Wäre, wäre, wäre

In der heutigen FAZ demonstriert Regina Mönch (1) mit einem Kommentar in Bezug auf die jüngsten Parolen des türkischen Ministerpräsidenten, dass wesentliche Positionen des Counterjihad durchaus auch bei den MSM angekommen sind und dort geteilt werden. Sie müssen aber offenbar noch durch den üppigen Gebrauch des Konjunktivs verschleiert werden.

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Türkentum?

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit ist dabei, sein ruiniertes Image wieder aufzupolieren. Jetzt hat er die deutschen Türken entdeckt und greift die Kanzlerin an, die sich gegen deren Vereinnahmung durch den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan verwahrt hat. Sie stigmatisiere die Türken, behauptet Wowereit, weil die Kanzlerin nur diese aufgefordert habe, sich besser zu integrieren. Schließlich hätten auch Deutsche Defizite.

Auf dem „Ideenkonferenz“ genannten Treffen seiner SPD wurden noch andere alte Hüte hervorgezaubert, darunter die empirisch nicht belegbare Behauptung, alles werde besser, lernten die Kinder nur auch in ihrer Muttersprache. Gemeint war die türkische. Berlins Polen, Italiener, Russen, um nur einige der größeren Gruppen zu nennen, haben sich darum nie bemüht, sieht man einmal von den sechzehn hochbeliebten Europaschulen ab, die jeweils zweisprachig unterrichten.

Ihre Plätze für die deutschen Mitschüler müssen jedes Jahr wegen der enormen Nachfrage verlost werden, und würde die Stadt noch einmal so viele zulassen, wären auch die rasch gefüllt. Doch im Unterschied zum Angebot, Französisch, Englisch, Italienisch oder Russisch von Anfang an zu lernen, hat sich die Idee der deutsch-türkischen Alphabetisierung bei deutschen Eltern nicht durchsetzen können.

Auf den privaten Gülen-Gymnasien wiederum, die es nicht nur in Berlin gibt, lernen fast ausschließlich junge Deutschtürken. Sind es solche Schulen, die der türkische Ministerpräsident alle Jahre wieder fordert? Dann wäre sein rigides Eintreten für Türkentum und die Zuverlässigkeit seiner vermeintlichen Landsleute im europäischen Ausland mehr als nur politisches Gepolter vor einem Staatsbesuch der Kanzlerin, sondern Teil einer Strategie, die Türken hierzulande als anerkannte Minderheit zu etablieren. Das wäre ein auf Dauer gestelltes Integrationshindernis. Diesem machtbewussten Auftreten religiöser und politischer Vormünder kann nur die Mehrheitsgesellschaft etwas entgegensetzen: ihr demokratisches, freiheitliches Selbstverständis, das gerade vielen türkischen Migranten rätselhaft geblieben ist.

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Time am 30. März 2010

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1) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E488D021D3C4E468DA67FD8F292971323~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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