Hell Ain’t The Worst Place To Be

Ich weiß, einige Freunde im Counterjihad werden mir nicht zustimmen, wenn ich schreibe, dass wir in Afghanistan das „falsche Schwein geschlachtet“ haben. 100%ig sicher bin ich mir natürlich auch nicht, und überhaupt ist man nachher immer klüger. Aber auch in den MSM ist diesbezüglich ein Wandel der Sicht spürbar. Nils Minkmar schrieb am 31. Januar in der FAZ beispielsweise (1):

„(…) Dabei können die Afghanen Terror: Dort wurden mit Hilfe der CIA die Fahrradbomben ersonnen, mit denen die Familien sowjetischer Offiziere ermordet wurden, während Väter und Ehemänner das Land „befriedeten und stabilisierten“. Die westlichen Dienste haben damals keine Kosten gescheut, den paschtunischen Kämpfern beizubringen, wie man Sprengfallen baut und Magnetzünder verwendet. Wer die entsprechenden Passagen darüber in Steve Colls Buch „Ghost Wars“ nachliest, muss seinen Zynismus zügeln: Ein großes Problem war, schreibt Coll, dass Paschtunen nichts übrighatten für Selbstmordattentate, das war mit ihrer Religion und ihrem Ehrenkodex nicht zu vereinbaren. Also haben CIA und die Saudis unter großen Mühen religiös verwirrte Araber ins Land geholt, um es vorzumachen. Heute klappt es.(…)“

Hier Arno Maierbrugger von „Economyaustria“ (2): „(…) Man darf allerdings nicht vergessen, dass die USA heute die Früchte ihrer wenig durchdachten Außenpolitik zu Zeiten des Kalten Krieges ernten, als die CIA der größte Geldgeber für Madrasas in Afghanistan und Pakistan war, um die Ausbildung von Mudschaheddin-Kämpfern gegen die Sowjets zu stützen.(…)“

Der „Spiegel“ #4 brachte unter der Überschrift „Pakt mit dem Teufel“ einen ausführlichen Aufsatz von Marco Evers, Uwe Klussmann, Christian Neef und Gabor Steingart über Afghanistan, der kostenlos heruntergeladen werden kann (3). Lesen Sie im Folgenden einen zusammenhängenden Auszug, der die Jahre der sowjetischen Besatzung, Differenzen und Übereinstimmungen zur heutigen Situation sowie die aktuelle Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland beschreibt:

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(…) 1973 putschten in Moskau ausgebildete Offiziere, fünf Jahre später übernahmen die Kommunisten dann direkt die Macht. Allerdings sehr zur Überraschung der Sowjetführung, die eine sozialistische Revolution für das allzu rückständige Afghanistan noch gar nicht vorgesehen hatte.

Die folgenden Monate standen im Zeichen blutiger Fraktionskämpfe in der Regierungspartei, das Regime errichtete eine Schreckensherrschaft. Überall flammten daraufhin Aufstände auf, bald erreichten sie Kabul, die Regierung verlor die Kontrolle über viele Provinzen. Zum starken Mann aber wurde der Paschtune Hafisullah Amin – er hatte in den USA studiert, was die Sowjets von Anfang an misstrauisch stimmte.

Im September 1979 stürzte Amin den Moskau-treuen Präsidenten und ließ ihn mit einem Kissen ersticken, woraufhin der Kreml die Geduld verlor. Der Verlust des Bündnispartners und die Angst vor einer unsicheren Südflanke ließen das bislang Undenkbare Wirklichkeit werden: Der Befehl zum Einmarsch fiel. Von wem er gefasst wurde, ist bis heute nicht klar. Führende Politiker und Militärs in Moskau hatten sich immer wieder gegen eine militärische Operation in Afghanistan ausgesprochen – obwohl die Kabuler Regierung seit Monaten um ein Eingreifen bat. Mehrere Heerführer leisteten sogar Widerstand, was sie ihre Posten kostete. Die Parallelen zum Krieg, der nun begann, sind jene, die amerikanische wie britische Militärs heute besonders umtreiben, wenn sie über die Zukunft von „Enduring Freedom“ nachdenken.

Auch die Sowjets wollten nichts anderes tun, als das unberechenbar gewordene Afghanistan stabilisieren. Es ging ihnen nicht um den Ausbau imperialer Macht, wie der Westen damals unisono behauptete, weil dies im Kalten Krieg so wunderbar klang, sondern um eine „zeitlich befristete Aktion“. „Wir dachten, es würde schnell vorübergehen. Wir glaubten, wenn eine solch mächtige Armee wie die unsere einmarschiert, würden die Dinge schnell geregelt sein“, erinnert sich ein General a. D. „Ja, der Bluthund Amin hätte das Land möglicherweise zu einem zweiten Kambodscha“ gemacht, schrieb der spätere Berater Michail Gorbatschows, Anatolij Tschernjajew – damals in der Parteiführung für Außenpolitik zuständig -, am 30. Dezember 1979 in sein Tagebuch. „Aber haben wir tatsächlich nur aus revolutionärer Menschenliebe eine Aktion vom Zaun gebrochen, die im Bewusstsein der Welt in einer Reihe stehen wird mit Finnland 1939 und der Tschechoslowakei 1968?“ Spezialeinheiten des KGB und des Militärgeheimdienstes hatten Amin zu dieser Zeit bereits liquidiert, in jenem von den Deutschen errichteten Königspalast.

Nachfolger wurde dessen ärgster Rivale Babrak Karmal, der Sohn eines Generals. Moskau selbst hob ihn auf den vakanten Thron und flog die ersten sowjetischen Divisionen ein. Sie hatten nicht den Auftrag, die Aufständischen zu bekämpfen, dafür waren sie gar nicht ausgebildet. Aber genau das mussten sie in den folgenden Jahren dann tun, als ein zermürbender Guerillakrieg losbrach. Die afghanische Armee war mit ihm völlig überfordert. Moskau war sich über die Umstände eines Krieges am Hindukusch nicht wirklich im Klaren. Nichts illustriert dies besser als eine Bemerkung des damaligen Außenministers Andrej Gromyko. Als einer seiner Stellvertreter darauf hinwies, dass die drei britischen Invasionen in Afghanistan allesamt gescheitert seien, fragte Gromyko finster: „Wollen Sie etwa unsere internationalistischen Streitkräfte mit denen der britischen Imperialisten vergleichen?“ „Nein, natürlich nicht“, antwortete sein Untergebener: „Aber die Berge sind dieselben.“

Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, haben Amerikaner wie Briten nach 2001 versucht, in Moskau herauszufinden, welche Fehler sie bei ihrem Afghanistan-Einsatz vermeiden könnten; Politiker wie Militärs pendelten zu diesem Zweck zwischen Washington, London und der russischen Metropole. Zwei Männer haben sich besonders intensiv über dieses Thema ausgetauscht: der ehemalige britische Brigadegeneral Ed Butler und der sowjetische Afghanistan-Veteran Ruslan Auschew. Butler war Chef des 22. Special-Air-Service-Regiments in der afghanischen Provinz Helmand, einer Spezialeinheit, die hinter den feindlichen Linien arbeitet, er ersann den Masterplan zur Bekämpfung der Taliban in der Region. Wegen seiner Führungsstärke galt Butler bereits als künftiger Kopf der britischen Streitkräfte, da trat er 2008 überraschend zurück. Auschew wiederum, vom kaukasischen Volk der Inguschen, diente als Bataillons- und dann als Stabschef eines Regiments in Moskaus Afghanistan-Armee. Als 28-Jähriger wurde er „Held der Sowjetunion“, er hatte sich in den Bergen des Hindukusch äußerst tapfer gezeigt. 1986 am Salang-Pass nördlich von Kabul schwer verletzt, stieg er später zum General auf und wurde Präsident seiner Heimatrepublik Inguschien.

Schon als Butler 2006 die britischen Operationen in Helmand plante, hatte er einen russischen Oberst zum Erfahrungsaustausch in sein Hauptquartier eingeladen. Kürzlich traf er nun mit Auschew zusammen, und das, was die „Sunday Times“ über dieses Gespräch berichtete, ist überaus lehrreich.

Auschew zählte dem Briten die russischen Fehler auf, die der Westen in Afghanistan wiederhole: „Wir ergriffen Partei“, sagte er, „genau wie jetzt die Koalition: Ihr unterstützt einen Teil der afghanischen Gesellschaft gegen einen anderen. Und je länger der Krieg, umso mehr leistet dieser Widerstand. Sie müssen begreifen, dass die Taliban keine Terroristen sind. Sie können terroristische Taktiken nutzen, aber sie sind Teil der afghanischen Bevölkerung. Ihr kämpft also gegen einen Teil der Bevölkerung – so wie damals wir.“ Auch in anderen Punkten war Auschew präzise und klar. Immer neue Truppenverstärkungen, wie von den Amerikanern gefordert? 40.000 Mann mehr oder weniger – das spiele keine Rolle, so Auschew. Die Sowjets hätten 120.000 Soldaten im Land gehabt, etwa so viele wie die jetzige Koalition. Aber schon sie hätten zwei Drittel der Armee für den Schutz der eigenen Garnisonen, der Städte und Straßen gebraucht – so wie die westliche Koalition jetzt. Es habe wohl keinen Quadratkilometer in Afghanistan gegeben, der von einem sowjetischen Soldatenstiefel unberührt geblieben sei. „Aber kaum war der Stiefel weg, war der Feind genau wieder an dieser Stelle.“ Demokratische Wahl eines afghanischen Präsidenten? Moskaus Statthalter Karmal sei so schwach und unpopulär gewesen, wie Hamid Karzai jetzt, sagt Auschew: KGB-Spezialeinheiten hätten ihn rund um die Uhr beschützt, Kabul verlassen konnte er so gut wie nie. Einen Staatschef aber nach westlichem Muster wählen zu lassen, so wie Hamid Karzai im August 2009, sei zwecklos; niemand anderes als eine Loya Jirga, eine Stammesversammlung, könne bestimmen, wer das Land führe. Schließlich die Kriegsziele: „Ihr habt 2001 der Welt erklärt, eine terroristische Bedrohung zurückdrängen zu wollen, jetzt aber wollt ihr das Land, in dem die meisten Menschen nicht mal lesen können, auch noch ,demokratisieren'“, so Auschew zu seinem britischen Gast. „Wir haben den gleichen Fehler gemacht: Wir drängten den Afghanen den sowjetischen Way of Life auf und sagten ihnen, sie müssten Kolchosen und Pionierlager haben wie wir. Und dann erklärten wir den Muslimen auch noch, Religion sei Opium fürs Volk.“

Immerhin: Der alte Afghanistan-Kämpe Auschew sieht zwei Vorteile auf Seiten der Koalition. Sie sei militärisch wesentlich besser eingestellt auf ihre Mission als seinerzeit die Sowjets, und sie habe die meisten Länder auf ihrer Seite: „Wir hatten den größten Teil der Welt gegen uns.“ Dass das militärische Vorgehen mit „Nation building“ gekoppelt werden müsse, mit dem zivilen Wiederaufbau, erkannte vor 30 Jahren auch Moskau. 15.000 Ingenieure und Techniker bildete es aus, 100.000 Menschen bekamen Arbeit durch neue Wirtschaftsprojekte. Um die Afghanen für sich zu gewinnen, räumten die Sowjets sogar russische Provinzkaufhäuser leer und schafften von dort Schuhe, Wintermäntel und Lebensmittel heran, wie sich Walerij Iwanow erinnert, der ab 1979 Chefberater für Wirtschaft in der Kabuler Regierung war. Aber auch Iwanow kommt zu einem pessimistischen Schluss: Ja, sie hätten Brotfabriken in Kabul errichtet, das hätte die Afghanen beeindruckt. Aber zur selben Zeit hätten die eigenen Soldaten im „Anti-Terror-Kampf“ gegen die Mudschahidin ganze Dörfer in Schutt und Asche gelegt – die Stimmung im Volk schlug um.

Eine Partisanenbewegung am Hindukusch vernichten? Iwanow glaubt nicht an diese Möglichkeit. Die afghanischen Genossen, die Tag für Tag den russischen Beratern freundlich zulächelten, hätten oft Verbindung zu den Widerstandsgruppen gehabt. „Verrat gilt in Afghanistan als Handelsgeschäft“, bilanziert er: Allenfalls könne man durch massiven Wirtschaftsaufbau den Einfluss der Rebellen begrenzen. Spricht auch das gegen die jetzige Mission? Der Westen hat seit 2001 ebenfalls viel für den Aufbau getan. Er hat 3500 Schulen gebaut, in denen jetzt mehr als sechs Millionen Kinder lernen; er hat neue Kliniken eingeweiht und 13 000 Kilometer Straßen angelegt oder repariert. 80 Prozent der Afghanen wohnen inzwischen nicht weiter als 50 Kilometer von der neuasphaltierten Ringstraße entfernt, die durch ganz Afghanistan führt – ein unschätzbarer Fortschritt in dem unwegsamen Land. Und seit die Überlandleitung aus Usbekistan fertig ist, gibt es endlich ausreichend Strom in Kabul. Das erklärt, warum viele Afghanen 2010 optimistischer in die Zukunft blicken als im Jahr zuvor, wie eine Umfrage der Fernsehsender ARD, ABC und BBC jetzt ergab. 70 Prozent meinen demnach, die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Aber was ist diese Zahl wert, wenn ebenfalls eine Mehrheit der Befragten sagt, dass die Nato ihren Job nur schlecht erledige? Es ist alles relativ in Afghanistan. Denn zur Wahrheit gehört: Nach wie vor hat nur jeder Sechste Strom, nur jeder Achte Zugang zu sauberem Trinkwasser, 70 Prozent der Menschen sind mit Nahrungsmitteln unterversorgt, und noch immer sterben hundert Frauen pro Tag an Schwangerschaftskomplikationen oder Tuberkulose.

Die Erkenntnis, angesichts der Tücken vor Ort möglichst bald wieder den Rückzug anzutreten, kam auch dem Kreml ziemlich schnell, schon 1983 dachte er über eine Exit-Strategie nach. Für den Abzug brauchte er dann aber fast sechs Jahre – es sollte ja einer sein, bei dem die Sowjets ihr Gesicht wahren konnten. Und sie taten, was die internationale Gemeinschaft in diesen Monaten ebenfalls tut: Sie versuchten, die Verantwortung für Land und Sicherheit wieder den Afghanen zu übertragen. Das Schlüsseldatum dazu war der 15. Januar 1987, als der 39-jährige Arzt Mohammed Nadschib die „nationale Versöhnung“ ausrief. Nadschib, früher Chef des Geheimdienstes, hatten die Sowjets kurz zuvor an die Stelle Karmals gesetzt, er sollte alte nationale Werte wieder zur Geltung bringen und den Widerständlern so das Wasser abgraben. Niemand nahm ihn anfangs für voll, er galt als einfältig, doch dann erlangte der Paschtune eine verblüffende Popularität: Er drückte seine Verbundenheit mit dem Islam durch eine Namensänderung aus: Fortan nannte er sich Nadschibullah. Er erhob den Islam zur Staatsreligion, übernahm die Bezahlung von 20 000 Mullahs und berief eine Loya Jirga ein, die für viele das gute alte Afghanistan verkörperte. Die Nationale Vaterländische Front, die auf sein Geheiß im alten Königspalast zusammentrat, war eine Revolution: Erstmals saßen wieder Funktionäre der kommunistischen Volkspartei neben bürgerlichen Politikern, bärtige Mullahs neben ehemaligen Flüchtlingen. Auch einstige Führer „konterrevolutionärer Banden“ waren da: von Nadschibullah abgeworbene Mudschahidin. Sie hatten lange mit der Regierung verhandelt, bevor sie in einen Waffenstillstand einwilligten – im Gegenzug gestattete ihnen Kabul, Stammesregimenter zum Schutz der eigenen Dörfer zu bilden. Viele Mudschahidin koppelten sich auf diese Weise von den etablierten Widerstandsparteien ab und riefen in der Folge halbautonome Kleinstaaten aus, so der Tadschike Ahmed Schah Massud im Pandschirtal oder der Warlord Ismail Khan in seiner Heimat Herat. Aber der neue Pluralismus blieb vielfach Fassade.

Als die Sowjetunion zwei Jahre später mit ihren Truppen den Rückzug antrat und Nadschibullah allein war mit den Mudschahidin, konnte er sich nicht mehr lange halten. 1992 wurde er gestürzt, ein schrecklicher Bürgerkrieg begann, er flüchtete in die Uno-Vertretung in Kabul. Vier Jahre später marschierten die Taliban ein und knüpften den Ex-Präsidenten an einer Straßenkreuzung auf. (…)

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Die Wirklichkeit war farbiger bzw. blutiger: „Najibullah left hanging from a Kabul lamp post with his genitals stuffed in his mouth (4).“ Der Spiegel bringt ein Foto. Sehen Sie, wie sich diese Monster über ihre gräßliche Untat freuen. Warum stellt der „Spiegel“ so nüchtern die gesamte Entwicklung dar, ohne mal einen Blick darauf zu werfen, wie die Kriegsrealität für die sowjetischen Soldaten aussah? Ich kann mich noch erinnern, wie in der „Welt“ seinerzeit mit einer Mischung aus Schaudern und Bewunderung berichtet wurde, dass die Orks russischen Wehrpflichtigen bei lebendigem Leib die Haut vom ganzen Körper abzuziehen pflegten. Kommentator „wolzow“ berichtet über die Erinnerungen des Generals Alexander Lebed (5): „Hemd ausziehen, eine beliebte Foltermethode der Afghanen. Dabei schneidet man dem Opfer die Haut so auf, dass Rücken und Bauch offen sind, der vordere und hintere Haut-Teil werden dann über dem Kopf zusammen gebunden. In die dann riesige offene Wunde wird Salz gestreut…“  Peter Scholl-Latour (6): „Der Brutalität in Afghanistan sind keine Grenzen gesetzt.“ Und sie ist allgegenwärtig. Aber googeln Sie mal „Afghanistan Folter“, da kriegen sie nur Berichte über angeblich von den Amerikanern ausgeübte Folter. Was macht die widerlichen Orks bloß so sympathisch für unsere Medienfutzies?

Heute bringt die FAZ einen Artikel von Matthias Rüb über Charlie Wilson, den „Bewaffner der Mudschahedin“. Rüb feiert nicht nur den verkommenen Lebensstil des Verstorbenen, sondern auch die Bewaffnung der Orks als „historische Leistung“ und die grausamen und perversen Folterknechte und Mordbuben als „Freiheitskämpfer“ (7):

„Charles Nesbitt Wilson liebte die Frauen, die Freiheit, den Whiskey, Texas und das Vaterland – wahrscheinlich in dieser Reihenfolge. Am 10. Februar starb der langjährige Abgeordnete für einen ländlichen Wahlkreis im Osten von Texas und einstige Leutnant der amerikanischen Kriegsmarine im Alter von 76 Jahren in einem Krankenhaus in Lufkin in Texas. Seit 2007 hatte ein Spenderherz in seiner Brust geschlagen. Sein eigenes Herz, so hieß es, sei vom Lebenswandel des weithin als „Good Time Charlie“ bekannten hochgewachsenen Texaners vollkommen ausgelaugt gewesen. Charlie Wilsons historische Leistung besteht darin, die größte verdeckte Operation des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA angestoßen zu haben. Es war die Unterstützung der Mudschahedin gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans, die 1979 nach einem „Hilferuf“ des kommunistischen Regimes in Kabul in das Land am Hindukusch einmarschiert waren. Zehn Jahre dauerte der Krieg, bis die geschlagenen sowjetischen Truppen Ende 1989 schließlich abzogen. Wie der Sieg der Freiheitskämpfer gegen die Supermacht möglich gewesen sei, wurde der zu jener Zeit in Pakistan mit eiserner Hand regierende Präsident Zia ul Haq damals gefragt: „Alles, was ich sagen kann“, antwortete der General, „Charlie hat es getan.“ (…) Als Wilson Anfang der achtziger Jahre sein Herz für die Freiheit der Afghanen entdeckte, war er in Washington längst schon als Frauenheld und Partylöwe bekannt. Seine wechselnden Freundinnen wurden „Charlie’s Angels“ genannt. Trotz zahlreicher Anklagen wegen Trunkenheit am Steuer und Drogenkonsums – etwa mit zwei nackten Tänzerinnen in einer Badewanne in Las Vegas – wurde er nie verurteilt. Seine Ausschweifungen und Überschreitungen stritt Wilson nie ausdrücklich ab, er gab sie aber auch nicht offen zu. (…)“

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Welche „Freiheit“ könnte das gewesen sein, für die diese abartigen Schlächter gekämpft haben bzw. jetzt kämpfen? Für die „Freiheit“ der Drogenbarone und Kriegerfürsten? Für die „Freiheit“, in der Gruppe ein Mädchen zu vergewaltigen, und danach an ihrer Steinigung teilzunehmen? Der Gebrauch des Wortes „Freiheit“ ist in Bezug auf Orks und insbesondere auf ihre besonders scheußliche Unterart der Afghanen m.E. völlig deplaziert, ebenso wie z.B. auch die Vokabel „Gott“! „Gotteskrieger“ gibt es nicht, wohl aber „Allakrieger“, und deren „heiligen“ Städte sind Orte des Verbrechens und der Qual und das Gegenteil dessen, was die Wortwahl glauben machen will. Counterjihad fängt im Kopf an, und man muss nach meiner Ansicht auf klare Begrifflichkeit achten. Natürlich ist das Ende des Bolschewismus großartig, aber der Untergang des riesigen Sowjetimperiums steht doch nicht im direkten Zusammenhang damit, dass ein paar Tausend Soldaten in Afghanistan gefallen sind.

Diese Fehler sollten wir nicht wiederholen. Wir sollten nicht nochmal zulassen, dass die Orks einen Keil zwischen die zivilisierten Nationen (zu denen ich bezüglich des Counterjihad auch das kommunistische China zähle) treiben. Auch nicht in unseren Köpfen!

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Time am 12. Januar 2010

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1) http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ED04D51219FF048DF9E2DD12BFBD74CD6~ATpl~Ecommon~Scontent.html
2) http://www.economyaustria.at/dossier/kaderschmieden-des-islam
3) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68785446.html
4) http://www.guardian.co.uk/politics/2001/sep/13/september11.britainand911
5) http://de.altermedia.info/general/bombenstimmung-in-afghanistan-010909_15934.html
6) http://www.bz-berlin.de/archiv/foltern-sie-auch-den-zweiten-deutschen-article331625.html
7) http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E12865900E3D94D8982F0130851AA9AAF~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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2 Antworten to “Hell Ain’t The Worst Place To Be”

  1. L. Says:

    Ihre Erinnerung ist nach wie vor massiv irrtumsbelastet. Es ist eben nicht so, daß „die Orks einen Keil zwischen die zivilisierten Nationen“ getrieben haben, sondern ab dem Einmarsch der SU in Afghanistan war es erstmals möglich einen Keil zwischen die von Ihnen sog. Ork-Staaten und die mit denen verbündeten kommunistischen Staaten zu treiben.
    Diese Gelegenheit wurde kompromißlos genutzt und es hat funktioniert.

    „Natürlich ist das Ende des Bolschewismus großartig, aber der Untergang des riesigen Sowjetimperiums steht doch nicht im direkten Zusammenhang damit, dass ein paar Tausend Soldaten in Afghanistan gefallen sind.“
    Richtig. Aber Ronald Reagan hat ja nicht nur das sondern auch SDI und sicher noch einen Haufen anderer Dinge, die wir nicht bemerkt oder vergessen haben, getan. Unter anderem <> hat er auch den Iran-Irak Krieg geschürt was doch gerade ihnen eine besondere Freude gemacht haben muß, da man danach nie wieder so viele tote <> auf einen Haufen gesehen hat.
    Und es waren nicht die paar Tausend Soldaten psychologisch ausschlaggebend, sondern die Tatsache, daß die ach so ruhmreiche internationalistische Sowjetarmee sich gegen einen Haufen Zottelbärte nicht durchsetzen konnte.

    Die US-Intervention in Vietnam war ein Fehler und die Kommunisten haben es genutzt. Es hat ihnen nichts geholfen und Vietnam ist jetzt ein Verbündeter der USA.

    Die Intervention in Afghanistan war ein Fehler und er wurde zu einem von mehreren Sargnägeln der SU.

  2. Time Says:

    Hallo L.,

    vielen Dank für ihren interessanten Kommentar. Auf einen Punkt möchte ich näher eingehen.

    Wenn Sie schreiben „… was doch gerade Ihnen eine besondere Freude gemacht haben muß, da man danach nie wieder so viele Tote auf einem Haufen gesehen hat“, haben Sie mich missverstanden. Ich gebe es zu: Wenn ich mal wieder über eine besondere Scheusslichkeit lese (s.o.), denke ich schon oft intuitiv „Nur ein toter Ork ist ein guter Ork“. Das ist aber nur ein Impuls, den ich nicht zu einer politischen Maxime machen möchte. Ich liebe das Leben, danke Gott für jeden Tag und gönne es allen Menschen. Deshalb hasse ich Kommunismus, Faschismus und Mohammedanismus, weil sie die wunderbarste Schöpfung Gottes so extrem missachten und Leichenberge auftürmen, die zig-Millionen Körper hoch sind. Der Massenmord ist in diesen Ideologien angelegt, in ihren Grundlagentexten. Ich bin gegen diese Ideologien und ihre Grundlagentexte, nicht gegen einzelne ihrer gehirngewaschenen Anhänger.

    Geert Wilders sagte vor Gericht: „Es ist nicht meine Absicht, eine Ideologie der Eroberung und Zerstörung zu verschonen, aber ich will auch keine Menschen beleidigen. Ich habe nichts gegen Muslime. Ich habe ein Problem mit dem Islam und der Islamisierung unseres Landes. Weil der Islam das genaue Gegenteil der Freiheit ist.“ (1)

    Übrigens finde ich in Bezug auf den ersten Golfkrieg Iran/Irak 1980 – 1988 folgendes interessant: Nasrin Amirsegdi (2) bilanziert auf iranischer Seite „eine Million Kriegsopfer, eine Million Kriegsinvaliden, 11 Millionen Kriegsflüchtlinge und Obdachlose, über 350 Milliarden $ Kriegsschaden“, aber Amir Hessan Cheheltan stellte gestern fest (3): „Seit 1979 hat sich die Bevölkerung Irans verdoppelt: Zwei Drittel der siebzig Millionen Iraner sind unter dreißig.“ Mit anderen Worten hat zumindest im Iran das „Abschmelzen des Youth-Bulge“ (Heinsohn) weder zu einer Beruhigung der politischen Lage noch der Geburtenrate geführt.

    Ich grüße Sie herzlich,

    Time

    _____

    1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/21/der-preis-der-freiheit/
    2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/ein-riesen-mammut-schiss/
    3) http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E8A89F4B098BC447BB9D107A727BF8855~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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