Geistreich glauben

Vor kurzem hatte ich ein Interview mit Seyran Ates eingestellt (1), die ich sehr respektiere, der ich für ihre selbstlose Pioniertätigkeit danke, und mit der ich in den meisten Punkten übereinstimme.

Frau Ates ist eine sogenannte „Momo“, eine „Moderate Mohammedanistin“, was soviel bedeutet, als dass sie an einen Gott glaubt, den sie Alla nennt, und dass sie daran glaubt, dass wesentliche Aspekte Allas von seinem Propheten Klohamett der Menschheit vorgetragen und in einem Buch namens Kloran niedergelegt wurden, wobei sie sich jedoch nicht zum im Kloran eigentlich vorgeschriebenen mordenden Jihad verpflichtet fühlt.

Im Interview nennt sie als zweifellos überaus starken Grund ihres Glaubens eine mystische Erfahrung:

„Meine Überzeugung, dass es Gott gibt, beruht natürlich auch auf persönlichen Erfahrungen. Ich bin Mit 21 Jahren, im dritten Semester Jura, in einem Beratungsladen für Frauen aus der Türkei angeschossen worden. Ich habe sehr viel Blut verloren und hatte dann ein Nahtoderlebnis. Das war, als ob ich wie in einem Dialog mit einer höheren Macht selbst darüber entschied, ob ich gehen will von dieser Welt oder zurückkehren.“

Eine mystische Erfahrung ist sicherlich ein noch viel stärkeres Motiv für den Glauben als zB. Hoffnung auf Erlösung oder kulturelle Disposition. Aber wie kommt Frau Ates auf die Idee, dass es ausgerechnet Alla war, dessen Gegenwart sie an der Tür zum Jenseits spürte?

„Es gibt eine starke kulturelle Verbindung zwischen den Muslimen dieser Welt: die Religion. Eine wunderbare Religion, wie ich finde…“

Was ist es genau, was sie an dieser sogenannten Religion „wunderbar“ findet? Meint sie die Pflicht des Mohammedanisten, Ungläubige zu töten oder zu versklaven? Sicher nicht, steht aber wieder und wieder als Gebot im Kloran. Meint sie die Auffassung, dass Frauen von Alla weniger geschätzt werden als Männer und demzufolge auch weit weniger „wert“ sind? So steht es im Kloran. Meint sie die Vorstellung, dass jedes einzelne Wort im Kloran unveränderbar und nicht interpretierbar sei? Der Kloran behauptet das von sich, er behauptet seine Göttlichkeit.

„SPIEGEL: Mohammed hatte ein Dutzend Ehefrauen. Ist das ein Rollenvorbild? Ates: Wenn der arabische Mann ein Argument braucht, warum er gleich mehrere Frauen auf einmal hat, dann sagt er: Das war bei Mohammed genauso. SPIEGEL: Christliche Männer haben diese Ausflucht nicht. Ates: Nein, die Christen haben einen derart asexuellen Mann über sich, dass das ja auch wieder schade ist. Da ist der Orientale einerseits besser dran…“

Hier offenbart Frau Ates mE. scheinbar (ggf. scheinbar, denn vielleicht durchschaut sie das ja auch alles und tarnt sich nur als Momo, um das Gespräch mit den anderen Mohammedanisten nicht abreissen zu lassen) einen zutiefst animistischen Aspekt ihres Glaubens, der zwar nicht in jedem Stein einen Gott aber Gott in jedem Stein wähnt, immer auf der Lauer, seinen Schäfchen hinterherspionierend. Wenn Gott über Sex redet (bzw. Klohamett im Namen Allas), dann muß Sex etwas ja Erlaubtes sein. Wenn er es aber nicht tut, dann muß es etwas Verbotenes sein. Da Jesus nicht über die richtige Handhaltung beim Urinieren redet, muß Urinieren für Christen verboten sein. Wie jeder waschechte Animist, so denkt sich Frau Ates (zumindest gibt sie es vor) Gott hier absolut konkret, allgegenwärtig in der kleinsten Kleinigkeit als Richter mit Daumen nach oben oder unten. Sie nimmt also einerseits jedes Gleichnis von Jesus entweder wörtlich…

In Matthäus 5/27-29 heißt es zB.: „Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20/14): ‚Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn dir aber dein rechtes Auge Ärgernis schafft, so reiß es aus und wirf es von dir…“ Glauben Sie also ernsthaft, Gott hätte Freude an einem Volk der Blinden?

… oder aber bastelt sich, da sie im Grunde mit den christlichen Texten ebensowenig vertraut ist oder diese für wesentlich erachtet wie die mohammedanistischen, ihren synkretistischen Privatglauben aus ein paar Fetzen orientalischer Kultur, christlichem Ethos und ihrer persönlichen, mystischen Erfahrung.

„SPIEGEL: Glauben Sie an Gott? Ates: Ich glaube an Gott. SPIEGEL: Sie haben im Ramadan gefastet? Ates: Ich habe im Ramadan nicht gefastet. SPIEGEL: Beten Sie fünfmal am Tag? Ates: Ich bete, aber nicht fünfmal am Tag. SPIEGEL: Gehen Sie in die Moschee? Ates: Ich gehe in keine Moschee, weil mich keine Moschee anspricht. Und es ist eine meiner neuesten Ideen, dass ich eine freie, progressive Moschee gründe. SPIEGEL: Mit einer Imama? Ates: Genau, mit einer Imama und Männern und Frauen, die gleichen Zugang zu allen Plätzen haben.“

Frau Ates ist gläubig, daran besteht kein Zweifel. Gott hat sie offensichtlich berührt. Ihre Schlussfolgerungen sind im Wesentlichen mE. richtig, edel und gut. Sie verweigert sich dem unheiligen Krieg, dem Rammeltag, dem Pflichtprogramm ihrer „KULTUR“. Aber sie irrt in der Finsternis der Beliebigkeit herum! Dabei gehört sie schon seit langem zu uns, bewußt oder unbewußt, als Bekennende oder als Agentin. Das mit dem Animismus, das ist doch gar nicht so schlimm, davon sind auch viele Christen befallen, das ist ja nicht angeboren. Möge Gott ihr die Kraft geben, dem bösen Klohamett, seiner Bande und dem von ihm erfundenen Räubergott Alla gänzlich abzuschwören.

Time am 26. Oktober 2009

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(1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/23/kein-sex-in-der-ehe/

Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Seyran_Ates

Einen sehr lesenswerten Kommentar von (8dS-Veteran) Helmut Zott zum Thema finden Sie bei Sägefisch unter: http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/09/27/141/#comment-513

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