Glauben Sie nicht an den Osterhasen

Zwei Leser der FAZ bedeuten heute den anderen, wo der Hase begraben liegt. Lesen Sie zunächst Dr. Peter Jost Liebig.

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Angesichts des Afghanistan-Dilemmas, das schon traumatische Züge annimmt, sollten wir uns auf den Klassiker besinnen, der die Bedeutung und das Zusammenspiel von Politik, Strategie und Taktik eindeutig beschrieben hat – Clausewitz. Vereinfacht gesagt: Politik bestimmt das Ziel, Strategie beschreibt den Weg zum Ziel und Taktik gibt die einzelnen Schritte auf dem Weg zum Ziel vor. Worin also besteht das Ziel der Politik, wenn – wie Kohler schreibt – das Kriegsziel der „Westminster-Demokratie“ aufgegeben ist? Es geht nur noch darum, wie man einigermaßen heil und unter Wahrung des eigenen Gesichts aus dem Dilemma herauskommt. Ein klares politisches Ziel, außer die eigene Haut zu retten, besteht nicht.

Worin besteht nun die „neue Strategie“? Im Osten nichts Neues, muss man in Anlehnung an Remarque feststellen. Die minimale Aufstockung der Einsatzkräfte und die Verdoppelung der Entwicklungshilfe, die vor allem in die Taschen der Taliban fließen wird, sind nur, wie ein Bundeswehrgeneral schon richtig festgestellt hat, ein Tropfen auf den heißen Stein. Und wie steht es um die Taktik? Da fragt man sich, ob die Berliner Politiker noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen glauben. Überläufern will man Arbeitsplätze, Fortbildungen oder Land anbieten, wohl wissend, dass sie dafür geköpft werden. Die unwilligen Taliban sollen in ein Drittland umgesiedelt werden. Ein Versöhnungsprogramm soll in einer großen Versammlung aller ethnischen Minderheiten beschlossen werden.

Wie weit kann man sich noch von den Realitäten in Afghanistan entfernen? Wie naiv muss man sein und wie ignorant gegenüber allen geschichtlich überlieferten Schreckensherrschaften, die aus fanatischen religiösen Überzeugungen heraus die Menschheit gepeinigt haben, um zu glauben, man könne mit den Taliban einen Frieden schließen, der nicht wieder in den islamischen Terror führt?

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Wenn es Ali Ashraff nicht gäbe, müsste der Counterjihad ihn erfinden:

Zu Heike Schmolls Bericht in der F.A.Z. vom 1. Februar (1): Wenn ein Lehrstuhlinhaber in Münster (ein vom Christentum konvertierter „Muslim“) sogar die Existenz des Propheten Mohammed bestreitet, ist es nicht verwunderlich, dass Muslime, die ihr „Muslimsein“ von diesem Propheten Mohammed ableiten, davon ausgehen, dass einflussreiche Kreise in Deutschland mit pseudowissenschaftlichen Argumenten die starke und unerschütterliche Bindung der Muslime an Mohammed und an den von ihm verkündeten Koran brechen oder zumindest schwächen wollen. Menschen, die sich als Muslime bezeichnen, wie Mohammed Kalisch, Bassam Tibi („Euro-Islam“) oder die Journalistin Necla Kelek, die den Glauben der Muslime an Gott, Koran und den Propheten durch Aufklärung „reformieren“ wollen, werden bei nahezu allen gläubigen Muslimen keine Anerkennung finden. Der Glaube an die Einheit und Einzigkeit Gottes und an seinen Diener Mohammed bilden das ewig gültige Fundament des Islams.

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Von Ali Arschab und seinem falschen Hasen Klohamett noch mal zum O-Hasen: Die oben stehende Karikatur von Greser & Lenz, welche den Titel der FAZ vom 22. März 2008 geschmückt hatte, verführte den Dimmi und Vollhonk Dr. Josef Schönberger am 5. April zu folgendem denkwürdigen Leserbrief :

Diese Zeichnung beschämt mich tief als F.-A.Z.-Leser und DEUTSCHEN. Warum muss Ihre an sich seriöse Zeitung jetzt mitmachen beim WETTBEWERB des Muslime-Beleidigens? Der Osterhase – ein tief sitzendes, wenn auch albernes christliches Symbol – wird von bewaffneten Muslimen bedroht. Jeder weiß, dass Talibane Muslime sind. Also entsteht die Assoziation im Kopf: Die Muslime bedrohen unser Ostern, also unser Christentum, also sind sie Terroristen. Diesen Funken Psychologie möchte man Ihnen zutrauen. Ihre Zeitung begibt sich hier auf ein sehr tiefes Niveau. Sie hilft mit, das Feuer der Ressentiments zu schüren. Wenn Muslime dann AUFBEGEHREN, zornig werden, dann tun die Zeitungen wie UNSCHULDSLÄMMER: Wieso regen die sich auf? Wir haben doch Pressefreiheit! Die Pressefreiheit VERKOMMT hier, wie bei den Mohammed-Karikaturen, zu der Freiheit, mit beliebiger Gemeinheit andere Religionen zu demütigen und Vorurteile zu schüren. Ich habe als Christ am Sonntag mit Muslimen Ostern und Nevruz gefeiert und ihnen Ihre Karikatur gezeigt. Die Muslime und auch die Deutschen waren TIEF getroffen. Einer der Muslime stand auf, NAHM MICH IN DEN ARM UND WIR WEINTEN BEIDE. Es TUT SO WEH, wenn die Medien auf den religiösen Gefühlen anderer Kulturen HERUMTRAMPELN und das Freiheit nennen. Wenn das Ihr intelligentester grafischer Beitrag zu Ostern ist, dann haben Sie NICHTS von Ostern begriffen und nichts von ANSTAND, Menschlichkeit und differenzierter Betrachtung im Umgang mit anderen Kulturen, also vom emotionalen Teil der Globalisierung. Wenn ein Deutscher eine ähnlich dämliche Karikatur über die Juden veröffentlicht, wird er verhaftet. Warum gilt nicht gleiches Recht für alle? Müssen wir erst MILLIONEN MUSLIME UMBRINGEN, bis eine gesetzlich verordnete MORAL uns zum RESPEKT ZWINGT?

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Mr. Moe (2) schrieb mehr dazu und verwies auch auf einen Beitrag von Wiglaf Droste aus der „taz“ vom 17. 10. 2006, aus dem ich hier abschließend ein Fragment bringe (3):

(…) Feridun Zaimoglu, bekennender gläubiger Muslim und im Schlepptau von Günter Grass 2005 als Reklameonkel für die Sozialdemokratie vollends zur Seife geworden, verkündete zur selben Zeit und ebenfalls in der taz: „Ich plädiere für die Freiheit der Kunst, doch mit religiösen Gefühlen sollte nicht gespielt werden.“ Da taten mir die religiösen Gefühle plötzlich richtig leid. Keiner soll mit ihnen spielen? Das ist gemein, so gemein, hundsgemein. Auch religiöse Gefühle fangen ja klein an; man muss sich nur vorstellen, dass sie von allen anderen Kindern gemieden und geschnitten werden – höchstens patriotische, vaterländische, nationale Gefühle, mit denen kein vernünftiger Mensch etwas zu tun haben möchte, spielen noch mit den ihnen nahe verwandten religiösen Phantomgefühlen. Das wäre doch fies, oder? Deshalb gilt: Haben wir Mitleid, zeigen wir Mitgefühl – spielen wir mit religiösen Gefühlen. Sie sind zwar nicht besonders helle und meistens auch ziemlich langweilig, aber wir sollten sie schon aus eigenem Interesse nicht der ihnen innewohnenden Humorlosigkeit überlassen. Spielen wir mit religiösen Gefühlen wie mit Körperteilen, die wir besonders gern mögen. Dameln und dölmern wir mit religiösen Gefühlen herum – anders werden ihre stolzen Besitzer niemals lernen, dass auch der schönste Glaube keine Legitimation dafür ist, andere Menschen zu belästigen.

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Time am 5. Februar 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/01/der-deutsche-funfzigjahresplan/
2) http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/04/05/wasser-marsch/
3) http://www.taz.de/?id=archivseite&dig=2006/10/17/a0193

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