Najem Wali: Die Palaraber

„Palaraber“, diesen treffenden Ausdruck, den ich von Heplev habe, benutzt der deutsche, irakisch-stämmige Schriftsteller Najem Wali nicht. Er geht jedoch, wenn man bedenkt, dass er die ganze mohammedanistische Gehirnwäsche erlebt hat, ziemlich schonungslos mit diesem „Völkchen“ und vor allem seinen Führern ins Gericht, das sich so verblendet von diesen und den anderen Diktatoren der mohammedanistischen Staaten instrumentalisieren und im Elend halten läßt. Lesen Sie einen weiteren Auszug aus Walis Buch „Reise in das Herz des Feindes“ (S. 44 – 54).

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(…)

In dem für seine Fischgerichte berühmten Hafenrestaurant von Abu Zaid brachte uns die Kellnerin zunächst die hebräische Speisekarte. Zaid, der arabische Chef des Restaurants, hieß uns persönlich willkommen, als er erfuhr, dass wir aus dem Irak stammten. Er verbarg seinen Kummer über den Schaden, den muslimische Selbstmordattentäter den Arabern trotz langjährigem Zusammenleben mit den Israelis zugefügt hatten, keineswegs. Aber er übergab mir auch eine Botschaft, die ich an die Araber weiterleiten sollte. Er erzählte mir, wie die Islamisten alles daransetzten, ihnen das Leben schwerzumachen: „Wir arbeiten hart und geben uns die größte Mühe mit dem Erwerb unseres Lebensunterhalts. Und dann schleichen sie über die Grenze, um uns das Herrschaftsmodell aufzudrücken, das sie sich wünschen.“ Sein Restaurant liegt in Haifa, aber er kommt jeden Tag aus dem nahe gelegenen Nazareth. Eine halbe Stunde, erzählt er, dauert die Autofahrt. Und er beklagt sich offen über seine sogenannten Brüder in Ramallah, denen ihre Vorteile als israelische Staatsbürger mit ähnlichen Rechten wie ihre jüdischen Landsleute nicht begreiflich zu machen sind. „Frag die Araber von 48 (das sind die Araber, die nach dem Krieg von 1948 nicht der arabischen Aufforderung Folge leisteten, aus Israel zu fliehen, sondern die im Land blieben, heute 20% der israelischen Bevölkerung stellen und die gleichen Rechte wie alle anderen Mitbürger genießen, mit Ausnahme des Rechtes auf Militärdienst, T.)„, erklärt er. „Sie werden alle dasselbe sagen.“

Das bedarf keiner Bestätigung. Ich habe schon zuvor ähnliche Worte von Salih ‚Abbasi (Walis Verleger, T.) auf der Buchmesse von Jerusalem vernommen. Bevor wir den Bürgermeister von Haifa trafen, bedeutete er mir, dass er über den Verlust seiner palästinensischen Nationalität nicht betrübt wäre. Er könne daherreden, was er wolle. Würde er in der Westbank oder im Gazastreifen leben, könnte er nicht so unverblümt sprechen. Er könne nach Belieben jede israelische Regierung kritisieren – in der Westbank wäre das unmöglich. Oder könne er dort etwa den Regierenden vorwerfen: „Ihr seid heuchlerisch und bestechlich“? Er erzählte, dass die Palästinensische Autonomiebehörde, die die Araber von 48 als Verräter bezeichnet, ihn gebeten habe, im April 2006 die Buchmesse von Tunis zu besuchen, um die Palästinenser dort zu vertreten. Er sollte die palästinensische Flagge aufstellen und behaupten, er verträte Palästina. Als er fragte, wer die Reisekosten übernähme, antwortete man ihm, er solle auf eigene Kosten reisen; die ihm zuteil werdende Ehre sei genug. „So sind sie“, meinte er. „Nichts sprach für sie dagegen, einschließlich dem Antritt zur Reise alles mir zu überlassen, selbst wenn ich den Namen der Stadt Halfa verwendete und davon absah, ihre Flagge zu hissen.“ Ihnen kam es allein darauf an, „das Geld, das die tunesische Regierung ihnen zur Kostendeckung für die Teilnahme an der Buchmesse überwiesen hatte, in die eigene Tasche zu stecken. Sollte ich da mit meinen Mitteln reisen und mich in ihrem Namen an der Ausstellung beteiligen?“

Kein Araber in Haifa wird die Vorteile übersehen, die er in dieser Stadt genießt. Der Lebensstandard lässt sich vielleicht mit dem in den Golfstaaten oder dem Königreich Saudi-Arabien vergleichen. Was jedoch das Niveau an Freiheit und Rechten betrifft, das die Araber von 48 (und insbesondere die von Haifa) erreicht haben, so übertrifft es das der meisten Länder der arabischsprachigen Welt! Am ungünstigsten fällt der Vergleich von Lebensstandard und Rechten zwischen den Arabern von 48 und denen unter der Palästinensischen Autonomiebehörde auf. Die beiden „Brüder“ unterscheiden sich nicht durch sechzigjahre der Trennung voneinander. Sie scheinen Lichtjahre voneinander entfernt zu sein.

Die Palästinenser kann man in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe ist die der Araber von 48… Die zweite Gruppe sind die Araber von 67 – die Palästinenser, die in den Gebieten leben, die die Israelis nach dem Sechstagekrieg vom Juni 1967 besetzten: Westjordanland oder Westbank, wie der internationale Journalismus es nennt, und Gazastreifen. Neben dem ehrwürdigen jerusalem umfasst die Westbank berühmte Städte wie Bethlehem, die Stadt Chalil (Hebron), Tulkarem und Ramallah, gegenwärtig der Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde, wo ihr Anführer, Jassir Arafat, bis zu seinem Tod residierte. Bis zum 5. Juni 1967 unterstand die Westbank dem haschemitischen Königreich Jordanien als Teil dieses Staates. Ähnlich verhielt es sich mit dem Gazastreifen, der bis zu jenem Datum zu Ägypten gehörte. Dem Völkerrecht nach hätten Jordanien und Ägypten die Rückgabe der im Juni 1967 von Israel besetzten Gebiete verlangen können. Aber die beiden Staaten sahen davon ab, sich für die dort lebenden Palästinenser einzusetzen, und überließen es der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), als offizieller Sprecher des palästinensischen Volkes in der Westbank und im Gazastreifen aufzutreten. Ein Paradox, das hier Beachtung verdient, ist die Tatsache, dass König Hussein von Jordanien seine Hand nicht vom Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee abzog – bis heute unterstehen die beiden Moscheen der Leitung frommer jordanischer Stiftungen. Die dritte Gruppe sind die in der Diaspora lebenden Palästinenser, die sich über zahlreiche Länder der Welt verteilen. Der größte Teil lebt in Jordanien, Syrien und dem Libanon in Siedlungen, die man nach wie vor „Flüchtlingslager“ nennt. Tatsächlich waren sie früher nichts als von der „Flüchtlingshilfe“ verwaltete Baracken auf freiem Feld und keine Wohnhäuser wie heute. Ein nicht unbeträchtlicher Teil von versprengten Palästinensern lebte und arbeitete in Kuwalt – bis ins Frühjahr 1991, als Saddam Hussein das Land überfiel und sich viele Palästinenser auf die Seite des irakischen Eroberers schlugen… Die palästinensischen Auswanderungswellen ebben bis auf den heutigen Tag nicht ab; sie verstärkten sich sogar, seit die islamistische Hamas an die Macht gekommen ist; insbesondere die Mittelschicht zieht es in die reichen Länder – nach Saudi-Arabien, in die USA und nach Europa).

(…)

Wer gedacht hatte, die Anerkennung der PLO als Sprachrohr des palästinensischen Volkes – seien es die arabischen Staaten oder die Vereinten Nationen – würde dessen Lage verbessern oder es dazu bringen, mit einer Stimme zu sprechen, der sah sich schnell getäuscht. Arafat trat mit dem Revolver im Gürtel und einem Ölzweig in der Hand vor die Vereinten Nationen. Zunächst gewann dieses Bild weltweit Millionen begeisterte Fürsprecher, die für die Sache der Palästinenser eintraten und angesichts dieser Versöhnungsgeste in Jubel ausbrachen. Sogar für die Palästinenser von 48 war dieser Stimmungswandel ein gutes Vorzeichen. Endlich jemand, der die Verständigung mit friedlichen Mitteln auf den Weg brachte, der das Schicksal selbst in die Hand nahm – nicht durch Flugzeugentführungen und Sprengungen, nicht durch bewaffneten Kampf, nicht mit den mörderischen Parolen der Fatah-Bewegung, Arafats Organisation, die die absolute Mehrheit im nationalen Rat der Palästinenser und in den Exekutivorganen der PLO innehatte. Ein Blick auf die Gebiete der Araber von 48 zeigt, dass sich der im Jahr 1936 begonnene Kampf der Palästinenser gegen die Besatzung zu im Voraus verlorenen Kriegen entwickelte, zu Mordoperationen, die den Palästinensern nichts als Katastrophen und Vernichtung einbrachten. Wer aber glaubte, dass Arafat und die Palästinensische Befreiungsorganisation die Sichtweise der Araber von 48 übernehmen oder wenigstens ihre „rechtliche“ Lage innerhalb Israels in ihre Erwägungen einbeziehen würden, wer glaubte, dass Arafat weiterhin den Ölzweig in der Hand behalten würde – der wurde enttäuscht. Jassir Arafat warf nicht nur den Ölzweig nach seinem Auftritt vor den Vereinten Nationen in den Abfall, sondern er begann sich auch wie der Herrscher eines jeglichen arabischen Staates zu gebärden. Er erhob den Schlachtruf „die Befreiung Palästinas“ nur, um mit ihm die Unterdrückung seines Volkes zu rechtfertigen. Tatsächlich verwandelte sich die PLO als ursprünglicher Repräsentant des palästinensischen Volkes in etwas ganz anderes. Erstens in das Sprachrohr der Fatah-Bewegung. Zweitens in eine korrupte Clique, die nichts als die Lobhudelei des Präsidenten betreibt. Drittens in das offizielle Sprachrohr einer einzigen Person, des alleinigen Diktators, Jassir Arafat, genannt „Abu Omar“. Der angebliche Revolutionsführer Arafat bändigte seinen Zorn keineswegs, als ihm eine Journalistin von CNN eine nicht maßgeschneiderte Frage stellte, wie es die Schmeichler unter den Journalisten zu tun pflegten. Vielmehr warf er sie kurzerhand hinaus und schrie: „Wie können Sie es wagen, so mit mir zu sprechen? Ich bin Staatspräsident!“

Arafats Selbstverliebtheit und das damit einhergehende Geprotze beeinflussten das Bild, das man sich von Palästina machte, und verwandelten die „Revolution“ in politische Phrasendrescherei – beherrscht von Milizenchefs, die dem „einzigartigen“ Führer Abu Omar nahestanden. Es war also nicht verwunderlich, dass der Aufstieg Arafats und der Einfluss der PLO den Rechthabern Aufwind gab, was schließlich auch zu Vorwürfen unter den Palästinensern führte. Die meisten Beschuldigungen lauteten etwa so: „Ihr habt das Land verlassen und seid geflüchtet, weil euch die Angst aus lauter Feigheit niederdrückte. Wir haben trotz Mord, Totschlag und Verfolgung standgehalten…“ So redeten die Palästinenser von 48. Die Palästinenser in der Diaspora aber antworteten: „Ihr seid hiergeblieben, ihr seid am Leben geblieben, weil ihr euch auf ein Techtelmechtel mit den Besatzern eingelassen habt…“

Das größte Paradox ist aber, dass auch die Palästinenser der Diaspora in zwei Gruppen gespalten sind. Eine Gruppe haust weiterhin in Flüchtlingslagern in den an Israel grenzenden Staaten. „Sie leisten Widerstand, indem sie auf die Gelegenheit warten, da ihre Söhne als Fedayin gegen den zionistischen Feind kämpfen werden.“ Sie werfen der anderen Gruppe vor, sich für ein behagliches Dasein entschieden zu haben. „Ihr seid in die USA, nach Europa oder in die Golfstaaten ausgewandert, nur um Geld anzuhäufen, nichts als Geld, dafür aber eure Ehre und ‚unsere Sache‘ zu verhökern – wie die Verräter von 48.“ Je weiter sich jemand von seiner Heimat Palästina entfernte, desto stärker prägte sich jene Sichtweise aus. Am besten veranschaulicht dieses Phänomen der Konflikt, der zwischen dem amerikanischen Kulturtheoretiker palästinensischer Herkunft Edward Sald und Jassir Arafat ausgetragen wurde. Said hatte Arafat angegriffen, weil dieser seiner Meinung nach das palästinensische Volk verkauft hatte, als er den Friedensvertrag von Oslo unterschrieb. Sofort musste sich Said den Vorwurf gefallen lassen, er provoziere Arafat nur, weil dieser ihn nicht in die palästinensische Delegation berufen habe, die in Oslo die Verhandlungen mit Israel führte. Warum? Die Antwort der Arafat-Vertrauten: Weil der palästinensische Präsident es ablehne, mit jemanden am Verhandlungstisch zu sitzen, der zugunsten der amerikanischen Staatsbürgerschaft auf seine Identität verzichtet habe. Ein bekannter Standpunkt. Für die Palästinenser der Flüchtlingslager gibt es keinen größeren Verrat, als freiwillig eine andere Staatsbürgerschaft als die palästinensische anzunehmen. Als Said ein Buch über seine Kindheit in Jerusalem veröffentlichte, verspotteten ihn die Hofschranzen des „Herrn Präsidenten“ und bezichtigten ihn der Lüge. Ihrer Meinung nach war er weder in Jerusalem geboren noch dort aufgewachsen. Mit seinen „gefälschten“ Erinnerungen wolle er sich über die Palästinenser, sogar über Abu Omar, setzen. Saids Buch wurde später in der Westbank und im Gazastreifen verboten. Weil uns die Literatur die besten Einblicke in das Ausmaß des gegenseitigen „Verrats“ gewährt, wenden wir uns auch noch dem Fall des palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch zu.

In seinem Tagebuch der alltäglichen Traurigkeit beschreibt Darwisch die Zerrissenheit zwischen seiner Zugehörigkeit zu den Palästinensern – er wurde 1942 in dem heute zerstörten Dorf Barwa geboren – und der Teilnahme an den internationalen Festspielen der kommunistischen Jugend als Teil der israelischen Delegation Die Blicke der anderen, seiner „Brüder“, waren für ihn nur schwer zu ertragen. Er wusste, dass sie ihm Verrat vorwarfen, weil er sich in seinem kommunistisch geprägten Lebensabschnitt der von der israelischen kommunistischen Partei „Maki“ (später wurde der Name in „Rakah“ umgewandelt) zusammengestellten Delegation angeschlossen hatte. Dabei marschierte er unter israelischer Flagge, der Flagge des Staates, in dem er damals lebte, „der Besatzungsmacht“ in den Augen seiner „Brüder“. Er musste viel erdulden, bis er sich endgültig entschied, zu welchem Lager er gehörte. Darwisch setzte seinem bisherigen Schwanken ein Ende und beschloss, sich den Palästinensern in der Diaspora anzuschließen. Er gab die israelische Staatsbürgerschaft auf und suchte seinen Wohnsitz in Kairo, bevor er nach Beirut, Aden, Tunis, Damaskus und schließlich nach Amman weiterzog. Doch sein Gesinnungswandel bewahrte ihn nicht vor Angriffen. Der Erste, der ihn aufs Korn nahm, war sein Kollege, der „kommunistische“ Dichter Samih al-Qasim in Israel. Obwohl Samih al-Qasim Druse ist, obwohl die Drusen eine schwache Partei in Palästina sind, obwohl ihre Söhne den Wehrdienst in der israelischen Armee abgeleistet hatten, obwohl man sie in jedem Fall als „Verräter“ abstempeln würde, gleichgültig wie viele „revolutionäre“ Gedichte ein drusischer Dichter wie Samih al-Qasim schreibt. Ein Vorwurf gegen Darwisch von einem wie Samih, der selber unter den Israelis in der Armee gedient hatte, konnte nicht überzeugen, bis er ein Jahr vor dem Irakkrieg ankündigte, Bagdad besuchen und den „Führer der arabischen Nation“, Saddam Hussein, treffen zu wollen.

Um das Ausmaß dieses Verratsvorwurfs zu ermessen, genügt es, in einem Interview Darwischs von 2007 – siebenunddreißig Jahre nachdem er beschlossen hatte, sein Land zu verlassen – seine Klage zu lesen, er sei einem regelrechten Feldzug ausgesetzt gewesen, in dem ihn „die meisten palästinensischen Dichter des Verrats bezichtigten“. Aber nicht nur das. Zwei Tage nach Veröffentlichung des Interviews stand in der in Nazareth erscheinenden Zeitung Hadith al-Nas, dass das arabische Mitglied der israelischen Knesset „Azmi Bischara nicht mit Mahmud Darwisch verwechselt werden dürfe“. Es sei nicht die Absicht der Zeitung, einen arabischen Abgeordneten herabzuwürdigen, sondern sie wolle vielmehr zum Ausdruck bringen, dass Azmi Bischara – obwohl man ihm in Israel die Zusammenarbeit mit „dem Feind“ zum Vorwurf mache, weil er sich gegen die Enteignung von arabischem Landbesitz engagiere – sich nicht wie Mahmud Darwisch verhalten und sein Land verlassen würde. Bischara habe l’a selbst erklärt, er wolle nicht einfach auswandern. Und dann meldete sich sogar einer der Intellektuellen von 48, denen es schwerfiel, mit Bischaras Sache zu sympathisieren, der trotzdem seine Spottlust gegenüber Darwischs Erklärungen, die nur seinen „Narzissmus“ zum Ausdruck brächten, nicht verhehlen konnte. Seiner Meinung nach könne Darwisch niemand anderem zugestehen, zum Symbol für das palästinensische Volk zu werden, da er selbst als Einziger auf dem Thron das „Zepter des Opfers“ fest in der Hand behalten wolle. Um die palästinensische Groteske auf den Höhepunkt zu treiben, lesen wir, dass auch Azmi Bischara dem Verratsvorwurf nicht entrinnen konnte. In den Augen der arabischen Nationalisten – seien es die Araber von 48 oder die aus den arabischen Staaten – war er das Symbol für ihren Kampf. Man scheute sich nicht einmal, ihn als den „Herzl des palästinensischen Volkes“ zu bezeichnen (ein seltsamer Vergleich und dazu von Arabern!). Viele Palästinenser in der Diaspora stimmen dem Verratsvorwurf zu. Ihrem Verständnis nach ist Azmi Bischara ein Verräter, seit er seinen Sitz in der israelischen Knesset eingenommen hat. Weil „Azmi Bischara als Mitglied der Knesset einen Treueld auf das leisten muss, was man Israel nennt“. Er selbst hat sich um den Posten des Ministerpräsideuten in Israel beworben. Er ist ein Araber, der Werbung für das Zusammenleben mit dem Feind macht und die Märtyrer mehrere Male verurteilt hat. Er befürwortet die Zwei-Staaten-Lösung in Palästina. Aber das ist unvereinbar mit den arabischen Palästinensern und widerspricht völlig dem palästinensischen Vaterlandsverständnis. Oder weil „der Abgeordnete Bischara die grundsätzliche Rechtfertigung für den zionistischen Zuchtmeister in Palästina verkörpert. Er glaubt, das nationale Judentum habe das Recht, das politische Schicksal zu lenken und die Öffentlichkeit zu täuschen, indem es die ursprünglichen Schwierigkeiten mit dem Zionismus in Palästina vom Tisch wische – das Ganze sei reiner Rassismus und keinesfalls durch die Besetzung begründet.“

Solche Vorwürfe reichten bis zur Gewaltanwendung. Den anderen, den „Feind“ zu zerreißen, ein Feuergefecht zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen zu führen – das geschah ständig und zu verschiedenen Gelegenheiten. Der letzte Putsch, den die Hamas in Gaza gegen die Regierung angezettelt hatte (oder, wenn wir wollen, die Hinrichtungen, die sie gegen das Personal der Fatah-Autorität in Gaza betrieb, indem sie einige ihrer Mitglieder aus dem zehnten Stockwerk stürzte), bildet den Höhepunkt dieses Kampfes. Vor allem ist es auch ein Beweis für die Überhitzung des Bruderkriegs der Palästinenser in der Diaspora. Es ist nicht das erste Mal, dass Palästinenser Zuflucht in einem Putsch suchen. Seither ist auch deutlich geworden, dass der Griff zu den Waffen und die gewaltsame Machtübernahme die einzigen Mittel sind, derer die palästinensischen Splittergruppen sich zur Beilegung eines Streites bedienen. Am entferntesten von friedlichen Lösungen ist eine fünfte, sich neu bildende Gruppe der Palästinenser, die sich als „islamische Gruppe“ definiert. Wer sich der Idee eines Gottesstaates auf jedem Quadratzentimeter palästinensischen Bodens widersetzt, der verdient laut dieser Gruppe den Tod – gleich welchem Volk er angehört: nicht nur als Jude oder israelischer Staatsbürger, sondern auch als Palästinenser!

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Seine kommunistische Vergangenheit läßt Wali m.E. für die Macht des Mohammedanismus blind sein. Komisch eigentlich, wo er doch selbst Erfahrung mit einer totalitären Ideologie gemacht hat, die der mohammedanistischen nicht völlig unähnlich ist. Die sogenannte „fünfte, sich neu bildende Gruppe“ ist in Wirklichkeit diejenige, die das Handeln der Palaraber und auch von Arafats PLO von Anfang an bestimmt hat. Ihr Mega-Mastermind und Mentor Arafats war Hitlerfreund al-Husseini (1), der sein Leben lang seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts die Vernichtung der Juden betrieben hat. Diese „Gruppe“ repräsentiert das Zentrum, den Kern arabisch-mohammedanistischen Denkens. Sie hat es meisterhaft verstanden, die eingebildeten Kommunisten für ihre Interessen auszunutzen und die Linken der ganzen Welt mit „revolutionärer“ Rhetorik zu blenden. Die Gruppe ist nicht neu, sie ist ein Teil des 1400-jährigen Jihad gegen alle Nichtmohammedanisten.

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Time am 12. März 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/nazislamisten/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/15/werkstatt-der-lugen/

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