Der deutsche Fünfzigjahresplan

In den Niederlanden spitzt sich die Situation zu. Counterjihadi Geert Wilders wird vermutlich der nächste Regierungschef. In einigen Städten herrschen schon bürgerkriegsähnliche Verhältnisse (Zaltbommel, Culemborg – 1), und die Mohammedanisten müssen daher mit entschlossenen Maßnahmen rechnen.

In Deutschland setzt man – und das ist nicht zuletzt dem kooperativen deutschen Wesen geschuldet – auf sehr langfristige Maßnahmen, um derartiges zu vermeiden.

Der „Wissenschaftsrat“ (2), Deutschlands wichtigste wissenschaftspolitische Institution, hat eine stärkere Verankerung der diversen Theologien im staatlichen Hochschulsystem empfohlen. Dies ist seltsam insofern, als dass sich, wie Heike Schmoll in der heutigen FAZ schreibt, „die Studentenzahlen an den theologischen Fakultäten in den vergangenen zwanzig Jahren nahezu halbiert haben und die Theologien im Gesamtgefüge der Universität, vor allem in den Exzellenzinitiativen, keine tragende Rolle spielen…“

Ich denke daher, Zielgruppe sind hier vor allem die Mohammedanisten. Ihren Hasspredigern soll eine Phalanx mohammedanistischer Theologen entgegengestellt werden, die zumindest in Ansätzen wissenschaftliche Methoden zulassen. Lesen Sie hier die Ausführungen von Frau Schmoll:

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Plädoyer gegen die theologische Abschottung

Der Wissenschaftsrat hat sich in einem umfangreichen Empfehlungspapier eindeutig für eine stärkere Verankerung der Theologien im staatlichen Hochschulsystem ausgesprochen. Das gilt auch für islamische Studien und für die Ausbildung von Imamen.

In Deutschland müssen aufgeklärte islamische Theologen an Universitäten ausgebildet werden können, um eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen und Religionslehrer zu werden, die in nächster Zukunft gebraucht werden. Darüber herrscht längst politischer Konsens. 700 000 muslimische Schüler werden an deutschen Schulen unterrichtet, es würden also etwa 2000 Fachlehrer für den Religionsunterricht in allen Schularten benötigt. Schulversuche zum islamischen Religionsunterricht gibt es in Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Wissenschaftsfragen berät, hat nun in seinen „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ zum ersten Mal ein Konzept für den Ausbau islamischer Studien vorgelegt. Der Sinn der Institutionalisierung islamischer Studien liege darin, eine „reflexive Selbstvergewisserung der pluralen islamischen Tradition im Dialog mit den anderen Universitätsdisziplinen zu fördern“, heißt es in dem Papier, das dieser Zeitung vorliegt und am Montag in Berlin veröffentlicht wird.

An zwei oder drei staatlichen Universitäten sollen in Zusammenarbeit mit Islamwissenschaft, Turkologie, Altorientalistik, Arabistik, Judaistik und anderen verwandten Fächern Zentren für islamische Studien entstehen. Sie sollen eine methodisch fundierte, also auch historisch-kritische Reflexion ihrer religiösen Schriften leisten, was bisher in muslimischen Ländern oft genug unterdrückt wird. Die großen muslimischen Verbände, aber auch muslimische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sollen aufgrund der verfassungsrechtlichen Ausgangslage, dass der religiös neutrale Staat nicht über die Inhalte von Religion bestimmen darf, in Beiräten mitentscheiden, was gelehrt wird, und können auch religiöse Einwände gegen den Hochschullehrer vorbringen. Die wissenschaftliche Qualifikation zu prüfen ist allein Sache der Universität.

Auch wenn der Islamrat schon bekräftigt hat, dass ihm an Imamen gelegen ist, die in Deutschland ausgebildet wurden, ist mit erheblichen Konflikten innerhalb der Beiräte zu rechnen, wie das Beiratsmodell an der Universität Münster zeigt (siehe Kasten). Mitglieder der jeweiligen Universitäten sollen allein mit beratender Stimme im Beirat tätig sein, um dessen Unabhängigkeit zu gewährleisten. Bei der Etablierung eines Instituts für Islamische Studien mit vier bis sechs Professuren kämen jährliche Kosten von etwa einer bis 1,5 Millionen Euro auf eine Universität oder ein Land zu. Nach fünf Jahren sollen die neu gegründeten Einheiten unter Einschluss des Beiratsmodells wissenschaftlich evaluiert werden.

Eine ähnliche selbständige Rolle empfiehlt der Wissenschaftsrat für die Religionswissenschaft, die oft innerhalb der theologischen Fakultäten angesiedelt ist, und erst recht für die Judaistik, die bisher oft ein Mauerblümchendasein innerhalb evangelischer Fakultäten führte. Beide sollen aus ihren institutionellen Abhängigkeiten gelöst werden. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg mit ihrem Bachelorstudiengang für Gemeindearbeit und der Vorbereitung auf das Rabbinat sowie das liberale Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam zu stärken. Da beide Institute allen Studenten – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit – offen stehen, ist die Anzahl der eingeworbenen Drittmittel in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

In Anbetracht dessen, dass sich die Studentenzahlen an den theologischen Fakultäten in den vergangenen zwanzig Jahren nahezu halbiert haben und die Theologien im Gesamtgefüge der Universität, vor allem in den Exzellenzinitiativen, keine tragende Rolle spielen, ist es erstaunlich, wie affirmativ der Wissenschaftsrat sich zur Existenz der theologischen Fakultäten geäußert hat. Die Verankerung der Theologien im staatlichen Hochschulsystem hat nach Auffassung des Wissenschaftsrats – und im Gegensatz zu den Bestrebungen mancher Kirchen und Bistümer – eindeutig Priorität vor der Neugründung privater kirchlicher Hochschulen. Die Ausgrenzung der Theologien in eigene kirchliche Institute könne der Abschließung der jeweiligen Religionsgemeinschaft gegenüber der Gesellschaft Vorschub leisten – die Universitäten böten den Theologien daher einen Ort, in wissenschaftlich-methodischer Form eine Übersetzung von religiösen Orientierungen in eine allgemein zugängliche Sprache zu leisten. Sie förderten „die kritische Reflexivität der wissenschaftlichen Weltsicht und bieten Deutungsmöglichkeiten menschlicher Existenz“, heißt es in den Empfehlungen.

Den theologischen, religionspädagogischen und religionswissenschaftlichen Fragen müsse im gegenwärtigen Hochschul- und Forschungssystem „ein größerer und in Teilen institutionell veränderter Platz eingeräumt werden“, heißt es in den Empfehlungen unter Hinweis darauf, dass die Strukturen der theologischen Fakultäten in vielen Fällen eher der Wissenschaftslogik des 19. Jahrhunderts folgten, als auf eine religiös zunehmend pluralisierte religiöse Umwelt zu reagieren. Durch Bologna-Prozess und Exzellenzinitiative sind die Hochschulen wesentlich selbständiger geworden und dabei in ein neues Spannungsverhältnis zwischen Veränderungswillen und rechtlicher Fixierung durch staatskirchenrechtliche Bindungen der Fakultäten (Konkordate, Kirchenverträge) geraten. Angesichts der Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Theologie sei man über die strukturellen Ähnlichkeiten der Probleme verblüfft gewesen, sagte der Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe im Wissenschaftsrat, der Trierer Zeithistoriker Lutz Raphael. Das liegt auch an der interdisziplinären Zusammensetzung des Faches Theologie aus philologisch-hermeneutischen, historischen, systematischen und praktischen Disziplinen. Theologische Forschung wird intensiv im Rahmen des Akademienprogramms geleistet (7 Millionen von 46 Millionen Euro für theologische Projekte), die evangelische Theologie hat in den Jahren 1998 bis 2007 doppelt so viele Drittmittel eingeworben wie die katholische Theologie.

Auch wenn die Kirchen in den Anhörungsprozess einbezogen waren – es handelte sich nicht um Evaluationen wissenschaftlicher Arbeit, sondern um strukturelle Empfehlungen -, hat der Wissenschaftsrat ihnen einige kritische Bemerkungen ins Stammbuch geschrieben. So wird die katholische Kirche dringend gebeten, sich aus Habilitationsverfahren herauszuhalten, weil es sich dabei um eine rein akademische Angelegenheit handele. Angesichts der immer häufigeren Konflikte bei theologischen Berufungsverfahren, empfiehlt der Wissenschaftsrat beiden Kirchen, ihre Beteiligung an Berufungsverfahren verlässlicher und transparenter zu handhaben. Da die Professoren an theologischen Fakultäten ein Staatsamt innehaben, das kirchlich gebunden ist, haben Kirchen gelegentlich von ihrem Vetorecht Gebrauch gemacht, dem sich kein Wissenschaftsminister zu widersetzen traute, auch wenn alle sachlichen Gründe dagegen sprachen. Die Undurchschaubarkeit solcher Entscheidungen hat den Wissenschaftsrat dazu veranlasst, den Kirchen eine Stellungnahme binnen sechs Wochen mit einer klaren Begründung nahezulegen. Damit könnten Ministerialbürokratien und Minister durchaus mutiger gegenüber den Kirchen auftreten. Darüber hinaus hat der Wissenschaftsrat den Kirchen angeboten, ihre kirchlichen Hochschulen im erprobten Akkreditierungsverfahren qualitativ zu überprüfen. Er fürchtet nämlich, dass ihre Leistungen hinter denen der Fakultäten an staatlichen Hochschulen zurückbleiben.

Den theologischen Fakultäten empfiehlt der Wissenschaftsrat dringend, interdisziplinär zu arbeiten. Zunächst einmal heißt das: innerhalb der unterschiedlichen Disziplinen der Theologie. Es ist keine Seltenheit, dass Alttestamentler und Praktische Theologen sich nichts zu sagen haben. Zugleich hat der Wissenschaftsrat die Kirchen aufgefordert, sich über Bistums- und Landeskirchengrenzen hinweg zu einer Strukturplanung für die theologischen Fakultäten durchzuringen, auch wenn dies durch den doppelten Föderalismus (Ländergrenzen) erschwert wird. Unbestimmt bleibt in den Empfehlungen des Wissenschaftsrats das Lehramtsstudium Theologie an den Gymnasien, weil hier auch noch keine Klarheit unter den Ländern besteht.

Kaum ein Empfehlungspapier ist im Wissenschaftsrat so lange und intensiv diskutiert worden wie die Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen. Schon im Januar 2008 hatte eine Arbeitsgruppe mit protestantischen und katholischen Theologen, einem Judaisten, einem Islamwissenschaftler und einem Religionswissenschaftler mit der Arbeit begonnen.

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Frau Schmoll liefert in derselben Ausgabe der FAZ auch einen Kommentar, in dem sie mit den m.E. richtigen Fragen die Strategie dieses „weichen“, dieses „Umarmungs-Counterjihad“ in Frage stellt:

Bewährungsprobe

An den Universitäten eine aufgeklärte islamische Theologie zu etablieren, die wissenschaftlichen Standards genügt, ist überfällig. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats dazu sind religionspolitisch explosiv, werden aber von den ratsuchenden Universitäten aufgegriffen werden. Ungewiss ist allerdings, woher die unabhängigen und aufgeklärten Islamwissenschaftler kommen, die dann auch noch der deutschen Sprache mächtig sein sollen, um künftige Religionslehrer islamische Theologie zu lehren. Es ist ungewiss, ob sich diese Gastprofessuren für eine Übergangszeit finden lassen und dann auch noch die Zustimmung der muslimischen Beiräte finden. Den muslimischen Verbänden steht nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrats eine harte Bewährungsprobe bevor. Sollten sie nicht in der Lage sein, in den unabhängigen Beiräten einen Konsens über die religiöse Glaubwürdigkeit eines Kandidaten zu finden, verspielen sie ihre Einflussmöglichkeiten auf die Besetzung der Lehrstühle. Alevitische Gemeinden und Verbände können nicht mitwirken, solange sie sich nicht dem islamischen Kontext zurechnen.

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Erinnern Sie sich noch an den deutschen Konvertiten und mohammedanistischen Religionswissenschaftler Muhammad Kalisch? Sein Fall macht deutlich, dass es nicht nur ein Problem ist, genug wissenschaftlich gesinnte Religionslehrer zu finden. Man muss auch dafür sorgen, dass ihnen überhaupt jemand zuhört. Hier ein weiterer Beitrag von Frau Schmoll aus der heutigen FAZ:

Unfähig zur kritischen islamischen Theologie? Der Fall Kalisch

Muslimische Verbände sind bisher an den Lehrstühlen zur Ausbildung islamischer Religionslehrer und Theologen nur lose eingebunden. An der Universität Osnabrück, wo auch ein Lehrstuhl für Islamische Theologie geplant ist, gibt es einen Rat, in dem der türkische Verband DITIB und ein Zusammenschluss von Moscheegemeinden erfolgreich mitwirken. An der Universität Münster war ein ähnlicher Rat mit muslimischen Verbandsvertretern gegründet worden, der tatsächlich nur beraten darf. Als der dortige Lehrstuhlinhaber am Centrum für Religiöse Studien (CRS), Muhammad Kalisch, ein mit 15 Jahren vom Protestantismus konvertierter Muslim, jedoch die historische Existenz des Propheten Mohammed (übrigens auch die historische Existenz Jesu, Moses, Abrahams) bestritt und die traditionelle Auffassung über die Entstehungsgeschichte des Korans in Zweifel zog, kündigte der Koordinationsrat der Muslime (bestehend aus Ditib, Islamrat, Verband der Islamischen Kulturzentren und Zentralrat der Muslime) seine Mitarbeit auf, weil die Differenz zwischen eigenen Glaubensvorstellungen und Lehrauffassungen Kalischs zu groß erschien. Kalisch warf den Muslimen unter anderem vor, sie seien unfähig, kritische Theologien zu ertragen. Er sah sich als wissenschaftlichen Reformator der islamischen Theologie. Unter Islamwissenschaftlern ist seine wissenschaftliche Reputation außerordentlich umstritten. Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium hat Kalisch im Jahr 2008 von der Lehrerausbildung entbunden. Kalischs Assistentin Lamya Kaddor hatte ihre Stelle schon im März 2008 gekündigt, ein Jahr später hatten sich Studenten von Kalisch an die Hochschulleitung gewandt und seine Absetzung gefordert. Sie waren in Sorge, dass sie später von Verbänden und Eltern überhaupt als muslimische Religionslehrer anerkannt werden. Im selben Jahr kam eine Auseinandersetzung um eine Spende für das CRS hinzu. Die Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrats hat Kalisch angehört und ist dabei zu der Auffassung gelangt, dass der Lehrstuhl völlig neu besetzt werden sollte – unter Mitwirkung der muslimischen Verbände.

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Ein außerordentlich bedeutender „Vorgänger“ von Kalisch ist Muhammad Asad (3), ein muhammedanistischer Konvertit jüdischer Herkunft. Über ihn berichtete Till Reimer-Stoldt für die „Welt“ am 30. Januar (4).

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Es war der Sommer 1985, als Murad Hofmann (5) in Lissabon vor einem Hotel stand und auf sein Idol wartete: auf Muhammad Asad, den Vordenker eines westlichen Islams. Hofmann spähte nach einem Taxi aus, schließlich war Asad damals bereits 85 Jahre alt. Doch plötzlich bremste ein Citroen scharf vor seinen Füßen. Am Steuer saß – Asad. Nicht betont würdig, wie man von einem Islam-Gelehrten hätte erwarten können, sondern heiter und breit lachend. Kaum hatten sie sich in die Lobby gesetzt, forderte Asad den ehrfürchtig schweigenden Hofmann auf, nicht so viel zuzuhören, sondern mitzudiskutieren. Und dann fragte Asad ernsthaft, ob Hofmann Wein trinken wolle. Denn der fromme Asad hob trotz koranischen Alkoholverbots hin und wieder ein – kleines – Gläschen. Damals, 1985, demonstrierte Asad all das, was er seinen Glaubensgeschwistern stets einzuflößen suchte: Tatendrang und Herzensweite. Weil er aber sein Ende nahen sah, während er seine Mission längst nicht am Ziel wähnte, suchte er einen geistigen Erben. Und so schärfte er Murad Hofmann, dem 30 Jahre Jüngeren, dann ein: „Führen Sie meine Mission weiter.

Diese Mission ist ihrer Erfüllung näher gekommen. Denn erstmals liegt nun auf Deutsch Asads Manifest des weltweiten Reformislams vor: der von ihm übersetzte und kommentierte Koran. In 20-jähriger Arbeit hatte er das 1200-Seiten-Werk auf Englisch geschrieben. Längst ist es viele Male übersetzt worden (was keiner zweiten Koran-Übersetzung zuteil wurde).

(Asad hat sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt, T.)

Asad entdeckt im heiligen Text Weite, in seiner Auslegung werden die Begriffe mehrdeutig, fließend und westkompatibel. Ein Beispiel: Heutige Korankommentare definieren Nichtmuslime meist als ungläubig und Muslime als gläubig. Anders Asad: Er entnimmt dem Koran, dass es unter Muslimen Ungläubige, unter Nichtmuslimen Gläubige oder schuldlos Ungläubige gibt. Das konfliktträchtige Grobschema „Muslim hier, gottloser Rest da“ wird so unterlaufen… Und so entzieht er fast allen vermeintlich islamischen Überzeugungen, an denen sich Europäer reiben, das Fundament.

(Ehrlich gesagt, ich glaube, es sind vor allem die Mohammedanerasten, denen er das Fundament entzieht. Dies zeigt auch die Geschichte Asads, der immerhin an den Arbeiten zur Verfassung Pakistans beteiligt war. T.)

(…) Denn die Lebensgeschichte des vielsprachigen Kosmopoliten ist eine Kette von Enttäuschungen. So wurden seine Werke von den meisten Islam-Gelehrten wenig gewürdigt. Vielen Gläubigen war er schlicht und einfach zu modern. Zudem fehlte ihm die traditionelle Gelehrtenausbildung. Und noch immer gibt es vereinzelt Muslime, die argwöhnen, der Ex-Jude Asad habe sich nur als Muslim maskiert, um zersetzende Gedanken in den Islam hineinzuträufeln.

Enttäuscht war Asad auch von der real-existierenden islamischen Staatenwelt. In Saudi-Arabien, wo er lange das Herrscherhaus beraten hatte, wurde sein angeblich zu moderner Korankommentar öffentlich verbrannt.

(Wie man sieht, ist das Hauptproblem in Bezug auf den Reform-Mohammedanismus, ihn an den Mohammedanisten zu bringen. Ich persönlich bin bisher auch zu dem Schluss gekommen, dass A*schloch bin K*cken der adäquateste Nachfolger Klo H. Metzels ist, dass Asad und Co. aus der Sicht der Orks zu Recht abgelehnt werden. Andererseits kann es nicht schaden, wenn es unter den hiesigen Orks eine große Gruppe oder vielleicht sogar eine Mehrheit gibt, die sagt: „Wir sind Mohammedanisten, aber wir achten die westlichen, demokratischen Gesetze, die Freiheit und Gleichheit jedes einzelnen Bürgers, jetzt und in Zukunft“. Es kann uns nur nützen, wenn es für die Orks eine orkische Alternative zu den Hasspredigern gibt. Immerhin kann Reimer-Stoldt auch folgendes berichten, T.:)

Erst nach seinem Tod begann sich diese Hoffnung zu erfüllen: In Saudi-Arabien ist seine Koranübersetzung wieder erhältlich. In Bosnien wird er als Kopf eines europäischen Islams verehrt. Unter englischsprachigen Muslimen gilt er als Autorität. Und in Deutschland gibt es nun immerhin seine Hauptwerke auf dem Markt – und seinen hochaktiven Schüler Murad Hofmann. Der wurde im September übrigens zur islamischen Persönlichkeit des Jahres gekürt und vom Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate ausgezeichnet. Auch dort werden Asad und Hofmann neuerdings geschätzt.

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Das hört sich doch nett an. Ich würde aber keineswegs meine Hoffnung in diesen Fünfzigjahresplan legen. Nein, ich würde 1000 Kalischs und 100 Hofmanns geben und noch 10 Asads drauflegen, wenn ich dafür EINEN Geert Wilders bekäme.

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Time am 1. Februar 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/27/milieustudien-4-scheich-den-mahdi/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftsrat
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Asad
4) http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article6035089/Ein-freundlicher-Islam-aus-der-Wueste.html
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Murad_Hofmann

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2 Antworten to “Der deutsche Fünfzigjahresplan”

  1. Beate Minder Says:

    Geld sparen, alle nach Hause schicken, kein Gedanke mehr an Islam
    verschwenden, unbelehrbar, unbeherrschbar, ein Tor wer anders denkt!!

  2. Time Says:

    Hallo Beate,

    herzlich willkommen!

    Meine Meinung: Mehrheiten durch Überzeugung gewinnen. Gesetze erlassen. Korrekte Exekution der Gesetze global verständlich dokumentieren -> Transparenz! Beat Nazislahm! Let’s party!

    Ihr Time

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