Carla del Paulus & Friends

Vor dreissig Jahren bzw. noch davor war es im Westen wohlfeil, gegen den Kommunismus zu sein. ALLE waren dagegen, gegen den EXISTIERENDEN, sowjetischen, außer ein paar Pickelgesichtern von der „D“KP, einer Truppe, die sich später als echte 5. Kolonne der SED erwies. Zu Recht war jedermann gegen die Bolschewisten, aber leider meist nicht aus Überlegung, sondern aus Gefolgsamkeit der Zentralmacht bzw. einer Leitkultur gegenüber, innerhalb derer die Feindschaft zu Rußland bedeutsam ist. Sogar der KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschland), aus dessen Personalpotential sich die heutigen Grünen in hohem Maße bedienen, war ja eigentlich so gesehen gegen sich selbst, gegen jede Art von sozialistischer REALITÄT – oder waren das Mao-Fans? Viele von uns Christen staunten damals jedenfalls über weltliche Gewissheiten auf allen Seiten, und wir stellten Frage um Frage. Einige unserer Mitbürger gingen so weit, die afghanischen Nazi-Mullas mit erstklassigen Stingers auszurüsten, und die Jihadisten zu feiern, welche russische Wehrpflichtige lebendig enthäuteten (begeistert berichtete die „Welt“ davon) – Derart schrankenlos wollte ich persönlich den Kampf gegen den Kommunismus denn doch nicht führen. Und das war auch gar nicht nötig: Nötig waren die eiserne Geschlossenheit des Westens und besonders das Talent, die Zuversicht und der Humor des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan. Seinem Nachfolger fiel der Erfolg in den Schoß, und der russische Bolschwismus verschwand mit einem Winseln.

Die letzte sozialistische Enklave in Europa mußte dann wohl auch noch eliminiert werden: Slobos Jugoslawien. Dieser Staat wurde zerteilt, und man erhielt im Tausch für einen sozialistischen Staat einen serbischen, zwei normale und ZWEI neue mohammedanistische. Man verfolgte mit aller institutionellen Schärfe vor allem serbische Kriegsverbrecher, wobei die Balken des Rechts bis nahe ans Zerbrechen gebogen wurden. Mr. Slobo, Feldherr in einem vermeintlich ethnischen Krieg, in dem, so unsere MSM, ausschließlich bedauernswerte, absolut friedliche, freundliche Mohammedanisten von grimmigen, kommunistischen Robotern abgeschlachtet worden sein sollen, wurde schließlich, so hatte es für manch aufmerksamen Prozessbeobachter den Anschein, elegant geselbstmordet (1).

Jedoch, nach 10.000 Kilometern Lügen: Herausragende Funktionäre der damaligen Ereignisse scheinen vom heiligen Geist heimgesucht zu werden, der sie zwingt, die Wahrheit zu sprechen und vom Saulus zum Paulus bzw. zur Carla del Paulus zu werden.

Aus der Schweiz meldet der „BlicK“ (2):

Erst drei Monate ist es her, dass Carla Del Ponte (61) ihr Amt als Chefanklägerin (in Den Haag, T.) niederlegte. Und schon ist ein selbstverfasster Rückblick auf ihre Zeit als Jägerin der Kriegsverbrecher auf dem Markt. Ein Buch, das für Aufregung sorgt.

In ‚La caccia‘ (Die Jagd) bringt sie Hashim Thaçi (39), den Regierungschef der Republik Kosovo, mit einem fürchterlichen Verbrechen in Verbindung. Thaçi, der den Kosovo eben erst in die Unabhängigkeit geführt hat, soll an Mord und Organhandel beteiligt gewesen sein.

Es liest sich wie ein Horror-Roman, was Del Ponte über die Entführung von 300 Serben 1999 schreibt: Im albanischen Ort Burrel seien die Menschen von der (mohammedanistischen, T.) Kosovo-Befreiungsarmee UCK ermordet und ausgeweidet worden. Ihre Organe habe man nach Westeuropa verkauft.“

Jahrelang hat sie die Ork-Kamarilla in Schutz genommen, Serbien denunziert, Serben gehetzt, und nun dies? Für mich ein Wunder!

Ein weiteres Wunder erschien mir heute (Montag, 310809) in der FAZ. Ex-Serbenfresser Michael Martens, zusehend nachdenklich werdend, wird nun neuerdings offensichtlich häufiger auf Kleinasien angesetzt, als Nachfolger des unsäglichen (gleichwohl aus saudischen Quellen stets gut informierten Sunniten-Freund) Ali Hermann.

Meikel, der früher jedwede Mohammedanistenspucke vom Bürgersteig gierig aufleckte, berichtet heute aus der Türkei von Schauprozessen in der Regie der AKP from the Fuhrergan:

Haarsträubende Ungereimtheiten

Der Ergenekon-Prozess in der Türkei hat viele Mängel – doch ist er deshalb überflüssig? (‚Hatten Stalins Schauprozesse und Freislers Gekreische nicht doch irgendwie einen geheimen Sinn?‘, T.)

Den einen ist er ein Beleg des demokratischen Aufbruchs der Türkei, den anderen eine Kampagne der Machthaber in Ankara, die unter falschem Vorwand ihre säkularen Gegner verhaften lassen, um das Land zu islamisieren, so lauten, vereinfacht und überspitzt, die Ansichten von Befürwortern respektive Gegnern des Gerichtsprozesses gegen eine unter dem Namen „Ergenekon“ firmierende Gruppe, deren Mitglieder versucht haben sollen, die seit 2002 das Land regierende „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) des Ministerpräsidenten Erdogan zu stürzen.

In seiner jüngst erschienenen Studie „Zwischen Fakt und Phantasie“ nähert sich der britische Türkei-Fachmann Gareth Jenkins dem Thema mit dem Anspruch auf wissenschaftliche Unvoreingenommenheit, auch wenn dem Leser des mehr als 80 Seiten umfassenden Textes schon nach wenigen Absätzen deutlich wird, dass Jenkins zu jenen gehört, die große Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und vor allem an der Glaubwürdigkeit der AnklagepunKte hegen. In der Tat: Wann immer auf einem Dachboden zwischen Izmir und der Grenze zu Armenien eine Handgranate gefunden wird, soll die Krake „Ergenekon“ dahinterstecken – angeblich streng säkulare Militärs, Professoren, Journalisten, Geschäftsleute, aber auch verkrachte Kaffeehausspintisierer und andere schräge Figuren, mithin Personen, die sich im richtigen Leben nicht einmal die Hände schütteln würden.

Jenkins, der seit 1989 in der Türkei lebt, hat sich die Mühe gemacht, die beiden ersten, mehr als 4000 (!, T.) Seiten umfassenden Anklageschriften im Fall „Ergenekon“ (die dritte lag noch nicht vor, als er seine Studie abschloss) Satz für Satz zu prüfen. Er stieß dabei auf haarsträubende Ungereimtheiten. Es sei nicht zuletzt der erstaunlichen Länge der Anklageschriften zuzuschreiben, dass sich kaum jemand mit diesen Absurditäten beschäftigt habe, stellt Jenkins fest – denn schon die oberflächlichste Prüfung dieser Texte werfe verstörende Fragen auf. Der Brite unterstellt den Anklägern eine „verschwörungstheoretische Weltsicht“ und eine Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze. Besonders anhand der ersten Anklageschrift, die offenbar in aller Hast erstellt wurde, gelingt es ihm überzeugend, viele Widersprüche des Verfahrens zu belegen.

Einen bizarren Gipfel erreicht die erste Anklage mit den unbelegten Vorwürfen, Mitglieder von „Ergenekon“ hätten sich mit dem damaligen amerikanischen Vizepräsidenten Cheney getroffen, um über den Sturz der AKP-Regierung zu beratschlagen. Zudem habe „Ergenekon“ die Herstellung von chemischen und biologischen Waffen geplant, „um mit den daraus erzielten hohen Gewinnen jede Terrororganisation – nicht nur in der Türkei, sondern in der ganzen Welt – zu finanzieren und zu kontrollieren“.

Nicht alle Abschnitte der Anklageschrift klingen dermaßen nach einer Inhaltsangabe eines James-Bond-Films, doch auch manch weniger versponnener Absatz hat es in sich. So stieß Jenkins auf den erstaunlichen Umstand, dass auf einer angeblichen Todesliste von „Ergenekon“ der Name eines ehemaligen Generals geführt wird, der im Juli vergangenen Jahres verhaftet und als einer der Führer der Organisation dargestellt wurde. Jenkins wundert sich darüber, dass die Anklage es nicht für nötig hielt, der Frage nachzugehen, warum ein „Ergenekon“-Führer wohl seine eigene Ermordung für ratsam gehalten haben mochte.

Alles in allem mag Jenkins nicht an die Existenz einer Organisation namens „Ergenekon“ glauben. Sie sei vielmehr das Produkt verschwörungstheoretischer Geister, die von Ministerpräsident Erdogan unterstützt werden – denn der habe die Kritiker der Ermittlungen durchweg beschuldigt, mangelndes Vertrauen in die Unabhängigkeit der türkischen Justiz zu haben. Das sei indes ein Mangel, der auch Erdogan und seine Mitstreiter ausgezeichnet habe, als deren Partei im Jahr 2008 vom Verbot durch ebendieses Justizsystem bedroht war, wie Jenkins spitz bemerkt.

Er weist zudem auf einen Umstand hin, der jedem Zeitungsleser in der Türkei fast täglich begegnet – dass vermeintliches Belastungsmaterial der Anklage, etwa die Mitschriften von abgehörten Telefongesprächen, regelmäßig in AKP-nahen Medien ausgebreitet wird, bevor es in den Gerichtsverhandlungen überhaupt eine Rolle spielt. Dass es sich dabei stets um Mitschriften der Gespräche von AKP-Gegnern handelt und deren illegale Veröffentlichung folgenlos bleibt, muss allenfalls der Vollständigkeit halber erwähnt werden.“

Bis hierhin ok., aber wenn Martens jetzt nicht schleunigst einen Kniefall nachliefert, darf er in Zukunft nicht mal mehr Pfandflaschen sortieren. Also, was nun, Micki?

Er apportiert promt: „Zu dieser Vollständigkeit gehört allerdings auch die Anmerkung, dass Jenkins Analyse ebenfalls Mängel aufweist, wenn auch auf UNGLEICH HÖHEREN Niveau als die von ihm sezierten Anklageschriften. In seinem Versuch, das Vorgehen der türkischen Justiz auf ein von Verschwörungstheoretikern betriebenes Unternehmen zu reduzieren, entwickelt er mitunter einen fast ebenso verschwörungstheoretischen Ehrgeiz, ZUMINDEST aber einen auffälligen Willen zur Aussparung. Darauf WEIST unter anderem Ekrem (nomen est omen, T.) Güzeldere von der in Berlin UND Istanbul (wow, international = objektiv, T.) beheimateten „Europäischen STABILITÄTSINITIATIVE“ (ESI) hin.

(Ich schlage einen Wettbewerb der allerabsurdesten Vereinsnamen vor, wobei die betreffenden Organisationen sich, so meine Prognose, zu 99,9 als mohammedanistisch, zu 99,99 als staatsfinanziert und zu 99,999% als frei von Deutschen herausstellen werden. Eine Alibi-Deutsche werden sie bei 10.000 Mitgliedern allerdings wohl schon haben, einen grünen Schrumpfkopf auf einer Stange vor dem Vereinsportal!)

„Jenkins geht auf keinen der Anschläge -und Morde näher ein, die Teil der Anklageschrift sind und verblüffende Verbindungen aufzeigen. Vielmehr konzentriert er sich auf Schwachpunkte, die sich in einer Schrift von mehreren tausend Seiten natürlich finden lassen“, so Güzeldere, der sowohl die Amklageschriften als auch Jenkins Zusammenfassung davon untersucht hat. Jenkins bemängele die Anklageschriften als inkonsistent und zu lang, erwähne aber nicht, dass dies für türkische Anklageschriften TYPISCH sei (Hey, die MANGELHAFTIGKET türkischer juristischer Anklageschriften ist TYPISCH, und also offenbar grade daher völlig o.k., T.).

Eine Schwäche sei es zudem, dass Jenkins nicht dem Umstand nachgehe, dass viele Angeklagte nicht in das Bild einer Konfrontation zwischen Islamisten und Säkularisten passten, auf die der Brite den derzeitigen Machtkampf in der Türkei zu reduzieren versuche, MUTMASST Güzeldere. Überdies sei es absurd, der AKP nach nunmehr SIEBEN (magischen, T.) Jahren IMMER NOCH eine islamistische Agenda zu unterstellen: „Die Türkei ist in diesen Jahren kein Stück näher an Iran gerückt, dafür deutlich näher an die EU.“

Wirklich nett, das mit dem angeblichen Nicht-Heranrücken der Türkei an den faschistoiden Iran, welches ja ganz unzweifelhaft mit dem „An-Europa-Nachrück-Metronom“ in, ähem… Eurometern… näh, Eurolitern, ähä, naja, jedenfalls UNZWEIFELHAFT messbar ist…

Schon vergessen, was the Fuhrergan im Januar sagte? „Die Welt“ vom 19.1. (3): „Israel werde ein Fluch Gottes heimsuchen, prophezeite der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, Allah werde das Land bestrafen. Der Judenstaat werde sich selbst zerstören; zum Schluss forderte er gar, Israel von den UN auszuschließen.“ Na, und so gesehen hat Extrem Gezetere sogar Recht, denn the Fuhrergan zumindest steht nicht weiter entfernt von jenem schrecklichen, zutiefst antijüdischen alten Europa als von Mammut Gardinenstanges Hobbyraum by the name of „Iran“.

Time am 31. August 2009

_____

(1) Links in Bezug auf die Balkankriege: https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/06/eine-unheilige-familie/

(2)
http://www.blick.ch/news/schweiz/organhandel-87795

(3) http://www.welt.de/politik/article3055409/Warum-die-Tuerkei-die-Beziehungen-zu-Israel-riskiert.html

(4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/zwei-momos-gegen-israel/

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