Frechheit siegt

Von Mammut Gardinenstange sind wir Unverschämtheiten, z.B. gegenüber unserer Kanzlerin, gewöhnt. Aber auch das Erdoganferkel hat offenbar eine denkbar schlechte Kinderstube genossen, so wie dies bei den Orks die Regel ist. Michaela Wiegel berichtet für die heutige FAZ über seinen aktuellen Besuch in Frankreich.

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Erdogan in Paris mit höflichem Desinteresse empfangen

Keine gemeinsame Pressekonferenz / Weiter Streit über EU-Mitgliedschaft / Erdogan: Sarkozy kennt Türkei schlecht

Mit höflichem Desinteresse ist der türkische Ministerpräsident Erdogan am Mittwoch in Paris empfangen worden. Der französische Präsident Sarkozy verzichtete nach dem Gespräch mit Erdogan ganz entgegen den Gepflogenheiten auf eine Pressekonferenz im Elysée-Palast. Sarkozy war nicht daran gelegen, die bekannten Differenzen über die EU-Mitgliedschaft der Türkei öffentlich auszubreiten. Erdogan warb hingegen offensiv für einen EU-Beitritt seines Landes. In der Zeitung „Le Figaro“ sagte der türkische Regierungschef, die Türkei werde keine Last für Europa sein, sondern im Gegenteil zu einer Entlastung Europas beitragen.

Erdogan hielt seinem Gastgeber vor, die Türkei schlecht zu kennen. „ER erzählt IMMER von einer Türkei-Reise in seiner JUGEND. Aber er sollte sich mal ansehen, wie die Türkei heute aussieht“, sagte Erdogan. Der französische Präsident hat seit seinem Amtsantritt einen offenen Konflikt mit Ankara über die EU-Aufnahmeverhandlungen vermieden. Doch Sarkozys grundsätzliche Weigerung, eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei in Erwägung zu ziehen, hat zu unterkühlten Beziehungen zwischen Paris und Ankara geführt. Die Gründung der Mittelmeerunion, die zeitweilig in Paris als „Alternative zur EU für die Türkei“ dargestellt wurde, hat das politische Verhältnis nicht verbessert.

Bei der Einweihung des türkischen Programms des Nachrichtensenders Euronews am 30. Januar in Istanbul hatte Erdogan seinem ÄRGER über den französischen Präsidenten freien Lauf gelassen. „Sarkozy sagt manchmal Dinge, die mit dem VERSTAND nicht zu fassen sind. Aber WAS er auch unternimmt, WIR werden weitermachen, solange nicht alle EU-Mitglieder gesagt haben, dass sie die Türkei nicht wollen“, sagte Erdogan. Er rückte in Paris NICHT von seiner Position im Atomstreit mit Iran ab und lehnte die Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran ab. In „Le Figaro“ sprach sich Erdogan für eine „diplomatische Lösung“ aus und bekräftigte seinen Willen, gute Beziehungen zu „meinem TEUREN FREUND Ahmadineschad“ zu unterhalten. Sanktionen würden sofort von jenen unterlaufen, die sie zuvor lauthals gefordert hätten, sagte Erdogan.

Die Visite des türkischen Ministerpräsidenten war zum Abschluss der türkischen Kultursaison in Frankreich anberaumt worden. Erdogan wohnte am Dienstagabend dem Finale bei – ein Barockmusikabend im Schloss von Versailles. Er traf am Mittwoch Premierminister Fillon. Auf Erdogans Programm stand auch eine Begegnung mit Unternehmern auf Einladung des Unternehmerverbandes Medef. Die Türkei ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Frankreichs. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern belief sich 2009 auf etwa zehn Milliarden Euro.

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„Frechheit siegt“ ist das Motto der Orks, und wir lassen es ihnen durchgehen. Einer ihrer Meister ist the Fuhrergan. Rüpelhaftigkeit und ein unbeirrbares Bekenntnis zur unverbrüchlichen Freundschaft mit den iranischen Klerikalfaschisten, die zur Vernichtung Israels aufrufen, sind keine Gründe für die EU, das Erdoganferkel zur „persona non grata“ zu erklären. Große Geschäfte erfordern unser Stillhalten. Aber zu Geschäften gehören immer zwei. Was würden denn die TÜRKISCHEN Wirtschaftsvertreter sagen, wenn der 10-Mrd.-Euro-Deal ins Wasser fallen würde?

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Time am 8. April 2010

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