Sira 1: Einführung mit Massenmord

Klos Biografie, die sog. Sira, wurde angeblich verfaßt von Ibn Ischak (*704). Das Buch ist zB. unter http://www.zvab.com Stichwort “Ibn Ishak” erhältlich, offenbar jedoch in anderen Übersetzungen als der mir vorliegenden. Ich verwende “Das Leben des Propheten” von Ibn Ishak, übersetzt von Gernot Rotter, Spohr-Vlg., 1999. Wikipedia: “Zusammen bilden Sira und Hadith die Sunna, die Grundlage fast aller religiöser Praktiken und anderer Verhaltensregeln, die von den Muslimen zu befolgen sind.”

Das Buch kommt in erheblich edlerer Aufmachung daher als Kloran und Hadithe vom Reclam-Verlag. Es ist von und für Mohammedanisten und natürlich in diesen ganzen „arabisierten“ lateinischen Zeichen verfaßt, die das Scannen so sehr erschweren. Schon der Klappentext ist pure Usurpation, es geht um die „WIEDERERNEUERUNG (oder ist Widererneuerung gemeint, T.?) des Glaubens an den einen und einzigen Gott…“

Es hat drei Vorworte, das letzte davon von Verleger Salim Spohr. Dieser nennt die vorliegende Übertragung von Gernot Rotter ein „Werk abendländischer WISSENSCHAFT“, und das bringt ein Problem mit sich: Klar, dass Klos Name häufig fällt. Klar auch, dass ein Anhänger seiner Ideologie aufgefordert ist, seine Zugehörigkeit zu beweisen, indem er, sobald der Name des Unheilstifters genannt wird, sofort ein „salawat“, einen Lobpreis auf Klo hinterherschickt. Dies hat in Texten in Form eines kleinen, zeilengroßen Stempels in arabischer Schrift zu geschehen, wurde in der ersten Ausgabe jedoch unterlassen, ist auch heutzutage zu teuer und wird daher nur auf dem Einband verwirklicht. Jedoch „wird der muslimische Leser, so Gott will, bei der Erwähnung des Propheten, auf dem Gottes Segen ruhe, oder eines seiner Gefährten, Allah sei zufrieden mit ihnen allen, ohnehin VON SICH AUS einen entsprechenden Lobpreis anfügen.“ Na, DAS ist ja vielleicht ein SCHELM…

„Betrachtet ein Muslim das Leben seines Propheten in dessen Vielschichtigkeit und Fülle als unvergleichliches Geschenk eines über die Maßen barmherzigen Gottes an die Menschheit, so rühren ihn die vielbezeugte Vortrefflichkeit und Lauterkeit seines Charakters immer wieder zu Tränen“, so lesen wir auf dem Umschlag dieses „WISSENSCHAFTLICHEN WERKES“. Das macht uns neugierig, wirkt das vielleicht auch bei uns, das mit den Tränen der Rührung aufgrund der Lauterkeit des „Gottesgeschenkes“? Wir schlagen das Buch auf und befinden uns … vor der Ansiedlung der Banu Quraiza…

„Zur Zeit des Mittagsgebetes kam, wie mir Zuhri berichtete, Gabriel zum Propheten. Der Engel trug einen Turban aus Brokat, und auch der Sattel des Maultiers, auf dem er ritt, war mit Seidenbrokat bedeckt. Er fragte den Propheten: „Hast du die Waffen bereits niedergelegt?“ – „Ja“, antwortete Muhammad, und Gabriel fuhr fort: „Die Engel haben dies noch nicht getan, und ich komme gerade von der Verfolgung der Feinde zurück. Gott – Er ist erhaben und mächtig – befiehlt dir, Muhammad, gegen die Banu Quraiza zu ziehen. Ich begebe michjetzt zu ihnen und werde sie erbeben lassen.“ Sogleich ordnete der Prophet an, unter den Muslimen auszurufen: „Alle diejenigen, die hören und gehorchen, sollen ihr Nach mittagsgebet nicht verrichten, bevor sie sich nicht bei den Banü Quraiza eingefunden haben.“

Er schickte Ali mit der Fahne voraus, und die Muslime folgten ihm eilends nach. Als sich Ali den befestigten Häusern der Quraiza näherte, vernahm er häßliche Worte über den Propheten. Er kehrte um und sprach zum Propheten, als er ihn unterwegs traf: „Gesandter Gottes! Du solltest dich diesen schändlichen Menschen nicht nähern.“ – „Weshalb? Du hast wohl Schmähungen gegen mich gehört?“ – „So ist es.“ – „Wenn sie mich sähen, würden sie nicht so über mich reden.“ Und als er ihren Häusern näher kam, rief er: „Ihr Brüder der Affen! Hat Gott euch jemals erniedrigt und seine Rache über euch gesandt?“ – „Du bist nicht so töricht, uns, dies anzutun, Abu L’Quasim! antworteten ihm die Quraiza.

Der Prophet belagerte sie fünfundzwanzig Tage, bis sie erschöpft waren und Gott ihre Herzen mit Angst erfüllte. Huyayy ibn Akhtab war nach dem Abzug der Quraiza und Ghatafan und entsprechend seiner abmachung mit Kab ibn Asad in die Schutzfestung der Quraiza geflüchtet. Als sie sich bewußt wurden, daß der Prophet die Belagerung nicht aufheben würde, bevor er sie vernichtet habe, sprach Kacb: „Volk der Juden! Ihr seht, was über euch gekommen ist. Ich mache euch drei Vorschläge. Entscheidet euch für einen!“ – „Nämlich?“ – „Entweder wir folgen und glauben diesem Mann. Es ist wahrlich deutlich geworden, daß er ein gesandter Prophet ist und daß er es ist, den ihr in euerer Schrift vorausgesagt findet. Dann werden euer Leben, euer Besitz, euere Kinder und euere Frauen sicher sein.“ – „Niemals werden wir das Gesetz der Thora aufgeben und es gegen etwas anderes eintauschen!“ – „Wenn ihr diesen Vorschlag nicht annehmt, so mache ich euch einen zweiten, nämlich, daß wir unsere Frauen und Kinder töten und dann unbelastet mit gezücktem Schwert gegen Muhammad und seine Gefährten ziehen. Gehen wir zugrunde, so lassen wir keine Nachkommenschaft zurück, um die wir uns sorgen müßten. Siegen wir aber, werden wir andere Frauen und Kinder haben.“ – „Wir sollen diese Armen töten?! Was wäre dann noch Schönes am Leben?“ – „Wenn ihr auch dies ablehnt, so schlage ich euch als letztes folgendes vor: Heute nacht ist die Nacht zum Sabbat, und Muhammad und seine Gefährten werden sich wahrscheinlich vor uns sicher fühlen. Steigt deshalb hinunter; vielleicht können wir ihn und seine Leute überraschen.“ – „Wir sollen unseren Sabbat schänden und tun, was keiner vor uns getan hat, ohne daß er, wie du weißt, (in einen Affen) verwandelt worden ist?“ – „Ihr habt euch, seit euch euere Mutter gebar, noch nie zu etwas entschließen können!“

Daraufhin ließen sie dem Propheten durch einen Boten die Bitte überbringen, er möge ihnen den Abu Lubaba, einen Bruder des Stammes Auf, schicken, damit sie sich mit ihm über ihre Lage beraten könnten. Der Prophet sandte Abu Lubaba zu ihnen, und als sie ihn sahen, kamen die Männer herbei, und ihre Frauen und Kinder weinten so sehr, daß er Mitleid für sie empfand. „Glaubst du“, fragten sie ihn, „wir sollten uns Muhammads Urteil unterwerfen?“ – „Ja!“ antwortete er und deutete auf seine Kehle, womit er ihnen andeutete, daß sie (in jedem Fall, so oder so, T.) niedergemetzelt würden.

Abu Lubaba erzählte später, er habe den Ort noch nicht verlassen gehabt, als er bereits erkannte, daß er Gott und Seinem Gesandten gegenüber treulos gehandelt hatte. Er kehrte deshalb nicht zum Propheten zurück, sondern band sich in der Moschee an eine Säule und schwor, er werde dort so lange verweilen, bis Gott ihm sein Tun verziehen habe, und er werde nie mehr die Banu Quraiza und jene Stelle aufsuchen, wo er sich Gott und Seinem Gesandten gegenüber ungetreu verhalten habe. Der Prophet hatte lange auf Abu Lubabas Rückkehr gewartet. Als er dann erfuhr, was mit ihm geschehen war, sprach er: „Wäre er zu mir gekommen, hätte ich für ihn um Vergebung gebetet. jetzt aber werde ich ihn nicht aus seiner Lage befreien, bevor ihm Gott nicht verziehen hat.“

Die Vergebung für Abu Lubaba – so überlieferte mir Yazid ibn Abdallah – wurde dem Propheten zur Zeit der Morgendämmerung geoffenbart, als er sich im Zimmer seiner Frau Umm Salama aufhielt. Diese erzählte später: „Als es dämmerte, hörte ich den Propheten lachen und fragte ihn nach dem Grund dafür. Er erklärte mir, daß dem Abü Lubäba verziehen worden sei. Ich bat ihn, diesem die frohe Nachricht bringen zu dürfen, und der Prophet willigte ein. Von der Tür meines Zimmers aus rief ich zur Moschee hinüber: Freue dich, Abu Lubaba, Gott hat dir vergeben!‘ Da eilten die Leute herbei, um ihn zu befeien, doch er sprach: Nein, bei Gott, erst, wenn mich der Prophet selbst losbindet!’Auf dem Wege zum Morgengebet befreite ihn dann der Prophet.“

An diesem Morgen unterwarfen sich die Quraiza dem Urteil des Propheten. Da wandten sich die Aus an Muhammad und sprachen: „0 Gesandter Gottes! Die Quraiza sind unsere Verbündeten und nicht die der Khazradj. Du weißt, wie du vor einiger Zeit mit ihren Verbündeten verfahren bist.“ Damals hatte der Prophet die jüdischen Banü Qainuqäc, Verbündete der Khazradj, belagert. Diese hatten sich seinem Urteil unterworfen, doch war der Khazradjit cabdalläh ibn Ubayy für sie eingetreten, und der Prophet hatte sie ihm überlassen. Als nun die Aus um das gleiche Recht hinsichtlich der mit ihnen verbündeten Quraiza baten, fragte sie der Prophet: „Seid ihr damit zufrieden, wenn einer von euch das Urteil über sie fällt?“ – „So laßt Sacd ibn Mu’adh entscheiden!“

Der Prophet hatte Sa’d, der am Graben von einem Pfeil getroffen worden war, auf den Gebetsplatz in das Zelt einer Frau vom Stamme Aslam, namens Rufaida, bringen lassen, die sich um die Verwundeten kümmerte und die verletzten Muslime versorgte. Nachdem ihn der Prophet nun zum Richter über die Banu Quraiza ernannt hatte, kamen seine Stammesgenossen zu ihm und hoben ihn auf einen Esel. Da Saed recht beleibt war, legten sie ihm ein Lederkissen unter. Auf dem Weg zum Propheten baten ihn seine Stammesgenossen: „Abu Amr, laß Milde mit deinen Verbündeten walten, denn eben deswegen hat dich der Prophet mit dieser Entscheidung beauftragt.“

Als sie ihn immer mehr bedrängten, sagte er: „Für mich ist die Zeit gekommen, da es mich nicht mehr rührt, wenn ihr mich wegen einer Entscheidung tadelt, die ich im Sinne Gottes fälle.“ Beim Propheten und den Muslimen angelangt, fragte sie Sa’d: „Verpflichtet ihr euch bei Gott, die Entscheidung, die ich über die Quraiza fällen werde, anzunehmen?“


Und nachdem sie ihm dies versprochen hatten, fuhr er fort: „So entscheide ich, daß die Männer getötet und die Kinder und Frauen gefangengenommen werden und ihr Besitz aufgeteilt wird.“ Schließlich mußten sich die Quraiza ergeben, und der Prophet ließ sie im Gehöft der Bint Harith, einer Frau vom Stamme Nadjar, einsperren. Sodann begab er sich zum Markt von Medina, dort, wo heute noch der Markt ist, und befahl, einige Gräben auszuheben. Als dies geschehen war, wurden die Quraiza geholt und Gruppe um Gruppe in den Gräben enthauptet. Darunter befanden sich auch der Feind Gottes Huyayy ibn Akhtab und dae Stammesoberhaupt Ka’b ihn Asad. Insgesamt waren es sechs- oder siebenhundert Männer; einige behaupten sogar, es seien zwischen acht- und neunhundert gewesen. Als sie damals in Gruppen zum Propheten geführt wurden, fragten sie Ka’b: „Was glaubst du, wird man mit uns tun?“ – „Werdet ihr es denn nie begreifen?“ rief Ka’b, „seht ihr denn nicht, daß der Rufer niemals aufhört zu rufen und daß diejenigen, die hinweggebracht werden, nie mehr zurückkehren. Es ist der Tod, bei Gott!“

Als der Feind Gottes, Huyayy ihn Akhtab, herangebracht wurde, war er mit einem bestickten, rötlichen Gewand bekleidet, in das er überall fingerkuppengroße Löcher geschnitten hatte, damit man es nach der Hinrichtung nicht von seiner Leiche rauben würde. Die Hände waren ihm mit einem Strick an den Hals gebunden. Als er den Propheten sah, sprach er: „Ich tadle mich nicht dafür, daß ich dir meine Feindschaft gezeigt habe, aber der, der Gott verläßt, wird verlassen.“ Und an die Leute gewandt, fuhr er fort: „O ihr Menschen! Gegen diesen Befehl Gottes ist nichts einzuwenden. Er hat den Kindern Israels eine Schrift, ein Verhängnis und ein Gemetzel geoffenbart.“ Nach diesen Worten setzte er sich und wurde enthauptet.

Der Prophet verteilte den Besitz, die Frauen und die Kinder der Banu Quraiza unter den Muslimen. Er legte fest, welche Anteile an der Beute jeweils den Reitern und den Unberittenen zustanden, und behielt selbst ein Fünftel ein. jeder Reiter erhielt drei Teile, nämlich zwei Teile für das Pferd und einen Teil für sich selbst. jeder Unberittene bekam einen Teil. Am Tag des Sieges über die Quraiza gab es sechsunddreißig Pferde. Es war dies die erste Beute, die auf diese Weise aufgeteilt und aus der ein Fünftel einbehalten wurde. Diese Regelung des Propheten wurde auch in den folgenden Feldzügen bei der Aufteilung der Beute angewandt. Die gefangenen Frauen und Kinder aus dem Fünftel schickte er mit dem Helfer Sa’d ibn Zaid in den Nadjd und tauschte sie gegen Pferde und Waffen ein.

Eine der gefangenen Frauen, Raihana bint Amr, behielt der Prophet für sich selbst. Sie blieb in seinem Besitz, bis er starb. Als er ihr vorschlug, sie zu heiraten und sie aufforderte, den Schleier zu tragen, bat sie ihn, er möge sie lieber als Sklavin in seinem Besitz behalten, da dies für beide einfacher sei. Der Prophet kam ihrem Wunsche nach. Bei ihrer Gefangennahme zeigte sie ihre Abneigung gegenüber dem Islam und hielt am Judentum fest. Der Prophet beachtete sie deshalb eine Zeitlang nicht und war darüber sehr enttäuscht. Eines Tages aber, als er mit seinen Gefährten zusainmensaß, hörte er hinter sich das Geräusch zweier Sandalen und sprach: „Dies ist Thaclaba, der mir die frohe Kunde bringt, daß Raihana den Islam angenommen hat.“ So war es in der Tat, und der Prophet freute sich darüber.

Im Grabenkrieg fanden nur sechs Muslime den Tod – von den Ungläubigen fielen drei Männer.“

Soweit das 51. von 72 Kapiteln, es hat den Titel „Der ANGRIFF auf die Banu Quraiza“ und sollte doch treffender „Die SCHLACHTUNG der Bunu Quraiza“ heissen, vorgelegt mal ohne die geringste Kürzung. Sind Sie gerührt? Von der „Vortrefflichkeit und Lauterkeit“ des Kloschen Charakters? MIR kommen die Tränen, Tränen der Wut über diesen erbärmlichen Irren, Tränen tiefsten Mitleids für den jüdischen Stamm, für Raihanna. Tränen der Rührung über die Entscheidung der jüdischen Männer, aufzugeben, obwohl ihnen ihr Tod angekündigt worden war, um ihre Frauen und Kinder zu retten (wie ekelhaft, Abu Amr ein Urteil verkünden zu lassen, das in Wirklichkeit bereits feststand). Und seit dieser Zeit hat sich bei den Orks absolut garnichts geändert…

Time am 16. September 2008

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