Ihr Feind ist unser Feind

Ein Artikel, den zwei hochrangige russische Politiker für die „New York Times“ vom 12. Januar zum Thema Afghanistan verfasst haben, war Gegenstand eines Berichtes von Michael Ludwig in der gestrigen FAZ:

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Russland fordert Nato zum Durchhalten in Afghanistan auf

Russlands Botschafter bei der Nato, Dmitrij Rogosin, und der Gouverneur des Gebiets Moskau, Boris Gromow, haben die Nato aufgefordert, die Isaf-Truppen nicht übereilt aus Afghanistan abzuziehen. Die Aufrufe „friedliebender Europäer“, die Truppen des Bündnisses so schnell wie möglich zurückzuführen, seien „pazifistisch und unverantwortlich zugleich“, schrieben die beiden russischen Politiker in einem Beitrag für die Zeitung „New York Times“, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Gromow hatte zwischen 1979 und 1989 über Jahre hinweg die 40. Armee der Sowjetstreitkräfte befehligt, die die militärische Hauptlast der Intervention Moskaus in Afghanistan trug, und schließlich auch den Rückzug der Streitmacht organisiert.

In ihrem Zeitungsbeitrag beklagen Gromow und Rogosin, dass die Sowjetunion wegen des Kriegs in Afghanistan seinerzeit von Amerika, der Nato, Iran und Pakistan, „ja sogar China“ kritisiert worden sei. Dabei sei es damals schon um die „Verteidigung der westlichen Kultur gegen fanatische Muslime“ gegangen, und der Krieg der Sowjets in Afghanistan habe den Ansturm des islamischen Fundamentalismus immerhin für ein Jahrzehnt aufgehalten. Beide schreiben weiter, die Nato müsse einsehen, dass nun die Stunde der Wahrheit geschlagen habe. Wenn die Nato ihre Aufgabe in Afghanistan nicht erledige, werde dies den Zusammenhalt der Allianz beschädigen und das Bündnis seine Existenzberechtigung einbüßen. Offiziellen in Brüssel und Washington, die über eine Strategie für den schnellen Truppenabzug aus Afghanistan nachdächten, müsse deshalb klar sein, dass sie an einem Plan für den Selbstmord arbeiteten. Ein Rückzug ohne Sieg könne zum Zusammenbruch der westlichen Sicherheitsstrukturen führen.

Aus russischer Sicht sei das Mindeste, was der Nato abverlangt werden müsse, die Etablierung einer stabilen afghanischen Regierung und Verhinderung einer „Talibanisierung der gesamten Region“. Bis diese Ziele erreicht seien, müssten die Nato-Truppen unbedingt in Afghanistan bleiben. Kapitulationsstimmung, die sich im Nato-Hauptquartier breitmache und sich hinter humanitären oder pragmatischen Erwägungen verberge, errege in Russland größtes Missfallen. Russland werde zwar keine Truppen nach Afghanistan schicken, sei aber bereit, der Nato auf andere Art zu helfen, das vom Sicherheitsrat der UN erteilte Mandat zu erfüllen.

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Ich stimme den beiden Iwans in vielem zu. Ich bin der Ansicht, dass alle  slawischen Staaten „europäische“ Staaten sind und zu uns gehören. Ich bin auch der Ansicht, der Kommunismus wäre besiegt worden, ohne dass man Klomeni die Rückkehr nach Iran erlaubt hätte und ohne dass man den afghanischen Teufelskriegern mehr als 2.000 Stinger-Raketen geschenkt hätte, die damit 250 russische Hubschrauber und Flugzeuge herunterholen konnten (1).

Ich habe auch große Zweifel an der Strategie, den Kommunismus nach dem Motto „Ihr Feind ist unser Freund“ aus Europa zu vertreiben um den Preis nunmehr drei mohammedanistischer Staaten in unserer Mitte. Die in Hinblick auf die Beseitigung einer innerwestlichen „Krankheit“ notwendigen Interventionen gegen den Bolschewismus sind unbedachterweise mit einer enormen Stärkung des Mohammedanismus weltweit einhergegangen. Es war der Westen, der die Flasche für den bösen Geist geöffnet hat. Egal, ob das irgendwann eine andere Macht getan oder er sich selbst befreit hätte: Nunmehr liegt m.E. in der Tat die Verpflichtung für den Westen vor, das Problem endgültig zum Wohl der ganzen Menschheit aus der Welt zu schaffen. Für nicht unbedingt notwendig halte ich entgegen der russischen Ansicht mittelfristig gesehen eine stabile afghanische Regierung: Ein Netz von Forts reicht da m.E. aus, aber das ist ein anderes Thema.

Unser aller Feind ist jedenfalls der Fieslahm, und deshalb sollten wir aufhören, unseren natürlichen Verbündeten à la Beslan (2) oder Xinjiang (3) in den Arm zu fallen, und stattdessen das großzügige russische Angebot zum gemeinsamen Counterjihad, den jeder der Beteiligten auf seine eigene Weise führen dürfen sollte, annehmen.

Dr. Sami Alrabaa machte gestern bei „FaithFreedom“ auf den Umstand aufmerksam, dass sich eigentlich niemand für die kürzliche Ermordung von sechs Christen in Ägypten interessiere, wohingegen die gesamte politische Klasse der westlichen Welt untertänigst zum Tod der Spielplatz-Jihadistin von Dresden, al-Sharbini, kondoliert hatte (4). Dr. Alrabaa lenkt den Blick auf den britischen Mohammedanisten und offensichtlichen Verbrecher Akmail Shaik:

„The British prime minister, Gordon Brown had all the time and enthusiasm to supplicate the Chinese government not to execute Akmail Shaikh, a British Muslim, for smuggling 4 kilograms of heroin into China. Brown bought the concocted allegation by Shaikh’s family: Shaikh was ‚mentally ill.’ Was Shaikh really mentally ill? People of common sense would not believe this version of the story. A 57-year-old man travels all the way the China, carrying 4 kilograms of heroin, and did not know what he was doing?“

Meines Erachtens ging es bei dieser Angelegenheit nicht nur um die Bevorzugung mohammedanistischen Lebens gegenüber dem Leben nicht-orkischer Mitbürger, wie Dr. Alrabaa herausarbeitet, sondern auch darum, die Kinesen mal wieder vorzuführen. Das sollte m.E. aufhören, zumindest dann, wenn die Nutznießer Mohammedanisten sind, denn: Ihr Feind ist unser Feind!

Time am 14. Januar 2009

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/FIM-92_Stinger

2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/03/jihad-ist-morden-oder-lugen/

3) http://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren

4) http://www.faithfreedom.org/islam/muslim-blood-more-precious-christian-blood-hypocrisy-western-politicians

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210110: Bericht über Jihadlager in Bosnien unter
http://www.jihadwatch.org/2010/01/report-jihadist-training-camp-established-in-northeast-bosnia.html

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4 Antworten to “Ihr Feind ist unser Feind”

  1. L. Says:

    Abgesehen davon das es sich nicht mehr rückgängig machen läßt halte ich den Gedankengang, daß es ein Fehler war die afghanischen Muslims gegen die Sowjetunion zu unterstützen, für falsch.

    Ronald Reagan hat klar den Hauptfeind erkannt – und ihm das Rückgrat gebrochen. Und die Kommunisten waren – eigentlich: sind – viel gefährlicher als der Islam. Beide machen zwar an sich tüchtige Menschen zu Versagern aber der Islam ist da weit besser.
    Und die Regel ist: Wenn man zwei (oder mehr) gefährliche Feinde hat, soll man sie nacheinander erledigen und beim stärksten oder gefährlichsten anfangen. Dieser Regel ist Ronald Reagan gefolgt.
    Im übrigen: Gromow und Rogosin sagen ganz einfach die Unwahrheit, wenn sie behaupten es wäre damals m die „Verteidigung der westlichen Kultur gegen fanatische Muslime“ gegangen. Tatsächlich ging es um die Weltbeherrschung und den Zugang zum indischen Ozean. Die SU wäre auch in Afghanistan eingefallen, wenn dort Buddhisten, Hindus, Christen oder Zeugen Jehovas gelebt hätten.

    Rußland könnte den Westen in Afghanistan unterstützen (sie haben sich geweigert), aufhören Völker wie Polen, Lettland, Estland und Georgien zu schikanieren, und zusehen mit seinen eigenen muslimischen Völkern fertigzuwerden.

    Gromow und Rogosin könnten ja mal erklären, warum sich Rußland den Raketenstützpunkten gegen den Iran verweigert hat und da jede Menge Ärger gemacht hat.
    Die beiden haben nicht die vollständige Wahrheit gesagt.

  2. Time Says:

    Hallo L.,

    herzlich willkommen und vielen Dank für die Darlegung Ihrer Gegenposition.

    Die Theorie des Mohammedanismus ist archaisch, fremd, primitiv, destruktiv, grausam, effektiv und m.E. vor allem absolut singulär. Die einzigartige Bedrohung für unsere Gesellschaft durch den Mohammedanismus herauszustellen ist das Anliegen dieses Blogs.

    Sie hingegen sind der Ansicht, dass es richtig sein kann, Mohammedanisten mit High-Tech-Waffen gegen Europäer auszurüsten, dass der Mohammedanismus „weit besser“ als Faschismus (?) oder Kommunismus ist, dass der Kommunismus (mit unserer Kanzlerin an der Spitze, wie ich vermute) von beiden Problemen nach wie vor das größere ist.

    Wenn wir nun aber selbst fast Kommunisten geworden und also schlechter als der Mohammedanismus sind, wäre es nur konsequent, seine Durchsetzung in Europa zu betreiben. Das wäre dann allerdings kein Counterjihad sondern das Gegenteil.

    Welche Empfehlung geben Sie in Bezug auf Xinjiang? Soll der Westen die mohammedanistischen Uiguren in ihrem Kampf gegen die kommunistische Zentralgewalt unterstützen?

    Mit freundlichen Grüßen

    von Time

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    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/02/das-alte-lied-vom-konvertit/

    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/01/uber-demokratie/

    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/aurel-kolnai-und-der-counterjihad/

    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/jihad-und-counterjihad/

    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/wir-sind-doch-gut-2/

  3. L. Says:

    Sie haben offensichtlich meinen Satz:
    „Beide machen zwar an sich tüchtige Menschen zu Versagern aber der Islam ist da weit besser.“ nicht richtig verstanden und ich muß zugeben, daß der Satz mißverständlich ist. Es ging mir darum welche Ideologie die gefährlichere ist. Sowohl der Kommunismus als auch der Islam machen Menschen zu Versagern (eigentlich: er hindert sie daran so viel zu leisten wie sie eigentlich leisten könnten). Menschen und Nationen, die vom Kommunismus regiert werden sind schon sehr leistungsschwach aber noch leistungsschwächer sind muslimisch dominierte Menschen und Nationen. Und die Sowjetunion hatte Atomwaffen.

    Deshalb – nur deshalb war es richtig – mit Hilfe der Afghanen (und SDI) den Kommunismus zu bekämpfen, was ja auch perfekt gelungen ist. Wäre das nicht geschehen, hätten wir immer noch die DDR UND 8 Millionen Muslims in (West-)Deutschland. Und die Sowjetunion stand damals im Zweifelsfall immer auf Seiten der muslimischen Staaten gegen Israel und gegen den Westen

    Worum es mit eigentlich ging war, daß die beiden Russen offensichtlich die Unwahrheit gesagt (eigentlich: gelogen) haben.

    Ich hoffe, ich konnte das Mißverständnis klären.

    In dem zugrundeliegenden Artikel von Ihnen ist kein Link zu dem Interview. Könnte ich den haben?

  4. Time Says:

    Hallo L.,

    vielen Dank für Ihre Klarstellung. Ich stimme ihnen weitgehend zu.

    Natürlich wollen die beiden Russen vor allem ihr afghanisches Desaster rechtfertigen, aber sie reklamieren m.E. nicht ganz zu Unrecht, dass die Sowjetunion dort neben kommunistischen auch westliche Werte durchsetzen wollte (Gleichberechtigung, Alphabetisierung).

    Wichtig finde ich aber vor allem den Blick nach vorn, und daher würde ich dafür reden, den kommunistischen Chinesen (die ebenfalls atomar gerüstet sind) keine Vorhaltungen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen machen, wenn sie das Uigurenproblem angehen (was nicht heißt, dass man über das Thema generell schweigen sollte).

    Vielleicht wird man die Beseitigung von Faschismus und Kommunismus dereinst als „großes innerwestliches Aufräumen“ vor dem eigentlichen Sturm sehen. Eigentlich waren die Voraussetzungen nie besser, die Reihen zu schließen.

    Der o.g. Artikel ist, wie ich grade sehe, nunmehr kostenfrei zu lesen unter http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~EC9E66C3FD8514C14851C8F9F06E9227F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Ich habe ihn aber oben ungekürzt eingestellt.

    Viele Grüße

    von Time

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