Davids Schleuder


Israelische Arrow-Rakete in counterjihadischer Mission

Gemeinhin werden die terroristischen oder offen faschistischen Aktivisten der Palaraber als Freiheitskämpfer dargestellt, die gegen einen überlegenen und gigantischen Feind antreten. Dass Israels 7,5 Millionen Bürger, von denen ein Fünftel Palaraber sind, von 1,5 Mrd. strunzdummer Orks mit Teufeln gleichgesetzt werden, und dass diese gewaltige Mehrheit die Vernichtung der ungleich kleineren Gruppe herbeisehnt, hindert die Dimmi-Presse nicht daran, Israel die Rolle des Goliath zuzuweisen. In der heutigen FAZ berichtet Hans-Christian Rößler vom neuen israelischen Raketenabwehrsystem mit dem treffenden Namen „Davids Schleuder“. Wieder einmal werden die hohen Kosten deutlich, die der Wahnsinn der Mohammedanisten dem Rest der Welt abfordert.

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Mit Raketen gegen Raketen

In Israel hoffen die Militärs auf neue Abwehrsysteme, die das Land vor Angriffen aus der Luft abschirmen sollen. Die Abwehrsysteme versprechen umfassenden Schutz. Doch die Kosten sind sehr hoch.

Bis an den Zaun ziehen sich die Reihen der Weinreben und der blühenden Obstbäume hin. Auf der anderen Seite bauen Arbeiter in Sichtweite an einem Wohnhaus. Stünden auf israelischer Seite nicht alle paar hundert Meter die großen Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht Staatsgrenze“, wäre die Frühlingsidylle perfekt. Doch hinter der Grenze im israelischen Norden herrscht auf der libanesischen Seite die schiitische Hizbullah-Miliz. Aus den grünen Bergen mit den friedlich wirkenden Bauerndörfern, die von dem Aussichtspunkt in Mispe Benaja zu sehen sind, droht Israel Gefahr: Mehr als 40 000 Raketen lagern nach den Erkenntnissen israelischer Militärs mittlerweile wieder in den Bunkern und Verstecken der libanesischen Miliz. Das wäre ein Drittel mehr als zu Beginn des letzten Libanon-Kriegs im Sommer vor knapp vier Jahren. Zuletzt soll die Hizbullah aus Syrien sogar Scud-Raketen erhalten haben, die mit schweren Sprengköpfen jeden Ort in Israel erreichen könnten, befürchten israelische Politiker.

Mit ihren weißen Fahrzeugen patrouillieren auf der libanesischen Seite des Grenzzauns zwar Soldaten der Friedenstruppe Unifil. Aber angesichts des andauernden Waffenschmuggels verlässt man sich in Israel nicht auf sie und setzt lieber auf unsichtbaren Schutz mit mythisch klingenden Namen: „Eiserne Kuppel“, „Magische Wand“ und „Davids Schleuder“ heißen die Raketenabwehrsysteme, die mit Hochtechnologie vor Angriffen aus dem Libanon, Syrien, Iran und aus dem Gazastreifen schützen sollen – oder vielleicht auch aus Ägypten und Jordanien, wie die Raketeneinschläge in der Umgebung von Eilat am Roten Meer vor kurzem zeigten. Mehrere Schutzschichten bis in viele Kilometer Höhe werden sich bald über das Land legen.

Unscheinbar wirkt das Gewerbegebiet in dem Vorort im Norden der Hafenstadt Haifa. Das Firmengelände des staatlichen Rüstungsproduzenten Rafael gleicht dem Campus einer Universität: Hinter den hohen Mauern säumen Palmen und gepflegte Blumenbeete die breiten Straßen. Auch dort schlugen während des Libanon-Kriegs vor vier Jahren die Katjuscha-Raketen der Hizbullah ein. Glaubt man den Ingenieuren von Rafael, wird das künftig nicht mehr vorkommen. „,Eiserne Kuppel‘ kann mehr als 95 Prozent der Gefahren neutralisieren. Letztlich hängt es nur davon ab, wie viele Systeme die Regierung kaufen und welche Priorität sie dem Programm geben wird“, sagt Lova Drori, der stellvertretende Leiter der Marketingabteilung.

Mit „Iron Dome“ stellten die Ingenieure von Rafael in nur zweieinhalb Jahren die unterste Schicht der schützenden „Kuppel“ über Israel fertig: Kurzstreckenraketen und sogar Mörsergranaten mit Reichweiten von vier bis zu 70 Kilometern soll dieser eiserne Mantel bei jedem Wetter abfangen können. In Sekundenschnelle berechnen Radar und Computer die Flugbahn des feindlichen Geschosses. Fliegt es auf eine Stadt, einen Flughafen oder einen Militärstützpunkt zu, steigen sofort die Abfangraketen auf und zerstören es noch in der Luft – oder auch nicht, wenn die Katjuscha- oder Kassam-Rakete auf unbewohntes Gebiet zusteuert. „Unser System ist sehr smart und kosteneffizient“, sagt Lova Drori. Details zu den Kosten will er aber dann nicht verraten.

Genau an diesem Punkt setzen israelische Kritiker an. Nach ihrer Ansicht ist es schlicht unbezahlbar, alle Raketen vom Himmel zu holen. So habe die Hizbullah während des letzten Libanonkriegs mehr als 4000 Raketen abgefeuert. Die Ingenieure bei Rafael lassen das nicht gelten: Damals habe nur ein Viertel der Raketen bewohntes Gebiet getroffen. Nur sie hätte „Eiserne Kuppel“ aktiv bekämpft. „Die Angriffe der Hizbullah legten wochenlang ein Drittel Israels lahm. Die wirtschaftlichen Kosten wegen dieses Stillstands von bis zu 14 Milliarden Dollar gingen weit über die Schäden hinaus, die die Raketen tatsächlich anrichteten“, sagt Drori.

Israelische und ausländische Militärfachleute schätzen die Kosten für eine einzige Abfangrakete mittlerweile auf rund 50 000 Dollar; der Bau einer Kassam-Rakete, wie sie Hamas und Islamischer Dschihad aus Gaza meist abfeuern, kostet nicht mehr als ein paar hundert Dollar, wahrscheinlich sogar weniger. Der Streit darüber, welches Ministerium das Geld für die neue Abwehr aufbringen soll, ist nach israelischen Presseberichten ein wichtiger Grund dafür, weshalb die Anschaffung in größerem Umfang auf sich warten lässt. Armeesprecher geben sich auf einmal ungewohnt einsilbig. „In wenigen Monaten“ sei mit der offiziellen Mitteilung zu rechnen, wann die ersten Batterien von „Eiserne Kuppel“ einsatzfähig sind, heißt es aus Militärkreisen.

Die Zeitung „Haaretz“ will erfahren haben, dass das Verteidigungsministerium bisher nur zwei „Iron Dome“-Batterien gekauft hat. Weitere sechs könnten noch folgen, obwohl für die Verteidigung des Nordens und Südens rund 20 nötig seien. Enttäuschte Reaktionen gab es deshalb schon in Sderot. Monatelang stand die Stadt im Süden unter dem Dauerfeuer der Hamas aus Gaza. Die Einwohner hofften, dass die erste „Iron Dome“-Batterie sie schützen werde. Aber offenbar soll das sehr bewegliche Abwehrsystem nur bei Bedarf stationiert werden. Es besteht nur aus Radar, Kontrolleinheit und Raketenwerfer, die Lastwagen schnell im ganzen Land dorthin bringen könnten, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Während die israelische Armee sich bisher zurückhaltend zeigt, gibt es aber anderswo auf der Welt Interessenten, angeblich zum Beispiel im Inselstaat Singapur. Pressemeldungen, wonach die Abwehr ursprünglich sogar für einen asiatischen Kunden entwickelt worden sei, bestreitet man jedoch bei Rafael. Ganz offiziell teilt das Unternehmen mit, dass rund ein Drittel seiner Exporte in asiatisch-pazifische Länder gehe, ähnlich viel liefert es an die israelische Armee.

Im höheren Luftraum der neuen Raketenabwehr arbeitet Rafael eng mit den Amerikanern zusammen, die von den Israelis fast alle ihre im Irak und in Afghanistan eingesetzten Fahrzeuge panzern und schützen lassen. Angreifende Mittelstreckenraketen soll die „Magische Wand“ stoppen, die (in Anspielung auf David und Goliath) „Davids Schleuder“ genannt wird. Sie wird die „Patriot“-Batterien ergänzen, die sich schon 1991 gegen irakische Scud-Raketen bewährten. Langstreckenraketen soll weiter oben dann das „Arrow“-System bekämpfen, das in einer ersten Version nun einsatzfähig sein soll. In Zusammenarbeit mit und zum Großteil auch finanziert von den Vereinigten Staaten entstehen mittlerweile die Weiterentwicklungen „Arrow 2“ und „Arrow 3“, die aber noch ein paar Jahre brauchen werden. In der Negev-Wüste ist dagegen schon seit gut zwei Jahren „X-Band-Radar“ in Betrieb; die Anlagen hatte der frühere amerikanische Präsident George W. Bush noch nach Israel bringen lassen. Sie sind in der Lage, zum Beispiel in Iran abgeschossene Objekte zu sehen, die kaum größer als ein Golfball sind. Rund zehn Minuten Vorwarnzeit verschafft Israel das hochmoderne Radar.

Besonders den Zeitgewinn durch die neue Abwehrtechnologie hält der israelische Raketenfachmann Uzi Rubin für entscheidend. „Hundertprozentig lässt sich der israelische Luftraum nicht versiegeln. Aber die Abwehrsysteme können die Gefahren und die Schäden deutlich reduzieren und vor allem der Regierung eine Atempause verschaffen, um so zu reagieren, damit wir einen Krieg dann auch gewinnen können.“ Neben dieser „aktiven Verteidigung“ dürfe Israel aber die „passive Verteidigung“ nicht vergessen. Bunker und Schutzräume gibt es in Israel schon in großer Zahl. In Postämtern können sich die Einwohner seit ein paar Wochen neue Gasmasken abholen. Nach Ansicht israelischer Militärfachleute haben die Feinde ihres Landes die „Heimatfront“ als die Achillesferse des Landes ausgemacht. Mit ihren Raketen wollten Hizbullah (gemeint ist die „Hisb-allah“, die „Partei Allahs“, T.), Hamas, Syrien und Iran im Kriegsfall die Israelis zermürben, ohne selbst über die Grenzen vorstoßen zu müssen.

Regierung und Armeeführung haben deshalb seit dem Libanonkrieg 2006 viel getan, um den „passiven“ Schutz der Einwohner zu verbessern. Für Kobi Marom reicht das aber nicht aus. Er kennt das von der Hizbullah beherrschte Gebiet im Südlibanon so gut wie wenige Israelis. Als Oberst kommandierte Marom bis zum israelischen Rückzug im Jahr 2000 die Truppen im Osten der sogenannten Sicherheitszone. „Früher oder später müssen wir bei einem Krieg auch mit Bodentruppen in den Libanon rein und jedes Haus und jedes Versteck säubern. Das geht nicht alleine aus der Luft“, sagt der frühere Kommandeur und blickt sorgenvoll über den Grenzzaun hinüber nach Bint Jebeil und Marun ar Ras. Dort kämpften israelische Soldaten im letzten Libanonkrieg erbittert gegen die Hizbullah, nachdem auch tagelange Luftangriffe die Miliz damals nicht in die Knie zwingen konnten. Aber noch wichtiger war es nach Meinung Maroms am Ende, dass die Hizbullah angesichts des heftigen israelischen Gegenschlags einsehen musste, dass es ein Fehler war, den Konflikt überhaupt begonnen zu haben. Der frühere israelische Generalstabschef Mosche Jaalon, der heute stellvertretender Ministerpräsident ist, sieht es ähnlich: „Angriff bleibt immer noch die beste Verteidigung“, sagt er – daran kann auch für ihn die neue Raketenabwehr nicht viel ändern.

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Time am 3. Mai 2010

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http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/100999

http://de.wikipedia.org/wiki/Arrow-Rakete

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