Wer den Schaden hat

… braucht sich um „gute“ Ratschläge nicht zu sorgen.

Satellitenaufnahme der Kaukasusländer: längs der Mitte Großer Kaukasus, darunter (südlich) Kleiner Kaukasus. Links Schwarzmeer-Küste und schmales Pontus-Gebirges, rechts Kaspisches Meer, zu dem die (hier braun erscheinende) Transkaukasische Senke entwässert. Südlich des Großen Kaukasus liegen Georgien und Aserbaidschan, zum unteren Bildrand hin Armenien und der Vansee.

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MaggieTh schreibt über das Bild des Jihad in den MSM (1):

„Zumindest die GEZ-Presse nährt unablässig die Meinung jener, die sich weigern, die Kriegserklärung der mohammedanischen Welt anzunehmen. Während die twin towers brannten, gingen Kinder durch syrische und ägyptische Städte und verteilten an Wildfremde Süßigkeiten. Sind nun die Missversteher des Mohammedanismus so viele oder sind es die Mohammedaner selber?“

Die amerikanische Regierung unter George W. Bush hingegen hatte den Jihad umgehend als solchen verstanden, angenommen und wenig später die Taliban in Afghanistan ausgeräuchert. Sodann wurde die Diktatur im Irak zerschlagen. Der grausame Despot Saddam und seine perversen Söhne wurden bestraft. Den „heissen“ Counterjihad kämpfen die Amerikaner in beiden Ländern noch heute.

Immer wieder kommen dabei leider auch Unschuldige ums Leben oder zu Schaden, aber das ist zuallerletzt vom Westen beabsichtigt. Die Amis wenden ebenso wie die Israelis und alle anderen westlichen Streitkräfte große Mühen dazu auf, Kollateralschäden zu vermeiden, während es die Orks, wie ihre Strategie gegen die israelische “Cast Lead“-Operation (2) gezeigt hat, im Gegensatz dazu genau darauf anlegen.

Während sich die MSM mit Kritik am westlichen Vorgehen im „heissen“ Counterjihad aber eher Zurückhaltung auferlegen, dürfen sie diesbezüglich gegenüber Russland die Zügel schiessen lassen. Man kann schon froh sein, wenn in den Ergüssen Vokabeln wie „Islamismus“ vorkommen. Eigentlich scheint der jüngste Massenmord von Moskau eher als Protestaktion gegen die mangelnde Integration der Region in das russische Reich gewertet zu werden. Ein Zusammenhang mit dem globalen Jihad wird nicht gesehen, Putin ist schuld – und dementsprechend sind die Lösungsvorschläge. Anders als dies der Westen in Afghanistan/Irak praktiziert, wird ausgerechnet den Russen, die überhaupt keine Erfahrungen mit Demokratie, Bürgergesellschaft, gewaltloser Erziehung usw. haben, empfohlen, im Kaukasus auf Kooperation, Gewaltlosigkeit, Vermehrung des Wohlstandes und dergleichen mehr zu setzen. Dies zeigt m.E. das heutige Potpourri aus anderen Zeitungen zum Thema in der heutigen FAZ. Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ macht dabei einen gutmenschlichen aber immerhin balancierten Anfang:

„Präsident Medwedjew und Premier Putin haben ihre Entschlossenheit geäußert, die Verantwortlichen der Anschläge zu bestrafen. Doch der Terrorismus lässt sich nicht ausschließlich mit Waffengewalt bekämpfen, weder in Afghanistan noch im russischen Kaukasus. Ebenso wichtig ist es, den dort lebenden Bevölkerungen eine Zukunft zu bieten, damit die Terroristen ihre Machtbasis bei den Armen und den Enttäuschten verlieren. Medwedjew hat zu diesem Zweck eine Persönlichkeit ernannt, die die Wirtschaftsentwicklung in der Region ankurbeln soll. Dieses Ziel sollte man jetzt nicht aus den Augen verlieren, auch nicht unter dem Vorwand, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und die Autorität des Staates demonstrieren zu müssen.“

Die Straßburger Tageszeitung „Les Dernières Nouvelles d’Alsace“ stellt das Versagen Moskaus fest:

„Alle Spuren vermischen sich, doch alle führen in den Nordkaukasus. Zuerst nach Tschetschenien, auch nach Inguschetien und Dagestan, zu diesen selbstverwalteten Republiken, die Dutzende von Völkern vereinen, mit verschiedenen Sprachen und Überzeugungen, die alle den Gesetzen ihrer jeweiligen Gruppierungen gehorchen… Russland zögerte stets zwischen Kompromissen, Allianzen und Verrat und ermutigte dabei lokale Marionettenmachthaber wie Kadyrow in Grosnyj. Moskau hat immer wieder versagt bei dem Versuch, seine Kaukasus-Provinzen zu integrieren.“

Die „Salzburger Nachrichten“ tun so, als ob die Haltung Moskaus dem Kaukasus gegenüber stets ausschließlich und einseitig von Gewalt geprägt gewesen sei und als ob es z.B. die tschetschenischen Überfälle auf Dagestan ab 1996 nicht gegeben hätte (3).

„Ganz offenbar reichen Geheimdienste, Polizei und Militär in der Auseinandersetzung mit dem kaukasischen Separatismus nicht aus. Wo sich ethnischer Hass mit religiösem Fanatismus und terroristischem Know-how vereint, braucht es vermutlich neben der staatlichen Gewalt auch ein politisches Konzept, um des Terrors Herr zu werden. Ein politischer Ansatz zur Lösung der Probleme im Nordkaukasus, ein Ansatz zur Gestaltung der Zukunft – das hat Moskau bisher noch nicht versucht. Ein solches Konzept müsste auf Kooperation mit der Bevölkerung beruhen, nicht auf deren Unterdrückung. Ein solches Konzept könnte vielleicht dem Extremismus den Nährboden entziehen.“

Die Budapester Tageszeitung „Nepszava“ bezichtigt die Führer der Russen, ein „finsteres Spiel“ zu spielen:

„Die Moskauer Bluttat zeigt, in welchem Maße Russland mit dem Kaukasus nichts anzufangen weiß. In Tschetschenien hat man eine Art Ordnung hergestellt, mit militärischer Gewalt und mit dem Einkaufen lokaler Kleindespoten und Kriegsherren, wofür man einen hohen Preis zahlt. Dieser Friede ist ein nur scheinbarer. Denn sobald die Interessen dieser örtlichen Anführer es erfordern, werden diese sich gegen Moskau wenden. Die tschetschenischen Separatisten wiederum setzen den Kampf mit den ihnen eigenen terroristischen Mitteln fort. Doch ihre Rache trifft unschuldige Menschen und nicht deren Führer, die ein finsteres Spiel um eine verfluchte Region spielen.“

Die Warschauer Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ prognostiziert eine zunehmende antidemokratische Entwicklung Russlands:

„Egal, wer hinter den Terroranschlägen in Moskau steht – Terroristen aus dem Kaukasus, radikale Nationalisten oder gar der russische Geheimdienst -, das ist ein Schlag gegen die Politik des Präsidenten Medwedjew. Er versucht seit einigen Monaten in Russland eine neue Perestrojka einzuleiten. Doch nach den Anschlägen wird Russland den Kampf gegen den Terrorismus wieder verstärken. Wie immer wird es dabei viel Übertreibung geben. Die Machtstrukturen und Geheimdienste werden die Situation nutzen und ihre Stellung stärken. Der Entwurf eines demokratischen und weltoffenen Russlands wird in den Hintergrund treten. Schade.“

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Für die ARD schreibt Christina Nagel zu dem den willfährigen Dimmi verratenden Titel „Unter Generalverdacht“ (4):

„’Ohne Gnade’ will Russlands Präsident Medwedjew die Drahtzieher der Anschläge von Moskau jagen. ‚Bestien’ nennt der Präsident sie und macht überdeutlich, woher diese Bestien seiner Meinung nach kommen: aus dem Kaukasus. Das schürt einmal mehr den Hass der Russen auf Menschen mit kaukasischem Aussehen.“ Was aber ist „kaukasisches Aussehen“?

Nagel: „Seit Montag sind die Blicke noch abschätziger geworden. Jeder, der anders aussieht, eine TASCHE oder ein HANDY in der Hand hält, gilt als verdächtig. BÄRTE verwandeln Männer in potenzielle Täter, KOPFTÜCHER Frauen in Schwarze Witwen.“

Die einen leiden, weil sie verbrannt und zerfetzt wurden, die anderen leiden unter „abschätzigen“ Blicken, aber stolz und unbeirrbar müssen sie weiterhin öffentlich ihren Glauben an den Blutsäufergott Alla Hubal demonstrieren, ohne den Schmiss zu haben, dann auch mal einen nachdenklichen oder ablehnenden Blick eines Bürgers ertragen zu können.

„In den vergangenen Jahren machten russische Nationalisten geradezu Jagd auf Kaukasier. Sie prügelten und töteten sie“, behauptet Nagel und macht bedauerliche und abscheuliche Einzeltaten zur Regel, den massenhaften mohammedanistischen Terrorismus jedoch zum Einzelfall.

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Dankenswerterweise brachte die FAZ heute einen ausführlichen Artikel von Michael Ludwig, der aus meiner Sicht mal ungewohnt objektiv die Probleme darstellt, mit denen Russland (und mit ihm im Grunde die gesamte nichtmohammedanistische Welt) konfrontiert wird (5). Hier ein paar Auszüge:

„(…) Es spricht vielmehr vieles dafür, dass ihre Politik im Nordkaukasus in den vergangenen zehn Jahren von der Furcht vor einem Horrorszenario bestimmt wurde: Der Kreml sah und sieht wohl noch immer die Gefahr, dass er das Gebiet nördlich des Kaukasuskamms zwischen dem Schwarzem Meer und Kaspischem Meer ohne den massenhaften Einsatz russischer Soldaten VERLIEREN könnte.

Aus Moskauer Sicht besteht die Gefahr, dass sich Russlands Zugang zu dem an Öl und Gas reichen sowie geostrategisch wichtigen Kaspischen Becken irgendwann auf einen schmalen Landstreifen reduzieren könnte, wenn es seine muslimischen Teilrepubliken im Nordkaukasus nicht zur Räson zwingt. Ein von Russland losgelöster Nordkaukasus unter muslimischen, WOMÖGLICH islamistischen Einfluss, KÖNNTE zudem einen Dominoeffekt zur Folge haben, dem muslimische Aserbaidschan im Südkaukasus, das an Dagestan grenzt, zum Opfer fallen könnte. Ein „zweites Afghanistan“ unmittelbar vor Russlands Haustür WÄRE nach einem solchen Szenario nicht mehr auszuschließen.

Auch aus diesem Grund hat der frühere amerikanische Präsident George W. Bush Russlands grausamen Kampf gegen den Terror im Nordkaukasus nicht so hart gerügt wie andere Menschenrechtsverletzungen, sondern als Teil des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus eher akzeptiert. (…)

In den Jahren zwischen dem Friedensschluss unter Jelzin und dem Beginn des zweiten Tschetschenienkriegs hatten sich unter dem in freien und fairen Wahlen gewählten Präsident Aslan Maschadow Islamisten und verbrecherische Politiker jedweder Couleur in Tschetschenien breit machen können, die mit Menschen, Waffen und Rauschgift handelten (Kidnapping wurde zum größten „Wirtschaftszweig“, T.). Maschadow schaute weg oder war zu schwach, etwas dagegen zu unternehmen. Dieses Tschetschenien, ein Räubernest, das von niemandem kontrolliert wurde, wurde in Moskau zunehmend als Gefahr für Russland und dessen Stellung in der Region betrachtet. Putin sagte Jahre später und sicherlich nicht zu Unrecht, die Tschetschen hätten die Chance der „Quasi-Unabhängigkeit“ am Rande der Föderation nicht genutzt. Maschadow wurde 2005 von russischen Sicherheitskräften getötet, Bassajew, der sich selbst bezichtigte, viele Terroranschläge organisiert zu haben, bis hin zur Geiselnahme von Beslan, 2006. (…)

Umarow sagte sich vor drei Jahren öffentlich vom tschetschenischen Separatismus los und ernannte sich zum „Emir des Kaukasus“, gab mithin die alten tschetschenische Ziel, einen Nationalstaat zu bilden, auf. Die Errichtung eines ISLAMISCHEN GOTTESstaates (ein Widerspruch in sich, T.) im gesamten Nordkaukasus und der Kampf gegen Russen sowie den moralisch verderbten Westen sind die Parolen, mit denen Umarows Anhänger im Internet werben, während tschetschenische Exilpolitiker im Westen am Separatismus festhalten. Es scheint jedoch, dass ein beträchtlicher Teil des Untergrunds im Nordkaukasus Umarow folgt.

Die Russen haben immer wieder versucht, die Weltöffentlichkeit für sich einzunehmen, indem sie den Kampf im Nordkaukasus als Teil des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus hinstellten. Zugleich geißelten sie, meist ohne dabei Namen zu nennen, ausländische Mächte und Geheimdienste oder fremde Länder, die Terroristen im Nordkaukasus zu unterstützen würden. (…)

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Was Russland tatsächlich blüht, wenn es nicht mit aller Kraft gegen den mohammedanistischen Terror vorgeht, zeigen Beispiele aus der ganzen Welt von Pakistan bis zum Kosovo. Das ist immer die gleiche Taktik: Zuerst Unruhe schüren, dann Autonomie verlangen, dann die Region abtrennen, dann die Minderheiten massakrieren. Und niemand sollte glauben, dass der mohammedanistische Moloch (6) jemals satt werden könnte.

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Time am 31. März 2010

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1) http://eurabianfarm.wordpress.com/2010/03/30/der-neue-kolonialismus/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Gegossenes_Blei
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Dagestan#Dagestan_in_der_Russischen_F.C3.B6deration
4) http://www.tagesschau.de/ausland/kaukasus176.html
5) http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E84E64915406A440F85144B5EC8CB8205~ATpl~Ecommon~Scontent.html
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Moloch_%28Religion%29

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Ergänzung 170410, ein Leserbrief aus der heutigen FAZ von Klaus Decker:

Zu „Machtlos“ (F.A.Z. vom 30. März): Ich möchte Sie herzlich bitten, von dem gedankenlosen Sprachgebrauch Abstand zu nehmen, sogenannte „Selbstmordattentäter“ würden Menschen mit in den Tod reißen. Nein, sie ermorden grausam und heimtückisch Menschen – unter skrupellosem Einsatz des eigenen Lebens. Die von Michael Ludwig gewählte Formulierung, die Moskauer Terroristen hätten den Tod von Zivilisten „in Kauf genommen“, ist daher nicht nur völlig unangemessen, sondern ein Fehlgriff, der erkennen lässt, dass man in Sachen Terrorismus die Maßstäbe entweder verloren oder noch gar nicht gewonnen hat. Es ist höchste Zeit, die Sachverhalte nicht mehr zu „vernebeln“, sondern Menschenverachtung Menschenverachtung und Mord Mord zu nennen.

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