Alla ist: Zionist

Der Generalsekretär des „Italienischen Muslimrats“, Sheik Abdul Hadi Palazzi, argumentiert im jüdischen Online-Magazin „Tablet“ vom 18. März auf der Basis des Kloran für eine jüdische Herrschaft in Israel (1). Lesen Sie hier die Übersetzung seines Essays inklusive kurzer Einführung.

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Die koranische Argumentation
für die jüdische Herrschaft im Land Israel

In den letzten 15 Jahren ist der politische Konflikt zwischen israelischen Juden und palästinensischen Arabern zu einem Religionskrieg umgedeutet worden, in dem Führer von Yasser Arafat über Hassan Nasrallah bis Osama bin Laden die Autorität des Korans anriefen, um ihr Ziel zu unterstützen, den Staat Israel zu vernichten. Die Autorität des Korans wurde ebenso zur Unterstützung einer revisionistischen Geschichtsauffassung angeführt, die die historische Verbindung der Juden zur Stadt Jerusalem und deren heiligsten Plätzen, dem Tempelberg eingeschlossen, verneint. Unwissend über das, was der Koran wirklich über Jerusalem sagt, neigen westliche Journalisten in letzter Zeit dazu, archäologische und historische Beweise zu ignorieren, und den mutmaßlich gegeneinander konkurrierenden religiösen Erzählungen gleiches Gewicht beizumessen: Juden wird nachgesagt, dass sie glauben, es habe einen jüdischen Tempel in Jerusalem gegeben, während der Koran behaupte, dass die jüdischen Behauptungen falsch seien. Die Verwandlung eines politischen Konfliktes um Land in einen Religionskrieg ist eines der gefährlichsten und erschreckendsten Ziele radikal-islamischer Politiker, aber das hat nichts mit dem Koran zu tun.

Im Folgenden untersucht der muslimische Gemeindeführer und Korangelehrte Sheik Abdul Hadi Palazzi, was der Koran über die Verbindung der Juden zum Land Israel sagt. Weit entfernt davon, die historischen Ansprüche der jüdischen Gegenwart auf dem Tempelberg in Jerusalem zu verneinen, bekräftigt der Koran sogar den jüdischen Zugang zum salomonischen Tempel in Jerusalem und unterstützt die biblische Behauptung, das das Land Israel den Juden von Gott gegeben wurde.

1. Jüdische Herrschaft in Jerusalem

Im August 2002 erklärte der von Yasser Arafat ernannte „Mufti von Jerusalem und des Heiligen Landes“, Ikrima Sabri, westlichen Medien, dass „es nicht den kleinsten Hinweis auf die Existenz eines jüdischen Tempels in Jerusalem in der Vergangenheit gibt. In der ganzen Stadt gibt es keinen einzigen Stein, der auf jüdische Geschichte hinweist.“ Indem er solches sagte, bekräftigte er, was Arafat schon der Londoner arabischen Zeitung „al-Hayat“ erklärt hatte und, wie berichtet wurde, gegenüber Bill Clinton und Ehud Barak in Camp David wiederholte: „Archäologen haben keinen einzigen Stein gefunden, der beweist, dass Salomons Tempel dort war, weil der Tempel historisch gesehen nicht in Palästina war.“ Mit solchen Bekundungen verneinen Sabri und Arafat nicht nur offensichtlich Historik, Archäologie und die Lehren der Bibel, sondern sie verleugnen auch die Worte des Korans. Von der Zeit der Offenbarung des edlen Korans bis jetzt akzeptieren Muslims einstimmig, dass der Haram as-Sharif, der Heilige Platz, auf dem der Felsendom heutzutage steht, derselbe Platz ist, auf dem Salomons und Zorobabels Tempel einstmals standen. Tatsächlich gehört zum Haram as Sharif, dem heiligen Gebiet des Tempelberges, ein Ort, der „Salomons Standort“ bzw. „Marquam Sulayman“ heißt, der muslimischen Überlieferung entsprechend, dass Salomo hier saß und flehte, während Hirams Steinmetze den Tempel errichteten. Über eben diesen Ort berichtet die muslimische Tradition, dass Salomo darum betete, das Gotteshaus einweihen zu dürfen, wenn es fertig sei, und sich für die einsetzte, die dies durch Gottesdienste errreichen wollten. Es ist obligatorisch für jeden muslimischen Gläubigen, dass Salomos Tempel in Jerusalem war, weil dies der Koran und die mündliche islamische Tradition (Sunna genannt) lehren.

Im Koran finden wir in der Sure „Bani Israel“ (d.i. Nr.17, T.) (dem Kapitel über die Kinder Israels) in den Versen 1 bis 7 eine Beschreibung von Salomos Tempel und darüber, wie er zweimal von den Feinden der Juden zerstört wurde (Ich füge die entsprechende Passage in der Übersetzung von M. Henning aus Recl. S.264 an, T.).

„1. Preis dem, der seinen Diener des Nachts entführte von der heiligen Moschee (in Mekka) zur fernsten Moschee (in Jerusalem), deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm unsre Zeichen zu zeigen. Siehe, er ist der Hörende, der Schauende. 2. Und wir gaben Moses die Schrift und bestimmten sie zu einer Leitung für die Kinder Israel (und sprachen:) ,Nehmet keinen außer mir zum Beschützer.‘ 3. Eine Nachkommenschaft derer, die wir mit Noah (in der Arche) trugen; siehe er war ein dankbarer Diener. 4. Und wir bestimmten für die Kinder Israel in der Schrift: ‚Wahrlich, zweimal werdet ihr auf der Erde Verderben anstiften und werdet euch in großer Hoffart erheben. (Hier merkt Annemarie Schimmel, die Kommentatorin der Kloranausgabe an: ‚Über diese beiden Verbrechen gehen die Ausleger auseinander. Nach gewöhnlicher Ansicht sollen es die Ermordung des Jesaja und Johannes des Täufers sein.‘). 5. Und als die Drohung für das erste Mal eintraf, da entsandten wir wider euch unsre Diener, begabt mit gewaltiger Macht, und sie durchsuchten das Innerste eurer Wohnungen, und es ward die Drohung vollzogen. 6. Alsdann gaben wir euch wiederum die Macht über sie und mehrten euch an Gut und Kindern und machten euch zu einer zahlreichen Schar. 7. (Und wir sprachen:) „So ihr Gutes tut, tut ihr Gutes für euch, so ihr Böses tut, ist’s wider euch.“ Und als die Drohung für das andre Mal eintraf, (da entsandten wir unsre Diener,) um euere Angesichter zu kränken und eure Moschee zu betreten, wie sie dieselbe das erste Mal betraten, und, was sie erobert, von Grund aus zu zerstören.“

Der Imam Abu Abdullah al-Qurtubi, der von 1214 bis 1275 lebte, und einer der meist-anerkannten mittelalterlichen Koran-Kommentatoren war, erklärte in seinem „Wörterbuch der Regeln des Korans“ (Al-Jami’ li Ahkam il-Qur’an) den Zusammenhang (asbab) der Verse, indem er andere Quellen der verbürgten prophetischen Tradition (Hadith) aufführte. Er schrieb:

„Hudhayfah Ibn al-Yaman fragte den Propheten Muhammad, Frieden und Segen sei über ihm: ‚Ich bin mehr als einmal nach Jerusalem gereist, aber ich sah dort keinen Tempel stehen. Was ist der Grund dafür?‘ Der Prophet Mohammed antwortete: ‚Wahrlich, Salomo, der Sohn von David erbaute Bayt al-Maqdis (i.e. Beth ha-Mikdash, der Erste Tempel) in Gold und Silber, mit Rubinen und Smaragden, und Allah brachte Menschen und Geister dazu, unter seinem Befehl zu arbeiten, bis die Erbauung des Hauses vollendet ward. Später zerstörte ein babylonischer König Bayt al-Maqdis und brachte seine Schätze in das Land Babylonien, bis ein persischer König ihn besiegte und die Kinder Israels erlöste. Sie bauten Bayt al-Maqdis zum zweiten Mal auf (den zweiten Tempel), bis dieser zum zweiten Mal zerstört wurde durch eine Armee, die von einem römischen Eroberer angeführt wurde.'“

Man kann leicht überprüfen, dass traditionelle jüdische und muslimische Quellen sich gegenseitig darin bestätigen: Der Tempel wurde von Salomo erbaut und von einem babylonischen König zerstört. Ein persischer König habe später die Babylonier besiegt und die Juden freigelassen und ihnen erlaubt, in das Land Israel zurückzukehren. Der Tempel wurde wieder aufgebaut aber später von den Römern zerstört. Dieser Tempel stand auf dem Platz, der auf hebräisch Beth ha-Mikdash und auf arabisch Bayt al-Maqdis heißt. Die politischen und pseudoreligiösen palästinensischen Führer, die behaupten, dass „es niemals einen jüdischen Tempel in Jerusalem“ gegeben haben, wissen ganz genau, dass sie im Interesse ihrer politischen Ansprüche dazu geführt werden zu lügen, Quellen zu verbergen und der Schrift des Koran und der islamischen Überlieferung zu widersprechen.

Ein früherer Koranausleger und Jurist, der Imam Muhammad ibn Jarir at-Tabari, der von 838 bis 923 lebte, schrieb in seiner „Geschichte der Propheten und Könige“ (Tarikh al-Rusul wa al-Muluk), dass derselbe heilige Ort derjenige war, an dem Jakob seine Vision der Himmelsleiter hatte (1. Mose 28/12, T.):

„Als Jakob erwachte, fühlte er sich glückselig durch das, was er in seinem vertrauensvollen Traum gesehen hatte und er gelobte, dass er, um des Willen Gottes dort einen Tempel für den Allmächtigen zu bauen, wenn er und seine Familie sicher zurück kämen. Er goss Öl auf den Fels, um ihn wiedererkennen zu können und nannte den Platz Bayt El, was ‚Gottes Haus‘ bedeutet. Dies wurde später der Standort von Jerusalem.

Salomo, der Sohn von David, erbaute in Jerusalem einen wunderschönen Tempel auf einem mächtigen Felsen, um die Verehrung Gottes zu verbreiten. Heutzutage steht auf dem Fundament dieses Tempels der (mohammedanistische, T.) Felsendom (2).“

Die historische Verneinung von jüdischen und islamischen Quellen bezüglich Jerusalems ist neueren Datums und nicht der PLO und ihrer politischen Propaganda vorausgegangen. 1932, während der Zeit des britischen Mandats, veröffentlichte das „Höchste Muslimische Gericht von Jerusalem“ einen Leitfaden auf Englisch über „Haram as-Sharif“ für muslimische Pilger. Darin stand: „Dieser Platz ist einer der ältesten der Welt. Seine Heiligkeit rührt aus den frühesten Zeiten. Seine Identität mit dem Ort von Salomos Tempel ist ohne Frage. Dies wiederum ist der Ort, an dem in Übereinstimmung mit einem universellen Glauben David einen Altar baute für den Herrn und Brandopfer und Sühnegaben darbot.“

Arafats Lakaien und Thronanwärter versuchten nicht nur, in Jerusalem die Geschichte der Araber und Juden umzuschreiben, so wie sie von Fremden berichtet wurde; sie versuchten ebenso, die Geschichte von Arabern und Juden in dieser Gegend umzuschreiben, wie sie von islamisch-arabischen Quellen berichtet wurde.

2. Jüdische Herrschaft über das Land Israel

Die biblische Auffassung, dass Gott den Kindern Israels das Land Kanaan garantiert habe, wird vom Koran bekräftigt. In der Sure „Jonah“ lesen wir in Vers 93 (Sure 10, Recl. S.207, T.): „Und wir bereiteten den Kindern Israel eine zuverlässige Wohnung und versorgten sie mit Gutem.“

In der Sure „der Wall“ (#7, T.) lesen wir in Vers 137 (133 in Recl. S.163, T.): „Und zum Erbe gaben wir dem Volk, das für schwach erachtet war, den Osten und den Westen der Erde, die wir gesegnet hatten, und erfüllt ward das schöne Wort deines Herrn an den Kindern Israel, darum dass sie standhaft geblieben. Und wir zerstörten die Werke und Bauten Pharaos und seines Volkes.“

Die Sure „der Tisch“ (#5, T.) enthält die einzige Textstelle, in der das Heilige Land mit diesem Titel verbunden wird (al-Ard al-Muqaddas). Sie verweist auf die Worte, die Moses zu den Nachkommen Isaaks sprach. Erinnern Sie sich, dass Moses zu seinem Volk sagte: „Oh mein Volk, erinnert euch der Gnade Gottes euch gegenüber, wenn er Propheten unter euch hervorbringt, euch Könige gab und das, was er keinen anderen Völkern gab. Oh mein Volk! Betretet das heilige Land welches Gott euch zugeschrieben hat, und kehrt nicht schmächlich um (von dieser eurer Erbschaft), da ihr sonst verworfen werdet, zu eurem eigenen Verderben.

In einem Kommentar mit dem Titel „Der Offenbarer“ (al-Kashaf) von Imam Abu al-Qasim Mahmud al-Zamakshari, der von 1074 bis 1144 lebte, kann man folgende Ausführung lesen:

„Was die Grenzen des ‚Heiligen Landes‘ betrifft, meinen einige Gelehrte, dass die nördliche Grenze der Berg (Hermon) und seine Umgebung ist, für andere schließt es aber auch das Land Sham (den Golan) ein. Wieder andere sagen, es erstrecke sich vom Gebiet der Philister (Gaza) bis Damaskus und einen Teil von Urvum (?, T.). Manche sagen, dass Gott Abraham dieses Land als Erbschaft seinen Kindern geschenkt habe, als dieser den Berg hinan stieg, und als er zu ihm sagte: „Schau dich um soweit du es vermagst. Jeder Platz den du schaust soll ihrer sein. Der Heilige Tempel war Klause der Propheten und Zuflucht der Gläubigen. ‚Gott hat es euch zugeschrieben‘ bedeutet ‚Gott hat geschworen und in den göttlichen Tafeln der Vorhersehung niedergelgt: Dies ist Euer, es gehört eurem Volk und wird ihm nie verloren gehen. Habt keine Angst vor den phönizischen Riesen, die dort leben.“

Eine gleichartige Bemerkung kann auch im Kommentar von Abdallah ibn ‘Umar al-Qadi al-Baidawi mit dem Titel „Die Geheimnisse der Offenbarung und die Geheimnisse ihrer Auslegung“ (Asrar ut-Tanzil wa Asrar ut-Ta’wil) gefunden werden.

3. Die jüdische Herrschaft über das Land Israel wurde niemals aufgehoben

Darüberhinaus weist der Koran ausdrücklich darauf hin, dass die Juden vor dem Tag des jüngsten Gerichts zum Land Israel zurückkehren werden, wie aus Vers 104 der Sure „Kinder Israels“ (#17, Recl. 106, S.274, T.) hervorgeht:

„Sodann sagten wir den Kindern Israels: ‚Wohnt sicher im ‚Versprochenen Land‘, und wenn der letzte Aufruf erfolgt, werden wir euch in einer gemischten Gruppe versammeln.“

Deshalb ist Israel aus islamischer Sicht der berechtigte Eigentümer des Landes, das Gott ihm zugedacht hat und dessen Grenzen von Abraham in der Genesis festgelegt wurden.

All die neumodischen Behauptungen, laut derer „die Zuweisung des Landes Israel für das Volk der Juden zurückgenommen oder widerufen worden sei“, sind bar der schriftlichen oder überlieferten Offensichtlichkeit. Der Koran erwähnt das Gebiet, das Gott den Juden übertragen hat, aber weder er noch die islamischen Quellen führen eine mutmaßliche Widerufung an.

Der Imam al-Qurtubi (s.o., T.) erklärt, dass das letzte Versprechen, das die die Rückkehr der Juden „gemeinsam in einer gemischten Gruppe“ nach der Zerstörung des zweiten Tempels ein Zeichen sein wird, welches der Ankunft des Messias vorausgehen wird.

Der Koran erwähnt nur eine doppelte Zeit des Unheils und eine zweifache Zeit der Strafe nach der Vertreibung aus dem Land. Gott (Alla, T.) sagt:

„‚Wahrlich, zweimal werdet ihr auf der Erde Verderben anstiften und werdet euch in großer Hoffart erheben.“

Laut diesem Zeugnis des Koran ist die gegenwärtige Rekonstruktion des Staates Israel – der dritte Eingang der Juden in ihr von Gott versprochenes Land – kein Unheil, sondern vielmehr die Erfüllung dessen, an das Imam az-Zamakshari die Juden erinnerte: „‚Gott hat geschworen und in den göttlichen Tafeln der Vorhersehung niedergelgt: Dies ist Euer, es gehört eurem Volk und wird ihm nie verloren gehen.“

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Time am 22. März 2010

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1) http://www.tabletmag.com/news-and-politics/28575/allah-is-a-zionist/

2) http://de.wikipedia.org/wiki/Felsendom

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Ergänzung 26. April 2010: Lesenwerter Beitrag zum Thema auf „Castollux“ unter
http://castollux.blogspot.com/2010/04/warum-die-islamische-mondsichel-uber.html

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