Kein Zank, kein Streit…

Der US-Verteidigungsminister Robert M. Gates
trifft am 18. April 2007 in Tel Aviv ein

Das gespannte Verhältnis zwischen den USA und Israel belastet nicht nur die Juden in aller Welt, sondern auch ihre Freunde, die Freunde Israels und der USA und natürlich den Counterjihad. Mancher mag einen Vorteil darin sehen, z.B. jenen, dass sich die USA der mohammedanistischen Welt gegenüber nun wieder mehr als „ehrlicher Makler“ präsentieren können. Das mag dann richtig sein, wenn man, was m.E. nicht völlig unsinnig ist, auf „Zeit spielt“, um den totalen Jihad hinauszuzögern, bis die Orks zu zahlreich und daher zu schwach sein werden, um ihn noch gegen jemanden außer gegen sich selbst zu führen. Dies ist aber m.E. völlig unsinnig, wenn man erwartet, dass die Mohammedanisten den Freiheitsstaaten USA und Israel, die sie den „großen Satan“ und den „kleinen Satan“ nennen (1), je etwas anderes als tiefsten Hass entgegenbringen würden.

In der heutigen FAZ verleiht der jüdisch-amerikanische Journalist Robert B. Goldmann seiner Hoffnung Ausdruck, dass es recht bald wieder zu einem Zusammenrücken der Regierungen beider Staaten kommen möge.

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Krise unter Freunden

Amerikanische Juden sind besorgt über den Tiefpunkt von Washingtons Beziehungen zu Israel. Sie mögen keine eingeschriebenen Zionisten sein, aber die Mehrheit identifiziert sich mit dem jüdischen Staat, sendet ihre Kinder auf Ferien, oft in einen Kibbuz, und gibt Millionen steuerpflichtiger Dollar aus, um dem seit seinem Entstehen gefährdeten Staat Israel, Hilfe zu bringen.

Diese aus der Erinnerung an den Holocaust genährten Solidaritätsgefühle wurden durch Angriffskriege, Terror und die Feindschaft der Nachbarstaaten Israels gestärkt. Viele Juden finden es unfassbar, dass noch heute, nach jahrtausendelanger Verfolgung, das Existenzrecht eines jüdischen Staates umstritten bleibt, dass es von Amerika und anderen Demokratien des Westens immer wieder bestätigt werden muss.

Seit der Gründung lsraels, für welche die Vereinigten Staaten unter Präsident Harry S. Truman ausschlaggebend waren, ist Amerika der unentbehrliche Verbündete des Landes. Nicht nur alle Präsidenten, die Truman folgten, sondern auch beide große Parteien sind Partner, ohne die der jüdische Staat nicht überlebt hätte. Es gab viele Reibungen in dieser Beziehung, darunter die berüchtigte Bemerkung des ehemaligen republikanischen Außenministers James Baker – um es gesäubert auszudrücken -, die Juden könnten ihm gestohlen bleiben, da sie sowieso nicht republikanisch wählten. Aber die grundsätzliche, selbst auferlegte Verpflichtung, Israels Sicherheit zu gewährleisten, wurde vor wenigen Tagen noch einmal von Außenministerin Hillary Clinton bestätigt.

Für amerikanische Juden klang das allerdings nicht überzeugend, weil Frau Clintons Worte der im März entstandenen Krise in Amerikas Beziehung zu Israel nicht gerecht wurden. Mit ihrer Bekanntgabe neuer Siedlungen in Ost-Jerusalem machte die israelische Regierung zwar einen schwerwiegenden Fehler, den der gerade angereiste Vizepräsident Joseph Biden mit Recht beleidigend fand. Biden wollte mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Friedensprozess sprechen, und das von einem ultrareligiösen Chef geleitete Innenministerium schien ihm zu bedeuten: „Jetzt erst recht nicht.“

Es folgten harte Worte aus Washington. Die Reaktion unter amerikanischen Juden war eine Mischung aus Entsetzen und Zweifel: Entsetzen über einen unglückseligen Schritt der israelischen Regierung und Zweifel an Amerikas Bündnis mit Israel. Manche Juden in Amerika glauben, dass die seit Jahrzehnten im Außenministerium unterdrückten Gefühle über den schwierigen, um nicht zu sagen: lästigen jüdischen Staat jetzt ihren Ausdruck fanden. Werden die Feinde Israels wie Hamas, Hizbullah und vielleicht sogar Syrien diese Krise nicht zu neuen Angriffen nutzen, die dann wieder mit Gegenschlägen aus Israel beantwortet würden?

Netanjahus Weigerung, zum von Präsident Obama einberufenen Atomgipfel nach Washin ton zu reisen, und den stellvertretenden Ministerpräsidenten Meridor zu senden, ist ein weiterer Schritt, der die amerikanisch-israelische Beziehung belastet. Wohl üben israelische Medien an ihrer Regierung auch scharfe Kritik. Aber amerikanische Juden leben in New York oder Los Amgeles und sehen ihre Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Staat anders als Israelis. Warum, fragen sie, können wir nicht nur Amerikaner, sondern auch Juden sein, die, ohne sich „doppelter Loyalität“ schuldig zu machen, alles tun, um zwei Generationen nach Auschwitz nicht wieder historische Fehler begehen?

Präsident Obama hielt in Kairo eine seiner besten Reden, um den Muslimen Amerikas Respekt für ihre Religion zu übermitteln und der Gerechtigkeit und dem Frieden zu dienen. Wäre es nicht an der Zeit, dass er nach Israel reist und politische Differenzen in die Perspektive einer hohen Verpflichtung rückt, indem er als mächtigster Regierungschef der Welt jeglichen Zweifel über die Existenz des jüdischen Staates aus dem Weg räumt? Kann er die Juden in aller Welt davon überzeugen, dass das Bündnis Amerikas mit dem jüdischen Staat tatsächlich unerschütterlich ist?

Es ist die quälende Frage, die Juden mit einer Mischung aus Stolz und Unsicherheit beantworten, wenn sie in Synagogen, bei Hochzeiten und anderen feierlichen Gelegenheiten singen, dass „das jüdische Volk lebt“.

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Time am 15. April 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/23/im-interview-schimon-peres/

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