

Die Leute sind durch die Moscheegemeinden politisiert worden.

Sie sind ja einer der Initiatoren der gerade gegründeten Initiative „Säkularer Islam“. Haben Sie Hoffnung, dass Sie etwas ändern können?

Wir wollen erreichen, dass auch die Kulturmuslime sich endlich organisieren. Damit auch die Stimme der Aufgeklärten von der Politik wahrgenommen wird. Denn so kann es nicht weitergehen.

Es ist ja auch höchste Zeit, dass die kritischen, aufgeklärten Muslime und Musliminnen sich zu Wort melden.

Unbedingt! Sonst haben wir bald nicht mehr nur Parallelgesellschaften, sondern regelrechte Gegengesellschaften. Gesellschaften, die aktiv und aggressiv gegen unsere Werte, wie Gleichberechtigung der Geschlechter, und gegen die Demokratie ankämpfen. Die sind stark, denn sie haben auch Rückenwind aus dem Ausland: aus der Türkei, dem Iran oder Saudi-Arabien. Diesen Leuten muss dringend etwas entgegengesetzt werden. Darum organisieren auch wir uns jetzt. Übrigens: Was ich auch nicht verstehe, ist: Dass viele derjenigen Muslime, die sich über den Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ aufregen, gleichzeitig Probleme mit einem „Deutschen Islam“ haben. Ja, was denn nun? Wollt ihr Teil von Deutschland sein oder nicht?

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Time am 5. Dezember 2018

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1) https://www.emma.de/artikel/warnung-vor-gegengesellschaften-336283
2) https://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Ertan_Toprak

 

Schweinepresse ist… (#2)

4. Dezember 2018

… aus einem „Flüchtlings“heim eine „städtische Unterkunft“ zu machen, wenn dort eine Frauenleiche versteckt wird. Gefunden bei „N-TV“.

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Time am 4. Dezember 2018