Wir belohnen unsere Feinde

König Mohammed VI. von Marokko wähnt sich als „Beherrscher der Gläubigen“, tatsächlich wird dieser Zwerg im Sandgarten des Mohammedanismus nur geduldet, weil er so ungeheuer dekorativ ist. Die eigentlichen Machthaber sind in Marokko ebenso wie auf jedem mohammedanistischen Schrotthaufen die mohammedanistische Lehre und Tradition, über deren Einhaltung die klerikalfaschistischen Mullas wachen.

Die von ihnen vertretene Ideologie empfiehlt Gewalt, bringt nur Unwissenheit und Armut hervor und vor allem die jungen marokkanischen Männer dazu, in Scharen das Land zu verlassen. Bei uns angekommen, fällt ihnen nichts Besseres ein, als für die Errichtung eines solchen Schreckensregimes zu kämpfen, wie es jenes ist, welchem sie oder ihre Eltern entrinnen konnten (1).

Während unsere Regierungen diese zugereisten Diebe, Räuber und Mörder mehr oder weniger erfolgreich mit Jizia ruhigstellen, wird in Marokko, dem Land der angeblich westorientierten „MoMos“, eine entgegengesetzte Strategie verfolgt, nämlich die totale Ächtung alles Nicht-Mohammedanistischen. Grund genug, dafür einen Belohnungs-Gipfel zwischen Marokko und der EU abzuhalten, was im März (natürlich in Granada) geschah. Leo Wieland berichtete darüber in der heutigen FAZ.

_____

„Missionierung“ nicht geduldet

Christen und Juden in dem relativ toleranten Königreich Marokko

Im spanischen Granada, wo einst in der Alhambra Kalifen über den größten Teil der Iberischen Halbinsel herrschten, wurde im März der erste „Gipfel“ zwischen der Europäischen Union und Marokko abgehalten. Während man sich aber in Andalusien freundlich Völkerverbindendes sagte, wurden drüben in Nordafrika mehrere Dutzend Christen wegen angeblicher „Missionierungsversuche“ festgenommen und ausgewiesen. Die Vereinigten Staaten und auch die Niederlande protestierten in Rabat. Die spanische Regierung, die in diesem ersten Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft innehat, schwieg mit Rücksicht auf den nicht immer einfachen Nachbarn, obwohl protestantische Organisationen Außenminister Miguel Ángel Moratinos zu einem offenen Wort ermuntert hatten.

Die Ausweisung von nahezu dreißig überwiegend angelsächsischen „Evangelikalen“, die praktische Schließung eines seit zehn Jahren bestehenden Waisenhauses „Village of Hope“ am Atlasgebirge und sogar die abrupte Repatriierung eines Franziskaners aus Ägypten waren für diesen moderaten Teil des Maghreb eine überraschende Rekordzahl. Dass die harschen Maßnahmen ausgerechnet in Marokko ergriffen wurden, das mit seiner westlichen Orientierung gewöhnlich besonderen Wert darauf legt, Toleranz und Weltoffenheit zu demonstrieren, erregte Unbehagen und warf bislang unbeantwortete Fragen auf.

Fühlte sich König Mohammed VI., der nicht nur absoluter Monarch, sondern in der Rolle eines „Beherrschers der Gläubigen“ auch die höchste religiöse Autorität im Land ist, unter dem Druck der immer einflussreicheren radikalen Islamisten? Wollte er vor allem im Hinblick auf die manchen Muslimen in Glaubensdingen als besonders „aggressiv“ geltenden nordamerikanischen und europäischen evangelikalen Gruppen ein abschreckendes Zeichen setzen? Vieles spricht dafür, dass in Marokko, wo 99 Prozent der Einwohner Sunniten sind und es neben kleinen christlichen Gemeinden nur noch eine stark geschrumpfte jüdische Minderheit gibt, jede andere religiöse Regung sogleich unter den Verdacht des Proselytentums gerät.

Der Islam ist in Marokko Staatsreligion. Mit Ausnahme der verbliebenen alteingesessenen Juden, die noch auf etwa fünftausend geschätzt werden, haben nur Muslime die Staatsbürgerschaft. Letztere für eine andere Konfession „abzuwerben“ ist strikt untersagt. So lautete denn auch der Vorwurf des Innenministers Taib Cherkaoui, wie es in einer offiziellen Erklärung zu den Ausweisungen hieß, dass die Betroffenen versucht hätten, „den Glauben von Muslimen zu erschüttern“.

Vertreter verschiedener Gruppen der Ausgewiesenen bestritten derlei energisch und beteuerten, sie hätten die marokkanischen Gesetze penibel eingehalten. Vor allem die Betreiber des Waisenhauses zeigten sich perplex, dass man ihre humanitäre Arbeit plötzlich unter missionarischen Generalverdacht gestellt habe. Und auch der Erzbischof von Tanger, Santiago Agrelo – die dortige Diözese ist mit rund 2500 Katholiken die größte des Landes -, ging in seiner Reaktion relativ weit, als er sagte, in Marokko gebe es zwar Religionsfreiheit im Sinne der „Ausübung des Kultes“, aber keine echte „Gewissensfreiheit“.

Besonders allergisch reagieren die marokkanischen Behörden, wenn sie den Eindruck haben, dass Kinder in Schulen oder Frauen in „Bibelstunden“ von Ausländern missioniert würden. Dann werden nicht nur die Bibeln und andere Schriften beschlagnahmt, sondern, wie in diesen Fällen im März, die Christen auch unzeremoniell nach Hause geschickt. Weil ohnehin die einzigen Christen in Marokko „Ausländer“ seien und der Islam vor konfessionellen Übergriffen geschützt werden müsse, würden die Behörden, so warnte Kommunikationsminister Khalid Naciri, „streng gegen alle, die mit religiösen Werten spielen“, vorgehen. Letzteres gilt unter anderem für Berberstämme, die aus der Perspektive Rabats nicht immer als besonders islamisch gefestigt eingeschätzt werden.

Keine Probleme dieser Art haben die Marokkaner hingegen mit den Juden, die noch in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit einer Viertelmillion mehr als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, seither aber einen massiven Exodus erlitten. Länger als zwei Jahrtausende gab es jüdische Gemeinden im Maghreb. Nach der Niederlage des letzten Kalifen in Granada im „Kolumbusjahr“ 1492 kam es durch die sukzessive Vertreibung auch der Juden aus Spanien sogar zu einer neuen Blütezeit ihrer Kultur und Religion am anderen Ufer des Mittelmeers. Im zwanzigsten Jahrhundert gab es nach dem Ende des französischen Protektorats und der Unabhängigkeit Marokkos im Jahr 1956 sogar noch ein paar jüdische Minister in der Regierung des Landes.

Nach der Gründung des Staates Israel nach dem Zweiten Weltkrieg hatte jedoch schon eine schleichende Auswanderung begonnen. Mehr als hunderttausend Juden, vor allem aus einfacheren Bevölkerungsschichten, machten sich auf den Weg in die Levante. Die jüdische Elite wiederum brach vorzugsweise in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und Frankreich auf. Diese Wanderungsbewegung verstärkte sich noch einmal stark während und nach den arabisch-israelischen Kriegen von 1967 und 1973. In zahlreichen nordafrikanischen Berberstämmen, wo noch in den ersten Jahrhunderten nach Christus ganze Dörfer – unter römischer Herrschaft – zum Judentum übertraten, suchen gegenwärtig nur noch Archäologen nach derartigen frühen religiösen Spuren.

In mehreren großen marokkanischen Städten wie Fes oder Tanger gibt es jedoch unverändert Synagogen und gepflegte jüdische Friedhöfe. In Casablanca wird sogar ein neues Museum dem historischen jüdisch-marokkanischen Erbe gewidmet. Doch die Geschichte ist eine Sache und die potentielle „Erschütterung“ des Glaubens der Muslime eine andere. Hierbei gilt für Christen wie für Juden eine Politik „null Toleranz“.

_____

Time am 14. April 2010

_____

1) http://www.pi-news.net/2010/04/zukunft-deutscher-metropolen-blick-nach-bruessel/

_____

PS.: Die heutige FAZ bringt auch ein dreiseitiges (!) Dossier über „Deutsche Blogger“. PI oder Kewil werden darin mit keinem Wort erwähnt.

Schlagwörter: , , , , , ,

2 Antworten to “Wir belohnen unsere Feinde”

  1. Cody Says:

    PS.: Die heutige FAZ bringt auch ein dreiseitiges (!) Dossier über “Deutsche Blogger”. PI oder Kewil werden darin mit keinem Wort erwähnt.

    Die RSS-Zusammenfassung dazu lautet wie folgt: „Die Menge an Information ist nicht das Problem am Internet, solange sie jemand einordnet und bewertet. Lange sah es so aus, als könnten Blogger das übernehmen. Leider beschäftigen sie sich lieber mit sich selbst.“

    Wenn man die konservativen Blogs ignorriert, dann kommt man natürlich zu so einem Urteil. Die FAZ will aber gar nicht, dass man ihre Informationen einordnet, sondern Volkserziehung betreiben.

  2. Time Says:

    Ich stimme Ihnen zu, Cody, aber erlaube mir zu bemerken, dass ich die Zeitung doch für das am wenigsten schlechte der großen Medien halte. Ich finde die tägliche Lektüre recht anregend und würde ungern darauf verzichten.

    Aber jetzt muss ich mich wieder mit mir selbst beschäftigen…

    Ich grüße Sie,

    Time

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: